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Neu bei Facebook: Fans raus, Community Pages rein

20.04.2010, geschrieben von Ritchie Blogfried Pettauer, 15 Kommentare

Alles neu macht der April — Social Media Berater und ihre Fake-Accounts müs­sen in Kürze keine Fans ihrer Kunden mehr sein, es reicht voll­kom­men, sel­bige zu mögen: rollt seit heute die längst über­fäl­lige Neu-Textierung aus. Eine noch wesent­lich dras­ti­schere Neuerung als das ReWording kommt unter dem Namen “Community-Pages” daher: das sind auto­ma­tisch gene­rierte Über­sichts­sei­ten zu allen mög­li­chen Schlagwörtern — für ein wei­te­rer logi­scher Schritt am Weg zur Netzvorherrschaft. Im Lauf der nächs­ten Tage wer­den die “Pages 2.0″ allen Usern zur Verfügung ste­hen, inklu­sive einer neue Verlinkungs-Möglichkeit für die im Profil ange­ge­ben Interessensgebiete. Klingt soweit harm­los, wird Facebooks Vormachts-Stellung als Social News Provider aber mit Sicherheit wei­ter zementieren.

Facebook Pages neu

Grafik: Mashable.com

Dass der Ausdruck “” in der deut­schen Sprache eine weit emo­tio­na­lere Bedeutung trägt als im Englischen, führte in der Vergangenheit bei –Pages immer wie­der mal zu Irritationen. Damit ist in Kürze Schluss: zukünf­tig sind wir, und zwar in allen Sprachversionen, keine “Fans” mehr von bei­spiels­weise Zahnpasten, son­dern “mögen” diese schlicht und ergrei­fend nur. Das alt­be­kannte “” (respek­tive “gefällt mir”) ersetzt also den Fanclub, der von viele Nutzern so drin­gend her­bei­ge­wünschte Unlike-Button wird wohl noch län­ger auf sich war­ten las­sen, denn damit erwiese sei­nen zah­len­den Kunden wohl einen schlech­ten Dienst. Die ter­mi­no­lo­gi­sche Ände­rung ist schon län­ger im Gespräch, spä­tes­tens seit Ende April ein anony­mes PDF im Netz auf­tauchte. Nun haben die Nägel Köpfe: Karin hat die neue Version heute früh schon zu Gesicht bekom­men und einen Screenshot angefertigt.

Zu den Mashable hat nähere Infos zusam­men getragen:

Now, users can “” topics, such as coo­king or hip hop, in addi­tion to brands, such as Sur La Table or Eminem. These aren’t run by indi­vi­du­als, so they don’t have a wall and don’t send updates to users’ feeds. Instead, they import streams of rela­ted, public con­tent from user sta­tus messages.

Und wo kom­men dann die Inhalte her, mit denen diese Seiten befüllt wer­den? Ganz ein­fach: impor­tiert Updates über sim­ples Begriffsmatching und bedient sich umfas­send bei öffent­li­chen Datenbanken:

Status text is split into updates from fri­ends and updates from all users. E.g., if I write in a sta­tus update to ever­yone, “I love this new hip hop album,” reco­gnizes the term “hip hop” and imports my public update to the hip hop com­mu­nity page. also include rele­vant infor­ma­tion from () under a  tab.

Diese Ände­rung finde ich nicht zuletzt unter SEO-Gesichtspunkten hoch­gra­dig span­nend: WordPress etwa kennt meh­rere Layer “the­ma­ti­scher Gruppierung”: neben dem chro­no­lo­gi­schen Archiv gene­riert das CMS auch Kategorie– und Tag-Übersichtsseiten. Die beschrie­be­nen Community-Pages kann man durch­aus als Analogie zu Tag-Pages betrach­ten: beide brin­gen dem User rela­tiv wenig Mehrwert, ver­bes­sern aber die Strukturierung und letzt­end­lich auch die Positionierung der Seite. Inwieweit mit der Rekombination öffent­li­cher Inhalte mit –Elementen zusätz­li­che Seiten im Index plat­zie­ren kann, wird die Zukunft zei­gen. Bedenkt man aller­dings, dass im Größenvergleich mit pop­lige Seiten die Mahalo über –Pages mas­siv viel Longtail-Traffic abgrei­fen, scheint der Hintergedanke rela­tiv klar.

