schräge Fundstücke aus dem Netz und dem richtigen Leben

Praterstern-Fahrradzähler-Geschichten: Die Gans im Kreisverkehr

Gestern ereignete sich am Wiener Praterstern wieder das alljährlich-traditionelle Ganslessen, selbstverständlich beim Gasthaus Hansy, denn dort gibt’s halt einfach das beste Gansi. Und weil so ein vergleichsweise fetter Vogel auch wieder abtrainiert werden will, habe ich nach dem Essen die Gelegenheit beim Rahmen gepackt und mich auf Andis riesiges Fahrrad geschwungen und ein bisschen was für die Wiener Radstatistik getan. Frei nach dem Motto: Christoph Chorherr ist krank, heute rodle ich den ganzen Tag über die Induktionsschleife.

Ich hab das Video übrigens auch in der Gruppe Radfahren in Wien gepostet. Dort treffen verhärmte, verschreckte Radfahrer (“Stell dir vor Franz, heute stand schon wieder eine Kiste Weizengrassaft mitten am Radweg!”) auf fröhliche Velocipeden, die dann solche Kommentare verfassen wie Al Ex:

Der Sinn dieser Zählstellen hat sich mir ohnehin noch nicht offenbart. Außer einer herzigen Spielerei, die durchfahrende Radler teilweise eh nicht zählt, dafür von solchen Kasperln wieder gegenmanipuliert wird, hat das Ding relativ wenig Sinn.

Ja, die Carbonrahmen fallen durch die Zählung. Aber fröhliche Harlekine wie unsereins machen das wieder gut – und wie schon Lao-Tzu wusste, und das, lieber Al Ex, möchte ich dir mitgebenauf deinen weiteren Lebensritt: Der wahre Sinn kann nicht erkannt werden.

Der lustige Lumpensammler – MedienWatchFailSatireSideBlog

Seit mir vor einigen Monaten auf der Triesterstraße im Vorüberfahren ein großformatiges Plakat unter die Augen kam, das Werbung für einen Kindergarten machte, ging mir der ohnehin schon lange im Hinterkopf gepflegte Plan, ein kleines Medien-Watch-Failblog zu starten, so gar nicht mehr auf dem Kopf. Dort stand nämlich sinngemäß sowas wie: “Sorgfältige Vorbereitung auf die Schule, Sprachunterricht”. Und wortwörtlich: “libevolle Betreuung”. Die gelegentliche Lektüre von Österreich, der geringsten aller Tageszeitungen, zwang mich in weiterer Folge förmlich, den Lustigen Lumpensammler zu starten: eine lose Zufallsfolge bemerkenswert devianter medialer Artefakte.

Arm ist das Internet an un- und freiwilliger Satire nun wahrlich nicht, und nichts stünde mir ferner, als der populären Facebook-Page Perlen des Lokaljournalismus oder gar meinem allerliebsten Satire-Blog, der Tagespresse, Konkurrenz machen zu wollen. Letzters schätze ich unter anderem oder womöglich gar in erster Linie deshalb so sehr, weil Autor Fritz Jergisch genau weiß, dass gute Satire nie allzuweit an der wirklich wahren Realität vorbeischrammen darf (großartig etwa: Umstrittenes Experiment: Facebook gab Nutzern das Gefühl, ein Sozialleben zu haben.

Die Perlen dagegen dokumentieren schwarz auf weiß gedruckte Flüchtigkeits- und/oder Betriebsblindheitsfehler, für die der Autor, selbst Journalist, durchaus Verständnis hat:

Jeder macht in seinem Beruf mal Fehler – nur: Bei uns Print-Journalisten stehen sie gleich in der Zeitung.

Solche Ausrutscher rücken ihren Urheber im besten Fall gar in ein sympathisches Licht und sind als “Hoppalas” oder “Out-Takes” auch in den elektronischen Medien längst fester Bestandteil des integrierten Metadiskurses. “Tool Time” (“Hör mal, wer da hämmer”) etwa zeigt solche Ausrutscher in jedem Outro. (Dass derlei massenmedial-intime Momente sich naturgemäß jeglicher Übersetzung entziehen, ist eine andere Geschichte.)

“Seht her, das sind ja auch alles nur Menschen!” lautet indes keineswegs die Botschaft des Lustigen Lumpensammlers. Nein, es geht nicht um verzeihliche Flüchtigkeitsfehler, sondern um Doppelbödigkeiten, boshafte Manipulationen und ausgesucht hirnlose Wortspenden. Nicht in der Tiefe und Ernsthaftigkeit, mit der sich Kobuk diesem bodenlosen Sumpf widmet, sondern mit boshaft ausgestrecktem Zeigefinger.

Aber über schwarzen Humor tanzen ist wie über Architektur lachen – also lesen Sie selbst und/oder schnappen Sie sich den RSS-Feed. Denn letztendlich ist der Lustige Lumpensammler nicht Schadenfroh, sondern ein klassischer Hofnarr alter Schule.

Und damit Schluss mit lustig – der zweite Teil dieses Artikels widmet sich ganz dem Thema “Wie ein Sideblog einrichten?” und damit ausschließlich an WordPress Bastler. Sie sind keiner? Dann gehen Sie bitte rasch weiter.

Sideblog: Technische Umsetzung

Unter einem Sideblog verstehe ich eine Art “Subressort”, dessen Artikel komplett von den übrigen Inhalten getrennt sind. Nun stellt sich natürlich die Frage: Warum nicht gleich eine neue Domain kaufen und ein frisches WordPress installieren? Die EU schreibt derzeit noch keine Obergrenze von Blogs pro Bürger vor, und allein aus SEO-Überlegungen heraus ist jede neue Domain mit originärem Content hochwillkommen. Alles richtig – in diesem Fall handelt sich’s um eine reine Geschmacksfrage. Ich poste großteils ausführliche Blogbeiträge, Shorties und Skurrilitäten will ich dennoch nicht aus dem datenschmutz-Universum verbannen – insofern war die Entscheidung in diesem speziellen Fall klar.

WordPress ist mittlerweile so flexibel, dass viele Wege zum Ziel führen, ein “Sideblog” anzulegen. Wie man’s im konkreten Fall angeht, hängt natürlich sehr stark vom eigenen Setup, sprich den aktiven Plugins und dem jeweiligen Theme, ab. Früher hätte man dazu im php-Code des verwenden Themes herumfuhrwerken, eigene Sub-Templates anlegen und die Trennung über verschiedene Kategorien und entsprechend angepasste WordPress-Loops abwickeln müssen.

Inzwischen geht’s weit komfortabler, denn seit etlichen Versionen beherrscht WordPress verschiedene “Content-Types”: Neben Blogbeiträgen und statischen Seiten verwaltet unser Lieblings-CMS also beliebig viele weitere “Inhalts-Arten”. Diese kreiert und verwaltet man entweder selbst händisch oder via Plugin (z.B. Custom Content Type Manger). Viele moderne Themes bringen aber bereits von Haus aus mehrere Content-Types mit, sehr populär sind etwa Portfolios.

Solche Content-Types eignen sich ganz hervorragen für ein oder mehrere Sideblogs. Man könnte die Trennung zwar auch über Kategorien vollziehen, doch das erfordert erstens nachträgliche Excludes in allen bestehenden Auflistungen und zweitens etliche Hacks, damit die Sideblog-Kategorien nicht in den Kategorielisten des Hauptblogs auftauchen.

Nutzt man dann noch zusätzlich einen Drag-and-Drop-Editor für statische Seiten sowie ein Plugin, das die Verwaltung zusätzlicher Widget-fähiger Sidebars ermöglicht, hat man weitgehende Gestaltungsfreiheit. Hier auf datenschmutz kann ich praktischerweise auf solche Zusatztools verzichten, denn vor einigen Monaten bin ich auf Enfold umgestiegen, das alle nötigen Werkzeuge und Optionen von Haus aus mitbringt.

Viele WordPress-Afficionados halten wenig von Themes, die mit allerlei Zusatztools daherkommen, da ein späterer Wechsel häufig erschwert wird. In der Theorie ist dieses Argument durchaus richtig, aber bei der praktischen Einrichtung des Lustigen Lumpensammlers hat sich einmal mehr bestätigt, dass Enfold dermaßen flexibel, komfortabel und gut durchdacht ist, dass ein Themewechsel für mich auf absehbare Zeit mit Sicherheit nicht in Frage kommt.

Mit dem integrierten Avia-Editor lässt sich eine frei definierbare Sideblog-Startseite in wenigen Minuten zusammenklicken. Dank der beliebig positionierbaren Blog-, Portfolio- und Medienelemente ist man nicht auf wenige Standard-Templates beschränkt, sondern hat volle Gestaltungsfreiheit. Da Enfold auch Widget-Areas innerhalb des Seiten-Contents darstellen kann, ermöglicht das Theme in Kombination etwa mit dem Recent Posts Plus Plugin nahezu die gleiche Gestaltungsfreiheit wie in guten arbeitsaufwendigeren alten php-Zeiten.

Weil ich anders als am Hauptblog auf meinem Satire-Sideblog “quick-and-dirty” posten möchte – also Screenshot raufladen, ein paar Zeilen dazu, fertig – leistet mir Duplicate Post gute Dienste. Dieses Plugin legt mit einem Klick ein Duplikat bestehender (Portfolio)-Einträge oder Seiten als Entwurf an. Ich hab mir ein Template zurechtgelegt und brauch bei neuen Postings nur die Überschrift, den Text, das Bild und gegebenenfalls die Tags auszutauschen – schneller geht’s auf TumblR auch nicht.

