Aus der weiten Welt des Netzes: von peer2peer Filesharing über Netzunkultur bis zu den “latest rants and ravings”.

Und täglich grüßt das Murmeltier: Das Passwort-Dilemma

In Anbetracht der weltweit beträchtlich hohen Nutzungsdauer auf unterschiedlichen Netzwerken sei salopp dahin gesagt: Ein Drittel der Zeit fällt auf das Zurücksetzen von Passwörtern, wiederholte Bestätigungen, wirklich man selbst zu sein und erneute Passwortangaben und Wiederbestätigungen. Und da wäre dann noch die Frage nach dem Namen des Haustieres, bevor ein Passwort überhaupt zurückgesetzt werden kann. Blöd, wenn man etwa nicht mehr weiß, ob man denn das Konto noch zu Zwergkaninchen-, Katzen- oder gar erst in der Hundezeit angelegt hat.

Da lobe ich mir Fragen nach dem Mädchennamen der eigenen Mutter oder dem eigenen Geburtsort. Diese sind nur leider in der standardisierten Auswahl nach der Frage der Frage, für den Fall des Falles, meist nicht vorgesehen. Gut: Noch schlimmer wären Auskünfte wie: Wie heißt dein Partner mit Vornamen? Welche Sportart übst du am liebsten aus? Was ist deine Lieblingsfarbe? Und so weiter.

Passwörter sind wie Schlüssel.

Passwort-Wiederherstellung: Schlüsselerlebnisse aus dem Leben einer Internet-Nutzerin.

Besonders, wenn man als 76er Jahrgang nun doch schon einen erheblichen Zeitraum konstant auf diversen Online-Plattformen präsent ist, zig Online-Bestellungen aufgegeben hat und dennoch vielleicht einmal den Partner oder die Lieblingsfarbe gewechselt hat. Sport betreibt man vielleicht inzwischen gar keinen mehr.

Und dann wäre da noch die E-Mail-Adresse als User-ID

Super Sache für alle, die sich von Anfang an einen gmx- oder yahoo-Account mit einem Pseudonym wie strolchimaus@xxx.com zugelegt haben und zumeist beim Umstieg auf gmail auch noch eine Strolchimaus geblieben sind.

Was aber tun, wenn man nicht einen Job, sondern – da Medienbranche – innerhalb von 20 Jahren vielleicht mehrere (hundert?) Jobs auf dem CV-Buckel und über jeweils verschiedene Mail-Addys lustig Bestellungen etc. durchgeführt hat, weil es über die Office-Adresse einfach praktischer ist und Zeit spart…

Es handelt sich dabei um eine Zeit, die dir 20 Jahre später in zehnfacher Form wieder gestohlen wird. Schließlich will man doch auf sein altes Konto mit den Bonuspunkten wieder zugreifen können. Und dann das beliebte Procedere: “Nutzer-ID und Passwort stimmen nicht überein. Haben Sie Ihr Passwort vergessen?”

Astrid hat sich ausgesperrt

Fotos, die unser Jahrhundert prägten: Frau hat ihr Passwort vergessen und steht vor verschlossener Tür.

Verdammt, ich weiß nicht mal die damalige ID. Und geheiratet habe ich auch noch und ich habe nun mal immer reale Namen benutzt. Wäre ich doch auch eine Strolchimaus geworden, dann würde ich mir jetzt verdammt viel Zeit ersparen und könnte weiterhin meine Möbelhaus-Punkte einlösen, das Service für den Herd in Anspruch nehmen oder beim Sushi-Samurai meines Vertrauens die Gratislollen absahnen.

Jobs & Namen kommen und gehen, das Passwort bleibt

Mit dem Beginn der persönlichen Facebook-Ära im Jahr 2008 sollte alles ein Ende nehmen. Ein neues Passwort musste her und das wird von nun an für alles Zukünftige verwendet.

Guter Plan am Papier, schlechte Ausführung in der Praxis. Meine Wahl fiel auf ein 5-stelliges Passwort, das meines Erachtens sowohl kreativ, als auch undenkbar für Hackangriffe war, da es zu kryptisch schien, um erahnt werden zu können. Facebook mochte es auch, die Sicherheitsstufe war gut und ab sofort sollte das Problem nicht mehr bestehen.

Astrid schreibt ihre Passwörter nicht auf Hauswände.

Auch eine Möglichkeit: Das Passwort auf die eigene Hauswand sprayen. Sehr sicher, solange niemand weiß, dass es sich um ein Passwort handelt ;-)

Freilich waren da noch die Altlasten, aber dann mussten eben mit neu angelegten Konten mehr Möbelstücke gekauft werden, mehr roher Fisch bestellt werden und die Versicherung musste die Herdreparatur bezahlen. Hauptsache, das war’s jetzt. Ein Passwort, ein Leben, eine Identität. Und als ID benutzte man jetzt auch ein Synonym.

Astrice hieß das neue Zauberwort. Blöd nur, dass es auf Skype schon einen gleichnamigen Account gab. So musste ich auf Astricelli ausweichen. Okay, halt mal eine Ausnahme machen. Blöd aber auch, dass Passwörter manchmal aus mindestens sechs Zeichen bestehen müssen, gut, Ausnahme Nummer zwei war geboren. Noch blöder, dass Passwörter mindestens eine numerische Ziffer zu beinhalten hatten, Ausnahme Nummer drei kam zum Einsatz. So ging das dann weiter seit 2008.

Dann lernt man auch noch einen Geek kennen, der einem erklärt, dass man niemals nur ein Passwort verwenden darf. Argument klingt verständlich, sollte ein Hacker einmal das Passwort knacken, durchsucht er alle Portale, Foren, Netzwerke etc. damit. Klingt vernünftig, also was tun, Baby?

Finalmente: Die Lösung des Passwort-Problems

Ganz einfach, KeePass Password Safe zog ein, eine Software, bei der man lediglich jedes neue Passwort pro Registrierung einzutragen hat. KeePass ist ein freies, unter den Bedingungen der GNU General Public License (GPL) erhältliches Programm zur Kennwortverwaltung. Es verschlüsselt die gesamte Datenbank, welche auch Benutzernamen und Ähnliches enthalten kann.

Die Datenbank ist durch einen Hauptschlüssel (“Master Key”) gesichert, ohne diesen lässt sich die Datenbank nicht entschlüsseln. Das Hauptkennwort (“Master Password”) muss manuell eingegeben werden, und es kann eine Schlüsseldatei (“Key File”) verwendet werden, die beispielsweise auf einem mobilen Laufwerk, wie USB-Stick oder CD, liegt.

KeePass 2.x unterstützt unter Windows zusätzlich eine Methode, einen geheimen Schlüssel des aktuellen Windows-Benutzers zu verwenden. Die Datenbank lässt sich damit nur öffnen, wenn der Benutzer mit dem richtigen Windows-Account angemeldet ist.

Keepass Passwortverwaltung

Wer alle Passwörter in eine Kiste sperrt, sollte tunlichst den Hauptschlüssel nicht verlegen.

Und hier begann mein neuerliches Dilemma. Zuerst alles brav in KeePass eingetragen, dann mal ein wenig nachlässig geworden und gedacht: Ach, das mach ich später! Zuerst muss noch dies & jenes erledigt werden. Vergessen, auch gut. Das eine braucht man ja nicht so oft. Drüber hervorragend geschlafen. Bei der nächsten Aufforderung eben eines dieser nicht eingetragenen Passwörter einzugeben habe ich mich wieder selbst an den Ohren gezogen und eine Zeit lang alles konsequent in KeyPass dokumentiert.

Nachdem ich es länger nicht mehr gebraucht habe, hatte ich leider ein kleines Problem: Ich wusste mein KeePass-Passwort nicht mehr, weil das musste ja ein komplizierteres sein laut besserer Hälfte. Mir war nur noch klar, dass es sich um eine Mischung aus diffusen Buchstaben- und Zahlencodes handelte, die ich mir irgendwo notiert hatte. Schließlich meinte mein Geek: “Jetzt brauchst du dir nur noch das eine Passwort merken, sonst nichts mehr!”

Der Rest der Geschichte ist bekannt: “Nutzer-ID und Passwort stimmen nicht überein. Haben Sie Ihr Passwort vergessen?”

Ausblick: Das Passwort-Monster zähmen

Meine letzte Hoffnung lag in einem c’t-Artikel, den ich zufällig am Klo entdeckt habe (ja, bei uns liegen mehr Computer-Magazine als Frauenmagazine auf der Toilette).

Astrid bildet sich fort.

Finden Sie den Fehler in diesem Bild! Richtig, auf diesem WC liegen keine Computermagazine.

In der aktuellen Ausgabe 18/14 widmet sich die c’t diesem lästigen Thema und stellt neue vielversprechende Konzepte vor, die das Leben mit den Passwörtern erheblich erleichtern sollen.
So sorgt etwa der MasterPassword-Algorithmus dafür, dass man nur noch mit einem einzigen Passwort hantieren muss. Davon leitet er dann bei Bedarf weitere, sichere Passwörter für die verschiedenen Dienste ab. Anders als bei den klassischen Passwort-Managern werden dabei keine sensiblen Daten auf Rechner oder Smartphone gespeichert.

In dem Artikel sind alle Passwort-Manager, die durch besondere Funktionen aus der Masse herausstechen aufgelistet, darunter auch diverse Apps. Und wer seine Passwörter nicht digital verwalten möchte, der wird schließlich auch noch fündig: Ein Artikel widmet sich dem Passwort-Management mit nichts weiter als Zettel und Stift (auf den kein Trojaner zugreifen kann). Dazu findet man im Heft unter anderem eine Passwortkarte, mit der mühelos neue Kennwörter erzeugt und jederzeit rekonstruiert werden können. Auf 50 Prozent herunterkopiert passt sie exakt auf eine Kreditkarte. Und sowas findet man am stillen Örtchen! Bis auf weiteres euphorisch dachte ich dann: Ich will keine Experimente mehr. 20 Jahre Passwort-Dilemma, enough is enough!

Wem die Idee gefällt, sich einen der sicher sehr coolen Passwort-Manager zuzulegen, der sei auf folgende weiterführende Links aus dem c´t – Sonderthema verwiesen. Ich persönlich habe meine Lösung gefunden: Eine Pinnwand und lauter gelbe Post-its. So mag ich das, so funktioniert das jetzt auch und ich fühle mich so safe. Zumindest, was mein Leben in der virtuellen Welt betrifft, denn selbst meine Einbrecher sind in der Regel keine Hacker und nehmen Post-its mit!

Links


Gastautorin: <a href="http://blog.datenschmutz.net/author/astrice/">Dr. Astrid Pettauer</a>

Gastautorin: Dr. Astrid Pettauer

Kommunikationswissenschaftlerin, PR-Expertin, Blogfried-Gattin

Univ.-Lektorin, PR-Trainerin, Mediencoach und Researcher, Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft / Soziologie. Trägerin des österreichischen Wissenschaftspreises für Public Relations und des Wissenschaftspreises für Demokratie der Republik Österreich 2007 für die Dissertation.
alle Beiträge von Astrice

Status Updates auf Facebook Pages zurückdatieren: Zeitreisen wieder möglich

Bis Februar diesen führte Facebook einen größeren Testlauf mit dem Zurückdatieren von Page-Postings durch, ruderte dann aber wieder zurück. Seither konnte man zwar Status-Updates für die Zukunft vorprogrammieren, aber keine Inhalte durch die Zeitmaschine in die Vergangenheit schicken. Mit einigem Erstaunen nahm ich deshalb heute den neuen Post-Button auf meiner datenschmutz-Seite zur Kenntnis, der beim Klick auf den Auswahl-Pfeil die Optionen “Schedule Post”, “Backdate Post” und “Save Draft” anbietet.

Facebook Page Upages: Entwurf, zurückdatieren, vorausprogrammieren

Der neue Post-Button auf Facebook bietet nach dem Klick auf das Pfeil-Icon drei Auswahlmöglichkeiten an.

“Schedule” ersetzt das frühere Uhren-Symbol und funktioniert genauso: ein Klick öffnet ein Datums- und Zeit-Auswahl Pop-Up, um einen Veröffentlichungszeitpunkt in der Zukunft zu wählen. “Draft” speichert das Update als Entwurf für die spätere Verwendung. “Backdate” dagegen öffnet ein dreiteiliges Dropdown-Menü zur Auswahl von Jahr, Monat und Tag.

Rückdatieren ohne Zeitangabe

Das Datum für zurückdatierte Status-Updates wählt man mit drei Dropdown-Menüs.

Sofort nach dem Klick auf “Backdate / zurückdatieren” wird das jeweilige Status Update rückdatiert an der gewählten Stelle in die Timeline eingefügt. Für solche Beiträge kann man nur ein Datum, aber keinen Zeitpunkt auswählen, und sie werden auch in der Timeline ohne Zeitstempel dargestellt.

Natürlich haben diese zeitreisenden Status-Updates auch keine Likes, Shares und Kommentare – und bekommen auch keine, denn im Newsfeed werden sie nicht angezeigt. Wer Vergangenheitsfälschung in großem Stil betreiben will, muss hier als nachhelfen, frei nach dem Motto: “Facebook Steakholder seit der Steinzeit!”

Aber wie weit darf man denn überhaupt in die Facebook-Vergangenheit reisen? Oder, um ein altes Zen-Koan zu zitieren: “Kann eine Facebook Seite, die es gar nicht gegeben hat, Likes bekommen haben?” Erstaunlicherweise lautet die Antwort ja. Grundsätzlich können Seitenbetreiber ihre Status Updates zwar nur bis maximal zum Launch-Datum ihrer Seite rückdatieren.

Rückdatieren bis zum Startdatum der Facebook-Seite.

Liegt das gewählte Datum vor dem Launchdatum der Seite, zeigt Facebook diese Warnmeldung an.

Umso verwunderlicher, dass man dieses Launchdatum beliebig ändern kann, auch bis vor 2004, als es noch nicht mal Myspace gab. Oder Handys. Oder Farbfernsehen. Nur so ist zu erklären, dass ich bereits im zarten Alter von einem Tag begonnen habe zu bloggen (daher auch mein mittlerer Vorname “Blogfried”), wie dieses Status Update vom 12. Juni 1976 beweist…

datenschmutz auf Facebook

datenschmutz Posting #1 vom 12. Juni 1976.

