News zu den Themen Usability-, Interface Design und grafischer Gestaltung von Webmedien.

Identicons: datenschmutz Avatare für alle!

Für die Anzeige von User-Avataren neben Kommentar-Postings existieren eine Reihe von Plugins mit diversen Vor- und Nachteilen. Mit dem neuen Identicons-System, das seit drei Tagen hier auf datenschmutz zum Einsatz kommt, erhält erstmals *jede/r UserIn* ein eindeutiges Bildchen. All Hail Identicon!

Bislang kam hier am Blog das Favatar-Plugin zum Einsatz: wenn ein User zu seinem Kommentar eine URL hinterlässt, dann checkt das Programm, ob unter der betreffenden Adresse ein sogenanntes Favicon hinterlegt ist – das sind die kleinen Grafiken, die von aktuellen Browser rechts neben der Seitenadresse angezeigt werden. Falls ja, wird dieses Icon als Avatar verwendet, ansonsten gibt’s keine grafische Repräsentanz.

Eine Alternative wäre WP-Gravatar: bei Gravatar.com kann sich jeder anmelden, ein Userpic hochladen und an die eigene E-Mail Adresse knüpfen. Seitenbetreiber können die Gravatars einbinden und so Usern ermöglichen, über verschiedene Blogs hinweg denselben Avatar anzuzeigen. In der Vergangenheit hatte der Service allerdings immer wieder mal Performanceprobleme, welche die Ladezeit gravierend verlängerten – dies ist mittlerweile behoben, allerdings funktioniert die Anzeige natürlich nur dann, wenn der betreffende Kommentator auch bei Gravatar.com registriert ist – ansonsten wird ein frei wählbares Platzhalterbildchen angezeigt.

Enter WP-Idencticon! Das Plugin zeigt wahlweise das Favicon bzw. das Gravatar-Bild an, so vorhanden – und falls nicht, wird für jede/n UserIn ein eindeutiger Avatar erstellt, und zwar anhand eines Algorithmus, der aus verschiedenen Formen und Farben abstrakte Userbilder erstellt:

So what is an Identicon? It’s a randomly generated assortment of shapes that is specific to a commenter’s email (or if you prefer IP address). Identicons allow visual representations of commenters without requiring any external sites or user interactions. With 40 possible shapes (about 70 with inversions) in 3 possible positions, around 8000 distinguishable colors and four different rotations for each part, there should be several billion possible shape combinations which, even with the increasing chance of overlap with each additional user, should be quite enough for almost any blog.

Das ganz kann in schwarzweiß etwa so aussehen:

identicon

Die Installation ist denkbar einfach – Plugin-Folder hochladen und den darin enthaltenen Subfolder identicon Schreibrechte am Server geben (unter Linux via chmod). Konfigurieren lassen sich alle Einstellungen unter “Settings/Einstellungen -> Identicon”. Hier wählt man die gewünschte Bildgröße und wahlweise eine fixe Farbe bzw. ein Farbspektrum für Vorder- und Hintergrundfarbe. Außerdem lässt sich hier bestimmen, ob die Bilder automatisch eingefügt werden sollen, oder man den Code lieber händisch ins Template integrieren möchte. (Praktisch, falls man zusätzliche CSS-Formatierungen, z.B. ein float-Attribut oder eine border einbauen will.)

Stellt man Farben bzw. Anzahl der Formen oder die Größe um, muss anschließend der Cache gelöscht werden – die Bilder legt Identicon im erwähnten Subfolder ab. Großartige Idee, denn so bekommt jeder Kommentator a Büdl, (wie man in Wien sagt) – und dank der flexiblen Farb- und Größenanpassung sollten sich die Identicons problemlos in jedes Template-Design integrieren lassen.

Blogbeiträge bebildern mit Pixelio

pixelioNeben FlickR existieren mittlerweile zahlreiche Online-Bilddatenbanken – und vermutlich hat so ziemlich jeder Blogger seine Vorlieben. Ein altes chinesisches Sprichwort aber sagt: “Wer spätere Abmahn-Kosten will vermeiden, sollte bei reprofreiem Bildmaterial bleiben.” Und genau dafür hat sich bei mir Pixelio bisher bestens bewährt.

pixeliosucheWer hat schon das passende eigene Digitalfoto für jede Situation bereit? Da ein Bild bekanntlich mehr sagt als tausend Worte und bunte Pixel Abwechslung in digitalen Bleiwüsten verschaffen, gilt für Blogs das gleiche wie für jede Zeitung: Bilder verschaffen Aufmerksamkeit und regen zum Lesen des Artikels an. Die Zeit, als man für Pressefotos Bares bei Agenturen einwerfen musste, ist glücklicherweise weitgehend vorüber, denn viele Online-Gallerien bieten die Möglichkeit, gezielt nach sogenannten “reprofreien”, also kommerziell verwendbaren, Fotos zu suchen. Ich bin seit längerem großer Fan der deutschen Foto-Community Pixelio. Das hat mehrere Gründe, in erster Linie finde ich allerdings die Profi-Suche sehr gelungen – denn sie erlaubt nicht nur thematische Anfragen, sondern auch die Suche nach bestimmten Größen und Farben.

Weiters finden sich auf Pixelio kaum Amateurfotos aus der Liga “privates Album” – der Profi-Bildanteil ist ausgesprochen hoch. Die erwähnte Profi-Suche erlaubt neben der Eingabe von Schlagwörtern zudem auch die Wahl einer bestimmten Farbe inklusive einer Toleranzschwelle: äußerst praktisch für Designer und Illustratoren, die passende Fotos zu einer bestehenden Farbwelt suchen. Der “Leuchtkasten” fungiert als persönliches Album, die Detailseiten der einzelnen Fotos enthalten neben Informationen über Fotograf, Bildgröße und Lizenztyp auch jeweils das zugehörige EXIF-Histogramm.

Zwar lässt sich die gesamte Sammlung frei durchstöbern, wer Pixelio allerdings ernsthaft nutzen möchte, kommt um die Gratis-Registrierung nicht herum – denn die ist erforderlich, um Fotos in hoher Auflösung herunterladen zu können.

Kommerzielle Nutzung?