Soviel in aller Kürze – falls Sie selbst planen, ein Sideblog einzurichten und Fragen zu den Details haben, dann hinterlassen Sie mir doch einfach einen Kommentar!

FAQ: Wie ich verhindere, dass Nacktfotos von mir ins Netz gelangen

Am Sonntag übernahm eine Hand voll nackter Prominenter die Themenhoheit übers Internet. Seit die gestohlenen privaten Bilder von Jennifer Lawrence, Rihanna, Kate Upton und etlichen anderen Celebrities am berüchtigten 4chan Board auftauchen, überschlagen sich alte und neue Medien und treten jedes Details breit. Skurrilerweise unter der Schirmherrschaft der Moralkeule und des Bedauerns. Dass speziell Boulevard und Social Media Newsportale mit halbstündigen Updates den Geschädigten keinesfalls dienlich sind, wird natürlich keineswegs thematisiert.

Die Betroffenen selbst äußerten sich verständlicherweise wenig erfreut zu diesem Einbruch in die Privatsphäre. Herrschte vor zwei Tagen noch Unklarheit über Authentizität und Herkunft der Fotos, so scheint mittlerweile fest zu stehen, dass der Großteil der Bilder erstens “echt” ist und die dubiose Sammlung aus recht unterschiedlichen Quellen stammt – zumindest legen dies die unterschiedlichen EXIF-Hardware-Daten der Fotos nahe, wie Mashable berichtet. Das FBI ermittelt, scheint aber nicht besonders effizient mit der NSA zu kooperieren. Zwar steht mittlerweile fest, dass es sich nicht um einen einzelnen Hack handelte, doch etliche Fragen bleiben trotz Totalüberwachung erstaunlicherweise offen:

At this point, it still isn’t clear what attack vector was used in these thefts. Security experts Mashable spoke with say it’s likely that a combination of various attacks took place over a long period of time. And although iCloud seems to be a common thread, some of the photographs stolen have metadata from Android devices. There is also some suspicion that at least one Dropbox account could be involved.

Während sich also alle gegenseitig ihrer moralischen Integrität versichern, sprechen die Google Trends – in dem Fall Österreich – eine klare Sprache.

Google Nacktfoto Trends

Google Trends – Jennifer Lawrence

Man trommelt ja nur auf dem Thema herum, um Otto Normaluser und -userin für die Gefährlichkeit des digitalen Dschungels zu sensibilisieren, rechtfertigen sich viele. Dass wir in einer Medienwelt leben, in der Nipplegates und strategische Nacktheit längst zum integralen Bestandteil geworden sind, setzt die kollektive Empörungsschwelle natürlich zusätzlich herunter.

Alles andere ist schon gesagt worden – deshalb aus aktuellem Anlass die…

FAQ zum Promi-Nacktbilder-Gate

Müssen Sie ab sofort jeden Tag davor zittern, dass Ihre eigenen Nackt-Selfies im Netz auftauchen?

Darauf gibt es eine klare Antwort: Selbstverständlich nicht! Falls Sie nie welche gemacht haben. Sollten Sie allerdings jemals ihre privaten Körperteile vor die winzige Linse eines i- oder Android Devices gehalten haben, ihr digitales Bild-Archiv mit irgendeinem Cloud Storage Service synchronisiert oder jemals in ihrem Leben einen FKK-Badebereich besucht haben, dann sollten Sie jederzeit damit rechnen, dass Ihr Familienalbum früher oder später auf 4chan auftaucht.

Wird das FBI ermitteln, wenn meine Nacktfotos gestohlen werden?

Zweifellos. Wenn Sie indes weder besonders berühmt sind noch einen begnadeten Hacker in Ihrem näheren Freundes- oder Feindeskreis haben, wird es vermutlich niemand speziell auf ihre Bilder abgesehen haben. Dennoch gilt das alte Motto: Mitgehangen, mitgefangen! Beim Adobe-Hack hatte es ja auch niemand spezifisch auf Ihre Daten abgesehen, aber falls Sie dort ein Konto hatten, stehen die auch in der entwendeten Datenbank mit drin.

Wie schützt man sich wirkungsvoll vor derlei Ungemach?

Das simpelste und einfachste Rezept lautet: stets angezogen bleiben! Und in heißen Sommernächsten vor dem Ausziehen unbedingt Vorhänge schließen und das Licht vor der Entkleidung abdrehen.

Gibt’s diese Nacktbilder wirklich oder handelt es sich bloß um eine Erfindung der Chemtrail-Erfinder?

Ich kenne jemanden, der einen Cousin hat, der die Bilder unabsichtlich auf 4chan gesehen und den Link gespeichert hat. Mehr dazu weiß Daniel.

Titelbild: Tommy Weiss | pixelio.de

Bloggerin verurteilt: Negative Restaurant-Kritik auf Google weit vorne

Rechtsstreitigkeiten begleiten die Medienszene wie Stubenfliegen eine Herde Kühe. Wenn Unternehmen gegen Verlage zu Gericht ziehen, so hat das in der Regel keine finanziellen Auswirkungen auf den Schreiber des Beitrags. Bei Bloggern verhält sich die Sache naturgemäß anders. So erging es auch Caroline Doudet, Betreiberin des Kultur-/Lifestyle-Blogs Cultur’elle, die für eine negative Restaurantkritik zu einer Geldstrafe von €1.500 verurteilt wurde und obendrein noch die Gerichtskosten von €1.000 übernehmen muss. Kurios an der Sache: es kam zum Prozess, weil Caroline ihre SEO-Hausaufgaben gemacht hatte und der betreffende Beitrag in den Google-Suchergebnissen zwar nicht vor dem Eintrag der Pizzeria “Il Giardino” auftauchte, aber immerhin auf Platz 4.

Wie BBC berichtet, ordnete die Richterin nicht die Löschung des Beitrags, sondern eine Änderung der nach Meinung des Klägers geschäftsschädigenden Überschrift:

The judge decided that the blog’s title should be changed, so that the phrase: “the place to avoid” was less prominent in the results. The judge sitting in Bordeaux also pointed out that the harm to the restaurant was exacerbated by the fact that Ms Doudet’s fashion and literature blog “Cultur’elle” had around 3,000 followers, indicating she thought it was a significant number.

Caroline Doudet hat den bekrittelten Beitrag entfernt, eine Kopie finden die interessierte Netzöffentlichkeit aber weiterhin via Wayback Machine. In Berufung gehen will die Blogautorin laut eigener Aussage voraussichtlich nicht, da sie nicht nochmal solche qualvollen Wochen durchleben wolle. Ihr Kommentar zur der unerfreulichen Affäre trifft die Situation recht genau:

What is perverse, is that we look for bloggers who are influential, but only if they are nice about people.

SEO, freie Meinungsäußerung und Rufschädigung

Die Il-Giardino-Story stößt in der Blogosphäre auf reichlich Gehör und hat auch schon den Sprung über den großen Teich gemacht. Amerikanische Blogger betonen in ihren Beiträgen, dass das Urteil keinen Präzedenzfall konstituiert, denn in Mitteleuropa gilt schließlich nicht das Prinzip des “Case Law”. Man muss diese Einzelentscheidung also nicht überbewerten, dennoch wirft sie ein Schlaglicht auf ein immer evidenteres Problem: Wo verläuft die Grenze zwischen freier Meinungsäußerung und Rufschädigung und was für Rolle spielt dabei unser alles Lieblings-Suchmaschinen-Monopolist?

Nicht zuletzt im Licht des berüchtigten Google-muss-Vergessen-Urteils stellt sich einmal mehr die Frage, wie mit negativen Reviews umgegangen werden soll. Denn pikanterweise stand ja nicht der Inhalt des Artikels zur juristischen Diskussion, sondern die Tatsache, dass der Text so prominent in Googles Suchergebnissen auftauchte. Überspitzt formuliert ist Frau Doudet also ein Opfer des Pagerank-Algorithmus geworden.

Google stellt sich stur als die neutrale Vermittlerinstanz dar und aggregiert immer schlauer und schneller immer mehr Informationen. Der sogenannte “Knowledge Graph” sorgt dafür, dass bei passenden Suchanfragen rechts neben den Ergebnissen ein Kästchen mit Zusatzinformationen angezeigt wird, die Google aus verschiedenen Quellen aggregiert. Teils aus Wikipedia, teils auch aus hauseigenen Produkten – die in den letzten Wochen forcierte Vermählung von Google Places und Google Plus rückt Kundenreviews noch ein Stückchen näher an die Suchergebnisse. So manchem Dienstleister dürfe ganz und gar nicht gefallen, was potentielle Kunden dort zu Gesicht bekommen. Personalisierte Suche und der künftig wohl zunehmende Einfluss von Reviews auf den Google-Index verkomplizieren die Situation zusätzlich.

Dass Restaurants mit weniger als 2-Sterne-Durchschnittswertung demnächst Besuch von Testessern aus Palo Alto bekommen, ist wohl auszuschließen. Eine Einzelfall-Prüfung mit Schlichtungskommission kann man Google bei allem Misstrauen nicht zuzumuten… also werden sich SEO-Streitfälle vor Gericht in nächster Zeit vermutlich häufen.

Blogger-Relations: Grinse-August gesucht?

Für einen Mann mit einem Hammer ist jedes Problem ein Nagel. Und Kommunikationsexperten verfallen häufig dem Irrglauben, jedwedes Problem ließe sich kommunikativ lösen. Im großen Lehrbuch der Blogger Relations fände man im betreffenden Kapitel vermutlich eine Schritt-für-Schritt Anleitung von der Kontaktaufnahme über die Bitte um erneutes Testessen bis zur Klärung des “Missverständnisses”… doch nur im Märchen leben Blogger und Gretel glücklich und froh bis ans Ende des Internets.

