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Geheimbotschaft in FPÖ-Wahlwerbung entdeckt

26.11.2009, geschrieben von , 7 Kommentare

Schon wie­der sind maro­die­rende Banden in mei­nen Briefkasten ein­ge­drun­gen — bei der Tatortbegehung meinte die Kripo, es handle sich ver­mut­lich um Weißrussen oder andere Ostbanditen*, denen jedes Mittel recht sei, den bra­ven und ehr­li­chen Inlands-Österreichern die Frohbotschaft von Onkel zu ent­rei­ßen. Zum Glück habe ich an allen acht Ecken mei­nes Postkasterls Kameras instal­liert: die dürf­ten letzt­end­lich auch der Grund gewe­sen sein, warum die Einbrecher kalte Füße beka­men und mit­samt ihrem wei­ßen Kastenwagen blitz­ar­tig aus mei­nem Briefkasten flüch­te­ten. “Spätestens beim ille­ga­len Grenzübertritt von Niederösterreich nach Burgenland erwischt der Niessl Hans die Posträuber persönlich“„beruhigte mich der Leiter der Sonderkommission “–Flugblattraub”. “Sind ja nur Wanna-Be Posträuber — was geschieht denn dann mit den ver­mut­lich mit­tel­lo­sen kri­mi­nel­len Masterminds ohne Aufenthaltsbewilligung?” fragte ich besorgt zurück.

Die wer­den nach Kärnten ver­bracht, müs­sen nicht unter sie­ben Tage lang Wache am Grab von Jörg Haider hal­ten, denn dort weht der Geist des anstän­di­gen öster­rei­chi­schen…” “Betrunkenen Autofahrers?” Er wandte sich ohne ein wei­te­res Wort ab und gab mir so end­lich die ersehnte Gelegenheit, mich mit ange­spro­che­nem zu befas­sen. Wie all­ge­mein bekannt, han­delt es sich schließ­lich nicht um Wahlwerbung im gewöhn­li­chen Sinn, son­dern um eine geheime Botschaft an ein dis­per­ses Publikum, die bis­her noch nie­mand ent­schlüs­seln konn­ten. Aber zum Glück gibt’s ja die esoterisch-dekryptographische datadirt-Unit! So schwer war’s gar nicht: man muss nur das Lebensalter von Strache in Stunden mit der Mitgliedszahl der FPÖ alle jener Jahre mit einer durch drei teil­ba­ren Quersumme mul­ti­pli­zie­ren und das Ergebnis Fourier-transformieren (bitte dis­kret!). Es ent­steht wie aus dem nichts eine –Reihe, die angibt, die wie­viel­ten Wörter auf wel­chen Seiten die geheime Botschaft ergeben.

Und die hat mich, das muss ich zuge­ben, ziem­lich beru­higt! So schlimm ist der Strache wohl gar nicht — aber er kann in die­sem Partei-Umfeld (noch nicht) offen zu sei­nen Über­zeu­gun­gen ste­hen. Aber sehen Sie selbst:

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Gleich die Seite zwei beginnt mit einer scho­nungs­lo­sen Offenlegung aller Human-Ressourcen, die hin­ter dem Mammut-Projekt ste­hen. H.C. Strache bzw. die FPÖ schla­gen sogar unge­wohnt demü­tige Töne bei der Dankesrede ans Redaktionsteam an

Jährlich finan­ziert pure Pornographie die­ses Projekt. Verhöhnung, Verunglimpfung, Sadomasochismus — zur Verbesserung der Links-Chaoten. 2 Millionen Hausbesetzer — nicht genug. Jährlich 42.000 obdach­lose Punks voll­stän­dig ein­ge­setzt. 24 Dienstnehmer als Betreuer. 700.000 ins­ge­samt! Unglaublich.

So rich­tig kna­ckig wird’s dann aber erst auf Seite, wenn H.C. Strache im “Exklusiv”-Interview auf seine FPÖ-Bilanz ein­geht und erst­mals aus­spricht, was er wirk­lich über seine Partei denkt:

Wirklich kata­stro­phal. Aber die Wiederherstellung schaut so aus, dass die Zuwanderung für unsere Stadt noch nicht reicht.

Ein 180-Grad der FPÖ-Ausländerpolitik? Eine Koalition mit der SPÖ scheint den­noch äußerst unwahr­schein­lich, zumal Herr Strache ganz offen aus­spricht, dass er sich nicht mehr so rich­tig mit sei­ner Partei iden­ti­fi­zie­ren kann und emp­fiehlt, direkt Beschwerde beim amtie­ren­den Bürgermeister einzulegen:

Seit Monaten ter­ro­ri­siert die Wiener FPÖ Asylwerber und die Öster­rei­che­rin­nen und Öster­rei­cher. Sicherungssysteme wer­den ein­ge­mahnt. Die FPÖ ist dazu nicht bereit. Wer will, soll im November zum Wiener Bürgermeister. Die Bundeshauptstadt hält stand.

Selten hat ein Politiker in Öster­reich der­art viel Gespür die Aktivierung der Kernzielgruppe bewie­sen. Nur die Sache mit dem war etwas müh­sam — das nächste Mal bitte ohne, dann müs­sen die Ostbanditen* auch nicht in mei­nen Postkasten einbrechen.


*) Ostbandit, der — nicht ver­wandt mit Ostba-hnkurti, der. Aufgeschnappt dank der Titelstory der aktu­el­len Datum-Ausgabe, die wie­der mal ganz her­vor­ra­gend gelun­gen ist.

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Bisher haben meine Lieblingsleser 7 Kommentare zu "Geheimbotschaft in FPÖ-Wahlwerbung entdeckt" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Alex Hager Identicon Icon

    Das ist ja schwie­ri­ger als den Da Vinci Code zu kna­cken! :D
    Traumhafter Artikel!

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    Ritchie Pettauer Identicon Icon
    Ritchie Pettauer antwortete am 27. November 2009 um 13:57

    Danke! Ich muss zuge­ben, die Brute-Force Attack mit mei­nem bio­lo­gi­schen Großrechner hat die Sache sehr vereinfacht. :mrgreen:

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  • Profilneurose Identicon Icon

    Ich hab die­ses Ding auch bekom­men und sogar an mich adres­siert. Verdammt noch mal, woher hat die FPÖ schon wie­der meine Adresse.
    Ich werde wohl einen bösen Brief schrei­ben müssen.

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    Ritchie Pettauer Identicon Icon
    Ritchie Pettauer antwortete am 27. November 2009 um 13:58

    Na ist doch klar, dass es die “Braven und Anständigen” nicht so genau neh­men mit dem Datenschutz! :evil:

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  • Roman Identicon Icon

    Was die leute sich ein­fal­len las­sen für eine ver­schlüs­se­lung. Super Artikel, danke fürs publi­zie­ren und ent­schlüs­seln. Wünsche dei­nem Briefkasten was :) Gruß

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  • Martin Skopal Identicon Icon

    Neben dem Studium und der Entschlüsselung des gran­dio­sen Inhalts war für mich die ein­zig rich­tige Handlung, das Ding an den Absender unfran­kiert zurück­zu­sen­den. Was macht man denn sonst mit uner­wünsch­ter Post?

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  • Lisi Identicon Icon

    Hallo Ritchie,

    danke, dass du mei­nem Tag geret­tet hast! *lachtränenwegwisch*

    Ad Profilneurose: Bin schon gespannt, ob es dir gelingt, die Propaganda los zu wer­den… Ich hab schon einige Mails geschrie­ben, aber irgen­wie raf­fen die das nicht so(,) recht(s)… ;)
    LG,
    Lisi

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