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MenschMaschine: ein Social Media Kabarettabend mit 2 Videowalls, 3 Üblichen Verdächtigen und analoger Interaktivität

02.09.2009, geschrieben von , 25 Kommentare

Mmm, keep your tem­per
Never lose con­trol of your­self
Keep con­trol, be pati­ent.
If you learn to do these things you can mas­ter anything.

Out of nowhere there came a cara­van
This was around a camp­fire light
A lovely woman in motion
Her hair was as dark as the night.

     Wu Tang Clan: “Campfire” (vom Abum “8 Diagrams”)

Lieben Dank an für die zwei Pressekarten zum bun­ten Abend! Normalerweise trei­ben mich ja nur Heinz, Werner und Martin als Science Busters in den Rabenhof, aber der Bunte Abend 2.0 erwies sich als über­aus auf­schluss­reich. Dabei war es gar nicht ein­mal die dem lauen Abend ange­passte Gagdichte, die mir sehr impo­niert hat, son­dern der Aufschlussreichtum des Experiments Komik 2.0. Dass da drei Radiomacher, die in ihrer ange­stamm­ten Mediendomäne pri­mär mit kon­trol­lier­tem Feedback umzu­ge­hen gelernt haben, sich vor eine und einem maxi­mal Netz-affinen und aus selbst­de­fi­ni­to­ri­schen Gründen über­kri­ti­schem Publikum aus-setzten, war durch­aus gewagt. Ob das Experiment gelang, muss die Geschichtsschreibung attes­tie­ren, ich habe jeden­falls eini­ges gelernt.

Gewiss ist ein läs­si­ger Medienprofi, seine Art von Humor hat bei mir jedoch noch nie funk­tio­niert, die Schuld dafür suche ich jedoch allein beim Autor die­ser Zeilen. beur­teile ich dage­gen extrem vor­ein­ge­nom­men, füllt er doch die über­le­bens­große Rolle des impres­sivs­ten Radiomoderators und viel­leicht nicht bes­ten, aber gewiss spek­ta­ku­lärs­ten DJs, den meine Heimatstadt Lienz je her­vor­ge­bracht hat, mit Grandezza und Bravour aus. Herrn Hermes kenne ich als so-gut-wie-nie Radiohörer vor allem aus der “Sendung ohne Namen” und aus sei­nen Features über die Unteren 10.000 in Willkommen Öster­reich. Die Bühnenchemie zwi­schen den drei Protagonisten, die, sanft gelenkt von den lau­ni­gen Regieanweisungen Meister Gröbchens ihr lose geplan­tes oder streng impro­vi­sier­tes Programm abspul­ten, hat gestimmt: zwar kam bei eini­gen aus­ge­dehn­ten Lese-Passagen zwi­schen­zeit­lich Langweile auf, grosso modo jedoch reichte der Spannungsbogen locker aus, um mich fast bis zum Ende im Saal zu hal­ten. Hier ein kur­zer Videomitschnitt, den ich mit mei­nem Handy auf­ge­nom­men habe:

Es müsste schon mit dem Leibhaftigen zuge­hen, wenn sich drei Moderatoren, die den über­wie­gen­den, wenn nicht voll­stän­di­gen Teil ihres Berufslebens beim staat­li­chen Rundfunk Comedy-Nischen für unter­schied­li­che Zielgruppen füll­ten, im Lauf der Jahre nicht ein Stammpublikum erspielt bzw. erre­det hät­ten. Das über­wie­gend nega­tive Feedback der anwe­sen­den Twitteria (nach­zu­le­sen hier und dort) mag zum klei­ne­ren Teil einem grup­pen­dy­na­mi­schen Aufschauklungs-Effekt geschul­det sein und zum grö­ße­rem dem alt­be­kann­ten Phänomen, dass Widerspruch und Kritik immer noch die bes­ten Motivatoren beim Verfassen von Leserbriefen sind, ganz sicher aber auch daran, dass die FM4-Teenage-Hörerschaft an die­sem Abend ein­deu­tig in der Minderzahl war.

