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Blogistan Panoptikum KW17 2009

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oledwallWenn man nichts zu lachen hat, dann sollte man die Titanic zur Hand neh­men — die aktu­elle Ausgabe war­tet schon wie­der mit ein paar groß­ar­ti­gen Highlights auf: etwa Grill-Anzünderpapier mit Knitter-Look (man spart sich so das auf­wen­dige Zerknittern) und die wie immer legen­däre Rubrik “Humorkritik” mit einer Rezensionen der turk­me­ni­schen Realsatire “Ruhnama”, ver­fasst von einem ehe­ma­li­gen und wohl ziem­lich kor­rup­ten Staatsoberhaupt: “Der Turkmene bringt Turkmenistan Größe, denn erst ist Turkmene.” Bei solch beste­chend kla­ren Worten fühlt man sich schnell mal an den FPÖ-Wahlkampf erin­nert… und damit wären wir auch schon wie­der mit­ten im Thema die­ses blo­gis­ta­ni­schen Panoptikums.

Das A-Team ist wie­der ein Einsatz

Nein, lei­der wird die beste aller cheesy-Actionserien nicht fort­ge­setzt, Max hat bloß frap­pie­rende Ähnlich­keit ent­deckt. Denn die­ser Tage tauchte das Wahlplakat der für die Europawahlen auf, und in der Tat, der Captain und seine Männer sind wie­der im Einsatz:

Ten years ago / In 1972, a crack com­mando unit was sent to pri­son by a mili­tary court for a crime they didn’t com­mit. These men promptly escaped from a maxi­mum secu­rity stockade to the Los Angeles under­ground. Today, still wan­ted by the govern­ment, they sur­vive as sol­diers of for­tune. If you have a pro­blem, if no one else can help, and if you can find them, maybe you can hire… The A-Team.

Na das ist doch eine Latte sym­pa­thi­scher als der Kampfpathos der Grünen…

Tanz den Unternehmer-Boogie!

Microsoft lädt zum Entreprenuership Forum 2009 — Jungunternehmer mit Hang zu inno­va­ti­ven Business-Modellen am 7. Mai, wel­che Organisationen und Institutionen in Öster­reich Gründer unterstützen:

Ein hei­ßes Thema in der euro­päi­schen Diskussion sind Zukunftsthemen wie Gesundheit, Transport und Umwelt, deren Problemstellungen gelöst wer­den sol­len. Sie haben es in der Hand! JungunternehmerInnen mit hohem Potential sol­len ver­stärkt geför­dert wer­den, lokale Innovationscluster und Inkubationszonen ver­brei­tet wer­den. Das Interesse von Investoren wird erhöht.

Um 10:45 beginnt der Check-In, bis zur abschlie­ßen­den ste­hen diverse Vorträge und das Finale des MS-Innovation Awards am Programm. Austragungsort die­ses freund­schaft­li­chen Unternehmer-Derbys ist das Euro Plaza Conference Center (Am Europlatz 2, 1120 Wien) — die Teilnahme ist nur gra­tis, so wie ich Microsoft kenne, muss kein Teilnehmer ver­hun­gern :mrgreen: Registrierten kann man sich auf der offi­zi­el­len Homepage.

FlickR erkennt dein Antlitz

PolarRose hilft ab sofort FlickR’s Gesichtserkennungsleistung auf die Sprünge, wie die Blogpiloten berichten:

Bislang ist das Ganze noch etwas umständ­lich: PolarRose gleicht - und Flickr-Kontakte ab, fin­det auf Flickr Fotos der –Freunde und mar­kiert sie mit dem ent­spre­chen­den Namen auf Flickr. (Grund hier­für ist offen­bar ein Detail in den Nutzungsbedingungen der –Schnittstelle.) Wir kön­nen aber wohl davon aus­ge­hen, dass die Integration bei­der Dienste schon sehr bald run­der lau­fen wird.

Mit ande­ren Worten: die Doppelexistenz für die wüs­ten Partyfotos hat aus­ge­dient. Nicht aus­zu­den­ken, wie viele schein­bar anstän­dige Finanzkontrolleure in Zukunft ihren Job ver­lie­ren wer­den, wenn sich voll­au­to­ma­ti­siert raus­stellt, dass Herbert Himmelfreundpointner in sei­ner Freizeit als Rosanne die Stripperin unter­wegs ist!

Wie schreibt man per­fekte Twitter-Headlines?

Der Coypblogger setzt sich mit einer Frage aus­ein­an­der, die die­ser Tage wohl zahl­rei­che Gemüter beschäf­tigt: wie for­mu­liert man Tweet-Headlines so, dass mög­lichst viele Leser auf die Links kli­cken? Und kann man bei 140 Headlines über­haupt von einer Über­schrift spre­chen? Diesen Beitrag sollte sich kein Microblogger ent­ge­hen lassen:

But unlike the anony­mous free-for-all that is Digg, Twitter is a bit dif­fe­rent. Your fol­lo­wers may ret­weet based on a head­line alone, but only because they trust you. Your past per­for­mance and edi­to­rial judg­ment in selec­ting (and pro­du­cing) qua­lity con­tent is what leads to that trust.

