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Blogistan Panoptikum KW22 2009

31.05.2009, geschrieben von , 4 Kommentare

Herzlich will­kom­men zum - — vor lau­ter Feiertagen ver­ge­hen die Wochen ja nahezu im Flug, aber das hält eif­rige Blogger natür­lich nicht vom Berichterstatten ab, ganz im Gegenteil. Noch dazu bei die­sen sibirisch-verschärften Außenbedingungen… dabei hat­ten uns die EU-Spitzenkandidaten doch einen super-heißen Mai ver­spro­chen. Aber wenn’s drau­ßen kalt ist, dann kann man sich aus den diver­sen werb­li­chen Print-Produkten und ana­chro­nis­ti­schen Tageszeitungen wenigs­tens ein wär­men­des Feuerchen anzün­den. Ganz ehr­lich, kein Mensch braucht im Internetzeitalter mehr Tageszeitungen, die ganze Journalismus-Qualitäts-Debatte kön­nen wir Crowdsourcer uns doch end­gül­tig schen­ken. Außer Datum — die ein­zige löb­li­che Ausnahme im von Falter-Meinungs-Monopolen geplag­ten Bobo-Österreich. Im Übri­gen bin ich der Meinung, Armin Thurnherrs internet-feindliche Haltung gehört zerschlagen.

Google bringt Wave

The buzz is on — im Lauf des Jahres will Google sein neu­es­tes Produkt “Wave” ver­öf­fent­li­chen — es soll nicht mehr und nicht weni­ger tun, als unse­ren Umgang mit Kommunikation und Kollaboration im Web nach­hal­tig zu ver­än­dern. E-Mail, Kontakte, Social Networks — Wave will die Grenzen zwi­schen Dokument und Dialog ver­schwim­men lassen:

A wave is equal parts con­ver­sa­tion and docu­ment. People can com­mu­ni­cate and work toge­ther with richly for­mat­ted text, pho­tos, videos, maps, and more.
A wave is shared. Any par­ti­ci­pant can reply any­where in the mes­sage, edit the con­tent and add par­ti­ci­pants at any point in the pro­cess. Then play­back lets anyone rewind the wave to see who said what and when.
A wave is live. With live trans­mis­sion as you type, par­ti­ci­pants on a wave can have fas­ter con­ver­sa­ti­ons, see edits and inter­act with exten­si­ons in real-time.

Erste Eindrücke und Screenshot kann man hier begut­ach­ten, poten­ti­ell Beta-Tester kön­nen sich mal für einen Account vor­mer­ken las­sen. Wave wird übri­gens kom­plett unter der Lizenz ste­hen — diese aus­führ­li­che Präsentation von der Google I/O macht mir jeden­falls den Mund wässrig:

0 Blogistan Panoptikum KW22 2009

But all good things, they say, never last”, sang Prince. Und nun sagt TechCrunch das glei­che über Twitters “Trending Topics”:

Up until recently, Twitter’s tren­ding topics — which are pro­min­ently dis­played on their Search home­page and now also in the side­bar when you’re using the Twitter web­site — were an awe­some way to get a feel of what was buz­zing on the Web, in a way that vir­tually no other web ser­vice was able to do.

Aber dann kamen die Piraten und Michael war ordent­lich beleidigt!

Today, when you look at Twitter’s tren­ding topics, you’ll notice that the large majo­rity of trends are memes star­ted by a sin­gle user or a group of users, with the main goal offe­ring enter­tain­ment rather than sprea­ding infor­ma­tion. That’s all fine and dandy — no harm in having fun — and I rea­lize well that Twitter’s tren­ding topics are not neces­sa­rily requi­red to be giving you and me an over­view of stuff that really mat­ters, but I can’t help but think it’s a pity that that list is star­ting to turn into the top 10 of chain let­ters people used to cir­cu­late through e-mail mes­sa­ges in the late nineties.

