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Blogistan Panoptikum KW20 2009

17.05.2009, geschrieben von Ritchie Blogfried Pettauer, 9 Kommentare

An die­sem Wochenende durfte ich mei­nen 10.000sten Twitterfollower (respek­tive mein 10kste Followeress) begrü­ßen — aller­dings hat mir die Vorstellung von Simon Leungs neuem Follower-Kettenscript gleich mal 700 neue Tweeping Friends auf einen Schlag gebracht — ich war zuerst äußerst skep­tisch, aber die Idee ist in der Tat schwer genial: Einfach zum Ende der Seite scrol­len, das Formular aus­fül­len und auf “Tweet Now” kli­cken. Account-Daten wer­den keine gespei­chert, aber jeder User erhält eine per­sön­li­che Landingpage, und sel­bige ein wenig zu pro­mo­ten, kann nicht scha­den. Mehr muss man nicht machen, außer natür­lich gege­be­nen­falls vor­her Auto-Follow auf Tweetlater auf “Vet ” umstel­len… denn wer schnell auf den Zug auf­springt, kann ordent­lich pro­fi­tie­ren, aber in einem Monat funk­tio­niert die­ses “Twitter Ponzi Scheme” nicht mehr… die ers­ten, die’s benutzt habe, nennt man dann spä­ter Twittergurus und fragt sich, warum sie so viele bekom­men haben. Und weil ich zum Thema Follower-Aufbau auf Twitter der­zeit meh­rere Anfraqen pro Tag bekomme, gibt’s Anfang nächs­ter Woche ein klei­nes Special zum Thema Re-Follow Services und Co. Und nun zu mei­nen übri­gen Highlights aus den ver­gan­ge­nen sie­ben Tag:

Nicht nur twee­ten, auch bloggen

Es gibt ver­mut­lich noch mehr gute Gründe, warum man sich kei­nes­falls ganz auf Twitter stür­zen sollte — Future Buzz hat 19 beson­ders stich­hal­tige zusam­men­ge­tra­gen. Denn wer ernst­haft eine län­ger­fris­tige Netz-Präsenz plant, kommt nun mal an einem eige­nen Hub (und nur über den hat man die volle Kontrolle) nicht herum. Tag: Volle Zustimmung!

These are all just tools to share con­tent and ideas, no more, no less. You need a cohe­sive stra­tegy for all of them to drive con­ver­si­ons in one spot. A blog is the per­fect place for that if you want focu­sed atten­tion and to build an inte­res­ted com­mu­nity. What if any one net­work you don’t con­trol falls out of favor or chan­ges the rules? At the end of the day, self-hosted blog owners con­trol the ver­ti­cal and the hori­zon­tal, whe­reas on Twitter or any exter­nal net­work you’re at the whim of someone else.

Wann ist ein Desktop sozial?

Keine Panik, ich fange jetzt nicht mit Nachhaltigkeit und CO2-Fußabdrücken an — Anlass für diese Über­schrift ist viel­mehr eine äußerst lesens­werte Review ver­schie­de­ner Social Desktop Clients auf Guruvan — denn wie über­durch­schnitt­lich gut infor­mierte Nerds längst wis­sen, sind/waren Twitter-Clients bloß die Spitze des Eisbergs, und die kurze Ära der Widgets scheint vor­bei, denn das Web 2.0 erobert immer mehr Platz am Desktop: kein Wunder, denn schließ­lich unter­stüt­zen die neuen Client-Generationen nicht nur meh­rere Networks, son­dern sogar mul­ti­ple User auf eben­die­sen. Besonders avan­ciert und fle­xi­bel wahl­weise als Browser– oder lokale Adobe-Air-Applikation nutz­bar scheint PeopleBrowsr:

The num­ber of net­works I can access is unpar­al­leled. Not only does it have access to all that Sobees does, but Digg, , Myspace, identi.ca, Photobucket, and Plaxo too! And Peoplebrowsr has its own net­work, that allows you to share groups and view someone’s ent­ire known social graph. You can publi­cly tag people. PeopleBrowsr sup­ports mul­ti­ple user accounts (simul­ta­neously) on several net­works, and has search and geo-location fea­tures I’ve only just begun to explore. And if this is all too com­pli­ca­ted for you get wrap your brain around at first you can use PeopleBrowsr in “Lite” mode, and just have one of the top Twitter cli­ents. The search func­tio­na­lity and groups make PeopleBrowsr Lite even more power­ful than Tweetdeck.