Facebook Status Updates zurückdatieren – wer braucht denn sowas?

Hat Facebook denn keine anderen Sorgen? Zum Beispiel einen Filter für grässliche, verstörende und traumatisierende Inhalte, wie etwa Fotos von veganen Gerichten? Während sich der Nutzen für Privatleute eher in Grenzen hält, machen manche Social Media Manager geradezu Luftsprünge vor Begeisterung. Suzi Pratt bezeichnet das Rückdatieren gar als “one of our key features”.

So weit reicht meine Fantasie nicht. Wenn es darum ging, wichtige Meilensteine der Firmengeschichte “nachzutragen”, so konnte man auch bisher und kann das weiterhin problemlos über den Postingtyp “Milestone” erledigen. Letztlich bietet Facebook hier ein Feature (erneut) an, das bei CMS-Systemen absolut üblich ist. Den Killer-Nutzen sehe ich aber bislang bloß für Social Media Manager, die vor der Erstellung des jährlichen Contentreports noch schnell ihre Status-Update-pro-Woche Statistik auffetten müssen. Und möglicherweise für den einen oder anderen Reinleger, denn der nächste erste April kommt bestimmt.

Zusammefassung: Facebook Page Postings zurückdatieren

  • Facebook erlaubt es Seitenbetreibern, Postings in die Vergangenheit rückzudatieren.
  • Diese Beiträge haben keinen Zeitstempel, sondern nur ein Datum.
  • Updates können maximal bis zum Startdatum der Seite in die Vergangenheit geschickt werden, dieses lässt sich bei Bedarf aber in den Seiteneinstellungen ändern.

Man weiß ja nie, wie Facebook bei solchen Feature-Rollouts vorgeht. Aber da der neue Postings-Button seit heute auf allen meinen Pages verfügbar ist, nehme ich stark an, dass die Zeitmaschine für alle Page-Admin Passagiere zum Abflug in die guten alten Zeiten bereit steht.

Wie schaut’s bei Ihnen aus, liebe Co-Facebook-Page-Manager? Haben Sie schon eine Zeitkapsel ins vorige Jahrtausend geschickt? Oder wissen Sie auch nicht so recht, wozu man auf einer Plattform mit so starkem Echtzeitfokus Zeit und Energie auf Inhalte verschwenden sollte, die mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Ausnahme von Social Media Historikern* niemals jemand zu Gesicht bekommt?


* Ich hab gehört, die ersten FH-Lehrgänge werden gerade konzipiert.

xamoom – Location Based Service as a Service

Georg Holzer, alter Blog-Weggefährte, Mitveranstalter des Barcamps Klagenfurt und ehedem einer der bekanntesten IT-Journalisten des Landes, hat der hauptberuflichen Schreiberei den Rücken gekehrt und im Mai diesen Jahres gemeinsam mit Bruno Hautzenberger das Start-Up xamoom gegründet. Aus alten Smartphones wollen Sie Komplettüberdachungen für Kärntner Seen herstellen, damit man auch bei Regenwetter – respektive im Winter – dort baden und “surfen” kann. Nein, natürlich nicht: xamoom ging aus dem grandiosen Netzkulturprojekt pingeb.org hervor, das mit auffälligen gelben Stickern seit 2 Jahren am Wörthersee präsent ist.

Legt man ein NFC-Handy auf einen der Sticker, oder scannt man ganz Old-Skool den QR-Code, gibt’s als “Belohnung” kostenlose Musik und Texte junger Autoren. Das erfolgreiche und populäre Projekt, das unter anderem von der netidee gefördert wurde, brachte die zwei Firmengründer auf eine viel weitreichendere Idee: xamoom will eine Infrastruktur bereit stellen, die Location-Services demokratisiert:

Wir wollen ortsbezogene Handydienste (Location Based Services) allen zugänglich machen, die gute Ideen aber wenig Know-how und keine dicken Brieftaschen haben. Es gibt dafür jede Menge Anwendungsfälle – von Audioguides in Museen über den Tourismus bis hin zu Handel und sogar in der Gastronomie. Wir sehen uns aber als Anbieter einer Service-Infrastruktur (basierend auf Googles Cloud Platform) und weniger als Solution-Provider. Wir sind sicher, dass es jede Menge Anwendungen gibt, an die auch wir noch nicht denken. Das wird selbst für uns extrem spannend!

Georg Holzer und Bruno Hautzenberger

Screenshot der xamoom-App

Über diese spannende Gründerphase habe ich mit Georg, der gemeinsam mit Bruno beim Pioneers-Festival in Wien start-uppen wird, im Café Westend geplaudert.

Derzeit sucht xamoom zwei Entwickler. Und nächstes Jahr gibt’s dann vielleicht schon ein Wörthersee-Dienst-Speedboat!

Social Media Nutzer-Zahlen in Österreich 2014: Von Netzen und deren Nutzen für Unternehmen

Wiederholte Frage an Radio datenschmutz: Spielen neben Facebook eigentlich noch andere soziale Netzwerke in Österreich eine Rolle? Antwort: Das kommt drauf an, wie man die hiesigen Social Media Nutzerzahlen berechnet… Auf Facebook sind mittlerweile 38% der Alpenrepublikaner registriert, 56% nutzen Youtube aktiv. Ohne Youtube machen Twitter, LinkedIn, Instagram, Google+, Pinterest, Ello, medium und tsu Nutzer sogar zusammengezählt immer noch unter 20% der Gesamtbevölkerung aus, in etwa gleich viele Österreich nutzen überhaupt kein Internet.

Wer aber einen tsu-Account hat, hängt ziemlich sicher auch bei Pinterest rum. Und die Österreicher auf Pinterest twittern alle… und so weiter. Deshalb liegt die Gesamtzahl der Zuckerberg-Fremdgänger natürlich noch viel niedriger. Niedrig einstellige Prozentzahlen lassen sich nun mal so schlecht schätzen, und die meisten kleineren Netzwerke geizen bekanntlich gern mit kleineren Zahlen für noch kleinere Länder. Da zählt nicht mal mehr Alexa mit.

Kennen Sie den kürzesten Social Media Witz? “Kommt ein Österreicher auf ein Pinterest Board.”

Die eigentliche Fragestellung dieses Blogbeitrags – Auf welchen Social Media Plattformen sollten österreichische Unternehmen vertreten sein – erinnert mich an eine Textstelle aus dem “Hexer” von Wolfgang Hohlbein. Der und sein Mentor Lovecraft steigen in einer kleinen englischen Fischerkneipe ab und fragen den Wirt, was es denn um Dinner gäbe:

“Es gibt Fisch, Fisch oder Fisch,” sagt der Wirt mit mißmutigen Blick. Howard runzelte die Stirn, überlegte einige Sekunden angestrengt und antwortete: “Dann nehme ich Fisch!”

Tja, das ist die grausame Wahrheit: Facebook kann so streng riechen, wie Zuckerberg will und uns armen Seitenbetreibern die Reichweite noch weiter runterschrauben. Wir können nämlich bloß weiter Münzen in den Werbebudget-Automaten einzuwerfen. Das war schon damals so mit dem blöden Fernsehen und der Kronenzeitung.

Aktuelle Social Media Nutzerzahlen für Österreich / Ende 2014

  • Facebook
  • 3,4 Mio
  • Twitter
  • 120k
  • Google+
  • 800k – 1 Mio
  • Instagram
  • 80k – 400k
  • Youtube
  • 4,8 Mio
  • LinkedIn
  • 430k
  • Pinterest
  • 4k – 20k
  • andere
  • ?

Quellen: Socialmediaradar, Alexa, Digitalschmankerl

An dieser Stelle kann man einfach nicht schreiben: Aber es gibt ja zum Glück auch Alternativen. Nur gibt’s halt leider unglücklicherweise keine. Dennoch möchte ich hier auf vielfachen Kundenwunsch, komprimiert und auch für die 19 Prozent Nichtsurfer leicht verständlich erklären, was es denn für Alternativen gäbe, wenn die genügend Nutzer hätten, und was Unternehmen denn dort tun könnten. Aber zuerst noch zu der Frage: Wie kommen diese Zahlen zustande?

Social Media Nutzerzahlen: Von Quellen und Schätzungen

Wer Zahlen aus dem Zusammenhang reißt, kommt in die Statistikerhölle. Dort werden wir Social Media Analytiker früher oder später wohl alle landen, aber was bleibt einem bei so spärlicher Primärdatenlage auch anderes übrig, als frei zu fabulieren? Man könnte bei Digitalschmankerl nachschauen, Petra hat nämlich für ihre zweite Masterarbeit selbst Daten erhoben und sie in folgende, für mich sehr glaubwürdig aussehende, Grafik gepackt:

Social Media Networks - Nutzungszahlen Österreich

Social Media Nutzung in Österreich: Nutzerzahlen im Vergleich zu Deutschland und den USA. [Grafik von Alex Hohenthaner / socialbunf]

Die Liecheneckers haben in Zusammenarbeit mit Mindtake auch eine Studie durchgeführt, bei der Online 751 Surfer befragt wurden. Das Deckblatt behauptet zwar optimistisch, die Ergebnisse seien repräsentativ für die österreichische Bevölkerung zwischen 15 und 65 Jahren mit einer Schwankungsbreite von 4,4%. Demnach wären 70% dieser Bevölkerungsgruppe bei Facebook registriert, 15,80% bei gar keinem Social Network. Sind das die ohne Internet? Nein, denn die Antworten sind natürlich nur repräsentativ für jene surfende Mehrheit der Bevölkerung, die Online-Umfragen ausfüllt. Spannend aber dennoch die Verteilung im Detail – hier steigt Instagram nämlich weit vor LinkedIn aus. Als gelernter qualitativer Sozialwissenschaftler muss ich mich da natürlich sofort fragen: Haben Business-Surfer vielleicht einfach keine Zeit, lange Fragebögen auszufüllen, Twitteranten aber schon?

Social Network Zahlen - Nutzung in Österreich

Teilnehmer von Online-Befragungen nutzen überdurchschnittlich viele Social Networks.

Twitter, Google+, LinkedIn, Instagram und Co. für österreichische Unternehmen

Welche Rolle spielen die einzelnen Networks für Unternehmen, die auf dem östererichischen Markt tätig sind? Im Vergleich zu Facebook jedenfalls eine untergeordnete – und natürlich sind viele heimische Firmen auch auf internationalen Märkten tätig, wo je nach Region bzw. Kontinent ganz andere Favoriten am höchsten in der Gunst der Social Media Nutzer stehen.

Twitter für Unternehmen: Der Pressesprecher und sein Journalist

Twitternutzung in Österreich

Twitter ist eine Plattform zum Austausch von Kurznachrichten. Ursprünglich in den USA als günstige Alternative zu SMS groß geworden, entwickelte sich das Netzwerk rasch zu einem Lieblingsspielzeug vor allem der Kommunikationsbranche.

Der Stellenwert, dem Twitter in der medialen Diskussion beigemessen wird, entspricht keinesfalls den realen Nutzungszahlen in Österreich. Etwas über 120.000 Accounts sind gerade einmal 3,5 Prozent alles österreichischen Facebooknutzer (3,4 Mio). Für Unternehmer ist Twitter dennoch vor allem im PR-Bereich relevant, da dem Beispiel Armin Wolfs folgend hierzulande überdurchschnittlich viele professionelle Kommunikatoren Twitter zumindest gelegentlich nutzen.

Als reiner Ankündigungskanal empfiehlt sich die Plattform nicht. Wer auf Twitter aktiv wird, weckt den Anspruch auf Erreichbarkeit und sollte kurze Antwortspannen gewährleisten können. Während in den USA, wo Twitter vor allem aufgrund der permanenten Präsenz als Fernseh-Newsticker wesentlich populärer ist als in Europa, etliche Unternehmen von positiven Erfahrungen berichten (Dell sprach aktiv Support-Kunden an, die sich über Produktmängel beschwerten, Starbucks verteilte Tweet-Gutscheine für ermäßigte Kaffees), sind die Reichweiten österreichischer Unternehmen auf Twitter ehr begrenzt.

Google+ für Unternehmen: Eigentlich ein Job für die SEO-Agentur

Google+ Nutzung in Österreich

Unter dem Eindruck des großen Erfolgs von Facebook startete Google mit “Plus” vor wenigen Jahren selbst den Versuch, Branchenprimus unter den Social Networks zu werden. Trotz überlegener technischer Funktionalitäten (unkomprimierte Fotos, Hangout Videochats) ist dieses Ziel mittlerweile als gescheitert zu betrachten. Google kommuniziert keine genauen Nutzungszahlen für Österreich, die Durchsuchbarkeit der Plattform ist ähnlich wie bei Facebook durch die jeweiligen Privatsphäre-Einstellungen der Nutzer eingeschränkt.

Durch die enge Verzahnung von Google+ mit anderen Services desselben Betreibers (Youtube, Gmail etc.) gelang es zwar, die Zahl der Accounts nominell in die Höhe zu betreiben, aktiv genutzt wird Google+ in ganz Europa allerdings kaum. Die Zukunft des Netzwerks ist zum jetzigen Zeitpunkt recht ungewiss. Recht populär bei spärlich vorhanden Nutzern sind vorwiegend die “Communities”, Plus’ Pendant zu Facebookgruppen.

Die Attraktivität der Unternehmensnutzung lag bis vor kurzem vor allem in der immer engeren Verzahnung des Google-Suchindex mit dem Plus Network. Für die Authorship, die Anzeige von Autorenbildern/Logos innerhalb der Suchergebnisse, war eine Google+ Page zwingend erforderlich. Vor wenigen Wochen hat Google die Authorship allerdings wieder abgeschafft und angekündigt, Plus wieder stärker von den anderen Services zu trennen.

Dass Google daran interessiert ist, Social Signals für den Suchindex auszuwerten, hat Matt Cutts, Chefentwickler des Suchalgorithmus, kürzlich bekräftigt. Inwieweit sich Aktivitäten auf einer Google+ Unternehmenspage mittelfristig auch die Suchergebnisse auswirken, ist derzeit allerdings ein heiß diskutiertes Thema. Für Local Businesses, als Unternehmen, die über eine oder mehrere Filialen verfügen und über die lokale Suche besser gefunden werden möchten, gibt es derzeit keine Alternative zu einer Google+ Page.

