Am Freitag war ich mit Judith in der ATV-Küche mixend und fil­mend tätig — die ers­ten Rohaufnahmen für unsere Cocktail-Serie, eine Koproduktion von ATV, daten­schmutz und cocktail-blog.com, sind Kasten. Oder bes­ser gesagt auf Solid State… watch out for Daiquiri Madness, dem­nächst mehr dazu. Ansonsten habe ich in der ver­gan­ge­nen Woche wie­der mal, wie Pete zu sagen pflegt, “viel gelacht, viel geweint, viel gelernt”. Trotz aller Social Media Schnickschnackerein kön­nen auch Diskussionen auf den guten alten Mailingliste ganz schön hit­zig wer­den. Und wie auf Twitter kann man Personen unfol­lo­wen, aller­dings nur allen auf ein­mal (“Bitte nehmt mich von der Liste! Diese Spamflut! Mami, ich muss Bäuerchen machen.”) oder sie sogar blo­cken (if sen­der = daten­schmutz -> move to trash). Tja, “new media con­tains old media” — da hätte Mac schon recht.

dekla­rie­ren sich

Ich bin Vorwählerin, weil ich an Märchen und Heilsversprechungen glaube
Ich bin Vorwählerin, weil ich die lin­ken Fundis bei den Grünen los­wer­den möchte
Ich bin Vorwähler, weil ich den gan­zen Tag vorm Internet sitze und keine Freunde habe
Ich bin Vorwähler, weil ich von der ÖVP dafür bezahlt werde

Diese und ähnli­che Sprüche wur­den inner­halb eines ver­däch­tig kur­zen Zeitraums in Max’ Bannergenerator ein­ge­tippt. Mit dem kann man per­so­na­li­sierte Banner erstel­len, um Support für die Aktion Grüne Vorwahlen kund­zu­tun. Die ganze Sache hat eine län­gere Vorgeschichte: im Gegensatz zu allen ande­ren Parteien erlau­ben die Grünen “Unterstützern” bei der Erstellung der Kandidatenlisten mit­zu­stim­men, ohne aber Parteimitglied zu sein. Helge und einige wei­tere unzu­frie­dene potentiell-Grün-Wähler nutz­ten die­sen Passus auf smarte Weise aus und rie­fen besagte Vorwahlen ins Leben, mehr zu die­sem Stück par­ti­zi­pa­tive Demokratie gibt’s bei Helge nach­zu­le­sen. Und jetzt kommt der Hammer: die oben­ste­hen­den Banner haben sich die Grünen, die mitt­ler­weile wohl ebenso viel Angst vorm Internet zu haben schei­nen wie der ORF Programmdirektor, selbst gebas­telt! Ich sag nur: a) Eisenhintern. b) Don’t mess with Karli’s toys! :mrgreen:

3 Worte für König Content

Clear — Concise — Compelling. Das emp­fiehlt zumin­dest der Copyblogger:

Writing for the web is a mini­ma­list affair. Your words, sen­ten­ces and para­graphs are short. Precise. Lean. Tight. Web wri­t­ing tra­des in shee­ring off use­l­ess words. Cutting flabby para­graphs…
Even shed­ding ent­ire pages.
Think that’s harsh? Jakob Nielson recom­mends you cut up to half of the words for every print page you plan to put on the web.

Ich bin ja kein gro­ßer Nielsen-Fan — aber die grau­same Wahrheit ist: man muss den per­sön­li­chen fin­den. Ich zum Beispiel schreib nicht immer nur für meine Leser (par­don), son­dern auch für mich, weil ich gerne mit Sprache rum­spiele. Das macht man­che Sätze kom­pli­zier­ter und miss­ver­ständ­li­cher als nötig… aber wenn ich kei­nen Spaß am Schreiben hätte, dann gäb’s die­ses Blog über­haupt nicht. Insofern muss man, da Schreiben nun mal eine der Haupttätigkeiten jedes Bloggers ist (wenn auch bei wei­tem nicht die ein­zige), einen per­sön­li­chen Mittelweg fin­den. Und ganz ehr­lich: wenn sich alle an clear-concise-compelling hiel­ten, dann wären einige mei­ner Lieblingsblogs mit einem Schlag nur mehr halb so lesens­wert. Wie sehen Sie das?

