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Morgen beginnt der Kampf um die Aufmerksamkeit

Die APA EBC (E-Business-Community veranstaltet im Haus der Musik in Wien regelmäßig Expertendiskussionen zu verschiedenen IT- und Internet-Themen. Bei der morgigen Veranstaltung mit dem Titel Online-Marketing: Der Kampf um die Aufmerksamkeit werde ich ein kurzes Impulsreferat halten und anschließend in einer illustren Runde hoffentlich kontrovers (sonst wird’s fürs Publikum sehr schnell langweilig) und instruktiv diskutieren:mrgreen:

Mit mir am Podium sitzen Peter Drössler (WKO), Geza Dunzer (WirtschaftsBlatt), Carmen Hickl-Szabó (seeyou 3.0), Alf Netek ( Kapsch AG), Yuki Sakurai (diamond:dogs), Dieter Zirnig (Hewlett-Packard). Die Veranstaltung ist öffentlich zugänglich, hier geht’s zur Anmeldung.

Datum und Zeit: Donnerstag, 30. Juli 2009. 18:30 Uhr
Ort: Haus der Musik, 1010 Wien, Seilerstätte 30, Café Cantino, Erdgeschoss

Muss man um Aufmerksamkeit kämpfen?

Meine Meinung zu dem Thema ist sehr eindeutig: im Online-Marketing ist die Kontaktgenerierung (in alle ihren Ausprägungen, ob Social Network, AdWords, SEO, Newsletter, Twitter… you name it) nur der erste Schritt – und zugleich jener, der finanziell am ungünstigsten skaliert. Die entscheidenden Fehler begehen die meisten Akteure nicht bei der Mediaplanung, sondern auf der eigenen Homepage, in der Servicierung und Nachbetreuung ihrer Kunden.

Das Web 2.0 mag einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Art und Weise der Marktkommunikation einläuten, an der klassischen Verkaufsstrategie ändert sich dagegen gar nichts: um jeden Preis erhaschte Aufmerksamkeit stellt sich in der Praxis als wertlos heraus. Wertvolle „Whuffies“ (so nennt Tara Hunt die „Währung“ der Aufmerksamkeit) bekommt man durch den Aufbau von Vertrauen und Kompetenz. Beides entsteht durch langfristiges Beziehungsmanagement und die Bereitschaft, im Dialog mit den eigenen Kunden Mehrwerte zu schaffen. Alles andere ist bloß Mittel zum Zweck: zwar bietet das Web 2.0 effizientere und vor allem *viel* billigere Kontaktmöglichkeiten als Old Media, aber die Relation zwischen „Werber“ und „Zielgruppe“ ist eine grundsätzlich andere.

Es mag den einen oder anderen User geben, der alle heiligen Zeiten mal zufällig auf ein Banner klickt – aber Internet-Nutzer sind keine Fernsehkonsumenten, die man mit einem vorgegebenen Programmablauf und abgesehen von demographischen Kriterien vollkommen arbiträrer Werbung zuschüttet. Internet-Nutzer sind aktive Informationssucher, die verschiedenste Strategien nutzen, um jene Informationen und Produkte zu finden. Wer diese Tatsache ernst nimmt, wird sich auch nicht über Gebühr darum bemühen, das eigene Arsenal im Kampf um die Aufmerksamkeit hochzurüsten, sondern Ressourcen lieber nutzen, um die eigenen Produkte und Services so sehr zu verbessern, dass die Kunden von ganz allein kommen. Mal sehen, was der Rest der Runde morgen dazu sagt – hier mein Vortrags-Abstract:

Die Regelungen für den deutschsprachigen Internet-Markt sind im internationalen Vergleich sehr streng: doch trotz Double Opt-In und gutgemeinter Datenschutzbestimmungen prasseln auf fast jeden User täglich mehrere Spam-Mails, diverse Social-Media Notifications, Newsletter, Twitter-Messages und sonstige digitale Informationsschnipsel ein. Zugleich sprechen Web 2.0 Evangelisten seit einigen Jahren davon, dass der grundlegende Paradigmenwechsel vom Kon- zum Prosumer Märkte in Dialoge verwandelt. Aufmerksamkeit erlangt im Social Web aber nicht der, der am lautesten oder am häufigsten schreit – entscheidende Erfolgsfaktoren sind neben dem richtigen Kontext für die eigenen Werbemaßnahmen die laufende Optimierung der gesamten Vertriebskette von Werbeschaltungen über den Verkauf bis zur Nachbetreuung des Kunden: denn das Web 2.0 lässt mittelfristig die klassisch getrennten Unternehmensbereiche Werbung, Marketing und CRM verschmelzen und löst damit einen tiefgreifenden organisatorischen Wandel aus.

4 comments
ErichZ
ErichZ

Hi Ritchie, super Präsentation. Welche Software hast du dafür verwendet? LG, Erich

Frederik
Frederik

"prasseln auf fast jeden User täglich mehrere Spam-Mails," Du sagst es! Ich weiss gar nicht was ich zuerst machen soll - Viagra kaufe, oder Online Casino mit Milliarden Boni spielen, oder meinen Millionen Lotto gewinn abholen ... Pff