Da erschien die weit­ge­hende Ignoranz des Bühnentrios gegen­über der Twitterwall durch­wegs als pro­bate Strategie. Lustiger hätte ich’s alle­mal gefun­den, wenn die­ser der­zeit auf allen mög­li­chen Veranstaltungen omni­prä­sente und meist mehr ner­vige als nütz­li­che Feedback-Typus von Beginn an kon­se­quent igno­riert wor­den wäre. Doch auch so gelang es, ein­zelne Besucher in ganz ana­lo­ger Manier effi­zi­ent zu echauf­fie­ren, was mir den zwei­ten unein­ge­schränkt wit­zi­gen Moment des Abends bescherte (der erste kam voll­kom­men uner­war­tet als Eberhard plötz­lich sein Mikro ver­lor und der dritte, als ich ein Tweet las — ich glaube, es war von Michaela — das der Einladung zweier weib­li­cher Gäste durch drei männ­li­che Moderatoren Sexismus unter­stellte). Ich kann mich nicht mehr an den genauen Wortlaut des Zwischenrufs der bewuss­ten Dame erin­nern, aber er ging sinn­ge­mäß unge­fähr so: “Langsam füh­len sich die –User hier ver­lack­mei­ert — das, was ihr da zeigt, ist ja über­haupt nicht reprä­sen­ta­tiv, wo habt ihr denn gesucht?”

Somit wurde auf uner­war­tete Weise das Versprechen der Interaktivität gera­dezu über­ein­ge­löst: das war gro­ßes Theater, das emo­tio­na­li­siert, das die “User” akti­viert, die Publikums-Bühnen-Sprachbarriere zu über­win­den, um eine ver­meint­li­che Missrepräsentation sicher­zu­stel­len. Miss.Repräsentation scheint mir dann auch das zen­trale Stichwort zu sein, unter dem sich die Schwierigkeit des Unterfangens “ Kabarettshow” sub­sum­mie­ren lässt. Zu den unver­zicht­bars­ten Ironie-Strategien gehö­ren Über­hö­hung, Zuspitzung und Dekontextualisierung. Der moderne Heavy User, auch Geek genannt, stößt beim täg­li­chen Prokrastinieren im Netz aller­dings auf so viel medi­en­in­hä­rente Skurrilitäten, dass die Über­hö­hung respek­tive Über­trei­bung schlicht­weg schei­tern muss. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hätte sich ein weni­ger Medien-affines Publikum bes­ser amü­siert, wäh­rend die meis­ten Anwesenden gegen­über Pimmel-Klavieren und eigen­ar­tig offen­siv zur Schau getra­ge­nen Manien bereits abge­stumpft sind. Um die Humorlatte also über die Banalität des täg­li­chen Netz-Alltags empor zu heben, müsste sich das Trio ins Reich von König Meta bege­ben. So war’s halt ein lehr­rei­cher Abend mit wort­ge­wand­ten Gästen (von denen einer sogar schau­spielert), einer bezau­bern­den Zither-Spielerin, einer Live-Bandzuschaltung via Skype aus Russland und einer gut dosier­ten Prise Fäkalhumor. Ein wenig vor­zei­tig aus dem Saal getrie­ben hat mich dann ob der vor­ge­rück­ten Stunde Polly-Adler-Erfinderin Angelika Hager, deren Kolumnen in Buchform ich mal in einem Arzt-Wartezimmer lesen musste, weil mein Handy leer und keine andere Literatur ver­füg­bar war. Seitdem rea­giere mit den klas­si­schen Allergie-Symptomen (unkon­trol­lier­bare Rülpsanfälle) auf die “lebens­lus­tige, selb­stän­dige, allein­er­zie­hende und zeit­geis­tige Frau, das wollte ich dem p.t. Publikum erspa­ren. (Natürlich auf Polly, nicht Angelika, aber um ers­tere bzw. deren Facebook-Profil ging’s Interview.)

