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Die schönste Shopping-Überraschung: Perfektes Kundenservice

10.01.2010, geschrieben von , 15 Kommentare

Vorige Woche war am Dienstag und am Donnerstag im Supermarkt — und dank zweier Kassiererinnen mit äußerst unter­schied­li­chen Job-Philosophien habe ich nicht nur Rumflaschen und andere Grundnahrungsmittel, son­dern auch ein Beispiel wie aus dem Customer Lehrbuch nach Hause geschleppt. Und diese bei­den Beispiele las­sen sich ohne wei­te­res auf Online-Shops übertragen.

kundenkoenig Die schönste Shopping Überraschung: Perfektes Kundenservice

Fallstudie 1, : Nur Captain Rewe per­sön­lich weiß, warum selbst die gro­ßen Billa-Filialen an den Kassen mitt­ler­weile so lächer­lich kurze Transportbänder haben, dass die Platzierung des Wocheneinkaufs durch­aus ans Tetris-Spielen erin­nert. Der erste böse Blick der Kassiererin trifft mich, als ich noch immer Artikel aufs Band plat­ziere, wäh­rend sie bereits zu scan­nen beginnt. Unter erzürn­ten Blicken beeile ich mich, schnell nach vorne zu gelan­gen. Allerdings bin ich eine Spur zu lang­sam, und die von ihr ener­gisch gen Kante gescho­be­nen Zucchini und Tomaten tre­ten ihre Reise zum Mittelpunkt der Erde an, wer­den aller­dings vom Fußboden nach­hal­tig gestoppt.

Bei der anschlie­ßen­den Bezahlung via Bankomat-Kasse will das Lesegerät beim ers­ten Versuch meine Karte nicht akzep­tie­ren. Die Kassiererin sieht mich mitt­ler­weile nicht mehr genervt, son­dern gera­dezu feind­se­lig an, reißt mir die Karte aus der Hand, ver­dreht die Augen (schon wie­der so ein Idiot!), steckt die Karte erneut rein, dreht das Lesegerät wie­der herum und blafft mich an: “Jetzt Code!” Ich fühle mich schlecht, schul­dig und schäme mich dafür, läs­ti­ger Kunde zu sein. Fazit: nie wie­der. [Eigentlich geh ich sowieso nicht hin, denn in der Obst-Abteilung führt das Institut für Biologie offen­bar einen Langzeit-Fruchtfliegen-Versuch durch, aber das ist eine andere Geschichte; aller­dings hat’s an die­sem Tag stark gereg­net und ich wollte mir die 1000 Meter mehr zum nächs­ten rich­ti­gen Supermarkt sparen…)

Fallstudie 2, : Zwei Tage spä­ter stehe ich in der Neubaugasse im Spar-Supermarkt und bemerke, dass ich weder 50 Cent noch eine 1-Euro-Münze für ein Wagerl habe, also frage ich eine der bei­den Kassiererinnen, ob sie mir wech­seln kann. “Gerne“, ant­wor­tet sie, “aber ich kann Ihnen erst wech­seln, wenn die nächste Kundin zahlt und ich die Kasse öffne.” In dem Moment sieht sie, dass die nächste Kundin sehr viele Artikel am Band lie­gen hat und ich des­we­gen wohl 3 Minuten war­ten müsste. Daraufhin öffnet sie ihre Geldbörse und hält mir einen Euro hin mit den Worten: “Nehmen Sie ein­fach einen Euro von mir und kom­men Sie zu mei­ner Kasse.” Über­rascht bedanke ich mich und beginne mit mei­nem Einkauf.

Beim anschlie­ßen­den Bezahlen sieht die Kassiererin, dass ich schon ziem­lich bepackt bin; anstatt mich wie die Kollegin bei Billa böse anzu­schauen, nimmt Sie meine mit­ge­brachte Einkaufstasche und räumt sie ein, wäh­rend ich die rest­li­chen Artikel in mei­nen Rucksack packe — was nicht nur mich aus­ge­spro­chen freut, son­dern auch die ganze Prozedur wesent­lich beschleu­nigt. Dann gebe ich ihr den geborg­ten Einkaufswagen-Euro, bedanke mich freund­lich und ziehe wei­ter. (Den letz­ten Halbsatz borg ich mir ein­fach so ohne Erlaubnis von vaga­bun­die­ren­den Soziologen Roland Girtler aus.) Falls hier jemand vom Spar-Management mit­liest: diese außer­ge­wöhn­lich hilfs­be­reite und nette Mitarbeiterin (ca. 40 Jahre alt, lange schwarze Haare) leis­tet mei­ner Meinung nach mit ihrem Verhalten mehr für die Kundenbindung als eine Kundenkarte jemals könnte.

