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Rezept: Thunfischnudeln der Leiwandheit

16.01.2009, geschrieben von , 9 Kommentare

nudelios Rezept: Thunfischnudeln der LeiwandheitAls ich letz­tens im On zu Gast war, stand ein neues Gericht auf der Karte: die “Renaissance der 8 Schätze”. Ich musste natür­lich sofort pro­bie­ren und war begeis­tert wie immer — natür­lich haben die Speisen aus Simon Xie Hongs Küche wenig gemein mit –Restaurant Massenware. Acht fri­sche Fleisch– und Fischsorten anstelle fader, unde­fi­nier­ba­rer Teigklöse — es schmeckte groß­ar­tig. Und nun folgt die radi­kale Über­lei­tung zu den Thunfischnudeln, denn die haben einen ähnli­chen Ruf wie besagte 8 schätze: man mische eine Dose Tomaten mit einer Dose und aus­rei­chend und hat das klas­si­sche Studenten-WG-Futter. Dabei müs­sen gar keine unan­ge­neh­men Reminiszenzen hoch­kom­men — diese High-Brow Variante gelingt immer, ist in 10 Minuten fer­tig und qua­li­fi­ziert sich durch­aus auch für anspruchs­volle Gäste.

Wie immer ent­schei­det pri­mär die Qualität der Zutaten: der Thunfisch sollte frisch sein, die Cocktailtomaten müs­sen inten­siv schme­cken (kei­nes­falls eine dick­häu­tige Sorte ver­wen­den!), das kommt nicht aus der Trockenanlage, son­dern direkt von der Pflanze. Dazu einen aus­rei­chend gereif­ten Parmesan und feine ita­lie­ni­sche Eierteigware, und die Sache ist geritzt!

Zutaten für vier Personen

  • 4 kleine, fri­sche Thunfischsteaks (ca. 500g)
  • 300g Cocktailtomaten
  • Olivenöl zum Anbraten
  • Meersalz
  • grü­ner Pfeffer
  • 1 mit­tel­große weiße Zwiebel
  • 5 Knoblauchzehen
  • 1 Stück (ca. 2-3cm)
  • 1 rote Chili-Schote
  • 1 gro­ßer Bund Basilikum (oder 2 kleine)
  • 3 EL Tomatenmark
  • 200ml tro­cke­ner Weißwein (z.B. Chardonnay oder Orvieto Classico)
  • 100ml Obers
  • 160g Parmesan (vor­zugs­weise eine lange gereifte Sorte
  • 500g ita­lie­ni­sche Nudeln (Conchiglie, Eliche, Parpadelle, Fusilli oder ähnli­che “gewun­dene” Sorten — Spaghetti, Bandnudeln und andere “glatte” Formen eige­nen sich für die­ses Rezept weni­ger gut)
nudeln2 Rezept: Thunfischnudeln der Leiwandheit

Zubereitung

Da die eigent­li­che Zubereitung genau so lange dau­ert wie Kochzeit der Nudeln, unbe­dingt alle Zutaten vor­her vor­be­rei­ten; Zuerst die Thunfischfilets gut abspü­len (falls TK-Ware zum Einsatz kommt, diese vor­her voll­stän­dig auf­tauen las­sen), gege­be­nen­falls put­zen und in mund­ge­rechte Stücke schnei­den. Die Zwiebel schä­len und sehr fein hacken. , Chili und Ingwer eben­falls sehr fein wie­gen, die Basilikumblätter waschen und grob hacken, Parmesan mit­tel­f­ein rei­ben. Alle Zutaten lie­gen in pas­sen­den Schüsseln bereit? Noch eine kurze Zwischenbemerkung, bevor’s los geht: ver­ab­schie­den Sie sich unbe­dingt vom “Sugo trifft Nudeln am Teller” Paradigma. Das hat im Topf zu pas­sie­ren, nur so kann sich die cre­mige Sauce opti­mal ver­tei­len, oder wie Italo-Food-Poeten sagen, “an die raue Außenseite der Teigwaren schmie­gen”. Ergo: Zuerst die Nudeln in reich­lich stark gesal­ze­nes Wasser (1 Teelöffel pro Liter) geben. 7 Minuten vor dem Ende der Kochzeit in einer gro­ßen Pfanne, in die spä­ter auch die Nudeln pas­sen, Olivenöl heiß wer­den lassen.

Zuerst die Thunfischstücke von allen Seiten scharf anbra­ten, anschlie­ßend die Zwiebel und circa ein bis zwei Minuten spä­ter Chili, Knoblauch und Ingwer etwa eine halbe Minute lang mitrös­ten. Anschließend das Tomatenmark in der hei­ßen Pfanne ver­tei­len, mit Weißwein ablö­schen, Hitze redu­zie­ren und kurz köcheln las­sen. Zuletzt die Sahne beige­ben, noch ein­mal vor­sich­tig auf­ko­chen las­sen und auf kleinste Flamme schalten.