LinkedIn für Unternehmen: Die machen Content Marketing, nicht Lebensläufe

LinkedIn für Unternehmen

LinkedIn wird häufig als das “amerikanische Xing” bezeichnet, obwohl die Plattform strukturell völlig anders funktioniert. Zwar spielt auch bei LinkedIn die Pflege des eigenen Profil-Lebenslaufs eine zentrale Rolle, daneben hat sich das größte Business-Social-Network in den letzten Jahren allerdings sehr stark auf Publishing-Services fokussiert.

Neben zahlreichen populären Wirtschafts-Autoren haben seit wenigen Monaten alle Mitglieder die Möglichkeit, umfangreiche Postings zu veröffentlichen und sich so als Experten zu positionieren bzw. in weiterer Folge beträchtliche Reichweite aufzubauen. Für Unternehmen bietet LinkedIn „Corporate Pages“ an, Unternehmens-Seiten mit einem eigenen Newsfeed und Unterseiten, sogenannten “Focus Pages”. Diese ergänzen die Inbound-Strategie von LinkedIn: Ziel der Plattform ist es, die richtigen Ansprechpartner und Inhalte über eine komplexe Suche möglichst leicht auffindbar zu machen.

Instagram für Unternehmen: Selbstinszenierung, auch für Unternehmer

Instagram Nutzungszahlen

Instagram simuliert erfolgreich die Ästhetik alter Sofortbildkameras. Was war zuerst, Instagram oder der Selfie-Trend? Anfang 2014 nutzten 12,9% der Amerikaner und 1,2% der deutschen Bevölkerung Instagram, Nutzungszahlen zu Österreich sind nicht bekannt.

Instagram lebt als ausschließlich mobiles Netzwerk von der visuellen Echtzeit-Kommunikation. Die erfolgreichsten Markenauftritte setzen auf spektakuläre, exklusive aber zugleich auch authentische Bildwelten. Da Instagram Hashtags unterstützt, eignet sich die Plattform auch zur Abwicklung von Foto-Bewerben.

Instagram ist definitiv kein Kanal für klassische Werbebilder und –botschaften, lässt sich aber unterstützend hervorragend einsetzen, um einem Unternehmen bzw. einer Marke “ein Gesicht zu geben”, sprich für den Blick hinter die Kulissen. Das empfehlen und praktizieren zumindest etliche Social Media Agenturen. Ich dagegen poste auf Instagram vorwiegend Fotos meiner Hündin Pula, denn mich selbst interessieren Blicke hinter Agenturkulissen ehrlich gesagt nicht besonders.

Pinterest für Unternehmen: Die Pinwand an der Außenfassade

Pinterest Zahlen Österreich

Obwohl Pinterest seinen Höhenflug bereits 2013 begann und Mitte des Jahres 70 Millionen Nutzer hatte, ist das Netzwerk der virtuellen Pinwände noch nicht in Europa angekommen. Bitkom geht von einer halben bis einer Million Nutzern in Deutschland aus, in Österreich dürfte die Zahl der aktiven Pinterest-Accounts nach wie vor deutlich unter einem Prozent liegen.

Als einziges Netzwerk hat Pinterest mit 80% einen ausgeprägt hohen Frauenanteil, auf den Pinwänden dominieren die Themen Lifestyle, Hochzeitsplanung und Kulinarik. Einrichtung und laufende Moderation eines Pinterest-Boards sind zwar mit vergleichsweise wenig Aufwand verbunden, rentieren sich aber zum jetzigen Zeitpunkt nur für Unternehmen, die international tätig sind. Ich hab Pinterest schon von Anfang an genutzt und verwende die Seite gern als visuellen “Merkzettel” für Infografiken und außergewöhnliche Fotos.

Youtube für Unternehmen: Da wohnt der Videotraffic

Youtube Nutzerzahlen

Youtube gehört Google und ist primär die größte Videohostingplattform der Welt, besitzt daneben aber auch alle typischen Social Network Funktionalitäten. Für Unternehmen eignet sich Youtube sowohl als Hostings-Plattform als auch zum Betrieb eines eigenen Kanals – sofern ausreichend aktuelle Video-Inhalte laufend zur Verfügung stehen. Youtube ist vollständig durchsuchbar und in die Google-Suche integriert, Videoinhalte sind aus dem Web nicht mehr weg zu denken – Youtube stellt sie für alle Endgeräte zur Verfügung und bietet qualitativ hochwertiges Hosting an. Unternehmen, die Youtube nutzen, sollten auf ausführliche Meta-Beschreibungen und Stichworte achten.

Newcomer für Unternehmen: ello, medium, tsu

tsu Nutzungszahlen

Die grassierende Unzufriedenheit vier Nutzer mit dem etablierten Netzwerk Facebook scheint neuen Anbietern in jüngerer Vergangenheit Markteintrittschancen zu eröffnen. Steigende Bedenken über den Umgang mit persönlichen Daten sorgen im Spätsommer 2014 beim Newcomer ello.co dafür, dass sich zweitweise bis zu 30.000 Personen pro Stunde registrierten. Ello verspricht völligen Verzicht auf Werbung und garantiert Datenschutz, finanzieren will sich der Anbieter über kostenpflichtige Premium-Features.

tsu dagegen setzt auf monetäre Kompensation der Nutzer. Im September gestartet, will tsu 90% der Werbeeinnahmen an die User ausschütten. Beide Social Networks sind erst wenige Wochen alt.

Seit knapp zwei Jahren versucht medium.com, ein Netzwerk der Twitter-Gründer, statt auf kurze Status-Updates ganz auf lange Texte zu setzen. medium ist mehr Publikationsplattform als Social Network, beeinflusst mit seiner auf Inhalte fokussierten Ästhetik allerdings bereits klassische Medienanbieter weltweit. Wer so aufwändig Inhalte produziert, wird sich aber vermutlich auch eine eigene Domain leisten können und ist mit einem Blog besser beraten.

Fazit: Der eigene “Social Hub” wird immer wichtiger

Zwar tauchen immer mehr neue Bewerber im Rennen um die Aufmerksamkeit der Social Media Nutzer auf, doch dass sich in den kommenden 12 Monaten ein neuer Bewerber ernsthaft gegen Facebook wird durchsetzen können, ist aber äußerst unwahrscheinlich: Der Marktführer ist nicht nur von den Nutzerzahlen weit vorne, sondern inzwischen auch stark in der Infrastruktur des Web verankert (Facebook-Login).

Eine eigene, gut in die Social Media Landschaft integrierbare Homebase wird daher immer wertvoller. Hochwertige Inhalte fühlen sich am eigenen Blog am längsten am wohlsten, und lassen sich von dort am elegantesten in die verschiedenen Social Networks distribuieren. Und selbst wenn die Sache mit Pinterest und Co. hierzulande nie klappen sollte, dann liegen die Bilder gut indexiert auf der eigenen Seite und bringen Traffic, auch wenn nur drei Österreicher auf ello posten. Deshalb Mein Ratschlag an alle Unternehmen: Die eigenen Web-Properties sind und bleiben am wichtigsten. Produzieren Sie hochwertige Inhalte für Ihre eigene Unternehmens-Homepage oder Ihr Unternehmensblog und kreieren Sie so ihre eigene Social Media Zentrale, von der aus Sie Ihre Botschaften in die passenden Netzwerke verteilen. Ich berate Sie gerne dabei, wie das am effiziensten funktioniert.

Smartphone Sperrbildschirm Trick 17: Immer nie ohne Visitenkarte

“Meine Visitenkarten sind ständig aus“, denk ich mir immer, wenn ich gerade eine bräuchte und keine habe. So geht’s offenbar auch meinem Kumpel Dan Taylor. Der hat als Star-Fotograf der internationalen Web-Konferenz-Szene naturgemäß einen besonders hohen Verbrauch und sich daher einen schlauen, kleinen Smartphone “Hack” ausgedacht: Warum nicht einfach den Lockscreen (Sperrbildschirm) des eigenen Handys als digitale Visitenkarte nützen?

Dan nennt seine Erfindung iPhone Lock Screen Business Card, aber ich versichere Ihnen, werte Leser: was am Apfeltelefon klappt, geht auf Androiden und Windows Phones schon lange. Man bastelt im Grafikprogramm seiner Wahl einfach einen Lockscreen-Hintergrund in der Auflösung des eigenen Handy-Bildschirms und platziert die relevanten Informationen erstens deutlich lesbar und zweitens so, dass sie nicht von allfälligen Notifications und/oder der Uhrzeit überdeckt werden.

  • Das eigene Antlitz, idealerweise in fröhlich-business-tauglicher Mimik forsch dem neuen Kontakt entgegen blickend – hilft der Erinnerung ganz entscheidend auf die Sprünge.
  • Name und Berufsbezeichnung: damit der Empfänger der Visitenkarte auch Monate später noch weiß, wie man ihm behilflich sein könnte.
  • Kontaktdaten: Weniger ist mehr – E-Mail Adresse, Telefonnummer und allenfalls eine URL sollten ausreichen.

Romane in 3-Punkt-Schrift haben auf der Sperrbildschirm-Visitenkarte nichts verloren, und das hat mit der Wiedergabemodalität zu tun. Denn im Bedarfsfall fordert man seinen Gesprächspartner einfach höflich, aber umso bestimmter, auf, das eigene Handy zu fotografieren. Das mag fast so anachronistisch erscheinen wie das analoge Vorbild, schließlich bieten seit Jahren Kontaktaustausch-Services wie Bump, Bluetooth-Apps und Co. ihre diesbezüglichen Dienste an. Nur blöderweise haben das Gegenüber sowie man selbst praktisch nie die richtige App installiert oder scheitern an der Bluetooth Konfiguration.

Smartphone Sperrbildschirm Visitenkarte

Meine Lockscreen Visitenkarte – Template-Download weiter unten.

Ein simpler Schnappschuss dagegen geht immer, und sogar die mieseste Feature-Phone Kamera bringt auch unter übelsten Lichtverhältnissen einen gut lesbaren Schnappschuss vom Bildschirm eines anderen Handys zusammen. Noch dazu hat diese Art des Kontaktdaten-Austausches gleich mehrere Vorteile, die Dan wie folgt beschreibt:

At this point I reach for my phone and power up the Lock Screen Business Card, and then ask them to take a picture of it with their phone. This provides all my details, a face to the name, and has the added bonus of the time and date that we met. But what I really like about this presentation is that every single person I’ve exchanged cards with, I’ve had a chance to have a conversation with. Not a drop and dash.

Likewise, post event, do you really want to have your card mixed in with that pile of all the others? Maybe the recipient will go through all of them, maybe they won’t. Maybe they’ll have perfected the left/right/breast pocket sorting procedure. But chances are… they will go through the photos on their phone sooner than later, et voilà, there’s you all up in their photo stream. And getting the followup email.

Smartphone Sperrbildschirm Templates für Photoshop

Dan hat ein Photoshop-Template für iPhones (5, 5s, 5c) zum Download bereit gestellt, ich hab eines für Full-HD Windows Phones gebastelt. Das passt ganz wunderbar beispielsweise auf mein Nokia 930 und kommt in schickem datenschmutz-Blau. Einfach nur ein (quadratisches) Foto Ihrer Wahl einfügen und den Text der einzelnen Ebenen anpassen:

Die Lockscreen Visitenkarte: trotzdem kein Ersatz für analoge moo-Cards

Wie gesagt: oft fehlt im entscheidenden Moment ein Kärtchen. Und das, obwohl ich schon gefühlte 1.000 Bestellung bei den großartigen Moo Cards Machern getätigt habe. Die verwenden nicht nur ganz spezielle Papiere, sondern drucken digital. Deshalb kriegt man dort eine Hunderterpackung (ab ca. €15,-) mit 100 verschiedenen Fotos auf den Vorderseiten der Karten – grandios für Fotografen.

Ich werde auch zukünftig keinesfalls auf meine analogen Kärtchen verzichten, aber die Lockscreen-Variante ist ein hochgradig willkommenes Back-Up. Minus 10 Prozent bei Moocards bekommen Sie übrigens mit diesem Link: moocards bestellen.

tsu [tsū] – ein Social Network bezahlt seine Nutzer fürs Posten

Wir schlagen uns nun schon seit Jahren mit Facebook rum und hoffen auf Alternativen. Da war das puristische App.net, kürzlich kam Ello.co daher, das Privatsphäre und Werbelosigkeit verspricht, und nun will tsū (Gesundheit!) sogar dafür bezahlen, damit wir auf seiner Webseite abhängen statt anderswo. Das klingt irgendwie mitleiderregend und erinnert an den einsamen, verbitterten Millionär, der den Taxifahrer bezahlt, damit der ihm in der Nobelvilla noch ein wenig Gesellschaft leistet. Wir Blogger helfen ja gerne, wo wir können – also flugs mal bei tsu registriert.

Erst im kürzlich verstrichenen September erblickte der hässlich-türkise Facebook-Clon das Licht der Netzwelt samt Android und iPhone Apps. Jeder Facebook-Nutzer wird sich sofort tsū-rechtfinden – bei Profil, Newsfeed und Postingtypen wurde schamlos abgekupfert. Das Resultat ist eine Art reduziertes Facebook für Arme mit viel recht aufdringlicher Bannerwerbung.

tsu Profil

tsu – Ansicht des eigenen Profils

tsu Newsfeed | tsū social Network

Der tsu Newsfeed funktioniert analog zu Facebook.

Aber tsū will uns ja stinkreich machenk. Nicht, dass das nicht schon vorher Leute probiert hätten: vom schwindligen Multilevel-Marketer bis zum eher seriösen, 2012 gestarteten bubblews versprach schon so mancher Netzwerkbetreiber seinen Schäfchen reichliche Entlohnung für das, was sie am liebsten tun: Fotos von ihrem Frühstück posten und neue Freunderln finden.

Können dich tsu und Social Media reich machen? Bleibt tsū?

Bemerkenswert ist erstens, Sancus Capital tsu.co vor dem Launch mit saftigen 7 Millionen Dollar Kapital ausgestattet hat. Und zweitens, dass Gründer Sebastian Sobczak eine mittelgroße Liftkabine voller Prominenter, darunter 50 Cent und NBA-Start Carmelo Anthony, als Testimonials motivieren konnte. Die waren bislang auf der Plattform freilich weit weniger aktiv als die Verkaufsabteilung, denn Banner prangen allenthalben.

