praktische Freeware-Helferlein, Software-Tipps

Von PC-Prinzen und Abstürzen – New Business Model

Wo sind die einfachen Support-Dienste für Computer-Probleme? Jeder kann oder muss sich einen Elektriker oder Sanitär-Menschen bestellen, wenn mal was ist. Die kommen auch rund um die Uhr. Aber was passiert bei einem PC-Absturz bzw. -Problem? Eine Notfallnummer für PC-Probleme wäre inzwischen angebracht! Ein Plädoyer.

Ich habe auch die eine oder andere Durststrecke durchlaufen– und ich meine jetzt nicht die Kamelritte im Tunesien-Urlaub oder die Quad-Wüsten-Ausflüge bei der Ägypten-Pressereise – meine Durststrecken waren immer sehr computertechnisch orientiert: Freund, Compi-Aufsetzen, Liebe machen, gut. Trennung, Laptop hin, offline, schlecht! (Hypothese Nummer eins: Wenn sich dein Partner von dir trennt, ist auch dein Laptop kaputt.)

Beziehung und das Übliche: Er wartet PC, dann Apple, dann Linux für dich (bitte nicht fragen, wer von dem Dreierpack schlimmer ist). Dann plötzlich die Ernüchterung: Schon wieder ein Virus – er und der jeweilige Computer, kaputt. Komisch, weil war eine Beziehung mit einem der angeblichen Profis vorbei, war auch mein Compi jeweils hin. So durfte ich nicht nur alleine da stehen, sondern mir auch noch einen professionellen PC-Prinzen suchen bzw. bezahlen, der mir aktuelles Office, Photoshop und Co besorgte.

Ich liebe meine Freunde, aber in dem Bereich konnte ich mir nie Support von denen erwarten. Da wäre mal der Eine, der Wandlöcher mit Zahnpasta, statt Rigips zumacht und ungefähr ähnlich mit Computern umgeht; dann der Andere, der zwar immer selbst alles gut von Bekannten gerichtet bekommt, aber dessen Kollegen nicht so gerne bei mir vorbeischauen, weil ich geschlechtsmäßig nicht so attraktiv für sie bin, außer ich gebe ihnen Schminktipps.

IT Support für Ladies

Ach Mist, wo soll der verdammte USB-Stecker denn jetzt bloß rein?

Nun, dann hätten wir noch den so genannten Opinion Leader, der glaubt er ist Experte und liebend gerne vorbei schaut, aber doch der bessere Kinofreund ist, weil er beim Popcorn laut kauen nicht so viel Schaden anrichten kann, wie am Computer. Und die Mädels? Leider komplett zu vergessen, so leid es mir tut, das als Frau sagen zu müssen. Aber meine Generation hat es uns Weibern leider noch gelehrt, dass dies Männersache ist. Letzte Hoffnung in meinem Single-Dasein war immer der Neue der Freundin. Die bemühten sich noch und wollten imponieren, indem sie der Freundin der potentiellen Freundin mit technischem Zeugs halfen.

Der Energydrink floß in Strömen

Eine Ex-Kollegin hat’s mal ganz am “Tastatursten” erwischt. Sie war aus einer 14-jährigen Beziehung mit einem Linux-Programmierer ausgestiegen, weil sie sich in einen sehr netten langhaarigen Apple-(Ind)ianer mit Motorrad und Bar in Wien verliebte. Er hat ihr zwar den Apple aufgesetzt und immer genügend Energie-Drinks mit in die Arbeit gegeben, aber als ihr mal ein Energie-Drink über die Tastatur lief und sie die Auswirkungen mit dem WC-Trockner reparieren wollte, schwammen nicht nur die Tasten dahin, sondern er schwamm auch weg (Karibik-Bar oder so). Nicht deshalb natürlich, aber parallel dazu. Was meine Erfahrung/Hypothese Nummer eins bestätigt: Compi hin, Mann weg. Die Frau in meiner Generation braucht also weniger einen schwulen Freund, als eher einen IT-Kompagnon (Hypothese Nummer zwei).

