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Blogistan Panoptikum KW13 2009

29.03.2009, geschrieben von , 4 Kommentare

termi Blogistan Panoptikum KW13 2009Tim Berners-Lee beginnt zu for­schen, Play.fm beginnt Geld zu ver­die­nen, Webmaster begin­nen damit, Personensuchmaschinen aus­zu­sper­ren. Oh Hebdomada, oh mores! Tja, der Frühlingsbeginn stiehlt uns allen eben nicht nur auf grau­same Weise jene Woche Schlaf, die uns der Herbstbeginn so groß­zü­gig über­ließ — es wird auch auf magi­sche Weise plötz­lich frü­her hell und alle begin­nen sofort damit, anzu­fan­gen. Nur ich fühle mich ein momen­tan eher ent­spannt als in Laune — das könnte aber natür­lich auch am aus­klin­gen­den Sonntag lie­gen. Also las­sen Sie uns nicht län­ger zögern, kopf­über ins kalte Wasser des –Panoptikums zu springen!

Personensuchmaschinen aus­sper­ren

Die gute alte htaccess-Datei hält im Fall der Fälle nicht bloß den bra­ven Google-Bot von Verzeichnissen fern, die er nicht inde­xie­ren soll, son­dern wehrt auch unge­liebte Personensuchmaschinen ab. Korsti beschreibt, wie’s geht:

Klar, wer nicht will, dass die und die Daten im Internet zu fin­den sind, sollte sie auch nicht ver­öf­fent­li­chen. Trotzdem sind 123people, yasni & Co. läs­tig. Wenigstens über die eigene Website kann man ein wenig Kontrolle bekom­men, und von per­so­nen­be­zo­ge­nen Suchmaschinen kom­mende Besucher aus­sper­ren oder umleiten.

Korsti schickt die Bots übri­gens auf diese Seite — ich teile seine gro­ßen Ressentiments gegen­über Personensuchmaschinen nicht. Die mögen zwar läs­tig wir­ken, sind aber im Endeffekt nur ein wei­te­rer Spam-Katalog mit so vie­len Fehl-Zuordnungen, dass eh kein Mensch ernst nimmt, was da drin steht: sozu­sa­gen eine Art Google-Personensuche für Arme.

Tim bemerkt Forschungsnotwendigkeit

Tim Berners-Lee ist drauf­ge­kom­men, dass man das Web ganz schön kom­plex gewor­den ist und man end­lich damit begin­nen sollte, es im Rahmen einer dedi­zier­ten Disziplin erfor­schen sollte — die hat er gemein­sam mit Kollegen gegrün­det und Web Science genannt. Das ist der Futurezone einen groß­ar­ti­gen Beitrag mit unglaub­lich fun­dier­ten Background-Infos wert:

Das Web ist ein unglaub­lich kom­ple­xes Gebilde und im Prinzip sehr robust. Wenn die wich­tigs­ten Websites, auf die viele andere Sites ver­lin­ken, jedoch plötz­lich abge­schnit­ten wür­den, könnte es zusam­men­bre­chen oder zumin­dest nicht mehr rich­tig funk­tio­nie­ren. Es könnte aber auch von gesetz­li­chen Regulierungen, von wirt­schaft­li­chen Interessen oder ande­ren Entwicklungen frag­men­tiert und bedroht werden.

Wow — man stelle sich nur vor, China würde plötz­lich fil­tern. Oder Deutschland DSL-Nutzer bespit­zeln. Gut, dass Berners-Lee recht­zei­tig das Superhelden-Team zur Rettung geru­fen hat!

Play.fm wird wirtschaftlich

Barbara Wimmer aka Shroombab hat Play.fm Geschäftsführer Georg Hitzenberger zu den wei­te­ren Plänen nach dem Relaunch befragt und ein paar inter­es­sante Antworten zu Monetarisierungsideen nach Departure erhalten:

Mit neuen Ideen, einem star­ken Fokus auf Web-2.0-Anwendungen und einer stra­te­gi­schen Umsetzung der gesetz­ten Ziele will das Projekt den Sprung von einem nicht­kom­mer­zi­el­len Verein zu einem gewinn­brin­gen­den Unternehmen schaf­fen. Die Ende 2007 erlangte, rund 178.000 Euro umfas­sende Fördersumme der städ­ti­schen Wiener Kreativagentur depar­ture ist für das fünf­köp­fige Kernteam von Play.fm wich­tig. Das Geld macht rund 57 Prozent des auf zwei Jahre geplan­ten Gesamtbudgets aus. Spätestens mit Jahresende wird es auf­ge­braucht sein.

Play.fm will jeden­falls vom Wiener Nischen-Angebot zum Global Player wer­den — und ich sehe da recht rea­lis­ti­sche Chancen für den Metashop, den (Hobby)DJs geben im Gegensatz zum Mainstream-Publikum durch­aus Geld für ein­zelne Tracks aus:

Das neu ein­ge­führte Metashop-System bringt Nutzer, sofern sie sich für ein in einer Tracklist auf­schei­nen­des Musikstück inter­es­sie­ren, direkt zu einer Auswahl an Shops, die die­ses Stück in ihrem Online-Store als MP3 oder WAV-Audiofile anbie­ten — ohne . Derzeit sind Kooperationen mit vier Shops und Dienstleistern abge­schlos­sen: Discogs, SoulSeduction, DJTunes und Finetunes.

Attac kopiert die Zeit

Die-Zeit.net ist natür­lich gar nicht die echte Zeit, wie die echte Zeit einem ech­ten Zeit-Blog berich­tet. Aber was ist im Zeitalter der Bits und Bytes schon noch täu­schen echt?

