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Blogistan Panoptikum KW45 2009

08.11.2009, geschrieben von , Keine Kommentare

Willkommen zum Blogistan von Linzerschnitte und daten­schmutz. Viel Wundersames gibt es diese Woche wie­der zu berich­ten von Listen, Wave-Anleitungen und Social Media Kampagnen. Ritchie fliegt übri­gens mor­gen zum World Blogging Forum und wird live vom der Konferenz berich­ten, aller­dings nicht hier, son­dern aus­schließ­lich auf datadirt.net, damit die nicht-deutschsprachige Web 2.0 Interessierte und Konferenzbesucher eben­falls mit­le­sen kön­nen. Aber nun ohne wei­tere Umschweife zu unse­ren Highlights aus den letz­ten sie­ben Tagen Social Media Wahnsinn:

Was darf der Cheffe auf Facebook?

autor ritchie Blogistan Panoptikum KW45 2009 Pete, Mitautor eines kürz­lich erschie­nen Sammelbandes zur Kritik des glo­ba­len Kapitalismus hat auf der Mailingliste der Forschungsgruppe Internet auf eine bemer­kens­werte Case Study zum Thema hin­ge­wie­sen. Übli­cher­weise packen Chefs in gän­gi­gen Eskalations-Szenarien, in denen Mitarbeiter ob defä­tis­ti­scher Äuße­run­gen oder kom­pro­mit­tie­ren­den Facebook-Fotos gekün­digt wer­den, die Repo-Man Keule aus. Bei Chip Conley, sei­nes Zeichens erfolg­rei­cher Hotelier, lief’s anders­rum — Chips Mitarbeiter waren nicht gerade erfreut über die Burning-Man Fotos ihres Bosses — des­sen Fazit ver­dient ein Zitat:

And this is where I can get into trou­ble. What, exactly, does it take to damage the image of the com­pany? Sometimes it’s strai­ght­for­ward — employees can’t, for example, write about trade secrets — but other times, it’s not. What if pic­tures emerge of a desk host drin­king from a beer bong at a foot­ball game, or decked out in an S&M getup at an under­ground club? I’d have no pro­blem with that, alt­hough I know ple­nty of CEOs who would. To me, that’s an employee’s pri­vate life. Take it a step fart­her — the employee is shown ste­aling muni­ci­pal signs, for instance — and I would have a pro­blem with it. Even worse would be if that employee is wea­ring a Joie de Vivre shirt. In other words, it’s a case-by-case basis.

Vienna 2010

autor judith Blogistan Panoptikum KW45 2009 Minibarcamps, Foocamps, all­ge­meine Barcamps, Themenbarcamps, abge­sagte Barcamps — der öster­rei­chi­sche Barcamp Markt boomt wie nie zuvor. Fast wöchent­lich kom­men neue Termine auf barcamp.at hinzu. Und zuletzt auch einer, der den Panoptikum Autoren beson­ders am Herzen liegt, da wir beide Teil des Organisationsteams sind: Ladies and Gents, Guys and Gals — wir laden herz­lich ein zum ers­ten und bis­her ein­zi­gen öster­rei­chi­schen Videocamp!

Das Videocamp wird am 30. Jänner im Mediaquarter Marxpalast statt­fin­den. Mitorganisatoren sind unter ande­rem Helmuth Bronnenmayer (Datenwerk) und Fabian Topfstedt, über Team-Verstärkung sind wir dank­bar. Thematisch wird es beim Videocamp um alles gehen, was mit dem Thema Online-Video zu tun hat: Produktionstechnischer Input (Hardware, Software), gestal­te­ri­sche Aspekte, Vermarktung etc., alle Themen sind will­kom­men. Infos und Anmeldungen unter: http://barcamp.at/Videocamp_2010.

Anm. von Ritchie: Ich werde eine Session über die Technik und ein mög­li­ches Setup für den HD-Video hal­ten. Über Anregungen freu ich mich!

Amazon: mo money, mo Twitter, mo problems?

autor ritchie Blogistan Panoptikum KW45 2009 “Will Amazon Twitter mit Spam über­flu­ten?” fragt ReadWriteWeb. Letzte Woche ging der betref­fende Newsletter an die Affiliates raus: ab sofort kann man von Amazons Affiliate-Quickleiste aus direkt Produktlinks auf Twitter ver­öf­fent­licht. Mir per­sön­lich hat diese Funktion schon lange gefehlt, RWW sieht böses Potential für undis­clo­sed AdPlacement — wird Twitter end­gül­tig zum Fernsehsender?

