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6 Online Marketing und Social Media Trends für 2015

Online Marketing Trends 2015

Die großen digitalen Neuerungen am Marketing Sektor blieben 2014 vordergründig zwar aus, doch hinter den Kulissen der responsiven Interfaces hat sich indes ausgesprochen viel getan: Vor lauter Innovationshunger haben wir die neuen Networks ello und tsu kurzfristig frenetisch abgefeiert, um sie bald darauf wieder links liegen zu lassen. Google würfelte mit den Panda und Penguin Updates in den vergangenen 12 Monaten die Top-Suchmaschine-Ergebnisse gehörig durcheinander, Content Marketing und Corporate Blogging sind im Mainstream angekommen, Facebook und Twitter sind mit rasanter Geschwindigkeit auf dem Weg vom Netzwerk zur Infrastruktur, die Goldgräberstimmung im Camp App hat endgültig nachgelassen. Welche Online Marketing Entwicklungen sich für die kommenden 12 Monate abzeichnen, lässt sich ganz ohne Glaskugel leicht extrapolieren.

1. Währungswechsel: Nutzer-generierte Inhalte statt Likes und Shares

User generated Content

Von Nutzern generierte Inhalte spielen die erste Geige. Im chinesischen Kalender heißt 2015 „Das Jahr des Selfies“

Marketingkampagnen werden partizipativer. 2015 wird es nicht mehr darum gehen, mit den eigenen Kampagnen und Inhalten möglichst viele Likes und Shares einzusammeln, sondern um möglichst originelle Text-, (Bewegt)Bild- und Wortspenden der Crowd. Wenige Ideen werden dabei so viel Reichweite generieren wie die Ice Bucket Challenge, aber die neue „Währung“ in punkto Engagement heißt „User generated content“ und wird im Lauf des Jahres Social Signals in den Hintergrund drängen: Wie bringt man (potentielle) Kunden dazu, eigene Inhalte zu veröffentlichen, die sowohl originell sind als auch die eigene Verkaufsstrategie und Markenaffinität stärken? Das wird die große Herausforderung für Social Media Manager im kommenden Jahr.

Aus diesem Grund wird 2015 kaum mehr eine Kampagne zukünftig ohne #Hashtag auskommen. Hashtag-Losigkeit wird sozusagen die neue Avantgarde.

2. Der Online-Handel hält Einzug in die Offline-Stores

Social Content wird crossmedialer. Immer mehr Brands werden die Kunden-Testimonials nicht nur im Web aggregieren, sondern auf allen möglichen Kanälen mit Kunden-Inhalten werben. Weit mehr Offline-Shops als bisher werden Video-Walls oder andere interaktive Display-Elemente integrieren, physische und virtuelle Touchpoints verschmelzen zusehends. Ein solides Monitoring-Setup und ein strukturierter Umgang mit Kunden-Reviews werden fixer Bestandteil des Business-Alltags, aber semantische Systeme und automatisierte Sentiment-Analysen werden auch 2015 nicht ihren Durchbruch feiern.

Der mobile Sektor wächst, nach den Visits nehmen auch die Conversions via Smartphone zu. Die große Zeit der App-Stores ist schon jetzt vorbei, (mobile) Web-Apps werden immer leistungsfähiger und ersetzen viele „dedizierte“ Apps. Die zweite Generation von Big Data Anwendungen scharrt in den Startlöchern. Nicht künstliche Intelligenz, sondern Open Data Applikationen werden ganz neue Tools für die digital-analoge Welt ermöglichen.

3. Facebook: Mehr Infrastruktur, weniger Aktivität, mehr Instagram

Jüngere Zielgruppen (13-18) nutzen Facebook weit seltener als jene Generation, die mit dem blauem Walled Garden groß geworden sind. Zugleich aggregiert FB Inhalte von immer mehr Quellen. Je dichter das Gedränge, desto relevanter die Filtermechanismen. Smartwatches und Selbstvermessungsgeräte aller Art liefern immer mehr Daten, und für die Werbung muss schließlich auch noch Platz bleiben. Diese Entwicklungen führen unweigerlich dazu, dass das bisher erfolgreichste Social Network als „Stammtisch“ und privater Kommunikationshub an Bedeutung verliert.

