Blogistan Panoptikum KW22 2009

Herzlich willkommen zum Blogistan-Panoptikum – vor lauter Feiertagen vergehen die Wochen ja nahezu im Flug, aber das hält eifrige Blogger natürlich nicht vom Berichterstatten ab, ganz im Gegenteil. Noch dazu bei diesen sibirisch-verschärften Außenbedingungen… dabei hatten uns die EU-Spitzenkandidaten doch einen super-heißen Mai versprochen. Aber wenn’s draußen kalt ist, dann kann man sich aus den diversen werblichen Print-Produkten und anachronistischen Tageszeitungen wenigstens ein wärmendes Feuerchen anzünden. Ganz ehrlich, kein Mensch braucht im Internetzeitalter mehr Tageszeitungen, die ganze Journalismus-Qualitäts-Debatte können wir Crowdsourcer uns doch endgültig schenken. Außer Datum – die einzige löbliche Ausnahme im von Falter-Meinungs-Monopolen geplagten Bobo-Österreich. Im Übrigen bin ich der Meinung, Armin Thurnherrs internet-feindliche Haltung gehört zerschlagen.

Google bringt Wave

The buzz is on – im Lauf des Jahres will Google sein neuestes Produkt “Wave” veröffentlichen – es soll nicht mehr und nicht weniger tun, als unseren Umgang mit Kommunikation und Kollaboration im Web nachhaltig zu verändern. E-Mail, Kontakte, Social Networks – Wave will die Grenzen zwischen Dokument und Dialog verschwimmen lassen:

A wave is equal parts conversation and document. People can communicate and work together with richly formatted text, photos, videos, maps, and more.
A wave is shared. Any participant can reply anywhere in the message, edit the content and add participants at any point in the process. Then playback lets anyone rewind the wave to see who said what and when.
A wave is live. With live transmission as you type, participants on a wave can have faster conversations, see edits and interact with extensions in real-time.

Erste Eindrücke und Screenshot kann man hier begutachten, potentiell Beta-Tester können sich mal für einen Account vormerken lassen. Wave wird übrigens komplett unter der Open Source Lizenz stehen – diese ausführliche Präsentation von der Google I/O macht mir jedenfalls den Mund wässrig:

YouTube Preview Image

Trending Topics gekapert!

“But all good things, they say, never last”, sang Prince. Und nun sagt TechCrunch das gleiche über Twitters “Trending Topics”:

Up until recently, Twitter’s trending topics – which are prominently displayed on their Search homepage and now also in the sidebar when you’re using the Twitter website – were an awesome way to get a feel of what was buzzing on the Web, in a way that virtually no other web service was able to do.

Aber dann kamen die Piraten und Michael war ordentlich beleidigt!

Today, when you look at Twitter’s trending topics, you’ll notice that the large majority of trends are memes started by a single user or a group of users, with the main goal offering entertainment rather than spreading information. That’s all fine and dandy – no harm in having fun – and I realize well that Twitter’s trending topics are not necessarily required to be giving you and me an overview of stuff that really matters, but I can’t help but think it’s a pity that that list is starting to turn into the top 10 of chain letters people used to circulate through e-mail messages in the late nineties.

Ach liebes fliegendes Spaghetti-Monster, ich bete zu dir jeden Tag darum, dass mehr Menschen einsehen mögen, dass es mehr Spaß macht, Social Media Plattformen zu manipulieren als deren Regen einzuhalten…

Heißt du wirklich so?

Amerikanische Ureinwohner tragen häufig sprechende Namen wie “Robin kills the Enemy”: der steht zwar in ihrem Pass, bringt aber auf Facebook Probleme mit sich, ebenso wie exotische Namen á la “Lisa Strawberry” – denn laut AGBs verlangt FB den richtigen Namen und legt bei Verdacht auch gerne mal unbegründet Accounts stillt, wie der Spiegel online berichtet:

Alicia Istanbul wurde zum Verhängnis, dass sie einen ungewöhnlichen Namen hat. Und Facebook hat gerade eine Kampagne gestartet, alle “fake accounts” zu löschen, also Nutzerkonten, die nicht wie gefordert den richtigen Namen angegeben haben. Für dieses Anliegen hat Istanbul ja Verständnis. Aber ganz und gar nicht verstehen kann sie, warum Facebook sie nicht einfach gefragt hat. “Sie sollten vorher wenigstens einen Warnhinweis schicken”, klagt sie. “Ich war dort den ganzen Tag unterwegs. Ich habe mein gesamtes soziales Netz darauf angelegt. Und das ist es ja schließlich, was Facebook auch will.”

Zwar werden die Konten im Ernstfall nach Support-Intervention wieder freigeschalten, allerdings kann das bei 850 Mitarbeitern und Millionen Usern schon mal ein Weilchen dauern. So selten dürften derartige Fehlalarme übrigens gar nicht vorkommen – FB-Sprecher Barry Schmidt räumte Probleme ein, die Gruppe Facebook: don’t discriminate against Native surnames!!! hat bereits über 4.000 Mitglieder. Schwierige Sache: einerseits will Facebook natürlich keine ressourcen-fressenden Fake-Accounts, andererseits entstehen dadurch für die Träger exotischer Namen derartige Kollateralschäden.

Gratulation zum 35., Mr. Shoemoney!

Jeremy Shoemaker wurde diese Woche 35 – herzliche Gratulation! Von keinem anderen US-Blogger habe ich mehr über Online-Marketing und Affiliate-Biz gelernt… keep up the good work! Auch einen Blick wert: das Friendshirt der Woche, diesmal von Friendshirt.me. Und die Kommentare sind ziemlich eindeutig… ich würd drauf wetten, dass da in der nächsten Zeit einige Bestellungen eingehen! Ich hab mein Friendshirt ja schon :mrgreen:

Wieviel ist ein Micro-Scobble?