Ebenfalls neu: gemochte Pages kön­nen als Link zu den diver­sen am Profil gelis­te­ten Interessensgebieten hin­ter­legt wer­den, das ent­spre­chende Opt-In Fenster bekommt jeder Nutzer in den nächs­ten Tage zu sehen:

Instead of being merely sta­tic text, the pro­files can dis­play to active com­mu­nity or brand-owned pages. Each page’s link will open up a hover­card with more infor­ma­tion on the page. The pages you alre­ady will be lin­ked to your pro­file in the appro­priate cate­gory, such as music or movies, and inte­rests you’ve sta­ted can be lin­ked to rela­ted .

Das klingt nach weit­ge­hen­dem Kontrollverlust, wenn man mit den Privacy-Einstellungen nicht noch vor­sich­ti­ger ist als bis­her. Obendrein kom­men all diese Ände­run­gen vehe­men­ter “Closed-Garden” Philosophie sehr ent­ge­gen, über­spitzt for­mu­liert wird Mark Zuckerberg sei­nen Usern wohl sug­ge­rie­ren wol­len: Wozu braucht man noch den Rest den Internets, wenn man sich auf über alle (aktu­el­len) Themen infor­mie­ren kann?

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Bisher haben meine Lieblingsleser 15 Kommentare zu "Neu bei Facebook: Fans raus, Community Pages rein" geschrieben.

Wie ist Ihre Meinung?
  • Aufschnürer Identicon Icon

    Öfters mal was Neues vom blauen Riesen. Aber dass ich durch das “Mögen” einer Seite gleich zum Fan werde und damit ja auch auto­ma­tisch des­sen News abon­niere, gefällt mir nicht wirk­lich. Ich hätte es lie­ber wei­ter­hin getrennt gese­hen und außer­dem auch end­lich den Dislike-Button ein­ge­führt. Die Hoffnung stirbt zuletzt, also abwar­ten und Kaffee trinken :coffee2:

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    Ritchie Blogfried Pettauer Identicon Icon

    Ich denke, für Facebook spielt die “Durchlauferhitzerqualität” auch eine gewisse Rolle; sprich: für ihre Werbeeinnahmen müs­sen sie den Weg vom Produkt zum Kunden ver­kür­zen. Mir per­sön­lich wär’s getrennt auch lie­ber — aber stra­te­gisch macht die Entscheidung durch­aus Sinn.

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  • Dennis Identicon Icon

    Ich bin auch der Meinung dass mit der Fanwerden man direkt in eine Abofalle gezo­gen wird. Mann muss zwar nichts zah­len aber diese unnö­ti­gen Mails jeden Tag ner­ven schon. Das mit dem Dilike-Button ist auch eine gute idee. Sollte wirk­lich mal ein­ge­führt wer­den.
    Auf der Arbeit wur­den diese Seiten schon vom Personalchef gesperrt was ich auch gut ver­ste­hen kann :D

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  • Andreas Habicher Identicon Icon
    Andreas Habicher sagte am 21. April 2010 um 5:22

    Dislike-Button wäre zwar oft prak­tisch bei schlech­ten Nachrichten wie “fin­det sein Auto nicht mehr”, geht aber nicht: damit wür­den Flame-Wars ohne Ende ange­zet­telt, man denke nur an Pages über Politiker und Promis, auf denen sich Liker und Disliker bekämp­fen könn­ten. Das brächte zwar Usetime und Klicks, aber das ange­nehme Facebook-Community-Gefühl mit einer Welt vol­ler “Friends” und “Likes this”-Meldungen würde einer gewis­sen kampf­be­rei­ten Anspannung wei­chen. Wer will das?

