Ob Smartphone, Digitalkamera oder mp3-Player: mit unseren handlich-kleinen digitalen Gadgets sind wir überall online und lassen uns mit multimedialen Inhalten versorgen. Doch während die Miniaturisierung bei den diversen Sensoren, Chips und Displays in den letzten Jahren riesige Fortschritte gemacht hat, hinkt die mobile Stromversorgung weit hinter her. UMTS und HSDPA sind nicht nur schneller als ihre Vorgänger, sondern brauchen auch wesentlich mehr Strom. Helle, hochauflösende Displays, Bluetooth und Co. tragen ihr Scherflein zur Stromknappheit bei. Der Free Loader, ein portabler Akku mit integrierten Solarzellen, soll zumindest an sonnigen Tagen Abhilfe schaffen.
Händlerinfos und alle technischen Daten zum Gerät finden Interessierte auf freeloader-solar.de. Ich habe ein Testexemplar bekommen und in den letzten Tagen versucht, mein N97 mit der Kraft der Sonne zu versorgen. Eines sei dabei gleich vorausgeschickt: die MAGS Vertriebs GmbH positioniert den Free Loader nicht als Konkurrenzprodukt zu den bekannten Akku-Tanks, die ein Vielfaches der Original-Akku-Kapazität speichern, dafür aber an der Steckdose aufgeladen werden müssen. Vielmehr bietet sich der Free Loader als ideales Überbrückungs-Device für ausgedehnte Outdoor-Aktivitäten in stromlosen Gebieten an. Dazu gibt’s noch den Nachhaltigkeits-Bonus, denn in punkto CO2-Fußabdruck schneidet der Free Loader natürlich hervorragend ab: seinen Saft bezieht er ausschließlich aus der Kraft der Sonne.

Wer nun bereits hofft, für alle Zeiten das Original–Ladegerät in den Schrank räumen zu können, muss allerdings enttäuscht werden. Folgende Daten gibt der Hersteller an: die interne Lithium-Ionen Batterie benötigt an einem hellen Sonnentag circa 8 Stunden für eine Voll-Ladung, wahlweise kann man das Gerät auch am USB-Anschluss versorgen, dann dauert es drei Stunden, bis die volle Kapazität erreicht ist. Die reicht wahlweise für:
Zu bedenken ist dabei auch, dass das aufzuladende Gerät in etwa vier Stunden am Free Loader hängen muss, bis alle Elektronen in den Akku gewandert sind. Freuen werden sich speziell Outdoor-Freaks dagegen über die Abmessungen und das geringe Gewicht: der Free Loader nimmt im zusammengebauten Zustand in etwa so viel Platz ein wie 1 1/2 Zigarettenschachteln und bringt ohne Adapter gerade mal 110 Gramm auf die Waage. Die Solar-Panels kommen beim Auseinanderziehen des Geräts zum Vorschein, sie werden im Betrieb links und rechts vom Akku-Mittelteil angesteckt. Zusammengelegt macht der Free Loader einen recht stabilen Eindruck, auch im Lichtsammel-Modus sollte die Stabilität ausreichen, den Mini-Generator etwa beim Wandern außen am Rucksack anzubringen.
Der Free Loader zeigt sich äußerst anschlussfreudig: bereits in der Grundversion werden unter anderem Adapter für Nokia (alte und neue Version), LG, Samsung, Sony Ericsson, Nindendo DS Lite, iPod, Mini USB und USB weiblich (=Anschlussbuchse) mitgeliefert, zusätzliche Adapter auch für exotischere Devices kann man einzeln nachkaufen, ebenso eine passende Transporttasche und einen Ersatz-Akku. Wer die Aufladezeit verkürzen möchte, kann zusätzlich zum Superloader greifen, der mit wetterfester Funktionstasche geliefert wird und die Charging-Dauer halbiert. Die Händlersuche auf der Homepage ist noch im Aufbau, amazon.de will €45,00 für das FreeLoader Solar-Ladegerät. Wer doppelt so viel investiert, erhält die robustere Solar-Ladegerät Free Loader Pro
Pro Version, die sich sogar für Spiegelreflexkameras eignet.