Robert Scobble ist Web 2.0 Evangelist und Twitter-Legende. Das Disqus Blog hat ein Interview mit dem Mann, dessen Nachname Pate stand für die Benennung der internationalen Tweet-Frequenz-Einheit “Micro-Scobble”, veröffentlicht:

I grew up in silicon valley, I had no choice. My Dad was an engineer and I grew up in Cupertino about a mile from Apple Computers. I had an Apple Computer in 1977, in my junior high I was in the first computer club , and I got a tour of Apple when they were one little building. So yeah, I’ve always been around tech.

Werner, die Russen sind da

Dass Facebook viel mehr Geld verbrennt als die Werbungen reinbringen, dürfte mittlerweile wohl bekannt sind. Munter geht die Suche nach neuen Investoren weiter -einen fand man in Form von Digital Sky Technologies. Die russische Internet-Investment Firma gab 200 Millionen Dollar für 1,96% Anteil an Facebook aus, wie die New York Times berichtet:

Digital Sky won because its founders Yuri Milner and Gregory Finger have strong experience running Internet properties in Eastern Europe and Russia, and “a deep, advanced understanding” of social networking technology, Zuckerberg said.

Pikantes Detail am Rande: Cheffe Zuckerberg gibt sich zwar ganz lässig, dürfte aber wissen, dass die Gesamtbewertung des Unternehmens in den nächsten Monaten wohl ziemlich nach unten rasseln wird. Der Gesamtwert beträgt derzeit übrigens sagenhafte 10 Milliarden Dollar, als Microsoft 2007 für 240 Millionen Dollar lediglich 1,6 Prozent erwarb, lag der Unternehmenswert noch um ein Drittel höher. Tja, Analysten sind halt auch ganz schön launisch.

Die fünf nuttigsten Hochzeitskleider ever

Danke an Judith, die mich auf diesen großartigen Beitrag über die Top 5 Sluttiest Wedding Dresses Spotted In 2009 hingewiesen hat. Auch wenn es mir fast das Herz bricht, dass Miss Carey nicht mehr Single ist, eines muss man ihr lassen: mit ihrem Gefühl für Styling könnte sie in jedem Bordell dieser Welt sofort einen Job bekommen – und der Hochzeitsbikini ist auch nicht übel. Das muss man gesehen haben:

The Mariah Carrey slutty wedding dress certainly doesn’t leave anything to the imagination. Fully equipped with garter belt, stockings, and a main fashion piece better off worn under the dress or on the wedding night, this dress starts us off with its moderately tame slutty fashion.

SEO-News der Woche

Die wahren Abenteuer sind im Kopf, und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo: das legt zumindest eine aktuelle Studie über das Thema Suchmaschinen Branding. vs. Suchmaschinenqualität nahe:

So haben die Mannen rund um Google einen internen Versuch durchgeführt, bei dem die Suchergebnisse konkurrierender Suchmaschinen wie z.B. Yahoo, MSN/Live, Cuil, Ask, AltaVista, etc. in das Seitenlayout von Google gegossen und Testpersonen vorgesetzt wurden. Zum Vergleich wurde dieses Spielchen natürlich auch in umgekehrter Weise durchgeführt, wobei die Google-Suchergebnisse in das Layout von fremden Suchmaschinen integriert wurden. Das Ergebnis: Die Probanden empfanden immer die Suchergebnisse als besser, über denen das Google-Logo platziert war!

Manches lässt sich aber auch experimentell überprüfen, wie etwa der Canonical-Tag – Stefan hat seine höchst aufschlussreiches Versuchsprotokoll hiezu dokumentiert – unbedingt lesenswerter Beitrag! Apropos Kopien: die Seouxindianer haben 10 einfache Linkbaits zum Kopieren bereitgestellt. Und in der Tat: die genannten Rezepte wirken nachhaltiger als alle Russenlinks dieser Welt :mrgreen:

Wie SMO *nicht* funktioniert

Bei den Seouxindinaner habe ich auch noch einen zweiten Beitrag gefunden, den sich potentielle Social Media Cowboys unbedingt *vor* allfälligen Pistolen-Duellen zu Herzen nehmen sollten, gefunden: Wie SMO nicht funktioniert beschreibt die häufigsten Fehler und ich kann jeden einzelnen Punkt nur vollauf unterstreichen. Beispiel gefällig?

Den Usern freie Hand lassen funktioniert nicht. Wer seine Firma in Social Media Portalen nicht selbst präsentiert, der gibt unzufriedenen Nutzern und der Konkurrenz die Chance “ihre Meinung” als einzig vorhandene einzureichen. Wenn die ersten Inhalte aber von der eigenen Firma gestellt werden, ist der erste Eindruck durch kontrollierte Publikation gerettet.

Google Suggest nutzen

Google Suggest wirft in der Tag einiges über den Haufen:

Google Suggest ist wohl die größte Änderung, die uns Google in den letzen Monaten präsentiert hat. Nicht nur, weil Suggest von der breiten Usermasse aktiv genutzt wird, sondern auch weil es ein paar Erkenntnisse der Vergangenheit über den Haufen wirft. So führt die aktive Nutzung zu einer massiven Verschiebung der Suchvolumen von Ein-Wort-Kombinationen hin zum Longtail.

Und der Preis für den charmantesten-Insider-Slang des Monats geht an den selben Beitrag:

Der User sucht trotzdem dasselbe, er geht nur evt. einen anderen, direkteren Weg. In der Folge heißt dies, dass es abermals schwerer wird, dem User Inhalte unterzujubeln, die er eigentlich gar nicht sehen möchte. Also heißt es, den User genauer zu studieren und seine Wünsche zu kennen.

