Blogistan Panoptikum KW21 2009

Diese Woche kommt das Panoptikum mal wie­der mit einem Tag Verspätung — den gest­ri­gen Abend und einen Teil der Nacht habe ich am Braunsberg bei Hainburg ver­bracht, um ein paar Fotos vom Sonnenuntergang zu schie­ßen. Und am Rückweg war ich deut­lich lang­sa­mer unter­wegs als üblich, denn ein nächt­li­ches Rendez-Vous von Motorrad und Feldhase endet in der Regel für beide Seiten auf uner­freu­li­che Weise. Aber auf­ge­scho­ben ist natür­lich nicht auf­ge­ho­ben — dazu hat sich in die­ser Woche ja schon wie­der viel zu viel getan!

Digital Influence Mapping

Social Marketing wird immer kom­ple­xer — eine inter­es­sante Perspektive auf die Totalverschmelzung von pri­vat und kom­mer­zi­ell wirft ein Beitrag von John Bell, der zu fol­gen­der Conclusio kommt:

We will need to turn our atten­tion to com­plex inte­gra­ted pro­grams that pre­serve the authen­ti­city of social media-delivered opi­nion by com­bi­ning it with cle­arly dis­tin­gu­is­hable and highly-relevant adver­ti­sing.
Social media mar­ke­ting will con­ti­nue to get more com­plex. It’s future is in inte­gra­ted pro­grams that mix the enthu­si­asm of happy, even deligh­ted, cust­o­mers and the reach and rele­vance of tar­ge­ted marketing.

Videos via Twitter verbreiten

Was haben 140 Zeichen mit mul­ti­me­dia­len Inhalten zu tun? Eine ganze Menge, denn zum schnel­len Seeding von Videos ist Twitter unter Zuhilfenahme der rich­ti­gen Tools per­fekt geeig­net. Welche das sind, ver­rät der Mashable-Beitrag Top 5 Ways to Share Videos on Twitter. Und wie der Erfolg von Twitpic gezeigt hat, kommt’s letzt­end­lich auf die Client-Integration an:

It’s safe to say that none of the avail­able opti­ons have hit cri­ti­cal mass yet, but you can bet the major desk­top cli­ents, like TweetDeck (TweetDeck reviews) and Seesmic Desktop (Seesmic Desktop reviews) (which just keeps get­ting bet­ter), are pay­ing spe­cial atten­tion to the most popu­lar video sharing apps for Twitter. The end game for these ser­vices is to get inte­gra­ted into the most popu­lar Twitter cli­ents, where they’ll no doubt gain imme­diate expo­sure and new users.

Ich hab übri­gens, ange­regt durch die­sen Beitrag, mal eben schnell die neue Version des Seesmic Desktop aus­pro­biert und muss sagen, die fühlt sich auf den ers­ten Blick ganz schön schick an. Und auch wenn viele Bereiche ver­däch­tige Ähnlich­kei­ten mit Tweetdeck auf­wei­sen: die Multi-Account Verwaltung rockt auf jeden Fall. Aber wie weiß, wie lange es den Client und/oder Seesmic über­haupt noch geben wird… siehe dazu auch die­sen lesens­wer­ten Beitrag über die finan­zi­elle Zukunft popu­lä­rer Web 2.0 Services. Stichwort: #doomed

Bierkneipe Facebook, Wellness-Hotel Twitter?

Wider alle Erkenntnisse der post­mo­der­nen Philosophie legt eine neue Studie nahe, dass es doch Unterschiede zwi­schen den Geschlechtern gibt — wir haben’s schon immer vermutet:

Men gene­rally have the atti­tude, I’m going to go there, I’ve got to get it and get out,” says Phillips. “Females like to go online and socia­lize and shop around — much like going into a store.”

Twitter sehen und sterben

Er kam, twit­terte… und starb. Der Mord an dem up-and-coming Rapper Dolla sorgte in den letz­ten Tagen für Gesprächsstoff:

In what may turn out to be the shor­test Twitter run ever, up-and-coming rap­per Dolla (of Dolla Gang fame) was mur­de­red just a few short hours after star­ting a Twitter account and pos­ting his first and last tweets.
The rap­per made two tweets before hea­ding out to the Beverly Center, where he was shot and kil­led in the valet area of the mall’s par­king structure.

