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Blogistan Panoptikum KW02 2009

11.01.2009, geschrieben von , Keine Kommentare

tweetbacks Blogistan Panoptikum KW02 2009Helge blickt besucher-technisch aufs Jahr zurück, Pete for­mu­liert eine uni­ver­selle Wahrheit, die man gar nicht oft genug wie­der­ho­len kann (“Die Welt ist eine rekur­sive Schleife.”) und ich ärgere mich drü­ber, dass mein ges­tern gekauf­ter höhen­ver­stell­ba­rer Samsung Monitor ein fie­pen­des Geräusch macht, mit dem er sich laut­stark über meine lärm­d­äm­men­den Festplattengehäuse lus­tig macht. Naja, wenigs­tens hel­fen diverse –Mixes, aus­rei­chend Ablenkung zu erzeu­gen, bis ich den Screen nächste Woche umtau­schen kann.

Mega-Gratulation an micromusic.net!

10 Jahre Minimalismus, 10 Jahre micromusic.net: gegrün­det wurde die Seite, neben der die Simpsons plötz­lich gar nicht mehr beson­ders gelb aus­se­hen, 1999: damals saß ich im Lion.cc Büro in der Mariahilferstrasse, kurz spä­ter lernte ich die bei­den Schweizer Gründer bei einer Veranstaltung in Wien ken­nen. micromusic.net steht für “Lo Tech Music for Hi Tech People”, ver­schreibt sich der alten Tracker-Philosophie und der frei­wil­li­gen Selbstbeschränkung auf 8Bit. Die pro­du­ziert erstaun­li­che Ergebnisse, die mitt­ler­weile auch in Form der DVD Get in the Van ver­ewigt wurden:

This green­screen, ani­ma­ted, live-action, nar­ra­tive will take you from Brooklyn, NYC to the far edges of the galaxy. Jump up and down to your favo­rite tunes by Desert Planet, Twilight Electric, Plastic Flesh, and many many more!

Reingucken, wun­dern und abspa­cen! Und wer micro­mu­sic etwas zum Geburtstag schen­ken müsste, der werfe einen Blick auf die Microdonations-Seite: die Hostingkosten wol­len refi­nan­ziert wer­den. Ich gra­tu­liere ganz herz­lich und sehe gespannt dem Output der nächs­ten Dekade entgegen.

Einer für die Lohas

Papier ist an sich, wenn mit aus­rei­chend wenig Chlor gebleicht, ein kom­pos­tier­ba­res Material. Aber seine Vernichtung im Office-Kontext erfor­dert Shredder, die Strom brau­chen — also warum nicht ein­fach einen Paper Shredder via Hamster Power betrei­ben, fra­gen der Londoner Design Berater Tom Ballhatchet? Nur 45 Minuten braucht der Nager, um ein Blatt Papier zu zer­le­gen — und die Fetzerl die­nen ihm anschlie­ßend auch noch als Ruhebett.

und die Sicherheit

Gehackte Promi-Accounts, zwei­fel­hafte Mash-Ups: sicher­heits­tech­nisch geriet unser liebs­ter Micro-Blogging Service in der letz­ten Woche ziem­lich unter Beschuss. Frank bringt das Problem auf den Punkt:

Das große Problem ist, dass man bei Twitter für die Anbindung exter­ner Dienste dort immer die kom­plet­ten Login-Daten ange­ben muss. So etwas wie einen API-Key oder sons­tige externe Authentifizierung über Dritte gibt es bei Twitter nicht. Auch nach vie­len Monaten und vie­len Beschwerden. Twitter zeigt sich dort wie auch in ande­ren Punkten sehr unbe­weg­lich und unein­sich­tig. Warum das so ist kann man wohl nur spekulieren.

In Kombination mit den bekann­ten –Problemen (Stichwort “Fail-Whale”) drängt sich da durch­aus der Gedanken nach einer Alternative auf. Casi fragt:

aus wel­chem Grund sollte man Twitter nut­zen, wenn man woan­ders genauso viele oder mehr Menschen erreicht und die tech­ni­schen Bedingungen/Usability zudem die von Twitter bei wei­tem in den Schatten stellen?

Mit ande­ren Worten: der Facebook-Chat funk­tio­niert bereits sehr brauch­bar, Digsby steht als Client zur Verfügung — also warum nicht zukünf­tig via Facebook-API “twit­tern”? Nun, das 5.000-Freunde-Limit könnte ein Problem sein, aber wenn FB das Thema ernst­haft angeht, dann könnte Twitter in der Tat rasch Probleme bekom­men.

Erfreuliche Twitter-News

Aber es gibt auch was Positives zu berich­ten — dank dem Smashing Magazine ist es ab sofort mög­lich, Twitter-Kommentare über eigene Postings direkt am Blog dar­zu­stel­len. Tweetbacks nutzt dafür nicht JavaScript, son­dern die Tweets wer­den direkt in den Datenbank geschrie­ben und kön­nen dann wahl­weise gemein­sam mit den “nor­ma­len” Comments oder als eigene Liste dar­ge­stellt werden:

This plu­gin imports tweets about your posts as com­ments. You can dis­play them in bet­ween the other com­ments on your blog, or dis­play them separately.

