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Die E-Mail Disclaimer Anekdote

06.03.2009, geschrieben von , 7 Kommentare

birne Die E Mail Disclaimer AnekdoteSchon ein hal­bes Jahr alt, aber ver­dammt wit­zig: ein Telekommunikationsunternehmen musste auf­grund eines Disclaimers Verfahrenskosten tra­gen. Der Anwalt des Unternehmens hatte unter seine Botschaft fol­gen­den Signatur-Zusatz eingefügt:

Aus Rechts– und Sicherheitsgründen ist die in die­ser Mail gege­bene Information nicht rechts­ver­bind­lich. Eine rechts­ver­bind­li­che Bestätigung rei­chen wir Ihnen gerne auf Anforderung nach.

Konkret ging es bei dem Fall darum, dass der Kläger das betref­fende Unternehmen nach mehr­ma­li­ger uner­wünsch­ter Werbezusendung gericht­lich zur Herausgabe sei­ner Daten zwang, wie das Lawblog im August berichtete:

Die Auskunft gab der Anwalt des Unternehmens, und zwar per E-Mail. Der Streit drehte sich dann noch um die Kosten des Verfahrens. Die Beklagte stellte sich, kurz gefasst, auf den Standpunkt, sie habe die Auskunft ord­nungs­ge­mäß erteilt. Deshalb müsse der Kläger die Kosten tragen.

Interessanterweise ent­schied aber das Landesgericht Düsseldorf genau gegen­tei­lig, und zwar auf­grund des besag­ten Disclaimers — wenn der Beklagte selbst in sei­nem Schreiben aus­drück­lich auf die Nicht-Rechtsverbindlichkeit hin­weise, dann könne man auch davon aus­ge­hen, dass die betref­fen­den Daten tat­säch­lich kei­ner­lei rechts­ver­bind­li­chen Anspruch erfüllen!

Ich hab ja vor einer Weile schon mal über die Sinnlosigkeit von E-Mail Disclaimern geschrie­ben, aber dass sie der­art kon­tra­pro­duk­tiv sein könnte, habe ich dann doch nicht geahnt. Auf den Lawblog-Beitrag gesto­ßen bin ich durch einen Artikel der Webkrebse, deren Fazit lautet:

Ein schlech­tes Gewissen wegen E-Mails ohne ist also völ­lig überflüssig.

Keine ähnli­chen Beiträge.


Bisher haben meine Lieblingsleser 7 Kommentare zu "Die E-Mail Disclaimer Anekdote" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Georg Identicon Icon

    Ich halte ja auch nichts von die­sen Disclaimern. Voll-Schrott. Lustig ist, dass die meis­ten Disclaimer einer gewis­sen, mir nahe­ste­hen­den, Firma mit Anführungszeichen daher kom­men. Der Grund: Die Rechtsabteilung schickte den Text mit “” aus. Die Leute haben’s ein­fach so rein­ko­piert. Ohne zu Denken.
    Man müsste ein­mal errech­nen, wie viel unnö­ti­gen Datenverkehr das ver­ur­sacht. Kommt sicher an Spam heran :-)

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 7. März 2009 um 10:21

    Hehe… ich liebe ja Anführungszeichen als rela­ti­vie­ren­des Stilmittel ganz besonders! :mrgreen:

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    Horst Identicon Icon

    Genau, die Anführungszeichen kann man als Nicht-ernst-zu-Nehmendes ver­ste­hen — das hat dann auch vor Gericht keine Chance. :cool:

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  • Bad Karma[CORE] Identicon Icon

    Das ist mal dumm gelau­fen für den Anwalt, aber diese Disclaimer sind unnot­wen­dig wie ein Kropf. Ich weiss ned wie­viele von den Dingern ich auch in Memons in der Firma sehe, wo bei uns glaub ich jeder 3. irgend­wel­che mehr oder min­der belus­ti­gende Disclaimer an seine Mails fügt.

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  • Manuel Identicon Icon

    Wie geil. Da freu ich mich!

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  • Horst Identicon Icon

    Am bes­ten ist, die bauen das gleich in Ihre AGB ein — da freuen sich die Abmahnanwälte. :smile:

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 25. März 2009 um 14:51

    Ich schick Leuten, von denen ich einen beson­ders sinn­lo­sen Disclaimer bekomme, immer den Link zu die­sem Artikel :mrgreen:

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