IT Supporthotline für Frauen

So viele Rädchen, an denen man drehen kann: Da muss ein Experte her!

Woher bekommen? Wie komme ich zu einem netten IT-Berater, der mich nicht abzocken will? Wie kann ich mich seriös supporten lassen und es dann auch ein win-win-Situation werden lassen, sprich: Ich empfehle eine gute Dienstleistung natürlich weiter. Wenn ich zufrieden bin und virales Marketing betreibe, dann kann das auch was. Was früher Mundpropaganda war, ist heute unter dem Begriff “Word of Mouth” ganz wichtig auf Social Media Plattformen geworden. Jeder von uns kann mit seinen Empfehlungen und positiven Erfahrungen ad Produkten und Dienstleistungen mehr als Meinungsführer (advocate) bewirken, als dies in Zeiten klassischer Medien der Fall war.

Zukunft des weiblichen IT-Supports

Damen und Mädels: Lasst euch nicht nur von den Computerkenntnissen des Dating-Objektes leiten. Schön, wenn er welche hat und euch supporten kann. Aber ganz im Ernst: Emanzipation bedeutet für mich mittlerweile, ein funktionierendes Betriebssystem, nette Grafikprogramme und ein funktionierendes WLAN, abseits von Mann oder gerade Nicht-Mann. Dazu gibt es die Experten, gibt es sie, leistbar und verfügbar?

Geeks & Nerds: Wisst ihr eigentlich, was euch durch die Lappen geht? Es gibt zahlreiche Frauen da draußen, die mal ein wenig Hilfe mit der Installation eines Programmes benötigen würden oder das “Aufsetzen” des neuen PCs nicht gerne alleine machen. Und wenn man “Frauenhotline Computer” googelt, kommt nichts außer Smartphone-Tipps und die “Anti-Frauen-Gewalt-Hotline”. Also: Raus aus den Dating-Portalen, rein ins Dienstleistungsgeschäft. Wer die erste 24-Stunden Hotline für PC-Probleme aufmacht ist reich, und ich bekomme bitte zehn Prozent für die Idee.


Gastautorin: <a href="http://blog.datenschmutz.net/author/astrice/">Dr. Astrid Pettauer</a>

Gastautorin: Dr. Astrid Pettauer

Kommunikationswissenschaftlerin, PR-Expertin, Blogfried-Gattin

Univ.-Lektorin, PR-Trainerin, Mediencoach und Researcher, Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft / Soziologie. Trägerin des österreichischen Wissenschaftspreises für Public Relations und des Wissenschaftspreises für Demokratie der Republik Österreich 2007 für die Dissertation.
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xamoom – Location Based Service as a Service

Georg Holzer, alter Blog-Weggefährte, Mitveranstalter des Barcamps Klagenfurt und ehedem einer der bekanntesten IT-Journalisten des Landes, hat der hauptberuflichen Schreiberei den Rücken gekehrt und im Mai diesen Jahres gemeinsam mit Bruno Hautzenberger das Start-Up xamoom gegründet. Aus alten Smartphones wollen Sie Komplettüberdachungen für Kärntner Seen herstellen, damit man auch bei Regenwetter – respektive im Winter – dort baden und “surfen” kann. Nein, natürlich nicht: xamoom ging aus dem grandiosen Netzkulturprojekt pingeb.org hervor, das mit auffälligen gelben Stickern seit 2 Jahren am Wörthersee präsent ist.

