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Univis: Warum die digitale Uni Wien mehr Social Media vertragen könnte

01.12.2009, geschrieben von , 6 Kommentare

Als Lektor an der ist man digi­tale Touchpoints seit Semestern, par­don, Jahren gewohnt. Über das –System wird die gesamte abge­wi­ckelt, Publikations-Funktionen, ein Kalender und wei­tere Features wur­den auf den ers­ten Blick über­sicht­lich umge­setzt. Über das System mel­den sich Studenten auch zu Lehrveranstaltungen an, LV-Leiter nut­zen das Interface zur Kommunikation mit der Gruppe. So weit, so sinn­voll — seit letz­tem Semester hat die Uni aller­dings ein neues System ein­ge­führt, und die Ände­run­gen bei der LV– (ich nutze nur die­sen Teil von Univis) berei­ten mir keine große Freude.

So war es im alten Univis pro­blem­los mög­lich, die kom­plette Anmeldeliste inklu­sive Matrikelnummern und Adressen der Teilnehmer zu expor­tie­ren — was ich am Semesterbeginn immer gemacht habe, um wäh­rend der LV lau­fend mit der Gruppe zu kom­mu­ni­zie­ren bzw. Unterlagen zu den ein­zel­nen Einheiten und Übungs­ar­bei­ten zu ver­schi­cken. Diese Export-Funktion fehlt im neuen System.

E-Mails kann man zwar nach wie vor ver­schi­cken, aller­dings nur über das Webinterface. Das sieht dann so aus:

univis email 600x352 Univis: Warum die digitale Uni Wien mehr Social Media vertragen könnte

Wie auf dem Screenshot zu erken­nen ist, zeigt das System zwar die auf Matrikelnummern basie­ren­den Unet-Adressen an, aller­dings ohne Namen. Mag mich peni­bel nen­nen, aber diese Umstellung halte ich für falsch ver­stan­de­nen Datenschutz: ich kann mir kaum vor­stel­len, dass es in der Vergangenheit Probleme durch Spam-Missbrauch gab. Außerdem wäre eine hän­di­sche Zuordnung von E-Mail und Name auf­grund der Matrikelnummer grund­sätz­lich ohne­hin mög­lich, aber voll­kom­men sinn­los aufwendig.

Zusätzlich unan­ge­nehm ist der Zwang, Univis zu ver­wen­den, auf­grund der Tatsache, dass repro­du­zier­bar unter Firefox/Vista64 die Login-Maske nicht lädt — mit IE, Chrome oder Oper haut’s hin. Allerdings ist das gesamte System so pro­gram­miert, dass die Back– und Forward-Buttons im Browser nicht funk­tio­nie­ren. Als ich mich dann am Freitagnachmittag ein­log­gen wollte, um eine Termin-Koordinations-Mail zu ver­schi­cken, erfuhr ich, dass das System auf­grund von Wartungsarbeiten von Freitag bis Sonntag nicht benutz­bar sei: kein Drama, aber defi­ni­tiv lästig.

In dem Moment wurde mir dann auch klar, wie ver­wöhnt wir Web 2.0 Geeks vom Paradigma der Simplicity und Webstandard-konformen Applications sind. Natürlich ist ein sol­ches Tool schwer mit General Interest Plattform wie Facebook ver­gleich­bar, aber den­noch: Lehre ist zwei­fel­los eine ver­ant­wor­tungs­volle Tätigkeit, die nicht nur auf Fachwissen, son­dern auch auf Vertrauen zwi­schen Lehrer, Student und Universität beruht. Ich denke, es wäre im Sinne der Qualitätssicherung erstre­bens­wert, die Kommunikation mög­lichst zu erleich­tern. Man muss ja nicht gleich Twitter– und Facebook-Buttons ins Univis ein­bauen (obwohl: schlecht wär’s nicht! :mrgreen:). Aber die Mailinglisten-Export Funktion mit Name und Matrikelnummer spart unnö­tige orga­ni­sa­to­ri­sche Zusatzarbeit — und wie effek­tiv Tools wie Twitter, Mixx und Co. als Organisations-Tools genützt wer­den kön­nen, zei­gen die aktu­el­len Stundenproteste deut­lich. Also bitte mehr Social Media im nächs­ten Univis! frog6 Univis: Warum die digitale Uni Wien mehr Social Media vertragen könnte

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Bisher haben meine Lieblingsleser 6 Kommentare zu "Univis: Warum die digitale Uni Wien mehr Social Media vertragen könnte" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • mao Identicon Icon

    exakt, ich ärger mich auch dau­ernd damit rum, vor allem das ein­fa­che mail schrei­ben streikt auch bei jeder drit­ten mail
    ein­stieg dau­ert ewig, dann absturz und dann muss ich das dep­perte mail noch mal schreiben

    das ist so lang­sam das uni­vie­sys­tem
    am lus­tigs­ten war aber das 35seitige erklär­heft des an sich eh selbst­er­klä­ren­den systems

    aber: ned ärgern, weitermachen ;-))

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    Ritchie Pettauer Identicon Icon
    Ritchie Pettauer antwortete am 2. Dezember 2009 um 23:58

    Das Erklärungsheft ist gar nie bei mir ange­kom­men :-)
    Aber eh: always for­ward :-) Irgendwann wird sich’s schon ändern.

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  • nacaseven Identicon Icon
    nacaseven sagte am 2. Dezember 2009 um 11:03

    Und da soll noch­mal einer sagen, Studenten wer­den nicht wie Nummern behan­delt. Die LV-Leiter haben ja gar keine andere Wahl.

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    Ritchie Pettauer Identicon Icon
    Ritchie Pettauer antwortete am 3. Dezember 2009 um 0:00

    Ja, das ist ein guter Punkt — da gehö­ren viele Bereiche dazu; aber die ent­spre­chende Infrastruktur zu schaf­fen, fände ich per­sön­lich sehr sinn­voll. Insofern war’s im Artikel auch gar nicht so scherz­haft gemeint, dass man z.B. ein Facebook-Connect bzw. einen Link zum Profil ein­bauen könnte, sowohl auf Lektoren– als auch Studentenseite (natür­lich nur nach Zustimmung).

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  • Bakugan Identicon Icon

    Liegt viel­leicht auch daran, dass Universitäten und Schulen in Deutschland nicht so viel Unterstützung bekom­men wie sie bräuchten…

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    Ritchie Pettauer Identicon Icon
    Ritchie Pettauer antwortete am 11. Dezember 2009 um 1:19

    Natürlich krie­gen sie zuwe­nig Unterstützung — aber alles kann man dann auch nicht aufs System schie­ben; das ist ja keine Kostenfrage.

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