What goes around comes around

Wie man in den Wald hin­ein­ruft, so schallt es her­aus,” lau­tet das deutsch­spra­chige Äqui­va­lent die­ses Spruchs, oder in der christ­li­chen Negationsform: “Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch kei­nem andern zu.” Simpel eigent­lich, aber erzäh­len Sie das mal einem General, der gerade mit sei­nen neuen Waffen spie­len darf. Ich finde, dass Big Ant International den “Gold Pencil for ” für ihre aktu­elle Anti-Kriegs-Kampagne in der Kategorie “Public Service Poster” gewon­nen haben. Auf The Inspiration Room sind alle Sujets online: die Plakate im extre­men Breitformat ent­fal­ten ihre Botschaft erst, wenn sie um eine runde Säule geschlun­gen wer­den und sich die Katze sozu­sa­gen in den Schwanz beißt — schauen Sie sich das an!

Wer ver­dient wie viel an einer Milliarde ver­kauf­ter iPhone-Applikationen?

Der Applikationsmarkt für Handys gilt immer noch als Hoffnungsträger einer gan­zen Branche — und vor weni­gen Tagen gab Apple die Installation der ein­mil­li­ards­ten iPhone Applikation bekannt. Klingt beein­dru­ckend, oder? Aber Stan Schroeder hat für TechCrunch den Entmystifizierungs-Rechenstift aus­ge­packt und kommt zu einem ver­gleichs­weise ernüch­tern­den Ergebnis in punkto Gewinn für Apple

Anywhere bet­ween $20 and $45 mil­lion; when you count in LSVP’s appro­xi­ma­tion that the ratio of free to paid apps, is some­where bet­ween 1:15 and 1:40, and O’Reilly’s esti­mate that the mean price for paid apps is $2.65. Multiply these num­bers and you get reve­nue of $70-$160 mil­lion; Apple’s 30%, which is how much they get from each sold app­li­ca­tion puts their chunk of the cake at $20 – 45 million.

Der Autor kommt zu den Schluss, dass Apple eben doch immer noch pri­mär eine Hardware-Company sei, der Applikationsmarkt aber einen wich­ti­ger Treiber für den Absatz der Geräte dar­stelle. Also wie­der mal das alte Spiel der der Umwegrentabilität… irgend­wie will die Aufmerksamkeitsökonomie auf brei­ter Basis nicht so rich­tig in die Gänge kom­men, zumin­dest wenn man genauer hinschaut…

Twitter um etwa 1935 herum

Charlie Grover hat einen Beitrag aus “Modern Mechanix” ein­ge­scannt, der im August 1935 erschien. Leider sind alle Rechte am Bild reser­viert — ich find’s ja mehr als skur­ril, dass man sich traut, ein Copyright-Zeichen unter einen Scan aus einer Zeitschrift zu set­zen, aber wie auch immer: Twitter robot from 1935 muss man gese­hen haben! [via @dudeman718]

Der Personensuchmaschine Herr werden

Über Aim.at bin ich auf einen inter­es­san­ten Artikel der ARGEn Datenschützer gesto­ßen. Wer sich von 123people, Yassni und Co. aufs reputations-technische Glatteis geführt sieht, fin­det hier eine Standard-Unterlassungserklärung, die bei wei­ter Verbreitung das Business-Modell der Personensucher gefähr­den könnte. Die klingt unge­fähr so:

Ich habe fest­ge­stellt, dass Sie mei­nen Namen ….. dazu ver­wen­den, auf ihrer Webseite zu mei­ner Person zutref­fende und nicht zutref­fende Informationen zusam­men zu stel­len. Diese Zusammenstellung teil­weise rich­ti­ger, teil­weise feh­ler­haf­ter Informationen ist gesetz­lich nicht vor­ge­schrie­ben. Ich sehe meine Persönlichkeitsrechte und meine Kreditwürdigkeit dadurch beein­träch­tigt. Sie wer­den daher auf­ge­for­dert, ab sofort keine der­ar­ti­gen Zusammenstellungen mehr durch­zu­füh­ren, zu ver­brei­ten, zu ver­öf­fent­li­chen und eine ent­spre­chende Unterlassungserklärung abzugeben.

Der Push-Up BH mit Auto-Follow

Oder bes­ser gesagt Autopilot. Große Dankbarkeit gegen­über Gizmodo: Wann hat man als Tech– und Marketing-Blogger denn sonst schon Gelegenheit, über Brüste und deren Idealzustand vor dem Geschlechtsverkehr zu schrei­ben? Ein Traum wird war, glau­ben die Macher: denn die Frau zum gei­len, hem­mungs­lo­sen Tier wird in Stimmung kommt — fest­zu­ma­chen an der Körpertemperatur — dann beginnt der inte­grierte Memory-Foam seine schmut­zige Täuschungsarbeit zu ver­rich­ten und täuscht ad hoc Pamela Anderson Dimensionen vor. Nein, ich hab mir das echt nicht ausgedacht:

The inte­gra­ted memory foam bra resha­pes under the influ­ence of heat to enhance clea­vage, making a woman more desi­ra­ble when she’d like to be desi­ra­ble. Or, you know, when she’s just a little sweaty.

Tja, damit taugt der BH mit Eigenleben wohl höchs­tens für Golferinnen… beson­ders lus­tig stelle ich mir diese Unterwäsche aber in Situationen vor, in denen sich die Körperwärme nicht direkt aus Geilheit, son­dern eher aus ande­ren Gründen erhöht: irgend­wie kommt das ganze Konzept ein­fach nicht so rich­tig durch­dacht vor.

SEO-News der Woche

Sehr sym­pa­thisch finde ich die neue gelaunchte Video-Metasuche von Adrian Meyer und Marcel Wengel, und das liegt — ich will hier gar nicht unnö­tig ver­kom­pli­zie­ren — am Namen: der ViFrog klap­pert alle Plattformen abn, bis zum Beta-Launch Ende Mai gibt’s eine Preview auf SEO-Handbuch.de. Two thumbs up fürs Logo!

Die Beschreibung der Description

Der SEO-Evangelist leuch­tet alle dunk­len Winkel des Description-Tags aus:

Als vor Jahren meta-tags unter Insidern noch als Geheimwaffe bei der Suchmaschinenoptimierung gal­ten und dem dar­aus resul­tie­ren­den Missbrauch, wurde es plötz­lich ruhig um sie, nach­dem die Suchmaschinen sie nun auch nicht mehr mit ins Ranking ein­be­zie­hen.
Sicherlich spie­len meta-tags heut­zu­tage keine Rolle mehr bei der Platzierung einer Website in den Suchergebnissen, den­noch sind einige von ihnen nach­wie­vor noch ein sinn­vol­ler Bestandteil der OnSO (OnSite Optimization), die auch dabei hel­fen kön­nen mehr Besucher auf eine Internetpräsenz zu bekommen.

Guter Punkt — und wer immer schon mal wis­sen wollte, warum eigent­lich noodp in sei­nem WP-Header steht, sollte das Posting unbe­dingt lesen :mrgreen:

Und sonst? Nix inter­es­san­tes die Woche… war irgend­wie recht ruhig im SEO-Haifischbecken, was wohl nur daran lie­gen könnte, dass alle übli­chen Verdächtigen momen­tan mit Twitter beschäf­tigt sind und die Keywords sozu­sa­gen nackt und unge­schützt rumliegen!