Scoopler sucht in

Während sich alt­ge­diente SEOs über die mitt­ler­weile doch schon recht raschen Index-Update-Zeiten von Google freuen, wächst und gedeiht der­wei­len anderswo die Echtzeit-Suche — Scoopler etwa ver­wirft die Idee eines star­ren Index völ­lig und prä­sen­tiert aktu­elle Ergebnisse aus meh­re­ren Quellen als Live-Stream:

Scoopler is index­ing live streams from Twitter (Twitter reviews), Digg (Digg reviews), Delicious (Delicious reviews), Flickr (Flickr reviews) and Identica in real-time, and not only that; it’s also index­ing links, videos and pho­tos from these data sour­ces, which is simi­lar to what Twitter has been plan­ning to do. As a result, Scoopler doesn’t feel so much as a search engine, more like a news site with a con­stant stream of live updates in the middle (pau­sed when you mou­se­over, a nice touch), list of hot topics on the left, and most popu­lar results on the right.

Details zum neuen Suchservice kennt Mashable — Reviewer Stan Schroeder freut sich einer­seits über die ele­gant auf­be­rei­te­ten Ergebnisse und die inte­grierte Relevanzwertung, hält diese jedoch für ver­bes­se­rungs­wür­dig: im Fall von Twitter etwa berück­sich­tigt Scoopler nur den nack­ten retweet-Rank, lässt sich also mit ande­ren Worten sehr leicht manipulieren.

5x Twitterforschung

Mashable hat eine Reihe von Statistik-Tools für Twitter zusam­men­ge­tra­gen und spricht rela­tiv hoch­tra­bend von “Research Tools”:

Fortunately, there are several tools out there that can help ana­lyze Twitter data, under­stand user beha­vior, and graph it for ana­ly­sis and pre­sen­ting to others. Today, we’ve picked out five great tools to get you started.

Die meis­ten kennt man als 140-Zeichen-Junkie ohne­hin schon, aber zumin­dest die hüb­schen Xefer Charts waren neue für mich.

Zeit mana­gen wie ein Profi

Wir arbei­ten an der gro­ßen Zerstreuungs– und Ablenkungsmaschine Computer, was so man­ches Problemchen mit sich bring. Lifehack hat vier Tipps für außer­ge­wöhn­lich gestresste Mitarbeiter. E-Mails nur zu bestimm­ten Zeitpunkten che­cken und so — Prokrastinierer soll­ten mitt­ler­weile ohne­hin wis­sen, dass sämt­li­che Alert-Pop-Ups ihre natür­li­chen Feinde sind, die es zu deak­ti­vie­ren gilt. Hilariös fand ich aller­dings die­sen Satz:

In times past, when trai­ning bud­gets were some­what nor­mal the solu­tion was easy. Sign up for a class in New Jersey, make sure that the boss is invol­ved in the plan­ning, offer a one page post-course “sum­mary,” and email a thank-you for the life-changing opportunity.

Tja… vom Angestellten 2.0 wird eben erwar­tet, dass er sich selbst fort­bil­det. Da kann man sich doch auch gleich selb­stän­dig machen!

SEO News der Woche

Bottom Feeder kön­nen sogar bei Xing ein paar Backlinks abgrei­fen (als ich dort noch ein Profil hatte, war die About-Seite quasi ein voll­ge­stopf­tes Kontext-Link-Directory). Mehr als PR1-2 wird’s zwar nicht, aber einem Free-Account schaut man bekannt­lich nur dann ins Maul, wenn mal das Kind im Brunnen liegt. Oder so. Yannick hat da sicher­lich andere Tricks an Lager — er star­tet gerade mit sei­ner neu­ge­grün­de­ten Agentur durch — Gratulation und guten Start! Ich sag ja nur: David gegen Goliath!

Nicht nur Käse schimmelt

Was tun mit expi­red con­tent? Rand Fishkin emp­fiehlt die von den Seonauten auf deutsch erklärte “Hybridmethode”:

Der schlech­teste Weg ist, die Seite ein­fach zu ent­fer­nen. Die Suchanfrage gibt ein 404 aus und aus ist die Maus. Zumindest wenn du die 404 im Standard behältst.
Der zweit-schlechteste Weg ist die Seite so zu las­sen wie sie ist. Sicherlich wer­den noch ein paar Leute nach dem alten Zeug suchen, aber macht das einen Sinn ?
Besser ist es die Seite gänz­lich zu redi­rec­ten per 301 und damit dau­er­haft umzu­lei­ten auf eine Seite, die am bes­ten the­men­re­le­vant ist zu dem alten Thema. Beispiel : iPhone zu IPhone 3G oder ähnli­ches
Was nach mei­ner Meinung aber eine noch bes­sere Methode sein kann (auch wenn sie nicht immer passt) ist die Teil-Trust-Übergabe an eine neue URL durch Verlinkung mit pas­sen­den Anchor Texten oder der Teil-Trust Über­trag an eine URL einer neuen Domain.