Die Nudeln abgie­ßen und im Sieb gut abtrop­fen (kei­nes­falls kalt abspü­len!), anschlie­ßend gemein­sam mit dem Basilikum in die Pfanne zum Thunfisch geben und gut durch­mi­schen. Auf Nudeltellern anrich­ten und mit dem Parmesan betreuen — vor­aus­schau­ende Geister haben sich bei­zei­ten ein Blättchen Basilikum zur Dekoration auf die Seite gelegt. !


Fotocredits:
Titelfoto: Nudeln im Seiher von Sebastian Cieslik / via pixelio
2. Bild: Nudeln von Ernst Rose / via pixelio

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Bisher haben meine Lieblingsleser 9 Kommentare zu "Rezept: Thunfischnudeln der Leiwandheit" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Thunfischsalat@keyword Identicon Icon

    Hi,

    Bin durch Zufall über die­ses leckere Rezept gestol­pert. Klingt lecker (auch wenn ich erst­mal kurz über­le­gen musste, was 100ml Obers sind) und ist es sicher auch. Werds auf alle Fälle mal nach­ko­chen. Könnt ich mir auch gut in abge­wan­del­ter Form als Salat vorstellen.

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  • Pongratz@SEO Software Identicon Icon

    Thunfischnudeln also… da fällt mir jetzt ein unan­stän­di­ger Witz ein, aber den lass ich mal lie­ber ein­ge­packt. Aber das Rezept klingt echt lecker!

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  • WErenfried Identicon Icon

    Ritch,
    ich blogge nor­ma­ler­weise nicht über Thunfisch Nudeln. Aber in die­sem Falle mache ich eine Ausnahme, weil ich das Glück hatte, mit einer Italienierin zusam­men­zu­woh­nen, die mit Thunfisch aus der Dose die leckers­ten Nudeln bereitete.

    Kurz und gut:
    Thunfischdose des Öls oder Wassers ent­le­di­gen
    Viel Petersilie frisch gehackt dazu­ge­ben
    eine Chilischote getrock­net, fein­ge­hackt dazu
    Saft einer 1/2 Zitrone
    Pfeffer gemah­len
    Oliven Öl

    Diese Mischung ein­fach auf die Al Dente gekoch­ten Nudeln geben, gege­be­nen­falls noch­mal etwas mit O-Öl umrüh­ren, fer­tig. Dauert genau 10 Minuten, schmeckt wirk­lich lecker!

    PS: Noch zwei Italien Do’s bzw. Dont’s:
    1. Zu Fisch in Nudeln nie­mals Parmesan!
    2. T-Fisch aus der Dose nie­mals anbraten!

    Mahlzeit!

    PPS: Falls du mal über Selber Brotbacken schreibst, gibt es jede Menge wei­te­rer Tipps ;-))

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 24. Januar 2009 um 11:24

    Das kann ich mir sehr gut vor­stel­len, muss ich dem­nächst aus­pro­bie­ren! Wobei ich Grana so gern mag, dass ich mir mit der Käse/Fisch-Regel schwer tue, obwohl ich das auch in Giorgio Locatellis Kochbuch (hab ich zu Weihnachten geschenkt bekom­men) gele­sen hab.

    Zum Brotbacken: da bin ich ja nicht so der große Fan von. Das über­lass ich gern den Profis, ein nor­ma­ler Backofen ist da nicht so super geeig­net. Wobei’s in Wien eh kaum brauch­bare Bäcker gibt; die Ketten sind alle zum schmei­ßen, am liebs­ten mag ich diese Grazer Kette, die eine Fililale im ers­ten hat (mir fällt der Name grad nicht ein), die machen ein sog. Fladenbrot, das höl­lisch rockt.

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  • Hildesheimer Identicon Icon

    Hallo Leute,
    auf jeden­fall ein lecke­res Rezept was einem das Wasser im Munde zum lau­fen bringt.
    Aber muss es unbe­dingt Thunfisch sein? Ihr kennt sicher­lich das Problem mit dem Thunfischfang.

    1.Zudem ist in die­sem welt­weit letz­ten noch ertrag­rei­chen Tunfisch-Fanggebiet die Piratenfischerei an der Tagesordnung.

    2.Jedenfalls ist gesi­chert, daß Thunfisch je nach Fanggebiet mehr oder weni­ger stark mit Quecksilber belas­tet ist.

    3.Mittelmeer-Thunfisch wei­ter­hin gefährdet.

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 15. Juni 2009 um 19:55

    Wenn er nur nicht sooo gut schme­cken tät… der gute alte Yellowfin-Tuna!

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  • masterp Identicon Icon

    Sieht ver­dammt lecker aus…

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  • Paula Identicon Icon

    uuiih dass klingt rich­tig lecker dass rezept hab ich mir mal raus­ge­schrie­ben.,.
    wird sich mein mann freuen mor­gen..
    Liebe Grüße Paula :saint:

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  • Anni Identicon Icon
    Anni sagte am 11. März 2010 um 16:08

    Hey, super Sache das Rezept.
    Was ich seit Neuestem auch mache ist Nudeln sel­ber her­zu­stel­len!
    Mit einer Nudelmaschine kann man dann direkt Geschmack von z.B. getrock­ne­ten Nudeln oder auch Fischsuppe geben, wenn man diese dann mit Thunfisch ist. Grüße, Anni

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