krone

Blogistan Panoptikum KW05 2009

kroneJoke der Woche: Google sperrte kurzfristig aufgrund eines Malware-Generalverdachts das gesamte Internet. Vizepräsidentin Marissa Mayer höchstpersönlich erklärte am Google-Blog die Paranoiawelle mit einem simplen händische Fehler: blöderweise hatte ein Mitarbeiter in die Sperrliste die URL “/” eingetragen. Das Resultat: Google erkannte weltweit für rund vierzig Minuten lang jede einzelne Internetseite – inklusive sich selbst – als gefährliche Malware.

Schade, dass es sich bloß um eine Panne handelte, denn die Aktion hat durchwegs Medienkunst-Potential. Man stelle sich das mal vor: Millionen Surfer, die ausschließlich Big G als Gateway zum Netz benutzen und noch niemals eine URL direkt in die Adresszeile getippt haben, stehen plötzlich vor verschlossener Tür. Auf Twitter und zahlreichen Blogs hagelte es auch dementsprechend hämische Kommentare – und so mancher Webmaster sollte sich wohl über die Diversifizierung seines Traffics Gedanken machen:

Dieser Ausfall blieb nicht ohne Folgen: billigemarken.de berichtet von einem Userschwund von 90 %!

Google erstellt die Liste teils manuell, teils werden Daten von Stopbadware.org übernommen. Dort wurde am Blog schnell klargestellt, dass der Fehler automatisch übernommene Daten zurück zu führen ist.

Was kann Affiliate Marketing?

Hans-Peter hat einen exzellenten Beitrag über die Stärken und das Potential des Affiliate Marketings veröffentlicht. Den acht Gründen für eine selbständige Existenz als Affiliate ist wenig entgegen zu setzen: mit Ausdauer, Grips und den richtigen Infos versorgt lassen sich gewaltige Revenue-Streams abseits von lästigen Faktoren wie Personal, Chefs, Lager etc. aufbauen. In Österreich steckt dieses Thema noch in den Kinderschuhen – HP und ich sind gerade am Überlegen, ob wir demnächst mal einen Einführungsevent für Interessierte in Wien veranstalten. Dass allerdings auch in Deutschland diverse Mythen und Mären rund um dieses Thema kursieren, zeigt ein aktuellen Beitrag von Mediadonis.

Franz Köfel I. regiert souverän die Leserbriefseite

Max hat den großen Analyse-Generator angeworfen und der Krone-Leserbriefseite ein paar äußerst spannende statistische Daten entlockt. So ist Franz Köfel mit knappem Vorsprung von 2 Briefen auf Franz Weinpolter der ungekrönte König der Volksmeinung. Ein Schelm, wer Manipulation unterstellt:

Diese 4766 Leserbriefe wurden mit 1994 unterschiedlichen Namen unterschrieben, somit ergibt sich ein Durchschnitt von 2,4 abgedruckte Briefe pro SchreiberIn, deutet auf etliche StammschreiberInnenn hin.

Papier vs. ein paar Bier

Pete wirtschafts-philosophiert über die psychologischen Paradoxien der Wirtschaftskrise: Papier ist eben umso geduldiger, je mehr Buchstaben drauf gedruckt sind – da ändern noch so viele Sicherheitsmerkmale und Notenbank-Chefunterschriften nichts dran:

Nicht ganz, heute hat sich nämlich etwas getan. Eine Paradoxie ist aufgetreten. Ich wollte eigentlich nur kurz ein Buch kaufen, bin dann aber wie so oft nicht bei den günstigen stw Bänden hängen geblieben sondern hatte plötzlich ein ziemlich teures Buch in Händen. Der erste Reflex war, “warten bis es die Paperback Variante gibt, es liegen eh noch genug ungelesene Seiten zu Hause herum”. Da war dann plötzlich die Paradoxie: Was solls, das Buch kostet einen Bruchteil dessen was ich letztes Jahr verloren habe und schneller als man Lehman Brothers sagen kann habe ich es gekauft.