Sei kein Domainer

Oder sei einer, aber dann bitte rich­tig — im Matthias Süß erklärt dem Netten SEO im Interview näm­lich die Unterschiede zwi­schen URL-Händlern und URL-Optimierern:

Aus der Sicht eines Suchmaschinenoptimierers inter­es­sie­ren mit an einer Domain andere Faktoren als einem Domainer. Einem Domainer sind die ein­ge­hen­den Links bei­spiels­weise völ­lig egal, da sind der Domainnamen und die Top Level Domain viel wich­ti­ger. Bindestrichdomains würde eine Domainer i.d.R. nie anfas­sen. Und dann gibt es noch die Projektentwickler, die wie­derum andere Ansichten mitbringen.

Der Focus rankt

Auf Suchmaschinentricks.de gibt’s eine inter­es­sante Statistik zu bewun­dern — und zwar die nume­ri­sche Beantwortung der Frage, wer in Google am häu­figs­ten (also mit den meis­ten popu­lä­ren Keywords) auf Platz 1 steht:

Um diese Frage zu beant­wor­ten, habe ich einen klei­nen Blick in meine Datenbank gewor­fen und mir die Websites her­aus­ge­fischt, die die meis­ten Top-Platzierungen in Google errei­chen. Als Suchbegriffe habe ich die zehn­tau­send häu­figs­ten Suchanfragen der letz­ten Jahre (Quelle: meine Keyword-Datenbank) zugrunde gelegt. Diese Liste geht von Google bis Planetarium und sollte den “Short Head” der deut­schen Suchanfragen umfassen.

Die Zahlen gel­ten für Deutschland, wenig über­ra­schend lan­dete die Wikipedia auf Platz eins und zwei (de und en), Bronze geht am Amazon. Chip und Focus sind mit Platz 5 respek­tive 9 auch sehr gut ver­tre­ten — die kom­plette Top-100-Liste gibt’s als Excel-Download.

Video der Woche

Das Video der Woche ist in die­ser Woche kein Video, nicht mal im wei­te­ren Sinn — son­dern ein Panorama, sogar ein unend­li­ches. Und defi­ni­tiv eines mei­ner kon­tem­po­rä­ren 10 Lieblingskunstwerke:

Das Unendliche Panorama ist eine Endloszeichnung der Filmemacherin und Autorin Andrea Maria Dusl. Es erscheint seit Herbst 2008 — in kon­ti­nu­ier­li­che wöchent­li­che Folgen unter­teilt — in der Wiener Stadtzeitung Falter. Das Unendliche Panorama ist die kolo­rierte Fassung jenes legen­dä­ren Projekts, das Dusl zwi­schen 1985 und 1995 im legen­dä­ren öster­rei­chi­schen Diskurs-Organ FORVM publizierte.

Man kann also auf lega­len und dubio­sen Wegen ver­su­chen, sämt­li­che Falter-Ausgaben seit Herbst 2008 zu ergat­tern und sich anschlie­ßend mit einer Schachtel Buntstifte unver­zagt an die Arbeit machen. Oder man nutzt ein­fach den Webbrowser der Wahl und geht nach http://bureau.comandantina.com/panorama/ (Embedding spielt’s lei­der nicht). Und das beste dran: man setzt das Panorama via onMou­se­Over in Bewegung, und es läuft und läuft — also irgend­wie doch quasi ein Video. Den Link hab ich übri­gens gerade frisch von @Matthias_Cremer bekom­men, bes­ten Dank dafür!

Und zum Drüberstreuen gibt’s noch das neue Oeuvre der Fibro Twins (das sind die Jungs, die auch für das Skatevideo “Fire Pit Hunt” von letz­ter Woche ver­ant­wort­lich zeich­nen — imho sehr gelun­gene Bild-Text-Collage mit Effekten satt:

Und das war sie auch schon wie­der, die Rückschau auf die ver­gan­ge­nen sie­ben Tag. Nächste Woche wird’s hier give-away tech­nisch wie­der äußerst span­nend, denn dank Susanne Holzer ver­lose ich ein Ticket für die mes­hed #1 Konferenz am 28./29. Mai in Linz im Wert von €680,-. Und weil das bis­her der teu­erste Preis ist, den ich je auf daten­schmutz ver­schenkt habe, müs­sen sich alle, die gewin­nen wol­len, auch rich­tig anstren­gen :mrgreen: Ich werde ab Montag für drei Tage lang ein Twitter-Quiz star­ten, und wer die meis­ten Fragen rich­tig beant­wor­tet, hat freien Eintritt bei die­ser span­nen­den Online-Marketing Konferenz — ich werde übri­gens auf vor Ort sein und Ende Mai live berich­ten. Nähere Details zur Verlosung gibt’s ab Montag. Ich wün­sche einen schö­nen Sonntagabend, wir lesen uns morgen.

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