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Social Marketing: Monitoring wird unterschätzt

23.03.2009, geschrieben von Ritchie Blogfried Pettauer, 8 Kommentare

Social Media MonitoringIch kann mich des Eindrucks nicht erweh­ren, dass viele Marketing-Profis, die mit ihren Strategien bis­her mehr oder weni­ger gut fuh­ren, diese eins zu eins aufs Web über­tra­gen möch­ten: aber weder Branding noch pure Präsenz füh­ren im zu einer mess­ba­ren Steigerung der Verkaufszahlen — der Schlüssel zum rich­ti­gen Start liegt im guten alten . Deshalb an die­ser Stelle ein paar montäglich-paradigmatische Gedanken über den Stellenwert der Web-Market-Intelligence, den schrump­fen­den Stellenwert pro­fes­sio­nel­ler Presse-Spiegel Ersteller und einen Paradigmen-Wechsel von der Delegation hin zur Nutzung inter­ner Unternehmensressourcen.

Das Thema “Informationsvorsprung” ist für PR-Profis nichts Neues: Vorstände, Politiker und andere über­durch­schnitt­lich wich­tige Proponenten des öffent­li­chen und wirt­schaft­li­chen Lebens wis­sen seit Jahrzehnten um die Wichtigkeit eines mög­lichst voll­stän­di­gen Pressespiegels bzw. Reports. Doch das Zeitalter, in dem Nachrichtenagenturen und pro­fes­sio­nelle Recherche-Dienstleister noch exklu­siv eine quasi-vollständige Zentralperspektive ein­neh­men konn­ten, ist längst vor­bei. Wir lesen täg­lich, dass das kol­la­bo­ra­tive Web aus Konsumenten längst Prosumer gemacht hat, dass jeder Teilnehmer an die­sem zum Micro-Medium wird. Und doch tut der Großteil der Entscheidungsträger in Werbung und Marketing das, was er schon immer getan hat. Er ordert bei sei­ner viel­leicht eine Facebook Page, womög­lich ein Twitter-Profil, viel­leicht sogar eine neue “inter­ak­tive” Homepage, damit man “das nicht versäumt”.

Die genann­ten Umsetzungen sind ja schön und gut, aber bis es so weit ist, fehlt noch ein ganz essen­ti­el­ler Schritt: näm­lich genau hin­zu­se­hen. Ebenso wie ein seriö­ser SEO-Anbieter eine neue Kundenbeziehung mit einer ein­ge­hen­den Analyse des Status Quo statt mit blind­wü­ti­gem Linkbuilding begin­nen wird, sollte der erste Schritt jeder nach­hal­ti­gen Social Media Präsenz im beste­hen. Ein Beispiel soll dies ver­deut­li­chen: Kein Händler mit auch nur einem Fünkchen Verstand würde sei­nen Stand pla­nen, bevor er ein paar­mal als wach­sa­mer (und gesprä­chi­ger) Einkäufer über den Markt geschlen­dert ist, erklärte mir ein erfah­re­ner Straßenhändler letz­ten Sommer in Ljubljana. Andras ver­si­cherte mir, dass er des­halb so gute Umsätze mache, weil er zuerst mit allen spre­che, selbst ein­kaufe und so erst ein Gefühl für die Besonderheiten des jewei­li­gen Warenumschlagplatzes bekäme. Der Abend in der wun­der­schö­nen Altstadt der slo­we­ni­schen Hauptstadt hat noch sehr lange gedau­ert, und ich habe viel mehr über Markt– gelernt als in allen ein­schlä­gi­gen Uni-Vorlesungen — Andras jeden­falls schwörte auf seine Erkundungsrundgänge.

Zugleich gilt aber auch, dass aus Agentursicht eine nicht beson­ders belieb­tes Produkt dar­stellt: einer­seits fehlt vie­len New Media Agenturen die Erfahrung mit die­sem Thema, und die weni­gen, die in die­sem Bereich kom­pe­tent sind, wis­sen, dass das prak­ti­scher­weise seine eige­nen –Tools gleich mit­lie­fert (Hans-Peter hat dazu kürz­lich einen sehr emp­feh­lens­wer­ten Beitrag ver­öf­fent­lich: 10 unver­zicht­bare Research Tools). Und wenn man dem Kunden ein­mal erklärt hat, wie’s funk­tio­niert, dann braucht der für diese Aufgabe gar keine mehr. (Zynische Key Accounter spre­chen von “Google’s Fluch”.) Das ist einer der Hauptgründe, warum sich nie­mals sinn­voll aus­la­gern lässt: - und Customer-Enabling wer­den zum Differenzierungskriterium — nur wer die rele­van­ten Informationen immer “at his fin­ger­tips” hat, ver­fügt über die essen­ti­elle Grundlage für rich­tige Entscheidungen und bekommt ein Gefühl für den . Und daher bin ich äußerst über­rascht, dass (noch) ver­gleichs­weise wenige Unternehmen bzw. Marketing-Verantwortliche einem effi­zi­en­ten Inhouse––Setup jenen Stellenwert zuwei­sen, den es eigent­lich haben sollte.

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Bisher haben meine Lieblingsleser 8 Kommentare zu "Social Marketing: Monitoring wird unterschätzt" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • ProMediaMax Identicon Icon

    :oops: wie wahr :???:
    Aus eige­ner Erfahrung kann ich nur sagen, dass wir mit meh­re­ren SEO Agenturen ein Pech gehabt haben, wie man es sich gar nicht vor­stel­len kann :evil: Unsere eigene Initiative hat uns mehr Traffic und Umsätze gebracht, als ein Profi aus einer Agentur.
    Ich kann wirk­lich nur den Tip geben, lasst die Finger von Agenturen die tau­sende von Euro kas­sie­ren und macht euch lie­ber selbst an die Arbeit — und ich weiß aus mei­ner Erfahrung, es ist wirk­lich nicht schwer.
    Liebe Grüße
    ProMediaMax

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    ritchie Identicon Icon

    Grundsätzlich völ­lig rich­tig, Inhouse hat da einige Vorteile. Ich mach mitt­ler­weile auch recht viel SEO-Coaching (find ich per­sön­lich auch wesent­lich spannender.)

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    Horst Identicon Icon

    Es soll ja sogar “Agenturen” geben, die schon für die “Beratung” allein — ohne dass über­haupt etwas getan wird — knapp 2500 Euro neh­men. Da ist der Kunde sein Geld los, längst bevor er weiß, was man über­haupt tun könnte.

    Das unter­schei­det sich — mei­ner Meinung nach — nur vom finan­zi­el­len Aufwand vom gemei­nen Spammer, der für sein Geld auch nicht viel leis­ten möchte.

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  • MMO-Joe Identicon Icon

    Sehr inter­es­san­ter Beitrag. Geb dir da voll­kom­men recht. Danke auch für den tol­len Link zu den 10 Research tools. :idea:

    joe

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  • Kris Identicon Icon

    Man muss das Rad halt immer wie­der neu erfin­den. Eine bequeme Lösung gibts halt nicht.

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    ritchie Identicon Icon

    Definitiv! Das ganze Eco-System ändert sich ja auch rasend schnell.

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  • hobbit Identicon Icon

    Danke für den schö­nen und gute Artikel, freue mich schon drauf mal die 10 Tools auszuprobieren.

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  • ritchie Identicon Icon

    monitorthis.com find ich auch sehr großartig!

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