Urbane Rivalen unter der Lupe

Loki hat seinen ersten Podcast Online gestellt: es geht dabei um das immer beliebter werdende Browser-Game Urban Rivals. Wer also nach einer neuen Möglichkeit sucht, Online gepflegt ein paar Minuten tot zu schlagen, werfe einen Blick auf die Einführung:

In dem zwölf einhalb minütigen Filmchen zeige ich euch das Browsergame Urban Rivals und erkläre einige wichtige Bereiche des Spiels, wie etwa den Marktplatz, den Laden, oder die Duelle. Insgesamt dürfte es ein interessanter Einblick in das MMO-Trading Card Game sein und man kann auch einige Tipps mitnehmen.

SEO-News der Woche

Wer allzu dreist King Content klaut, muss mit unerwarteten Bannern rechnen – zum Glück siegt Dreistigkeit eben nicht immer; es sei denn, man ist im Domaingrabber-Markt tätig. Wer lieber Bücher grabbt, sollte dagegen ein Ohr auf den aktuellen SEO-Podcast von Radio4Seo werfen.

Ossi Urchs im Gespräch mit SEO-United.de

Der Mann ist im Suchmaschinenmarketing nicht wenig als eine Legende – Mr. Hemken führte mit dem Berater und Uni-Vortragenden ein ausführliches Gespräch über die aktuelle Online-Marketing Landschaft und Googles Vormachtstellung. Zitat:

Suche im Internet und “Google” sind ja fast schon Synonyme geworden. Wenn man schon “googlen” sagt, wenn man “suchen” meint, dann ist Google eben nicht mehr nur eine, sondern DIE Suchmaschine. Und was bei Google nicht vorkommt, ist im Web quasi nicht existent. Insofern ist Deine “Assoziation” eher eine Untertreibung: Wer über “Suchen im Internet” sprechen will, muss zunächst über Google sprechen – das ist der Maßstab an dem alle anderen sich messen lassen müssen.

Aus den Kochtöpfen der Blackhats

Wer eine Reise durch Blackhat-Foren tut, kann anderen was erzählen – tiefe Einblicke in die Mysterien passwortgeschützter Torrents und anderer Auto-Traffic-Strategien bringt ein aktuelles Posting auf Geld-Verdienen.tv:

Eine ähnliche Methode ist das Posten von eBooks als Torrent. Man schreibt ein eBook mit 10-20 Seiten und stellt es als Torrent bereit. Man suggeriert im Titel, dass dieses eBook eine wahnsinnige Summe gekostet hat und als free Download angeboten wird. User laden das eBook runter und lesen es voll Begeisterung. Im eBook hat der Blackhat Affiliate Links versteckt, die die Leser anklicken und dem Blackhat entsprechende Signups bringen. Beispiele dafür gibt es Unmengen. Eine Idee wäre z.B. ein Adult Dating Portal, dass man promotet. Das eBook müsste dann suggerieren, dass man mit Hilfe des eBooks kostenlos heiße Kontakte im Internet findet. Der User liest das eBook, findet die Empfehlung zum Portal, meldet sich dort an und der Blackhat hat verdient! Einfach aber genial.

Klingt in der Theorie einfach, bringt in der Praxis aber schnell schlechtes Karma – wer ist schon gerne ein Bottom-Feeder?

Video der Woche

“Wir tun das nicht, um Geld zu verdienen.” Oder: “Die Vorstellung, dass jemand in der Früh seinen Computer aufdreht und am Bildschirm die Nachrichten liest, ist gar nicht so weit hergeholt, wie man meinen könnte.” Das sagt ein KRON-Report über die frühen Anfänge des Internet aus dem Jahr 19681. [via TechCrunch]

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Und das war’s auch schon wieder für diese Woche – genießen Sie die verbleibenden Sonntagsstunden! Ich werd heute Abend wohl mal bei James B. reingucken (Halle Berry als Bondgirl hab ich bisher nur im Trailer gesehen); irgendwie ist mir heute sehr nach Anachronismen und überzogenen Actions-Szenen. In diesem Sinne: bis nächste Woche, wir lesen uns am Montag.

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