Mit einer klas­si­schen Keynote hatte der Auftakt der –Konferenz recht wenig zu tun. Nach eini­gen ein­füh­ren­den Yoyo Tricks erwar­tete die Besucher ein sehr, sehr lan­ger (und für mich als Nicht-Entwickler stel­len­weise sehr, sehr lang­wei­li­ger) Werbespot über die neue Generation von Software Development Produkten, 4.0 und vor allem die neue Generation. An all die­sen Fronten schei­nen sich bei gegen­wär­tig näm­lich ziem­li­che Umbrüche abzuspielen.

Böse Zungen sagen: nach nur zwei Jahren hat’s Microsoft geschafft, ein zeit­ge­mä­ßes Touchscreen Betriebssystem zu ent­wi­ckeln, das weni­ger auf eigene Ideen setzt als viel­mehr Features von ande­ren Plattform “aus­leiht”. Ganz von der Hand zu wei­sen ist die­ser Vorwurf gewiss nicht: Wer noch nie eine Palm Pre in der Hand hatte, mag Unified Messaging sen­sa­tio­nell fin­den, und dass popu­läre Services wie Foursquare nun end­lich auch auf MS-Telefonen kom­for­ta­bel lau­fen, halte ich eben­falls eher für Pflicht als Kür. Wirklich neu dage­gen ist die Orientierung an soge­nann­ten “Hubs”: so sol­len Musik-Apps wie Shazam an das “Musik-Subsystem” des Handys ando­cken und so wei­ter. Mit die­ser Hub soll die User Experience am Telefon “rich and always con­nec­ted” sein.

Zur Keynote lud Microsoft diverse Partner ein. Loic LeMeur erklärte, er fin­det Silverlight so unein­ge­schränkt groß­ar­tig, dass Seesmic zukünf­tig auf Microsofts Flash-Replacement set­zen wird, wäh­rend ein eBay Repräsentant vor­führte, wie gut sich SL für Mini-Apps wie ein eBay Listing Programm eig­net. Die fünfte Mix ist für Microsoft vor allem des­halb ein ein­schnei­den­der Tag, weil Silverlight– und Windows Mobile Welten zusam­men­wach­sen — ab sofort gibt’s eine ein­zige Silverlight Version für sämt­li­che Plattformen — opti­mis­ti­sche fir­men­in­terne Schätzungen gehen davon aus, dass dies den SL-Marktanteil auf bis zu 80% hoch­trei­ben wird.

Auch in punkto Development Workflow haben sich die Redmonders eini­ges über­legt: Immer mehr Bytes zie­hen von daheim aus und woh­nen in der Cloud, zugleich sol­len die neuen Tools Programmierern hel­fen, sich mög­lichst auf ihr Softwareprodukt zu kon­zen­trie­ren, ohne Ablenkungen und unnö­ti­ges Ringen mit den Werkzeugen. Die Live-Coding Vorführungen waren für Insider ver­mut­lich recht beein­dru­ckend — man­gels Vergleichsmöglichkeiten kann ich mir aber kein Urteil drü­ber bil­den, wie leis­tungs­fä­hig Visual Studio und Blender im Vergleich zu Konkurrenz wirk­lich sind.

Vorläufiges Fazit: Die Mix ist sozu­sa­gen der radi­ka­len Gegenentwurf zu einem Barcamp: ein rie­si­ger Vortragssaal, eine Catering-Area, das an eine Mischung aus Uni-Kantine und Bierzelt in München erin­nert (bloß ohne Bier, aber wir coo­len Presse-Haxen haben natür­lich einen viel coo­le­ren Catering-Raum mit schnel­lem WLAN ), keine Interaktion zwi­schen Vortragenden und Publikum (sieht man von gele­gent­li­chen Lachern und Beifallsbekundungen ab), keine Twitterwall, dafür inten­si­ves Showcasing — bis­her sehr span­nend, und im Lauf der Konferenz wird sich sicher­lich noch die eine oder andere span­nende Diskussion ergeben.

Heute abend geht’s dann zur Presseparty in den Rum Jungle — bei dem Namen musste ich die Bar natür­lich schon ges­tern ausch­e­cken — net­tes Sortiment, und nach­dem der Barkeeper erfah­ren hatte, woher ich komme, zeigte er mir stolz eine Flasche Stroh Rum 80-proof, der sogar Bestandteil des Signature-Drinks der Bar ist. (Junglejuice: Kokosrum, Melonenliqueur, Ananassaft und eben Stroh 80er — schmeckt weit bes­ser als man mei­nen würde!) Und viel­leicht wird mich der Alkohol auch über den Totalausfall mei­ner neuen EOS7 hin­weg­trös­ten… natür­lich der per­fekte Moment für einen hart­nä­cki­gen Auslöserstreik. Daher gibt’s ab sofort lei­der nur mehr Text-Updates, es sei denn, ich finde einen Canon-Händler, der mir wei­ter­hel­fen kann.