Legt man ein NFC-Handy auf einen der Sticker, oder scannt man ganz Old-Skool den QR-Code, gibt’s als “Belohnung” kostenlose Musik und Texte junger Autoren. Das erfolgreiche und populäre Projekt, das unter anderem von der netidee gefördert wurde, brachte die zwei Firmengründer auf eine viel weitreichendere Idee: xamoom will eine Infrastruktur bereit stellen, die Location-Services demokratisiert:

Wir wollen ortsbezogene Handydienste (Location Based Services) allen zugänglich machen, die gute Ideen aber wenig Know-how und keine dicken Brieftaschen haben. Es gibt dafür jede Menge Anwendungsfälle – von Audioguides in Museen über den Tourismus bis hin zu Handel und sogar in der Gastronomie. Wir sehen uns aber als Anbieter einer Service-Infrastruktur (basierend auf Googles Cloud Platform) und weniger als Solution-Provider. Wir sind sicher, dass es jede Menge Anwendungen gibt, an die auch wir noch nicht denken. Das wird selbst für uns extrem spannend!

Georg Holzer und Bruno Hautzenberger

Screenshot der xamoom-App

Über diese spannende Gründerphase habe ich mit Georg, der gemeinsam mit Bruno beim Pioneers-Festival in Wien start-uppen wird, im Café Westend geplaudert.

Derzeit sucht xamoom zwei Entwickler. Und nächstes Jahr gibt’s dann vielleicht schon ein Wörthersee-Dienst-Speedboat!

DISCONNECT – Privater surfen und Bandbreite sparen

DISCONNECT ist eine Browser-App, die das tägliche Surfen im Web privater, schneller und nicht zuletzt unterhaltsamer macht. Die gegen eine freiwillige Spende erhältliche Proxy-Software filtert nicht nur die gängisten Tracking-Sites, sondern zeigt platzsparend in einem kleinen Pop-Out, wer da gerade etwas über den Surfer in Erfahrung bringen möchte. Die durch die geblockten Werbe-Agenten eingesparten Requests und die geringere Bandbreite visualisiert das Browser-Plugin ebenfalls – besonders bei mobilen Verbindung mäßiger Qualität ein echtes Killer-Feature.

Nach der Installation der Chrome- respektive Firefox-Version sitzt DISCONNECT als platzsparender Button in der rechten Ecke des Browser und zeigt lediglich die Anzahl der gefilterten Tracking-Requests. Erst nach dem Mausklick offebaren sich genauere Details:

Disconnect

 

Auf datenschmutz tracken die gleichen Services mit, die in den meisten Blogs eingebunden sein dürften: Twitter, Facebook, dazu diverse Google-Dienste wie das Font-API, Auttomatic (via Akismet und demnächst auch Jetpack) und in meinem Fall anstatt Analytics Clicky für die Besucherstatistik sowie derzeit Livefyre für die Kommentare (hier läuft nämlich gerade der “große 2013er WordPress-Kommentar-Services Test vor Ihren Augen ab). In der Standardkonfiguration blockt DISCONNECT Facebook und Twitter-Request sowie zahlreiche Ad-Netzwerke. Jede geblockte Seite lässt sich wahlweise auch einzeln entblocken. Ein nettes Gadget ist der Visualisierungsmodus:

Disconnect Datenschutz

Disconnect im Visualisierungs-Modus.

 

Raschen Überblick über Funktionsweise und die (einfache) Bedienung des kleinen grünen Datenwächters zeigt das Einführungsvideo:

Fazit: Auf der einen Seite lebt das Social Web zu einem hohen Teil von den ganzen mitgetrackten Daten, auf der anderen Seite fühlen sich viele Surfer bei dem Gedanken unwohl, permanent ihr Nutzungsprotokoll an unbekannte Server auf diversen Kontinten zu schicken. DISCONNECT stellt keineswegs den einzigen Lösungsansatz dar: alle modernen Browser bieten “privates Surfen”, Anonymisierungs-Netzwerke wie TOR gehen noch einen Schritt weiter und obfuskieren die IP-Adresse. DISCONNECT qualififziert sich für mich in erster Linie als Tool bei der mobilen Nutzung – denn ab HSDPA abwärts ist jeder Request ein Request zuviel :frog:

disconnect.me

PS: Außerdem liefert Inspektor AdRequest-Gadget in spezialisierten Fällen auch geballtes Branchenwissen – wer sich beispielsweise schon mal die Frage gestellt hat, welche österreichischen Online-Medien mittels welcher Werbenetzwerke tracken, der werfe DISCONNECT an und staune oder nicke wissend:

Disconnect als Monitoring-Tool

Google Reader eingestellt: die besten Alternativen

[Update: 14.3.2013, 19:00 Uhr → hier klicken]

Mit großer Bestürzung vernahm die internationale Geekeria heute morgen um 1 Uhr früh (MEZ) via Mashable die Schreckensnachricht von der bevorstehenden Einstellung des Google Reader. Google zieht den Stecker des populärsten RSS-Reader der Welt am 1. Juli – und zwar wegen stark sinkender Nutzung:

The search giant is pulling the plug on the 7-year old project citing “declining usage.” Google says it is shuttering Reader and deprecating or shutting down a number of other services as part of the company’s “spring cleaning” initiative — one that seeks to help the company focus on the features that need the most use.

Zeitgleich werden einige weitere “Altlasten” in den Papierkorb geschoben: die Snapseed Desktop Apps für Windows und Mac, Googles CalDAV API sowie Google Voice for Blackberry gehen ebenfalls den Weg alles Digitalen, für den größten Aufschrei sorgte aber naturgemäß die Nachricht von der Einstellung des populären Google FeedReaders. Zwar konnten sich RSS-Feeds, also die maschinenlesbare Variante von Webseiten, mit der sich Inhalte komfortabel via Newsreader abonnieren lassen, nie so richtig im Mainstream durchsetzen, aber jeder Online-Profi, Journalist, Blogger und News-Junkie hegte und pflegte die letzten paar Jahre seine persönlichen Reader-Feeds.

Der Sturm der Entrüstung weht als vorwiegend deswegen als derart steife Brise, weil Geeks und Nerds im Netz eine besonders laute Stimme haben – die Ankündigung auf Mashable wurde in den letzten Stunden bereits knapp 6000mal geteilt, Chris Taylors (Mashable CvDs) Petition gegen die Einstellung bringt es bereits auf 7.600 Shares. Ob Google Reader so noch eine Chance bekommt? Einerseits lässt sich das Produkt schwer monetarisieren, andererseits kann der Betrieb im Vergleich zu Analytics oder Plus auch nur recht wenig kosten. Manche vermuten gar eine katholische Verschwörung:

Ernstlich betroffen sind von der Einstellung aber nicht nur die User, sondern auch eine ganze Reihe von Drittanbieter-Apps – von mobilen Newsreadern, die ihre Feeds mit Google Reader abgleichen bis hin zu WordPress-Plugins, die eine Liste der eigenen Reader-Favoriten am Blog darstellen. Brent Simmons spricht gar von der bevorstehenden RSS Sync Apoclypse.

Die besten Alternativen zum Google Reader

Falls der Suchmaschinengigant bei seiner unpopulären Entscheidung bleibt, müssen sich RSS-Fans eine Alternative suchen – und die sollte aus Nutzersicht vor allem zwei Anforderungen erfüllen:

  1. eine möglichst einfache Migration der eigenen Feed-Sammlung aus dem Google Reader zum neuen Service
  2. ähnliche komfortable Lese- und Sharing-Funktionalitäten
  3. möglichst breite Plattformunterstützung (mobile Clients, Web Apps etc…)

Leider existieren gar nicht so viele Alternativen zum Google Reader, wie man meinen könnte – die Blütezeit der Free-Apps ist längst vorüber, und wer weiterhin seine Abos kostenfrei pflegen will, sollte einen näheren Blick auf eines der folgenden Services werfen:

Feedly

Sicherlich die erste Wahl – Feedly kommt ähnlich puristisch daher wie sein großer Bruder, bietet mobile Apps und soll mit wenigen Klicks eine Migration der eigenen Feeds erlauben. Entwickler dürften sich außerdem darüber freuen, dass die Seite auf einem Clone des Google Reader API basiert, was die Portierung bestehender Drittsoftware beträchtlich erleichtern sollte.
feedly.com

ACHTUNG: Feedly ist derzeit permanent überlastet. Ich hätte an dieser Stelle gern einen Erfahrungsbericht zur Migration gepostet, aber momentan dürfte eine ganze Armada von RSS-Lesern gerade Feedly bestürmen – die Synchronisierung endete bei mir bislang stets mit einer Fehlermeldung. Aber ein wenig Zeit bleibt ja noch…


Update: die Portierung meiner Google Reader Feeds zu Feedly hat mittlerweile geklappt. Ich verwende derzeit die Chrome-Web-App. Erster Eindruck: schlank, aufgeräumt, ein schnelles und selbsterklärendes INterface. Look-und-Feel gefielen mir auf Anhieb gut, nur mit der Magazin-Ansicht kann ich als Listen-gewohnter Feedleser wenig anfangen. Standardmäßig sieht die Newsübersicht in Feedly so aus:

Feedly.com Übersicht

Hübsch und modern, aber für meinen Geschmack passt da einfach viel zu wenig auf den Bildschirm. Den schnellsten Überblick bietet die Listenansicht der Artikeltitel, unterteilt in einzelne Tage. Um die Ansicht umzustellen, klickt mana auf das Zahnrad-Icon; Feedly merkt sich die bevorzugte Einstellung pro Ordner:

Feedly Reader - Artikeltitel

Für Schnellscanner bietet sich die “Timeline” Ansicht an, in der die einzelnen Beiträge kurz angerissen werden. Ein Klick auf den Titel klappt den kompletten Artikel im Reader aus (sofern der Seitenbetreiber einen vollständigen Feed anbietet), auf Wunsch kann man aber auch standardmäßig zur Originalquelle springen:

Feedly Artikelansicht

Fazit: Sieht auf den ersten Blick schon sehr gut aus – durch die Benutzung der Web-App fühlt sich der Reader an wie eine lokale Anwendung, die Seiten laden blitzschnell und die Bedienung ist ausgesprochen selbsterklärend – bleibt nur abzuwarten, wie gut Feedly den zu erwartenden Nutzeransturm bewältigen kann.


NewsBlur

Bietet ebenfalls mobile Apps, gratis lassens ich aber nur bis zu 64 Feeds abonnieren – momentan leidet die Seite ebenfalls unter Lastproblemen.
newsblur.com

Pulse

Eigentlich kein Feed-Reader, sondern ein “Social Magazine” in hübschem Layout. Mobile Apps für iOS und Android sind verfügbar, Minimalisten werden mit der etwas umständlichen Bedienung aber keine Freude haben.
pulse.me

Und dann schaut’s auch schon recht düster aus mit Web-Applikationen. Wer seine Feeds lieber lokal verwaltet, könnte einen Blick auf einen Desktop-Client werfen: RSS Owl und Feed Demon laufen unter Windows, für Linuxer kommt Liferea in Frage, für Mac User können NetNewsWire nutzen. Allerdings sind Feeds in der Cloud nun mal wesentlich besser aufgehoben – welcher Anbieter sich durchsetzen kann, wird sich allerdings erst dann zeigen, wenn ein Großteil der User migriert ist, wenn wer weiß, ob Feedly und Co. die nötige Infrastruktur längerfristig finanzieren können.