Video der Woche

Normalerweise poste ich an dieser Stelle keine Werbeclips, aber Peter Novak hat mit dieser Redhat-Linux Werbung einen fantastischen Job gemacht! Der geht raus an die Open Source Community weltweit:

Foto der Woche

Die bewegten Bilder der Woche werden ab sofort in jedem Panoptikum um die Foto-Rubrik ergänzt: das Bild der Woche suche ich nach rein subjektiven Kriterien aus – seit ich selbst recht viel mit meiner digitalen SLR hantiere, weiß ich, wie schwierig es ist, perfekte (HDR)-Belichtungen zustande zu bringen. Die Auswahl ist mir bei der Premiere gar nicht leicht gefallen, aber diese Abendstimmung im Manasquan Reservoir von Joisey Showaa finde ich fantastisch:

manasquan

Und das war’s auch schon wieder für diese Woche – danke fürs Vorbeisurfen, wir lesen uns am Montag!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick – für jeden Eintrag gibt’s auf Wunsch einen Backlink! Hier geht’s zum Einreich-Formular.

meshed #1: Social Marketing für Beginner

Ich geb zu: ein wenig deplatziert kam ich mir auf der meshed #1 schon vor – aber das ist bloß das alte Problem der Innen-/Außenperspektive. Für Einsteiger in den Bereich des Social Marketing gab es allerdings mit Sicherheit einiges an Informationen zu sammeln; die Frage ist in weiterer Folge natürlich, inwieweit auch das Prozessieren und weiterführende Einsetzen dieser neu gelernten Tools und Strategien dann auch gelingt. Denn eigentlich illustrieren die von den Vortragenden gerne zitierten Beispiele feat. Dell & Co. vor allem eines: wirklich erfolgreiche Social Media Strategien sind meist best practices: wir haben noch kaum Erfahrung, wir sammeln sie gerade. Grosso Modo hat der erste Tag Einsteigern in die Materie einen guten Überblick verschafft – und die Sky Loft im Ars Center ist ein äußerst angenehmer Veranstaltungsort.

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Gastbeitrag für die ÖW: Tourismusmarketing im Web 2.0

Diesen Text habe ich auf Einladung von Christian Lendl für die zweite Auflage des “Social Web Wegweiser” geschrieben. Die Österreich Werbung will mit diesem Printprodukt Touristikern die Möglichkeiten des Social Web nahe bringen. Die erste Auflage ist vergriffen, mein Beitrag erscheint gemeinsam mit Gastkommentaren verschiedener Experten im Sommer in der “Reloaded” Version.

Der Durchlauferhitzer der Eigenpropaganda läuft auf Hochtouren: selbst der best-isolierte Marketing-Direktor kann sich dieser Tage vor der Information, dass man “im Social Web was tun müsse” kaum verschließen. Natürlich verstehen es Online-Berater und Marketing-Gurus besser als alle anderen, ihre eigenen Leistungen online lautstark anzupreisen, dabei eignet sich bei weitem nicht jedes Social Media Service für jedes Produkt. Tourismus allerdings ist ein hochgradig emotional besetztes Feld, ein Thema, über das Kunden freiwillig gerne und ausführlich diskutieren – und diese Tatsache ist die beste Grundlage für Social Marketing Kampagnen, die man sich wünschen kann.

braunsberg-sonnenuntergang

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Interview: Warum ich Blogger bin

Dominik Gubi und seine Kollegen haben mich für die Publizistik-Lehrveranstaltung “MultiMediaBerufsfelder” interviewt – die exzellente Bild- und Tonqualität resultiert übrigens daher, dass die Digital Natives mit Canon-EOS SLR aufgezeichnet und den Ton extra aufgenommen haben… im Übrigen hab ich natürlich wieder mal wesentlich länger gequatscht als geplant, allerdings habe ich versucht zu erklären, warum ich beruflich im Internet und nicht – beispielsweise – auf der Bohrinsel oder im Fotolabor gelandet bin. Erstmals recherchiert: Frösche, Playboys, Keywords alles, was Sie nie über datenschmutz wissen wollten – wider die Objektivität!

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EU-Wahl: Personalprobleme bei den Grünen?

Die Grünen haben mir, motiviert durch den EU-Wahlkampf, auch mal ein Brieflein (hoffentlich auf nachhaltigem Umweltpapier gedruckt und von Fahrradboten zugestellt) geschickt. “Vorwärts” hatte ich immer irgendwie unter “sozialistisch” abgespeichert, aber auch was die Multi-Tasking-Fähigkeit der Spitzenkandidaten betrifft, war ich sehr überrascht: Dr. Monika Vana tritt an gegen Atomkraft, für Menschenrechte und für mehr direkte Demokratie. Allerdings frage ich mich, wie sie ihren Job in Brüssel mit der Tätigkeit als Wiener Stadträtin vereinen kann.

Scheitert’s an der Zahl umzugswilliger Mitglieder, dass die Grünen niemanden nominieren können/wollen, der sich fulltime diesem Job widmet? Rein bezahlungstechnisch jedenfalls scheint die EU nicht direkt einen Nebenjob im Sinn gehabt zu haben:

Mit der neuen Legislaturperiode im Europaparlament wird erstmals ein Schritt zur Vereinheitlichung der Gehälter der Abgeordneten auf zwölfmal 7.665,31 Euro brutto gesetzt. Bisher sind die EU-Abgeordneten ihren nationalen Parlamentariern gleichgestellt, in Österreich beträgt ihr Bruttobezug aktuell 14 mal 8.160 Euro. Nach dem neuen EU-Gehaltsschema würden den Abgeordneten nach den vergleichsweise niedrigen EU-Steuern netto 5,963.33 Euro bleiben. Daher haben die EU-Staaten die Möglichkeit, zusätzlich national zu besteuern. Dies sei auch für österreichische Abgeordnete in Vorbereitung, heißt es aus dem Außenamt.

Erstaunlicherweise habe ich auch nach ausführlichem Googeln keine stichhaltigen Informationen zum Gehalt eines Wiener Stadtrats gefunden – aber dafür einen Artikel von David Ellensohn vom Februar diesen Jahres, in dem dieser tapfer wie Zorro für die entrechteten Kindergärtnerinnen reitet:

Sittenwidrig hohe Löhne kürzen, sittenwidrig niedrige Löhne erhöhen [...] Die Stadt Wien könnte als Arbeitgeber voran gehen und die Löhne in einem Verhältnis von maximal 10:1 begrenzen. Nicht nur die sozialistische Jugend, sondern auch kirchliche Gruppierungen haben schon Begrenzungen von 7:1 gefordert. Das wären dann 1.500 Euro Mindestlohn und ca. 10.000 Euro Höchstlohn – ein wichtiger Schritt in Zeiten, wo immer mehr Menschen von ihrer Arbeit nicht mehr leben können.

