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		<title>WikiLeaks als Verkaufstool einsetzen</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2010 16:45:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer einmal geheime Dokumente leakt, dem glaubt man nicht - aber wer das regelmäßig tut, wird schnell mal aus der Sicht eines westlichen Demokratie zum Terroristen, der die Grundfesten unserer Gesellschaft erschüttert. Kein Wunder, denn die steht ja in der Tat auf zunehmend wackligeren Beinchen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, es folgt keine Step-by-Step-Anleitung, wie Sie kommerziell-virale Inhalte in brisanten Dokumenten und diese auf WikiLeaks platzieren — das wäre zwar jetzt, wo Julian Assanges Beichtstuhl für Schuldgefühl-geplagte Systemfunktionäre ausnahmsweise gerade so überdurchschnittlichen viel Aufmerksamkeit von den bezahlten Hütern der Demokratie genießt, nicht der Pläne dümmster — allerdings sollte für das strategisch geschickte Platzieren von Markenbotschaften in gefälschten Botschafts-Depeschen (Obama an Putin: “A wengal an Hang zum Rassistischen ham’s scho, die Canyon-Shitters! But they know damn well how to bake Mannerschnitten!”) keine Schritt-für-Schritt-Anleitung erforderlich sein. Weniger trivial dagegen erscheint die Frage, ob solche Formen teilfreiwilliger Transparenz eine ergänzende Funktion im bestehenden demokratischen System einnehmen können oder als transformativer Impuls von “außen” verstanden werden müssen.</p>
<div align="center" style="margin-bottom:15px;"><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/12/wikileaks3.jpg" class="liimagelink" rel="lightbox[28227]"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/12/wikileaks3-600x356.jpg" alt="wikileaks3 600x356 WikiLeaks als Verkaufstool einsetzen" title="The trouble with WikiLeaks" width="600" height="356" style="border:1px solid orange;" /></a><br />
<small>[zum Vergrößern bitte anklicken.]</small></div>
<p>Man kann also, wie Kulturwissenschaftler Wolfgang Müller-Funk dies kürzlich im Ö1 <a href="http://oe1.orf.at/programm/261782" rel="nofollow" class="liexternal">Journal Panorama</a> tat, die Frage stellen, ob in der repräsentativen Demokratie as we know her das Privileg der Vertraulichkeit (noch) eine signifikante Rolle spielt oder wie Judith Denkmayr eine realistischere Sichtweise pflegen und Plattformen wie Wikileaks als notwendiges <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/korrektiv/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Korrektiv">Korrektiv</a> eines Systems deuten, das Intransparenz instrumentalisiert hat und den Wähler/Kunden recht effizient von Entscheidungsprozessen ausschließt.<span id="more-28227"></span></p>
<p>Die präferierte Sichtweise sagt wenig über Wikileaks, aber einiges über den Standpunkt des Beobachters aus — man muss keineswegs in einer Amish-Siedlung aufgewachsen sein, um das von Analogue Natives empfundene Unbehagen ob einer <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/zukunft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Zukunft">Zukunft</a>, in der technologische und politische Elite konvergieren, zu verstehen wenn nicht gar zu teilen. Auf der anderen Seite scheint sich das Vertrauen genau jener vorsichtigen Mahner, die humanistisch-politische Traditionen nicht am Digital-Altar geopfert sehen wollen, in weit höherem Maße auf Hoffnung denn auf Beobachtung zu gründen. Dass eine Synthese nicht mal als Silberstreif am Horizont zu sehen ist (sorry Hegel!), liegt an der prinzipiellen Unentscheidbarkeit der zugrunde liegenden Fragestellung: wer entscheidet, ob die transformativen Kräfte innerhalb eines Systems ausreichen, um adäquate Weiterentwicklung / Adaption an veränderte Systemparameter zu gewährleisten? Wir neigen dazu, den Status Quo als Endzustand zu betrachten — ich persönlich bezweifle allerdings stark, dass die repräsentative Demokratie in ihrer derzeitigen Form tatsächlich der politischen Weisheit letzter Schluss ist. Selbst ein SMS-Voting zu den Fragen Schul-/Gesundheits-Verwaltungs-Reform wär mir lieber als der herrschende Totalstillstand — schlimmer als Maria Theresias Bildungserbe bis in alle Ewigkeit zu hofieren kann nicht mal ein “gehacktes” Wahlergebnis sein.</p>