Von 60 auf Null

Was macht man in Krisen– und Veränderungssituationen? Unter ande­rem Seth Godins Blog lesen. Und vor allem seine Ratschläge ernst nehmen:

Prediction: The effort requi­red to out­source a task invol­ving the mani­pu­la­tion of data of any kind will con­ti­nue to decrease until it will be fas­ter and chea­per to out­source just about anything than it will be to use in-house talent. What will you do today to ensure your pros­pe­rity when that happens?

#hel­gevs­da­ta­dirt: Der den Papierwolf pflanzt

Zur Erklärung: the feud is on! Bis zum ers­ten Videobeitrag auf 4SAT wird’s noch ein Weilchen dau­ern, aber via Twitter befet­zen die­ser selbst­er­nannte Usability-Experte uns schon ein paar Tage. Der Mann hat ein­fach keine Ahnung vom Social Web, und weil das nicht nur ein­mal, son­dern öfter gesagt wer­den muss, gibt’s ab sofort (ab und an) diese neue Rubrik im .

Herr Helge, ich muss Ihnen ent­schie­den wider­spre­chen: Herr Armin Wolf ist zwar mit Frau Euke Frank ver­hei­ra­tet, und sol­che Medienprofi-Lebenspartnerschaften bie­ten zwar zwei­fel­los jede Menge Anlässe, um beim Re-Tweeten das zwi­schen­mensch­li­che mit dem Nützlichen zu ver­bin­den, denn in der ZIB kann man schlecht eine Frauenzeitschrift in die Kamera hal­ten. Aber mit E-Media haben Sie ja nun end­lich das pas­sende Papiermedium zur Verbreitung ihrer kolum­nis­ti­schen Halbwahrheiten gefun­den, daher ver­stehe ich durch­aus ihre Freude. Ich habe übri­gens bei die­ser Zeitschrift schon gekün­digt, als Sie noch nicht mal wuss­ten, was ein Weblog ist. Aber zurück zum “Armin, der mit dem Wolf twit­tert”, wie sie in ziel­grup­pen­ge­rech­ter Blumensprache so schön for­mu­lier­ten. Der mache alles rich­tig, weil er auf Augenhöhe twit­tere — ja wo denn sonst? Schreiben Sie ihre Microblogging-Einträge viel­leicht mit den Füßen? (Das war jetzt eine rhe­to­ri­sche Frage.) Sie “alter Twitterer” beob­ach­ten ja bekannt­lich “denn aktu­el­len Medienrummel samt Promi-Twitterern natür­lich skep­tisch”, aber auch nur des­halb, weil Sie sel­ber gern einer wären. Aber nun — grau­sa­mes Schicksal — erken­nen müs­sen, dass selbst ein exzel­len­tes Geek-Network nicht gegen ein paar Minuten Airtime pro Tag ankomme. Ich emp­fehle Ihnen: suchen Sie sich eine hüb­sche junge Dame für Ihr Avatar-Bild, Ihre mick­rige Followerschar wär ja sogar mei­nem RSS-Feed peinlich!

SEO-News der Woche

Die Internetkapitäne prä­sen­tie­ren ihren ers­ten (und imho ziem­lich gelun­ge­nen) SEO-Comic mit dem Titel “Neulich in der Agentur”, Prometeo lei­det unter dem schö­nen Wetter und corp:nu erzählt vom Verkauf der SEO.info Domain — angeb­lich um 17.000 Euro. Weiß der Geier, warum jemand soviel Kohle aus­gibt, um die Seite dann bei Sedo zu listen…

So kommt man zu den “bösen” Link

Lasset und nie­mals ver­ges­sen: es sind nicht Webmaster, die für Penalties sor­gen, son­dern böse Links. Satanische Webverweise, beseelt von ungu­tem Blackhat-Geist. Wer schnell mal eine Google-Bombe zün­den will oder sich gene­rell von der dunk­len Seite der Ohnmacht ange­zo­gen fühlt, fin­det beim Bösen SEO eine kleine Schritt-für-Schritt Anleitung, die sich vor allem durch Links zu eini­gen rela­tiv exo­ti­schen Spammer-Tools aus­zeich­net. Da lob ich mir doch den Fast Blogfinder — denn auto­ma­ti­sierte Massen-Linkabwürfe brin­gen schon längst keine Webseite mehr nach vorne. Trotzdem wür­den mich Praxis-Erfahrungen mit Xrumer inter­es­sie­ren… Meinungen?

