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Weihnachtsglückwünsche: Postkarte, E-Mail oder doch Anrufen?

Der richtige Kanal für Weihnachtswünsche

Dezember: Glühmärkte, Adventwein und umgekehrt. So viele Weihnachtsfeiern, dass man für mehr als vier Zivilisten selbst unter der Woche kurzfristig keinen Tisch bekommt. Kleine Geschenke. Anfütterung ausnahmsweise sogar in Ministerien erlaubt, aber nur mit saisonalem Gebäck („Vanille-Kipferl-Paragraph“). Echte und gespielte Besorgnis ob er doch noch kommen wird, der Winter. Und natürlich überquellende Postkästen: Spendenaufrufe, Weihnachtswünsche: Schau, da klebt ein Engelshaar am Briefträger! Die digitale Kommunikation nimmt zu, die analoge ebenfalls. In beiden Welten gilt: Was aus der Masse heraus sticht, fällt auf.

Doppelter Spitzenreiter meiner persönlichen All-Time-Einladungs-Charts ist und bleibt unangefochten die Laserbox: im Vorjahr kam die (natürlich gelaserte) Einladung auf Plexiglas, in diesem Jahr staunte ich nicht schlecht über ein Holzbrett mit sauber eingebrannten Event-Daten. Viel zu schade selbst für die ökologische Entsorgung! Hingehen konnte ich nur deshalb nicht, weil am vergangenen Wochenende mein letzter Vorlesungsblock an der FH Kufstein am Programm stand.

Von Divergenzen zwischen Sendern um Empfängern

Dort hat pünktlich am 1. Dezember der Adventmarkt aufgesperrt, also schien ein wenig Feldforschung überaus angebracht. Wo sonst trifft man denn sonst die beste Schweinsbratensemmel der Welt, weißen Glühwein und auskunftsfreudige Testsubjekte auf engstem Raum? Wir wollten von unseren 60 Interviewpartnern wissen, auf welchem Weg sie 2014 selbst Weihnachtswünsche verschicken und über welche Art von Feiertagswünschen sie sich selbst am meisten freuen. Zur Auswahl standen Post, E-Mail, Facebook, SMS, Telefonanruf und persönliche Gratulation, Mehrfachantworten waren erlaubt. Der Vergleich der beiden Ergebnisdiagramme gibt zu denken, auch wenn die Antwort auf Frage Nummer eins erstmal nicht überraschen.

Wie wünschen Sie Ihren Lieben, Freunden und Bekannten heuer frohe Weihnachten?

Fröhliche Weihnachten auf allen Kanälen.

Fröhliche Weihnachten auf allen Kanälen.

Die meisten (75%) gratulieren persönlich, 18 Prozent nutzen E-Mail, 5 Prozent mehr gratulieren auch via Facebook. Die gute alte Weihnachtskarte schlägt diese beiden digitalen Kanäle mit 28% locker, liegt aber deutlich hinter Telefonanrufen mit 38 und SMS mit 45 Prozent. Eine deutliche Divergenz ergibt sich erst nach Vergleich mit den Antworten auf die zweite Frage.

Über welchen Weihnachtsgruß freuen Sie sich am meisten?

So richtig beliebt sind Facebook und E-Mail Weihnachtskarten nicht.

So richtig beliebt sind Facebook und E-Mail Weihnachtskarten nicht.

Ganz klar, warum so viele persönlich gratulieren: 77% freuen sich über persönliche Grüße am meisten. Telefonanrufe liegen mit 32% fast gleichauf mit postalischen Grüßen (30%), Telefonanrufe sind mit 32% dann doch deutlich willkommener als SMS-Botschaften mit 23%. Unsere Befragten verschicken also eher SMS, statt zum Hörer zu greifen, möchten aber selbst lieber angerufen werden. Eine noch deutlicherer Unterschied zeigt sich bei E-Mail und Facebook: Magere 5% wünschen sich Weihnachtsgrüße in der Inbox, 5% auf Facebook.
Fazit: Wer nicht persönlich gratulieren kann oder will, greift besser zum Telefonhörer oder zur Briefmarke. Denn zumindest am Kufsteiner Adventmarkt, dessen Lage direkt neben der Fachhochschule übrigens das Durchschnittsalter der Gäste deutlich senkt, stehen persönlicher Kontakt und analoge Weihnachtsgrüße deutlicher höher im Kurs. Für dieses Jahr ist’s schon zu spät, aber spätestens 2015 werden ich statt eines digitales Weihnachts-Hunde-Fotos einen mindestens 8-seitigen Falzflyer von meiner bevorzugten Druckerei druckportal.de mit den besten Infografiken des Jahres und reichlich Lametta gestalten.

Wir haben dann übrigens auch noch gefragt, wo die Kufsteiner ihre Weihnachtsgeschenke besorgen. Genau die Hälfte geht klassisch shoppen, ein Viertel vertraut aufs Netz und die restlichen 25% nutzen beide Kanäle.

Kaufen Sie mehr Weihnachtsgeschenke online oder offline?

Die Hälfte der Befragten kauft zumindest einen Teil ihrer Geschenke im Internet.

Die Hälfte der Befragten kauft zumindest einen Teil ihrer Geschenke im Internet.

Eigentlich keine Überraschung: Bequemlichkeit beim Einkaufen wird geschätzt, aber wenn’s um was so Persönliches wie Weihnachtsglückwünsche geht, dann kann noch so viel Convenience den persönlichen Kontakt niemals ersetzen!

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