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Blogistan Panoptikum KW51 2009

20.12.2009, geschrieben von , 8 Kommentare

In der letz­ten Woche habe ich die daten­schmutz Fanpage auf Facebook aus­führ­lich über­ar­bei­tet, ein paar Einladungen ver­schickt und ein aus­ge­sandt — von der Resonanz bin ich völ­lig sto­ked! Vielen Dank an alle Leserinnen und Leser, die in den letz­ten zwei Tagen ds-Fans auf Facebook gewor­den sind und meine Fan-Zahl mit der­zeit 547 mehr als ver­dop­pelt haben. Danke dafür!

Und das bringt uns auch schon mit­ten ins Thema, näm­lich die ver­gan­gene Woche: Linzerschnitte und daten­schmutz haben die vor­weih­nacht­li­chen Web 2.0 Trends für Sie gewohnt peni­bel doku­men­tiert. Und es scheint durch­aus nicht über­trie­ben, von punk­tu­ell auf­tre­ten­der Hassliebe zu spre­chen. Also pro­bie­ren Sie bloß nicht die “Web 2.0 Suicide Machine” aus und sagen anschlie­ßend, wir hät­ten Sie nicht gewarnt…

“Carmen” mit mäch­ti­gen neuen Features

autor ritchie Blogistan Panoptikum KW51 2009 Gestern betrat WordPress 2.9 die Blogging-Bühne — die aktu­elle Version unse­res Lieblings-CMS ist nach der legen­dä­ren Jazz-Sängerin benannt. Es han­delt sich um den letz­ten Roadmap-Release vor der lang erwar­te­ten 3er-Version, die nächs­tes Jahr grö­bere Über­ar­bei­tun­gen mit­brin­gen wird. Ich habe daten­schmutz vor der Veröffentlichung die­ses Beitrags upge­da­tet und bin von den neuen Features schwer begeis­tert — spe­zi­ell der neuen in-Blog Images Editor, mit dem man grund­le­gende Bildbearbeitungsaufgaben im CMS-Backend erle­di­gen kann, erleich­tert Bloggen aus dem Internetcafé unge­mein. SEO-affine Blogger dürf­ten sich über die native Unterstützung des Canonical-Tags freuen, alle Details zur neuen Version kennt das offi­zi­elle WordPress Blog.

Hier geht’s zum Download. Wahlweise kann man das Update auch direkt übers Backend vor­neh­men, ein vor­he­ri­ges Datenbank-Update emp­fiehlt sich in jedem Fall. An die­ser Stelle wie­der mal herz­li­chen Dank an Matt Mullenweg und das gesamte WordPress-Team für die her­vor­ra­gende Arbeit! Ihr lasst jeden kom­mer­zi­el­len CMS-Entwickler ziem­lich blass aus­se­hen frog6 Blogistan Panoptikum KW51 2009

URL Shortener von Facebook — und Google?

autor judith Blogistan Panoptikum KW51 2009 Die meis­ten Ereignisse in Social Media World begin­nen mit Gerüchten, die sich nach und nach ver­dich­ten — und sich frü­her oder spä­ter oft als wahr her­aus­stel­len. Blogger Ryan Spoon hat diese Woche ent­deckt, dass Mobile Alerts statt unter der bis­he­ri­gen Mobile Url m.facebook.com unter fb.me erreich­bar sind — seine Interpretation des Ereignisses: “FB rolls out URL Shortener”

Und dies lässt Spoon mehr ver­mu­ten. URL Shortener waren bis­her vor allem bei Twitter von Bedeutung, natür­lich wegen der 140 Zeichen Beschränkung. Facebook hat beim letz­ten grö­ße­ren Relaunch die Zeichenbeschränkung der Statusupdates aller­dings auf 420 Zeichen geho­ben, URLs kön­nen als Link atta­ched wer­den, um nicht in die­ses Zeichenlimit zu fal­len. Da also Short Urls für die bis­he­rige klas­si­sche Anwendung zur Benutzung in Status Updates nicht benö­tigt wer­den, zählt Spooner einige andere Features auf, für deren Entwicklung ein URL Shortener von Facebook von Vorteil wäre:

- user ana­lytics / fan page data
 – inte­gra­tion with feed pos­ting and FB Share
 – focus on “notes” and exter­nal link sharing
 – Facebook Connect integration (?)

Durchaus mög­lich, dass Facebook sich ein­mal mehr öffnet — dies­mal nicht nur als Application Provider für externe Developer, son­dern als Social Media Plattform mit Fotos, Blogbeiträgen (“notes”) und mehr, deren Inhalte ver­mehrt nach außen getra­gen wer­den sol­len. Einziges Hindernis bis­her — wer nicht bei Facebook regis­triert war, konnte Facebook-Inhalte (Pages) bis­her nur sehr ein­ge­schränkt sehen, hinzu kom­men die Privacy Settings der ein­zel­nen User. Ob der alte Kampf gegen Google dahin­ter steckt? Vermutlich. Denn Google prä­sen­tierte immer­hin am 14. Dezember 2009 den Google URL Shortener http://goo.gl.