Werbung bringt die Kohle rein, welche Sebastian nach einem ungewöhnlichen Schlüssel aufteilen will: 10 Prozent gehen an tsū, die restlichen 90 Prozent an die Nutzer, und zwar nach einem ausgeklügelten System, das sowohl berücksichtigt, welche Inhalte Werbeerlöse generiert haben als auch, wer wen ins Netzwerk eingeladen hat. Wie das funktionieren soll, versucht tsu künftigen Micro-Millionären mit einem Rechenbeispiel näher zu bringen (Übersetzung vom Autor):

  1. Nutzer Gotthelm generiert mit Fotos von seinem morgendlichen Rührei 1 Dollar an Werbeeinnahmen.
  2. Tsu nimmt sich davon 10 Cent, die restlichen 90 Cent werden unter den Nutzer aufgeteilt.
  3. Gotthelm kriegt 50% von den 90 Cent, kann sich also um 45 Cent ein neues Frühstücksei kaufen.
  4. Achtung, jetzt wird’s kompliziert: Gotthelm wurde seinerzeit von Gottfried eingeladen, den wiederum Gotthard ins Netzwerk geholt hat, der seine Einladung von Gottlieb bekam.
  5. Deshalb kriegt Gottfried 33,3% von den 90 Cent, also in etwa 30 Cent. 11,1% oder 10 Cent streicht Gotthard ein, 3,70% oder 3 Cent kassiert Gottlieb.
  6. Was mit den verbleibenden 1,9% passiert, weiß nur der Geier.

Wer also noch tonnenweise frischen Content rumliegen hat, der kann den ja mal probeweise bei tsu reinschaufeln, bevor er verdirbt. Reich wird aber nur, wer viele Freunde hat, die viele Freunde haben – eben fast wie im richtigen Medien-Leben.

Wie funktioniert die Registrierung auf tsū / tsu?

Einen Account gibt’s nur auf Einladung – das hat nix mit beta zu tun, sondern wird auch zukünftig so bleiben. Schließlich muss tsū ja nachvollziehen, wer wen ins Boot geholt hat. Um beim neuen “Wer wird Millionär” mitzuspielen, benötigt man die Short-URL eines bereits registrierten Nutzers, zum Beispiel die des Bloggers Ihres Vertrauens. Klicken Sie einfach drauf, um sich zu registrieren:

tsu.co/datadirt

Die Profileinrichtung ist rasch erledigt. Wer Facebook-, Twitter- und Instagram-Account reinlinkt, findet Freunde von diesen Netzwerken zukünftig auch auf tsu. Status-Updates funktionieren wie von Facebook gewohnt, nur das hässliche türkis lässt sich in den Settings leider nirgends abstellen.

Fazit: Dass der starke Fokus auf Monetarisierung ganz allein ausreichen wird, um tsu richtig abheben zu lassen, darf durchaus bezweifelt werden. Ohne eigenständige Features dürften sich hier erstmals nur Tupperware-Partyveranstalter und Pyramiden-Vertriebler so richtig wohlfühlen. Aber ich lass es Sie sofort wissen, wenn ich auf tsu meine erste Million verdient habe. Da hilft auch ein Zusammenschnitt von Jaron Lanier Interviewfetzen nix:

PS: Woher der Name tsū denn nun wirklich herkommt, konnte ich nicht letztgültig ignorieren. Ein japanisch-englisch Online-Wörterbuch bietet “steal” als Übersetzung an. Von der “Kunst des Krieges” kann das Wort auch nicht stammen, denn die übliche Übertragung schreibt sich mit “z”, also Sun Tzu. Sachdienliche Hinweise jederzeit erwünscht!

Twitter Timeline 2.0 – Zwangsbeglückung mit Zusatztweets, aber keine Filter

Twitters Timeline-Experimente mit zusätzlichen Inhalten müssen wohl zufriedenstellend verlaufen sein, denn ab sofort bekommen alle Nutzer regelmäßig Kurznachrichten von Accounts zu sehen, die sie gar nicht abonniert haben. Und zwar zusätzlich zu den hinlänglich bekannten, aber in D-A-CH nach wie vor nicht sehr verbreiteten Werbe-Tweets. Die Auswahl erfolgt anhand mehrere Kriterien, die durchwegs von Facebook “inspiriert” sind, denn Twitter nutzt unter anderem Favorites als Selektionskriterium.

In die neue Timeline-Kategorie fallen zum einen “empfohlene Tweets” sowie “empfohlene Accounts” von Twitter und zum anderen eben Nachrichten, die von überdurchschnittlich vielen Nutzern, denen man selbst folgt, favorisiert wurden. Ein Beispiel gefällig? Nehmen wir mal an, Hans folgt Thomas und Hugo. Wenn Thomas und Hugo ein Tweet von Daniel favorisieren (also auf den “Favorite-Stern” klicken), dann könnte dieses zukünftig auch auf der Startseite von Hans auftauchen, obwohl der Daniel ja gar nicht folgt.

Welche Inhalte spielt Twitter zusätzlich in die Timeline?

Man könnte also von einer Art “inverser Facebook Logik” sprechen. Mark Zuckerbergs Netzwerk filtert nämlich jede Menge Inhalte automatisch raus und zeigt dem Nutzer jene Status-Updates an, die zu seinem bisherigen Aktivitätsprofil passen. Liken mehrere Freunde ein Update, das normalerweise nicht im eigenen Stream auftauchen würde, so erscheint dieses trotzdem – frei nach der durchaus bewährten Idee: was meine Freunde interessiert, interessiert mich auch.

Twitter zeigt Zusatztweets in der Timeline an.

Twitter “reichert” die eigene Timeline mit Zusatzinhalten an. Spielt es bald keine Rolle mehr, wem man folgt?

Twitter dagegen lässt keinerlei Inhalte unter den Tisch fallen, sondern reichert die Timeline mit zusätzlichen Inhalten an, integriert also quasi eine Art nicht abschaltbare “Discovery”-Funktion in den Newsfeed. Dass der Kurznachrichtendienst früher oder später verstärkt auf sogenannte “Social Signals” setzen würde, war seit langem absehbar. Bereits Anfang September titelte Techcrunch Twitter’s Timeline Could Get (More) Algorithmic. Die offizielle Twitter-Hilfe beschreibt die neuen Inhalte in der Timeline wie folgt:

Additionally, when we identify a Tweet, an account to follow, or other content that’s popular or relevant, we may add it to your timeline. This means you will sometimes see Tweets from accounts you don’t follow. We select each Tweet using a variety of signals, including how popular it is and how people in your network are interacting with it. Our goal is to make your home timeline even more relevant and interesting.

Twitter will keine Kennzeichnung neuer Tweets in der Timeline

Soweit mir bekannt, werden die zusätzlichen Tweets in der Timeline nicht speziell gekennzeichnet. Zahlreiche Nutzer beschwerten sich schon im Vorfeld über diese “Zwangsbeglückung” und orten in der neuen Timeline einen gravierenden Kontrollverlust, dabei ist noch gar nicht bekannt, wieviel Prozent die neuen Inhalte ausmachen werden in Relation zu den Tweets der eigenen Followers. Twitter setzt damit aber bloß jenen Kurs fort, der mit API-Restriktionen und dem Aussperren alternativer Clients begonnen schon vor Jahren begonnen hat. Das Interesse der Betreiber liegt klar darin, werberelevante Kennzahlen wie Verweildauer und Klickraten zu steigern und damit den Kurs der Twitter-Aktie an der Börse zu steigern, denn irgendwann wird’s für jedes Vögelchen mal Zeit, die Gewinnzone zu erreichen. Wo der Nutzen für die Anwender liegt, muss sich erst noch zeigen.

Fazit: Ich persönlich hab nichts gegen zusätzliche Tweets, ganz im Gegenteil: solche Discovery-Funktionen stellen für mich einen der stärksten Mehrwerte von Social Media Plattformen dar. Eine deutliche Kennzeichnung der Zusatztweets würde ich mir allerdings sehr wohl wünschen. Und wie Jan bin ich der Meinung, dass Twitter zukünftig noch stärker an der Timeline respektive deren Zusammensetzung herumschrauben wird.

Platinen auf Papier: Schaltkreise zeichnen mit dem Circuit Scribe

Schaltkreise sind die Nervensysteme unserer modernen Welt. Während die voranschreitende Miniaturisierung die komplexe Verdrahtung moderner Chips längst dem freien Auge entzogen hat, eignen sich Elektronik-Baukästen und Selbstbau-Platinen immer noch hervorragend, um grundlegende elektrische bzw. elektronische Schaltungen zu verstehen. Dieses Learning by Doing will CircuitScribe ganz beträchtlich vereinfachen: Ein Stift mit elektrisch leitfähiger Tinte zeichnet Leiterbahnen auf stinknormales Papier, standardisierte Komponentengruppen haften magnetisch auf den flugs gezeichneten Platinen Layouts.

Wie das ganze in der DIY (do it yourself) Praxis aussieht, zeigt folgendes Video:

Derzeit sammelt Erfinder Electroninks Geld auf Kickstarter und hat das ursprüngliche Ziel von $85k längst überschritten, denn begeisterte Elektronik-Bastler und Rapid Prototyper haben bereits knapp $700k eingezahlt. Sollte die Million voll werden, will Electronincs zusätzlich einen Resistor Pen anbieten, mit dem man Ohm’sche Widerstände… ja genau: zeichnet.

Platinen auf Papier zeichnen

Der Resistor Pen zeichnet Widerstände auf Papier.

Eine fantastische Idee, deren Anwendungsmöglichkeiten sowohl im Ausbildungs- als auch im DIY-Bereich nahezu unerschöpflich sind. Ich hab meine halbe Jugend damit verbracht, alte Radioplatinen zu entlöten, eigenen Platinen Layouts zu entwerfen und zu ätzen und Schaltungen aufzubauen. Der Spaß war groß, die olfaktorische Belästigung enorm. Dem Circuit Scribe dürfte eine glänzende Zukunft in Kinderzimmern, Heimlabors und DIY-Spaces bevorstehen. Das sieht offenbar auch Autodesk so: der Branchenriese ging eine Partnerschaft mit circuitscribe ein. Ab sofort kann man Sets sowie einzelnen Komponenten nicht nur auf Kickstarter, sondern auch über den neuen 123d Circuits Store ordern. Mehr Videos mit Anwendungsbeispielen finden Sie im Electronincs Youtube Channel.

dUTS Kalkulator: Vergleichen Sie Ihre Twitter-Performance mit den Top 10

Twitter war, ist und bleibt in Österreich im Vergleich zu Facebook ein Nischenmedium – wenngleich eines, das von überdurchschnittlich vielen Journalisten, PR-Profis und Kommunkations-Experten gern und häufig frequentiert wird. Gerade mal 120.000 Österreicher haben sich bei der populärsten Microblogging-Plattform registriert. Diese Zahl nimmt sich gegenüber 3,4 Millionen Facebook-Accounts recht bescheiden aus, dennoch ist Twitter ständig medial präsent, denn Journalisten und Social Media Berater sprechen nun mal vorzugsweise über sich selbst.

Viele haben versucht, den Impact von Twitter zu messen, alle sind gescheitert. datenschmutz experimentiert und fährt unzählige Testreihen, bevor definitive Aussagen getroffen werden. Dieses Prinzip hat sich seit 2002 bewährt. Nach jahrelangen, intensivsten Bemühungen, nach unzähligen ethisch zumindest fragwürdigen Testreihen in den datenschmutz Labors ist es diesem Blog daher nicht zum ersten Mal gelungen, komplizierte Sachverhalte in eine einzige, elegante Kennziffer zu komprimieren.

Denn der Vorstand will wissen: Macht dieses Twittern überhaupt Sinn?

Wer noch nie dem Charme wild-romantischer Verlaufskurven erlag, der werfe den ersten Troll. datenschmutz ignoriert Ideologie-zentrierte Rhethoriken greift zu fundierter Simplifizierung. Wer die Formel beweisen möchte, muss ab jetzt mitdenken, denn es folgt jetzt Twitter Mengenlehre für Fortgeschrittene. Axiomfrage: Wussten Sie, dass es nur zwei relevante Kennzahlen im Microblogging-Kosmos gibt?

Der Twitter Score - dUTS

Die Zukunft: dUTS Kalkulatoren aus dem 3D-Drucker?

  1. Zum einen das Verhältnis von “Folge ich” zu “Followern”, das deutlich unter eins liegen sollte – wir nennen diese Variable R wie Relevanz. Und zwar aus einem ganz simplen Grund: Tweeps, die mehr Leuten folgen als vice versa, sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verzweifelte Social Media Manager, die auf Re-Follows hoffen und Twitters Anti-Spam Policy verfluchen. Wir geben uns keinerlei Illusionen hin: Twitter ist ein “Some-to-many-more” Medium.
  2. Zweitens spielt auch das Verhältnis von Tweets zu Followern eine bedeutende Rolle – diese Variable heißt in unserer Formel E wie Effienz. Sie kennen ja den Spruch vom blinden Huhn und seinem Korn… wer nach 400.000 Tweets “schon” 400 Follower hat, ist nicht erfolgreich, sondern bloß unangenehm geschwätzig.

Daraus ergibt sich in unserem linearen, vierdimensionalen Universum unweigerlich: multipliziert man R mit E und bildet anschließend den Kehrwert, so erhält man als Ergebnis den dUTS, kurz für “datenschmutz Ultimate Twitter Score”. Je höher die Zahl, desto größer Ihre Coolness und desto kleiner ihr Twitter CO2-Fußabdruck*.

Die Formel lautet also wie folgt:

1 / [(Folge ich / Follower) * (Tweets / Follower)] = dUTS.

Mathematiker erkennen sofort, welche Frage der dUTS beantwortet: Wieviele Tweets haben Sie benötigt, um möglichst viele Menschen für Ihre Inhalte zu interessieren? Ob Superstar oder Mikronischen-Prediger spielt dabei keine Rolle, denn der dUTS skaliert nicht. In Account mit 100 Tweets, der 1000 anderen folgt und selbst 10.000 Follower hat, erhält das gleiche Ergebnis wie ein Account mit 10 Tweets, 100 Follows und 1.000 Followern.