Ein wenig Recherche zeigt rasch, dass sich hier regelmäßig der Club der unzufriedenen Gäste trifft, denn die sagenhaft niedrige Bewertung von 1.5 bei 80 Erfahrungsberichten auf Google+ spricht eine deutliche Sprache. Und dass sich die Betreiberin des Lokals mit der Klage durchwegs keinen Gefallen getan hat, demonstriert ein Blick auf die aktuellen Suchergebnisse für “il giardino cap ferret”: Wenig überraschend dominieren Berichte über das Urteil, darunter auch ein BoingBoing-Beitrag mit dem besonders schmeichelhaften Titel Is Il Giardino in Cap-Ferret the worst restaurant in France? auf Platz 3. Also Operation gelungen, Patient tot?

Letztendlich hilft nur ein einziges Mittel gegen unwahre negative Reviews: man muss an das Kritische im Surfer glauben und davon ausgehen, dass sich potentielle Kunden nicht bloß bei einer einzigen, immer subjektiven Quelle erkundigen. Wer seinen Job ordentlich macht, wird auch viel Positives Feedback bekommen und die eine oder andere Kritik nicht nur vertragen, sondern sogar als konstruktiven Input nutzen können. Sind die negativen Stimmen aber in der Überzahl, sollte man weder auf Online-Marketing-Tricks noch auf rechtliche Mittel setzen, sondern das eigene Produkt bzw. die eigenen Dienstleistung (endlich wieder) konkurrenzfähig machen.

Dass sich Blogger zukünftig noch besser überlegen müssen, wie weit sie sich mit Kritik aus dem Fenster lehnen, hinterlässt allerdings einen schalen Beigeschmack. Solange kein finanzielles Interesse dahinter steht – Stichwort “negatives Reputation-Management” – geht die freie Meinungsäußerung nun mal vor. Ohne Wenns und Abers.

Der Bundes Rock’n’Roller Andreas Gabalier, seine Volkshymne und eine exklusive Umfrage

Eines muss man Volks-Rock’n’Roller Andreas Gabalier lassen: er spielt auf der Klaviatur der österreichischen Mainstream-Medien eleganter als Peter Rapp am Glücksrad dreht. Ein wahrhaft würdiger Auftakt fürs Sommerloch mit musikalischer Begleitung. Ob Didi Mateschitz mit so viel Aufmerksamkeit für die Bundeshymne alter Schule beim Grandprix von Spielberg gerechnet hätte? Was soll die Politik nun tun? Wie denken Herr und Frau Österreicher tatsächlich über den Text der Bundeshymne? Diese Frage steht gar nicht mehr im Zentrum der nun erneut entflammten Diskussion. Spätestens seit die Kronenzeitung in der Sonntagsausgabe die Trommel gegen Binnen-Iinnen und pro lesbarer Sprache zu rühren begannt, steht fest: bis wieder wichtigere Themen auf der Agenda stehen, schlägt der Anti-Feminismus hart zurück.

Bereits 747 Personen (wahrscheinlich kein Boeing-Product-Placement) hatten noch vor Drucklegung einen offenen Brief an BM Gabriele Heinisch-Hosek unterzeichnet, 420 davon weiblich und wohl alle keine glühenden Fans von Maria Rauch-Kallats letzter politischer Nacht-und-Nebel Ruhmestat. Darin fordern fünf Gelehrte, darunter drei Universitätsprofessoren, ein Professor und Autor sowie eine Doktorin vehement die Rückkehr zu verständigungsorientierter Sprachen und Erleichterung des sinnerfassenden Lesens, also kurz gesagt die Streichungen von Binnen-I, Schrägstrich im Wortinneren (Briefschreiber/-innen), Klammern (Klammer(innen)) und hochgestelltes a bzw. in nach Titeln (KomRin). Nicht nur, aber vor allem in offiziellen Dokumenten.

Und recht haben sie. Für mich persönlich habe ich die Hänsel-Gretchen-Frage hier am Blog vor 6 Jahren thematisiert und mich anschließend gegens Splitting entschieden. Stattdessen verwende ich in direkter Ansprache immer gern beide Formen. Denn, werte Leserinnen und hochgeschätzte Leser, soviel Zeit muss sein, solange die Lesbarkeit eines Textes nicht darunter leidet. Dass die Befürworter der feigenblättrigen politischen Korrektheit zwar in den letzten Jahren mit lauter Stimme gerufen haben, aber damit bloß die Mehrweit der Bevölkerung übertönten, zeigen die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit überdeutlich.

Exklusive Umfrage: Gabalier und die Kufsteiner

Die Wissenschaft eilt einmal mehr beweisend zu Hilfe, und zwar in Form einer brankaktuellen, wissenschaftlichen Studie über Andreas Gabalier, durchgeführt von Dr. Astrid Pettauer am vorvergangenen Wochenende während des Kufsteiner Stadtfestes im Rahmem einer FH-Lehrveranstaltung. Inspiriert von der Diskussion zwischen der ehemaligen Frauenministerin Maria Rauch-Kallat und Herrn Andreas Gabalier am 26. Juni in der ZIB2 gingen meine Gattin und ihre Studentinnen und Studenten der Frage nach: sind wirklich 95% der österreichischen Bevölkerung für den alten Text der Bundeshymne? Oder doch nur 92%?

Die Samplegröße der Untersuchung, die in der Fachliteratur gemeinhin als “KuGaStu” (Kufsteiner-Gabalier-Studie) bezeichnet wird, beträgt 127 Personen, darunter 70 männliche und 57 weibliche Untersuchungssubjekte gemischten Alters. 14,3% gehen die Töchter und Sohne am Andreas Hofer vorbei, 23,8 Prozent sind für und 61,9 Prozent der befragten gegen den neuen Text.

  • Studie:

    Alle Ergebnisse mit Infografiken und Making of.

Darf man denn in einer Demokratie gegen die Mehrheitsmeinung entscheiden? Selbstverständlich! Oft muss man sogar – nämlich dann, wenn’s um das Gemeinwohl geht. Selbst wenn 99% der Österreicher eine Senkung der Mehrwertssteuer von 20 auf 2 Prozent befürworteten, könnte keine verantwortungsvolle Regierung willentlich den Statt in den Bankrott laufen lassen. (Bei unserer aktuellen in ich mir da gar nicht mal so sicher.)

Aber wie sieht es mit einem vergleichsweise harmloseren Thema wie dem Text der Bundshymne aus? Immerhin sollen solche glorifizierenden Gesänge, deren Daseinsberechtigung aus dem Geiste unserer übrigens auch gänzlich angezweifelt werden könnte, primär eine Identifikationsfunktion erfüllen. Oder, anders gefragt: Wenn Österreich seit Conchitas triumphalem Songcontest-Sieg so stolz auf sein superliberales Image ist, warum singen wir dann nicht gleich “Heimat bärtiger TransvestitInnen”? Man könnte ja auch mit Humor an diese nun wahrlich nicht weltbewegende Staatsaffäre herangehen.

Andreas Gabalier und die Bundeshymne

Aber zurück zur Untersuchung: Das Kufsteiner Stadtfest hat gesprochen! Der Volks Rockn’n’Roller weiß also auch in Westösterreich die Bevölkerungsmehrheit auf seiner Seite – und hält sich weiter im Gespräch. Einen Tag vor Sonntagskrone mit einem offenen Brief auf Facebook (Im Sommerloch fliegen offene Briefe anscheinend tiefer als Hitchcocks Vögel!):

Ich habe mich für eine große, verstorbene Dichterin und deren lirearisches Werk stark gemacht! […] Der Gesetzesbeschluss von 2012 bzgl. der Textänderung der Originalfassung unserer Bundeshymne ist mehr als fragwürdig, da der Gesetzgeber zum einen dem Urhebergesetz anscheinend nicht Folge zu leisten hat, und es zum anderen laut diesem Beschluss ausschließlich der Republik Österreich gestattet wurde, den “Neuen Text” auf Veranstaltungen der Republik Österreich zu singen!

Meine minimale juristische Bildung elaubt leider keine Prüfung dieser Behauptung. Ein paar Beistrich- und Flüchtigkeitsfehler (suchen zwecklos, ich hab sie im Zitat ausgebessert) stützen jedoch entweder die These, dass Andreas Gabalier ohne professionelle Kommunikationsmaschine ganz frei von der Leber weg losgeschrieben hat, oder aber jene, dass besagt PR-Maschinerie metamäßig-elaboriert besagte Vertipper extra eingebaut hat, der höheren Authentizität wegen. In beiden Fällen: Hut ab! Humor haben er und/oder seine PR-Maschinerie jedenfalls, dass muss man ihm/ihr lassen:

RedakteurInnen, die meine Wertschätzung gegenüber unseren Frauen aufgrund eines kabarettistisch gemeinten Liedertextes wie Sweet little Rehlein […] in Frage stellen, kann ich bei Gott keine Aufmerksamkeit schenken, weil sie damit allen Ernstes Wildtiere mit Frauen vergleichen!