Die Web 2.0 Selbstmordmaschine

autor ritchie Blogistan Panoptikum KW51 2009 Nimmt das digital-soziale Klickleben zuviel Zeit weg? Möchten Sie eigent­lich viel lie­ber wie­der mal ein Schwätzchen mit Ihrem Nachbarn hal­ten, doch vor lau­ter Twitter-Updates haben Sie seit Tagen Ihre Wohnung nicht ver­las­sen? Haben Sie schon mal “Ich will weni­ger Zeit auf Facebook ver­brin­gen!” in die Tasten gehäm­mert, um anschlie­ßend fest­zu­stel­len, dass Sie gerade ein Status-Update geschrie­ben haben? Radikale Probleme erfor­dern radi­kale Lösungen — enter Web 2.0 Suicide Machine:

Liberate your new­bie fri­ends with a Web2.0 sui­cide! This machine lets you delete all your energy sucking social-networking pro­files, kill your fake vir­tual fri­ends, and com­ple­tely do away with your Web2.0 alter ego. The machine is just a meta­phor for the web­site which moddr_ is hos­ting; the belly of the beast where the web2.0 sui­cide scripts are main­tai­ned. Our ser­vices cur­rently runs with facebook.com, myspace.com and LinkedIn.com! Commit NOW!

Wie die ulti­ma­tive Delegation der Sozialpräsenz funk­tio­niert, erklärt das fol­gende Video. Ob die Maschine wohl tat­säch­lich funk­tio­niert? Keine Ahnung, und ich werd’s nicht ausprobieren!

Erste Hilfe: Was tun, wenn Ihr Google Konto gehackt wurde

autor judith Blogistan Panoptikum KW51 2009 Email-Konten sind die zen­tra­len Schaltstellen jeder vir­tu­el­len Identität. Alle Passwörter, Kontonummern, Kontakte, Adresse usw. lau­fen frü­her oder spä­ter durch einen Mail-Account. Und dies macht es für Hacker so inter­es­sant, Mailkonten zu hacken. Wie man damit umgeht, wenn der Albtraum pas­siert und man sich plötz­lich einer Fehlermeldung statt all die­sen wich­ti­gen Daten gegen­über sieht, schreibt Amit Agarwal — aus eige­ner, leid­vol­ler Erfahrung. Seine Tipps sind alle­mal nach­ah­mens­wert, um als Besitzer des eige­nen Accounts und letzt­lich der eige­nen digi­ta­len Identität veri­fi­ziert wer­den zu kön­nen. Neben dem Eingeben der obli­ga­to­ri­schen Telefonnummer und einer zwei­ten Mailadresse hat er aber noch wesent­lich mehr Best Practices auf Lager:

You will need this to verify your iden­tity to Google in case someone else takes over your Google Account and the secon­dary email address asso­cia­ted with your account.
The month and year when you crea­ted your Gmail / Google Account. You can look at the last page of your Gmail Inbox (or go to Sent Items) to get an appro­xi­mate idea of the date when you crea­ted the account.
If you crea­ted a Gmail account by invi­ta­tion, write the email address of the per­son who first sent you that invite for Gmail. Use a search query like “in:all has invi­ted you to open a free Gmail account” to find that invi­ta­tion email.
The email addres­ses of your most fre­quently emai­led con­ta­cts (the top 5).
The names of any custom labels that you may have crea­ted in your Gmail account.
The day/month/year when you star­ted using various other Google ser­vices (like AdSense, Orkut, Blogger, etc.) that are asso­cia­ted with the Google account that you are try­ing to reco­ver. If you’re not cer­tain about some of the dates, pro­vide your clo­sest estimate.

Wer Google Apps wie Analytics, AdWords oder ähnli­ches nutzt, sollte sich die­ses Blogpost noch genauer ansehen.

 — Webseiten “ana­log” layouten

autor ritchie Blogistan Panoptikum KW51 2009 Auf die Hotglue-Introduction bin ich im Zuge der Web 2.0 Suicide Machine (siehe ers­ten Beitrag in die­sem Panoptikum) gesto­ßen — und hielt das Projekt zuerst für einen Scherz. Dabei han­delt sich’s bei Hotglue tat­säch­lich um ein funk­tio­na­les CMS, das eine sehr unge­wöhn­li­che Interface-Metapher nutzt, um große Flexibilität und hohe Geschwindigkeit bei der Erstellung und Pflege von Homepages zu ermög­li­chen. CMS steht bei hotglue näm­lich nicht für Content Management System, son­dern für Content Manipulation system:

Most modern CMS sys­tems are based on the idea of con­tent being sepa­ra­ted from the lay­out of a web-site. In order to relieve the pain of rear­ran­ging and adding new infor­ma­tion to alre­ady exis­ting publi­ca­ti­ons web­sites are orga­ni­zed in grids of pre­de­fined blocks (tem­pla­tes), thus resem­bling a lot the lay­out of a news-tabloid.