Messen Sie Ihre Twitter Performance

Social Media Berater bei der dUTS-Berechnung. (Stock Photo)

Benchmark: Wie schneiden zufällig ausgewählte österreichische Twitter-Accounts ab?

Ich hab einfach mal die Top 10 von SocialMediaRadar durch den dUTS Kalkulator laufen lassen – hier die auf komplexer, fehleranfälliger und vor allem veralteter Technologie basierende Reihung von SMR. In Kursivschrift ist der dUTS angegeben. Der misst, das zeigt bereits der erste Blick, primär “Fame” – also Popularität. Beim dUTS zählen nicht Technologie-Kenntnis und Twitter Kung Fu, sondern allein die Botschaft und wer sie hören will.

  1. Armin Wolf – @arminwolf – 845,030
  2. derStandard.at – @derStandardat – 4,017
  3. Ingrid Thurnher – @IngridThurnher – 982,264
  4. Floriank Klenk – @floianklenk – 117,763
  5. profil online – @profilonline – 135,009
  6. Hanno Settele – @HannoSettele – 967,170
  7. Karim El-Gawhary – @Gashary – 763,686
  8. Webstandard – @webstandard – 7,637
  9. David Alaba – @David_Alaba – 26.626.701,120
  10. Corinna Milborn – @corinnamilborn – 35,470

Sortiert man die Liste neu nach dem dUTS, ergibt sich ein deutlich anderes Bild mit einem völlig uneinholbaren, relativ tweetfaulen, aber sehr beliebten David Alaba an der Spitze, gefolgt von der seit Ottos ZIB-Auftritt nicht minder legendären Ingrid Thurnher:

  1. David Alaba – @David_Alaba – 26.626.701,120
  2. Ingrid Thurnher – @IngridThurnher – 982,264
  3. Hanno Settele – @HannoSettele – 967,170
  4. Armin Wolf – @arminwolf – 845,030
  5. Karim El-Gawhary – @Gashary – 763,686
  6. profil online – @profilonline – 135,009
  7. Floriank Klenk – @floianklenk – 117,763
  8. Corinna Milborn – @corinnamilborn – 35,470
  9. Webstandard – @webstandard – 7,637
  10. derStandard.at – @derStandardat – 4,017

Außerdem hab ich die Account-Daten von einigen alten Twitter-Bekannten und natürlich meine eigenen gecheckt – mit durchaus überraschendem Resultat:

  1. Ritchie (en) – @datadirt – 653,46
  2. Astrid – @kom_forschung – 70,0
  3. Ritchie (de) – @datenschmutz – 8,33
  4. Judith – @linzerschnitte – 0,92
  5. Martin – @leyrer – 0,028

Was ist Ihr dUTS [datenschmutz Ultimate Twitter Score]? Verwenden Sie den Kalkulator, posten Sie das Ergebnis, um ebenfalls in die dUTS Charts eingetragen zu werden!

* Für die Mathematiker: man hätte auch auf den Kehrwert verzichten und sagen können, “je kleiner die Zahl”. Aber ich eins durch das Ergebmos dividiert, damit man auf T-Shirts besser mit dem dUTS angeben kann.

Online Lese-Tipp: Ihr glaubt nicht, dass Roboter grooven können?

Werden autonome Flugdrohnen zukünftig die Menschheit beherrschen? Oder kontrolliert Skynet seine vergleichsweise dämlichen Schergen zentral? Niemand außer Arnold Schwarzenegger kennt auf diese Frage eine andere Antwort als “Zweifellos!” Bis es soweit ist, müssen wir uns allerdings mit einer weit existenzielleren Frage beschäftigen: Musizieren zukünftig ausschließlich Roboter und kreative Algorithmen für uns? Jedes Madonna-Album legt diesen Schluss immerhin seit Jahrzehnten gefährlich nahe. Und wer Britney Spears schon mal minus Autotune singen gehört hat, den plagen womöglich noch heute grässliche Alpträume.

Roland Trimmel, Experte für digitale Produkte an der Schnittstelle von Netz, Technologie und Musik und Mitgründer der Songwriting-Assistenz-Software Liquid Notes, hat auf Medium.com ein hochspannendes Dossier zu diesem außergewöhnlich kontroversiellen Thema verfasst: Will all musicians become robots? berichtet vom Status Quo moderner Musikmaschinen und von der Befürchtung, dass künstliche Intelligenz (KI oder AI von “artificial intelligence”) zukünftig den Ton in Radio, Funk und Fernsehen angeben könnte.

Roland stellt seinem Text eine paradigmatische Frage voraus: “Is the world ready for the perceptional battle that AI in music poses?”

This question was posed at Boston’s A3E Conference last month by a team member at Landr. Their company had received death threats from people in the mastering industry after having released a DIY drag-and-drop instant online mastering service powered by AI algorithms.
It illustrates the resistance that the world of AI has incited amongst us. Some fear that robots will take over à la Terminator 2. Some fear that the virtual and artificial will replace the visceral. Some cite religious views, and others? Frankly, others just seem ignorant.

Der robotische Blechbläser

Während der Autor zwar zu dem Schluss kommt, dass Computer aus derzeitiger Sicht nie “selbständig” komponieren werden, so zeigt er in seinem Dossier dennoch auf, was alles schon möglich ist: Von der fast vollautomatischen Unterstützung beim Mastering über vorprogrammierte Stile bis zur Unterstützung bei der Ausarbeitung komplexer Harmonien greifen Algorithmen immer stärker in die Musikproduktion und -analyse ein.

In the not too distant future—and we’re talking only years from now—we will be used to incredible music making automatons controlling most complex harmonic figures, flawlessly imitating the greatest artists.

Musik-Roboter, der live auf menschlichen Input reagiert

Insofern haben sich Kraftwerk wohl getäuscht: Wir sind nicht die Roboter, aber die Roboter singen zukünftig mit im Chor. Bis MC Algorithm aber so gut rappen kann wie Method Man, Ghostface und Co., wird noch Luft durch die Saxophone dieser Welt strömen. Aber wer weiß, vielleicht produziert RZA den nächsten “Bobby Digital Hit” im Duo mit DJ Scratchscript.

► Roland Trimmel: Will all musicians become robots? Embracing the tech and staying human: 5 things we learned working on intelligent algorithms

ShareYourMeal.net: Heut abend hol ich mir Essen vom Nachbarn

Der Online-Marktplatz ShareYourMeal.net vernetzt Hobbyköche mit potentiellen Essern. Oder Foodies, wie man heutzutage wohl jeden dahergelaufenen Gourmand nennt, der einen Fastfood-Burger von Beef Rockefeller unterscheiden kann. Wer regelmäßig zu viel kocht, obwohl in der Tiefkühltruhe längst kein Quäntchen Stauraum mehr frei ist, oder einfach gern neue Leute kennen lernt, stellt sein kulinarisches Angebot ins Netz und hofft auf experimentierfreudige Take-Away Kundschaft. Die eigenen Kreationen bieten die “Cooks” wahlweise als Dinner Service im heimischen Wohnzimmer oder als Take-Away Portion an. Aufgetischt wird entweder laufend oder nur auf Vorbestellung.

Für Wiener, die keinen Würstelstand mehr sehen können und denen Pizzaschnitten und Kebabs schon zum Hals raushängen, bleibt das Angebot derzeit aber noch recht überschaubar. Aktuell haben sich weltweit 346 Köche und 2313 Foodies insgesamt reserviert und 530 Mahlzeiten geteilt. Vier Angebot, davon zwei Backwaren, umfasst aktuell das lokale Portfolio, acht Köche offerieren ihre Dienste in Wien auf Vorbestellung:

Essen vom Nachbarn holen

Auch in Wien haben die ersten Crowd-Take-Away Lokale bereits aufgesperrt.

Beziehungsweise jetzt neun, denn als teilnehmende Blogforscher stürzt man sich natürlich sofort ins Getümmel. Als glücklicher Besitzer eines großen Tiefkühlschranks und einer leistungsfähigen Vakuumiermaschine produziere ich zwar keinerlei Take-Away Überschüsse, aber mich reizt die Vorstellung, lukullisch verwöhnte Touristen ab und an einen Abend lang mit meiner Wien-Tirol-Mittelmeer-Chili-Fusionküche Schweißperlen ins Gesicht zu treiben. Einen Slogan fürs datenschmutz-Catering hätt ich auch schon: El Rico – Zu Gast bei Fremden.

Nach der Registrierung und Gestaltung des eigenen Profils sucht man entweder nach Angeboten in der Umgebung oder bietet selbst ein oder mehrere Gerichte an. Im Anschluss ans “Testessen” können die Gäste ihrem Koch auf der Seite natürlich Feedback hinterlassen. Ich hab mal testweise mein berühmtes “Kürbis-Gulyas” (selbstverständlich *kein* vegetarisches Gericht, sondern eine Art Pörkelt mit Kürbisstücken drin) auf die Karte geschrieben. Das gibt’s nur auf Vorstellung, aber es sieht leider nicht so aus, als ob ich in den nächsten paar Wochen viel Zeit zum Kochen haben werde.

Hier kocht der Blogger persönlich.

Im El Rico gibt es keinerlei Alternativen für Vegetarier.

Airbnb hat vorgeführt, wie man private Vermieter und Reisende auf einem Online-Marktplatz zusammen bringt und erfreut sich vor allem bei jüngeren Globetrottern großer Beliebtheit. Also war es nur eine Frage der Zeit, bis ein Anbieter ein ähnliches Service für (semi)private Verköstigungen startet. Shareyourmeal.net macht es möglich, für fremde Foodies in der Nachbarschaft zu kochen: ob Hausmannskost oder kulinarische Großtat, die Plattform hilft Köchen, die gern neue Leute kennen lernen, via Internet hungrige Gäste zu finden. Man muss ja nicht gleich solche Kunstwerke in die Pfanne zaubern wie dieser junge Mann:

Der Wirt und sein Richter

Und wie sieht die ganze Sache so rein gewerberechtlich aus? Nun, die Vergangenheit hat gezeigt, dass Start-Ups erstmal machen und sich dann später um allfällige rechtliche Probleme kümmern. Das zeigt sich derzeit am Crowd-Limousinendienst über, dessen Auseinandersetzung mit lokalen Taxi-Unternehmen gerade erst begonnen hat, ebenso wie am Beispiel von Airbnb. Dass ein Online-Marktplatz eigene (Haftungs)Regeln und AGBs einführt, bedeutet noch lange nicht, dass das jeweilige Business-Modell auch im Einklang mit allen (gewerbe)rechtlichen Vorgaben steht.

Im vorigen Semester habe ich eine Bachelor-Arbeit betreut, die sich mit rechtlichen Aspekten von Airbnb in Österreich befasst. Das hiesige System aus Tourismusabgabe und rechtlichen Bestimmung darf nicht unterlaufen werden, die Grenze zwischen privater Zimmervermietung und kommerzieller Hotellerie verschwimmt. Ich bin kein Jurist, gehe aber stark davon aus, dass es sich im Gastronomiebereich recht ähnlich verhält. Essen verkaufen darf in Österreich ja an sich nur, wer eine entsprechende Konzession besitzt. Dass die folgende Passage der knapp gehaltenen Shareyourmeal.net AGBs die Bewirter aus der Pflicht nimmt, bezweifle ich jedenfalls stark:

The cook is responsible for giving correct tax return on any received earnings of Shareyourmeal. Meals are offered at purchase price of the ingredients at Shareyourmeal.

Denn wenn die Nutzer wie vorgeschrieben bloß den Preis der Zutaten verlangen, so kann ganz offensichtlich auch kein steuerpflichtiges Einkommen entstehen. Auf einem anderen, hoffentlich sauberen Blatt, stehen Hygienebestimmungen und lebensmittelrechtliche Vorgaben. Hier listet Shareyourmeal.net die grundlegendsten Regeln auf und hofft auf sauberes Business und allergiefreie Gäste:

  • Only buy ingredients that haven’t passed their expiration date.
  • Make sure that the product you buy looks nice and fresh. Check whether the package is still intact.
  • Make sure your kitchen is clean. Clean your counter, cooking devices and other equipment, but also the kitchen rags, tea-towel and other towels. Replace your kitchen rag frequently.

[...]

Gegründet hat Shareyourmeal.net das holländische Paar Marieke Hart und Jan Thij Bakker vor etwas mehr als zwei Jahren. Die Utrechter bezeichnen sich als “Socially enganged entrepreneurs” und glauben an die Ökonomie des Teilens. Die Plattform betreiben beide neben ihren Vollzeit Jobs als Beitrag zu einer besseren Welt, in der weniger Nahrung in der Mülltonne landet. Dass die Shareyourmeal-Köche sich nicht aus kommerziellen Motiven registrieren, zeigen die Preise der meisten Speisen deutlich – die liegen meist zwischen günstigen 3 und 5 Euro pro Portion.

Speziell für Foodblogger könnte Shareyourmeal.net eine recht interessante Promotion-Plattform werden – wer weiß, vielleicht treffen wir uns da demnächst mal bei mir zuhause auf ein Kürbisgulyas (ich hab’s schon erwähnt, aber sicherheitshalber nochmal: mit reichlich Rind). Mahlzeit!

Ello: Misstrauen und Popularität wachsen parallel

Der Hype um Ello kommt und geht in Wellen. Während sich in den letzten drei Wochen zeitweise bis zu 30.000 neue Nutzer pro Stunde (!) registrierten, ist es bereits wieder ein wenig stiller um den kontroversiellen Versuch, eine weniger böse Alternative zu Facebook ins Netz zu stellen, geworden. Verunsichert hat ungewöhnlich gut informierte Nutzer in erster Linie der Artikel Ello, Goodbye. von Aral Balkan.

Der Netzaktivist und strikte Gegner sogenannter “Closed Gardens” weiß, wovon er spricht, denn er hat die Ello-Gründer in der Anfangsphase sogar beraten. Als Aral erfuhr, dass Budnitz und sein Team knapp eine halbe Million Dollar vom Venture-Capital-Investor freshTracks erhalten hatten, verabschiedete er sich noch in der Betaphase vom Netzwerk. Denn mit dieser Art der Finanzierung habe Ello seine Nutzer bereits verkauft, Privatsphären-Manifesto hin oder her:

When you take venture capital, it is not a matter of if you’re going to sell your users, you already have. It’s called an exit plan. And no investor will give you venture capital without one. In the myopic and upside-down world of venture capital, exits precede the building of the actual thing itself. It would be a comedy if the repercussions of this toxic system were not so tragic.

