datenschmutz - Social Marketing, Pro-Blogging und medien.kultur.technik
 
Gmündnerin am Friedhof. Verschlusskonstruktion Webermine.at wurde kürzlich einem Relaunch unterzogen. Max Kossatz sprach über Open Data. wbf-conference-14
datenschmutz RSS Feed
927 zufriedene Leser
RSS jetzt abonnieren
Twitter
38008 Followers
auf Twitter folgen
datenschmutz Adventkalender: jeden Tag 1 Stofftier zu gewinnen!

Am Punkt: Social Media Fernsehen macht Spaß!

11.02.2010, geschrieben von , 10 Kommentare

Bei der Am Punkt auf ging’s heute um das .at-typische Thema Der Wahnsinn auf den Pisten: fahr­läs­sig in den Tod! — für mich die bis­her beste Sendung 2010, und eine gute Gelegenheit, mal eines los zu wer­den: rockt.

Ich bin in die Genese des Formats ja rela­tiv eng invol­viert — ATV Nachrichtenchef Alex Millecker zeich­net für die Sendung ver­ant­wort­lich, Sylvia Saringer mode­riert, Judith Denkmayer aka Linzerschnitte dachte sich die Social Media Einbindung aus und ich hatte die Ehre und das Vergnügen, die zuge­hö­rige Homepage zu kon­zi­pie­ren und pro­gram­mie­ren. Genau aus die­sem Grund habe ich mir natür­lich die ers­ten paar Sendungen aus “pro­fes­sio­nel­lem Interesse” ange­schaut — ganz gegen meine sons­ti­gen On-Demand Medienkonsumationsgepflogenheiten, bei denen fixe Sendezeiten eigent­lich kei­nen Platz haben. Inzwischen aller­dings ist der Mittwochabend quasi ein Fixtermin — weil die die Kombination aus Livestream, Facebook-Chat und Zuseher-Feedback wesent­lich mehr Spaß macht als One-Way-TV.

Das hängt zum einen mit dem jedem Webworker mitt­ler­weile in Fleisch und Blut über­ge­gan­ge­nem Multitasking zusam­men: wäh­rend am einen Monitor ein Browserfenster mit Stream und Chat läuft, bleibt am zwei­ten noch aus­rei­chend Platz für diverse andere Tasks in der Queue. Dass eine Live-Diskussion ohne­hin ein stark audio­las­ti­ges Format ist, kommt dem natür­lich ent­ge­gen — wenn die Diskussion inter­es­san­ter wird, schaut man hin, liest im Chat mit und droppt auch mal die eige­nen 5 Euro-Cents; und wenn’s fader wird, switcht die Aufmerksamkeit eben woan­ders hin.

Fad war’s heute für mich aber quasi nie: wäh­rend Johann Maier von der SPÖ rela­tiv rea­li­täts­ferne Regulierungslust zeigte, spra­chen sich Karl Gabl, Präsident des Kuratoriums für Alpine Sicherheit, und der Bergretter Stefan Hochstaffl ganz klar für Eigenverantwortung aus. Ganz meine Meinung — und ich komme aus einer Familie von Bergrettern; man glaubt gar nicht, was für unglaub­li­che Fälle sich da ereig­nen: da gab’s bei­spiels­wiese mal eine Urlauberin, die beim Wandern ihren Gatten ver­lor und die ver­stän­digte. Über 40 Leute such­ten die ganze Nacht lang bei strö­men­dem Regen in recht schwie­ri­gem Gelände nach dem “Vermissten” — bis sich dann in der Früh her­aus­stellte, dass der Mann kurz nach Beginn des Einsatzes ins Hotelzimmer zurück­ge­kehrt war. Aus Angst vor mög­li­chen Kosten hatte die Gattin aller­dings vor­ge­zo­gen, dies der nicht mitzuteilen.