Fazit: Warum schreibe ich auf einem Blog, das sich mit Social Marketing und Online-Business beschäf­tigt, so aus­führ­lich über meine Real-World-Einkaufserlebnisse? Schließlich sind Personal-Kontakte in Online Shop dünn gesät, oder? Nein, eben nicht: die Tatsache, dass die Kommunikation zwi­schen Kunde und Verkäufer digi­tal ver­mit­telt geschieht (ob asyn­chron über Mail oder in Echtzeit via Chat, Twitter etc.), spielt dabei grund­sätz­lich keine Rolle. Im strai­gh­ten Businessplan mag das eine Prozent Preisunterschied über den Markterfolg ent­schei­den — aber Menschen funk­tio­nie­ren nun mal nicht rein ratio­nal, und jede Form der Kommunikation defi­niert sich nicht nur über die inhalt­li­che, son­dern auch über die emo­tio­nale Komponente. Dabei gibt es keine Regeln für rich­tig oder falsch, denn Sie selbst müs­sen Ihre Zielgruppe ken­nen: Empathie heißt das Schlagwort, das zum Erfolg führt. Wenn Sie einen Onlineshop betrei­ben, dann ver­set­zen Sie sich in die Lage eines poten­ti­el­len Kunden. Klopfen Sie Ihre Onsite-Texte, Ihr Wording, Ihre Kundenkommunikation dar­auf ab, ob sich ein Kunde will­kom­men, ernst genom­men und gut betreut fühle. Denn gerade in die­sem Bereich kön­nen kleine Ursachen große Wirkungen zeitigen!

Hierzu ein klei­nes Beispiel: ich habe mir ges­tern über Ebay einen Canon EOS 7D Body bestellt. Heute Vormittag schickte mir der Händler ein Mail, in dem er sich für die Bestellung bedankt und bestä­tigt, dass das Gerät am Montag ver­sen­det wird. Ungewöhnlich schnel­les Feedback, immer­hin ist heute Sonntag; aber genau sol­che uner­war­te­ten Service-Leistungen bauen ein Vertrauensverhältnis zwi­schen Kunde und Verkäufer auf, das im bes­ten Fall aus Impuls-Shoppern Stammkunden macht.

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Bisher haben meine Lieblingsleser 15 Kommentare zu "Die schönste Shopping-Überraschung: Perfektes Kundenservice" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Panthera-IT Identicon Icon

    Natürlich ist es sehr wich­tig bei den Onlineshops den feh­lende Persönliche Kontakt so weit es geht her­zu­stel­len, nur ist es meist den Shopbetreibern / Ebayverkäufern nicht klar. Vielleich in man­chen Situationen auch klar, den­noch man hat viel zu tun und es wird ver­nach­läs­sigt. Genau so wie meist auch andere Arbeiten an der Website, sehr oft wird ein Webshop in Grundversion instal­liert, Eigenes Logo ein­ge­bun­den und fer­tig. Ob es klare Struktur gibt, ob es kun­den­freund­lich oder Suchmaschinenoptimiert ist, küm­mert den Betreiber nicht. Wenn die­ser Shopbetreiber dar­auf ange­spro­chen wird, kommt meist ein der fol­gen­den Antworten:

    1. Zu teuer, erst muss ich wenigs­tens ein biss­chen Gewinn machen, dann kann ich mei­nen Shop erwei­tern und opti­mie­ren
    2. Ich kann es selbst, des­halb bestelle ich kei­nen, aber lei­der jetzt habe ich keine Zeit
    3. Im Internet sucht man, wenn man bil­lig möchte. Und aus­schließ­lich der Preis ist ent­schei­den­der Faktor

    Wenn ich auf so einen Shop stoße, bestelle ich auf kei­nen Fall etwas, da ich weis, dass dem Betreiber nicht beson­de­res gut in finan­zi­el­lem Aspekt geht. Und wenn es so ist, ist nicht aus­ge­schlos­sen, dass der Shop in nähere Zukunft ein­ge­stellt wird. Was ist dann mit Garantie? Soll ich mich mit dem Hersteller her­um­schla­gen? Ich finde, es ist sehr wich­tig den Shop in jeder Hinsicht zu opti­mie­ren und stän­dig nach der Perfektion zu streben.

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    Ritchie Blogfried Pettauer Identicon Icon
    Ritchie Blogfried Pettauer antwortete am 10. Januar 2010 um 23:11

    Volle Zustimmung — sehr zutref­fend beschrie­ben. Dabei sind es in vie­len Fällen gerade diese “Soft-Faktoren”, die sich nicht mit gro­ßem Kapital-, son­dern mit per­sön­li­chem Zeit-Einsatz opti­mie­ren lassen.

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  • badewannenlift Identicon Icon

    :frog: ich bin der mei­nung das der kunde immer noch der könig sein muss,
    den die haben geld und wol­len es ausgeben.