The pro­blem with this sort of “hid­den” adver­ti­sing, though, is exactly that: it’s hid­den. This is the internet’s ver­sion of “pro­duct placement” — subtle adver­ti­sing in plain sight yet never cle­arly iden­ti­fied as such. Was your favo­rite TV star using a Macbook? Was he drin­king a Coke? Already com­mon­place in Hollywood, these almost sub­li­mi­nal adver­ti­sing mes­sa­ges per­meate our con­scious­ness every time we turn on the TV. Now that same sort of hid­den ad will soon show up in the Twitter streams of your favo­rite tweeters.

Und TechCrunch wun­dert sich über den hohen Tolanzlevel der Twitter-Gründer gegen­über Affiliate-Modellen:

Something else to think about: A lot of blogs dis­close when they’re supp­ly­ing you with a refer­ral link that they will make money from (though cer­tainly not all of them). But on Twitter, that’s going to be hard for people to do even if they wan­ted to because of the 140 cha­rac­ter limit. Other social sites, like MySpace, for example, do not allow you to post affi­liate links. Twitter, it would seem, has no pro­blem with this.

Wer die eigene Meinung kund­tun möchte, ver­sieht seine Tweets mit dem Hash-Tag #AMZNSOT — das ist der “offi­zi­elle” Feedback-Tag, die Meinungen sind bis­lang defi­ni­tiv stark diver­gie­rend.

Lass’ uns doch mal was mit Social Media machen”

autor judith Blogistan Panoptikum KW45 2009 Der Satz scheint bei Corporates und Agenturen zur­zeit glei­cher­ma­ßen über­stra­pa­ziert zu wer­den. Das Ergebnis sind viele teure und häu­fig schwer pein­li­che Ausflüge von schlecht bera­te­nen Corporates in die Welt der sozia­len Medien, wo bereits die Branchenkollegen dar­auf war­ten, einem end­lich mal — geschützt durch ihren Nickname — so rich­tig eins rein­wür­gen zu kön­nen. Die schlaue­ren hin­ge­gen wis­sen bereits: Social Media ist keine Kampagne, son­dern Digital Relations:

Social Media ist eine sol­che Art der , die ver­trau­ens­bil­dend wir­ken muss und dura­tiv statt­fin­det. Wer gerade im Bereich Social Media in Kampagnenmustern denkt, sieht ein Anfang und ein Ende und ver­kennt so die Möglichkeiten von Social Media. Zumal es in mei­nen Augen nicht ver­trau­ens­bil­dend ist, User zu begeis­tern, sie zu moti­vie­ren, um dann nach weni­gen Wochen oder Monaten den Stecker zu ziehen.

Google Wave User Manual

autor judith Blogistan Panoptikum KW45 2009 Bereits seit eini­gen Wochen bin ich (@digiom sei Dank) in die erle­sene Runde der Google Waver auf­ge­nom­men. Da mein Corporate Life immer noch von erzwun­ge­nem Internet Explorer Einsatz geprägt ist, kann ich nur pri­vat waven — und die­ser Umstand hat bei mir bis­her den Eindruck erweckt, dass Googles neues Service nur ein wei­te­res Tool für mehr oder weni­ger ver­zicht­ba­ren Rudelspam ist. Dieses User Manual zeigt aller­dings, dass Wave doch noch mehr kann. Wer wis­sen möchte, wie man eine Wave embed­ded, und was ein Wavelet oder ein Blip ist, arbei­tet sich durch the com­plete wave guide. Etwas kür­zer gibt’s die essen­ti­el­len Infos auch bei Mashable. Wussten Sie bei­spiels­weise, dass Wave auch über­set­zen kann?

Natural lan­guage: Google Wave can auto­cor­rect your spel­ling, even going as far as kno­wing the dif­fe­rence bet­ween simi­lar words, like “been” and “bean.” It can also auto-translate on-the-fly.

Voll im Stress? Dann soll­ten Sie zumin­dest einen Blick auf die­sen Artikel wer­fen, der unter ande­rem erklärt, wie man Audio-Dateien via Wavelet shared: Don’t Miss These 5 Things About Google Wave!.