Fazit: Ich möchte den von mir über­aus geschätz­ten Humorkritiker Hans Mentz para­phra­sie­ren, der sich letz­tens in sei­ner Titanic-Kolumne über­aus wohl­wol­lend zum neuen Sacha Baron Cohen Film “Brüno” äußerte: Nihilismus ist in Zeiten wie die­sen nicht die schlech­teste aller Strategien. Wir Netizens lachen über dicke Frauen, die beim Bullriding einen unfrei­wil­li­gen Kopfüber-Abstieg vor­le­gen, gei­zen nicht mit reich­lich ver­teil­ter Schadenfreude und haben Rickrolling zum kul­tu­rel­len Phänomen erho­ben. Da ver­dient die kollektiv-analoge Anstrengung dreier arri­vier­ter Radio-Komik Experten wohl durch­wegs ein wenig Respekt — wenn das Resultat nicht beson­ders befrie­di­gend aus­fällt, so liegt die­ser mei­ner Meinung nach ganz allein in der Natur der Sache.


Update: Das schrei­ben blog­gende KollegInnen über die Premiere der Menschmaschine:

Jana Herwig stellt auf digiom Über­le­gun­gen zur Verbesserung des Formats an:

Natürlich sind Twitterer immer sehr kri­tisch – erst recht wenn es um das Social Web selbst geht, die Sphäre, in der sie sich jetzt schon so gut aus­ken­nen, wie der Rest der post­in­dus­tri­el­len Gesellschaft in 15 Jahren. Ein Maß an Über­kri­tik (wie Ritchie meint) kann es m.E. dabei nicht wirk­lich geben, denn eine Kuschel–- und Blogosphäre würde sich selbst ad absur­dum füh­ren (auch wenn man­che Firmen, z.B. Jako, ver­su­chen, Bloggern ihre Lust am Nörgeln abzugewöhnen) – die Frage wäre eher, wie man diese Eigenschaft nut­zen und ein­set­zen kann.

Eberhard Lauth fand die Vorstellung ZIB21.com durchwachsen:

Was muss man tun, um für ein paar Stunden den füh­ren­den Hashtag in der deutsch­spra­chi­gen Twitter-Sphäre zu stel­len? Gehörig Wirbel machen. Und immer­hin das ist der #men­sch­ma­schine im gelun­gen. Ansonsten war die Darbietung der inter­ak­tiv ange­leg­ten –Performance “Menschmaschine” im Rabenhof (wir blogg­ten schon im Vorfeld und twit­ter­ten auch flei­ßig mit) durchwachsen.

Andi Gabmeyer ver­misst auf Alte Knacker Namensschilder (und was Eberhard betrifft: Full Akk! Der steckt in die “jün­gere Generation” in punkto Unterhaltungsfaktor sowieso in die Tasche :mrgreen:):

Kurzum, es hätte die beste Facebook-Party hier­zu­lande wer­den kön­nen, die Öster­reich jemals gese­hen hat, aus diver­sen dum­men Gründen wurde nichts dar­aus, schade eigent­lich. Jetzt gehts mir wie den Fussballfans, die nach einem ver­lo­re­nen Ländermatch alle­samt die bes­se­ren Nationaltrainer wären, aber wenn der Gröbchen die Sache lizen­siert, würde ich es leicht ver­än­dert ganz gerne in Wels oder Linz neu auf­füh­ren, aber nur mit dem Forcher alleine auf der Bühne.

Im Standard zog Rebecca Sandbichler ein durch­wegs nega­ti­ves Fazit — und bebil­derte den Artikel mit Linzerschnittes Foto:

Die Internet-Inszenierung im Wiener Theater Rabenhof war der ein­zig­ar­tige Versuch ein Stück Zeitgeist über den sozia­len Wahnsinn “Web 2.0″ zu schaf­fen — Es blieb beim Versuch.


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  • karola riegler Identicon Icon

    lie­ber rit­chie,
    ich find das ja ganz süß von dir mein pos­ting zu neh­men
    (ich gehörte sicher­lich zu den kri­ti­schen stim­men)
    doch wenn schon, dann doch bitte nicht aus dem kon­text genom­men…
    http://twitter.com/sinnsausen/status/3696166691
    ;)
    des wei­te­ren finde ich dei­nen bei­trag gut und flo­ckig geschrie­ben
    habe dem nichts mehr hinzuzufügen.