Einen Anschlag beantragen

Die Öster­reich und die EU haben etwas gemein­sam: bei­den Institutionen unter­stellt man einen gewis­sen Hang zur Über-Regulierung. Dieses Thema greift das Wiener Kurzfilmlabel Fairdreht im 15-Minüter “Anschlagsordnung” auf. Wer in Öster­reich einen Sprengsatz hoch­ge­hen las­sen will, muss sich in die­ser kaf­ka­es­ken Miniatur erst­mal die pas­sen­den Stempelmarken und Anträge besor­gen. Attentäter: “Wir sind fast pleite wegen der Sache.” Beamter: “Sie kön­nen ja einen Förderung bean­tra­gen: Tiroler Jungbumser Fond, Jungterroristenförderung der Stadt Wien, Franz Fuchs Stiftung…” Einbetten kann man das Video lei­der nicht, zum Anschauen muss der Quicktime-Codec instal­liert sein:
Anschlagsordnung.
Ebenfalls nicht schlecht: der 3-Minüter Schreinachten mit über­ra­schen­dem Ende. Fairdreht ist ein Gemeinschaftsprojekt von Moritz Wallmüller, den ich schon seit der wil­den Zeiten bei Lion.cc kenne (er war damals Sänger von Superhero Rockstar) und schreibt Scores für Burgtheater-Inszenierungen. Ich freue mich jeden­falls schon auf wei­tere Kurzfilme — auch im Zeitalter von you-“quick-and-dirty”-tube heben sich hand­werk­lich gelun­gene Produktionen wohl­tu­end ab.

SEO News der Woche

More risk, less fun: der Hodenkaiser lehnt sich weit aus dem Linktrading-Fenster, Roberts eBay Auktion kommt ganz wider (mein) Erwarten nicht so recht aus den Puschen und im SEO-Handbuch gibt’s Tipps für die Google-Bildersuche: immer­hin sind in die­sem Bereich mitt­ler­weile 10 Prozent des Gesamtvolumens beheimatet:

Auch wenn der Marktanteil des Bildersuche-Dienstes bei Google mit knapp 10% nicht ganz an die regu­läre Google Suche mit ca. 85% her­an­reicht, so bie­tet auch sie durch­aus eine Möglichkeit zusätz­li­che Besucher auf die Website zu locken.

Keyword Research á la Hans-Peter

Wer über einen SEOMoz-Pro Account oder andere kom­mer­zi­elle Tools ver­fügt, weiß um die Wichtigkeit des Keyword Research Bescheid. Hans-Peter aka DieListe stellte diese Woche ein Tool vor, das auch Hobby-SEOs in den Genuss pro­fes­sio­nel­len Trackings kom­men lässt. Und das beste daran: ExactFactor ist völ­lig kostenlos:

ExactFactor ermög­licht es dir, dass du eine gewisse Anzahl von Keywords ein­trägst samt der Adresse dei­ner Webseite. ExactFactor wird dann auto­ma­tisch für dich die jewei­li­gen Suchmaschinenpositionen ermit­teln für die gewünsch­ten Suchmaschinen.

Auch Offline werben

Online Marketer müs­sen nicht bloß um eine Ecke decken — und em Tipp, auch die gute alte Offline-Welt in den Conversion– ein­zu­be­zie­hen, kann ich eini­ges abgewinnen:

Und hier heißt es für alle Online Marketer anzu­set­zen und Profit dar­aus zu schla­gen. Wer sich heute über etwas infor­mie­ren möchte, kommt um das Internet und gezielt um Google nicht mehr vor­bei. Hier heißt es also Landing-Page opti­mie­ren und ent­we­der über Suchmaschinenoptimierung mög­lichst weit oben lis­ten, oder den Weg über gebuchte Anzeigen gehen.

Video der Woche: die Regeln es Netzes

Schon die “News” auf frü­hen mit­tel­al­ter­li­chen Flugblättern wur­den meist gesun­gen — musi­ka­lisch unter­legte Fakten schei­nen sich eben bes­ser ein­zu­prä­gen. Dies gilt auch für das wun­der­schöne Lied The 3 Rules of the Internet von Jonathan Mann: “The inter­net is a less than phy­si­cal space, con­tai­ning a mul­ti­tude of opi­ni­ons on a wide variety of sub­jects… writ­ten by mostly ass­ho­les.” [via mono­chrom]

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Und das war’s auch schon wie­der für diese Woche — Weihnachts-Blähbäuche und Sylvester-Kater sind aus­ku­riert, die Blogosphäre kommt lang­sam wie­der auf Touren — und so lang’s drau­ßen so grau und kalt ist, gibt’s weni­ger Gründe als im Sommer, die vir­tu­elle gegen die reale Realität ein­zu­tau­schen. In die­sem Sinne wün­sche ich einen wun­der­schö­nen Sonntag, wir lesen uns morgen.

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