Ähnlich wie bei den Blogs gibt es auch Software für Foren. Xrumor ist wohl die bekann­teste. Diese ver­dammt intel­li­gente Software hat sogar einen ver­dammt guten Captcha Breaker inte­griert und schafft es sich in fast jeder Forum Software auto­ma­ti­siert zu regis­trie­ren und Postings abzu­set­zen. Das Tool stammt aus einer rus­si­schen Softwareschmiede und kos­tet in der aktu­el­len Version knapp 520 Dollar.

Alte Geschichten aufwärmen

Mit Blogpostings ist es wie bei den Proponenten von Rattenrennen: man­che lau­fen bes­ser, andere schlech­ter. Problogger aka Darren Rowse emp­fiehlt, die Top-Kandidaten aus der Backlist-Hitparade ab und ein wenig abzu­stau­ben und aufzupolieren:

No mat­ter how hard we work on our blog­ging there are always things in the posts that we’ve pre­viously writ­ten that can be impro­ved upon. There are also posts in most of our archi­ves that have sim­ply under per­for­med for some rea­son or another.

Der Beitrag ist übri­gens ein Teil von Darrens Serie “31 Days to build a bet­ter blog challenge” — da mal rein­zu­schauen ist gene­rell eine gute Idee.

Im Gespräch mit Heiner

Heiner Hemken von SEO-united.de stand im aktu­el­len SelbständigImNetz-Interview Peer Wandiger Rede und Antwort. Es geht um Google, Datensammelwut und die Zukunft im all­ge­mei­nen und spe­zi­el­len. Sehr lesens­wert — und Peers Fazit kann ich nach reich­li­cher Praxiserfahrung nur zustimmen:

Es ist also gar nicht zu ver­hin­dern, dass viele Daten über uns zusam­men getra­gen wer­den. Allerdings hängt auch viel davon ab, wie viele Daten man von sich sel­ber preis­ge­ben möchte. Dieselben Leute, die sich über die Datensammelwut von Google beschwe­ren, geben bereit­wil­lig ihr gan­zes Leben auf Facebook und Co. preis.

Videos der Woche: keine Glühbirnen mehr

Schokolade-Birnenkuchen wird hof­fent­lich wei­ter­hin erhält­lich sein, Glühbirnen dage­gen will die EU in den nächs­ten Jahren rest­los aus ihren Sockeln schrau­ben. Energiesparlampen sind mit ihrer lan­gen Aufheizdauer auch nicht gerade das Gelbe vom Kronleuchter, also sind neue Beleuchtungskonzepte gefragt. Die OLED-Wall von Philips hätte ich gern in mei­nem Wohnzimmer… und der OLED Chandelier könnte tat­säch­lich bald im Shop ste­hen (via Engadget):

YouTube Preview Image

Video der Woche: da capo

Last Minute Addendum: Heute gibt’s noch ein Video der Woche, in letz­ter Sekunde vor­bei­ge­schickt von Linzerschnitte — Phlow hat der Clip offen­sicht­lich auch gefallen:

From the award-winning docu­men­tary, “Playing For Change: Peace Through Music”, comes the first of many “songs around the world” being released inde­pen­dently. Featured is a cover of the Ben E. King clas­sic by musi­ci­ans around the world adding their part to the song as it tra­ve­led the globe.

Und das war’s auch schon wie­der mit den letz­ten sie­ben Tagen im Schnelldurchlauf — nächste Woche steppt der Bär dann rund um den Maibaum und frisst jeden, der sich mit einer Säge nähert. In die­sem Sinne: guten Appetit und schö­nen Restsonntag, wir lesen uns morgen!

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5 comments
Matti@Interface Addons
Matti@Interface Addons

Ein Spam Tool zu benutzen ist ja eine Sache aber dafür auch noch Geld auszugeben ist schon selten dämlich. Man weiß nie wie lange die Tools funktionieren und das Geld könnte man auch in ganz legale Werbung investieren. Würde nie auch nur einen Cent für so ein Tool ausgeben...

ritchie
ritchie

Das mit der Funktionsdauer ist wirklich oft ein Problem... aber wenn die Dinger nicht allzu teuer sind, dann investier ich schon allein aus "Forschungsinteresse" ganz gern ein paar Dollars :mrgreen:

Matti@Interface Addons
Matti@Interface Addons

Na Du traust dich ja was indem du das zugibst. ;) Wundert micht daß hier nicht schon 20 Kommentare drin stehen die gegen die bösen Spammer herziehen...

ritchie
ritchie

20? Wo? :mrgreen: Gerade von der bösen Konkurrenz kann man was lernen, also schau ich mir die Tools natürlich an. Heißt ja nicht notwendigerweise, dass ich sie auch im Produktivbetrieb einsetze... aber der Micro Niche Finder z.B. (gibt's nicht mehr) hat mir besser als jedes Tutorial beigebracht, wie man AdWords Kampagnen billig und effizient baut. Wer nix dazulernen will, ist eben selber schuld.

Harald Dvorak
Harald Dvorak

#helgevsdatadirt: Wer nicht auf Augenhöhe twittert, der muss wohl ein Fußnotentwitterer sein ;)