Pixelio unterscheidet zwischen der Freigabe für redaktionelle oder kommerzielle Nutzung. Bei Publikationen, die rechtlich den Status eines (Massen)Mediums genießen, ist die Sache eindeutig – im Fall von Blogs allerdings bezweifle ich, dass die redaktionelle Freigabe in allen Fällen ausreicht, denn die Grenzen zwischen Berichterstattung und Werbung sind Online noch fließender als am Papier.

Ebenfalls zu beachten gilt das sogenannte “erweiterte Bearbeitungsrecht” – gemeint sind damit Bildmanipulationen sinnverändernder Art. Im Gegensatz zu normalen Bildoptimierungsmaßnahmen (z.B. Kontras-Einstellung, Farbbalance etc.) dürfen erweiterte Veränderungen nur bei expliziter Erlaubnis vorgenommen werden:

Das erweiterte Bearbeitungsrecht ist das Recht, das Bildmaterial unter Verwendung analoger, digitaler oder sonstiger Bildbearbeitungsmethoden zu bearbeiten, umzugestalten, zu kürzen, zu teilen, auszuschneiden, mit anderen Produktionen oder Produktionsstellen oder sonstigen Werken und Leistungen zu verbinden.

Mit der Profi-Suche kann das Ergebnis auf die beiden Parameter “kommerzielle Nutzung” und “erweitertes Bearbeitungsrecht” angeben, zusätzlich verlangt Pixelio einen Verweis auf Herkunft und Fotografen-Name:

Der Nutzer hat in für die jeweilige Verwendung üblichen Weise und soweit technisch möglich am Bild selbst oder am Seitenende PIXELIO und den Urheber mit seinem beim Upload des Bildes genannten Fotografennamen bei PIXELIO in folgender Form zu nennen: © Fotografenname / PIXELIO
Bei Nutzung im Internet oder digitalen Medien muss zudem der Hinweis auf PIXELIO in Form eines Links zu www.pixelio.de erfolgen.

Sollte für Blogger kein Problem sein – ob man die Fotocredits direkt unters Bild schreibt oder in einer Fußnote am Ende des Artikels unterbringt, spielt keine Rolle. Wer bei der Bildsuche auf reprofreie Fotos achtet, findet bei Pixelio dennoch eine riesige Auswahl an professionellen Motiven aus allen erdenklichen Themengebieten – und befindet sich in punkto Urheberrecht auf der sicheren Seite.

MiX Essentials: Microsoft lädt zum Showcase

ASP.NET wird unter Webentwicklern immer beliebter, und mit Silverlight steht eine interessante Alternative zu Adobes Flash in den Startlöchern. Einen Überblick über aktuelle Webtechnologien und passende Einsatz-Szenarien gibt Microsoft Österreich im Rahmen der Veranstaltung MiX Essentials.

Zum Showcase ist jeder Interessierte eingeladen – anmelden kann man sich selbst unter diesem Link, dazu ist lediglich ein Live-Konto erforderlich, die Teilnahme an der Veranstaltung ist gratis. Über die Bühne (bzw. über die zwei parallelen Bühnen, denn nach der Keynote Speech finden jeweils 2 Vorträge zugleich statt) geht der MS-Day im Siemensforum, Dietrichgasse 25, 1030 Wien. Ich werd’s wohl nicht schaffen, von Beginn an vor Ort zur sein, aber speziell die die “Silverlight for Designers” Präsentation von Paul Dawson möchte ich ungern versäumen.

Programm:

09:00-10:00 Keynote
10:15-11:30 Mario Szpuszta (Microsoft): Entwicklung moderner Web Anwendungen mit ASP.NET 3.5 / Paul Dawson (Conchango): Virgins, Spaceships & Total Experience Design
12:00-13:15 Rémy Pairault (Microsoft): Take the best Windows Live and make it yours. / August de Los Reyes: A Design Vision for Microsoft Surface: Predicting the Past
14:00-15:15 Max Knor (Microsoft): Smart-Web-Clients mit Silverlight 2.0 / Paul Dawson (Conchango): Expression & Silverlight for Designers
15:45-17:00 Max Knor (Microsoft): Windows Presentation Foundation / Helge-Wernhard Süss (Siemens): Delivering International User Experience

Twitter Szenarien und Tipps

Als ich vor knapp zwei Jahren meinen ersten Twitter-Account angelegt habe, wusste ich noch nicht so recht, was genau ich denn eigentlich mit diesem Short Message Service anfangen soll. Inzwischen hat sich das Web 2.0 rasant weiterentwickelt – und die Einsatzszenarien werden immer vielfältiger.

Zum einen wollten immer mehr Seiten wissen, was ihre User gerade so treiben: sogar Xing hat mittlerweile das Facebook-Status-Update kopiert. Aber wozu auf x Seiten immer das gleiche Gsatzerl reinschreiben, wenn Twitter ganz hervorragend als zentraler Einzeiler-Aggregator funktioniert?

Für Facebook existieren ebenso wie für WordPress bereits diverse Plugins, mit denen sich die Tweets mehr oder weniger elegant ins eigene Profil respektive Blog integrieren lassen und mit Twhirl steht ein Desktop-Client für Mecks und PCs zur Verfügung, mit dem man komfortabel mehrere Accounts bespielen kann. Der Grundstein zum eigenen “Twitter-Imperium” wäre damit bereits gelegt; in den letzten Tagen hab ich ausgiebig recherchiert und ein paar recht brauchbare Tools gefunden, die ich der werten LeserInnenschaft keineswegs vorenthalten möchte.

Twitter und WordPress

Die einfachste Form, Twitter in die eigene Seite zu integrieren, besteht in der Einbindung eines Code-Snippets, welches die aktuellste Short-Message anzeigt. Dazu sind gar keine externen Werkzeuge nötig, besagtes Snippet kann man sich bei Twitter direkt auf der eigenen Profilpage abholen – wahlweise auch als Flash-File. (siehe rechte Menüspalte “Put your updates on your site!”)

Aber natürlich geht’s auch viel komplizierter, oder, wie wir Webzwei-Nullen Nuller vorzusgweise sagen, elaborierter. Zum Beispiel könnte man Alex Kings Twitter Tools an Bord holen damit in zwei Richtungen synchronisieren: einerseits postet das Plugin auf Wunsch jeden neuen Blogbeitrag als Twitter-Message samt Tinyurl-Link zur Originalstory. Aber es geht auch anders rum: wer möchte, kann jede einzelne Twitter-Message als Blogbeitrag anlegen lassen.