Die Software gibt’s auf hotglue.me zum Gratis-Download (der­zeit wer­den Beta-Tester gesucht, die eine eigene Homepage unter der Hotglue-Dom bekom­men), das zuge­hö­rige Forum resi­diert unter hotglue.org. Dieses Video erklärt das Prinzip des CMS:

Ich hab mir beim Schreiben die­ses Beitrags ein Test-Installation ange­legt. Die Einrichtung ist in Windeseile erle­digt — man muss nur drauf ach­ten, dass man nach dem Upload nicht nur dem Folder “con­tent”, son­dern auch allen Unterverzeichnissen CHMOD 777 zuweist, sonst funk­tio­niert das Speichern der Seite nicht. Das Interface prä­sen­tiert sich in der Tat sehr intui­tiv, für die schnelle Gestaltung eines (kol­la­bo­ra­ti­ven) Blackboards eig­net sich hotglue auf den ers­ten Blick ganz hervorragend.

Da es aller­dings der­zeit kein Log-In und kein Rechtemanagement gibt, kann jeder Besucher die Inhalte der Seite ver­än­dern — aber hotglue befin­det sich noch in der Betaphase und ich hoffe, dass diese Funktion (“Lock Page”) bald nach­ge­lie­fert wird, denn das Interface macht wirk­lich Spaß. Ich werde das CMS sicher­lich wei­ter im Auge behal­ten und würde auch gerne ein Blog-Blackboard inte­grie­ren. Da man der­zeit auch die File-Upload Funktion nicht deak­ti­vie­ren kann, ist das Sicherheitsrisiko zu hoch. Dennoch: einer der viel­ver­spre­chends­ten CMS-Ansätze, den ich in den letz­ten Jahren zu Gesicht bekom­men habe.

Warum man bes­ser kei­nen vir­tu­el­len Traktor kau­fen sollte

autor judith Blogistan Panoptikum KW51 2009 Jeder kennt sie, die FB Cutie Games oder Addictive Games auf Facebook, die die­ser Plattform erst so rich­tig zu ihrem inter­na­tio­na­len Durchbruch ver­hol­fen haben: Zuerst waren da Zombies und Vampire, dann Mobsters und Mafia Wars und seit dem Sommer hat wohl jeder schon mal von Farmville gehört. Farmville, Gaming Flagschiff der erst 2007 gegrün­de­ten Entwickler “Zynga” ist das bekann­teste und erfolg­reichste Game auf Facebook. Und wäh­rend Facebook noch kein rich­ti­ges Monetarisierungskonzept vor­zu­wei­sen hat, haben Zynga es geschafft: Fett Kohle ver­die­nen auf Facebook, mit vir­tu­el­len Traktoren und Scam (Betrug).

Wie Michael Arrington auf TechCrunch schon vor Wochen schrieb: Auf Facebook gewinnt, wer am meis­ten scamt. Wie bringt man die User aber dazu, auf Scam rein­zu­fal­len? In dem man ihnen Cash in der Währung ihres vir­tu­el­len Ökosys­tems ver­spricht — zum Beispiel: Spiele bei einem Online-Lotterie-Game mit und du bekommst 450 Farmville-Dollars. Dummerweise wird für das ver­meint­li­che Gratisangebot womög­lich bald eine Rechnung ins Haus flat­tern, die 450 Farmville Dollars ziem­lich alt aus­se­hen lässt. Besonders beein­dru­ckend an Michael Arringtons Beitrag: die mitt­ler­weile 20 Updates zu diver­sen Betrugsfällen rund um Farmville — sowie das Blogpost: How to spam face­book like a pro. Ein Blick auf die dunkle Seite der Macht.