Wenn das keine Bonusaufgabe für die Zentral-Matura (österreichisch für Abitur) 2015 ist, dann weiß ich auch nicht: Bilde einen sinnvollen Satz, der die Wörter “Wertschätzung, Frauen, Gott und Wildtiere” enthält!” Als erfahrener Entertainer weiß Gabalier natürlich um die Ähnlichkeiten von Konzert- und Briefdramaturgien: absurde Komik gegen Ende schadt nie:

Zeitgemäß sollten wir und vielleicht auch überlegen, den Stephansdom in Wien in den Stephaniendom umzutaufen, Mozart auf seinen Bildern die Haare zu schneiden, weil seine Frisur veraltet ist und dem Lindwurm in Klagenfurt Brüste umzuhängen, weil unsere Geschichte nicht mehr in diesen verkrampften Gender-Wahnsinn hineinpasst!

Chapeau! Streng genommen ist der Begriff “Volks-Rock’n’Roller” ja ein Widerspruch in sich selbst. Wie Business-Punk oder Bergbauern-Industrieller. Kein Wunder also, dass sich diese Ein-Mann-Musikrichtung nicht unter den 12 in der Wikipedia gelisteten Subgenres findet, denn:

Rock’n’Roll (kurz für Rock and Roll) ist ein nicht klar umrissener Begriff für eine US-amerikanische Musikrichtung der 1950er- und frühen 1960er-Jahre und das damit verbundene Lebensgefühl einer Jugend-Protestkultur.

Andreas Gabalier dagegen steht für den Beweis, dass harte Arbeit und sorgsames Studium der Mechanismen von Popkultur und -konsumation ein Ergebnis zeitigen können, dessen Konsenspotential alt und jung jubelnd zu Konzerten und zum Plattenhändler eilen lässt. Was ihn zu einer Art musikalisch nachhaltigerer Conchita Wurst mit weniger Konfliktpotential macht. Machen täte. Potentiell.


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Vom Protest der Minderheit, so zeigt die Umfrage jedenfalls klar, kann keine Rede sein: der Volks Rock’n’Roller schaut dem Volk eben aufs Maul und wird laut eigener Aussage auch weiterhin “das Gesetz brechen”. Eine Gefängnisstrafe bis zu einem Jahr bzw. maximal 360 Tagessätze hätte er übrigens nur dann zu befürchten, wenn ein Richter entscheidet, dass es sich um Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole handelt:

(1) Wer auf eine Art, daß die Tat einer breiten Öffentlichkeit bekannt wird, in gehässiger Weise die Republik Österreich oder eines ihrer Bundesländer beschimpft oder verächtlich macht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr zu bestrafen.

(2) Wer in der im Abs. 1 bezeichneten Art in gehässiger Weise eine aus einem öffentlichen Anlaß oder bei einer allgemein zugänglichen Veranstaltung gezeigte Fahne der Republik Österreich oder eines ihrer Bundesländer, ein von einer österreichischen Behörde angebrachtes Hoheitszeichen, die Bundeshymne oder eine Landeshymne beschimpft, verächtlich macht oder sonst herabwürdigt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen zu bestrafen. (StF: BGBl. Nr. 60/1974)

Dass es Andreas Gabalier nicht um Verunglimpfung der Republik ging, steht wohl außer Zweifel. Dass er nebenbei auch noch eine Diskussion losgetreten hat, die eine nette Fußnote in der endlosen Geschichte “Rot-weiß-Rote Politiker regieren am Volk vorbei” bildet, verleitet mich zu einem zufrieden-boshaften Grinser. Das Sommerloch musste sich schon mit faderen Themen füllen lassen, und im übrigen gilt wie immer: Winter is coming.

Fotos: Andreas Gabalier Pressefotos

Rainer | Rosam | Ritchie: Herausgeber + Blogger gegen Meinungsfreiheit

Falstaff-Herausgeber Wolfgang Rosam gründet die Initiative der “Meinungsmutigen”, die “unerträglich gewordenen Beleidigungen, Untergriffen und persönlichen Angriffen in den anonymen Postings in allen Medien” ein Ende setzen will. Chapeau! Auch ich bin der Meinung, dass dieses Land dringend mehr namentlich zuordenbare Beleidigungen, Unter- und persönliche Angriffe braucht.

Gemeinsam mit Christian “Die Marke Ich” Rainer sind wir schon zu dritt: “Die Erträglichkeitsgrenze der anonymen Verleumdung ist erreicht,” rainert der Profil-Herausgeber, denn:

Wer “News” zu “Shitstorm” googelt, bekommt 10.900 Treffer, zu einem guten Teil individuelle Fälle aus der nahen Vergangenheit.

Schön wär’s! Man kann von Print-Journalisten nun wirklich nicht erwarten, dass es für sie ein Leben außerhalb der “News”-Suche gibt, aber ich versichere, es ist noch viel schlimmer: wenn ich “News zu Shitstorm” ganz “normal” google, dann bekomme ich sogar ungefähr 1.180.000 Ergebnisse. Aber wenn die Recherche ein Hund ist, dann liegen alle Antworten und Fragen nicht, wie Kafka meinte, in selbigem, sondern man wendet sich vertrauensvoll einer höheren verlegerischen Macht zu… und glaubt!

Warum der Plachutta-Mitarbeiter wirklich entlassen wurde, weiß ich aber bis heute nicht. (Die Story vom gestohlenen Zucker, mit dem der Name Plachutta dank Internet nun auf ewige Zeiten verbunden sein wird, glaube ich in dieser Form nicht.)

Dass Medienprofis dem “unerträglichen” Fußvolk mangels Kompetenz das Glauben und Meinen absprechen, ist so alt wie die Schlagzeile von gestern. Quod licet boves und so… meinen, wissen, glauben – die Grenzen der Erträglichkeit überschneiden sich lästigerweise in diesem eigenartigen Netzmedium. Herr Rosam hat darauf eine Antwort parat, die ihn wohl ohne weiteres für einen Internetminister-Posten im Kabinett der Unentschlossenen qualifizierte:

Postings und die freie Meinungsäußerung im Web hält der Falstaff-Herausgeber nach wie vor für demokratiepolitisch wichtig und richtig, “aber nicht in dieser Form!”

In jener Form, die Christian Rainer vorschlägt, bliebe die wahre, wirkliche Identität “zumindest der Redaktion” nicht verborgen:

Aber, was ist eine Meinung wert, zu der man nicht den Mut hat zu stehen? Zumindest der Redaktion sollten die tatsächlichen Web-Diskussionsteilnehmer in ihrer wirklichen Identität bekannt sein. Da wäre auch schon Vieles zum Positiven verändert.

Mich juckt sofort der Über-die-Schulter-Guckreflex, die NSA kommt mir in den Sinn. Der Verfasser des Kommentars spannt einen recht anderen Assoziationsbogen:

Im Netz ist Verfolgbarkeit mangels Ausforschbarkeit des Urhebers nicht erwünscht und nicht möglich. So viel zur Rechtsordnung. Und zu den Usancen – man verzeihe mir den drastischen Vergleich: Die anonyme und durchaus gewünschte anonyme Vernaderung im Dritten Reich ist noch in Erinnerung. Also weg mit der Anonymität, her mit überprüfbaren Identitäten im Netz!

Zusammengefasst: Dürften Medienmacher die Identität der Poster überprüfen, verhülfe uns dies zu einer demokratischeren Gesellschaft, weil “überprüfbare Identitäten” die Selbstzensur fördern. Muss man aber deshalb gleich grosso modo anonyme Meinungsäußerung mit einem faschistischen Spitzelsystem gleichsetzen?

Immer wieder faszinierend, in welch eigenartig enge Sackgassen die Kombination aus technischem Unwissen und Online-Abneigung führt. Als ob im Internet das Strafrecht außer Kraft gesetzt wäre, als ob online nicht jedes Posting im Bedarfsfall ganz genau rückverfolgt werden könnte, als ob ein riesengroßer Teil der beschimpften Kommentatoren nicht ohnehin unter echtem Namen oder unter einem Pseudonym, das sie als ihre “wahre” Netzidentität ansehen, posten würden.

Genau darauf weist Ingrid Brodnig in ihrer grandiosen Replik hin: im zitierten “Fall Lichtenegger” respektive bei so gut wie allen Facebook-Scheißestürmen postet die Mehrzahl der User unter echtem Namen. Weiters schreibt Ingrid, dass, anders als von Wolfgang Rosam behauptet, das Problem der anonymen Online-Kommunikationskultur keineswegs “völlig unlösbar” ist. Aber ein respektvolles Gesprächsniveau erfordert nun mal jede Menge Engagement. Kompetente Moderatoren, die im Bedarfsfall klärend, fragend und/oder löschend eingreifen, machen auf “Zeit Online” vor, wie sowas funktionieren kann.

Doch das erfordert erstens zeitlichen Aufwand und zweitens ein Umdenken, das im deutschsprachigen Bereich noch nicht stattgefunden hat: der Online-Artikel endet eben nicht mit der Publikation, die Diskussion ist ein ganz wesentlicher Bestandteil. Dass in Österreich, wo sich kaum mehr eine Zeitschrift ein Lektorat leisten will und bloße Bannerviews den Online-Werbemarkt dominieren, wenig Augenmerk auf Community-Management gelegt wird, mag nicht überraschen.

Daher ein Vorschlag zur Güte: schließen wir drei uns doch zur Allianz der supermutigen Meinungs-Herausgeber zusammen und verlangen hinkünftig eine Ausweiskopie samt DNA-Probe, Leumundszeugnis und psychiatrisch beglaubigtem Persönlichkeitsgutachten, bevor jemand auf unseren Portalen unerträglich anonym postet. Und womöglich auch noch eine andere Meinung vertritt als wir. Der Rest des Netzes wird nicht anders können, als unserem leuchtenden Beispiel mit Begeisterung zu folgen. Ich fotokopier schon mal meinen falschen Ausweis.

