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Gastbeitrag für die ÖW: Tourismusmarketing im Web 2.0

28.05.2009, geschrieben von , 4 Kommentare

Diesen Text habe ich auf Einladung von Christian Lendl für die zweite Auflage des “Social Web Wegweiser” geschrie­ben. Die will mit die­sem Printprodukt Touristikern die Möglichkeiten des Social Web nahe brin­gen. Die erste Auflage ist ver­grif­fen, aber in PDF-Format online ver­füg­bar, mein Beitrag erscheint gemein­sam mit Gastkommentaren ver­schie­de­ner Experten im Sommer in der “Reloaded” Version.

Der Durchlauferhitzer der Eigenpropaganda läuft auf Hochtouren: selbst der best-isolierte Marketing-Direktor kann sich die­ser Tage vor der Information, dass man “im Social Web was tun müsse” kaum ver­schlie­ßen. Natürlich ver­ste­hen es Online-Berater und Marketing-Gurus bes­ser als alle ande­ren, ihre eige­nen Leistungen online laut­stark anzu­prei­sen, dabei eig­net sich bei wei­tem nicht jedes Service für jedes Produkt. aller­dings ist ein hoch­gra­dig emo­tio­nal besetz­tes Feld, ein Thema, über das Kunden frei­wil­lig gerne und aus­führ­lich dis­ku­tie­ren — und diese Tatsache ist die beste Grundlage für Kampagnen, die man sich wün­schen kann.

braunsberg sonnenuntergang Gastbeitrag für die ÖW: Tourismusmarketing im Web 2.0

Im dreht sich alles um den Dialog, darum, das Feedback der eige­nen Kunden erst zu neh­men. Urlaub, Freizeitgestaltung, Reisen muss nie­mand zu einem Thema machen, ent­schei­dend ist im ers­ten Schritt viel­mehr ein sorg­fäl­tig geplan­tes –Setup. In den letz­ten zwei Jahren hat sich das Internet dank des durch­schla­gen­den Erfolgs zu einem Echtzeitmedium gewan­delt: Facebook-Chat, Twitter, FlickR, Youtube — User kon­su­mie­ren Information und kom­mu­ni­zie­ren in Echtzeit. Neue Tools ermög­li­chen mit wenig Aufwand ein vor weni­gen Jahren noch undenk­ba­res Echtzeit , das die Grundlage für die ers­ten Regel des Social Marketing dar­stellt: Reaktion statt Aktion. Das Push-Marketing Paradigma hat aus­ge­dient: Online-Marketing wan­delt sich zum lang­fris­ti­gen Beziehungs-Management.

Interesse als Key-Driver

Seth Godin, einer der meist­be­ach­te­ten Social Marketing Experten der Gegenwart, spricht in sei­nem para­dig­ma­ti­schen Buch “Tribes” von einem tief­grei­fen­den Wandel: noch nie sei es für Individuen so ein­fach gewe­sen, Gleichgesinnte zu fin­den: “Heretics are the new lea­ders. The ones who chal­lenge the sta­tus quo, who get out in front of their tri­bes, who create move­ments.” Der Erfolg einer Kampagne hängt plötz­lich nicht mehr linear vom Anzeigen-Ankaufsbudget ab: wem es gelingt, seine Kunden zu akti­vie­ren zu Kommunikatoren, zu Prosumern zu machen, hält einen Hebel in der Hand, der mit noch so vie­len Fernsehspots und Anzeigen nicht zu top­pen ist. , Vertrauen und letzt­end­lich Begeisterung resul­tie­ren nicht aus punk­tu­el­len Aktionen, son­dern sind das Ergebnis einer lang­fris­ti­gen Beziehung. Und hier stößt die Delegations-Strategie an ihre Grenzen, denn Social Marketing lässt sich nicht wie klas­si­sche Werbung an Agenturen aus­la­gern. Wer sich und sein Produkt erfolg­reich reprä­sen­tie­ren möchte, muss das Medium ken­nen ler­nen und die eige­nen Mitarbeiter zu Kommunikatoren machen, denn Social Marketing bedeu­tet Dialog.