Plugin-Tipp: Noch flexiblere Sidebars für WordPress

Schon out-of-the-box bringt WordPress ein einfach bedienbares Drag-and-Drop Interface zur Konfiguration der Sidebar-Widgets – so heißen die einzelnen Info-Boxen, die meist in der Seitenleiste anzeigt werden. Je nach Theme stehen dem Webmaster ein- oder mehrere sogenannte “Widget-Areas” zur Verfügung. Wer seine Seite als CMS nutzt und spezielle Sidebars für einzelne Pages oder Gruppen von Seiten erstellen möchte, etwa um spezielle Landing-Pages zu erstellen, wird Simple Page Sidebars von Blazer Six und Brady Vercher schätzen: dieses Plugin erspart jegliches Editing der Theme-Dateien, integriert sich elegant ins Standard-Editing-Interface und hinterlässt auch nach allfälliger späterer Deinstallation keinen Scherbenhaufen.

Simple Page Sidebars - Konfiguration
Die on-the-fly generierten Sidebars integrieren sich nahtlos ins gewohnte Widget-Interface.

Die Verwaltung multipler Sidebars erlauben etliche Lösungsansätze und Plugins, die Logik von Simple Page Sidebar gefällt mir am besten: nach Installation und Aktivierung des Plugins taucht beim Erstellen von neuen sowie beim Editieren bestehender Seiten eine neue Auswahlbox namens “Sidebar” auf. Bei erstmaliger Verwendung wird der Benutzer zur Wahl eines Standard-Sidebars aufgefordert – hier wählt man eines der bestehenden Widget-Areas. Hinkünftig kann man für einzelne Seiten durch Klick auf “Enter New” beliebig viele neue Seitenleisten anlegen und diese jeweils mit einem eindeutigen Namen versehen.

Die so hinzugefügten Widget-Areas erscheinen in der Auswahlbox sowie unter “Design -> Widgets”, wo sie sich wie gewohnt mit den gewünschten Widgets aus dem reichaltigen WordPress-Sortiment befüllen lassen.

Zusätzlich bringt das Plugin bringt ein eigenes Widget namens “Widget Area” mit, das wie der Name zu Recht vermuten lässt, selbst wieder ein beliebiges anderes Widget-Area enthalten darf – somit lassen sich im Handumdrehen komplexe verschachtelte Sidebar-Wunderwelten generieren. (Ob die Blogosphäre zu einem schwarzen Loch kollabiert, wenn man ein Widget-Area anlegt, das sich selbst enthält, kann ich nicht sagen, der Versuch ist mir schlicht zu riskant.)

Windows 8: Telegramm aus Kalifornien

Ich sitze im fünften Stock des Hilton Anaheim und schaue durch die Glaswand meines Zimmers auf hohe, ein wenig dürr wirkende Palmen sowie das dahinter liegenden Anaheim Conference Center: die Palmen dürsten, weil’s hier seit über 6 Wochen nicht geregnet hat, das Konferenz-Zentrum läuft im Hochbetrieb: Microsoft lud zur ersten //BuildWindows/ Konferenz, die heute mit Steven “Windows Chief” Sinofskys Keynote begann.

Steve Sinofsky

Mit Windows 8 beschreitet Microsoft neue und äußerst gut durchdachte Wege – und überrascht mit der Antithese zum Mobile-Dogma des vorigen Jahrtaustends. Agile IT-Greise erinnern sich an die wilden Neunziger, als das Internet noch von Cattle-Farmern, Outlaws und Glücksrittern bewohnt war und Microsoft mit Windows Mobile das erste Smart-Phone OS getreu dem großen Vorbild modellierte. Diesmal wiederholt sich Konzerngeschichte nicht, sondern kehrt sich quasi um: standen seinerzeit die Desktop-Windows-Varianten 95/98 für das Hostentaschen-OS Pate, so orientiert sich deismal der große Bruder Windows 8 visuell penibelst an der Oberfläche des WinPhone Seven! Der neue Startscreen macht Sie sicher:

Windows 8 Startbildschirm Weiterlesen

Classic Shell: Klassisches Startmenü für Windows 7

Windows 7 denkt viele gute Ansätze von Vista konsequent zu Ende – aber dass Microsoft den Usern die Umstellung auf das klassische Startmenü verwehrt, bereitet vielen Umsteigern wenig Freude. Zwar erlaubt die neue Taskleiste das praktische “Anpinnen” der am häufigsten genutzten Programme, aber der Geek ist eben ein Gewohnheitstier. Und für solche hat Ivo Beltchev das Freeware-Tool Classic Shell programmiert. Das Programm Tool bietet das Beste aus alter und neuer Welt und lässt sich komplett an die Wünsche des Nutzers anpassen. Weiterlesen

PadPressed: WordPress am iPad

“Andere mögen Kriege (mit Programmieren) führen, du, glücklicher WordPress-Blogger, installiere ein Plugin!” Diese Paraphrase eines Zitats, das fälschlicherweise Hunyadi Mátyás aka Matthias Corvinus zugeschrieben wurde, beschreibt PadPressed recht gut: ähnlich wie WP-Touch, das jede WordPress-Installation Touchscreen- bzw. Smartphone-tauglich macht, ersetzt das normale Theme, wenn in iPad-User auf die Seite zugreift.

Das iPad besitzt einen wesentlich größeren Bildschirm als jedes Telefon, über die bestmögliche Aufbereitung ihrer Inhalte für die neue Lieblings-Hardware Kindle-gelangweilter Geeks macht sich derzeit so gut wie jedes kommerzielle Online-Medium Gedanken. Ganz trivial ist die Sache nun wahrlich nicht: erstens sollen die Inhalte am iPad so lesefreundlich wie möglich daher kommen, zweitens sollten die Hardware-spezifischen Bediengesten verfügbar sein und drittens möchten es Webmaster ihren Usern möglichst einfach machen, Inhalte auf Facebook zu teilen: all diese Anforderungen erfüllt PadPressed bravourös: Weiterlesen

A1 Challenge for Apps – die Gewinner

Mit der Prämierung der besten Österreich-Apps fand heute Abend die A1 Challenge for Apps 2010 ihren Höhepunkt. Über den ersten Platz und das damit verbundene Preisgeld von €50.000 durfte sich das junge Team des Start-Ups runtastic freuen: die multifunktionale Applikation hilft Sportlern, ihre Aktivitäten zu erfassen, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und die eigenen Leistungen mit virtuellen Bekanntschaften zu vergleichen. €20.000 war der Jury die mobile Kulturvermittlung durch Esel.at wert, €10.000 gab’s für das smarte Wiener Citybike-Finder Programm Bikar.

A1 Challenge for Apps - runtastic

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Wiener Runde Podcast: Doppelpack

Letzte Woche war ich nachlässig (ja ja, was man nicht sofort erledigt…), daher gibt’s an dieser Stelle einen Podcast-Doppelpack: die ganze frische Aufnahme von heute Nachmittag sowie den Talk von letzter Woche. Sowieso empfehle ich allen geneigten Hörerinnen und Hörern ein Abo des Wiener Runde Podcasts: dieses verlängert sich nämlich automatisch von Woche zu Woche, kostet aber nix. Einiges kosten könnte dagegen Apple das iPhone Fiasko mit dem Fingerkurzschluss: dies und mehr aus der wunderbaren Welt der mobilen und der unbeweglichen Digital-Kommunikation berichten Heinz Grünwald, Max Kossatz, Asien-Experte und Gaststar Juergen Hoebart, Gastgeber Michi Kamleitner und meine Wenigkeit. ‘njoy!

Links zum Podcast auf Wienerrunde.at   Download
mp3, 58 Mbyte [rechte Maustaste und “speichern unter”]

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Vektoriell präsentieren: Prezi Desktop 3.0 bringt neue Features

Powerpoint ist wie ein Schwert: man kann es fürs Gute oder fürs Böse einsetzen. Zugegeben: der Vergleich hinkt… vermutlich kann man mit einem Schwert nicht viel Gutes anstellen, mit Powerpoint aber auch nicht. Doch während ersteres eine physisch tödliche Waffe darstellt, sollen, so will es die Legende, besonders untalentierte Vortragende ihr Publikum schon mal zu Tode gelangweilt haben.