FPÖ-WKÖ-Vize Fritz Amann beschimpft mich als Tagelöhner

Fritz Amann, langjähriger FPÖ-Abgordneter zum Vorarlberger Landtag und seit 2010 Vizepräsident der WKÖ, sind EPUs offenbar ein Dorn im Auge. In Replik auf einen Kommentar des Wirtschaftsblatt-Redakteurs Günter Fritz, der Einzelunternehmen als “Rückgrat der österreichischen Wirtschaft” bezeichnete, entblödete sich der blaue Wirtschaftspolitiker nicht, Einzelunternehmer als Tagelöhner zu beschimpfen und seiner Abneigung gegen die eigene Klientel freien Lauf zu lassen:

Wäre er [Günter Fritz, Anm. d. Verf.] nicht Journalist, sondern aktiver Unternehmer, dann hätte er längst erkannt, dass diese von ihm als Leistungsträger gesehene Gruppierung kein Glücksfall für die Wirtschaft, sondern ein echter Problemfall ist.

Da fragt man sich als Unternehmensberater und einzelunternehmerischer Blog-Mogul natürlich: welche Probleme habe ich der österreichischen Wirtschaft bisher denn konkret bereitet? Zwar fällt das Wort “Sozialschmarotzer” im Kommentar nicht, doch dass Amann EPUs, die keine klassischen Dienstleistungs-, Handwerks- oder Handelsbetriebe führen, grosso modo als Zecke an der Blutbahn des Wirtschaftssystem sieht, geht aus dem Text unmissverständlich hervor:

Offenbar kann und will er nicht realisieren, dass diese EPUler keine Unternehmer sind. Die Gruppierung, die so vehement ums Überleben kämpft, sind Arbeitslose die – aufgrund der Versagenspolitik von Rot-Schwarz – in die Scheinselbstständigkeit gedrängt wurden. Daher ist es auch kein Wunder, dass das einzige Interesse dieser Gruppierung in der sozialen Absicherung liegt. Und das mit Vollkaskoschutz auf Kosten der echten Unternehmer im Land. Wenn diese Personen das Rückgrat des Wohlstandes sind, dann gute Nacht Österreich. Diese Gruppierung ist eine Beleidigung für alle Einzelunternehmer wie Friseure, Einzelhändler oder Handwerker, die seit Jahrzehnten unternehmerisch tätig sind und auch ihren Platz in der Wirtschaftskammer haben. Jene leisten einen wesentlichen Beitrag, während die “neuen” EPUler nur aufgrund unseres nationalen Politsystems einen Platz als Unternehmer gefunden haben.

Das ist frech, beleidigend und polemisch, kein Zweifel. Ob Amann mit diesem Rundumschlag schon mal die Kammerwahlen voreröffnen wollte? Bleibt nur zu hoffen, dass sich im nächsten Jahr EPUs, die 55% der WK-Mitglieder stellen, genau daran erinnern, wie ihr “freiheitlicher” Vertreter über sie denkt. Man müsste nämlich schon ein ausgemachter Masochist sein, um seine Stimme an jemanden zu verschwenden, der eine dedizierte “Sklavenkammer” schaffen möchte:

Wer nur sich selbst anbieten kann, war und ist ein Tagelöhner. Für diese muss eine eigene “Kammer” in unserer Sozialpartnerschaft geschaffen werden, wollen sie tatsächlich in unserem Rechtssystem auch gerecht vertreten werden. Das moderne Sklaventum mit Billigung der Sozialpartner ist die eigentliche Schande und nicht die nicht vorhandene Vollkaskoabsicherung zum Nulltarif und auf Kosten aller Staatsbürger.

Die Kollegen wundern sich

“Ausgrenzender Ideologie” und “Respektlosigkeit” ortet Peter Haubner, Generalsekretär des österreichischen Wirtschaftsbundes, als “Ungeheuerlichkeit und ein Schlag ins Gesicht der vielen Eine-Person-Unternehmen Österreichs” titulierte Fritz Strobl, Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbands Wien Amanns Rundumschlag. WKÖ-Präsident Christoph Leitl kann sich seine (gewählten) Mitarbeiter halt leider nicht aussuchen, versicherte allerdings in einer OTS-Aussendung, dass aktuell keine auszugliedernde Tagelöhnerkammer auf der Agenda stünde:

Die WKÖ vertritt sowohl die Interessen von EPUs und Kleinbetrieben, wie auch jene von großen Leitbetrieben. Für uns gehören alle Unternehmen – egal welcher Größe – zu einem leistungsfähigen Mittelstand in Österreich, der für dieses Land lebensnotwendig ist.

Warum sich weite Teile der Empörung gegen die Wirtschaftskammer und nicht gegen die FPÖ richten, entzieht sich allerdings meinem Verständnis.

Rücktritts-Aufforderung an Fritz Amann

Ich bin der festen Überzeugung, dass ein Wirtschaftskammer-Vizepräsident, der die mit über 50% größte Gruppe österreichischer Unternehmen nicht vertreten will, in dieser Funktion nichts verloren hat. Der Wirtschaftsstandort Österreich ist auch ohne derart beleidigende und demotivierende Wortspenden abgesandelt genug. Eine Entschuldigung ist nicht erforderlich. Ich fordere Fritz Amann lediglich zum sofortigen und unverzüglichen Rückritt auf.

Machen Sie Ihren Vize-Chefposten bitte für jemanden frei, dem die eigene Klientel am Herzen liegt.

Update, 8.5.2014: Christoph Leitl zieht Konsequenz

Auf die Entschuldigung fürs Fehlverhalten des Vizes folgte heute früh Präsident Leitl dem vielfach geäußerten Wunsch nach Ablöse von Anti-EPU-Amann. “Ich habe daher heute früh”, so Leitl, “mit dem Bundesobmann des RFW, Matthias Krenn, Kontakt aufgenommen und ihn ersucht, für das seiner politischen Gruppierung zustehende Amt des WKÖ-Vizepräsidenten eine Neunominierung vorzunehmen. Im Umgang mit Mitgliedern habe ich eine klare Haltung: Jede Unternehmerin, jeder Unternehmer muss von Funktionären und Mitarbeitern mit größtem Respekt behandelt werden und hat einen Anspruch auf die bestmögliche Interessenvertretung, auf ein bestmögliches Service. Diese klaren Prinzipien wurden verletzt. Daher fordere ich jetzt Konsequenzen ein.”

Klare Worte – nun liegt’s an RFW. Ich bin gespannt, ob der Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender sich gesammelt hinter Amanns Ausgrenzungspolitik stellt, oder ob in diesem Fall die (politisch motivierte) Vernunft siegt. Wär ja eher untypisch für die Blauen.

Update: Amann ist Geschichte

Das Gespräch dürfte gewirkt haben – Fritz Amann legte sein Vizepräsidenten-Amt sowie alle Funktionen im RFW vor wenigen Minuten zurück:

Der RfW nimmt die Entscheidung zur Kenntnis, bedauert allerdings die Umstände, die diesen Schritt erforderlich machten.

Links zu den Originaltexten

Foto: Pressestelle Vorarlberg.at

Banksy-Originale zu Schleuderpreisen: Kunst und Kontext

“An artist’s residency on the streets of New York” nennt Banksy seine aktuelle Aktion, in deren Verlauf er jeden Tag ein Kunstwerk auf den Straßen des Big Apple präsentiert. Ein Audioguide, zugänglich unter einer Gratis-Nummer, die neben den Graffitis zu finden ist, liefert herrlich skurril aufbereitete Zusatzinfos, in denen der Meister ständig als [bänsk:ei] bezeichnet wird. Alle Aktionen dokumentiert täglich der “Ausstellungskatalog” unter banksyny.com.

Der britische Meister-Ikonograph beherrscht nicht nur sein Handwerkszeug in Perfektion, sondern hat sich in den vergangenen Jahren als wahres Diskurs-Hacking-Genie etabliert. Seine Statements zum Kunstwerk gipfelten 2010 in der grandiosen Mockumentary Exit through the Gift Shop, einer rasanten Achterbahnfahrt durch die Welt der Street Art und ihre komplizierte Beziehung zum Kunstmarkt.

Genau die ist mittlerweile recht gefestigt: wer das Glück hat, einen Banksy auf der eigenen Wand vorzufinden, kann schon mal die Maurer rufen, denn solche “Originale” erzielen bei Kunstauktionen mittlerweile Millionenpreise. Eine Tatsache, die anlässlich der aktuellen NY-Residency bereits Steve Colbert aufgegriffen hat:


Am 13. Oktober bot Banksy eine ganze Reihe von signierten Original-Arbeiten zum Verkauf an – und zwar an einem der vielen Touristenfallen-Stände im Central Park. Der Künstler, der seine Idenität seit Jahren erfolgreich geheim hält, verkaufte die Bilder nicht selbst, sondern überließ einem entspannten älteren Herrn (Name der Redaktion unbekannt) Präsentation und Abwicklung. Pro Bild wollte dieser von potentiellen Käufern 60 Dollar. Bilanz am Ende des Tages: 8 der rund 30 Bilder gingen über den Ladentisch, der Rest wanderte nach Ende der eintägigen, einmaligen Aktion wieder zurück in Banksy’s Atelier.

