stadtsiluSo lang­sam scheint’s ja doch was zu wer­den mit dem Frühlingsbeginn — zumin­dest fällt statt Schnee nur mehr Regen. Das könnte der Optimist, der mit dem halb­vol­len Cuba Libre da drü­ben in der Ecke steht, doch durch­aus für ein gutes Zeichen hal­ten. Wobei Optimismus in Zeiten von Amokläufen an Schulen zumin­dest in Mainstream-Medien der­zeit eher dünn gesät ist. Da sind als Schuldige natür­lich schnell zur Hand — denn im Zweifelsfall wird das ein­fa­che Ursache-Wirkungs-Prinzip gegen­über kom­pli­zier­ten Erklärungsversuchen bevor­zugt: das nennt man der Publizistik-Wissenschaftler dann wohl die “Komplexitäts-Reduktions-Leistung” der Massenmedien.

Calli steht Rede und Antwort

Reiner Calmunds Kommentare in der Kocharena sind ein­fach nur legen­där. Aber der kürz­lich 60 gewor­dene Fußballexperte hat nicht nur ein gro­ßes Herz für gutes Essen, son­dern auch fürs Web — sein Twitter Account @Calmund ist — eine Rarität die­ser Tage — echt. Dort schreibt auch kein Personal Assistant, son­dern der Big Boss himself:

Kaum zu glau­ben, aber ein Leben ohne Internet ist auch für mich “alten Sack” inzwi­schen schwer vor­stell­bar. Ich bin zwar gerade 60 gewor­den, aber den­noch ein gro­ßer Verfechter des Internets, was ja nicht immer so ist in mei­ner Generation. Das Schlagwort Web 2.0 ist mir natür­lich seit der Gründung mei­ner Präsenz “Calli Island” in der vir­tu­el­len 3D-Welt Second Life, Anfang 2007, ein Begriff, und Youtube begeis­tert mich schon min­des­tens genauso lange. Oft sitze ich mit Freunden vor dem PC und amü­siere mich über die Parodien, die über mich im Netz ver­öf­fent­licht sind. Soziale Netzwerke erfah­ren einen enor­men Zuspruch, manch­mal wun­dert mich die Offenheit der Leute, aber im Prinzip han­dele ich ja genauso.

Das Zitat stammt aus einem aktu­el­len Interview, das Metty mit Reiner geführt hat — den Rest des Gesprächs gibt’s auf Twitter-Log nachzulesen.

Games do not Kill. Guns Do.

Tim K. ver­setzt ein Land in Schrecken. Obwohl Deutschland eines der strengs­ten –Gesetze hat, ent­flammt der Amoklauf in Winnenden erneut die Diskussion über die poten­ti­elle Gefährlichkeit von Computerspielen. Während unter Bloggern weit­ge­hende Einigkeit herrscht, dass kein noch so stren­ges Gesetz die vor solch unfass­ba­ren Einzelfällen schüt­zen kann, herr­schen in den Mainstream-Medien geteilte Ansichten — und die Kanäle begin­nen sich zu ver­mi­schen: so berich­tet medi­en­le­sen, dass Bild.de 150 Tweets mit allen Details des Amoklaufs über den Newsticker schickte. Von einer völ­lig ande­ren Seite geht der Beitrag am Graubrotblog das Thema an — mit sehr per­sön­li­chem Zugang. Die Schule, so der Autor, werde von vie­len Schülern als Terror und Unterdrückung erlebt, Mobbing stehe an der Tagesordnung. Solange Eltern ihre eige­nen Erlebnisse ver­drän­gen und nach ver­gleichs­weise ein­fa­chen Erklärungsmustern suchen, werde sich an der Situation nichts ändern — abso­lut lesens­wer­ter Beitrag!

Wer eben­falls der Meinung ist, dass nicht Computerspiele das Problem sind, dem emp­fehle ich die FlickR-Gruppe Games don’t Kill. Jana und Harald haben die Sache ins Rollen gebracht:

My stan­dard response to the argu­ment “Guns do not kill. People do.”: Yes, that’s right and that is true with any tech­no­logy. The a-bomb wouldn’t be fatal if it weren’t laun­ched. The big­gest tra­ge­dies have been cau­sed by humans. Homo homi­nem lupus est. The point to bring across here is: You have games, you have guns. The pos­ses­sion of which do you think is lethal? Schäuble thinks it’s games, and I say: Can we talk about gun pos­ses­sion instead? Please? Guns are the real problem.

Wie kann man mit­ma­chen? Bild anfer­ti­gen, zur FlickR-Gruppe hinzufügen!

fallgame

SEO-News der Woche

Laut Feedback muss die erste SEO-Campix ein vol­ler Erfolg gewe­sen sein — wenn’s 2010 eine Neuauflage geben sollte, werd ich mich wohl auch auf den Weg machen, in die­sem Jahr ging sich’s lei­der nicht aus. Ich würd die mir groß­teils nur vir­tu­ell bekann­ten übli­chen Verdächtigen ja gern mal Face-2-Face sehen.