Genau deshalb lieben Geeks Prezi: die Browser-basierte Präsentations-Software eines ungarischen Start-Ups wird die Folien-Metapher über Bord und setzt auf Vektorgrafik. Das Resultat sind fließend animiert und visuell überzeugende Präsentationen, die sich dank des durchdachten Editors im Nu zusammenklicken lassen. Letzte Woche präsentierte das Team die Version 3.0, die einige interessante neue Features wie Copy-Paste und PDF-Konvertierung mitbringt. Weiterlesen

Pixelpipe: Raus aus dem iStore!

Wer nicht nach Apples Regeln spielt, fliegt raus aus dem iStore. So erging es letzte Woche der beliebten Pixelpipe-Applikation: die Programmierer hatten es doch tatsächlich gewagt, den Inhalt des DCIM-Ordners zu scannen, um Anwendern zu ermöglichen, multiple Fotos auszuwählen. Obwohl in diesem Folder die Kamerabilder liegen, erlaubt Apple den Zugriff darauf aber lediglich über die offizielle API. Skurril, aber wahr: die Software flog nach Beschwerde von dritter Seite aus dem Shop. Weiterlesen

Erkenntnisgewinn durch Pivot-Grafiken

Auf der FH Wien halte ich in diesem Semester eine Vorlesung über neue Medien; heute haben wir uns unter anderem über Pivot-Grafiken unterhalten und das legendäre TED-Video von Hans Rosling angeschaut, über die neue Gapminder-Version habe ich hier vor kurzem berichtet. Die Microsoft Live Lab Jungs finden Pivot-Visualisierungen ebenfalls sehr spannend und haben sich intensiv mit dem Thema beschäftigt – das Ergebnis ist die Freeware Pivot, die auf der Mix-Konferenz vorgestellt wurde:

Pivot focuses on this intersection, enabling us to learn key lessons while attempting to broadly apply this philosophy to the Web. We hope that Pivot will inspire and fuel transformative experiences across the Web.

At the heart of Pivot are “Collections.” They combine large groups of similar items on the Internet, so we can begin viewing the relationships between individual pieces of information in a new way. By visualizing hidden patterns, Pivot enables users to discover new insights while interacting with thousands of things at once.

Was genau damit gemeint ist, verrät Gary Flakes TED-Vortrag:

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ceTwit: Mein Twitter-Favorit für Windows Mobile

Seit einiger Zeit verwende ich wieder vorwiegend Windows Mobile Handys (It’s all just a little piece of history repeating!). Was mir bisher fehlte, war ein flinker Twitter-Client unterwegs – genau den habe ich nun in Form der Freeware ceTwit gefunden. Das schlanke Programm von Vince Koser beruht auf dem .net Compact Framework und bedient neben Twitter und Twitpic auch Ping.fm. Weiterlesen

MIX10: IE9 im Rampenlicht

Dean Hachamovitch, General IE Manager bei Microsoft, hatte bei seiner Keynote einige für die MS-Welt durchaus überraschende News zu berichten: keine Extrawurst, keine proprietären Tags, dafür ein deutlicher Fokus auf Performancegewinn via Hardwarebeschleunigung und die volle Palette der HTML5-Goodness – sogar neue jQuery Erweiterungen will Steve Ballmer der net.community zukünftig for free liefern.

Überhaupt entsteht auf der MIX10 sehr stark der Eindruck, dass Microsoft zwar mit Verspätung, aber dafür nun umso intensiver um die Zuneigung der Open Source Community wirbt. Das mag nur auf den ersten Blick skurril erscheinen, macht aber durchaus Sinn: Open Source Tools spielen im Web-Ökosystem mittlerweile eine zu bedeutende Rolle, als dass eine abgeschottete Parallel-Welt eine ernsthafte Überlebenschance hätte. Weiterlesen