Die ganze Wahrheit über Suchmaschinenoptimierung

Die Zeit, in der SEO vor allem durch (mitt­ler­weile gestopfte) Lücken in Googles Algorithmus eine High-Impact Geheimwissenschaft dar­stellte, sind längst vor­bei. Jeder Auftraggeber sollte in sei­nen Agenturvertrag valide xhtml-Seiten ein­for­dern (leicht selbst zu über­prü­fen mit dem HTML-Validator des W3 Konsortiums, http://validator.w3.org http://validator.w3.org) — damit ist ein beträcht­li­cher Teil der Arbeit bereits getan. Ich treffe immer wie­der auf Kunden, die mich für SEO-Jobs beauf­tra­gen wol­len, um beim ers­ten Blick auf die Homepage fest­zu­stel­len, dass nach der raschen Beseitigung eini­ger gra­vie­ren­der Mängel die Arbeit getan ist. Eine sol­che Onsite-Analyse stellt die Grundlage jeder SEO-Tätigkeit dar: ent­spricht die Homepage gän­gi­gen Standards, kommt es für die Positionierung ein­zig und allein auf den Linkaufbau an, und hier gilt das sim­ple Motto. “Qualität vor Quantität”. Aus Kunden– und Auftragnehmer Sicht ist dabei eine trans­pa­rente Geschäftsbeziehung, lücken­lose Dokumentation und genaue Kenntnis des Geschäftsfeldes auf bei­den und für beide Seiten erfor­der­lich. Kurz gesagt: wenn Ihr SEO-Berater Ihnen nicht erklä­ren kann, was genau er eigent­lich tut, dann soll­ten Sie schleu­nigst die Agentur wechseln.

Enabling und Kundenbindung

Die nach­hal­tigste Form des Social Marketing stellt die ver­ti­kale Einbindung aller rele­van­ten Unternehmensbereiche dar. Die im Web gefor­derte Offenheit und Transparenz stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen — nicht in ers­ter Linie tech­ni­scher Hinsicht, son­dern in Bezug auf die Wissensvermittlung und die Einbindung aller Mitarbeiter. Wer im Web der Zukunft mit­spie­len möchte, wird gut bera­ten sein, sein Marketing-Budget in Schulungs– und Fortbildungsmaßnahmen statt Bannerschaltungen zu investieren.

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Bisher haben meine Lieblingsleser 4 Kommentare zu "Gastbeitrag für die ÖW: Tourismusmarketing im Web 2.0" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Thomas D. Identicon Icon

    sehr kühne behaup­tung: “ent­spricht die Homepage gän­gi­gen Standards, kommt es für die Positionierung ein­zig und allein auf den Linkaufbau an” — da ich dir nicht das gegen­teil bewei­sen kann würd mich dein “beweis” inter­es­sie­ren oder du musst mir mal die gän­gi­gen Standards näher erläutern

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 29. Mai 2009 um 0:45

    Yo Tom, grob gesagt — die Reihenfolge impli­ziert keine Wertung: vali­des xhtml, per­for­mante Page, 99,9% uptime, dyna­mi­sche Sitemap, voll­stän­dige Metatags, sinn­volle Einbindung von Microformats, sinn­vol­les site-internes Crosslinking, inter­nal PR Shaping, opti­mierte nice-URLs, fer­tig. Hab noch keine grö­ßere österr. Seite gese­hen, bei der auch nur 50% der Faktoren opti­miert gewe­sen wären — das kann man alles locker inner­halb maxi­mal einer Woche umset­zen und je nach­dem, wie schlimm’s vor­her war, hat man steady x-mal mehr Traffic. Aber es ist ein lang­wei­li­ger und nicht adäquat bezahl­ter Job… die meis­ten ach­ten zu sehr auf Linkbuilding, aber das ist eben erst der zweite Schritt. Und da reicht übri­gens in .at auch erschre­ckend wenig (ist halt ein klei­nes Land und ein klei­ner Index).

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  • Moritz Identicon Icon

    Ich kenn das auch aus der beruf­li­chen Perspektive. Wenn sich die Firmen nur ein wenig Mühe zumin­dest mit Seitentiteln und URLs geben wür­den, würde es sehr sehr viele Verschiebungen in den jet­zi­gen Google Platzierungen geben. Und dafür braucht man weder mehr Zeit noch einen Consultant. Einfaches logi­sches Denken hilft. Aber das ist lei­der nicht immer vorhanden…

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 3. Juni 2009 um 11:36

    Das stimmt! Aber kein Wunder, der Hausverstand hat sich ja vom Lebensmitteldiskonter in Geiselhaft neh­men lassen :mrgreen:

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