Aral hat angekündigt, im November die erste Alpha-Version seines Indienet-Clients “Heartbeat” zu veröffentlichen. Der soll sowas wie der frühe Vorbote eines kompletten, unabhängigen digitalen Ökosystems werden, das unter dem Arbeitstitel “Project Stratosphere” in “independent Smartphone” kulminieren soll. Bis das “Indienet” die angepeilte Freiheit von böser Kommerzwelt und noch böserer NSA bietet, werden aber noch einige Jahre ins Land ziehen. Also zurück zur Ello-Gegenwart.

Zur Ello’schen Befreiungstheologie

Die Unzufriedenheit der Netzelite mit Ello beschränkt sich keineswegs auf die Finanzierungsform. Was die einen charmant und retro finden, nennen andere ein Design Desaster. Markus Beckedahl sieht Ello als schon wieder zusperren, Rolf prognostiziert die Zukunft des schwarzweißen Smilies nicht ganz so düster.

Einig sind sich fast alle aber darin, dass der enorme Zustrom zu Ello vor allem eines zeigt: die Lust auf Alternativen zum Zuckerberg’schen Personenverzeichnis nimmt stetig zu und bietet neuen Anbietern so gute Markteintritts-Chancen wie schon lange nicht mehr. Dass Ello strukturell eher mit Twitter verwandt ist als mit G+ und Facebook, spielt dabei ebenso keine Rolle wie die reichlich vorhandenen konzeptionellen Schwächen oder fehlenden Features des Netzwerks. Ob Ello den Weg aller App.nets und Twitter-Klone gehen wird oder nicht, ist uns Power-Usern außerdem völlig egal, solange wir eine neue Spielwiese haben, auf der uns eher nackte Brüste als abgetrennte Köpfe begegnen.

Die Mainstream-Medien goutieren jedenfalls Budnitz’ PR Strategie. Kaum ein Magazin oder Fernsehsender, der nicht zum rasanten Wachstum der jüngsten Vergangenheit beitrug. Für einen Newsbeitrag hat mich puls4 im Büro besucht. [zum vollständigen Beitrag]

Dass die Nutzer in Zukunft, wie von Ello geplant, bereit sein werden, für Premium Features kleine Münzbeträge einzuwerfen, darf in Anlehnung an bisherige Erfahrungen mit vergleichbaren Angeboten stark angezweifelt werden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es jedenfalls zu früh für Schwanengesänge oder Lobeshymnen -also in diesem Sinne: immer misstrauisch bleiben und bloß nicht die Neugier verlieren!

 

3. IKT-Konvent Österreich: Viel heiße Luft statt mutiger Entscheidungen

Gestern Nachmittag habe ich mir in der malerischen Skyloft der Wirtschaftskammer Österreich angehört, was sich im offiziellen digitalen Österreich denn so getan hat in den letzten 6 Jahren. An den Iden des März 2008 hob das damalige Duo Infernale Gusenbauer-Molterer die Internetoffensive Österreich aus der Taufe und hielt stolz einen überdimensionierten USB-Stick in die Kamera. Auf dieses erstaunlich unglücklich gewählte Symbol aller Internet-Ausdrucker verzichteten die Organisatoren diesmal zwar, auf eine ernsthafte, mutige und richtungsweisende Auseinandersetzung mit den Grundfragen der digitalen Agenda leider ebenfalls.

Spätestens bei der Preroll – ja, sowas gab’s früher nur auf Youtube, mittlerweile auch auf Veranstaltungen – wurde endgültig klar, dass die Internetoffensive starke Züge einer PR-Kampagne für die heimischen Mobilfunkanbieter aufweist. Ein weitere Anlass, einmal mehr meine Meinung zur immer brennenderen Frage der Netzneutralität in aller Deutlichkeit zur Diskussion stellen.

Netzneutralität, Steuergeld und die Internet-Infrastruktur-Milliarde

Niemand kann Diener zweier Herren sein. Wenn Telekommunikationsunternehmen glaubhaft behaupten, ihnen wäre primär daran gelegen, eine Breitband-Infrastruktur für alle zu errichten, doch die sei ohne staatliche Zuschüsse nun mal nicht finanzierbar, dann sollte der Staat natürlich Subventionen bereitstellen. Wenn dieselben Unternehmen im gleichen Atemzug aber keinerlei Zweifel daran aufkommen lassen, dass ihnen die Abschaffung der Netzneutralität ein dringendes Anliegen ist, dann sollte das den Budget-Verantwortlichen Politikern unbedingt zu denken geben.

Das Prinzip der Netzneutralität fordert, alle Daten gleich zu behandeln. In der Praxis dürfen ISPs (Internetprovider) einzelne Anbieter weder bevorzugen noch benachteiligen. Denn wenn finanzkräftige Unternehmen sich qua Münzeinwurf bei den Providern schnellere Leitungen für ihre eigenen Inhalte sichern können, dann bedeutet das zugleich eine Benachteiligung aller Datenkunden zweiter Klasse. Eine solche Situation ist für eine Gesellschaft, in der das Internet längst mehr nur die Aufgabe eines digitalen Vertriebskanal für kommerzielle Inhalte erfüllt, schlicht unakzeptabel. Nimmt der Staat in Rotstift-Zeiten wie diesen also tausend Millionen Euro in die Hand, dann muss er dafür sorgen, dass die mit unseren Steuergeldern errichtete Breitbandinfrastruktur allen Teilnehmern am Datenhighway in gleicher Weise zur Verfügung steht.

Eine Diskussion über dieses paradigmatische Thema habe ich unter all den “Wir-sind-eh-super und obendrein eGovernment-Weltmeister” Statements völlig vermisst. Einzig Sebastian Kurz warnte vor Selbstüberschätzung und fiel einmal mehr durch Sachkompetenz auf, spannend auch das Referat von Franz-Reinhard Habbel. Der Sprecher des deutschen Städte- und Gemeindebunds hat sich offenbar etwas intensiver mit der Digitalen Agenda der EU beschäftigt als der österreichische Infrastrukturminister. Habbel regte engere Zusammenarbeit beider Länder an, erwähnte das DeMail Desaster in seinen Ausführungen jedoch nicht.

Zirkuläre Argumentationen und die besten Gags

Dass der österreichische Staat eine Milliarde Euro in die Hand nimmt, um der Alpenrepublik einen digitalen Standortvorteil zu verschaffen, ist einzig und allein der Internetoffensive Österreich zu verdanken, die übrigens der österreichische Staat und die Mobilfunker gegründet haben. Im Jargon letzterer heißt die Internet- übrigens längst Infrastrukturmilliarde.

So schön kann man hierzulande Zirkulärschlüsse ziehen. Gesteht dann obendrein noch ein Regierungsmitglied, dass unter dem Sparkurs alle Regierungsmitglieder leiden, stellen sich endgültig die Nackenhaare auf. Mir persönlich zumindest wäre entgangen, dass die Regierung sich die eigenen Gehälter gekürzt hat, ja schlimmer noch: Ich war der offenbar irrigen Meinung, steuerzahlende Bürger und Unternehmen litten weit mehr als diese planlose Koalition aus Reformverhinderern.

Oft tauchte mein Lieblings-Bullshit-Bingo-Begriff in den vielen Kurzreferaten auf, dauernd war von den guten alten Haupt-Stakeholdern die Rede: den Telkos und “den führenden IKT-Unternehmen des Landes”. Darf ich an dieser Stelle mal dezent daran erinnern, dass nur einen einzigen Haupt-Stakeholder einer international konkurrenzfähigen IKT-Infrastruktur gibt? Und zwar die gesamte Bevölkerung. Würde irgendwer behaupten, Asfinag und Speditionen seien die Hauptstakeholder des österreichischen Straßennetzes?

Steßl und Kurz

Staatssekretärin Sonja Steßl und Außenminister Sebastian Kurz.

Den Vogel schoss für mich persönlich Sophie Karmasin ab, die wortwörtlich “What’s App als Revolution für Familien” bezeichnete, da über solche Services Eltern in ständiger Verbindung mit ihren Kindern bleiben könnten. Ich hätte von einer recht jungen Familienministerin erwartet, dass sie nicht von ihrer Lebensrealität auf die aller anderen schließt und bezweifle die segensreiche Wirkung von Messenger-Applikationen für alleinerziehende McJobber. Infrastrukturminister Alois Stöger unterflog die Fremdschämgrenze ebenfalls elegant, indem er die elektronische Krankenakte ELGA als leuchtendes Vorbild dafür beschrieb, wie “man IKT in die Breite bringt”.

Familienministerin Sophie Karmasin, Sozialminister Rudolf Hundstorfer.

Familienministerin Sophie Karmasin, Sozialminister Rudolf Hundstorfer.

Sozialminister Hundstorfer pries unter anderem die Vorteile von Push-Notifications für AMS-Kunden und kündigte an, dass er uns zukünftig schon mit 30 sagen könne, wieviel Pension wir mit 70 bekommen. Die einkommensunabhängige Altersnotversorgung scheint regierungsintern also bereits beschlossen. Staatssekretärin Sonja Steßl verlor sich gänzlich im Zahlendschungel und verlautbarte allen Ernstes, dass bereits 70% der Österreicher eGovernment-Services und die digitale Handysignatur nützen. Never let the truth get in the way of a good story!

Alles in allem gab’s für die geneigten Zuhörer also jede Menge unfreiwillige Stand-Up Comedy, die mir als Unternehmer aber eher das Wasser in die Augen trieb. Ich wünsche der Internetoffensive weiterhin frohes Schaffen und erfolgreiche Selbstrechtfertigung und empfehle die schnellstmögliche Gründung eines Expertenkomitees zur Sicherstellung der Netzneutralität. Sonst wird das nämlich nix mit dem IKT-Vorzeigeland Österreich.

Arbeitskreis “Bildung, Wissenschaft und Forschung”

Ungleich spannender fielen die Kurzreferate im vorgeschalteten Arbeitskreis “Bildung, Wissenschaft und Forschung” aus, den Prof. Dr. Karl Anton Fröschl von der Universität Wien leitet. Mehrere solcher AKs befassen sich mit verschiedenen Feldern der digitalen Gesellschaft. Die Oberstufen-Lehrer Kurt Söser, Gerhard Fetka und Herbert Feichtinger berichteten aus ihrer Schul-IT-Praxis, BG-Schüler Lukas Winkler stellte seine Raspberry Pi Umweltdaten-Messstation vor.

Gerhard Fetka über digitale Schule

Gerhard Fetka vom BG Kirchengasse Graz

Vier solcher Arbeitskreise tagen regelmäßig im Rahmen der Internetoffensive Österreich, beschäftigen sich mit Best Practices und erarbeiten Anforderungskataloge. Diesen Prozess in die Breite zu bringen, dürfte eine der lohnenderen Herausforderung der näheren Zukunft darstellen. Schauen wir mal in sechs Jahren – bis dahin kann ich nur Thomas Lohningers Fazit zum 3. IKT Konvent beipflichten:

Ello, das Social Network mit viel Privacy und wenig Funktionen

Reduktionismus hat so seinen Charme. Das derzeit noch fast exklusiv übermäßig gut vernetzten Nerds vorbehaltene Social Network kommt ziemlich schwarz-weiß daher, bringt bisher bloß einen Teil der allergrundlegendsten Funktionen mit, verschreibt sich dafür aber der Werbefreiheit und dem sorgsamen Umgang mit persönlichen Daten. Einer der größten Vorteile von Ello: Weder Faymann noch Strache noch Coca Cola sind bisher am neuen Tummelplatz der Netzelite eingetroffen. Vorerst öffnet sich die magische Pforte nur für geladene Gäste – wer gerne eine Einladung möchte, um sich seines Geek-Status zu versichern, möge dies hier bitte via Kommentar kundtun. Die schnellsten sechs gewinnen +3 Geek-Status-Punkte.

Sascha Lobo ist aber natürlich schon vor Ort und “schreibt erst eine richtige Bio, wenn sich ello durchgesetzt hat”. Ich, datadirt, bin da nicht so penibel, Copy-Paste sei Dank. Sogar die Kommunikationsforschung betreibt ein Außenlabor. Und ja, es ist ausgesprochen wahrscheinlich, dass wir unsere mehr oder weniger sorgsam aufgebauten Profile irgendwann wieder verlieren werden. Denn ein Social Network ohne Werbung, ohne Datenweitergabe und ohne “Kooperationspartner” funktioniert in der Regel nur so lange, bis es populär genug ist, um die Betriebskosten in unfinanzierbare Höhen zu treiben.

Alternativszenarien winken dennoch am Horizont: Vielleicht wird Ello ja dermaßen unverzichtbar, dass mehr als 0,2 Prozent der Nutzer freudig dafür bezahlen täten. Vielleicht treiben immer mehr Beschwerden über geplante Umbauten an der Twitter-Timeline die Leute vom Vögelchen scharenweise zum blinden Smilie… Vielleicht. Bis dahin haben wir auf Ello jedenfalls unseren minimalistischen, sperrigen Spaß.

Ello Invites

Ello, Sekunde nach der Registrierung. (Zum Vergrößern anklicken.)

Daher habe ich nicht ein, sondern gleich zwei Profile angelegt. Denn auf die von Facebook gewohnte Privat/Blog-Schizophrenie möchte ich auf Ello keinesfalls verzichten. Mein persönliches Profil finden Sie unter ello.co/datadirt, die Ello “Page” zu meinem Blog unter ello.co/datenschmutz-blog.

Ello kann (noch) mehr als die Yo-App

Profile, Status-Updates, Foto-Postings und eine rudimentäre Suche (“Discover”) – viel mehr bietet Ello in der jetzigen Form nicht. Wie von Twitter gewohnt lassen sich Nutzer durch @Username direkt ansprechen, dieser Mechanismus muss auch für virtuelle Gespräche herhalten. Eine gegliederte Antwortfunktion fehlt ebenso wie ein Pendant zum Liken, Plussen oder Favorisieren. Letztere wird in Kürze nachgeliefert und „Love“ heißen.