Wie soll­ten Tweets ranken?

autor ritchie Blogistan Panoptikum KW45 2009 Loic Le Meurs Vorschlag, dass Twitter doch einen Authority Rank bei der Suche ein­füh­ren soll, der auf der Zahl der basiert, hat für zahl­rei­che und hef­tige Reaktionen (über 100 Antworten unter ande­rem von Michael Arrington und Scobble) gesorgt:

What we need is search by aut­ho­rity in Twitter Search. Technorati had nai­led it years ago by allo­wing sear­ches fil­te­red by num­ber of links the blog­ger had. It would be very easy for Twitter to add an aut­ho­rity line in their search cri­te­ria, with the num­ber of fol­lo­wers so that you can search for say, only people who have more than a thousand fol­lo­wers and see what they say. React as fast as you can for cri­ti­cism from them. It is not a cri­te­ria for being smart or not, but cle­arly a cri­te­ria for how fast some­thing can spread.

Hutch Carpenter fin­det die­sen Vorschlag zu kurz gegrif­fen und rät zum Heranziehen einer ande­ren Kennzahl, näm­lich der Klickhäufigkeit auf Tweet-Links:

Once these tweets are in the Google and Bing search results, the clicks can be mea­su­red. These are power­ful bases for mea­su­ring someone’s aut­ho­rity.
I’d add a mea­sure for how often a shared link is cli­cked; say bit.ly’s click infor­ma­tion. While the actual num­ber of clicks tra­cked by bit.ly is wrong, let’s assume it’s wrong in a simi­lar fashion for ever­yone. So the bit.ly clicks counts can give a mea­sure of rela­tive effec­tiv­en­ess in pro­vi­ding content.

Eine Kombination aus bei­den Faktoren wäre sicher­lich nicht die dümmste Idee — mal schauen, viel­leicht kann ich Loic in Bukarest ja vor der datenschmutz-Cam dazu befragen.

Large Hadron Collider ver­sus Baguette 0:1

autor judith Blogistan Panoptikum KW45 2009 Vor mehr als einem Jahr durfte der 3 Milliarden Euro Large Hadron das erste Mal los­le­gen — doch die Freude währte nicht lange und der LHC kackte sogleich wie­der ab. Nix mit schwar­zen Löchern und Weltuntergang, die manch ein Superhirn ver­spro­chen pro­phe­zeit hatte. Als Grund des Versagens wurde eine Temperaturüberhöhung ange­ge­ben. Nun scheint es eine genauere Erklärung des Vorfalls zu geben: Anscheinend hat ein Stück Baguette auf den Stromschienen zu einem Kurzschluss geführt.… Nun ja, bald soll das Experiment LHC in die nächste Runde gehen — sofern nicht wie­der ein Mitarbeiter im LHC früh­stückt.

Ritchies Video der Woche

Moviento Natural — Natural Movement von Nilo Merino Recalde besteht aus sage und schreibe 17.464 ein­zel­nen Fotos, die mit einem Intervallometer (ist z.B. im Extra-Batteriegriff inte­griert) auf­ge­nom­men und anschlie­ßend im Stop-Motion Verfahren zusam­men­ge­setzt wur­den. Beeindruckend!

Judiths Video der Woche

Ich hasse Musicals. Und wenn ich selbst in dem Supermarkt gewe­sen wäre, ich hätte mich aus­gie­big für diese Menschen fremd­ge­schämt. Aber auf Video find ich’ ziem­lich lustig:

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Lesetipps der Woche

  • Flughunde prak­ti­zie­ren Oralsex: klingt komisch, weil die lie­ben Tierchen die­ser an sich zutiefst mensch­li­chen Spielart der Sexualität eher nicht zuge­neigt sind. Warum in die­sem Fall doch, weiß der Spiegel auch nicht.
  • Wie mit den Listen tun? Mashable hat einen Guide zu unse­rer neuen Twitter-Lieblingsfunktion erstellt.
  • Nicht zum Lesen, aber zum Gucken: Penn Olson hat seine per­sön­li­chen Viral-Video Favoriten für den Monat Oktober veröffentlicht.
  • Peter Sloterdijk ist keine Ökonomie-Experte: der Freitag hat einige lesens­werte Anmerkungen zur Wirtschafts“theorie” des Philosophen. [via @Kaboa]

Und das war’s auch schon wie­der mit der dies­wö­chi­gen Zurückblickerei — a pos­te­riori danke für Ihre Aufmerksamkeit, a priori danke für Ihre Anmerkungen und Kommentare. und daten­schmutz wün­schen Ihnen geruh­same Restsonntags-Minuten, einen ange­neh­men Start in die kom­mende Woche und: wir lesen uns mor­gen im Social Web!

icon input Blogistan Panoptikum KW45 2009Haben Sie Vorschläge und Themen fürs daten­schmutz Wochenpanoptikum?
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