Den 8 Käuferinnen und Käufern kann ich nur gratulieren – wie oft hat man schon die Gelegenheit, 60$ in wenigen Minuten in mehrere Millionen zu verwandeln? Was für eine poetische Aktion! Das Video “Art Sale” dokumentiert das Geschehen im Central Park:

Luca war leider auch grad nicht in NY *g*

Testimonial-Klau oder: Der falsche CNBC Hase

Man will ja wissen, was die schwarzen Schafe aktuell so treiben. Man klickt ja ab und an mal auf den einen oder anderen Link in dieser oder jener “unverlangt zugestellten elektronischen Postwurfsendung”. Meist gilt es dann noch, unbeeindruckt von tödlichen Surf-by-Virenkolonnien, die eine oder andere Browser-Warnung zu ignorieren, um Kriminalität in ihrer digitalsten Form (un)gestörtest zu aus der Nähe zu betrachten.

Nicht immer, aber immer seltener stößt man dabei auf wahre Perlen großer Fälschungs-Handwerks-Kunst, wie etwa im vorliegenden Falle des falschen BBC-Hasen. Alles begann damit, dass asifzain786110@yahoo.com Inschpektor datenschmutz freundlicherweise auf eine vielversprechende Business-Opportunity hinwies. Das Subject “Re: ritchie” wies, genau wie der Text, vorerst keinerlei besondere Kennzeichen auf:

hello ritchie I earn more in one week than my friends do in a month you will wish you had started down this path earlier your entire future is behind this http://j.mp/VV6wFK you certainly may have tried working on your own before but you surely haven’t tried this

Ich weiß im nachhinein kaum mehr zu sagen, ob mich eine Vorahnung intuitiver Natur oder ein unerwartet zum Fenster hineinfliegender Sonnenstrahl bewog, die Maushand reflexartig Richtung Hyperlink zu bugsieren und selbigen anzuklicken. Er führt zu meinem großen Erstaunen auf folgende Seite, die im ersten (und zweiten) Moment wie ein typischer CNBC-Newsartikel wirkt:

CNBC Fake

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: anstatt den Link zur eigentlichen Landing Page per Spam zu verteilen, hat sich jemand die Mühe gemacht, einen gefälschten CNBC-Newsartikel zu erstellen, die Landing Page im Lauftext zu verlinken sowie eine passende Domain zu registrieren, denn der Shortlink entpuppt sich als:

http://www.cnbc.com-feb-2013.net/index.htm

Beim flüchtigen Hinschauen könnte man diese nicht unoriginelle Konstruktion durchaus mit dem Original cnbc.com verwechseln, tatsächlich lautet die Domain hier aber com-feb-2013.net. Selbiger wurde die Subdomain www.cnbc.* vorangestellt. (Notiz an mich selbst: Guter Trick, den muss ich mir für den kommenden 1. April merken, z.B.: www.orf.at-stories-28438293.net/ – “at-stories-28438293.net” dürfte jedenfalls noch frei sein.)

Ich wette, der Städtename im ersten Absatz wird dynanmisch anhand der IP-Adresse generiert:

Cynthia Roberts of Vienna, never thought she would have a job working at home until one day she filled out a simple form online. […]

Mein Interesse war längst geweckt, also hab ich den falschen Hasen etwas genauer analysiert und nicht schlecht gestaunt: die Navigationslinks, die Tags sowie die Links im Sidebar (inklusive Werbung) führen zu den korrekten Originalseiten, sogar sämtliche Metadaten hat der Fälscher von CNBC eins zu eins übernommen, lediglich die Suchfunktionen produzieren einen Serverfehler. Zwar sieht die CNBC-Seite mittlerweile schon wieder ein wenig anders aus, im großen und ganzen reicht die Ähnlichkeit dennoch völlig aus, um den gewünschten Camouflage-Effekt zu erzielen.

Der vorliegende Fall mag als solcher von geringer Bedeutung für die heimische Websphäre sein, wirft jedoch als Prototyp einer neuen Fake-Generation mindestens eine spannende Frage auf, die ein PR-Heini wohl so formulieren müsste: Werden Cyberbetrüger zukünftig verstärkt auf bekannte Medienmarken als Testimonials setzen?

Im vorliegenden Fall überlässt der “Herausgeber” freundlicherweise CNBC alle Rechte am besagten Artikel [2013 The Associated Press. All rights reserved. This material may not be published, broadcast, rewritten or redistributed.], aber die Freude an solchen Spin-Offs dürfte sich dennoch in engen Grenzen halten… höchste Zeit also, schon im Kindergarten das Pflichtfach “URL-Kunde” einzuführen, denn wie Pete immer zu sagen pflegt: “On the internet, nobody knows you’re a frog!”

Die Tirol Werbung serviert kein Hundegulasch

Der Alanohof bietet neben konsensualen, Rinder-basierten Fleischspezialitäten einen erstklassigen Stein des Anstoßes in Form von Bio Trockenfleisch Dog Jerky, Bio-Dog Ramen und Bio-Alanoschinken, alles aus hauseigener Produktion von glücklichen Montafoner Rindern sowie glücklichen Hunden (“ausnahmslos Molosser, keine Haustierrassen”). Medieninhaber der bereits mehrfrach inkriminierten Seite ist niemand geringerer als Luzius Bernhard, Wien. Da sich der Alanohof in die lange Projektliste der Digitalkunst-Avantgardisten UBERMORGEN.COM einreiht, müssen Hundefleischliebhaber weiterhin die Interconti-Maschine nach Asien nehmen – dies jedoch bloß als Hinweis am Rande für kurz Unentschlossene auf der Suche nach originellen Ideen fürs weihnachtliche Festmahl.

Aber es dreht sich heute ja gar nicht um den Menüplan, sondern den ungleich geschmacklosere Themenkomplex “Legislatur und Linksetzung”, daher sei an dieser Stelle gesagt: der Diskussion über guten Geschmack mögen andere Legionen von Bildschirmseiten widmen, ich verweise gemäßigte Veganer und gemästete Carnivoren an dieser Stelle bloß auf folgendes Zitat:

Herzog: […] Diese Tabus sind kulturell, oft religiös bedingt und meistens vollkommen willkürlich, ja sogar unsinnig. Den Massai in Afrika zum Beispiel ist es verboten, Fisch zu essen.

BeobachterNatur: Fisch in der Wüste?

Herzog: Eben. Hindus essen keine Kühe, Muslime und Juden bekanntlich kein Schweinefleisch, und für Katholiken steht freitags Fisch auf dem Menüplan. Rational lässt sich keine dieser Vorschriften erklären.

Rein rational lässt sich allerdings ebenso schwer erklären, warum die Tirol-Werbung nun meint, rechtliche Schritte gegen besagte Homepage unternehmen zu müssen, denn die Betreiber des Alanohofes machen wahrlich keine Mördergrube aus ihren Herzen und listen die Tirol-Werbung auf der Subpage Freunde unter der Kategorie Nicht-Sponsoren und Sites, die wir moegen, die aber uns nicht moegen. Die Vorgeschichte erklärt folgende Pressemitteilung von UBERMORGEN.COM:

Vor einem Jahr haben UM auf freundliche Anfrage der Tirol Werbung GmbH das Tirol Logo von der Alanohof Website entfernt. Nun nutzt die Tirol Werbung die Adventszeit um mit einem neo-juristischen Drohbrief (s. Beilage) und einer sittenwidrigen Unterlassungserklaerung (eine Art Einverstaendniss zur Leibeigenschaft) Tiroler Heimatgefuehl, Gastfreundschaft und Lust auf Skifahren zu erzeugen. Die absurde Forderung: Die Entfernung des Wortes und Links “Tirol” auf der Website www.alanohof.com in der Sektion: “Nicht-Sponsoren und Sites, die wir moegen, die aber uns nicht moegen” –> http://www.alanohof.com/freunde.php

Die Kunst (UM) reichte den kleinen Finger, das Land Tirol glaubt nun die ganze Hand haben zu koennen. Diese billige Abmahnung [pdf] ist eine künstlerische Beleidigung und ein gutes Beispiel struktureller Gewalt.

UBERMORGEN hat daraufhin einen Brief und eine selbstverfertigte Unterlassungserklaerung [pdf] an die TW und deren Anwaltskanzlei geschickt mit der Androhung einer Konventionalstrafe von € 23.000,00 (Euro dreiundswanzigtausend) pro Stunde. Auszug aus dem Brief an die Anwaltskanzlei: “Wir verwehren uns ausdrücklich gegen die von Ihnen vorgebrachten Weisung, diese Ihre Meinung durch uns nur im privaten aber nicht auch im öffentlichen Raum vorzubringen. In diesem Sinne verweisen wir auf die beiliegende Unterlassungserklärung und fordern Sie auf, genannte Erklärung unterfertigt bis spätestens 24. Dezember 2012 (einlangend) an unser Büro zu retournieren”.

Tatsächlich steckt hinter der nur vordergründig Kulinarik-lastigen Auseinandersetzung die Frage um die Legalität des Linksetzens an sich. Ich zitiere weiter aus der Pressemitteilung:

Normalerweise hat UM kein Interesse an Konflikten mit Provinzakteuren. UM wird seit Jahren von Unternehmen und Staaten (OMV, USA, Bundesrepublik Deutschland, FBI, Republik Oesterreich, NSA, Google, Staatsanwaelte in Deutschland, USA, Schweiz, Oesterreich, Bulgarien & England, BKA Deutschland, Amazon, IBM, etc.) juristisch und faktisch bedroht und bekaempft.