Ach lie­bes flie­gen­des Spaghetti-Monster, ich bete zu dir jeden Tag darum, dass mehr Menschen ein­se­hen mögen, dass es mehr Spaß macht, Social Media Plattformen zu mani­pu­lie­ren als deren Regen einzuhalten…

Heißt du wirk­lich so?

Amerikanische Ureinwohner tra­gen häu­fig spre­chende Namen wie “Robin kills the Enemy”: der steht zwar in ihrem Pass, bringt aber auf Probleme mit sich, ebenso wie exo­ti­sche Namen á la “Lisa Strawberry” — denn laut AGBs ver­langt FB den rich­ti­gen Namen und legt bei Verdacht auch gerne mal unbe­grün­det Accounts stillt, wie der Spiegel online berichtet:

Alicia Istanbul wurde zum Verhängnis, dass sie einen unge­wöhn­li­chen Namen hat. Und Facebook hat gerade eine Kampagne gestar­tet, alle “fake accounts” zu löschen, also Nutzerkonten, die nicht wie gefor­dert den rich­ti­gen Namen ange­ge­ben haben. Für die­ses Anliegen hat Istanbul ja Verständnis. Aber ganz und gar nicht ver­ste­hen kann sie, warum Facebook sie nicht ein­fach gefragt hat. “Sie soll­ten vor­her wenigs­tens einen Warnhinweis schi­cken”, klagt sie. “Ich war dort den gan­zen Tag unter­wegs. Ich habe mein gesam­tes sozia­les Netz dar­auf ange­legt. Und das ist es ja schließ­lich, was Facebook auch will.”

Zwar wer­den die Konten im Ernstfall nach Support-Intervention wie­der frei­ge­schal­ten, aller­dings kann das bei 850 Mitarbeitern und Millionen Usern schon mal ein Weilchen dau­ern. So sel­ten dürf­ten der­ar­tige Fehlalarme übri­gens gar nicht vor­kom­men — FB-Sprecher Barry Schmidt räumte Probleme ein, die Gruppe Facebook: don’t dis­cri­mi­nate against Native sur­na­mes!!! hat bereits über 4.000 Mitglieder. Schwierige Sache: einer­seits will Facebook natür­lich keine ressourcen-fressenden Fake-Accounts, ande­rer­seits ent­ste­hen dadurch für die Träger exo­ti­scher Namen der­ar­tige Kollateralschäden.

Gratulation zum 35., Mr. Shoemoney!

Jeremy Shoemaker wurde diese Woche 35 — herz­li­che Gratulation! Von kei­nem ande­ren US-Blogger habe ich mehr über Online-Marketing und Affiliate-Biz gelernt… keep up the good work! Auch einen Blick wert: das Friendshirt der Woche, dies­mal von Friendshirt.me. Und die Kommentare sind ziem­lich ein­deu­tig… ich würd drauf wet­ten, dass da in der nächs­ten Zeit einige Bestellungen ein­ge­hen! Ich hab mein Friendshirt ja schon frog6 Blogistan Panoptikum KW22 2009

Wieviel ist ein Micro-Scobble?

Robert Scobble ist Evangelist und Twitter-Legende. Das Disqus Blog hat ein Interview mit dem Mann, des­sen Nachname Pate stand für die Benennung der inter­na­tio­na­len Tweet-Frequenz-Einheit “Micro-Scobble”, veröffentlicht:

I grew up in sili­con val­ley, I had no choice. My Dad was an engi­neer and I grew up in Cupertino about a mile from Apple Computers. I had an Apple Computer in 1977, in my junior high I was in the first com­pu­ter club , and I got a tour of Apple when they were one little buil­ding. So yeah, I’ve always been around tech.

Werner, die Russen sind da

Dass Facebook viel mehr Geld ver­brennt als die Werbungen rein­brin­gen, dürfte mitt­ler­weile wohl bekannt sind. Munter geht die Suche nach neuen Investoren wei­ter –einen fand man in Form von Digital Sky Technologies. Die rus­si­sche Internet-Investment Firma gab 200 Millionen Dollar für 1,96% Anteil an Facebook aus, wie die New York Times berichtet:

Digital Sky won because its foun­ders Yuri Milner and Gregory Finger have strong expe­ri­ence run­ning Internet pro­per­ties in Eastern Europe and Russia, and “a deep, advan­ced under­stan­ding” of social net­wor­king tech­no­logy, Zuckerberg said.