Zieh mich — und dann lass mich fallen!

autor ritchie Blogistan Panoptikum KW51 2009 Social Sharing, die zweite: nach den alt­be­kann­ten “Share-Buttons” in allen Formen und Ausprägungen (auch hier am Ende jedes Artikels zu fin­den) hat Mashable bzw. Meebo mit einen neuen Trend los­ge­tre­ten: mit dem sli­cken Script lässt sich jedes Bild und jedes Video via Drag-and-Drop auf popu­lä­ren Social Networks sha­ren. Sobald man das betref­fende Element mit der Maus gepackt und gezo­gen hat, öffnet sich ein dyna­mi­scher Layer mit groß­for­ma­ti­gen Social Network pas­sen. Man lässt das betref­fende Element ein­fach auf das gewünschte Icon fal­len, anschlie­ßend öffnet sich die Share-Maske des jewei­li­gen Networks. Klingt wesent­lich kom­pli­zier­ter als es ist und sieht in der Praxis so aus:

dragtosharescreen 600x521 Blogistan Panoptikum KW51 2009

Das beste daran: diese Drag-to-Share Funktion ist seit schon seit län­ge­rer Zeit auch als WordPress-Erweiterung ver­füg­bar. Mir gefällt das Plugin sehr gut, das es sei­nen Job auf äußerst unin­trusive und ele­gante Weise erle­digt. Eine nette Zusatzfunktion wäre noch das Markieren und Drag-Sharen ein­zel­ner Text-Absätze. Drag-To-Share eXten­ded wird mit Sicherheit weite Verbreitung fin­den — und Sie ahnen es bereits: ich habe das Plugin natür­lich hier auf daten­schmutz auch akti­viert, aus­zu­pro­bie­ren bei­spiels­weise am Screenshot bzw. den Videos in die­sem Beitrag. Ob man nur bestimmte Elemente oder alle Bilder und Videos auto­ma­tisch drag-sharable machen möchte, lässt über die Options-Seite einstellen.

Der greift mei­nen Nachbarn an

autor ritchie Blogistan Panoptikum KW51 2009 will mit der aktu­el­len Kollektion zukünf­tige Darth Vaders ein­klei­den und bewirbt die betref­fen­den Produkte mit einer über­durch­schnitt­lich ori­gi­nel­len Online-Kampagne. Wer den Death Star Super Laser mit dem eige­nen Facebook Account ver­linkt, sieht ein Video das Darth Vader beim Angriff zeigt — und zwar auf die eigene Wohngegend, in die der Laser des Todessterns eine gewal­ti­ges Adidas-Logo ein­brennt. Möglich macht’s Google Maps, und TechCrunch ist schlicht­weg begeis­tert (oder bezahlt?):

This is where the Google Maps inte­gra­tion comes into play; you can even fine tune the laser’s exact tar­get using Street View if you so desire. All in all the Adidas app­li­ca­tion is cle­ver, fun, and addicting.

In der Tat eine wit­zige Idee — ich hab gleich mal Helges Büro in die Luft gejagt. #data­dirtvs­helge Und ich möchte gern wis­sen, wie viel Tantiemen Adidas an George Lucas für die­ses Branding bezahlt.

Judiths Video der Woche

Niemals hätte ich mir das gedacht. Dass ich mal was vom Feindsender als Video der Woche pos­ten werde. Aber in die­ser Augmented rea­lity Version gefällt’s mir einfach…

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Ritchies Video der Woche

Riesenhohe Wellen auf Maui, gran­diose Surfer, Iamkalaniprince und eine Canon 5D. Das Ergebnis: die­ses unglaub­li­che :

Und noch etwas Edukatives: Elspeth Jane erklärt in Rocketbooms “Know your Meme” Serie, was es denn eigent­lich mit dem mys­te­riö­sen “Om Nom Nom” Mem auf sich hat. (Achtung: Meta-Katzen-Content)

Lesetipps der Woche

  • Wenn man “rat­tig wie die Sau” ist, sollte man sich bes­ser nicht bei der Eingabe der E-Mail Adresse ver­tip­pen — denn das unbarm­her­zige Netz ver­gisst *rein gar nix*. Deswegen “for­dern Forscher ein Verfallsdatum für pri­vate Daten”. Oh Mann… die­ser Spon-Slang ist ja fast schon eine eigene Sprache.

Und das war wie­der mal die ver­gan­ge­nen 168 Stunden im Schnelldurchlauf. Wir dan­ken für Ihre unbe­zahl­bare Aufmerksamkeit, mer­ken uner­müd­lich an, dass wir uns über Kommentare und Feedback freuen wie die sprich­wört­li­chen Weihnachtselche und wün­schen Ihnen einen schö­nen Restsonntag und ein — je nach per­sön­li­cher Präferenz — ruhi­ges und besinn­li­ches oder spa­ßi­gen und actionrei­ches Weihnachtswochenende. Mit den Neujahrsglückwüschen las­sen wir uns aber noch Zeit: eine Panoptikum-Ausgabe gibt’s noch im Jahr 2009, und zwar am kom­men­den Sonntag, dem 27. Dezember. Wir lesen uns morgen!

icon input Blogistan Panoptikum KW51 2009Haben Sie Vorschläge und Themen fürs daten­schmutz Wochenpanoptikum?
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