Bei meinem Test war ich recht zufrieden mit dem Free Loader, die Herstellerangaben bestätigten sich durchaus. Bedenkt man, dass die meisten Original-Ersatz-Akkus gleich viel oder sogar mehr kosten als die Solar-Variante, spricht einiges für das Gerät. Waren Taschenrechner aufgrund ihres geringen Strombedarfs bislang die einzigen Consumer-Geräte mit Echtzeit-Solarzellen Betrieb, so kommt danke Gadgets wie dem Free Loader endlich Bewegung in diesen wichtigen Markt. Bis Energie-rückgewinnende Systeme für Mobiltelefone (etwa durch Körperbewegungen) marktreif sind, werden noch einige Jährchen ins Land ziehen. Bis dahin bietet sich die Solartechnologie als einzige ernsthafte Alternative an. Aufgrund des Auflade-Zeitaufwands reicht ein einzelner Free Loader keinesfalls als Ersatz für sämtliche Mobile-Device Ladegeräte aus, empfiehlt sich aber für alle umweltbewussten Geeks und Outdoor-Freunde.
Keine ähnlichen Beiträge.
Wir hatten das Teil auch mal zum testen und da waren wir alles andere als zufrieden. Wir haben es nicht geschafft, ein Handy damit mal aufzuladen, so dass wir zumindest ein Anruf tätigen konnten. Und das bei optimalen Wetterverhältnissen. Vielleicht haben die Hersteller inzwischen einiges verbessert…
direkt antworten
Also mir ist nur aufgefallen, dass der Li-Ion Akku (wie alle Akkus dieser Bauweise) mindestens 3 – 5 Lade-Entlade-Zyklen braucht, bis er die volle Kapazität erreicht… maW: es macht Sinn, das Teil die ersten paar Mal am über USB zu laden und dann zu entladen, bevor man die Solar-Panels einsetzt.
direkt antworten
Die Erfindung finde ich richtig gut, wenn auch nicht originell, aber auf jeden Fall praktisch.
direkt antworten
Definitiv! Das sind natürlich Early-Adopter-Modelle, aber ich tippe mal ganz stark drauf, dass solar charging / Energierückgewinnung zu den wichtigsten Themen für zukünftige Handygenerationen gehören werden.
direkt antworten
Dann wäre es schön, wenn noch mal eine Rückmeldung von jemand auftaucht, der andere sprich positive Erfahrungen gemacht hat. Denn ich denke es wird technische Gründe geben, warum die Konstrukteure die Größe des Geräts und damit auch Leistungsfähigkeit gewählt haben. Man kann natürlich auch mit einem größeren Teil arbeiten — Marke Segel oder Hausdach — der Gag ist aber, dass es relativ klein sein sollte. Also, wer hat´s noch ausprobiert?
direkt antworten
Ist schon ein nettes Teil. Gut die Ladezeiten sind ein bisschen lang für max 2,5 Stunden Spielspass. Aber wenigstens nutzt es Sonnenenergie.
direkt antworten
Natürlich, den “Gewissensbonus” darf man nicht außer Acht lassen
direkt antworten
auf jedenfall ne coole praktische Erfindung, kann aber bestimmt noch verbessert werden.
direkt antworten
wir sind ja nicht im busch in afrika. eine steckdose gibt es doch an jeder ecke. wieder so etwas nutzloses. ich brauche es nicht.
direkt antworten
Es kommt halt ganz stark drauf an, wo man sich aufhält… Bei mehrtätigen Wanderungen ist das Teil super, und in Afrika gibt’s ausreichend besiedelte Gebiete ohne Stromversorgung, warum sollte Solarenergie dort kein Thema sein?
direkt antworten
Das scheint sich nicht wirklich durchgesetzt zu haben. shibumi hat recht. steckdosen gibts an jeder ecke..
direkt antworten
Wohl war… außer, man ist längere Zeit im Gemüse unterwegs.
direkt antworten
Besonders bei Iphone nervt es wenn der blöde akku nichtmal einen tag hält. Jeden abend muss das Ding an die Leitung und bei Iphone 4 gibt es wieder keinen wechselbaren akku.…
direkt antworten
Ja, da hast du recht — für Heavy User ist ein nicht wechselbarer Akku in der Tat ein Ausschlusskriterium.
direkt antworten
Eine gute Idee für ein Produkt. Die Frage ist nur, wie weit die Händlerangaben und die tatsächliche Praxis auseinander liegen. Sollte sich die Effizienz der Solartechnologie erhöhen, werden solche Produkte in Zukunft bestimmt viele Anwender finden.
direkt antworten
Ja, da hast du recht — und die Differenz dürfte bei den Solargadgets noch größer sein als üblich…
direkt antworten