datenschmutz q+a: Cloudcomputing und die perfekte Blogpostinglänge

Stammlesern dieses Blogs wird die neue Box in der rechten Seitenspalte bereits aufgefallen sein: unter dem Titel datenschmutz q+a fordere ich Blogbesucher auf, mir Fragen aus dem Bereich Social Media, Online Marketing, Blogging und derlei digitale Themen zu stellen. In unregelmäßigen Abstände werde ich eine Auswahl der gesammelten Fragen (die übrigens auch ja nach persönlicher Neugier mit plus oder minus bewertet werden können) hier am Blog beantworten respektive dazu Stellung nehmen – denn zu den meisten Themen gibt’s ja sowieso keine Wahrheiten, sondern nur Meinungen! :frog4:

Dialog mit den Lesern ist nicht nur ein essentieller Bestandteil beim Bloggen, sondern jener, der am meisten Spaß macht. Die Kommentarfunktion deckt vieles ab, ich wollte aber schon länger eine kleine Fragenecke hier einrichten, um einen zusätzlichen Feedback-Kanal zur Verfügung zu stellen. FAQtastic Plugin, das leider nicht mehr weiterentwickelt wird, eignet sich dafür wesentlich besser als formspring, das immer mehr zur Spam-Schleuder verkommt. Im Lauf der Zeit soll hier eine Art FAQ-Section entstehen. Die erste Frage-Antwort-Runde folgt, und wenn Sie etwas wissen möchten: bitte zögern Sie nicht, Ihre Fragen zu stellen – wahlweise anonym oder mit E-Mail Adresse, um bei der Beantwortung verständigt zu werden.

Hast du die Icons zu den diver­sen Plattformprofilen, die hier am Weblog am rechten Rand angezeigt werden, händisch eingebaut oder ist das ein Plugin? [Thomas]

Früher hatte ich die Icons in einem händisch gecodeten Widget in der Sidebar, aber mittlerweile verwende ich Cute Profiles von Tejaswini Deshpande und Sanjeev Mishra. (Die Developper Homepage ist derzeit down.) Man wählt die anzuzeigenden Profile im Backend an und gibt die URL dazu händisch ein – das Design der Icons finde ich ebenso gelungen wie dezent.

Hauptvorteil des Plugins ist der komplette Verzicht auf JavaScript, die Iconleiste wird mit CSS absolut positioniert. Damit geht natürlich der Nachteil einher, dass die Leiste auf schmalen Monitoren den Inhaltsbereich überdeckt. Mein Blog ist fix auf 1024 Pixel Breite eingestellt, die Hauptspalte lässt sich aber auch bei 800 ohne horizontales Scrollen komplett lesen. Auf Netbooks kann’s natürlich mit dieser Einbauvariante Probleme geben. In der mobilen Version der Seite hab ich Cute Profiles aus diesem Grund auch deaktiviert

Man hört immer wieder von Cloudcomputing. Was ist damit gemeint und in wie weit betrifft es den normalen Internetbenutzer? [anonym]

Der Name “Cloud” bezieht sich auf die diffuse Masse an Rechnern da draußen – das ganze Internet ist sozusagen eine große Cloud. Technisch und organisatorisch gesehen bedeutet Cloud Computing zweierlei: einerseits bieten sogenannten “Cloud Hosts” frei konfigurierbare, virtuelle Server mit bestimmter Leistungsfähigkeit an, bekanntestes Beispiel ist Amazon. Man kann je nach aktuellem Bedarf mehr oder weniger Server-Instanzen verwenden, was potentiell große Vorteile bei ungleicher Lastverteilung bietet. Im Softwarebereich ist damit ebenfalls gemeint, dass Service und auch Programm, die klassischerweise früher am eigenen Rechner installiert worden wären, ins Internet “ausgelagert” werden. Beispiele sind Google Docs oder auch Backup-Services, die verteilten Online-Speicherplatz zur Verfügung stellen. Im Kern geht’s also darum, vorhandende und vernetzte Ressourcen je nach Bedarf smart zuzuteilen und jederzeit darauf zugreifen zu können. In der Wikipedia klingt das etwas technischer:

Cloud Computing (deutsch etwa Rechnen in der Wolke) ist ein Begriff aus der Informationstechnik (IT). Er bezeichnet primär den Ansatz, abstrahierte IT-Infrastrukturen (z. B. Rechenkapazität, Datenspeicher – siehe IaaS), fertige Programmpakete (siehe SaaS) und Programmierumgebungen (siehe PaaS) dynamisch an den Bedarf angepasst über Netzwerk zur Verfügung zu stellen. [...] Sekundär geht es bei “Cloud Computing” auch darum, alles als dynamisch nutzbaren Dienst zur Verfügung zu stellen, sei es nun Rechenkapazität, Buchhaltung, einfachste von Menschen verrichtete Arbeit, eine fertige Softwarelösung oder beliebige andere Dienste (siehe auch XaaS). Im Zentrum steht dabei die Illusion der unendlichen Ressourcen, die völlig frei ohne jegliche Verzögerung an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden können.