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  • Metty Identicon Icon

    Stimme Dir voll zu.
    Du nennst Gründe warum ich mög­lichst das Aldi meide, da ich keine Lust habe mich an der Kasse unter Zeitrdruck set­zen zu las­sen.
    Da gehe ich 100mal lie­ber nach nebenan zum Edeka.

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    Ritchie Blogfried Pettauer Identicon Icon
    Ritchie Blogfried Pettauer antwortete am 11. Januar 2010 um 14:23

    Aldi heißt ja in Öster­reich Hofer; da geh ich eigent­lich recht gern hin, weil das Kassenpersonal eigent­lich sehr freund­lich ist, unter Druck gesetzt gefühlt hab ich mich dort nie.

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  • Sascha Identicon Icon

    Es gibt da aber auch ganz andere Beispiel, denn in unse­rem örtli­chen Spar-Markt kommt es nicht sel­ten vor, dass dir die Verkäufer bereits 10 Min. vor Ladenschluss die Tür vor der Nase ver­schlies­sen, da sie ja bekannt­lich pünkt­lich in ihren Feierabend gehen möchten.

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    Ritchie Blogfried Pettauer Identicon Icon
    Ritchie Blogfried Pettauer antwortete am 11. Januar 2010 um 14:24

    Ja klar — das ganze hängt sicher­lich auch stark von der jewei­li­gen Filialleitung ab.

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  • paula Identicon Icon

    loool
    ZENSUR…
    hehe nee ist ein coo­les bilkd..
    Liebe Grüße Paula :saint:

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    Ritchie Blogfried Pettauer Identicon Icon
    Ritchie Blogfried Pettauer antwortete am 12. Januar 2010 um 21:31

    Danke! Hab ich im Oktober in Gibraltar gemacht… den jun­gen Mann kenne ich nicht, daher der schwarze “Persönlichkeitsschutzbalken” :mrt:

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  • Hausbau planen Identicon Icon

    Ich finde Ihren Beitrag sehr gut und stimme dem voll­um­fäng­lich zu. Es spielt keine Rolle, ob ich mei­nen Gegenüber, der mir schließ­lich etwas ver­kau­fen möchte, per­sön­lich sehe oder nicht. Es kommt letzt­end­lich immer auf die Betreuung an. Gerade bei älte­ren Menschen, die nicht mit dem Internet auf­ge­wach­sen sind, stelle ich eine Art Angst und viel Unsicherheit fest, wenn sie etwas bei einem Online-Shop bestel­len wollen/sollen. Es irri­tiert sie, dass keine sofor­tige mensch­li­che Reaktion folgt. Dieses kann man durch einen freund­li­chen und geord­ne­ten Online-Auftritt zumin­dest schon ein­mal gut eindämmen…

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    Ritchie Blogfried Pettauer Identicon Icon
    Ritchie Blogfried Pettauer antwortete am 26. Januar 2010 um 21:59

    Genau — natür­lich ist eine funk­tio­nelle und usability-technisch gut gemachte Homepage wich­tig… aber der “Ton” sollte kei­nes­wegs ver­nach­läs­sigt werden.

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  • Schnäppchenjäger Identicon Icon
    Schnäppchenjäger sagte am 5. Februar 2010 um 16:55

    So jetzt muss ich doch auch mal mei­nen Senf dazu­ge­ben :) Nach mei­ner Erfahrung zu urtei­len hat für mich Lidl immer­noch den bes­ten Kundenservice.Alle Mitarbeiter immer freund­lich und hilf­be­reit. Wohingegen bei­spiels­weise Edeka ein­fach nur mise­ra­bel ist, jeden­falls bei uns hier. Mit wel­chen Geschäften habt ihr denn noch gute Erfahrungen sam­meln können?

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    Ritchie Blogfried Pettauer Identicon Icon
    Ritchie Blogfried Pettauer antwortete am 14. Februar 2010 um 18:29

    Generell bin ich ein ziem­li­cher Fan des Einzelhandels… das Konzept “Stammkundenbonus” hat schon was! :elvis:

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  • anzüge kleidung Identicon Icon
    anzüge kleidung sagte am 16. Februar 2010 um 22:35

    gerade die betreu­ung ist meist die ein­zige mög­lich­keit sich von sei­nen mit­be­wer­bern ab zu heben. des­halb sollte dar­auf bei einem online-shop beson­ders wert gelegt wer­den!! das argu­ment es wäre kein geld da ist etwas kurz­sich­tig. auf dauer wird näm­lich kein geld rein­kom­men und somit das ganze pro­jekt frü­her oder spä­ter schei­tern. frag­lich ob jeman­dem der so argu­men­tier die unter­schiede zum sta­tio­nä­ren ein­zel­han­del und die markt­ge­ge­ben­hei­ten über­haupt bewusst sind!?

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  • Martin Identicon Icon

    da kann man gespannt sein wo der weg hingeht!

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