In einigen Märkten wird WhatsApp 2015 das Mutterschiff in punkto Nutzungsfrequenz deutlich überflügeln. So wie’s derzeit aussieht, stehen auch Instagram goldene Zeiten bevor, beide Services gehören bekanntlich ja längst zum Zuckerberg-Universum. Instagrams Hyperlapse wird Twitters Videoservice Vine richtig wehtun und möglicherweise sogar Youtube ein kleines Stück vom Bewegtbildkuchen abjagen. Privacy bleibt ein großes Thema, Snapchat zeigt, dass den Nutzern die Kontrolle über ihre Inhalte zunehmend wichtiger wird.

4. Webdesign wird personalisierter sowie CTA- und Content-orientierter

Personalized Content

Inhalte werden immer genauer auf die einzelnen Nutzer zugeschnitten.

Das Call-to-Action Prinzip kommt mit gut fünf Jahren Verspätung endlich auch im D-A-CH Raum an. Dass Webdesign keine Geschmacks-, sondern eine Conversion-Frage ist, hat gravierende Auswirkungen auf die Gestaltung und Struktur von Homepages. Optimierte Landing-Pages gewinnen an Bedeutung, starre CMS-Systeme geraten noch stärker ins Hintertreffen. Modernes Web-Publishing wird flexibler. Design wird immer Inhalts-zentrierter. In welche Richtung die Entwicklung gehen kann, zeigt die Early Beta des „Template-losen“ CMS the grid.

5. Online Werbung: Die AdWords-Luft wird dünner, Native Advertising gewinnt an Bedeutung

Dass Google seit einiger Zeit AdWords-Anzeigen deutlicher als bisher kennzeichnen muss, führt mittelfristig dazu, dass auch Otto Normaluser zwischen bezahlten und organischen Ergebnissen unterscheidet. AdWords-Setups werden immer ausgefeilter, Keyword-Research, Kampagnentuning und fein granuliertes Tracking sowie stetige Konkurrenzbeobachtung machen SEA (Search Engine Advertising) und SEO immer ressourcen-intensiver. Große Brands werden verstärkt auf Native Advertising setzen (müssen), um neue Zielgruppen anzusprechen und ins eigene Social-Versum hereinzuholen.

6. Bloggen kommt endgültig im Marketing-Mainstream an

Trend 2015: Corporate Blogging

Blogs sind ein wichtiges Bindeglied zwischen Company und Crowd.

Der große Blogboom von 2014 wird nachlassen, die Szene konsolidiert und professionalisiert sich. Ich prognostiziere im D-A-CH Raum starkes Wachstum in noch wenig erschlossenen Nischen und eine dezente Stagnation am Lifestyle- und Testblog-Sektor. Außerdem werden mehr und mehr Unternehmen auf Corporate Blogs als Ergänzung im Marketingmix setzen. Blogger Relations werden zum ganz normalen Bestandteil von PR-Konzepten und während Social Media Manager längst etabliert sind, starten 2015 vielleicht schon die ersten Lehrgänge zum zertifizierten Corporate Blogger 🙂

2015: Das Jahr der echten Interaktionen

Das Internet ist längst fixer Bestandteil der „Customer Journey“ geworden. Mit Panda und Penguin hat Google Linkmanipulation ausgesprochen erfolgreich bekämpft, gekaufte Likes und Fans locken im Zeitalter der echten User-Interaktionen keine Conversion mehr hinter dem Ofen hervor. Nutzergenerierte Inhalte und Personalisierung quer durch alle Touchpoints werden die prägenden Digital-Merkmale des kommenden Jahres.

Wie lauten Ihre Online Marketing Prognosen für 2015?

1 comments
Moritz Helmstreit
Moritz Helmstreit

Der Online-Handel hält Einzug in die Offline-Stores: 

Bin gespannt wie sich das auf den ROPO Effekt auswirkt / Ob zB mehr Unternehmen es schaffen ihre User abzuholen wo sie gern wären... :)


@Adwords Bin ich fast bei dir. Setups werden anpruchsvoller und man muss noch granularer und strukturierter an die Sache herantreten. Meiner Meinung nach wird Paid-Advertising (eben nicht nur Google) schon noch mal anziehen. Amazon Ads zB sicher spannend für Shops. 


Grüße aus dem Schnee, Moritz

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  1. […] gewinnen. Gleichzeitig wird Bloggen aber auch zum “Marketing-Mainstream”, meint der Blogger Ritchie Blogfried Pettauer. Texte, Videos, Gifs etc. ergänzen sich hier […]

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