Wie soll eine Politikern, die ihre Aufgabe ernst nimmt, zugleich an Stadtrats-Sitzungen teilnehmen und sich in Brüssel für den Ausstieg aus nicht-erneuerbaren Energieträgern einsetzen? Von der Gründung der Grünen als umweltzentrierte Bürgerbewegung hin zur behäbigen, auf Machterhalt und Postenschacherei bedachten “gelernten” Mittelpartei war’s ein erschreckend kurzer Weg. Das Debakel um die Geister der Grünen Vorwahlen, die man mit der eigenen Verfassung unvorsichtig rief, führt wohl überdeutlich vor Augen, wie ernst die gern propagierte Basisdemokratie zu nehmen ist. Bobo-Demokratie wär wohl eher angebracht.

Ein Widget in mehreren WordPress Sidebars verwenden

Widgets-fähige WordPress-Templates sind eine geniale Einrichtung, keine Frage: im Handumdrehen lässt sich der Sidebar bequem aus dem CMS via Drag-and-Drop an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Zusätzlich ermöglicht WordPress die Verwendung beliebig vieler Sidebars – hochgradig sinnvoll, um beispielsweise auf der Startseite, Einzelbeitragsseiten und statischen Pages jeweils unterschiedliche Sidebar-Inhalte darzustellen. Hier lauert jedoch eine Crux, die schon so manchen WordPress User in den Wahnsinn getrieben hat: mit wenigen Ausnahmen (Text, RSS) lassen sich Widgets nur ein einem einzigen Sidebar verwenden.

Das schränkt die Flexibilität bei der Gestaltung des eigenen Blogs in vielen Fällen deutlich ein: so ist es etwa Out-of-the-Box nicht möglich, das Tagcloud-Widget in zwei unterschiedlichen Sidebars (siehe diesen WordPress-Support Thread dazu verwenden. Abhilfe schafft ein geniales Plugin, das sich genau dieser Problematik widmet: Duplicate Sidebar Widgets ermöglicht das Anfertigen von Widget-Kopien und damit die Mehrfach-Einbindung. In den meisten Fällen funktioniert das problemlos – mit einigen etwas komplexeren Widgets, etwa den Top Commentators, versagte diese Methode jedoch.

Abhilfe schafft in diesen Fällen möglicherweise das Samsarin PHP Widget: während das Standard-Text-Plugin lediglich HTML darstellt, aber keine php-Scripts erlaubt, ermöglich Samsarin genau dieses. Man kann also mit Hilfe des oben genannten Duplicate Sidebare Widget Plugins mehrere Samsarin-Kopien anfertigen und in diese händisch die jeweiligen Function-Calls (in der Regel werden im Sidebar diverse UL-Listen dargestellt) eintragen. Um ein wenig Handarbeit und Konsultation der Doku kommt man dabei nicht herum, mit dieser Methode steht allerdings ein völlig freien Sidebar-Gestaltung mit WordPress nichts mehr im Weg.

Blogistan Panoptikum KW21 2009

Diese Woche kommt das Panoptikum mal wieder mit einem Tag Verspätung – den gestrigen Abend und einen Teil der Nacht habe ich am Braunsberg bei Hainburg verbracht, um ein paar Fotos vom Sonnenuntergang zu schießen. Und am Rückweg war ich deutlich langsamer unterwegs als üblich, denn ein nächtliches Rendez-Vous von Motorrad und Feldhase endet in der Regel für beide Seiten auf unerfreuliche Weise. Aber aufgeschoben ist natürlich nicht aufgehoben – dazu hat sich in dieser Woche ja schon wieder viel zu viel getan! Weiterlesen

The24Seven feat. Violetta Parisini: Stand Still

Mit ihren 2 Gitarristen und 33.000 Schlagzeugern kann das Musikerkollektiv The24Seven wohl zu Recht als die größte Popband der Welt bezeichnen. Nach 3 Jahren ununterbrochener DJ-Gigs und Live-Auftritte und dem Eintrag ins Strongbow Buch der Rekorde droppt am 29. Mai – mehr oder weniger oder zutun der Protagonisten – die erste Single. Hier ein exklusives Snippet und eine frühe Pre-Beta des Presstexts, den ich die Ehre und das Vergnügen hatte schreiben zu dürfen:

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Offene E-Mail an die Spammer von dieAnzeigen-de

S.g. Anzeigen-ExpertInnen,

Sie haben am 23. Mai 2009 in der Zeit zwischen 11:24 und 11:55 neunmal den gleichen Spam-Kommentar auf meiner Homepage zu fast allen aktuellen Postings auf der Startseite hinterlassen – hier habe ich einen davon zur Doku stehen gelassen. Gratuliere – falls es Ihr Ziel war, Ihren Spam-Score zu erhöhen, dann war Ihr genialer Plan von Erfolg gekrönt. Allerdings nehme ich an, dass Sie die E-Mail Adresse sarahhey11@googlemail.com ohnehin zum “Verbrennen” angelegt haben. Weiterlesen

1k BLs: Wer sind die datenschmutz-Piraten?

