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Geheimbotschaft in FPÖ-Wahlwerbung entdeckt

Schon wieder sind marodierende Banden in meinen Briefkasten eingedrungen - bei der Tatortbegehung meinte die Kripo, es handle sich vermutlich um Weißrussen oder andere Ostbanditen*, denen jedes Mittel recht sei, den braven und ehrlichen Inlands-Österreichern die Frohbotschaft von Onkel zu entreißen. Zum Glück habe ich an allen acht Ecken meines Postkasterls Kameras installiert: die dürften letztendlich auch der Grund gewesen sein, warum die Einbrecher kalte Füße bekamen und mitsamt ihrem weißen Kastenwagen blitzartig aus meinem Briefkasten flüchteten. "Spätestens beim illegalen Grenzübertritt von Niederösterreich nach Burgenland erwischt der Niessl Hans die Posträuber persönlich“,,beruhigte mich der Leiter der Sonderkommission "FPÖ-Flugblattraub". "Sind ja nur Wanna-Be Posträuber - was geschieht denn dann mit den vermutlich mittellosen kriminellen Masterminds ohne Aufenthaltsbewilligung?" fragte ich besorgt zurück.

"Die werden nach Kärnten verbracht, müssen nicht unter sieben Tage lang Wache am Grab von Jörg Haider halten, denn dort weht der Geist des anständigen österreichischen..." "Betrunkenen Autofahrers?" Er wandte sich ohne ein weiteres Wort ab und gab mir so endlich die ersehnte Gelegenheit, mich mit angesprochenem zu befassen. Wie allgemein bekannt, handelt es sich schließlich nicht um Wahlwerbung im gewöhnlichen Sinn, sondern um eine geheime Botschaft an ein disperses Publikum, die bisher noch niemand entschlüsseln konnten. Aber zum Glück gibt's ja die esoterisch-dekryptographische datadirt-Unit! So schwer war's gar nicht: man muss nur das Lebensalter von in Stunden mit der Mitgliedszahl der FPÖ alle jener Jahre mit einer durch drei teilbaren Quersumme multiplizieren und das Ergebnis Fourier-transformieren (bitte diskret!). Es entsteht wie aus dem nichts eine -Reihe, die angibt, die wievielten Wörter auf welchen Seiten die geheime Botschaft ergeben.

Und die hat mich, das muss ich zugeben, ziemlich beruhigt! So schlimm ist der wohl gar nicht - aber er kann in diesem Partei-Umfeld (noch nicht) offen zu seinen Überzeugungen stehen. Aber sehen Sie selbst:

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Gleich die Seite zwei beginnt mit einer schonungslosen Offenlegung aller Human-Ressourcen, die hinter dem Mammut-Projekt stehen. H.C. bzw. die FPÖ schlagen sogar ungewohnt demütige Töne bei der Dankesrede ans Redaktionsteam an

Jährlich finanziert pure Pornographie dieses Projekt. Verhöhnung, Verunglimpfung, Sadomasochismus - zur Verbesserung der Links-Chaoten. 2 Millionen Hausbesetzer - nicht genug. Jährlich 42.000 obdachlose Punks vollständig eingesetzt. 24 Dienstnehmer als Betreuer. 700.000 insgesamt! Unglaublich.

So richtig knackig wird's dann aber erst auf Seite, wenn H.C. im "Exklusiv"-Interview auf seine FPÖ-Bilanz eingeht und erstmals ausspricht, was er wirklich über seine Partei denkt:

Wirklich katastrophal. Aber die Wiederherstellung schaut so aus, dass die Zuwanderung für unsere Stadt noch nicht reicht.

Ein 180-Grad der FPÖ-Ausländerpolitik? Eine Koalition mit der SPÖ scheint dennoch äußerst unwahrscheinlich, zumal Herr ganz offen ausspricht, dass er sich nicht mehr so richtig mit seiner Partei identifizieren kann und empfiehlt, direkt Beschwerde beim amtierenden Bürgermeister einzulegen:

Seit Monaten terrorisiert die Wiener FPÖ Asylwerber und die Österreicherinnen und Österreicher. Sicherungssysteme werden eingemahnt. Die FPÖ ist dazu nicht bereit. Wer will, soll im November zum Wiener Bürgermeister. Die Bundeshauptstadt hält stand.

Selten hat ein Politiker in Österreich derart viel Gespür die Aktivierung der Kernzielgruppe bewiesen. Nur die Sache mit dem war etwas mühsam - das nächste Mal bitte ohne, dann müssen die Ostbanditen* auch nicht in meinen Postkasten einbrechen.


*) Ostbandit, der - nicht verwandt mit Ostba-hnkurti, der. Aufgeschnappt dank der Titelstory der aktuellen Datum-Ausgabe, die wieder mal ganz hervorragend gelungen ist.

 

8 Kommentare zu „Geheimbotschaft in FPÖ-Wahlwerbung entdeckt“

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