Der Verein Tirol Werbung (Obmann LH Guenther Platter, gleichzeitig Verteidigungsminister & Innenminister, Schuessel II) hat bei UM jetzt aber den richtigen Nerv getroffen, und das in der Vorweihnachtszeit und “zum Nutzen der Tiroler”. –> http://www.tirol.at/de/impressum

Ein interessanter Aspekt dieser Auseinandersetzung wird die neue Rechtsprechung im Bereich “Haftung für Links auf fremde Seiten” werden. Das Setzen von Links ist nach österreichischem Recht weder ausdrücklich verboten (obwohl einige ältere Entscheidungen des Obersten Gerichtshofes dies vermuten lassen), noch ausdrücklich erlaubt. Da das WWW ohne Linksetzen nicht denkbar ist, kann aber davon ausgegangen werden, dass das Setzen von Links grundsätzlich erlaubt ist. Allerdings sind einige gesetzliche Spielregeln zu beachten.
–> WKO: http://bit.ly/WgqOc6

Wenn die Tirol Werbung versucht, ausgerechnet Hans Extrem und Liz VLX das Hyperlinken zu verbieten, dann haben die alpinen Werber und Juristen zweifelsohne keine Ahnung, sowohl worauf als auch mit wem sie sich da einlassen… sprich: die Feiertage könnten im Herzen der Alpen noch reichlich spannend werden, denn:

UBERMORGEN wird die Drohung dennoch einigermassen ernst nehmen und (quid pro quo) Tirol Werbung und ihre Rechtsanwalts-Armada mit einem Overkill an rechtlichen und technischen Mitteln bekaempfen – selbstverstaendlich alle im Rahmen der Meinungsfreiheit, Demonstrationsfreiheit, Freiheit der Kunst, Boykotte, Negativ-Kampagnen in Oesterreich, der Schweiz und Deutschland, gewaltlosen Widerstands und des zivilen Ungehorsams. Eine Kampagne auf der Facebookseite “Tirol – Herz der Alpen” markiert den Beginn einer langen und schmerzhaften Reise –> http://www.facebook.com/tirol

Dass die beiden Künstler gute Chancen haben, legt der rechtliche Status Quo des Verlinkens durchwegs nahe, denn die oben erwähnten “zu beachtenden Einschränkungen” beziehen sich primär auf fremden Federschmuck: fremde Inhalte dürfen nicht als eigene ausgegeben werden, ferner darf nicht der Eindruck einer “unerwünschen Nahebeziehung” erweckt werden:

Offen ist auch, ob ein Website-Betreiber eine Verlinkung auf seine Website verbieten kann. Dies wird jedoch dann zu bejahen sein, wenn ein berücksichtigungswürdiger Grund vorliegt, eine Verlinkung zu unterlassen oder einen Link zu entfernen. Ein solcher Grund könnte zB darin bestehen, dass durch eine Verlinkung der Eindruck einer unerwünschten Nahebeziehung zwischen zwei Website-Betreibern erweckt wird.*

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Haustierhund, nicht zum Verzehr bestimmt.

Ich bin noch immer kein Jurist, aber dass durch die Kennzeichnung eines Hyperlinks mit den Worten “Seiten, die wir mögen, die uns aber nicht mögen” ein Naheverhältnis suggeriert wird, darf wohl getrost verneint werden. Falls nicht, so schafft die Rechtssprechung einen Präzendenzfall, der ordentlich an den Eckpfeilern des Internet rüttelt: denn bliebe es dem Betreiber einer Webseite überlassen zu entscheiden, wer auf seine Page verlinken darf und wer nicht, der Betrieb einer jeden Webseite über Nacht ganz schön teuer werden. Und sämtliche Online-Shops und Bewertungsplattformen sollten bei nicht vorbehaltlos lobpreisenden Postings sicherheitshalber auch Verlinkungen verzichten… Weave sieht das ähnlich:

Ich bin gespannt, wie sich die Causa “digitales Hundefleisch vs. Tirol Werbung” weiter entwickelt und ob der Schweizer Kanton Graubünden als dritte Partei in die juridische Schlacht zieht, immerhin bietet der Alanohof ja auch Bio Bündner-Fleisch an.


*) Ein anderer könnte auch in der intentionalen Verwendung konkurrenz-schädigender Backlink-/Keyword-Kombinationen liegen, aber soweit hat sich vermutlich noch kein Richter in die Untiefen des Blackhat-SEO vorgewagt.

Freitagsfunde: das Stahlbad zum Wochenende

Schon Adorno hatte reichlich Spaß im Schmelztiegel. Damals mag die Welt ja noch Ordnung gewesen sein, aber gegen Ende des vergangenen Jahrneunts konstatierte das britische Modeblatt “Economist” den Trend zur Spaßverpflichtung: “Heute gebe es hingegen Zwangsfun als Gewinn-maximierende Teambuilding-Maßnahme”. Der Funzwang macht uns keine Angst, Mann!

Gefährlich wird’s erst dann, wenn adoleszente junge Männer ohne stattlich zertifizierte Stunt-Ausbildung die Bühne betreten. Spielen Ihre Kinder mit dem Feuer? Dann zeigen Sie Ihnen doch dieses Video – datenschmutz übernimmt keinerlei Verantwortung für resultierende Alpträume:

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Nominierungs-Rede: Heinzelmaier bei Lorenz +1 Gedicht

Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten 2010Gestrigentags hatte ich die Ehre und das Vergnügen, vor einer illustren Schar von Schwarzgurt-Geeks im Rahmen des Wolfgang Lorenz Gedenkpreises für internetfreie Minuten die mahnende Laudatio über Nominee Bernhard Heinzelmaier zu halten. Wie es dazu kam, dass der tendenziell enorm undigitale Jugendforscher aus der beschaulichen Welt der teil-immersiven Wissenschaft mitten ins brodelnde Zentrum des Netzlebens katapultiert wurde, erklärt der folgende Text – meine Rede inklusive des abschließenden Gedichts, die hier auf vielstimmigen Leserwunsch zu veröffentlichen mir ein riesengroßes Vergnügen ist. Und nein, danke der Nachfrage: vielstimmig ist keine Floskel, sondern wir sprechen hier von 3 (in Worten: d-r-e-i!, wenn nicht gar vier) Tweets – und keines davon von mir selbst! Sozialmediale Landvermesser gewichten mangels Alternativen Twitter in Rankings derzeit durchwegs überproportional. Rechnet man dann auch noch die geringe Userbasis auf die Gesamtbevölkerung hoch, wäre eigentlich “auf Wunsch tausender Österreicher” noch Tiefstapelei. Danke Statistik, danke Bevölkerung – ich fühle mich geehrt!

Was höre ich da? Sie sind (Micro)Blogger und Social Media User aus dem Land mit dem .at hinten dran, haben aber ganz und gar keine Ahnung, was es mit diesem Lorenz-Preis für internetfreie Minuten auf sich hat? Na gut, dann mach ich ausnahmsweise mal den Blogger-Kreisky: Lernen Sie Geschichte, Herr Internetreporter! Folgendes trug sich nämlich im Rahmen des Elevate Festivals 2008 in Graz zu:

Dem “Scheiß Internet”, in das sich junge Menschen “verkriechen”, hat ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz im Herbst des Jahres 2008 den Kampf erklärt. Wenn das nicht Grund genug ist, nach dem Visionär einen Preis zu benennen, was dann? Das Wiener KünstlerInnen-Kollektiv monochrom hat deshalb den “Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten” gestiftet.

Twitter-Zeuge Heinz Wittenbrink
Twitter-Zeuge Heinz Wittenbrink.

Zurück in die Gegenwart, wir blenden um ins Lilarum. Ich habe es bereits gestern zu Beginn meiner Laudatio Nominatio im Figurentheater Lilarum erwähnt: “Heinzelmaiern” klingt durchwegs österreichischer als “schirrmachern”, aber dennoch stellt jener schicksalhafte Vortrag am Kahlenberg im Vergleich zu anderen nominierten Netz-Feinden eine, wenngleich amüsante, Randnotiz dar. Und so freue ich mich, dass ein verdienter Preisträger die lange und bewegte Geschichte des Wolfgang-Lorenz-Gedenkpreises würdig fortschreibt. Herr Staatssekretär Josef Ostermayer, befand die aus Nicole Kolisch, Jana Herwig, Manfred Bruckner, Thomas Turner und Ingrid Brodnig, hat den WOLO 2010 für den ORF-Gesetz-Pfusch redlich verdient. Der äußerst effizient vergeben Publikumspreis geht an die Austro Mechana. Seht’s doch endlich ein: die Festplatten-Urheberrechts-Abgabe ist völlig sinnlos! Wir lagern all unsere raubkopierten Wolfgang Ambros Singles längst in der Cloud.

Damit bleibt mir nur mehr, Host Johannes Grenzfurthner für einen äußerst amüsanten Abend zu danken. Und auch wenn die Zukunft des Netzes in mancherlei Hinsicht mindestens unsicher sein mag, eines ist gewiss: auch in der vierten Auflage 2011 wird der WOLO auf keinen Fall aus Mangel an Nominierungen scheitern.

Nominierungsrede für Bernhard Heinzelmaier

von Ritchie Pettauer, anlässlich des WOLO 2010

Heinzelmaiers Einzelmeinung, die der Meinungsforscher nach dem Bilde Schirrmachers schuf, übersieht eine wichtige Tatsache: Facebook fragmentiert nicht nur, es provoziert, es schwitzt geradezu Hochkultur: überall rinnt sie heraus, und keiner bewahrt sie, die Hochkultur. Aber man steigt nie rein, kriegt nie nasse Füße, wenn man lauter dämliche “Freunde” hat. Dieses Dilemma muss aber irgendwie abgedichtet werden, bevor Buridans Esel auch noch ertrinkt. Bringen Sie Ihre Rohrzangen mit. (Achtung: die haben mittlerweile Bodyscanner im Lilarum!)