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    sinnsausen Identicon Icon
    sinnsausen antwortete am 2. September 2009 um 10:24

    und wenn wir schon bei, aus dem Zusammenhang geris­se­nen, Kommentaren sind, bitte ich auch mei­nen dazu­ge­hö­ri­gen und dem zitier­ten vor­her­ge­gan­ge­nen Tweet zu berück­sich­ti­gen, wel­cher auch meine Meinung zu dem Abend wider­spie­gelt. Danke
    http://twitter.com/sinnsausen/status/3695017075

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 2. September 2009 um 13:03

    Den guten alten “Zusammenhang” würde ich nicht über­be­wer­ten. Ist die “Kontextlosigkeit” nicht gera­dezu eine medi­en­in­hä­rente Eigenschaft von Twitter und Co.? Oder viel­leicht bes­ser: die Kontext-Arbitrarität.

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    sinnsausen Identicon Icon
    sinnsausen antwortete am 2. September 2009 um 19:15

    bin auch hier nicht dei­ner mei­nung. wenn auch man­che tweets inhalts­los und ohne sinn wir­ken, steckt doch meist eine absicht des ver­fas­sers dahin­ter. das reicht von pro­vo­ka­tion über all­ge­meine mit­tei­lun­gen bis zu pri­va­ten infos. selbst beim tourette-bot gibt es bei aller inhalts­lo­sig­keit doch einen roten faden.
    und twit­ter als will­kür­lich und zusam­men­hangs und inhalts­los zu bezeich­nen finde ich schlicht falsch.
    just my 2 cents

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 2. September 2009 um 19:45

    Nein, Missverständnis: ich bin der letzte, der T. als inhalts­los bezeich­nen würde. Ich meinte viel­mehr, dass die frag­men­tierte Art der Informationsaufnahme typisch für Twitter ist: natür­lich kann man Timelines, Entwicklungen, Konstanten etc. nach­voll­zie­hen (a posteriori).

    Aber in der Nutzungspraxis kommt der Fall, dass man im “rich­ti­gen” Internet-Leben plötz­lich ein­zelne Info-Brocken aus dem Zusammenhang geris­sen sieht, sehr häu­fig vor. In den sel­tens­ten Fällen hat der Rezipient die Ressourcen, die Muße oder den Willen, den gesam­ten Kontext zu recher­chie­ren. Technikinhärent ist bei Twitter aber gerade auch, dass die Nachvollziehbarkeit von Unterhaltungen doch rela­tiv arbi­trät funk­tio­niert — sozu­sa­gen “Context loss” als Layer zwi­schen Technik und Rezeptionspraxis. Das kann man in einem Web 2.0 Kabarett durch­aus wider­spie­geln, finde ich.

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    sinnsausen Identicon Icon
    sinnsausen antwortete am 2. September 2009 um 20:07

    ok, war wirk­lich ein miss­ver­ständ­nis, hab mich schon gewun­dert *g*
    obwohl… ;) ganz ohne wider­spruch mei­ner­seits gehts nicht. es kommt näm­lich ganz auf den nut­zungs­stil von T. oder auch F. oder … an. wieso muss jeder fol­lo­wer wie irre anhän­ger sam­meln ? wieso gilt hier #je mehr desto belieb­ter? viele fol­lo­wer zu haben impli­ziert näm­lich imho ÜBERHAUPT nicht dass die qua­li­tät der tweets stimmt. und unter qua­li­tät mein ich nicht immer sinn­vol­les– nicht falsch ver­ste­hen.
    ich bin kein freund von “dem muss man fol­gen oder fri­en­den oder xin­gen oder was auch immer”. ich bin da eher selek­tiv, daher kann ich auch pro­blem­lo­ser ver­su­chen inter­es­sante gedank­ent­weets nach­zu­re­cher­chie­ren. aber viel­leicht ist das auch mein alter *gg*

    ich finde, dass man — um wie­der zu die­sem unsäg­lich ela­bo­rat von ges­tern zurück­zu­kom­men”- diese ver­fol­ge­rei oder fri­en­de­rei durch­aus wit­zig hätte the­ma­ti­sie­ren kön­nen. und zwar nicht durch einen pein­li­chen user auf­tritt. ande­rer­seits. viel­leicht war das gerade die inten­tion der her­ren. jedoch jeman­den absicht­lich so einer pein­lich­keit aus­zu­set­zen zeigt weder von humor noch von respekt dem ande­ren gegenüber.

    aber ich schwa­fel.. sorry..