1000 Backlinks auf des blauen Frosch’s Seite drauf / und ‘ne Buddel voll Rum!

Zur nofollow-Diskussion habe ich schon einiges geschrieben – und 3 Jahre Blog-Erfahrungen haben mich in meiner Meinung, dass Weblogs vom Geben und Nehmen leben und Kommentare einer der wichtigsten Bestandteile des Blogs sind, täglich neu bestärkt. Das Top-Commentators-Plugin habe ich auf der Startseite schon länger im Einsatz, es handelt sich dabei um eine dynamische Blogroll: die Top-Kommentatoren der jeweils letzten 14 Tage bekommen einen Backlink von der Startseite. Im Zuge des kürzlich erfolgten datenschmutz-Redesigns habe ich darüber nachgedacht, wie sich dieses Konzept ausbauen ließe, was schließlich in der Einrichtung des “datenschmutz-Piraten” Widgets gipfelte: die fünf Top-Kommentatoren seit Beginn des Blogs bekommen auf einen Schlag über 1000 Backlinks, nämlich von jeder einzelnen datenschmutz-Beitragsseite – in vollem Effekt zu bewundern auch hier ganz unten in der rechten Seitenspalte. Weiterlesen

The Smiling Buddhas: Interview mit Fadi Dorninger

Vor einigen Monaten hat mir Wolfgang Dorninger das neue Smiling-Buddhas-Album “Lo” geschickt. Diese faszinierende Mischung aus akustischen Reise-Impressionen und gekonnter Produktion entstand als Resultat einer Reise ins Königreich Mustang an der Grenze zwischen Tibet und Indien. Vergangene Woche trat Fadi im Wiener rhiz live auf, ich habe die Gelegenheit genutzt, um ihm im Anschluss ans Konzert einige Fragen zu stellen. Außerdem gibt’s ein paar Bilder zum Konzert sowie 2 Tracks des Album in voller Länge und Qualität zum Anhören. WARNUNG: Die Konsumation dieses Videos kann Ferneh evozieren!

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Almcamp 09: Barcamp auf 1.600 Metern Seehöhe

Gestern habe ich von Achim und Monika die Einladung zum Almcamp 2009 bekommen: auf 1.600 Metern wird drei Tage lang gewandert, diskutiert und dem fröhlichen Hochgebirgsleben gefrönt. Von 25.-27. September steigt die Geekdichte auf der Leonhardhütte im Maltatal exponentiell an. Aber lassen wir doch die Organisatoren selbst sprechen:

Neugierig geworden? Hier gibt’s ein großartiges Panoramafoto der Hütte samt umliegender Bergwelt. Aufgrund der begrenzten Bettenzahl gibt es nur 50 Plätze, 15 sind bereits vergeben. Verköstigt werden die Teilnehmer ebenfalls vor Ort, der Pauschalpreis wird noch bekannt gegeben. Die Organisation von Fahrgemeinschaften und Shuttle-Services passiert via Wiki, dort gibt’s auch das genaue Programm. Mir hat das Castlecamp im Vorjahr extrem gut gefallen, und die Location find ich einfach perfekt. Ob’s dort Internet gibt oder nicht, wird sich noch herausstellen – langweilig wird uns auf keinesfalls:

Das Almcamp ist ein besonderes Barcamp, quasi ein All-In-One-Barcamp. Und es soll eine Art Think-Tank sein. Wir erwarten, dass die besondere Atmosphäre der Alm viele kreative Ideen hervorbringt. Deswegen hat das Almcamp auch kein spezielles Thema oder Motto. Das Zentrum vom Almcamp ist die Leonhardhütte. Sie befindet sich auf 1600 m Seehöhe mit einer wunderschönen Aussicht über das Maltatal.

almcamp09

Der Gastraum der Almhütte dient das ganze Wochenende über als Veranstaltungsraum. Hier findet das Get together am Freitag Abend statt, hier gibt es Frühstück, Mittag- und Abendessen und hier werden die Sessions abgehalten. Es gibt nur eine Session, da wir nur diesen einen Raum haben. Die Mahlzeiten nehmen wir ebenfalls dort ein. Falls das Wetter mitspielt, wird einiges auf die riesige Terrasse verlegt. Dann könnten wir auch parallele Sessions einplanen. Der Gastraum und das WC der Leonhardhütte sind nach deren eigenen Angaben für Rollstuhlfahrer geeignet.

Sponsoren gesucht + Video-Sponsoring-Angebot

Monika, Achim und Alex suchen noch Sponsoren für die Veranstaltung, die einen Teil der Catering-Kosten übernehmen. Dazu ein Angebot von meiner Seite: Jeder Sponsor, der das #almcamp 09 mit mindestens €200,- unterstützt, schickt mir per Post ein Logo (im A4 Format, in Wien kann ich’s auch vor Ort abholen) und ich drehe während des Camps ein kurzes Imagevideo der Veranstaltung, in dem sämtliche Logos platziert werden. Der Film wird sämtlichen Sponsoren zur eigenen Verwendung zur Verfügung gestellt und natürlich auch auf Barcamp.at und auf datenschmutz veröffentlicht.

Ich denke, da wird’s ein paar sehr nette Bilder geben – über Teilnehmer freue ich mich sehr. Wer sponsern möchte, setzt sich bitte mit dem Orga-Team in Verbindung und ich melde mich dann wegen des Logos:

Monika Meurer: monika [ät] soisses [dot] at
Achim Meurer: achim [ät] almstudio [dot] at
Alexander Kühnel: alexander.kuehnel [ät] googlemail [dot] com

Österreich bleibt beim CERN

Gestern zog Johannes Hahn nach einem Gespräch mit Kanzler Werner Faymann seine CERN-Ausstiegspläne zurück. Der Kanzler dürfte “Gio”, der noch siegesgewiss in die Verhandlungen ging, wohl schlichtweg über-ruled haben. Großartig fand ich die Meldung Hahns in den ORF-Nachrichten (sinngemäß wiedergegeben): “Manche werden sagen, das sei eine Niederlage für mich. Aber Niederlagen gehören eben zum politischen Geschäft.” Ich hab der ÖVP ja immer unterstellt, zu viel Geld für NLP-Trainings auszugeben, aber das geht langsam wirklich zu weit :mrgreen:

So erfreulich die Rücknahme der Entscheidung ist, so finde ich es doch erschreckend, mit welcher Selbstverständlichkeit ein einzelner Minister eine Entscheidung derartiger Tragweite trifft. Ich find’s jedenfalls gut, dass Faymann den Protesten (es standen wirklich verdammt viele Nobelpreisträger auf der Liste) nachgegeben hat. Sehr lachen musste ich übrigens heute über ein Plakat des Rings Freiheitlicher Studenten vor dem Neuen Institutsgebäude: “Wer fürchtet sich vorm schwarzen Hahn?” steht dort geschrieben. Soviel Kreativität hätte ich den intellektuell schwerstbehinderten Angehörigen schlagender Studentenverbindungen, die sonst ja immer nur das “Abendland” retten wollen, gar nicht zugetraut.