Für die meisten BloggerInnen dürfte diese Variante allerdings wenig Sex-Appeal besitzen… massiv viele 140-Zeichen Berichte machen bekanntlich noch keinen Blogsommer. Trotzdem lassen sich mit der Autoposting-Funktion lustige Dinge anstellen, wenn man folgendermaßen vorgeht:

  1. Eine neue, leere Kategorie für die Twitter-Postings anlegen
  2. Diese bei den twitter-Tools als Posting-Kategorie einstellen.
  3. Anschließend besagte Kategorie von der Startseite, vom Archiv etc. exkludieren

Et voila: schon hat man alle eigenen Tweets in der WP-DB rumliegen, den passenden RSS-Feed dazu und kann in weiterer lustige Schweinereien anstellen – dafür braucht’s nicht mal besonders viel (SEO) Fantasie…

Twitter und Facebook

Da geht ebenfalls einiges – Facebook User können auf ganze Latte von Applikationen zurückgreifen; aber das mühsame Durchforsten des App-Verzeichnisses kann man sich sparen: Twittervision ist der heiße Scheiß: die Lokalisations-Erweiterung für Twitter ist sauber umgesetzt, lässt sich als kleine Box in der linken Profilspalte oder als große in der mittleren einfügen und – am allerwichtigsten – schickt Updates an den Facebook-Feed, sodass neue Tweets auch brav in der Timeline auftauchen.

Twitter und der lokale Desktop

twhirl, seines Zeichens multi-account fähiger Twitter-Client für den Desktop, setzt auf Adobes Air-Umgebung auf und verwaltet beliebig viele Twitter-Identitäten. Mit anderen Worten: die guten alten Facebook Fake Personae bekommen zu allem Überfluss auch noch einen Twitter-Account.

Twitter und das Hendi

Natürlich kann man Twitter via SMS beschicken; das ist schließlich Sinn und Zweck der Übung. Auf Smartphones mit beispielsweise Windows Mobile können allerdings Viel-Twitterer, die über kein SMS-Package verfügen, auch jeden gTalk fähigen Client verwenden: denn via Googles Instant Messenger lässt sich Twitter ebenfalls füttern; man trägt einfach nur den eigenen Account als Kontakt ein, und schon fallen die SMS-Gebühren unter den Tisch. Im Rahmen meiner persönlichen Machbarkeitsstudie hab ich mich für das exzellente Freeware-Programm OctroTalk entschieden, das für verschiedene Handy-Betriebssysteme verfügbar ist.

Selbstverständlich will die obige Aufzählung keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erheben, sondern bloß einen ersten Überblick über die Möglichkeiten der Twitter-Integration ins eigene kommunikative Setup bieten. Natürlich gibt’s noch viele weitere Anwendungsmöglichkeiten – über Tipps und Anregungen freu ich mich natürlich, und daher möchte ich dieses Posting mit einer Frage beenden: LiebeR datenschmutz LeserIn, wie verwenden Sie Twitter?

ds Videopodcast #2: WordPress und das nofollow-Attribut

Das nofollow-Attribut wurde von Google eingeführt, um die gezielte Beeinflussung des Pagerank-Algorithmus durch Spammer zu erschweren. Dabei kann sein Einsatz durchwegs kontraproduktiv sein – im zweiten Videopodcast gibt’s für WordPress-Blogger dazu einige Anregungen.

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Links: Für WordPress exisitieren verschiedenste Plugins, die nofollow entweder ganz abdrehen oder gezielte Einstellungen erlauben: WP-Nofollow, Dofollow und Nofollow Case-by-Case gehörten zu den beliebtesten Lösungen.

An Feedback und Themenwünschen für zukünftige Folgen bin ich natürlich sehr interessiert! In diesem Sinne: schönen Blog-Wochenbeginn.

WordPress-Plugin: Threaded Comments

Aus klassischen Internet-Foren kennt man die sogenannte “Threaded Ansicht” von Kommentaren: mit Einrückung bzw. Rahmen werden dabei direkte Antworten gekennzeichnet. Auf Blogs dagegen ist der “flat view” üblich, das heißt, alle Kommentare stehen untereinander ohne visuelle Kennzeichnung der verschiedenen “Ebenen”. Mittels eines unfassbar leicht zu installierenden Plugins lässt sich das ändern.

Blogartikel, die viele Backlinks haben und in Google gut indiziert sind, werden häufig über einen langen Zeitraum aufgerufen. Will ein User auf einen früheren Kommentar antworten, so verwendet er in der Regel @Username, um sich auf den betreffenden Eintrag zu beziehen. Eleganter geht’s mit WordPress Thread Comment Plugin. Nicht abschrecken lassen von den asiatischen Schriftzeichen – aktivieren, Optionen einstellen und das war’s. Etwas mehr Beschreibung gibt’s im offiziellen Plugin-Repository, hier der direkte Download-Link.

Die Übersetzung wurde mit heißen Nadeln gestrickt, das macht aber nix: einfach entzippen, den Ordner ins Plugin-Verzeichnis hochladen und anschließend in den Optionen die gewünschten Einstellungen vornehmen. Wesentlich dabei ist die Thread Comment Depth: hier bestimmt man, wie viele Ebenen erlaubt sind, stellt also die Thread-Tiefe ein. Die Voreinstellung “3” hat sich bei mir übrigens als recht praktikabel erwiesen.

Ebenfalls relevant: die HTML- und CSS-Codes für die eingerückten Kommentare: hier lassen sich Borders, Einrückungen etc. frei verwenden, dabei kann sogar php-Code zum Einsatz kommen. Benachrichtigungsfunktionen via E-Mail integrierte der Autor ebenfalls – sinnigerweise lässt sich hier einstellen, ob eine Mail bei jeder oder nur bei direkten Antworten auf den eigenen Beitrag gesendet werden soll.