Pikantes Detail am Rande: Cheffe Zuckerberg gibt sich zwar ganz läs­sig, dürfte aber wis­sen, dass die Gesamtbewertung des Unternehmens in den nächs­ten Monaten wohl ziem­lich nach unten ras­seln wird. Der Gesamtwert beträgt der­zeit übri­gens sagen­hafte 10 Milliarden Dollar, als 2007 für 240 Millionen Dollar ledig­lich 1,6 Prozent erwarb, lag der Unternehmenswert noch um ein Drittel höher. Tja, Analysten sind halt auch ganz schön launisch.

Die fünf nut­tigs­ten Hochzeitskleider ever

Danke an Judith, die mich auf die­sen groß­ar­ti­gen Beitrag über die Top 5 Sluttiest Wedding Dresses Spotted In 2009 hin­ge­wie­sen hat. Auch wenn es mir fast das Herz bricht, dass Miss Carey nicht mehr Single ist, eines muss man ihr las­sen: mit ihrem Gefühl für Styling könnte sie in jedem Bordell die­ser Welt sofort einen Job bekom­men — und der Hochzeitsbikini ist auch nicht übel. Das muss man gese­hen haben:

The Mariah Carrey slutty wed­ding dress cer­tainly doesn’t leave anything to the ima­gi­na­tion. Fully equip­ped with gar­ter belt, sto­ckings, and a main fashion piece bet­ter off worn under the dress or on the wed­ding night, this dress starts us off with its mode­ra­tely tame slutty fashion.

SEO-News der Woche

Die wah­ren Abenteuer sind im Kopf, und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nir­gendwo: das legt zumin­dest eine aktu­elle Studie über das Thema Suchmaschinen Branding. vs. Suchmaschinenqualität nahe:

So haben die Mannen rund um Google einen inter­nen Versuch durch­ge­führt, bei dem die Suchergebnisse kon­kur­rie­ren­der Suchmaschinen wie z.B. Yahoo, MSN/Live, Cuil, Ask, AltaVista, etc. in das Seitenlayout von Google gegos­sen und Testpersonen vor­ge­setzt wur­den. Zum Vergleich wurde die­ses Spielchen natür­lich auch in umge­kehr­ter Weise durch­ge­führt, wobei die Google-Suchergebnisse in das Layout von frem­den Suchmaschinen inte­griert wur­den. Das Ergebnis: Die Probanden emp­fan­den immer die Suchergebnisse als bes­ser, über denen das Google-Logo plat­ziert war!

Manches lässt sich aber auch expe­ri­men­tell über­prü­fen, wie etwa der Canonical-Tag — Stefan hat seine höchst auf­schluss­rei­ches Versuchsprotokoll hiezu doku­men­tiert — unbe­dingt lesens­wer­ter Beitrag! Apropos Kopien: die Seouxindianer haben 10 ein­fa­che Linkbaits zum Kopieren bereit­ge­stellt. Und in der Tat: die genann­ten Rezepte wir­ken nach­hal­ti­ger als alle Russenlinks die­ser Welt frog6 Blogistan Panoptikum KW22 2009

Wie SMO *nicht* funktioniert

Bei den Seouxindinaner habe ich auch noch einen zwei­ten Beitrag gefun­den, den sich poten­ti­elle Social Media Cowboys unbe­dingt *vor* all­fäl­li­gen Pistolen-Duellen zu Herzen neh­men soll­ten, gefun­den: Wie SMO nicht funk­tio­niert beschreibt die häu­figs­ten Fehler und ich kann jeden ein­zel­nen Punkt nur voll­auf unter­strei­chen. Beispiel gefällig?