Video der Woche

Shane Dawson hat das Gewicht der Welt auf seine Schultern genom­men und getan, was noch kei­nem vor ihm gelun­gen ist: der popu­läre Video-Podcast hat das beste Sexvideo auf Youtube ever auf­ge­nom­men. Ich hab’s gerade von Linzerschnitte geschickt bekom­men und ver­stehe jetzt end­lich, wie die Sache mit den Donuts und den Bananen und den Bienen und den Blumen und dem vor­ehe­li­chen Fickverbot wirk­lich funk­tio­niert! Shane’s Aufruf zum Einsenden von Video-Antworten blieb eben­falls alles andere als unbe­ant­wor­tet: 252 Youtuber legen für ein welt­wei­tes Publikum ihre ers­ten Quests zur Erlangung des gehei­men Wissens über die wahre Funktion von Penis und Vagina offen dar und erspa­ren zukünf­tig allen Eltern die­ser Welt pein­li­che Aufklärungsgespräche:

YouTube Preview Image

Und das war’s auch schon wie­der mit dem aktu­el­len Wochenrückblick — nächste Woche gibt’s die ange­kün­dig­ten Twitter-Tipps, außer­dem ste­hen zwei Interview-Videos von der Identitat09 am Redaktionsplan. Danke für Ihre Whuffies, wir lesen uns am Montag!

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Bisher haben meine Lieblingsleser 9 Kommentare zu "Blogistan Panoptikum KW20 2009" geschrieben.

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  • Johannes Identicon Icon

    Hi, man liest der­zeit so eini­ges über ViFrog. Aber genaues über die Entwickler weiß auch nie­mand oder?

    Gruß,
    Johannes

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    ritchie Identicon Icon

    Ich bin recht gespannt, wie gut die Meta-Suche dann in der Praxis funk­tio­nie­ren wird.

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  • Matti Identicon Icon

    Und was fängt man nun mit 10.000 Twitterfollowern an? Ich seh da immer noch kei­nen Sinn drin denn ich kann mir nicht vor­stel­len daß die Leute wirk­lich mitlesen.

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    ritchie Identicon Icon

    Missverständnis! Die Zahl dei­ner Followers sagt übers Mitlesen gar nix aus. Wenn du sel­ber 10k Leuten folgst, dann liest du ver­mutl. nicht mehr alles mit.

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  • Matti Identicon Icon

    Achja ich kann das Video schon wie­der nicht sehen. Gleies Problem wie bei dem Kia Zeitreisevideo. Ob das an einer IP Sperre liegt? Hat sonst kei­ner Probs mit den Youtube Videos?

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    ritchie Identicon Icon

    Da dürft’s irgen­was haben mit Vipers Video Quicktags, muss dem mal nach­ge­hen. Das Plugin-Update heute hat jeden­falls nix gebracht.

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  • Ingolf Identicon Icon

    Twitter halte ich für völ­lig over­hy­ped. Mal sehen wer davon in drei Jahren noch spricht. Vor zwei Jahren meinte man, jeder würde bald in Second Life sein.

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    ritchie Identicon Icon

    Ich denk, das ist schwie­rig abzu­schät­zen — vir­tu­elle Welten spie­len eine große Rolle mitt­ler­weile, halt nicht unbe­dingt 2nd Life. Bei Twitter sehe ich einer­seits viel Potential in der Echtzeit-Suche, ande­rer­seits wird der Kampf gegen Spam eines der “Über­le­bens­kri­te­rien” wer­den. Aber egal ob Twitter in drei Jahren rele­vant sein wird oder nicht: in der vor­letz­ten Folge der aktu­el­len Housewifes reden sie sogar drü­ber; momen­tan ist’s defi­ni­tiv der Ultra-Hype.

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  • allopensee.com Identicon Icon

    Excellent…

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