Neue Bekanntschaften teilt man in die Kategorien “Friend” oder “Noise” ein. Status-Updates der Freunde tauchen dann wie gewohnt im Newsfeed auf der eigenen Startseite auf, schaltet man den Newsfeed auf “Noise” um, zeigt Ello eine reduzierte Ansicht der “Freunde zweiter Klasse”. So richtig relevant dürfte der Unterschied zwischen echter digitaler Freundschaft und binärem Rauschen erst dann werden, wenn die tägliche Postingflut zunimmt. Einzigartig: wo sonst sieht man heutzutage sonst noch Fotos von der Vorwoche und muss keine Panik vor der Informationsflut haben? Facebook hat schließlich auch mal klein angefangen.

Wie es sich für eine Plattform im Beta-Stadium gehört, verhalten sich manche Funktionen natürlich sperrig bis widerborstig. Mit ein wenig WD40 und gutem Willen flutscht’s dann meistens doch, fast wie in den späten 90ern, an deren großteils vergessene “wegweisende Netzkunstprojekte” auch die monospacing-Schriftart Courier erinnert. Wohin die Reise geht und welche Features gerade in Arbeit sind, verrät eine laufend aktualisierte Liste.

Schon jetzt sehr elegant gelöst die Status-Box, oder wie’s im Ello-Jargon heißt, der “Omnibar”: das Feld wechselt je nach Funktion (Status-Update, Reply) seine Farbe. Wird Text markiert, erscheinen Formattierungsoptionen (fett/kursiv) und die Möglichkeit, einen Link einzufügen.

Ello Status Updates formattieren

Status Updates auf Ello verfasst man mit dem Omnibar.

SEO: Der heilige Backlink von Sankt Ello

Trotz geschlossener Gesellschaft sind die Profile standardmäßig öffentlich, die betreffende Einstellung findet sich unter “Settings”. Solche Public Profiles werden brav von Google indexiert. In der maximal 192 Zeichen langen Beschreibung ist zwar nicht übermäßig viel Platz, aber das mit “Links” bezeichnete Feld darunter schluckt brav auch mehr als eine Webadresse, getrennt durch Leerzeichen.

Ello und Backlinkaufbau

SEOs werden Ello lieben. (Anklicken zum Vergrößern)

Dafür gibt es hübsche Follow-Backlinks frei Haus. Deren Juice hält sich zwar noch in engen Grenzen, zumal die Startseite derzeit noch gar keinen Pagerank von Google bekommen hat (und auch keines der indizierten Profile). Aber wie sagen die SEO-Grayhats immer so schön? Einem geschenkten Follow-Link schaut man nicht auf den Pagerank!

Sag, wie hältst du’s mit dem Datenschutz?

Hinter Ello.co stehen Mastermind Paul Budnitz, das Designer-Duo Berger & Föhr sowie die Programmierschmiede Mode Set. Herr Budnitz verfolgt neben der Social-Networkerei eine Reihe handfester analoger Interessen: Er konzipiert und verkauft Luxus-Fahrräder unter dem Label “Budnitz Bicycles”, seine Firma Kidrobot produziert und verkauft Kinderspielzeug mit Kunst-Appeal. Also eine Art Bobo-Geek-Rolemodel, quasi die Antithese zu Mark Zuckerberg. Der Geist der Befreiungstheologie weht sympathisch durchs Ello-Manifest:

Your social network is owned by advertisers. Every post you share, every friend you make and every link you follow is tracked, recorded and converted into data. Advertisers buy your data so they can show you more ads. You are the product that’s bought and sold. We believe there is a better way. We believe in audacity. We believe in beauty, simplicity and transparency. We believe that the people who make things and the people who use them should be in partnership. We believe a social network can be a tool for empowerment. Not a tool to deceive, coerce and manipulate — but a place to connect, create and celebrate life. You are not a product.

Da kann man nicht widersprechen, auch wenn die Erwartungen, wie Jan Pötzscher schreibt, nicht allzu hoch geschraubt werden sollten. Ziel und Zweck des Neuzugangs im Reigen der Social Networks bleibt die Emanzipation von der Kommerz-Datenkrake. Daher hat sich Rechtsanwältin Nina Diercks die Privacy Policy etwas näher angesehen und kommt zu Schluss, dass bislang alles durchaus vielversprechend wirkt.

Weitere erste Eindrücke sammelten Stefan Pfeiffer, der LinkedInsider, Torsten Materna und Björn Rohles von den Netzpiloten. Wir alle zweifeln zwar am langfristigen Erfolg des Newcomers, drücken dem Team aber trotzdem die Daumen.

Also wie gesagt, wenn Sie selber mal reinschauen wollen, dann schicke ich Ihnen gern eine von sechs Einladungen – hinterlassen Sie einfach einen Kommentar zu diesem Artikel, um eine Einladung von mir zu erhalten. Auf beste Ello-Freundschaft!

ISPA Summit 2014 – Von verschlüsselten Klarnamen und Schein-Pseudonymitäten

Beim diesjährigen ISPA-Summit diskutierten Experten und Medienpraktiker im historischen Festsaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften über das mehrfach heikle Thema “Anonymität und Identität im Netz”. Die Internet Service Providers Austria hatten für die Keynotes Falter Geekgirl Ingrid Brodnig und den ehemaligen c’t Autor und nunmehrigen SPD-Berater Jonas Westphal eingeladen, anschließend wurde in erweiterter Runde über ein äußert kontroverses Thema diskutiert: Hebt die Angabe von Echtnamen die Qualität von Online-Diskussionsforen?

Die Frage ist international in einen größeren Kontext eingebettet, mehrmals fiel auf der Veranstaltung das Stichwort “Post Snowden Ära”. Seit der ehemalige Überwachungstechniker ausgeplaudert hat, was USA und NSA so alles mit unseren Datenspuren treiben, müsste das Bewusstsein auf Nutzerseite deutlich gestiegen sein – möchte man meinen. Dass dem in der kommunikativen Praxis keineswegs so ist, zeigte eine kurze Abstimmung per Handzeichen. Selbst in einem Saal voller Internet-Experten nutzt bloß eine verschwindend geringe Minderheit starke Verschlüsselungstechnologien wie PGP. Wie entsteht dieser seltsame Spagat zwischen gefühlter Einengung der Privatsphäre auf der einen und weitgehender Ignoranz auf der anderen Seite? Liegt die geringe Akzeptanz womöglich an technischen Hürden, an Bequemlichkeit, an der Hoffnung, “dass schon nicht alles so schlimm sein wird”?

Jonas Westphal schlug mit seinem Vortrag in eine ähnliche Kerbe wie Sascha Lobo. Fazit: Früher war alles weniger überwacht – gebt uns bitte das gute alte Internet zurück! Die Verantwortung dafür sieht er in erster Linie bei der (Netz)Politik, die Rahmenbedingungen schaffen müsse, in denen anonyme respektive “pseudonyme” (staatliche Organe kommen im Strafverfolgungsfall zwar an die IP Adresse und damit an die Identität des Verfasser heran, aber sonst keiner) Kommunikation weiterhin möglich bleibt. Dass diese Art der Meinungsäußerung sogar im deutschen Recht verbrieft ist, war mir gänzlich neu. In der Theorie kann man hier schwer widersprechen, die Praxis zeigt allerdings, dass von staatlicher Seite wenig Hilfe zu erwarten ist.

Expertengremien versichern sich nämlich gern gegenseitig, wie wichtig “freie” Kommunikation für die Demokratie sein, in den Niederungen der täglichen Praxis zeigt sich aber rasch, dass die Begehrlichkeiten von Geheimdiensten problemlos fromme Wünsche überrollen, und zwar noch dazu hinter den Vorhängen. Ich fürchte, wir müssen die Dinge selbst in die Hand nehmen, VPNs einrichten und uns so gut vor Lauschern schützen wie eben möglich. Every man and woman for him-/herself. Also nix mit Verantwortungsdelegation…

Die Meinungsmutigen übersehen so einiges

Vorher hatte Ingrid Brodnig, Autorin des Buches Der unsichtbare Mensch, mehr als schlüssig erklärt, warum der kurze, bequeme Weg – nämlich Forennutzern die Verwendung ihres echten Namens vorzuschreiben – zwar für Verlage verlockend, weil kostengünstig sei. Ein gutes Diskussionsklima aber wird erst dann entstehen, wenn sich Moderatoren aktiv um zeitnahe Moderation bemühen, und das ist nun mal mit beträchtlichem Aufwand und Personalkosten verbunden.

Die SZ zeigt, wie gut sowas funktionieren kann, denn der beste vorbeugende Schutz gegen Troll-Invasionen ist und bleibt kompetentes Community-Management. Bei der nachfolgenden Diskussionsrunde hatte mein Ex-gap-Kollege Sebastian Hofer die meiner Ansicht nach undankbare Aufgabe, die “Klarnamenpflicht” seines Arbeitgebers profil zu verteidigen, was Dr. Hans Zeger (ARGE Daten) zu der berechtigen Frage bewog, was überhaupt unter “Klarnamen” zu verstehen sei. Denn auch wenn die AGBs verlangen, den echten Namen anzugeben, kann natürlich trotzdem jeder Scherzbold beliebige Daten eintragen – Registrierungsformulare sind nun mal geduldig. Böse gesagt leistet die Klarnamenpflicht im schlimmsten Fall bloß dem Identitätsdiebstahl Vorschub.

ISPA Summit Anonymität und Identität im Netz

Dass ein populäres Medium überhaupt selbst entscheiden kann, Kommentare abzudrehen, bezweifle ich mal ganz generell. Stellen Sie sich doch einfach vor, ein Portal wie Heise.de kappt die Kommentarfunktion (okay, das ist jetzt wirklich sehr hypothetisch!). Wie einfach wäre es, ein Browser-Plugin zu bauen, dass ein “externes” Kommentarsystem implementiert… man könnte dazu sogar bestehende Anbieter wie Disqus nutzen. Kommentare sind mittlerweile ein integraler Bestandteil von Online-Medien, Moderation und Community-Management gehören genauso zum Online-Journalismus wie Recherche und Artikelschreiben, da führt kein Weg dran vorbei und die Eisenbahn drüber.

Dass in Österreich die Allianz der Meinungsmutigen, fleißige Kämpfer gegen die Windmühle der “unerträglichen Kommunikationsfreiheit”, sich vorwiegend aus Proponenten just jener Verlage rekrutiert, die gerade nicht unter einer unbewältigbaren Flut an Lesermeinungen leiden, zeugt wohl eher von neidischen Seitenblicken auf erfolgreichere Netzkonkurrenten. Rechtsfreier Raum war das Internet nie, geltende Gesetze finden ohnehin längst auch im virtuellen Raum ihre Anwendung.

Fazit: Danke für einen netten Nachmittag in mondänem Ambiente! Ich hab auf jeden Fall was gelernt: ab sofort ist auf datenschmutz beim Kommentieren die Verwendung eines Pseudonyms Pflicht. Wer hier mit echtem Namen kommentiert, muss im schlimmsten Fall mit einem milden Verweis via Reply rechnen!

WordPress 4.0: Mehr Komfort beim Schreiben, neuer Medienbrowser

Gestern veröffentlichte Auttomatic das beliebteste CMS in Welt in Version 4.0. Sankt WordPress der Vierte, Schutzpatron der Blogger, bringt keine gravierenden Veränderungen, aber dafür einiges an Komfortgewinn. Wie stets ist die neue Ausgabe mit dem Spitznamen “Benny” einer Jazz-Größe gewidmet, diesmal Benjamin David “Benny” Goodman. Der legendäre Klarinettist und Bandleader hätte gewiss einige Schwänke aus seiner weltumspannenden Karriere zu bloggen gewusst.

Unter der Haube haben sich Dinge getan, die nur Programmierer interessieren dürften: Die Customizer API unterstützt neue Bedienelemente, die ORDER BY- Argumente im WP_Query sind flexibler geworden, die externen Bibliotheken TinyMCE, jQuery und MediaElement wurden jeweils auf den neuesten Stand gebracht.

Augenfälliger die Änderungen im Admin- bzw. Editor-Bereich:

  •  Überarbeiteter Medienbrowser: Anstelle einer schnöden Textliste zeigt der Medienbrowser nun eine Thumbnail-Voransicht in einem eleganten, übersichtlichen Raster. Ein Klick öffnet die Detailvorschau mit Vollbild und allen Metadaten.
  • Eingebettete Medien: WordPress unterstützt schon länger die Einbettung von Tweets, Youtube Videos und anderen Medien. Ab sofort zeigt der Editor statt des jeweiligen Links eine Echtzeit-Vorschau des eingebetteten Inhalts an. Außerdem sind Auto-Embeds für einige neue Plattformen dazugekommen, darunter SoundCloud, Mixcloud und TED.
  • Komfortablerer Editor: Das Feld für den Beitragstext passt sich beim Schreiben an die Textmenge an, die Formatierungswerkzeuge bleiben immer sichtbar. Das spart enorm viele Mauskilometer…
  • Neuer Plugin-Browser: Die neue Darstellung der Suchergebnisse zeigt Wertung und Kompatibilität auf einen Blick, neue Kriterien erleichtern die Suche nach geeigneten Erweiterungen.
  • Die Installationsroutine kommt nun mit Sprachauswahl, in der sämtliche WP-Übersetzungen enthalten sind (Ich wollte WP immer schon mal in Finnisch betreiben!)

Also alles in allem eine runde Sache mit etlichen Detail-Verbesserungen aber ohne große paradigmatische Änderungen wie seinerzeit bei WordPress 3.0. Das Update funktioniert wie gewohnt aus dem Backend, nach erfolgter Datenbankumstellung muss man sich neu einloggen. Ich hab auf keiner meiner Seite irgendwelche Holprigkeiten festgestellt – aber Vorsicht ist der Bodyguard der Porzellankiste. Also unbedingt vorher Datenbank- und Datei-Update ziehen. In diesem Sinne – frohes Bloggen und ein schönes Wochenende!

Offizielles Vorstellungsvideo: WordPress 4.0

Links:
WordPress 4.0 Download
WordPress 4.0 “Benny” im offiziellen WordPress Blog

Twitter Analytics Guide: Wie Sie das neue Statistik-Dashboard optimal nutzen

Seit einigen Tagen ist Twitters mächtiges Statistik Tool für alle Nutzer des populären Microblogging-Services verfügbar. Werbetreibende haben schon länger Zugriff auf analytics.twitter.com. Doch erst kürzlich begann Twitter, das begehrte Analytics Feature für alle Nutzer auszurollen. Mittlerweile hat jeder Nutzer auch im deutschsprachigen Bereich Zugriff auf die statistischen Auswertungen der eigenen Twitter-Aktivitäten. Im folgenden Guide finden Sie Informationen zu aktuellen Nutzungszahlen sowie eine Anleitung zur Nutzung der neuen Twitter Statistik.

