Astrids Kolumne: WLAN oder Hahn?

Hahn oder WLAN?

Habe schon viel mitbekommen von den BloggerI-anten (sorry Andreas Gabalier), von Modebloggerinnen natürlich auch. Die werden angeblich inzwischen auch auf die coolen Events und so eingeladen. Da ich nie nach neuen Modetrends vorgehe, sondern das suche, was mich halbwegs adrett erscheinen lässt (ich schwanke immer zwischen 36 und 40, saisonal bedingt), kippe ich mehr auf die so genannten Food-Porn-Blogger rein. Die haben wenigstens gescheite Lokaltipps, wo man sich anfressen kann und befriedigt nach Hause geht. Wer braucht da noch den neuesten Fetzen, wenn er eh nicht passt. Persönlicher Stil ist keine Frage, sondern eine Antwort.

Food-porn goes „Pampa“

Mein persönlicher Food-Porn hat unlängst bei den Ostereier-Feierlichkeiten seinen Höhepunkt erreicht. Ganz idyllisches Häuschen, dank meiner lieben Eltern, die auf einem Berg in der Steiermark für uns Hundebesitzer eine total süße Oster-Residenz mit Riesenwiese gemietet haben, damit der Hund seine Frühlingsfell-Enthaarung nicht auf der neu überzogenen Ledercouch inszeniert. Zwei Terrassen, ausgedehnter Garten, daneben die strammsten Sulmtaler-Henderln mit massivem Freiauslauf. Alle bei der Ankunft glücklich: Der Hund, die HahnInnen (sorry Andreas Gabalier) und wir. 

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Man erinnere sich an Horst Chmelar!

Die Hennen kokettierten, der Hahn markierte, die Vogelscheuche gehorchte, der Hund drehte vor Übermut durch und wälzte sich gleich ein paarmal im frisch biologisch gedüngten (Read as: „mit Kuhscheiße dick eingeschmierten“) Rasen rund um den Bauernhof.

Osterhasen waren auch da, echte und liebe Feldhasen, aber die kennt der Hund schon aus Osttirol und von Freundin Tanja Kasper aus Wien. Die leckt er nur ab, spielt mit ihnen, stibitzt vielleicht eine Karotte. Und dabei sind Beagles angeblich für die Hasenjagd gezüchtet worden.

Der Ausblick über die Koralm. Die Stille, einfach schön. Erster Abend: Grau-in-graues Wetter, kuschelig. Osterjause mit den Eltern. Danach Stille, einfach nur Stille. Er im Jogging-Anzug Perry Rhodan #2798 lesend, ich im Jogginganzug eine WLAN-Verbindung suchend. Aufgebend versuchte ich, auf Datennetzübertragung umzusteigen. Nix ging dort. So, was jetzt? Oh nein, vier Tage noch, ich werde spooky ohne Netz. Vollmond ist auch noch.

Der Gockala is do

Ganz früh munter, total hungrig von der guten Luft, eine Runde ums Haus gedreht. Da war er! Eine prachtvolle Erscheinung in der Morgensonne. Ein Wesen, wie Gott es nicht schöner erschaffen hätte können. Er fixierte mich mit seinen Bergsee-tiefen Augen und ein wenig posierte er auch, glaube ich zumindest. Plötzlich spürte ich dieses verrückte Kribbeln im Bauch. Oh no, ich bin verliebt, echt jetzt!

Prachtexemplar eines Hahnes. [lat.: Gockulus Gockulus]

Prachtexemplar eines Hahnes. [lat.: Gockulus Gockulus]

 

 

 

Jetzt ist es fix. Ich stehe auf den Gockel da unten im Bio-Freilaufkäfig. Ich will ihn haben. Lebendig und niemals tot! Zum Glück: Er begattet nur und wird nicht gegessen. Wie ich vom Bauern, der mit seiner Mistgabel im Sixpack eingeklemmt gerade den Stall „machte“ (aber keinerlei Aufmerksamkeit von mir bekam) erfahren durfte, heißt er Felix. Felix muss sofort eine Facebook-Fan-Seite haben, war mein erster Gedanke. 

Offline-Love

Ich hätte Felix sofort eine Fanpage mit Fotos eingerichtet. Seine tolle Fell-Färbung, sein adeliges Auftreten und seine trotzige Contenance sind einzigartig. Nur leider ging das Internet auch am zweiten Tag nicht. Ich musste meinen „Gockel in amore“ leider für ein paar Stunden verlassen. Wir gingen mit den Eltern essen. Backhenderl, what else in der Südsteiermark. Aber es waren ja Hennen und nicht Felix. Der begattet ja nur, also echt ein glückliches Lebewesen.

Ob blond, ob braun: Er liebt alle Frau'n!

Ob blond, ob braun: Er liebt alle Frau’n!

Da bin ich wieder bei meinen Food-Bloggern und schreibe ihnen gleich die besten Backhendl-Tipps in der Steiermark, da endlich Handyempfang. Aber trotzdem: Luv you Felix und komme bald wieder! Vielleicht haben wir dann auch schon Empfang und können einen Felix-Live-Stream machen.

PS: Du kommst nie auf den Teller!

PPS: Anmerkung des Chefredakteurs: Auch aus einem alten Hahn kann man eine schmackhafte Suppe kochen!

Über Dr. Astrid Pettauer

Univ.-Lektorin, PR-Trainerin, Mediencoach und Researcher, Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft / Soziologie. Trägerin des österreichischen Wissenschaftspreises für Public Relations und des Wissenschaftspreises für Demokratie der Republik Österreich 2007 für die Dissertation.

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Foto Hühnergehege: Joujou / pixelio.de

2 comments
Astrice
Astrice

Freut mich. Sonniges Beagle-weekend!