Frontend-seitig blendet das Plugin unter jedem Kommentar einen Link mit dem Namen “reply this comment” (wie gesagt – die Übersetzung ist verbesserungsbedürftig) ein, nach dem Mausklick erscheint das – via Zauberei Ajax dynamisch an der richtigen Stelle eingeblendet – Kommentarformular. Nach dem Absenden erscheint der Kommentar, so formatiert wie in den Optionen eingestellt, als direkte Antwort auf den Beitrag, dessen “direkt antworten” Link angeklickt wurde. Ist viel einfacher als es klingt… hier sieht man das Plugin am Werk.

Wording für direkte Antwort ändern

Den Text-String “reply this comment” kann man nicht über die Optionen-Seite ändern. Wer hier ersatzweise “direkt antworten” oder ähnliches einfügen möchte, editiert die Datei wp-thread-comment.php und sucht nach dem String reply this comment, der bei der aktuellen Version in Zeile 369 zu finden ist. Diesen String ersetzt man durch die gewünschte Formulierung; hier können auch HTML-Tags zum Einsatz kommen, z.B. “small”.

Ebenfalls relevant: wird das Plugin irgendwann mal aktiviert bzw. entfernt, werden keinerlei Kommentare zerschossen. Die Beiträge stehen dann einfach wieder in linearer zeitlicher Abfolge genau so da, wie vor der Installation.

Fazit: als alter Forenleser weiß ich die Vorteile der “threaded” Kommentaransicht (meines Wissens gibt’s da keinen adäquaten deutschsprachigen Begriff dafür) sehr zu schätzen; es gibt andere Plugins, die jedoch sehr viel Herumpfriemeln im Template-Code erfordern, während WordPress Thread Comment den gestressten Blogger mit One-Click Komfort erfreut. Herzlichen Dank den Autor für die tolle Arbeit!

Barcamp Vienna im WerkzeugH

barcamp viennaBevor es am 2./3. Februar gen Westen zum Senza Confini geht, laden Helge und Michael ins Wiener WerkzeugH zur eintägigen Unkonferenz. Knapp 60 Participants – bei Barcamps sind Lurker bekanntlich unerwünscht, stattdessen sind alle Besucher aufgefordert, sich selbst möglich aktiv ins Geschehen einzubringen – umfasst die Anmeldeliste bisher.

Soweit ich sehe, gibt sich die Wiener Bloggerszene nahezu geschlossen ein Stelldichein, von Hannes über Dani bis zu O. Nitz im Doppelpack (Oliver und Olaf). Die Themenliste verspricht einige interessante Vorträge, wie gewohnt deckt die Veranstaltung ein breites Spektrum zwischen Nerdcore und Kommerzutopien ab: unter anderem spricht Valerie Hackl über Social Entrepreneurship, Hannes promoted Blögger und Jana Herwig widmet sich dem Digital Storytelling. Wer immer schon mal stolzer Zertifikat-Early Adopter sein wollte, registriert sich bei CAcert und hat dann die Möglichkeit, sich vor Ort mit Lichtbildausweis bestätigen zu lassen, dass Schein und Sein zu einem hohen Grad deckungsgleich sind. Oder der zumindest der Ausweis gut gefälscht ist.

Das WerkzeugH befindet sich noch immer in der Schönbrunnerstraße 61 im 5. Bezirk, unser Essen und unsere T-Shirts bezahlen System One und freewave, muchos gracias.

Rating-Plugin für d/s: Quantifizierung muss sein

Die Illusion der Präzision durch die Übersetzung komplexer Sachverhalte in simple Zahlen bescherte uns schon so manches schöne Zitat: bereits Winston Churchill wollte keiner Statistik trauen, die er nicht selbst gefälscht hatte. Dennoch sind Votings und Ratings ein fester Bestandteils des Zweitgenerationsweb – deswegen und trotzdem gibt’s ab sofort Artikelvotings auf datenschmutz.

Mal gucken, ob die verehrte Leserschaft (ja, Sie sind gemeint!) damit was anzufangen weiß – auf der Startseite im blauen Balken unter der Überschrift bzw. in der Einzelartikelansicht am Ende des Textes finden sich die gar nicht ominösen 5 Sternderl. Bewerten kann jede/r, Registrierung und/oder Login sind (genauso wie fürs Kommentieren) nicht erforderlich. Dank Ajax wird das Ergebnis ohne Reload sofort nach dem Klick auf die gewünschte Wertung angezeigt – man sieht dann auch gleich, wieviele BesucherInnen bereits abgestimmt haben.

WordPress Plugins: WP-PostRatings

Möglich macht’s ein Plugin von Lester Chan, der für einige meiner Lieblings WP-Plugins verantwortlich zeichnet, gefunden habe ich WP-PostRatings über das WordPress.org Plugin Directory. Installation und Konfiguration gehen schnell von der Hand – lediglich eine zusätzliche Codezeile muss an die gewünschte Stelle im single.php bzw. index.php Template-File eingefügt werden, um die Ratings zu aktivieren.

Die Rating-Abstufung, die Grafiken sowie die angezeigten Texte sind übers Backend sehr flexibel konfigurierbar, ein mitgeliefertes Widget ermöglicht die Anzeige der am höchsten bewerteten Artikel im Sidebar. Um diese “Topliste” sinnvoll zu nutzen, müssen allerdings erst entsprechend viele Votings gesammelt. In diesem Sinne freu ich mich über jede Stimme und bin neugierig auf die Ergebnisse, ob gefälschte Statistik oder nicht: Zahlen vermitteln immer ein (ungerechtfertigtes) Gefühl der Objektivität :-)

LaFraise: neue Designershirts zu Diskonterpreisen

Eigentlich dienen Trigami-Reviews dazu, ein Produkt oder Service bei BlogleserInnen bekannter zu machen. Seit meinem LaFraise Review bin ich allerdings selbst Stammkunde beim französischen T-Shirt-Dealer – kein Wunder, denn immerhin bekommt man hier limitierte, super-fette T-Shirt Designs zu Diskonterpreisen.