<p>Apropos: Dass Peter Kleissner, Computer-Sicherheitsexperte und <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/hacker/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Hacker">Hacker</a> (“Ich bin einer von den guten und stopfe Sicherheitslücken.”) eher die Piratenpartei als den digitalen Underground vertrat, verwunderte mich ebenso wie die eigenartige Definition des Moderators, dass “ein <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/hacker/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Hacker">Hacker</a> natürlich ein exzellenter Programmierer sein und sich mit Computer besonders gut auskennen müsse”. Ich erhebe Einspruch: Code-Affinität ist eine mögliche, aber keine hinreichende und schon gar keine notwendige Voraussetzungen. Es geht nicht um Technologie, sondern um Systeme, Gewohnheiten, um das Erkennen, Analysieren und Brechen von Regeln, um Manipulation: Bühnenmagier hacken unsere Wahrnehmung, talentierte Amateurschauspieler hacken die Warteschlange vorm Club (file under: “Lichttechnikerprinzip”), ich hab als ehemaliger passionierter Schwarzfahrer unzählige Male die Fahrkartenkontrolle in der U-Bahn gehackt mit ganz unterschiedlichen Scripts vom “dummen Tiroler” über “da hat wohl jemand vergessen, die Tintenpatrone im Entwerter zu wechseln (erforderliche Zutaten: ein Einzel-Vorverkaufsschein aus der Trafik, kann mehrfach verwendet werden) bis zum “Houdini Switch” (nur für Experten zu empfehlen — benötigt einen Partner mit schneller Auffassungsgabe und gültigem Fahrschein, der das Opfer spielt, alle mentalen Ressourcen des Kontrolleurs bindet, mit diesem an der nächsten Station  zerknirscht aussteigt, wo ihm dann einfällt, dass das Ticket ‘zum Glück’ ja doch in der Jackentaschen steckt).</p>
<p>Sogar vereinzelte Fälle von unfreiwilligem Selbsthacking wurden in der Vergangenheit bekannt: seit Pete und ich während unseres Studiums zwei Jahre gratis bei Subway getafelt und getrunken haben, kann ich Ihnen versichern: es gibt gute Gründe, warum auf Rabatt-Gutscheinen fast immer draufsteht “pro Person / Einkauf maximal 1 Gutschein einlösbar”. Sollte Sie mal Gutscheine in die Hände bekommen, bei denen dieser Satz fehlt, weil sich die sonst immer so penible und verlässliche Mitarbeiterin der Rechtsabteilung ausgerechnet an dem Tag beim Frühstück furchtbar mit ihrem Freund gestritten hat, der in zwei Wochen schon wieder mit seiner Punk-Band auf Tour gehen will, ganz zu schweigen von dem lästigen Vertriebsmitarbeiter aus dem Außendienst, der mit zittriger Stimme unbedingt jetzt sofort wissen musste, ob der Kunde, der behauptet “wenn ich unterhalb der Gürtellinie treffe, wird mir kein Staatsanwalt Mordabsicht unterstellen” tatsächlich Recht hat, also wenn Ihnen mal solche Gutscheine in die Hände fallen: nehmen Sie sie fest in die Hand, und zwar so viele Sie kriegen können — Sie werden viel Spaß damit haben.</p>
<p>Ich will also darauf hinaus, dass “Hacken” aus gutem Grund zu den “subversiven Künsten” zählt. Natürlich müssen Hacker die Spielregeln besser kennen als jene, die glauben, sie zu machen — egal, welches Werkzeug sie benutzen, und unabhängig, ob sie glauben, ihr okkultes (nicht übersinnlich, sondern nur einer kleinen Minderheit bekannt) Wissen zum Wohl des großen Ganzen oder zum eigenen Vorteil einzusetzen. Nun leben Projekte wie Wikileaks ebenso wie OpenLeaks, das neueste Spin-Off in Reaktion auf die immer stärkere Zentriertheit der Mutterseite auf die Person des Julian Assange, in hohem Maß von der Beteiligung einer Personengruppe, die sich entweder selbst als Hacker bezeichnen oder zumindest eine gewisse wohlmeinende Sympathie diesen modernen “Freibeutern” gegenüber verspüren.</p>
<p><a href="http://xkcd.com/834/" class="liimagelink"><img src="http://imgs.xkcd.com/comics/wikileaks.png" width="600" height="265" alt="wikileaks WikiLeaks als Verkaufstool einsetzen"  title="WikiLeaks als Verkaufstool einsetzen" /></a><br />
<small>[Cartoon: <a href="http://xkcd.com" class="liexternal">xkcd by Randall Munroe]</a></small></p>
<p>Rasch kommt die <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/diskussion/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Diskussion">Diskussion</a> über derlei Veröffentlichungsplattformen im <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/kontext/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kontext">Kontext</a> von Demokratie, Journalismus und humorloser Habermasigkeit in der Regel auf den Punkt, wo libertäre Geister regulativen Institutionen per se misstrauen, egal ob die sich auf den Wähler, den Gott, den Dollar oder alle drei berufen — und zwar völlig zu Recht. Wer nicht mit machtvoller Blind– und Dämlichkeit geschlagen ist, wird wohl kaum mehr leugnen können, dass das Wohl des Volkes seinen Vertretern Mittel, aber gewiss nicht Zweck ist. Ebenso logisch scheint daher der nächste Schritt, das Einfordern von Stärkung der <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/media-literacy/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Media Literacy">Media Literacy</a> — je früher, desto besser! Einmal mehr wären die Lehrer gefordert, viele smarte kleine User zu produzieren.</p>