Nun dis­ku­tie­ren User über die Frage, wie mit den Social Profilen eines toten Promis umzu­ge­hen sei: Dolla’s MySpace hat so viele Zugriffe wie noch nie und fun­giert für Fans als vir­tu­elle Gedenkstätte.

Social Media Stream für Arme

Ein Geekchart zeigt die Verteilung der eige­nen Social Media Aktivitäten auf die diver­sen Portale, inklu­sive Link zu eige­nen Profil. Allerdings unter­stützt der Dienst der­zeit noch nicht beson­ders viele Services (Facebook bleibt außen vor), führt aber ein ein­drucks­vol­ler Weise vor Augen, dass das gute alte Web 2.0 ein wenig sta­gniert, wenn schon ein der­art sim­pler Service einen mitt­le­ren Hype auslöst…

Immer wie­der Friendfeed

Wöchentlich grüßt das Murmeltier: immer neue Argumente für die Über­le­gen­heit Friendfeeds las­sen sich Blogger einfallen:

Friendfeed does real time bet­ter than anyone else. Facebook rules when it comes to the activity stream of a per­son – mea­ning, tracking an individual’s life and to some extent media sharing. Twitter rules for sen­ti­ment, as it’s like one mas­sive chat room, and to some extent link sharing. But Friendfeed, quite fran­kly, craps all over Facebook and Twitter in real time search.

Die Idee, dass Google sich für FF inter­es­sie­ren sollte, hat aber in der Tat was — denn mit Aggregation kennt sich der Dienst her­vor­ra­gend aus. Dass auf FriendFeed mehr Bot-Aktivität als Twitter.com und weni­ger mensch­li­ches Surfen als auf Link-Katalogen statt­fin­det, steht auf einem ande­ren Blatt geschrieben.

Blaue Augen soll man tracken…

…denn zum Tracken sind sie da:

If you’ve got a spare 10 minu­tes today check out Eyetrack III who have publis­hed some great fin­dings in their latest eye tracking stu­dies of news and mul­ti­me­dia con­tent sites (found via Direct Creative Blog).

Und wie erwar­tet gibt’s ganz schlechte Neuigkeiten für alle Fans lan­ger Überschriften:

For head­lines — espe­cially lon­ger ones — it would appear that the first couple of words need to be real attention-grabbers

Falsch: “Die FPÖ pole­mi­siert gegen den Islam”. Richtig: “Islam Terroristen sieht die FPÖ über­all” :mrgreen:

Sicher und gefahr­los twittern

Obwohl die katho­li­sche Kirche ihren Standpunkt wohl nicht so schnell ändern wird, lässt sich der Trend zum Safer Tweeting schlicht nicht mehr auf­hal­ten. Mag sich auch alles um gefie­derte Freunde dre­hen, ver­ges­sen wir wie die Belehrungen unse­rer schwim­men­den Fauna: If some­thing smells phishy, it pro­bably is! Dieser Artikel klärt Social Media n00bs über die popu­lä­ren Strategien von Scammern auf:

With Twitter’s monu­men­tal growth, there has been an increase in the amount of scam­mers loo­king to exploit indi­vi­du­als for pro­fit eit­her by the tech­no­logy its­elf or by “social engi­nee­ring”. Many of the same secu­rity disci­plines requi­red when using email or the web in gene­ral now apply to Twitter.

Videos der Woche

Anders als bei Germanys Next Topmodel kann es hier auf daten­schmutz nicht nur einen Sieger geben — beide Videos sind auf Ihre Weise ziem­lich genial, ent­schei­den Sie selbst! Da hät­ten wir erst­mal “hi”, das erste Real Human Interface der Computergeschichte, pro­du­ziert und in Szene gesetzt von Multitouch Barcelona:

Und dann wäre da noch Paul Thompson, der mit sei­nem “Super Smooth Level Flight over Frying Pan Farm Park” ein­drucks­voll beweist, dass Modellflugzeuge und Videokameras wun­der­bar zusammenpassen:

Und damit wären wir auch schon wie­der am Ende die­ser Woche ange­langt — danke für Ihre harte Aufmerksamkeits-Währung, wir lesen uns morgen!

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2 comments
Matti
Matti

Lol, das Real Human Interface ist schon sehr cool. Geniale Idee und super umgesetzt. Beim Spam und beim Unzipper hätt ich mich bald weggeschmissen vor lachen :)

ritchie
ritchie

JA, wirklich geniale Idee - einfach zu machen, sehr liebevoll umgesetzt und äußerst effektvoll!

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