LaFraise ist der größte T-Shirt Wettbewerb Europas: Designer können ihre Vorschläge laufend einreichen, die User stimmen über die beliebtesten Designs ab. Jedes Shirt bleibt auf 500 Stück limitiert, die ausgewählten DesignerInnen erhalten pro gedruckten Shirt EUR 1.000,-

Die Qualitätsstandards sind hoch, sowohl beim Rohmaterial (gedruckt wird ausschließlich auf American Apparel Textilien) als auch beim Druckverfahren selbst: die Shirts von meiner ersten Bestellung sehen nach zahlreichen Wasch- und Bügeldurchgängen immer noch aus wie neu. Die Mehrheit des Sortiments kostet EUR 22,- pro Stück, meist sind aber auch einige verbilligte Exemplare verfügbar, die dann grade mal 11 Euros kosten. Descendant nennt Designer Leadfoot seine aktuelle Kreation, definitiv mein Favorit in der aktuellen Kollektion:

Descendant

Da ist wohl demnächst wieder mal eine Bestellung fällig… kann ja nie schaden, uns dran zu erinnern, von wem wir laut Papa Darwin abstammen!

Die Soup.io ist angerichtet

soup.ioIn jüngeren Jahren war ich nicht gerade versessen auf Omas Gemüsesuppen. Damals wusste ich die handverlesene Mischung leckeren Tiroler Gartengemüses eben noch nicht gebührend zu schätzen. Mittlerweile hat sich meine Vorliebe für flüssige Nahrung auch auf diverse Gemüse-Eintöpfe ausgedehnt, denn was eine gute Suppe auszeichnet, ist die Mixtur der Zutaten. Die beiden von YEurope! betreuten Gründer hätten daher keinen besseren Namen für ihr Projekt wählen kann als soup.io.

Paul hat mir Soup.io am Barcamp vorgeführt. Die Idee lässt sich besser herzeigen als erklären: im Grunde handelt es sich um einen super-simpel zu bedienenden Aggregator, der verschiedenste Informations-Schnipsel zusammensammelt. Die rekrutieren sich einerseits aus verschiedenen Social Media Services wie del.icio.us oder Digg und andererseits aus Video/Bild/Text-Teilen, die man hochlädt oder direkt verlinkt. Das Design ist mit wenigen Mausclicks angepasst, außerdem erlaubt das geniale Interface die Verwendung einer custom-URL in null komma nix – dazu muss man allerdings selbst Zugriff auf die CNAME Einträge der gewünschten (Sub)Domain haben.

Ich hab gestern meine datenschmutz Suppe angerichtet – das dauerte danke Digg-Import gerade mal 2 Minuten. Die Stärke der Applikation liegt zweifellos im genial einfachen Interface – Bloggen für Leute mit Schreibabneigung, sozusagen. Schauen Sie sich das mal an: einen so smarten öffentlichen Notizzettel hab ich noch nie gesehen. Bedienung kinderleicht, Funfaktor hoch. Derzeit ist die Community-Größe noch sehr überschaubar, sobald die Suppentöpfe voller werden, bieten sich viele Varianten der Rekombination und persönlichen Filterung an. Ein Friends-System und Kommentare sind bereits integriert, für die nächsten Monate haben sich die Entwickler noch zahlreiche Erweiterungen vorgenommen. Mahlzeit!

ritchie’s Suppe auf soup.io

Design Gangsta Number 1

Bevor sich Markus auf den Weg in den Urlaub macht, gibt er uns noch diese Perle mit – multi-page Layouts is for true design gangstaz!

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Y’all heard it: turn those guides on, son! Da wart ich doch nur drauf, bis Janelle Batkins, Jenni Carlson, Nan Goldin, Wendie am Schweikert und Allena Ward eine Teen-Group nicht näher bestimmten Geschlechts gründen und den “Google Trend Gangsta” Rap auf Kathleen Deckers Halo-Label releasen.

Den goldenen Schnitt berechnen

b verhält sich zur Gesamtlänge a wie a zur Gesamtlänge a+b. Oder anders gesagt: a/b = (a+b)/b bzw. a/b = 1,628033989. Oder ausführlicher: zwei Strecken bilden einen GS, wenn sich die größere zur kleineren verhält wie die Summe aus beiden zur größeren.

Sehr viel genauere Informationen zum Thema gibt’s hier, wer aber nur mal eben schnell ein Teilungsverhältnis für sein Seitendesign berechnen möchte, der ist beim GS-Rechner an der richtigen Adresse: eine der drei größen (a, b oder a+b) muss eingegeben werden, die restlichen Werte gibt’s auf Knopfdruck.

Ein paar fest verdrahtete Synapsen scheinen nämlich zu bewirken, dass die meisten von uns homimi sapientes dieses Teilungsverhältnis als besonders angenehm empfinden – zumindest zieht es sich wie ein goldener Faden durch die Kunst- und Architekturgeschichte. Die Wikipedia formuliert das ganz treffend:

Ein möglicher Grund für die Beliebtheit des Goldenen Schnittes ist in seinem hohen Grad an Irrationalität zu sehen. Das bedeutet, dass er sich von allen Verhältnissen kleiner ganzer Zahlen, wie beispielsweise 2:3 oder 3:4, deutlich abhebt, was in bestimmten ästhetischen Zusammenhängen erwünscht sein kann.

Ein irrationales Teilungsverhältnis, das ein Gefühl der Wohlproportioniertheit hervorruft – sowas kann beim Webseitendesign wohl nie schaden.

Deutsche Piraten Newcomer Blogcharts

Die deutschen Piraten Blogcharts haben für ein hinlänglich bekannte Erregung gesorgt, die sogar in einer Warnung vor dem äußerst gefährlichen Max und meiner nicht minder zwielichtigen Person gipfelte. Doch wie bereits angekündigt war unser Stunt erst der Beginn einer Reihe von Spielereien mit dem Thema Relativität von Toplisten – und wir präsentieren stolz unser zweites Chart Baby, die deutschen Piraten Newcomer Blogcharts.