In der Frühzeit der Computer-Technologie war es üblich, mit Terminals (im wesentlichen Bildschirm und Tastatur) an Mainframes zu arbeiten – Vergleiche mit Cloud Computing drängen sich natürlich auf. Otto Normalsurfer hat mit Cloud Computing mehrfach zu tun: einerseits nutzt er vermutlich zahlreiche Services, die auf virtualisierte Hosting-Architekturen setzen (Amazon, Twitter, Facebook etc.), andererseits nutzen viele User Cloud-basierte Services wie die oben erwähnten Google Docs oder Online-Storage Services. Dank steigender Leitungskapazität und leistungsfähigen Servern sind inzwischen auch komplexe Programme wie Bildbearbeitungs- oder Videoschnitt-Software in Form von SaaS (Software as a Service) “in der Cloud” verfügbar.

Wie lange sollte der perfekte Blogartikel sein?

Der perfekte Blogartikel ist ein Kind seiner Zeit: die Umstände haben ihn geprägt, seine Biographie und sein Zweck diktieren seine Länge ebenso wie seinen sprachlichen Stil. Den Job, ideale Überschriften-, Satz- und Postinglängen zu definieren, überlass ich lieber anderen. Der ideale Kinofilm ist so lang wie der Regisseur braucht, um seine Geschichte zu erzählen und die Atmosphäre zu schaffen, in der er sie erzählen will. Der perfekte Blogartikel zu einem besonders schrägen Video ist möglicherweise nur ein Wort lang (“Yack!”), eine optimale detaillierte Anleitung zur Zubereitung eines 12gängigen Haubenmenüs inklusive Tischdekoration mag sich über viele, viele Bildschirmseiten erstecken. Klar, ab einer gewissen Länge sollte man durch Zwischenüberschriften und vielleicht ein Inhaltsverzeichnis oder Pagination mehr Übersicht für den Leser schaffen – aber die Form dient bloß der Darstellung des Inhalts, und für dessen Länge gibt’s überhaupt keine festgelegten Regeln!


Soviel zur ersten q+a Runde – Feuern Sie Ihre Fragen ab, dann folgt in Kürze der zweite Teil! :frog:

8 comments
Diana
Diana

Erstmal kommt es natürlich sehr auf den Blogbeitrag drauf an. Um welches Thema geht es? Wie umfangreich ist der Post des Betreibers? Aber generell würde sich jeder Blogbesucher freuen, wenn der gepostete Text mehr als zwei sätze hat. Niemand kann in zwei sätzen vernünftig seine Meinung vertreten. Ist aber nur meine Meinung.. :)

Christian
Christian

Ich denke bei der Länge von Blogbeiträgen kommt es auf eine gute Mischung. Letztendlich sollten Ihn die User gerne lesen. In der Regel dürften die Beiträge daher etwas länger als 5 Sätze ausfallen. Demgegenüber bin ich übrigens zum Teil ziemlich überrascht wie gut manche Textschnipsel ranken. Wobei das mit dem Trust der Seiten zusammenhängen dürfte.

Marcel
Marcel

ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass Google die Länge bewertet. Klar, lange Postings bieten mehr Stoff für den Google Index. Aber als Bewertungsgrundlage kann ich mir sowas nicht vorstellen. Und wie das Beispiel schon aussagt: Hauptsache die Intention des Artikels kommt rüber...

Vitali
Vitali

Die Frage ist doch die: Was mögen Google & Co.? Wollen wir Blogger nicht auch noch Google und einige wenige Suchmaschinen bisschen glücklich(er) machen, um zu zeigen, dass wir auch gute Inhalte entwickeln und uns darum bemühen, dass das Internet um nützliche Inhalte erweitert wird? Auch wenn ein Blog für eine bestimmte Zielgruppe aufgebaut wird und man Inhalte für Besucher erstellt, will doch jeder Blogger, der zumindest weiß, dass es da draußen auch Suchmaschinen gibt, das seine Blogpostings möglichst weit oben bei den Suchmaschinen zu finden sind. Ich glaube nicht, dass ein 5 Sätze Beitrag Google umhaut, sondern ihm eher vermittelt, dass dem Blogger an Kreativität fällt. Nicht gerade die beste Vorraussetzung, um bei Google die sonnigen Plätze zu besetzen… Google möchte viel guten Inhalt, der es wert ist, auf den ersten Seiten in den Suchergebnissen gefunden zu werden.

Bertl
Bertl

@Wie lange sollte der per­fekte Blogartikel sein?: sollte das nicht auch ein wenig an die regulären Richtlinien des journalistischen Schreibens angelehnt sein?

Ritchie Blogfried Pettauer
Ritchie Blogfried Pettauer

Da hast du recht, es gibt gar nicht so wenige "Schnipsel-Ausnahmen", die die Regel bestätigen...

Ritchie Blogfried Pettauer
Ritchie Blogfried Pettauer

Die Länge in dem Sinn wird sicher nicht bewertet (außer im Extremfall - eine Webpage mit 5000 Seiten zu je 3 Wörtern wird nie gut ranken...)

Ritchie Blogfried Pettauer
Ritchie Blogfried Pettauer

Also einen Schritt weitergedacht seh ich da grundlegend recht wenig Divergenz, denn letztendlich besteht die Herausforderung für Google ja darin, genau die Texte für relevant zu halten, die eben auch menschliche Leser ansprechen. Ich halte zwar auch recht wenig vom "General-Paradigma der Online-Kürze", würde mich beim Schreiben aber nie an Robots, sondern an Leserinnen und Lesern orientieren!