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  • linzerschnitte Identicon Icon

    Ja, Social Media hat wohl auch den Humor demo­kra­ti­siert! Kabarettisten bzw. Staatsfunk-Komiker haben kei­nen Freibrief mehr auf die bes­ten Gagschreiber unter ihren Facebookfreunden… und Schwarmintelligenz ver­sus Bühnentrio war auch eine unaus­ge­gli­chene Ausgangssituation;)

    Inhaltlich war also das Problem, dass die Superlative fehl­ten. Das Problem der Umsetzung war mei­ner Meinung, dass sich die Menschmaschine, trotz Videos, Gästen usw. viel zu sehr nach Radio ange­fühlt hat. Da hab ich halt mal einen lang­wei­li­gen Gast im Interview, weil der grad avail­able ist und spule die Fragen run­ter, die mir der Redakteur zusam­men­ge­schrie­ben hat. Aber Radio ist nun mal ein Nebenbei-Medium. Die Menschmaschine hat durch ihre Multimedialität volle Aufmerksamkeit abver­langt und inhalt­lich zuviel Durchschnittliches gebo­ten. Aber die Twitteria ist, denk ich, den­noch eini­ger­ma­ßen zufrie­den heim­ge­gan­gen. Immerhin konnte man sei­nen Unmut in Echtzeit und direkt vor Ort kund­tun und somit bes­ten­falls auch gleich dortlassen.

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    menschmaschinengast Identicon Icon
    menschmaschinengast antwortete am 2. September 2009 um 4:22

    so ein schwachsinn!

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 2. September 2009 um 13:01

    Kann man das even­tu­ell noch näher dif­fe­ren­zie­ren? :evil:

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  • e.forcher Identicon Icon
    e.forcher sagte am 2. September 2009 um 2:31

    danke dir für das aus­führ­li­che & faire feed­back .
    schön zu wis­sen , daß dir unser abend so viel an feed­back ent­lo­cken hat kön­nen
    (bei allen — auch uns akteu­ren durch­aus bewuss­ten — schwach­stel­len die­ses chaos-experiments).

    e.f.

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  • Walter Gröbchen Identicon Icon

    Schliesse mich EF an. Und muss dem Rabenhoftheater-Direktor Gratzer ein Kompliment aus­spre­chen, weil er uns das Chaos-Experiment gestatt hat. Einiges ging defi­ni­tiv in die Hose, ande­res war nicht unwit­zig, man­ches frag­wür­dig (und, ja, ich schätze auch bein­harte Kritik) und der Abend war gewiss zu lang. Viel zu lang. Aber der Lernprozeß hat gerade begon­nen! Theater, Radio, Web & Co. zu einem stim­mi­gen Ganzen zu ver­schmel­zen, ist die Aufgabenstellung. Ob das über­haupt geht? Wird wer­den sehen, weil wir auch wei­ter nach­schauen und
    –den­ken wol­len. Danke für die aus­führ­li­che, unbe­schwerte und prä­zise Kritik. Ahoi, WG

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    aufdraht Identicon Icon
    aufdraht antwortete am 2. September 2009 um 20:28

    nun dem ver­such “Theater, Radio, Web & Co. zu einem stim­mi­gen Ganzen zu verschmelzen” — irgend sowas hat ich mir erwar­tet — würde beim nächs­ten mal doch ein klei­ner live chan­nel mit audio hilf­reich sein. so blieb es –lei­der– für nicht anwe­sende ein vir­tu­el­les frag­ment, das weni­ger web 2.0 als mehr indoor kaba­rett blieb. ob das gut war oder nicht bleibt den übli­chen prä­sen­ten kri­ti­ken über­las­sen. aller­dings fänd ichs immer noch span­nend so einen bun­ten abend mit f2f und vr also sowohl im thea­ter­raum als auch im web zu krei­ie­ren. danke für den ver­such. bitte um mehrkanal-fortsetzung.

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    ghostworld Identicon Icon
    ghostworld antwortete am 3. September 2009 um 13:49

    Vielleicht wäre es span­nen­der gewe­sen, über die in Internet-Foren omni­prä­sen­ten “Trolle” und Flamewars zu reflek­tie­ren, und die Publikumsinteraktion in der Tradition von “Jesus, Erlöser” anzu­le­gen (einen kur­zen Moment war dazu im Rabenhof die Gelegenheit — das wurde jedoch gleich im Ansatz niedergeblödelt ;-)

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  • Haubentaucher Identicon Icon

    Interessante Kritik. Konnte nicht dort sein, via Twitter war es natür­lich nicht halb so lus­tig. Aber was bitte ist “Rickrolling”?