Zahlen und Fakten: Wie populär ist Twitter im D-A-CH Raum?

Im kommerziellen Bereich stößt Twitter häufig auf Sketpsis und kommt im D-A-CH Raum in der Regel dann zum Einsatz, wenn mindestens ein Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung selbst begeisterter Microblogger ist. Während Privatnutzer die unkomplizierte Plauderei meist als essentielle Bereicherung ihres Alltags erleben (ja, ich wundere mich auch), bleibt für Unternehmen stets die Frage im Raum: Lohnt sich der Aufwand für die paar Leudde? Gerade mal 121.000 österreichische Twitter-Accounts, von denen bloß die Hälfte die Plattform aktiv nutzen, entsprechen in etwa der Reichweite eines oder zweier erfolgreicher lokaler Printmediums. Respektive 1,5 Prozent der Alpenrepublikaner.

In Deutschland schwanken die Zahlen je nach Studie. Anfang 2014 sprach Statista von 10 Millionen Usern, allerdings entstand diese Zahl im Rahmen einer repräsentativen Umfrage. Konservativere Quellen gehen von zwischen 1.5 und 2 Millionen aktiven Nutzern am Tag aus, das entspricht unter 3 Prozent der Gesamtbevölkerung. In der Schweiz twittert wohl eine halbe Million, immerhin stolze 6 Prozent der Gesamtbevölkerung, dennoch deutlich im einstelligen Bereich.

Gesamtbevölkerung
Twitter-Nutzer in Österreich: 1,5 Prozent
Twitter-Nutzer in Deutschland: 3 Prozent
Twitter-Nutzer in der Schweiz: 6 Prozent

Solch magere Zahlen können mit der scheinbaren Totaldurchdringung Facebooks keinesfalls mehr mithalten. Zuckerbergs Netzwerk scheint mittlerweile Basis, Spitze und Mittelteil der Social Media Pyramide zu sein, also muss die strategische Entscheidung für Unternehmen wohl völlig klar sein. Oder? Die einzig mögliche Antwort lautet: man weiß es nicht. Lässt man das ganze Geschwafel von den tollen Opinion-Leadern, die angeblich lieber 140-Zeichen-Kurznachrichten als Foto-Status-Updates mögen, bleibt immer noch das Problem der enorm gesunkenen Facebook Reichweite.

Twitter Analytics: Unerwartet nützliche Statistiken für Unternehmen

Ich beziehe mich hier, das muss an dieser Stelle klar gesagt werden und gilt auch für den Rest dieses Beitrags, ausschließlich auf die Situation von Unternehmen. Die bekommen von Facebook schon länger detaillierte Nutzungszahlen zu ihren Pages, auf Twitter tappte man bislang im Dunkeln oder musste sich auf mehr oder weniger zuverlässige externe Werkzeuge verlassen. Die neuen Statistiken helfen allen professionellen Twitter-Nutzern effektiv bei der Beantwortung folgender essentieller Fragen:

  • Benchmarking: Wie viele Kontakte generiere ich auf Twitter im Vergleich zu meiner Facebook Seite?
  • Posting-Zeitpunkt: Zu welcher Uhrzeit werden die eigenen Tweets am aufmerksamsten gelesen?
  • Redaktionsplanung: Welche Themen kommen bei meinen Followern am besten an?

 

Twitter Statistiken

Twitter zeigt jetzt allen Nutzern detaillierte Statistiken.


Was kann Twitters Statistik-Dashboard?

Das Twitter Analytics Dashboard zeigt sowohl Zahlen zu einzelnen Tweets als auch Durchschnittswerte zu den vergangenen 28 Tagen an. Zweitere lassen sich erfreulicherweise komplett als CSV exportieren, um so offline weitere Auswertungen vornehmen zu können. Das dürfte in vielen Fällen aber gar nicht notwendig sein, denn das Dashboard stellt Informationen zur Follower-Entwicklung sowie zu den Interessen, Locations und zum Geschlecht der eigenen Leser recht übersichtlich dar.

Besonders nützlich für die Optimierung der eigenen Tweet-Strategie finde ich die Detaildaten zu Einzelmeldungen. Erstens kommt es oft anders, als man denkt: einer meiner Interkations-stärksten Tweets der letzten Wochen befasste sich mit… lecker Erdbeertörtchen. Ich hab einen Sekundenbruchteil lang sogar überlegt, ob ich meine Online Marketing Karriere zugunsten der Zuckerbäckerei aufgeben soll *g*

Zweitens liefert die Kombination aus Gesamtperformance und Mikro-Perspektive spannendere und leichter verwertbare Einblicke als alle Drittanbieter-Auswertungstools, die ich bisher benutzt habe (Hootsuite, SumAll, Buffer).

Welche Daten und Fakten rückt Twitter nun raus?

Twitter teilt das Statistik-Portal in drei Bereiche auf. Der Startbildschirm von analytics.twitter.com präsentiert Statistiken zu den eigenen Kurznachrichten. Der Menüpunkt „Follower“ präsentiert Zahlen und demographische Daten zu den eigenen Followern, “Twitter Cards” zeigt Auswertungen zu Twitters Metadatenformat.

Alles über Tweets – gesamt und pro Nachricht

Nach dem Einloggen bzw. dem Aufrufen von analytics.twitter.com gelangt man erstmal zu einer Übersichtsseite, welche die Tweet-Impressions der letzten 28 Tage übersichtlich zusammenfasst. Wenn man so ignorant und sporadisch twittert wie ich, ergibt das natürlich ganz ordentliche Ups and Downs.

Twitter Analytics

Übersicht über die Tweets der letzten Monate

Die Übersichtsliste mit den einzelnen Tweets folgt darunter, aufgeteilt in Tweets, Tweets und Antworten sowie Werbenachrichten. Hier zeigt Twitter folgende Daten an:

  • Impressionen: Wie viele Nutzer haben die jeweilige Nachricht auf Twitter gesehen?
  • Interaktionen: Wie oft haben Nutzer auf die Nachricht reagiert? Hier zählt Twitter Replies, Favs, Retweets – aber, ACHTUNG – auch Follows und Clicks innerhalb der Nachricht, etwa auf Links oder auch #Hashtags.
  • Interaktionsrate: berechnet nach der bewährten Formel (Interaktionen/Impressionen)*100 und in Prozent angegeben. Sozusagen die Twitter Conversion-Rate.*

* Anmerkung für Stochastiker: ob die Interaktionsrate hier über 100% liegen kann, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Theoretisch könnten ja 100 Nutzer eine Nachricht sehen. Wenn jeder einzelne Retweeted und 10 davon zusätzlich von faven, läge die IR nämlich bei 110%. Und wenn das passiert, endet das Internet, wie wir es kennen. Aber zum Glück gibt’s ja genug ignorante Bots *g*)

Der Klick auf eine einzelne Nachricht führt zur Detailanzeige im Pop-Up Fenster. Hier listet Twitter für jede einzelne Nachricht die folgenden Parameter auf.

Twitter Analytics

Detailansicht: Tweet-Statistik

  • Impressionen
  • Detailerweiterungen (wie oft hat Nutzer auf “mehr Details” geklickt)
  • Antworten
  • Retweets
  • Favoriten

All diese Daten lassen sich via CSV-Export in eigenen Tools weiterbearbeiten. Wie man die einzelnen Metriken bewertet und gewichtet, hängt natürlich von der jeweiligen Strategie und den Business-Zielen ab. Die Interaktionsrate bietet einen guten Anhaltspunkt, weit mehr Detail-Einsichten erhält man durch die Einteilung der Nutzer-Aktionen in “Direct Engagement” (Nutzer interagiert direkt mit dem eigenen Account) und “Indirect Engagement” (Favs, Klicks auf “mehr sehen” etc.).

28 Days later

Auf der rechten Seite der Nachrichtenliste blendet das Dashboard diverse Vergleichs-Charts ein. Hier sieht man auf einen Blick, ob Interaktionsrate, Link-Klicks, Retweets, Favoriten und Antworten im Vergleich zu den vorigen 28 Tagen gestiegen oder gefallen sind. Zu einzelnen Tweets gibt’s derzeit noch keine grafische Auswertung, einen frei einstellbaren Vergleichszeitraum hat Twitter ebenfalls nicht vorgesehen.

Was erfährt man über die eigenen Follower?

Der zweite Hauptmenüpunkt widmet sich der eigenen Followerschar. Detaildaten (hallo Datenschutz) findet man hier keine, stattdessen ein bis zu zwei Jahre zurückreichende Darstellung der eigenen Follower-Entwicklung sowie ein paar demographische Auswertung.

Twitter Statistik

Twitter Analytics: Das Follower-Dashboard

  • Interessen: Twitter kategorisiert seine Nutzer nach selbigen und zeigt die 5 am stärksten vertretenen Themen an sowie darunter eine Gesamtliste der “Top-Interessen”. Dass mit 49% und 48% “Technologie” und “Technische Neuheiten” an erster Stelle stehen, zeigt übrigens recht deutlich, wie wenig Twitter-Themenhoheit mit dem echten Leben zu tun hat und dass die Seite nach wie vor weit mehr Männlein als Weiblein und Sonstige twittern.
  • Standort: Hier zeigt Twitter die Länderaufteilung der eigenen Follower als quadratische Grafik mit korrespondierenden Segment-Größen. (Wenn jemand den Fachausdruck für solche Grafiken kennt, bitte aufzeigen und kommentieren.)
  • Geschlecht: zur Abwechslung mal ganz klassische männlich/weiblich.
  • Ihre Follower folgen auch: Die 10 Twitter-Accounts, denen die meisten Ihrer Follower ebenfalls folgen mit Prozentwerten.

Exportfunktion hat Twitter hier keine vorgesehen und fürs detaillierte Reporting hält sich der Nutzen dieser Daten in eher engen Grenzen. Man könnte allenfalls auswerten, ob und wie sich die Interessen über den Verlauf der Zeit ändern, um diese Erkenntnisse für die eigene Redaktionsplanung zu nutzen.

Twitter Cards – lohnt sich die Verwendung?

Der dritte Abschnitt der Twitter Statistik bezieht sich auf ein relativ neues Feature. Wohl inspiriert von Facebooks Open Graph führte Twitter ein eigenes Set von Metatags ein. Deren Inhalte befüllen die sogenannten “Twitter Cards”, mit denen man kurze Textpassagen, Fotos oder auch Videos an Kurzmeldungen anhängen kann. Twitter sieht verschiedene Typen von “Karten” vor. Damit diese auch angezeigt werden, muss der jeweilige Webmaster die passenden Tags hinzufügen und die Domain zusäztlich mit dem offiziellen Validator-Tool freischalten.

Twitter Cards Analytics

Die Twitter Cards Statistik

Interessierte finden im offiziellen Guide nähere Informationen. Hier auf datenschmutz nutze ich noch seit einer Weile das grandiose Easy Social Share Buttons Plugin für WordPress, das unter anderem auch besagte Metatags einfügt. Twitter verspricht höhere Klickraten, und in der Tag zeigen die Statistiken, dass mit grafischen Inhalten “angereicherte” Tweets deutlich höhere Klickraten erzielen. Im Detail verrät das Analyse-Werkzeug hier folgende Daten:

  • Schnappschuss: grafische Darstellung der Zusatzclicks durch Twitter-Cards.
  • Änderung im Zeitverlauf: zusätzliche Impressions und Clicks durch Twitter Cards.
  • Card-Typen: Twitter bietet verschiedene Typen (Photo Card, Gallery Card, Player Card etc.) an. Diese Auswertung zeigt, welche am besten bei den eigenen Followern ankommen.
  • Links: Welche Twitter Card Links erzielten die meisten Clicks?
  • Einflussnehmer: Die fünf Accounts, die am häufigsten Links zu eigenen Inhalten tweeten.
  • Tweets: Die fünf Twitter-Card Kurznachrichten mit den meisten Clicks.
  • Quellen: Apps, Webseiten und Widgets, mit denen am häufigsten getweetet wurde.

Dass Twitter das hauseigene Card-Format pushen will, liegt auf der Hand. Die meisten Nutzer dürften sich allerdings weit mehr für die “Primärnutzungsdaten” ihrer Kurznachrichten interessieren. Nur Wer jedoch bereits Twitter-Cards einsetzt, bekommt hier Daten zu Gesicht und sieht immerhin auf einen Blick, welche Zusatzinhalte die meisten Interaktionen erzeugten.

Fazit: Regelmäßige Besuche im Twitter Analytics Dashboard zahlen sich aus!

Die einzigen, die sich nicht über die neuen Tweet-Statistiken freuen dürften, sind spezialisierte Drittanbieter Tools. Für alle Nutzer, die nicht aus Spaß an der Freude twittern, sondern den Microblogging-Dienst als Teil ihrer Online-Marketing-Strategie nutzen, liefert die hauseigene Statistik wertvolle Einblicke und eine solide Entscheidungsgrundlage für den zukünftigen Umgang mit dem blauen Zwitscher-Vögelchen.

Ich vermute stark, dass Twitter im Lauf der nächsten Monate noch einige Funktionen nachliefern wird. An erster Stelle meiner persönlichen Wunschliste stehen frei wählbare Vergleichszeiträume und detailliertere Followerdaten.
Wer regelmäßig Reportings abliefert, bekommt aber schon jetzt ein intuitiv bedienbares, exzellentes Werkzeug inklusive der sonst so oft vermissten Export-Funktion. Damit tut sich Twitter nicht zuletzt selbst einen veritablen Gefallen, denn Hard Facts machen Twitter von einem mysteriösen Hoffnungsträger zum kalkulierbaren Bestandteil der eigenen Online Marketing Strategie.
Haben Sie das neue Twitter Analytics Dashboard schon ausprobiert? Finden Sie die Statistiken nützlich und verwenden Sie sie in Ihren Reportings? Erzählen Sie mir von Ihren Erfahrungen!

 

Was sagen Sie zum neuen Twitter Statistik Dashboard?