Wie innerhalb Blogistans inzwischen wohl hinlänglich bekannt ist, werten unsere Charts die Technorati Backlinks aus und erstellen daraus eine Reihung. Wir filtern Aggregatoren aus sowie Seiten, die eindeutig keine Blogs sind – das ergibt eine Reihung der meistverlinkten deutschsprachigen Weblogs. Ursprünglich entstanden die Piratencharts als Reaktion auf Jens’ Topliste – er geht ähnlich vor wie wir, mit einer Ausnahme: unliebsame, durch Blogketten bzw. rein auf Verlinkung abzielende Backlinks werden mehr oder weniger willkürlich abgezogen. Das fanden wir ein wenig intransparent und haben sozusagen als fröhliche-praktische Kritik unsere eigenen Piratencharts ins Netz gestellt.

newcomer blogcharts

Aber mit unserer hübschen Domain haben wir noch einiges vor – dieser Tage ging unsere zweite Topliste online. Die Newcomer-Charts featuren ganz neue Blogs, die noch keine Backlinks haben; Sinn und Zweck der Aktion zitiere ich einfachheitshalber aus den FAQs:

Die halbe Menschheit beschwert sich darüber, dass die bekannten Blogs immer bekannter werden, die unbekannten aber kaum eine Chance bekommen. Diese Liste soll neuen und völlig unbekannten Blogs eben diese Chance geben. Sie ist damit das direkte Gegenteil der Deutschen Piraten Blog Charts, in der nur die “Top Blogs” aufgeführt werden.

Wie entsteht die Reihung?
Ca. alle 15 Minuten werden die Technorati-Rankings automatisiert abgefragt; da Technorati keine Sprach-Abfrage anbietet, parsen wir bestimmte häufige Wörter, um die deutschsprachigen Blogs auszufiltern. Aus dieser Liste rekrutieren sich die aktuellen Newcomer. Unter Newcomern verstehen wir Blogs, die keine Autorität bei Technorati besitzen (Authority 0) und einen neuen Blogbeitrag beinhalten. Der Blog mit dem neusten Beitrag ist folglich der Blog auf Platz 1.

Warum war ich Gestern dabei und bin heute nicht mehr drin?
Da wir Technorati immer mit allen Blogs aus der Liste des Vortags pingen, erhält so jeder Blog automatisch seinen ersten Autoritäts-Punkt. Hat er diesen Punkt erhalten, wandert er automatisch soweit nach unten, dass alle Blogs mit Autorität 0 vor ihm gelistet werden. Außerdem kann es dazu kommen, dass andere Blogger Deinen Blog in dieser Liste hier gefunden und daraufhin bei sich verlinkt haben.
Voila, wieder ein Punkt mehr bei Technorati!
Und mach Dir keine Sorgen, früher oder später wirst Du dann ja in den Deutschen Piraten Blog Charts auftauchen…

Mit anderen Worten: eine Transitstation auf dem Weg zum ersten Backlink und eine schneller Überblick über deutschsprachige Neugründungen am Blogsektor – Max hat das ganz leiwand programmiert, wie wir prinzipiell verdächtigen Schurkenstaatbewohner sagen, und Francis, ebenfalls mit an Bord, ist als Inselbewohner nicht minder verdächtig.

Draußen nur Kännchen hat unseren Newcomer bereits entdeckt – Tenor:

Obwohl ich von Top-Blog-Charts nicht halte, finde ich dass die “Deutsche Piraten Newcomer Blogcharts” für die neuen Blogs eine Sinnvolle Einrichtung sind, die ich sicherlich mit Interesse weiter verfolgen werde.

Danke für den Beitrag! Und wie gesagt: wir werden uns weiter mit dem Thema “Aggregation aus Piratensicht” beschäftigen… wer Lust hat, mit zu planen und auf den Weltmeeren Blogistans unter Piratenflagge zu segeln, die/der sagt einfach Bescheid und bekommt von mir eine Einladung zu unserer Homebase blogpiraten.com.

Subvertandprofit: gute Idee, schwach umgesetzt

subvertandprofitJeremys Businessideen entstehen gemeinsam mit php-Guru Dillsmack. Ich hab von Ruby und Rails keine Ahnung und arbeite gemeinsam mit Bernd an Dark Secret Media Technologies. Anders gesagt: ohne fitten Coder ist sowieso jedes New Media Start-Up vorweg zum Scheitern verurteilt. Und so gut ich die Idee an sich finde, so schlampig ist Subvertandprofit.com umgesetzt.

Wie bereits an anderer Stelle beschrieben, bezahlt die Plattform ihre Agents für das Voten auf Digg und Stumbleupon. Eine smarte und kostengünstige Form für Advertiser, denn ein Platz auf der Digg-Startseite kostet nicht mal 100 Dollar. Advertiser sollten allerdings auch die passenden Stories zu erzählen haben – denn irgendwelchen Blödsinn nach oben zu pushen, hat erfahrungsgemäß eher kontraproduktive Auswirkungen.

Aus professionellem Interesse am Thema Social Media Advertising bin ich schon recht lange bei S+P registriert. Mein erstes Accountpasswort hab ich verloren. Retrieval-Funktion: Fehlanzeige! Der Support konnte mein Guthaben migrieren, die Referrals allerdings nicht. Ich würde mal meinen, da hat jemand ziemlich wenig Kontrolle über seine eigene Software. Den alten User stillzulegen überforderte die S+P Technik ebenfalls: seither bekomm ich halt alle Auftragsmails doppelt.

Aber nicht nur das: in letzter Zeit häufen sich Geistermeldungen: da heißt es “Subvert and Profit: we have a task for you” – und nach dem Einloggen präsentiert sich eine leere Aufgabenliste, und zwar nicht etwa mit einigen Stunden Verzögerung, sondern direkt nach Erhalt des Mails.

Dazu passt auch ganz gut, dass die Plattform häufig nicht erreichbar ist und laut Aussage des Supports der Erhalt eines Mails weder einem tatsächlichen Auftrag entspricht, noch könne man garantieren, dass bei Erhalt eines Auftrags ein Mail verschickt wird. Hört sich arbiträr an, ist es auch. Wundert mich, dass noch niemand die Sache ordentlich angeht – bis dahin bleibt Subvertandprofit.com jedenfalls der einzige Testcase für Social Media Manipulation.

Karneval: SEO, das unerkannte Wesen

Der Herr Fachinformatiker ruft zum Blog-Karneval auf und möchte wissen “Was bedeutet SEO für dich?” Eine untriviale Frage, denn zwischen White- und Blackhat ist so ziemlich alles möglich.

Aber mal grundlegend: Suchmaschinenoptimierung beginnt beim Konzipieren einer Seite. Wer aus monetären Gründen bloggt, wird sich gut überlegen, für welche Zielgruppe er sein Angebot wie gestaltet. Weiter geht’s mit der richtigen Webserverkonfiguration, sauberem, validiertem Quellcode, den richtigen Metatags und ansprechend gestaltetem, einzigartigem Content. Und wo endet SEO? Das weiß niemand so genau – denn außer den aufgezählten “ehrlichen” Methoden existieren zahlreiche Hintertreppchen und evil tricks, die Seiten in den Ergebnissen der Suchmaschine(n) pushen sollen.