Extension-Empfehlungen: Mit Firefox in die Zukunft reisen

Der orange-blaue Fuchs rangiert in der Lieblings-Browser-Liste von Geeks ganz weit oben – nicht zuletzt aufgrund der fast grenzenlosen Erweiterbarkeit mit diversen Plug-Ins, in FF-Terminologie “Extensions” genannt. Ob ein SEO Zusatzinfos zu Webseiten sucht, ob ein Webmaster seine Page optimieren will oder ob Otto Normalsurfer sich mehr Komfort wünscht: die nützlichen Helferlein erfüllen fast jede Anforderung.

Auf MacStories.net erschien vor kurzem ein lesenswerter Beitrag mit Reviews diverses Zusatz-Tools, die man nach kurzer Eingewöhnungszeit kaum mehr wird missen wollen. Bei einigen der Erweiterungen handelt es sich um Scripts für Greasemonkey – dieses Framework erlaubt tiefe Eingriffe in alle möglichen Inhalte. Vom Facebook-Umfärben bis zum Usability-Bonus für diverse Online-Services finden sich mittlerweile tausende Scripts, darunter auch das großartige YSlow, wohl eines der avanciertesten Gratis-Werkezuge zur Performancenanalyse. Kurz gesagt: Greasemonkey gehört zu Firefox wie AdWords zu Google.

Auch zur RSS-Verwaltung gibt’s einige interessante Plugins, allerdings manage ich meine Feeds nicht mit Firefox: die Nachrichten lese ich mit dem großartigen SnackR, für Monitoring-Zwecke verwende ich Snarfer, das sich im Umgang mit großen (und damit meine ich: riesigen) Mengen von Feeds exzellent bewährt hat.

Ungemein das Leben erleichtert hat mir allerdings eine kleine Ursache mit großer Wirkung: beim Vertical Tabbing werden die einzelnen Browser-Tabs untereinander angeordnet: klarer Vorteil für alle Surfer, die unter der “kein-Monitor-ist-breit-genug-für-meinen-Firefox” Problematik leiden. TreeStyleTab bietet zusätzlich Hierarchie- und Gruppierungsfunktionen, während FobTab 1.1.2 das Switchen zwischen Tabs beschleunigt und behübscht.

Ein weiteres für mich mittlerweile unverzichtbares Plugin ist der SEOMoz Toolbar, der alle SEO-relevanten Infos zu SERPs und einzelnen Homepage ausspuckt. Wer öfter mal anonym unterwegs sein will, wird sich über den zeitsparenden Switch Proxy freuen, und seit ich XMarks (früher Foxmarks) verwende, hab ich tatsächlich nützliche Firefox-Favoriten, die nicht bei jeder Neuinstallation verloren gehen. Ja, ich weiß, dass man ein Backup machen *könnte*, aber das wäre mehr Arbeit. Und wehe, man vergisst mal. Die Auslagerung nach Delicious ist übrigens auch keine Option, denn mir geht’s in erster Linie um diverse Bookmarklets, und auch deren Synchronisation klappt mit XMarks hervorragend. Das sind also meine Firefox-Favoriten – welche Extensions machen Ihr Surfleben leichter?

Sonja Sackmann: Nicht gelebte Unternehmenswerte werden zur Farce

Das zweite Video aus der Serie von “In-the-field”-Podcasts, die ich im Rahmen der Identitat09 Konferenz aufgenommen habe, beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Markenwerten und Mitarbeitern. In Ihrer Keynote betonte Sonja Sackmann die Wichtigkeit des Dialogs mit den Mitarbeitern. Prof. Sonja Sackmann ist Vorstand des Instituts für Personal- und Organisationsforschung an der Universität der Bundeswehr München. Ihre Keynote trug den Titel Unternehmenskultur und ihre Rolle beim internen Branding – selbstverständlich habe ich die Gelegenheit benutzt und die Expertin nach der Rolle von Web 2.0 Tools (z.B. firmeninternen Wikis) bei diesen Prozessen befragt:


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Blogistan Panoptikum KW20 2009

An diesem Wochenende durfte ich meinen 10.000sten Twitterfollower (respektive mein 10kste Followeress) begrüßen – allerdings hat mir die Vorstellung von Simon Leungs neuem Follower-Kettenscript gleich mal 700 neue Tweeping Friends auf einen Schlag gebracht – ich war zuerst äußerst skeptisch, aber die Idee ist in der Tat schwer genial: Einfach zum Ende der Seite scrollen, das Formular ausfüllen und auf “Tweet Now” klicken. Account-Daten werden keine gespeichert, aber jeder User erhält eine persönliche Landingpage, und selbige ein wenig zu promoten, kann nicht schaden. Mehr muss man nicht machen, außer natürlich gegebenenfalls vorher Auto-Follow auf Tweetlater auf “Vet Followers” umstellen… denn wer schnell auf den Zug aufspringt, kann ordentlich profitieren, aber in einem Monat funktioniert dieses “Twitter Ponzi Scheme” nicht mehr… die ersten, die’s benutzt habe, nennt man dann später Twittergurus und fragt sich, warum sie so viele Followers bekommen haben. Und weil ich zum Thema Follower-Aufbau auf Twitter derzeit mehrere Anfraqen pro Tag bekomme, gibt’s Anfang nächster Woche ein kleines Special zum Thema Re-Follow Services und Co. Und nun zu meinen übrigen Highlights aus den vergangenen sieben Tag:

Nicht nur tweeten, auch bloggen

Es gibt vermutlich noch mehr gute Gründe, warum man sich keinesfalls ganz auf Twitter stürzen sollte – Future Buzz hat 19 besonders stichhaltige zusammengetragen. Denn wer ernsthaft eine längerfristige Netz-Präsenz plant, kommt nun mal an einem eigenen Hub (und nur über den hat man die volle Kontrolle) nicht herum. Tag: Volle Zustimmung!

