Von PC-Prinzen und Abstürzen – New Business Model

Astrid und der IT-Support

Wo sind die einfachen Support-Dienste für Computer-Probleme? Jeder kann oder muss sich einen Elektriker oder Sanitär-Menschen bestellen, wenn mal was ist. Die kommen auch rund um die Uhr. Aber was passiert bei einem PC-Absturz bzw. -Problem? Eine Notfallnummer für PC-Probleme wäre inzwischen angebracht! Ein Plädoyer.

Ich habe auch die eine oder andere Durststrecke durchlaufen– und ich meine jetzt nicht die Kamelritte im Tunesien-Urlaub oder die Quad-Wüsten-Ausflüge bei der Ägypten-Pressereise – meine Durststrecken waren immer sehr computertechnisch orientiert: Freund, Compi-Aufsetzen, Liebe machen, gut. Trennung, Laptop hin, offline, schlecht! (Hypothese Nummer eins: Wenn sich dein Partner von dir trennt, ist auch dein Laptop kaputt.)

Beziehung und das Übliche: Er wartet PC, dann Apple, dann Linux für dich (bitte nicht fragen, wer von dem Dreierpack schlimmer ist). Dann plötzlich die Ernüchterung: Schon wieder ein Virus – er und der jeweilige Computer, kaputt. Komisch, weil war eine Beziehung mit einem der angeblichen Profis vorbei, war auch mein Compi jeweils hin. So durfte ich nicht nur alleine da stehen, sondern mir auch noch einen professionellen PC-Prinzen suchen bzw. bezahlen, der mir aktuelles Office, Photoshop und Co besorgte.

Ich liebe meine Freunde, aber in dem Bereich konnte ich mir nie Support von denen erwarten. Da wäre mal der Eine, der Wandlöcher mit Zahnpasta, statt Rigips zumacht und ungefähr ähnlich mit Computern umgeht; dann der Andere, der zwar immer selbst alles gut von Bekannten gerichtet bekommt, aber dessen Kollegen nicht so gerne bei mir vorbeischauen, weil ich geschlechtsmäßig nicht so attraktiv für sie bin, außer ich gebe ihnen Schminktipps.

IT Support für Ladies

Ach Mist, wo soll der verdammte USB-Stecker denn jetzt bloß rein?

Nun, dann hätten wir noch den so genannten Opinion Leader, der glaubt er ist Experte und liebend gerne vorbei schaut, aber doch der bessere Kinofreund ist, weil er beim Popcorn laut kauen nicht so viel Schaden anrichten kann, wie am Computer. Und die Mädels? Leider komplett zu vergessen, so leid es mir tut, das als Frau sagen zu müssen. Aber meine Generation hat es uns Weibern leider noch gelehrt, dass dies Männersache ist. Letzte Hoffnung in meinem Single-Dasein war immer der Neue der Freundin. Die bemühten sich noch und wollten imponieren, indem sie der Freundin der potentiellen Freundin mit technischem Zeugs halfen.

Der Energydrink floß in Strömen

Eine Ex-Kollegin hat’s mal ganz am „Tastatursten“ erwischt. Sie war aus einer 14-jährigen Beziehung mit einem Linux-Programmierer ausgestiegen, weil sie sich in einen sehr netten langhaarigen Apple-(Ind)ianer mit Motorrad und Bar in Wien verliebte. Er hat ihr zwar den Apple aufgesetzt und immer genügend Energie-Drinks mit in die Arbeit gegeben, aber als ihr mal ein Energie-Drink über die Tastatur lief und sie die Auswirkungen mit dem WC-Trockner reparieren wollte, schwammen nicht nur die Tasten dahin, sondern er schwamm auch weg (Karibik-Bar oder so). Nicht deshalb natürlich, aber parallel dazu. Was meine Erfahrung/Hypothese Nummer eins bestätigt: Compi hin, Mann weg. Die Frau in meiner Generation braucht also weniger einen schwulen Freund, als eher einen IT-Kompagnon (Hypothese Nummer zwei).

IT Supporthotline für Frauen

So viele Rädchen, an denen man drehen kann: Da muss ein Experte her!

Woher bekommen? Wie komme ich zu einem netten IT-Berater, der mich nicht abzocken will? Wie kann ich mich seriös supporten lassen und es dann auch ein win-win-Situation werden lassen, sprich: Ich empfehle eine gute Dienstleistung natürlich weiter. Wenn ich zufrieden bin und virales Marketing betreibe, dann kann das auch was. Was früher Mundpropaganda war, ist heute unter dem Begriff „Word of Mouth“ ganz wichtig auf Social Media Plattformen geworden. Jeder von uns kann mit seinen Empfehlungen und positiven Erfahrungen ad Produkten und Dienstleistungen mehr als Meinungsführer (advocate) bewirken, als dies in Zeiten klassischer Medien der Fall war.

Zukunft des weiblichen IT-Supports

Damen und Mädels: Lasst euch nicht nur von den Computerkenntnissen des Dating-Objektes leiten. Schön, wenn er welche hat und euch supporten kann. Aber ganz im Ernst: Emanzipation bedeutet für mich mittlerweile, ein funktionierendes Betriebssystem, nette Grafikprogramme und ein funktionierendes WLAN, abseits von Mann oder gerade Nicht-Mann. Dazu gibt es die Experten, gibt es sie, leistbar und verfügbar?

Geeks & Nerds: Wisst ihr eigentlich, was euch durch die Lappen geht? Es gibt zahlreiche Frauen da draußen, die mal ein wenig Hilfe mit der Installation eines Programmes benötigen würden oder das „Aufsetzen“ des neuen PCs nicht gerne alleine machen. Und wenn man „Frauenhotline Computer“ googelt, kommt nichts außer Smartphone-Tipps und die „Anti-Frauen-Gewalt-Hotline“. Also: Raus aus den Dating-Portalen, rein ins Dienstleistungsgeschäft. Wer die erste 24-Stunden Hotline für PC-Probleme aufmacht ist reich, und ich bekomme bitte zehn Prozent für die Idee.

Über Dr. Astrid Pettauer

Univ.-Lektorin, PR-Trainerin, Mediencoach und Researcher, Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft / Soziologie. Trägerin des österreichischen Wissenschaftspreises für Public Relations und des Wissenschaftspreises für Demokratie der Republik Österreich 2007 für die Dissertation.

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