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 2. September 2009 um 13:00

    Der Name geht auf den “berühm­ten” eng­li­schen Pop-Sänger Rick Astley zurück; aus dem Wikipedia-Eintrag zu Rickrolling:

    Es ist ein Scherz, bei dem in E-Mails oder auf Internetseiten ein Link zu allem mög­li­chen ange­prie­sen wird. Meist ver­kün­det ein rei­ße­ri­scher Text, einen Star nackt zu sehen. Der Link führt dann aber zu einer eige­nen Webseite oder zu dem Videoportal YouTube, wo man das alte Video von Never Gonna Give You Up zu sehen bekommt und ein kur­zer Text hin­weist: “You have been Rickrolled” (dt.: “Du bist gerick­rollt worden”).

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  • marion Identicon Icon
    marion sagte am 2. September 2009 um 13:46

    eines vor­weg: danke wal­ter. ich finde dei­nen mut und dei­nen wil­len “zu tun und ned nur zu quat­schen” ange­nehm erfri­schend, da — eh scho wis­sen: den muti­gen gehört die welt!
    nur was mir ges­tern wirk­lich sauer auf­ge­stos­sen ist und jetzt nach­dem ich die ver­an­stal­tungs­kri­tik von rit­chie gele­sen hab, wie­der und wie­der hoch­kommt, ist der schein­bare unwille sich kon­kret mit den prä­sen­tier­ten inhal­ten zu beschäf­ti­gen.
    twit­ter­wall, live-skype-konzert und youtube, ja die kleine tech­no­lo­gie­ver­liebte ner­din in mir fand’s super. die kleine in den 80er jah­ren sozia­li­sierte femi­nis­ten run­zelte bereits bei der vor­stel­lung der “ent­zü­cken­den” zither­spie­le­rin leicht die stirn. tolle hechte, die flot­ten forel­len sind ein­fach nur hüb­sches bei­werk? da dachte ich mir noch, zufall, egal.
    lei­der häuf­ten sich die dies­be­zü­gi­chen zufälle:
    die leicht exi­bi­tio­nis­ti­sche kran­ken­schwes­ter — ein fleisch­ge­wor­de­ner feuch­ter traum für män­ner, deren kör­per kein tem­pel mehr ist. sie wird von den drei vom zahn der zeit inzwi­schen ziem­lich ange­knab­ber­ten profi-komikern vor­ge­führt, wie ein tanz­bär. bravo.
    das youtube sili­kon­mons­ter aus bra­si­lien(?), das mit ihren über­di­menso­nier­ten möp­sen, melo­nen zer­quet­schen kann. bravo. wos hamma glocht, chmelar foi owa!
    ist das euer face­book, euer youtube, euer web 2.0? wal­ter, zumin­dest in dei­nem fall kann und will ich es nicht glau­ben.
    ich bin dann raus­ge­gan­gen.
    es geht mir weder um bin­nen Is oder um quo­ten­frauen, nur bitte schreibts das nächste mal dazu, wenn ihr musi­kan­ten­stadl 2.0 machts.
    greets,
    marion b.

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 2. September 2009 um 14:09

    Ich find gar nicht, dass die Krankenschwester “vor­ge­führt” wurde. Und die Zitherspielerin war ja wirk­lich ent­zü­ckend :mrgreen:
    Das Video mit den Melonen dage­gen war… gera­dezu kör­per­lich schmerz­haft. Aber für mich neu: man lernt nie aus.

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    marion Identicon Icon
    marion antwortete am 2. September 2009 um 14:39

    und wel­che schlüsse ziehst du jetzt draus? ver­suchst du nüsse mit dei­nen eiern zu knacken?