Die glo­ba­li­sie­rungs­kri­ti­sche Organisation Attac hat eine täu­schend ähnli­che Kopie von ZEIT ONLINE und DIE ZEIT erstellt, um auf sich auf­merk­sam zu machen. An die­sem Wochenende will Attac 150.000 Exemplare der gefälsch­ten Wochenzeitung in deut­schen Städten ver­tei­len. Am Montag wird das Plagiat auch der Zeitung “taz” beiliegen.

Die echte Zeit bleibt dage­gen echt cool und lässt keine juris­ti­schen Schritte fol­gen. Was für jour­na­lis­ti­sche Grandezza, also echt!

Ruhig mal wen empfehlen

Mit Twibes geht ein recht neuer Twitter-Durchlauferhitzer an den Start, der User ermun­tert, Empfehlungen raus­zu­schi­cken. Mindesten zehn Fellow Tweepers gilt es aus­zu­wäh­len, aus den Gesamtdaten erstellt Twibes ein (nicht gecach­tes) Ranking. Mir per­sön­lich gefällt Mr. Tweet zwar bes­ser, aber ein wenig Follow-Love kann bekannt­lich nie schaden.

Zeit für den Frühjahrs-Blogputz!

Der ist zum Glück kür­zer und schmerz­lo­ser als das Real-World Äqui­va­lent, aber wer sein Blog nicht ohne­hin regel­mä­ßig sicher und updatet, sollte sich diese Tipps auf WordPreneur zu Herzen nehmen.

If you publish a blog, it’s a good time to do some basic blog spring clea­ning. Good thing is that it should be a lot easier (and a whole lot less fil­thier) than that annual top-to-bottom house clea­ning thing that many of us win­ter cli­mate sur­vi­vors have ritualized.

Ach ja: das Checking der Broken Links kann bei umfang­rei­chen Blogs ganz schön müh­sam werden…

SEO-News der Woche

Der SEO-Evangelist hat die nofollow-Sache ein für alle­mal geklärt (oder war da doch was mit der Wikipedia? :mrgreen:), SEO-United ver­lost 1 Karte für die SMX und im SEO-Handbuch wird über die Nützlichkeit von Tel-Domains spekuliert.

Baynado ruft an

Die aktu­elle Ausgabe von der SM.Show (es han­delt sich um die numi­nöse #13) finde ich inhalt­lich und musi­ka­lisch sehr gelun­gen — Moderator Baynado spricht in Webwelt — Dies und Das unter ande­rem über StudiVZ, die unbe­lieb­teste Web–, das SEO-Meter, Automagic und einige Themen mehr. Hat alles toll geklappt, nur mit den vor­mit­täg­li­chen Anrufen bei SEOs war’s uhr­zeit­tech­nisch etwas schwie­rig frog6 Blogistan Panoptikum KW13 2009 Unbedingt anhören!

Julia von G-Lock Software hat einen inter­es­san­ten Split-Test durch­ge­führt um her­aus­zu­fin­den, ob die Form eines Links in Newslettern (Tracking Link, ver­link­tes Keyword, kom­plette Domain) eine Auswirkung auf die Klickrate hat. Ihr Fazit fällt sehr ein­deu­tig aus:

The way you show the URLs in the email does mat­ter and has impact on the click-through rate. People are more wil­ling to click on clear and trust­wor­thy links. A gene­ric domain and a com­bi­na­tion of gene­ric cha­rac­ters are not the things that instill trust. They may be con­fu­sing for many people so they do not dare to click.

Video der Woche

Warum kom­men die Terminator-Killermaschinen aus der Zukunft eigent­lich immer nackt bei uns an? College Humor ging die­ser alles ent­schei­den­den Frage nach und stieß auf ver­blüf­fende Antworten [via LaugingSquid]:

Und damit geht diese Woche auch schon wie­der zu Ende — die Hoffnung, dass sich der Frühling von der Zeitumstellung doch noch erwei­chen lässt, bleibt uns. Und falls nicht, dann sind zumin­dest die Karibik-Webcams nur ein paar Klicks ent­fernt! Angenehmen Restsonntag, wir lesen uns morgen.

icon input Blogistan Panoptikum KW13 2009Haben Sie Vorschläge und Themen fürs daten­schmutz Wochenpanoptikum?
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Bisher haben meine Lieblingsleser 4 Kommentare zu "Blogistan Panoptikum KW13 2009" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Matti@Interface Addons Identicon Icon

    Also ganz so ein­fach abtun würde ich die Personensuchmaschinen nicht. Habe sel­ber schon mal eine böse Über­ra­schung mit denen erlebt und das obwohl ich mit mei­nem Namen eigent­lich keine Probleme haben dürfte im Web unterzutauchen…

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    Marcel Identicon Icon

    Jepp, vor allem benut­zen doch zu einem gro­ßen Teil “uner­fah­rene” oder “unwis­sende” Nutzer diese Suchmaschinen, die rich­tige und fal­sche Informationen auch nicht mehr tren­nen können.

    In mei­nen Augen ein­fach ganz gro­ßer Müll.

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 30. März 2009 um 11:33

    Meinte ich eh — Müll. Aber weil so mül­lig und spam­mig, selbst­dis­qua­li­fi­zie­rend und damit auch wie­der rela­tiv irrelevant.

    @Matti — Was für eine böse Überraschung?

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  • hobbit Identicon Icon

    :mrgreen: tja ja das inter­net ver­gißt eben­halt nichts :twis­ted:
    Auch die HR-Abteilungen sind schon auf den Geschmack gekom­men die Bewerber mal so zu durch­leuch­ten. Also nicht wun­dern wenn es mal nichts mit der Stelle wird. Also finde es gut wenn Personensuchmaschienen aus­ge­sperrt werden.

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