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    Ritchie Blogfried Pettauer Identicon Icon

    Eben, ja — aber man könnte eine Menger neuer Low-End Jobs schaf­fen: Facebook-Click-Center statt Callcenter :shock:

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  • Marco Identicon Icon

    Interessanter Post. Die “Gefällt mir” statt Fan Neuerung wurde bereits ges­tern kurz­zei­tig umge­schal­ten, wurde jedoch wie­der abge­dreht. Nun ist sie da. Ein Dislike-Button würde mei­nes Erachtens die Kommentare ein­schrän­ken und die brin­gen eigent­lich mehr.

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  • stephan Identicon Icon
    stephan sagte am 21. April 2010 um 11:30

    Cooler Beitrag!! Mach wei­ter so!!!

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    Ritchie Blogfried Pettauer Identicon Icon

    Dankeschön!

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  • Ina Identicon Icon

    Wo ich das hier lese, fällt es mir wie­der ein: es gab eine Zeit, da mochte ich Facebook. Ich habe mich schon vor drei Monaten abge­mel­det, weil mir diese ganze Kommerzialisierung mehr als gegen den Strich geht. Immer mehr Neuheiten werde ein­ge­führt, die doch nur dazu die­nen die kom­mer­zi­elle Ausschlachtung der User vor­an­zu­trei­ben. Ich hoffe, dass die­ses Verhalten Facebook bald gewal­tig auf die Füße fal­len wird.

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    Ritchie Blogfried Pettauer Identicon Icon

    Facebook steht da unter gro­ßem Druck; man darf nicht über­se­hen, dass es sich ja kei­nes­wegs um ein gemein­nüt­zi­ges Projekt han­delt — beim der­zei­ti­gen Hype kann sich Facebook durch­aus wei­ter aus dem Fenster lehnen.

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  • Maike Identicon Icon

    Schade eigent­lich, dass die Entschlüsse immer für das Kapital und gegen die gesunde Community getrof­fen wird. Aber so ist das nun mal im Kapitalismus.

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  • Manfred Leute Identicon Icon

    @ Ina
    Jetzt wo du’s sagst, fällt mir auf, dass es mir ähnlich geht. Facebook zu nut­zen heißt heut­zu­tage tat­säch­lich mit Meldungen und Bannern bom­ba­diert zu wer­den, die einen nicht inter­es­sie­ren. Da sollte Facebook echt wie­der nut­zer­freund­li­cher wer­den und bes­sere Möglichkeiten bie­ten “Spam” abzustellen.

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  • Ferienwohnung fränkische Schweiz Identicon Icon

    Ich habs mir gerade mal ange­se­hen, ich finde das ganz eigent­lich gar nicht mal schlecht. Aber die alten Fanpages waren ja auch nicht ohne

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  • Felicitas Identicon Icon

    Also ich nütze Facebook eigent­lich jeden Tag und finde es toll, dass es so ein kom­ple­xes Netzwerk gibt, in wel­chem sich alles unter­ein­an­der ver­netzt — bis zu einem gewis­sen Grad, denn irgend­wann ist echt mal Schluss! Ich finde es ein­fach dumm, sich mit allen mög­li­chen Seiten zu ver­lin­ken, denn statt Posts von Freunden, die eigent­lich inter­es­sant wären, erschei­nen nur noch Posts und Ankündigungen der Fan-Seiten. Ich emp­finde dies ehr­lich gesagt schon als stö­rend — sicher muss man die ver­link­ten Personen über Neuigkeit infor­mie­ren und das geht eben nur über die Pinnwand, aber ich finde trotz allem, dass dies alles schon über­hand nimmt. Facebook soll doch schon irgend­wie ein “Freundes”- und Personen-Netzwerk blei­ben und kein News-Portal werden.

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    Ritchie Blogfried Pettauer Identicon Icon

    Wobei sich das aber ganz gut tunen lässt… man muss halt die für einen sel­ber pas­sende Mischung zusam­men­stel­len, wird ja nie­mand gezwun­gen, Fan einer jeden Klopapiermarke zu werden :elvis:

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