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 2. September 2009 um 15:44

    Au! Sag doch nicht sowas. Das schmerzt schon bei der Vorstellung immens. Wenn ich sowas könnte, wär ich schon längst beim Circus :mrgreen:

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    greta gögö garbo Identicon Icon
    greta gögö garbo antwortete am 2. September 2009 um 16:07

    danke, marion. mich hat´s rasant an einige deutsch-noten erin­nert: thema ver­fehlt, nicht genü­gend…
    dass das dar­ge­bo­tene AUCH web 2.0 ist, steht außer frage. dass über­höh­tes, über­spitz­tes ein pro­ba­tes mit­tel zur kri­tik ist, auch. aber — es wurde nicht kri­ti­siert! und dass nur ein AUCH die gesamte ver­an­stal­tung trug, fand ich schlicht schade…

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  • Walter Gröbchen Identicon Icon

    Recht hast Du, Marion! Darüber wird zu reden sein. Und dar­über wird gere­det wer­den. Ahoi, WG

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  • Gerald Bäck Identicon Icon

    Ich denke das Hauptproblem der Veranstaltung war das gute Marketing im Vorfeld. Das war mal so rich­tig medi­en­ge­recht und ist bei der Web2.0 Community sehr ange­kom­men. Dadurch waren aber die Erwartungen zu hoch und konn­ten nicht erfüllt werden.

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  • max Identicon Icon

    war ein schwer ent­täu­schen­der Abend!

    Vor allem wenn man bedenkt, dass z.B. auf der Ars Electronica vor 20 Jahren schon adäqua­tere Umsetzungen die­ser Idee gezeigt wur­den (obwohl es damals noch kein Web2.0 gab!!), Stichwort Van Gogh TV, Hotel Pompino, Stadtwerkstatt TV, etc., siehe z.b. die­ser Ausschnitt: http://www.youtube.com/watch?v=xNKf8XSaagU

    Da kann ich dann nur Kreisky zitie­ren: “Lernen sie Geschichte!”

    das im Rabenhof gezeigte funk­tio­niert viel­leicht für 20 Sekunden im Radio, so war es aber um über 120 Minuten zu lang.

    Gerade so ein Abend zeigt wie drin­gend ein Generationswechsel bei FM4 not­wen­dig ist.

    Oder halt FM5 gründen!

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    ritchie Identicon Icon
    ritchie antwortete am 3. September 2009 um 11:12

    Hehe… das Video find ich super!!! Und wie schon oben geschrie­ben: ich fand’s nicht durch­ge­hend unter­halt­sam, aber auf jeden Fall lehrreich.

    Zum Thema Generationswechsel: da hängt ja mitt­ler­weile ziem­lich viel Infrastruktur dran; als Musikmarketing-Instrument ist fm4 mitt­ler­weile nicht zu unter­schät­zen, v.a. weil .at so klein ist. Eigentlich der ein­zige Sender, bei dem man mit ein paar Mails/Anrufen aus dem pri­va­ten Freundeskreis pro­blem­los *jeden* Track pus­hen kann. Das hat mit Credibility nix zu tun, ist aber eine andere Nische, die durch­aus funktioniert.

    Ö3 dürfte ja frü­her auch mal “cool” gewe­sen sein — das scheint mir aber der natür­li­che Lauf der Dinge, weil gerade in einem Staatsbetrieb (ich per­sön­lich fand, finde und werde die Kombination aus “Popkultur” und “staat­li­che Institution” immer skur­ril fin­den) nicht mit Generationswechseln zu rech­nen ist. Beim “Coolness-Wechsel” von Ö3 zu FM4 war aller­dings die Medienkonkurrenz wesent­lich schwä­cher. Ich kann mir der­zeit schwer vor­stel­len, dass fm4 noch die Chance hat, sich zu einem Mainstream-Radio zu ent­wi­ckeln. Der Generationswechsel pas­siert aber auf jeden Fall hörer­sei­tig; ich denke nicht, dass man auf Dauer mit Moderatoren, wel­che die Eltern der Hörer sein könn­ten, beson­ders viel rebel­li­sches Sozialkapital ansam­meln kann. Allerdings würd mich mal inter­es­sie­ren, wel­chen Stellenwert fm4 eigent­lich bei den Kids von heute hat.

    Und: fm5 gibt’s doch schon längst :mrgreen:

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  • Willem Hagen Identicon Icon

    fm5 macht gute mucke…

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