These are all just tools to share content and ideas, no more, no less. You need a cohesive strategy for all of them to drive conversions in one spot. A blog is the perfect place for that if you want focused attention and to build an interested community. What if any one network you don’t control falls out of favor or changes the rules? At the end of the day, self-hosted blog owners control the vertical and the horizontal, whereas on Twitter or any external network you’re at the whim of someone else.

Wann ist ein Desktop sozial?

Keine Panik, ich fange jetzt nicht mit Nachhaltigkeit und CO2-Fußabdrücken an – Anlass für diese Überschrift ist vielmehr eine äußerst lesenswerte Review verschiedener Social Desktop Clients auf Guruvan – denn wie überdurchschnittlich gut informierte Nerds längst wissen, sind/waren Twitter-Clients bloß die Spitze des Eisbergs, und die kurze Ära der Widgets scheint vorbei, denn das Web 2.0 erobert immer mehr Platz am Desktop: kein Wunder, denn schließlich unterstützen die neuen Client-Generationen nicht nur mehrere Networks, sondern sogar multiple User auf ebendiesen. Besonders avanciert und flexibel wahlweise als Browser- oder lokale Adobe-Air-Applikation nutzbar scheint PeopleBrowsr:

The number of networks I can access is unparalleled. Not only does it have access to all that Sobees does, but Digg, LinkedIn, Myspace, identi.ca, Photobucket, and Plaxo too! And Peoplebrowsr has its own network, that allows you to share groups and view someone’s entire known social graph. You can publicly tag people. PeopleBrowsr supports multiple user accounts (simultaneously) on several networks, and has search and geo-location features I’ve only just begun to explore. And if this is all too complicated for you get wrap your brain around at first you can use PeopleBrowsr in “Lite” mode, and just have one of the top Twitter clients. The search functionality and groups make PeopleBrowsr Lite even more powerful than Tweetdeck.

What goes around comes around

“Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus,” lautet das deutschsprachige Äquivalent dieses Spruchs, oder in der christlichen Negationsform: “Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.” Simpel eigentlich, aber erzählen Sie das mal einem General, der gerade mit seinen neuen Waffen spielen darf. Ich finde, dass Big Ant International den “Gold Pencil for Design” für ihre aktuelle Anti-Kriegs-Kampagne in der Kategorie “Public Service Poster” gewonnen haben. Auf The Inspiration Room sind alle Sujets online: die Plakate im extremen Breitformat entfalten ihre Botschaft erst, wenn sie um eine runde Säule geschlungen werden und sich die Katze sozusagen in den Schwanz beißt – schauen Sie sich das an!

Wer verdient wie viel an einer Milliarde verkaufter iPhone-Applikationen?

Der Applikationsmarkt für Handys gilt immer noch als Hoffnungsträger einer ganzen Branche – und vor wenigen Tagen gab Apple die Installation der einmilliardsten iPhone Applikation bekannt. Klingt beeindruckend, oder? Aber Stan Schroeder hat für TechCrunch den Entmystifizierungs-Rechenstift ausgepackt und kommt zu einem vergleichsweise ernüchternden Ergebnis in punkto Gewinn für Apple

Anywhere between $20 and $45 million; when you count in LSVP’s approximation that the ratio of free to paid apps, is somewhere between 1:15 and 1:40, and O’Reilly’s estimate that the mean price for paid apps is $2.65. Multiply these numbers and you get revenue of $70-$160 million; Apple’s 30%, which is how much they get from each sold application puts their chunk of the cake at $20-45 million.

Der Autor kommt zu den Schluss, dass Apple eben doch immer noch primär eine Hardware-Company sei, der Applikationsmarkt aber einen wichtiger Treiber für den Absatz der Geräte darstelle. Also wieder mal das alte Spiel der der Umwegrentabilität… irgendwie will die Aufmerksamkeitsökonomie auf breiter Basis nicht so richtig in die Gänge kommen, zumindest wenn man genauer hinschaut…

Twitter um etwa 1935 herum

Charlie Grover hat einen Beitrag aus “Modern Mechanix” eingescannt, der im August 1935 erschien. Leider sind alle Rechte am Bild reserviert – ich find’s ja mehr als skurril, dass man sich traut, ein Copyright-Zeichen unter einen Scan aus einer Zeitschrift zu setzen, aber wie auch immer: Twitter robot from 1935 muss man gesehen haben! [via @dudeman718]

Der Personensuchmaschine Herr werden

Über Aim.at bin ich auf einen interessanten Artikel der ARGEn Datenschützer gestoßen. Wer sich von 123people, Yassni und Co. aufs reputations-technische Glatteis geführt sieht, findet hier eine Standard-Unterlassungserklärung, die bei weiter Verbreitung das Business-Modell der Personensucher gefährden könnte. Die klingt ungefähr so:

Ich habe festgestellt, dass Sie meinen Namen ….. dazu verwenden, auf ihrer Webseite zu meiner Person zutreffende und nicht zutreffende Informationen zusammen zu stellen. Diese Zusammenstellung teilweise richtiger, teilweise fehlerhafter Informationen ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Ich sehe meine Persönlichkeitsrechte und meine Kreditwürdigkeit dadurch beeinträchtigt. Sie werden daher aufgefordert, ab sofort keine derartigen Zusammenstellungen mehr durchzuführen, zu verbreiten, zu veröffentlichen und eine entsprechende Unterlassungserklärung abzugeben.

