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Pownce stellt mit 15.12. den Betrieb ein

03.12.2008, geschrieben von , 5 Kommentare

pownce 1228304332 Pownce stellt mit 15.12. den Betrieb einDie Betreiber des –Klons glau­ben die Aussichtslosigkeit der Copycat-Lage erkannt zu haben und stel­len mit 15. Dezember den Betrieb ihrer Microblogging-Plattform ein. Gegründet wurde der Service im Jahr 2006 von –Mastermind Kevin Rose, er wech­selt nun mit dem gesam­ten Team zum us-französischen Konzern Six Apart. Die auf Blogging-Software spe­zia­li­sierte Company betreibt die TypePad Plattform, die –Seite Blogs.com und ent­wi­ckelt mit Movable Type den ein­zi­gen ernst zu neh­men­den WordPress-Kandidaten. Beim neuen Arbeitgeber, der für eine unge­nannte Summe auf­kaufte, soll sich das Team neuen Aufgaben widmen.

Feature-technisch bietet/bot Pownce zwar einige Besonderheiten, für den vol­len Funktionsumfang ver­lang­ten die Betreiber aller­dings 20$ pro Jahr für einen Pro-Account. Das rasche Ende von Pownce führt ein­mal mehr vor Augen, dass man die eige­nen Webpräsenz nie­mals in die Hände eines ein­zi­gen Drittanbieters legen sollte: zwar steht bis zum Runterfahren der Server eine bereit, die einen Re-Import in WordPress und das CMS-System des neuen Arbeitgebers ermög­licht. Allfällige Suchmaschinen-Platzierungen sind aller­dings futsch. Am Blog geben sich die Gründer rela­tiv wort­karg:

We’ll be clo­sing down the main Pownce web­site two weeks from today, December 15th. Since we’d like for you to have access to all your Pownce mes­sa­ges, we’ve added an export func­tion. Visit pownce.com/settings/export/ to gene­rate your export file. You can then import your posts to other blog­ging ser­vices such as Vox, TypePad, or WordPress. For our Pro mem­bers, we’ll be emai­ling you soon with more infor­ma­tion about your Pro account.

Mir per­sön­lich wird Pownce nicht feh­len: ich hab mich zwar irgend­wann mal regis­triert, die Seite jedoch nie ver­wen­det. Wozu auch? Im Gegensatz zum musi­ka­lisch ori­en­tier­ten blip.fm oder ande­ren Anbietern, die ver­su­chen, die Microblogging-Mechanik mul­ti­me­dial aus­zu­wei­ten, bie­tet Pownce kei­nen ech­ten Mehrwert, und so hält sich die Trauer der Netzgemeinde in engen Grenzen:

I’ve been a mem­ber of Pownce since day one and at one point, a devo­ted mem­ber and daily visi­tor. However, as time went on, recur­ring bugs weren’t fixed, feed­back wasn’t acted on, other ser­vices laun­ched, ori­gi­nal mem­bers aban­do­ned ship and even­tually, so did I.

TechCrunchIt geht sogar noch einen Schritt wei­ter und sieht auf­grund der hohen Popularität des Duos Twitter/ kaum Marktchancen für Konkurrenten:

If FriendFeed is a para­site ser­vice of Twitter, then the only con­ceivable entry point now is as a para­site ser­vice of FriendFeed. What would that ent­ail? It would have to be a ser­vice that thri­ved on being absor­bed as it see­ded new func­tio­na­lity into the expan­ding mes­sa­ging subsystem.

Der Anfang vom Ende?

Anlass zu über­mä­ßi­gem Pessimismus gibt das Ende von Pownce nicht, rich­ti­ger wäre es wohl, von einer Art Konsolidierungsphase zu spre­chen. Andere Copycats, denen es bis­lang nicht gelun­gen ist, eine aus­rei­chend große auf­zu­bauen, wer­den Pownce mit fol­gen. Wie netz­wer­tig schreibt, zählt am Ende des Tages eben nicht die Feature-Überlegenheit, son­dern die Economies of Scale bestim­men, wel­cher Anbieter sich letzt­end­lich durch­set­zen kann.

Um die Zukunft der “Big 3″ Facebook, Twitter und Friendfeed muss man sich wohl wenig Sorgen machen, im übri­gen dürfte die Luft in den nächs­ten Monaten etwas dün­ner wer­den. Entscheidend für die eigene Webpräsenz ist ein­zig und allein: wer Services wie Pownce und Co. im Marketingmix ver­wen­det, sollte stets auf Diversifizierung ach­ten. Und als pri­mä­rer Hub macht sowieso ein­zig und allein eine selbst gehos­tete Seite Sinn.

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Bisher haben meine Lieblingsleser 5 Kommentare zu "Pownce stellt mit 15.12. den Betrieb ein" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Michael Kamleitner Identicon Icon

    Das Kevin Rose zu Sixapart geht, glaub ich eher nicht ;)
    Das “gesamte Team” besteht schein­bar aus 2 Personen, inter­es­sant, dass sie’s nicht mal bei die­ser gerin­gen Burnrate län­ger durch­ge­hal­ten haben…

    Ansonsten: ja, Pownce wird mir auch nicht abge­hen, wobei die Möglichkeit von Payloads schon auch Twitter gut zu Gesichte stünde…

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 5. Dezember 2008 um 9:48

    Payloads wären okay! Ich frag mich ja eh, was die 23 Leute bei Twitter den gan­zen Tag trei­ben. Aber die sind ver­mut­lich kom­plett mit dem lau­fen­den Betrieb der Server aus­ge­las­tet, da scheint für Weiterentwicklung momen­tan wenig Platz zu sein.

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  • Calanetta Identicon Icon

    Wieder ver­schwin­det eine Seite, die die Welt nicht braucht. Für mich gilt das aber auch für Twitter&Co.

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  • Aufschnürer Identicon Icon

    Ich kannte Pownce noch nicht lange, sah die­sen Dienst jedoch als ver­hei­ßungs­volle Konkurrenz für Twitter. Vor allem weil mir Pownce nicht so karg daher kam. Hatte auch das Standalone-Desktop-Tool für Pownce genutzt (ent­wi­ckelt mit Adobe AIR). Wie auch immer, ich finde es schade, dass Pownce dicht macht. Mit Twitter kann ich mich irgend­wie nicht anfreunden.

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 16. Dezember 2008 um 11:43

    Ich mag den Twitter-Minimalismus: in Kombination mit den vie­len Mash-Up Services kann man sich da durch­aus ein ganz net­tes Setup zusammenbasteln.

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  • Blogistan Panoptikum KW51 2008 auf datenschmutz.net (21. Dezember 2008)
    [...] Ausverkauf des Web auf der ORF Futurezone veröffentlicht: angesichts der Übernahme und Schließung von Pownce durch 6Apart, der Übernahme und Schließung von Sandy durch Twitter und der Verknappung [...]
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