Solche extrem Fälle wird man nie aus­schlie­ßen kön­nen — letzt­end­lich wäre wohl eine ver­pflich­tende Versicherung für Bergsportler von Vorteil; was mich aber an der Diskussion und vor allem dem Chat mal wie­der über­rascht hat: der Wunsch nach Delegation wird grö­ßer. Erst der Hunde-, dann der Pistenführerschein: und irgend­wann schreibt mir dann Gesetz vor, wel­che Farbe meine Bettwäsche im Winter haben darf. Fremdenpolizei, Pistenpolizei — irgend­wann mal wird man jedem Bürger ein 24/7 Aufsichtsorgan zur Seite stel­len müs­sen, um die Befolgung sämt­li­cher Vorschriften sicher zu stel­len. Zum Glück sieht’s aber nicht so aus, als würde die Robotik der­art schnelle Fortschritte machen: und der alpine Raum mit sei­nen Extrem– und Grenzsituationen (dazu gehö­ren zwei­fel­los auch die Apres Ski Gastronomie) lässt sich ein­fach nicht mit Vorschriften und Gesetzen regeln. Ohne Selbstverantwortung geht’s nun mal nicht — weder auf der Piste noch im Tiefschnee noch im mensch­li­chen Zusammenleben all­ge­mein. Oder wie sehen Sie das, hoch­ver­ehrte Leserinnen und Leser?

Keine ähnli­chen Beiträge.


Bisher haben meine Lieblingsleser 10 Kommentare zu "Am Punkt: Social Media Fernsehen macht Spaß!" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Robert Identicon Icon

    Also ich find Fernsehen mit Rückmeldungskanal wesent­lich inter­es­san­ter als reine Berieselung. Gerade als GIS-Gebührenzahler würde ich mir wün­schen, dass der ORF end­lich auch beginnt, ver­stärkt Social Media in den Sendungen wie der ZIB ein­zu­set­zen (meine hier­mit nicht @ArminWolf, der ja eh twit­ter inten­siv nutzt, son­dern eine Integration ins Sendekonzept á la ampunkt)

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • Jürgen Liechtenecker Identicon Icon

    Ich finde das Konzept auch sehr anspre­chend. Sowie du schreibst hör ich es auch eher neben­bei. Wenn man US-Sender betrach­tet ist bereits ein tota­les Verschwimmen von den neuen Medien mit TV zu beob­ach­ten. Also ATV ist hier sicher fort­schritt­li­cher als der Beamten-ORF.

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • Fritz Identicon Icon

    Ich bin auch ein “Multitasker” — man bekommt ein­fach viel mehr mit und kann sich per Kommentar auf Facebook und Co. mit ein­mi­schen. Social Media Integration kann ruhig noch in mehr TV Sendungen passieren.

    Übri­gens: Krasse Geschichte mit der Bergrettungs-Aktion, die keine war.. *.+

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

    Ritchie Blogfried Pettauer Identicon Icon
    Ritchie Blogfried Pettauer antwortete am 12. Februar 2010 um 12:40

    Ja — da könnt ich noch eini­ges erzäh­len; auch wie mein Opa mal beim Glockner-Aufstieg in der Hütte zu ein paar Deutschen, die er beim Anziehen gese­hen hat, hin­ge­gan­gen ist und zu ihnen meinte: “Entschuldigung, Sie kön­nen diese Route nicht mit Turnschuhen gehen; das ist lebens­ge­fähr­lich!” Er hatte auch sein Bergrettungs-Abzeichen am Rucksack… aber die Antwort war so unge­fähr: “Mach dich nicht lächer­lich, du alter Depp.” Und das sind dann genau diese Vollkoffer, die andere Leute unter Lebensgefahr dann irgendwo ber­gen und run­ter­brin­gen müssen.

    Man muss aber so rea­lis­tisch sein ein­zu­se­hen, dass es immer ein paar Vollidioten geben wird — von daher fänd ich das Modell einer “Pflichtversicherung”, die man ja z.B. mit der Touri-Pauschale gemein­sam ein­he­ben könnte, gar nicht schlecht.