Der Push-Up BH mit Auto-Follow

Oder besser gesagt Autopilot. Große Dankbarkeit gegenüber Gizmodo: Wann hat man als Tech- und Marketing-Blogger denn sonst schon Gelegenheit, über Brüste und deren Idealzustand vor dem Geschlechtsverkehr zu schreiben? Ein Traum wird war, glauben die Macher: denn die Frau zum geilen, hemmungslosen Tier wird in Stimmung kommt – festzumachen an der Körpertemperatur – dann beginnt der integrierte Memory-Foam seine schmutzige Täuschungsarbeit zu verrichten und täuscht ad hoc Pamela Anderson Dimensionen vor. Nein, ich hab mir das echt nicht ausgedacht:

The integrated memory foam bra reshapes under the influence of heat to enhance cleavage, making a woman more desirable when she’d like to be desirable. Or, you know, when she’s just a little sweaty.

Tja, damit taugt der BH mit Eigenleben wohl höchstens für Golferinnen… besonders lustig stelle ich mir diese Unterwäsche aber in Situationen vor, in denen sich die Körperwärme nicht direkt aus Geilheit, sondern eher aus anderen Gründen erhöht: irgendwie kommt das ganze Konzept einfach nicht so richtig durchdacht vor.

SEO-News der Woche

Sehr sympathisch finde ich die neue gelaunchte Video-Metasuche von Adrian Meyer und Marcel Wengel, und das liegt – ich will hier gar nicht unnötig verkomplizieren – am Namen: der ViFrog klappert alle Plattformen abn, bis zum Beta-Launch Ende Mai gibt’s eine Preview auf SEO-Handbuch.de. Two thumbs up fürs Logo!

Die Beschreibung der Description

Der SEO-Evangelist leuchtet alle dunklen Winkel des Description-Tags aus:

Als vor Jahren meta-tags unter Insidern noch als Geheimwaffe bei der Suchmaschinenoptimierung galten und dem daraus resultierenden Missbrauch, wurde es plötzlich ruhig um sie, nachdem die Suchmaschinen sie nun auch nicht mehr mit ins Ranking einbeziehen.
Sicherlich spielen meta-tags heutzutage keine Rolle mehr bei der Platzierung einer Website in den Suchergebnissen, dennoch sind einige von ihnen nachwievor noch ein sinnvoller Bestandteil der OnSO (OnSite Optimization), die auch dabei helfen können mehr Besucher auf eine Internetpräsenz zu bekommen.

Guter Punkt – und wer immer schon mal wissen wollte, warum eigentlich noodp in seinem WP-Header steht, sollte das Posting unbedingt lesen :mrgreen:

Und sonst? Nix interessantes die Woche… war irgendwie recht ruhig im SEO-Haifischbecken, was wohl nur daran liegen könnte, dass alle üblichen Verdächtigen momentan mit Twitter beschäftigt sind und die Keywords sozusagen nackt und ungeschützt rumliegen!

Video der Woche

Shane Dawson hat das Gewicht der Welt auf seine Schultern genommen und getan, was noch keinem vor ihm gelungen ist: der populäre Video-Podcast hat das beste Sexvideo auf Youtube ever aufgenommen. Ich hab’s gerade von Linzerschnitte geschickt bekommen und verstehe jetzt endlich, wie die Sache mit den Donuts und den Bananen und den Bienen und den Blumen und dem vorehelichen Fickverbot wirklich funktioniert! Shane’s Aufruf zum Einsenden von Video-Antworten blieb ebenfalls alles andere als unbeantwortet: 252 Youtuber legen für ein weltweites Publikum ihre ersten Quests zur Erlangung des geheimen Wissens über die wahre Funktion von Penis und Vagina offen dar und ersparen zukünftig allen Eltern dieser Welt peinliche Aufklärungsgespräche:

YouTube Preview Image

Und das war’s auch schon wieder mit dem aktuellen Wochenrückblick – nächste Woche gibt’s die angekündigten Twitter-Tipps, außerdem stehen zwei Interview-Videos von der Identitat09 am Redaktionsplan. Danke für Ihre Whuffies, wir lesen uns am Montag!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick – für jeden Eintrag gibt’s auf Wunsch einen Backlink! Hier geht’s zum Einreich-Formular.

Kia hat keine Ahnung von Zeitreisen

Soeben habe ich im Fernsehen (auch beim Essen müssen parallel Medien konsumiert werden) die neue Werbung den Kia Ceee’d (so oder ähnlich schreibt man den) gesehen. Kompetent, die koreanische Autobaukunst zu beurteilen, fühle ich nun wirklich nicht, aber eines steht fest: von Zeitreisen haben die keine Ahnung. Und kommt so:

Anscheinend bietet Kia für besagtes Wägelchen eine 7jährige Garantie (auch ob mit oder ohne Fußnoten steht hier nicht zur Diskussion). Für dieses wurde, ich sehe die Verzweiflung in den Augen der Werber, wohl ein visuelles Testimonial gefunden werden. Man sieht den Testdriver, wie er einen Tunnel entlangfährt, um schließlich in eine Art Energiefeld bzw. Zeit-Tor hineinzufahren, zu verschwinden und auf der anderen Seite wieder aufzutauchen. Dazu sieht man auf einem Bildschirm die Worten “Seven Year Jump Complete”:

Also bitte: warum sollte ein Auto (oder ein Terminator oder ein Stück Baumkuchen) bei einer Zeitreise um genau den übersprungenen Zeitraum altern? (Oder jünger werden, falls man in die andere Richtung reist.) Jeder Science-Fiction Leser weiß, dass für das reisende Objekt bzw. die Passagiere die Eigenzeit gilt – wie hätte H.G. Wells’ neugieriger Wissenschaftler denn sonst jemals mehrere tausend Jahre vorwärts bis zu den Morlocks reisen sollen? Hätte Kia recht, denn könnten der unsterblichen Perry Rhodan und seine Zellaktivator-Freunde als einzige längere Zeitsprünge unternehmen – absurd!

Um sieben Jahre gealtert sein müssten dagegen im Kia-Spot die beobachtenden Techniker. Mit anderen Worten: dieser Spot beweist gar nix! Außer, dass die Koreaner eine völlig wertlose Zeitmaschine gebaut haben.