Blackhat und Whitehat-SEO: whitehat blackhat (von GreenSmilies.com)

Von praktischer Bedeutung sind dabei vorwiegend Tante Gugl, Onkel Yahoo und der vorwiegend in Amerika lebende Neffe MSN. Wenn’s mit diesem Trio klappt, dann funktioniert es idR auch mit allen anderen Suchmaschinen. Alle drei Kandidaten, insbesondere das große G, haben ein Interesse daran, jene Seite möglichst weit vorne zu listen, die für User interessant sind. Affiliate Marketeers dagegen wollen ihre Linkfarmen pushen und möglichst viele Besucher auf ihre eigentlich gar nicht so besonders attraktiven Seiten locken.

Solange sich der Webmaster am Besucher orientiert und lediglich für die technischen Grundlagen sorgt, die erforderlich sind, um eine Seite zu optimieren, könne man genau genommen noch gar nicht von SEO sprechen, so der Tenor vieler Whitehats. Dort jedoch, wo Links nur platziert werden, um Suchmaschinen Relevanz vorzutäuschen, beginnt das weite Feld der SEO-Manipulation. Die Linkmieterei, die sich in den letzten Monaten dank Anbietern wie Text-Link-Ads und Linklift für viele Blogger sogar zu einem wesentlich profitableren Geschäft als Adsense entwickelt hat,

Meine persönliche Meinung zu SEO

Ich kann den Experimentalcharakter dieser Seite nur betonen. Geschätzte 10 Prozent meiner Blog-Zeit verbringe ich mit Tätigkeiten, die entweder direkt oder indirekt der Suchmaschinenoptimierung dienen – aber eben nicht nur. Die Grenzen sind ja bekanntlich fließend: während Kommentare ohne erkennbaren Sinn und Zweck als Spam bezeichnet werden, bringen ja auch konstruktive Beiträge Linklove – sogar online-Kommunikation über Blogs hat also gewisse SEO-Aspekte.

Ich bekomme allerdings – glücklicherweise – nur 50% meiner Besucher über Suchmaschinen, was mich nicht besonders abhängig macht von den nachdrücklich durchgesetzten Vorstellungen G’s, wie denn eine Webseite gefälligst zu funktionieren hat. Dass Algorithmen nie perfekt filtern, liegt in der Natur der Sache – und sowohl die Counter-Measures als auch die Tricks der Blackhats werden immer avanciert. So wie ich die Sache einschätze, wird das Rennen wohl noch eine Weile weitergehen; hier auf datenschmutz werde ich mich jedenfalls auch in Zukunft auf validen Code, (hoffentlich primär für human readers) interessante Stories und die eine oder andere Social Bookmark konzentrieren. Die Vorstellung allerdings, dass sich alle Webmaster brav an sämtliche Vorgaben halten, ist eine Illusion: dazu wird mit Online-Werbung mittlerweile schon viel zu viel Geld umgesetzt… aber wer übertreibt, fliegt aus dem Index, dafür gibt’s inzwischen genügend Beispiele: also würd ich meinen, Grayhat-SEO ist in erster Linie eine Frage der persönlichen Risikobereitschaft.

Im Übrigen freue ich mich sehr über SEOigg, wo man täglich interessante Hinweise und Tipps zum Thema bekommt. Ein Keyword, das mir für datenschmutz übrigens besonders am Herzen liegt, ist Medienkultur; da hab ich’s bisher aber grade mal auf Gugl-Seite zwei, Position drei geschafft. Mal sehen, wie’s damit weiter geht.

Bisher ebenfalls mit an Bord beim Karneval: RSSjunkie, Korsti, Programmieren macht sexy und Baynado.

Social Tagging: Online-Experiment

somebody2tagTobias Kowatsch führt dieser Tage im Rahmen seiner Masterarbeit an der Hochschule Furtwangen ein Social Media Experiment durch: bei “I need somebody to tag” müssen zuerst einige Seiten bzw. Screenshots beschlagwortet werden, dann folgt ein Online-Fragebogen über die eigenen Tag-Präferenzen. Im großen und ganzen dreht sich’s dabei um die Thematik, ob vorgegebene oder selbst definierte Tags (Schlagwörter) zu bevorzugen sind. Als Zusatzmotivation verlost Tobias unter allen TeilnehmerInnen Amazon Büchergutscheine.

Bis zum 21. Juli läuft die Befragung, die Ergebnisse werden Ende Juli auf der Homepage präsentiert; siehe auch Dobchat. So beschreibt der Autor sein Forschungsinteresse in eigenen Worten:

Das Web-Experiment “Help, I need somebody to tag!” ist Teil meiner Thesis, in der ich kollaborative Indizierungs-Systeme wie Del.icio.us, Connotea oder CiteULike untersuche. Ziel dieses Experiments ist es, die Nutzung solcher Systeme durch Sie – den Anwender – besser zu verstehen und an Ihre Bedürfnisse anzupassen.

Wenn Sie an diesem Experiment teilnehmen, werden Sie zunächst mit einem Indizierungs-System vertraut gemacht, indem Sie Webseiten mit Tags (engl. für Schlagworte) versehen. Anschließend bewerten Sie dieses Indizierungs-System. Sie benötigen etwa 13 Minuten für die Durchführung des Experiments.

Ich hab natürlich mitgemacht – Hintergrund der ganzen Untersuchung ist offensichtlich das Thema selbst definierte Tags vs. vorgegebene Stichwortliste. Keine Ahnung, wie die Mehrheit der Internetnutzer dies sieht, ich persönlich brauche meine eigenen Tag-Schreibweisen ganz dringend: die Chance auf Wiederauffindbarkeit von Information (und dazu dient das Taggen ja primär) ist ganz einfach größer, wenn ich mein eigenes Wording und meine Systematik verwende.