Den Usern freie Hand las­sen funk­tio­niert nicht. Wer seine Firma in Social Media Portalen nicht selbst prä­sen­tiert, der gibt unzu­frie­de­nen Nutzern und der Konkurrenz die Chance “ihre Meinung” als ein­zig vor­han­dene ein­zu­rei­chen. Wenn die ers­ten Inhalte aber von der eige­nen Firma gestellt wer­den, ist der erste Eindruck durch kon­trol­lierte Publikation gerettet.

Google Suggest nutzen

Google Suggest wirft in der Tag eini­ges über den Haufen:

Google Suggest ist wohl die größte Ände­rung, die uns Google in den let­zen Monaten prä­sen­tiert hat. Nicht nur, weil Suggest von der brei­ten Usermasse aktiv genutzt wird, son­dern auch weil es ein paar Erkenntnisse der Vergangenheit über den Haufen wirft. So führt die aktive Nutzung zu einer mas­si­ven Verschiebung der Suchvolumen von Ein-Wort-Kombinationen hin zum Longtail.

Und der Preis für den charmantesten-Insider-Slang des Monats geht an den sel­ben Beitrag:

Der User sucht trotz­dem das­selbe, er geht nur evt. einen ande­ren, direk­te­ren Weg. In der Folge heißt dies, dass es aber­mals schwe­rer wird, dem User Inhalte unter­zu­ju­beln, die er eigent­lich gar nicht sehen möchte. Also heißt es, den User genauer zu stu­die­ren und seine Wünsche zu kennen.

Video der Woche

Normalerweise poste ich an die­ser Stelle keine Werbeclips, aber Peter Novak hat mit die­ser Redhat-Linux Werbung einen fan­tas­ti­schen Job gemacht! Der geht raus an die Open Source weltweit:

Foto der Woche

Die beweg­ten Bilder der Woche wer­den ab sofort in jedem Panoptikum um die Foto-Rubrik ergänzt: das Bild der Woche suche ich nach rein sub­jek­ti­ven Kriterien aus — seit ich selbst recht viel mit mei­ner digi­ta­len SLR han­tiere, weiß ich, wie schwie­rig es ist, per­fekte (HDR)-Belichtungen zustande zu brin­gen. Die Auswahl ist mir bei der Premiere gar nicht leicht gefal­len, aber diese Abendstimmung im Manasquan Reservoir von Joisey Showaa finde ich fantastisch:

manasquan Blogistan Panoptikum KW22 2009

Und das war’s auch schon wie­der für diese Woche — danke fürs Vorbeisurfen, wir lesen uns am Montag!

icon input Blogistan Panoptikum KW22 2009Haben Sie Vorschläge und Themen fürs daten­schmutz Wochenpanoptikum?
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Bisher haben meine Lieblingsleser 4 Kommentare zu "Blogistan Panoptikum KW22 2009" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Matti Identicon Icon

    Wirklich net­tes Video aber ich kann mit Linux irgend­wie trotz­dem nix anfan­gen. Die Hochzeitskleider sind auch nett wobei das Hotpantskleid mein per­sön­li­cher Favorit ist :)

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 2. Juni 2009 um 11:37

    Ich unter­stütz Linux ja auch ideo­lo­gisch… verwend’s aber nicht zum Arbeiten am Desktop. (Am Sörva natür­lich schon) :mrgreen:
    Das Hotpants-Kleid ist wir­lich okay, aber Miss Carey hat den bes­se­ren Schlafzimmerblick!

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  • Maria Identicon Icon

    Habe auf einem Rechner eine Linux Partition, dass tolle ist, dass man hin und her (zwi­schen Linux und Windows Boot) schal­ten kann.

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 3. Juni 2009 um 11:43

    Ja, das funk­tio­niert gut — wer erst­mal ganz gefahr­los schnup­pern will, kann auch mal eine der boo­ta­ble Linux-CDs aus­pro­bie­ren, die c’t immer wie­der mal beiliegen.

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