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • Christian Identicon Icon

    Ich denke ein Pistenführerschein oder eine Pistenpoizei sind völ­li­ger Quatsch. Eine Alkoholverbot oder eine ver­pflich­tende Versicherung, z.B. mit dem Skipass halte ich schon eher für sinn­voll. Wobei man letzt­end­lich nie­man­den davon abhal­ten kann sich selbst zu gefähr­den. Aber ich denke das sollte man auch dür­fen^^. Sonst macht doch alles irgend­wann kei­nen Spaß mehr.

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • Alli Identicon Icon

    die größte gefahr beim schi­fah­ren sind die ande­ren”. die­ser spruch wird lei­der immer rea­ler. mir kommt vor, dass vor allem die jugend­li­chen sich abso­lut um nichts mehr sche­ren, keine angst, kein respekt, keine weit­sicht. eine ver­pflich­tende ver­si­che­rung ist sicher eine gute sache, macht aber schi­fah­ren letz­ten endes für viele nicht mehr leistbar.

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

    Ritchie Blogfried Pettauer Identicon Icon
    Ritchie Blogfried Pettauer antwortete am 19. Februar 2010 um 14:08

    Also dass die Jugendlichen spe­zi­ell arg sind auf der Piste, wär mir nicht auf­ge­fal­len — da haben (no offense) die Oldtimer oft deut­lich weni­ger Kontrolle über ihre Richtungswechsel; Tempo ist nicht das gefähr­lichste pers se beim Skifahren.

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • Alli Identicon Icon

    jo, bezüg­lich rich­tungs­wech­sel hast du natür­lich recht. das ist aber dann eine folge man­geln­den kön­nens. was ich meinte war die prin­zi­pi­elle bereit­schaft, das risiko eines unfalls ein­fach mal einzugehen.

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

    Ritchie Blogfried Pettauer Identicon Icon
    Ritchie Blogfried Pettauer antwortete am 19. Februar 2010 um 18:02

    Das stimmt, jün­gere Fahrer den­ken ver­mut­lich etwas weni­ger über die mög­li­chen Konsequenzen nach.

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

  • Holger Identicon Icon

    Scheint ein inter­es­san­tes Fernseh Format zu sein. Eine inte­gra­tion von Social Media macht das Fernsehprogramm wie­der etwas inter­es­san­ter. Wie schon geschrie­ben, in den USA ist das ein­be­zie­hen von Twitter, Facebook und Co ja schon nichts beson­de­res mehr.

    Like or Dislike: Thumb up 0 Thumb down 0

    direkt antworten

Kommentar schreiben

:frog: :frog2: :frog3: :frog5: :frog6: :dirtfrog: :frog4: :frog4o: :frog7: :artfrog: :darkfrog: :elkfrog: :frogface: :frogonleaf: :leefrog: :littlefrog: :princefrog: :coolfrog: :coolfrogjump: :mrt: :smoking666: :borg: :ninja: :satan: :saint: :elvis: :king: :pimp: :pirat: :mrdj: :elk: :cool: :geek: :weird: :mad: :sad: :-? :shock: :anonym: :angel: :kiss: :love2: :coffee2: :white2: :dog: :cat: :ccocktail: :beer: :thumbdown: :thumbup:

0 Track- und Pingbacks zu diesem Beitrag

  • Ping me, please! Einfach /trackback/ an die URL anhängen.
?
datenschmutz.tribe
         Login | Registrieren
via RSS Feed datenschmutz RSS Feed
als Newsletter
aweber
AlbanianArabicBasqueBelarusianBulgarianCatalanChinese (Simplified)CroatianCzechDanishDutchEnglishFrenchGermanItalianPortugueseRussianSpanish
datenschmutz q+a
Stellen Sie mir Ihre Frage zu Social Marketing, Blogging und Co. — ich ant­worte dem­nächst hier am Blog.
Neueste Beiträge