Nicht hoch genug kann man in diesem Zusammenhang übrigens Michael Wöhrers grandioses Simple Tagging Plugin für WordPress (mittlerweile in den weiterentwicklerischen Händen von Amaury Balmer) loben: dank des Type-Ahead Features (bereits während man die ersten Buchstaben eintippt, präsentiert eine Pop-Up Box bestehende, passende Keywords) lassen sich verschiedene Schreibweisen des gleichen Begriffs sehr effektiv vermeiden.

Zukünftig sollen allerdings sowohl der ältere UTW (Ultimate Tag Warrior) als auch ST obsolet werden, da WordPress in der demnächst erscheinenden Version 2.3 Tagging bereits integriert haben wird. Ich kann nur hoffen, dass jemand daran denkt, eine Importer für Simple Tagging zu bauen und die neue Software ebenso komfortabel bedienbar sein wird.

Aber zurück zum Thema: Tobias erforscht wie oben beschrieben die Präferenzen der Online-User – im Fragebogen wiederholen sich einige Aussagen, Zwischenfragen ohne Bezug zur eigentlichen Thematik sollen wohl ebenso der Validierung dienen wie das mehrfache Abfragen der selben Aussage in verschiedenen Formulierungen. Ich konnte mich allerdings des Eindrucks nicht erwehren, dass der Aufbau der Fragen durchwegs suggeriert, eher für vorgegebene Tags zu votieren als für eigene; ich bin jedenfalls gespannt auf die Ergebnisse.

Zum Fragebogen

WP-Plugin: MyAvatars zeigt Userpics neben Kommentaren

Avatare neben den Kommentaren gestalten Diskussionen persönlicher und erhöhen den Wiederkennungswert. Mit dem passenden Plugin lässt sich das mybloglog-Icon aller User, die auf der beliebten Blog-Syndikations-Plattform registriert sind, neben jeder Wortspende anzeigen – ich hab MyAvatars hier auf datenschmutz soeben testweise eingebaut.

Praktischerweise unterstützt das Plugin auch gleich Gravatars. Der Service, der eigentlich recht vielversprechend begann, wurde nach gravierenden Hostingproblemen allerdings in ein Bezahlservice umgewandelt und hat gravierend an Beliebtheit eingebüßt. Mybloglog dagegen ist gratis, inzwischen sind auch sehr viele deutschsprachige Blogger dort registriert. Das Plugin selbst benötigt allerdings keinen Account, wie der Autor schreibt:

Tired of Gravatar? You can now use MyAvatars, a plugin that shows MyBlogLog’s avatars in your comments instead of Gravatar’s ones even if you’re not subscribed to MyBlogLog.com.

Falls jemand weder einen Gravatar noch ein mybloglog-Konto verwendet, wird wahlweise ein Platzhalterbild angezeigt. Um bei fehlenden Avataren die Anzeige komplett zu unterdrücken, kann man hier z. B. ein 1×1 Pixel großes, transparentes GIF eintragen. Die entsprechende Option editiert man in der php-Datei an dieser Stelle:

$default_IMG= "http://www.mybloglog.com/buzz/images/pict_none.gif";

Aussehen und Formatierung des Avatarbildes übernimmt die mitgelieferte CSS-Datei, die sich im Nu an die eigenen grafischen Bedürfnisse anpassen lässt.
Download bei Napolux

Kommentare strukturieren

Sehr interessant wäre ja außerdem Brian Meidells Threaded Comments Plugin. Auf einer “nackten” Installation lässt sich die Erweiterung dank an Kubrick angepasster comments.php-Datei ohne weiteres installieren. Das Plugin implementiert eine “threaded”-Struktur, wie man sie von Foren kennt: anstatt bloß linear zu antworten, können Diskutanten direkt auf ein früheres Posting antworten: die Diskussion wird entsprechend verschachtelt dargestellt, das sieht dann so aus wie hier.

Übersichtlich, quadratisch, praktisch – vor allem für Blogs, auf denen auch mal längere Diskussionen ins Laufen kommen. Ich hätte die strukturierten Antworten längst eingebaut, mit den diversen Bells-and-Whistles (Ajax Comments, Math Antispam etc.) und diversen Anpassungen gestaltet sich dieses Vorhaben allerdings nicht ganz untrivial und ich werd wohl meine Testinstallation bemühen müssen. Die Kombination des mybloglog-Avatar Plugins mit den Threaded Comments führt nämlich zu einer forumähnlichen Darstellung der Kommentare, und die Möglichkeit, direkt antworten zu können, ist eben speziell bei längeren Diskussionen äußerst hilfreich. Aufmerksam geworden auf die zwei Erweiterungen bin ich bei John Chow.

Heute Metanight 3, morgen Barcamp im WerkzeugH

On short notice: morgen um 10 steigt das erste Barcamp Vienna 2007. Unteilnehmer halten Unvorträge auf dieser Unkonferenz, undiskutieren locker über Unprojekte und im Anschluss gibt’s das eine oder andere Unbier. Geeklich aufwärmen kann man sich schon mal heute abend bei der Metanight #3.

Das wurde an dieser Stelle schon mal erwähnt, aber seitdem ist die Liste der TeilnehmerInnen um einiges länger geworden und umfasst nun rund fünfzig Namen. Die Session-Slots werden morgen früh koordiniert, natürlich kann man sich auch noch in letzter Sekunde anmelden – file under: Unanmeldefrist. Alle weitere Details gibt’s im Wiki, also bis morgen.

Metanight #3

Findet im Metalab beim Rathaus (Rathausstraße 6) statt – Nerdtalk wird auf Minimum reduziert, alle limbischen Systeme sind vor dem Betreten der Festivität auf Partymode zu stellen:

get-your-sneakers-in-motion party mit Cocktails, Beschallung durch four styles in %w{breaks, hip-hop, soul, funk, drum’n’bass} und internationaler Konnektivität. Shake or die!

Es spielen und singen G’stanzerl: Irina (doorbitch/female pressure), Dereck Foreal/Luis Figueroa (The Loud Minority), beelee / seybee / ssk (audiomedics) und Gaswerk (geheimer Special Guest, aber datenschmutz-Leser wissen mehr.) Der Eintritt ist frei, Happy Hour steigt von 21:00-22:30, das Ende ist offen und die Stunden danach werden vermutlich auch lustig. Mal sehen, ob jemand gleich durchmacht und dann direkt ins WerkzeugH fährt.