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Morgen beginnt der Kampf um die Aufmerksamkeit

29.07.2009, geschrieben von , 4 Kommentare
30. Juli 2009
18:30bis20:30
18:30bis20:30

Die APA EBC (E-Business-Community ver­an­stal­tet im Haus der Musik in Wien regel­mä­ßig Expertendiskussionen zu ver­schie­de­nen IT– und Internet-Themen. Bei der mor­gi­gen Veranstaltung mit dem Titel Online-Marketing: Der Kampf um die Aufmerksamkeit werde ich ein kur­zes Impulsreferat hal­ten und anschlie­ßend in einer illus­tren Runde hof­fent­lich kon­tro­vers (sonst wird’s fürs Publikum sehr schnell lang­wei­lig) und instruk­tiv diskutieren:mrgreen:

Mit mir am Podium sit­zen (WKO), Geza Dunzer (WirtschaftsBlatt), (seeyou 3.0), Alf Netek ( Kapsch AG), Yuki Sakurai (diamond:dogs), Dieter Zirnig (Hewlett-Packard). Die Veranstaltung ist öffent­lich zugäng­lich, hier geht’s zur Anmeldung.

Datum und Zeit: Donnerstag, 30. Juli 2009. 18:30 Uhr
Ort: Haus der Musik, 1010 Wien, Seilerstätte 30, Café Cantino, Erdgeschoss

Muss man um kämpfen?

Meine Meinung zu dem Thema ist sehr ein­deu­tig: im Online-Marketing ist die Kontaktgenerierung (in alle ihren Ausprägungen, ob , AdWords, SEO, Newsletter, Twitter… you name it) nur der erste Schritt — und zugleich jener, der finan­zi­ell am ungüns­tigs­ten ska­liert. Die ent­schei­den­den Fehler bege­hen die meis­ten Akteure nicht bei der Mediaplanung, son­dern auf der eige­nen Homepage, in der Servicierung und Nachbetreuung ihrer Kunden.

Das Web 2.0 mag einen grund­le­gen­den Paradigmenwechsel in der Art und Weise der Marktkommunikation ein­läu­ten, an der klas­si­schen Verkaufsstrategie ändert sich dage­gen gar nichts: um jeden Preis erhaschte Aufmerksamkeit stellt sich in der Praxis als wert­los her­aus. Wertvolle “Whuffies” (so nennt Tara Hunt die “Währung” der Aufmerksamkeit) bekommt man durch den Aufbau von Vertrauen und Kompetenz. Beides ent­steht durch lang­fris­ti­ges Beziehungsmanagement und die Bereitschaft, im mit den eige­nen Kunden Mehrwerte zu schaf­fen. Alles andere ist bloß Mittel zum Zweck: zwar bie­tet das Web 2.0 effi­zi­en­tere und vor allem *viel* bil­li­gere Kontaktmöglichkeiten als Old Media, aber die Relation zwi­schen “Werber” und “Zielgruppe” ist eine grund­sätz­lich andere.

Es mag den einen oder ande­ren User geben, der alle hei­li­gen Zeiten mal zufäl­lig auf ein Banner klickt — aber Internet-Nutzer sind keine Fernsehkonsumenten, die man mit einem vor­ge­ge­be­nen Programmablauf und abge­se­hen von demo­gra­phi­schen Kriterien voll­kom­men arbi­trä­rer zuschüt­tet. Internet-Nutzer sind aktive Informationssucher, die ver­schie­denste Strategien nut­zen, um jene Informationen und Produkte zu fin­den. Wer diese Tatsache ernst nimmt, wird sich auch nicht über Gebühr darum bemü­hen, das eigene Arsenal im Kampf um die Aufmerksamkeit hoch­zu­rüs­ten, son­dern Ressourcen lie­ber nut­zen, um die eige­nen Produkte und Services so sehr zu ver­bes­sern, dass die Kunden von ganz allein kom­men. Mal sehen, was der Rest der Runde mor­gen dazu sagt — hier mein Vortrags-Abstract:

Die Regelungen für den deutsch­spra­chi­gen Internet-Markt sind im inter­na­tio­na­len Vergleich sehr streng: doch trotz Double Opt-In und gut­ge­mein­ter Datenschutzbestimmungen pras­seln auf fast jeden User täg­lich meh­rere Spam-Mails, diverse Social-Media Notifications, Newsletter, Twitter-Messages und sons­tige digi­tale Informationsschnipsel ein. Zugleich spre­chen Web 2.0 Evangelisten seit eini­gen Jahren davon, dass der grund­le­gende Paradigmenwechsel vom Kon– zum Märkte in Dialoge ver­wan­delt. Aufmerksamkeit erlangt im Social Web aber nicht der, der am lau­tes­ten oder am häu­figs­ten schreit — ent­schei­dende Erfolgsfaktoren sind neben dem rich­ti­gen Kontext für die eige­nen Werbemaßnahmen die lau­fende Optimierung der gesam­ten Vertriebskette von Werbeschaltungen über den Verkauf bis zur Nachbetreuung des Kunden: denn das Web 2.0 lässt mit­tel­fris­tig die klas­sisch getrenn­ten Unternehmensbereiche Werbung, Marketing und ver­schmel­zen und löst damit einen tief­grei­fen­den orga­ni­sa­to­ri­schen Wandel aus.

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