LPO, Baby!

Der SEO Evangelist pre­digt Landing Page Optimization — dazu gibt’s einige lesens­werte Beiträge, die jeder SEO ver­in­ner­li­chen sollte — pri­vate Seiten sind eine Sache, aber der beste Traffic ist wert­los, wenn die Seite durch unklare Strukturierung Besucher ver­wirrt und Conversions ver­hin­dert. In der Tat eine Thema, das gerne im deut­schen Sprachraum nicht sel­ten durch den Analyse Rost fällt…

Google star­tet mit Behavioral Targetting

Es war in der Tat nur eine Frage der Zeit — jetzt macht Big G ernst mit per­so­na­li­sier­ter Werbung:

Bislang war es so, dass Google seine Werbung ledig­lich am Inhalt der Webseite bzw. des jewei­li­gen Onlineangebots aus­ge­rich­tet hat. Zukünftig wird durch Google ein­ge­blen­dete Werbung zudem auch an den Besucher einer Webseite ange­passt, an jeden ein­zel­nen und zwar rück­wir­kend. In der Praxis sieht das Ganze dann so aus, dass man in sei­nem Google-Profil Vorlieben für bestimmte Themen ange­ben bzw. bestimmte Themenbereiche aus­schlie­ßen kann, zum ande­ren aber mög­li­cher­weise inter­es­sante Themen auch von Google selbst eva­lu­iert und in Werbeeinblendungen ange­zeigt werden.

Inzwischen dürfte sich also eine hin­rei­chende Menge von Analytics-, Chrome– und sons­ti­gen Daten ange­sam­melt haben. SEO Handbuch ver­öf­fent­lichte einige inter­es­sante Über­le­gun­gen zu prak­ti­schen Problemen, die sich aus der­ar­ti­ger ange­pass­ter Werbung für User, aber auch Webmaster ergeben:

Durch diese inter­es­sen­be­zo­gene Werbung erge­ben sich — wie Google selbst geschrie­ben hat — ggf. Probleme mit den Datenschutzbestimmungen. Eine Vorformulierung bzw. ein Muster wie diese rechts­si­cher for­mu­liert wer­den kann, wird nicht ange­bo­ten (“Da Publisher-Websites und gesetz­li­che Vorschriften von Land zu Land unter­schied­lich sind, kön­nen wir lei­der keine bestimmte Formulierung für die Datenschutzbestimmungen vor­schla­gen”). Man ist also auf seine eigene Weisheit angewiesen.

Da bin ich doch direkt froh, dass ich AdSense nicht verwende…

Rückblicke auf die SEO-Campixx

Die Rückmeldungen zur SEO-Campixx fie­len durch­wegs posi­tiv aus — SEO-Radio.de gefiel vor allem der Networking-Aspekt. Ich war ja nicht vor Ort, dürfte aber eini­ges ver­säumt haben — zumin­dest legt mein Lieblingszitat dies nahe:

Am Abend ging es dann mit Bullriding und Party wei­ter, hier kann ich nicht viel zu sagen da ich ab dann auf­ge­hört habe mit­zu­schrei­ben. Zu essen gab es Breuler mit unter­schied­li­chen Salaten.

Eine Frage nur: was genau ist Breuler? Google spuck “männ­li­ches, gebra­te­nes Federvieh” aus. Sumaphil sprach den Veranstaltern eben­falls ein Kompliment aus:

Tolle Vorträge, tol­ler Event-Teil (hey, ich fand sogar die Crackhuren cool), tolle Organisation (Hut ab), schade nur, daß der eigent­li­che Barcamp-Teil nicht so inten­siv genutzt wurde.
Ich hoffe daß Marco trotz des vie­len Stresses es sich noch­mals über­legt, und es auch eine SEO-Campixx 2010 geben wird.

Den Podcast-Rückblick für audio­phile Informationsverarbeiter gibt’s bei Radio4SEO.

Video der Woche: Nostalgia

Von den Clubs auf den Computermonitor: das Genre “Wand-Videotapete” kommt nicht zuletzt dank Vimeo zu unge­ahn­ter Popularität: Tilt, Shift, Burn! Nostalgia von Edgar Maguyon:

Und das war’s auch schon wie­der mit dem aktu­el­len  — aber oder trotz­dem bleibt alles span­nend. Nächste Woche bin ich gleich zum Auftakt um Markting-Montalk auf Hans-Peters Couch zu Gast (es geht um das Thema Inhouse vs. Outhouse SEO/SMO), am Dienstag halte ich auf Einladung von Dieter bei HP einen . Außerdem gibt’s ab nächs­ter Woche wie­der fri­sche u-ton Sendungen — wir lesen uns morgen!

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