Warum ist der Jugendforscher Bernhard Heinzelmaier für den Wolfgang Lorenz Gedenkpreis nominiert? Am 24.9. diesen Jahres veranstaltete die ehemalige Berater- und nunmehrige Forschergruppe Neuwaldegg die Konferenz “Digitales Managen: Wie Facebook, Twitter & Co Entscheidungen und Kommunikation in Unternehmen verändern.” Herr Heinzelmaier hielt dort einen Vortrag über “aktuelle Trends aus der Jugendkultur-Forschung”. Im großen und ganzen lässt sich zusammenfassend sagen: wie seit der Inauguration der Jugendforschung nicht anders vorstellbar, sind die jungen Menschen derzeit, noch immer bzw. schon wieder in einer extrem beschissenen Lage. Nicht zuletzt dank des Scheiß-Internet, meint Heinzelmaier. Weiterlesen

He, VISA: 90 von 40 sind wieviel Prozent?

100 Prozent von nixAmpere, Volt, Ohm, Watt, (Kilo)Wattstunden, Blind- und Scheinleistung, Wirkungsgrad… niemand behauptet, dass die physikalischen Modelle zur Beschreibung jenes Elektronenflusses, den wir gemeinhin als “Strom” bezeichnen, sich auf simple Rechenoperationen beschränken. Doch trotz aller Komplexität gilt letztendlich: Prozentwerte bleiben Prozentwerte. Ganz gleichgültig, ob wir Wahlergebnisse prognostizieren oder Umsatzsteuer bezahlen. Insofern hat mich die folgende Interviewpassage aus dem Visa-Kundenmagazin “complete” Nr. 03 – September 2010 dann doch sehr verwirrt. Yvonne Schröder spricht mit Wolfgang Anzengruber, dem Vorsitzenden des Verbund-Vorstandes, über Wasserkraft und E-Mobilität. Hier die ersten beiden Fragen:

complete: Herr Anzengruber, wie wir in der Titelgeschichte erfahren, wird es bald zu einem Engpass von Gas und Öl kommen. Als eine Lösung werden erneuerbare Energiequellen angeführt – wie setzt sich eigentlich die Energie, die der Verbund liefert, zusammen?

wolfgang anzengruber: Die Verbund-Kraftwerke decken etwa vierzig Prozent des österreichischen Stromverbrauchs (ca. 70.000 Millionen kWh pro Jahr). Der Wasserkraftanteil liegt bei 90 Prozent.

complete: In der Energiestrategie Österreich wurde festgelegt, dass bis 2020 rund 34 Prozent der Endverbraucherenergie aus erneuerbaren Energiequellen kommen sollen. Was trägt der Verbund dazu bei?

wolfgang anzengruber: Schon jetzt sparen die Verbund-Wasserkraftwerke pro Jahr 22 Mio. Tonnen CO2. Bei der Wasserkraftnutzung hat Österreich aber noch Potential […]

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Die ÖBB, ihr Social Media Missverständnis und eine erzürnte Ilse Gugg

Vorhang auf, 1. Akt: Die ÖBB macht jetzt auch was auf Facebook, genauer gesagt: ihre Agentur BBDO erdachte die wohl fiktive Person der Ilse Gugg – sie treibt sich als Proponentin eines scheinbar Bilderrätsel-basierten Gewinnspiel auf der Wall der offiziellen Facebook Page herum.

2. Akt: Social Marketeer Ed Wohlfahrt schreibt auf seinem Blog über die Kampagne, repostet dieses öffentliche Video und bindet es in seinen ausführlichen Blogbeitrag ein.

Hochspannung

3. Akt – und spätestens jetzt wird klar, warum wir es mit einem absurden Theaterstück zu tun haben: Ed bekommt einen Anruf von einer freundlichen, jedoch bestimmten Mitarbeiterin der Agentur. Er möge doch das Video von Youtube und seinem Blog entfernen, denn:

Die Schauspielerin (zur Info: Das Gesicht der Kampagne, Ilse Gugg, ist eine fiktive Person bzw. wird von einer Darstellerin verkörpert) sei schrecklich erzürnt über die unauthorisierte Verwendung des Videos auf YouTube und droht mir rechtliche Schritte an.

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An: Marco Schreuder / Re: Eine persönliche Bitte

S.g. Herr Schreuder,

ich habe mich sehr über Ihr heutiges E-Mail gefreut, auch wenn ich, obwohl Sie angeblich “in meinem Sinne aktiv waren”, erst mal keine Ahnung hatte, wer mir da schreibt. Wissen Sie, ich krieg nämlich ständig Mails von Afrikanern, die mir große Erbschaften überweisen möchten und Weißrussinnen, die ausgerechnet mich heiraten wollen. Bei denen klingt der erste Absatz meist recht ähnlich wie in Ihrem Schreiben:

Wir sind uns in den letzten Jahren, seit ich im Wiener Gemeinderat bin, real und/oder auf Facebook und im Sozial Web begegnet, bzw. hast Du meine Arbeit auf die eine oder andere Weise verfolgen können. Ich hoffe, auch in deinem Sinne aktiv gewesen zu sein. Ich möchte deine Anliegen weiter verfolgen, weiter helfen und dranbleiben. Um das zu tun brauche ich allerdings deine Hilfe.

Ich bin gerührt! Ein Politiker braucht meine Hilfe – da muss es ja wirklich schlimm stehen um die Grünen. Aber Herr Schreuder, auch wenn Ihr Name ein bisschen nach Gerd Schröder klingt, also recht polit-kompetent, fürchte ich, dass ich Sie leider enttäuschen muss. Weiterlesen

Fellnerös: Facebook-Sucht und ihre schlimmen Folgen

“Ist es ein Vogel, ist es ein Flugzeug, ist es eine Zombieinvasion?” fragten sich Milliarden Leser des tageszeitungsartigen periodischen Druckwerks “Österreich” diesen Samstag. Mehrere aufgeklärte Computerspieler wollten angesichts der blaßbleichen, orientierungslos umher taumelnden Juhsa mit dem leeren, stierenden Blick sogar ihre Notfall-Holzpflöcke aus dem versperrbaren Waffenschrank holen, inoffizielle Vertreter der katholischen Kirche sprachen vom bevorstehenden Weltuntergang und rieten ihren Gläubigern, die letzten Stunden reichlich Buße zu tun. Erstmals seit Jahren berichteten Augenzeugen von menschlichen Aktivitäten auf Myspace, Mobilfunk-Anbieter mussten 90 Minuten lang Datenverkehr-Umsatzeinbrüche von bis zu 81% hinnehmen. Was war geschehen und wie konnten unsere Kultur, unsere Ökonomie und unser Sinn für Realität so effektiv, so nachhaltig gestört werden – ganz ohne terroristische Einwirkung?

Facebookersatz
Facebook-Junkie bei der Selbst-Medikation – Ärzte befürchten zukünftige Engpässe bei der Versorgung mit Facebook-Ersatz-Serum.

Eines gleich vorweg: Nur dem unermüdlichen Einsatz modernster Technologie haben wir zu verdanken, dass das Zweitschlimmste im vorletzten Moment abgewendet werden konnte. Aber lesen Sie selbst:

Für die meisten gehört Facebook zum Tagesablauf wie Zähneputzen, viele sind süchtig. Donnerstagabend blieb ihr Schirm zumindest vorübergehend schwarz – und das hatte für einige User schlimmer Folgen. Bernd Dillinger, Experte des Institut zur Prävention von Onlinesucht: “Es gibt wenig Erfahrungswerte, aber es ist sehr gut vorstellbar, dass der Ausfall bei süchtigen Menschen Stress auslöst. Sie haben eine Art Entzugserscheinung, wenn sie nicht online sein können. Angstzustände und Nervosität sind die Folgen.”

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Ach so, deswegen

Die beste Unterhaltung, die ich in einem Forum seit langem gelesen hab, muss hier verewigt werden. Folgendes Setup: im Thread wird eine Party angekündigt, einer der Veranstalter postet postet, wie in Party-Foren üblich, den Flyer, und zwar ein einer ziemlich riesigen, weit über 1000 Pixel breiten Variante. Daraufhin entspannt sich folgender Dialog zwischen dem Veranstalter und – nennen wir ihn Joe.

Joe: Auf diesem Flyer kann man ja gar nichts lesen…hast ihn vielleicht auch noch eine Spur größer? Weiterlesen

April, April und der ultimative Führerschein

WordPress wird auch weiterhin JPEGs “unterstützen” – obwohl das CMS mit dem Rendering ohnehin recht wenig zu tun hat, dieser Job obliegt schließlich dem Browser. Diesen absurden Beitrag habe ich aber nur online gestellt, um vom eigentlichen Aprilscherz abzulenken: nein, Social Media Beratung wird kein reglementiertes Gewerbe und ich bin auch nicht Mitglied der Konzessions-Vergabe-Arbeitsgruppe. Noch nicht. :frog:

Aber den europäischen Computerführerschein gibt es ja tatsächlich. Doch aufgrund der vielen Auffahrunfälle, die vor allem von jungen Surfern verursacht werden, steht nun eine Neuregelung ins Haus. 56% aller geisterfahrenden IP-Pakete kommen von Jung-Usern, die ihren Computerführerschein erst höchstens zwei Jahre lang besitzen. Aufgrund dieser bedenklichen Entwicklung hat sich die Europäische Kommission nun entschlossen, analog zum KFZ-Führerschein verschiedene Klassen einzuführen. Die endgültige Fassung des Dokuments sieht so aus (zum Vergrößeren anklicken):

Computerführerschein-Klassen

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