<p>Aber das ist so eine Sache mit der fortgeschrittenen Media Literacy: man kann Hard– und Softskills vermitteln, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie die Schule als eines der autoritärsten, rigidesten, katastrophalsten und effizientesten Normierungssysteme aller Zeiten, jemals in der Lage sein sollte, deviantes und kritisches Verhalten anders zu fördern als dadurch, selbst abschreckendes Beispiel zu sein. So lernt man vielleicht, das Fehlstundensystem zu “hacken” (“Kleines Klassenbuch, segel tapfer bis ans Meer!”), aber das wird selbst nach der Ära Pröll, wenn wieder Hoffnung auf erneutes Nachdenken über eine Schulreform erlaubt ist, mit Sicherheit kein explizites Ausbildungsziel sein.</p>
<p>So lässt sich die grausame Wahrheit also einmal mehr auf einen sehr simplen topologischen Grundsatz zurückführen:</p>
<p><strong>Ein System der Ordnung s hoch n kann kein System der Ordnung s hoch (n+1) enthalten.</strong></p>
<p>Einmal mehr sind wir also auf die radikale Selbstverantwortung zurückgeworfen. Aber da das System bekanntlich ziemlich effektiv zurückfickt, wäre es hoch an der Zeit, die Diskussion auf eine pragmatisch-ökonomische Frage zu lenken: klassische Massenmedien als “vierte Kraft” der Demokratie erfüllen die Funktion, die Ressource Zeit bereit zu stellen — bezahlte Zeit für professionelle Journalisten, die, so die Mär, keine Pressemeldungen umschreiben, sondern selbst recherchieren, reduzieren, filtern und so weiter. Ye Olde Media röchelt aber sterbend vor sich hin, der freie Journalist wird zum Schutzpatron des Prekariats und Blogger kann man im Zweifelsfall wesentlich leichter mundtot machen als Verlage.</p>
<blockquote><p>Individualist sein wird immer aufwendiger. Früher brauchte man bloß ab und an einen Baum umarmen, mit dem Rad in der Stadt rumfahren und sich für asiatische Weisheit interessieren, heutzutage muss man schon mehrere SUVs besitzen, ständig Zigaretten rauchen und kein Gerät von Apple verwenden.<br />
<small><a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/business/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Business">Business</a>–Leitfaden für Bohemien Prolos, unveröffentlichtes Manuskript, unbekannter Autor, um 2012</small></p></blockquote>
<p>Anstatt neue Regulative und Verhaltenscodizes herbei zu fantasieren, deren Abstinenz bloß nicht intensiv am Online-Leben partizipierende User monieren, wünsche ich mir vom Christkind, dass es neben all dem Schnee auch wieder mal ein bisschen Hirn vom Himmel wirft. Denn Dokumente kann man nicht erst seit gestern anonym online publizieren — was WikiLeaks tut, ist wirklich trivial, leicht ersetzbar und wird zukünftig fixer Bestandteil des Internet sein, unter welchen URLs auch immer.</p>
<p>ABER: die Veröffentlichung mehrhundertseitiger Dokumente ist bloß der Anfang, nicht das Ziel des Weges. Das demokratiepolitische Defizit sehe ich in der fehlenden Struktur, die sich der “Nachbereitung” dieser riesigen Datenflut widmet. Social Media User tun sich leicht damit, ihre ach so reflektierte Meinung über die Wichtigkeit von WikiLeaks für das Fortbestehen der freien Welt in diese hinaus zu posaunen und spenden freudig fürs kollektive Media Budget — die beachtlichen “selbstkorrektiven” Kräfte des Netzes enden meiner Meinung nach dort ganz abrupt, wo eine Ressource knapp wird, die sich nicht durch Spenden, nicht durch Server, nicht durch technisch freie Meinungsäußerung kompensieren lässt: Aufmerksamkeit, die Universalwährung unserer Mediengesellschaft.</p>
<h3 id="toc-ein-schwacher-versuch-den-linken-die-schuld-an-meiner-schwarzfahrerei-zu-geben">Ein schwacher Versuch, den Linken die Schuld an meiner Schwarzfahrerei zu geben</h3>
<p>Eigenblogtherapie ist die beste — schon wieder eine Sitzung gespart, jedes Posting eine Aufarbeitung früherer Traumen! Es war mein erstes Semester in Wien, ich hatte erste wenige Freunde auf meiner Real-Life-Profilpage. Die Konservativen ÖH-Heinis veranstalteten und besuchten beschissene Partys, im EKH und in der Arena gab’s damals dagegen sehr nette Acid-Techno-, Jungle– und Breakbeat Kaffeekränzchen. (#Lego-Soundsystem #Musikmaschine). Ich rollte also ein Weilchen mit den Linkslinken um den Block und hatte gleich mal am ersten Abend einiges gut zu machen — erstens hatte ich eine politisch unkorrekte Burenwurst beim Standler erworben (“Wir kaufen unseren Proviant bei den türkischen Brüdern.” Ja okay, deren Fladenbrot und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sucuk" rel="nofollow" class="liwikipedia">Sucuk</a> schmeckten weit besser, aber das schien hier nicht der Punkt zu sein) und zweitens hatte ich auf die Frage, ob ich das Gesamtwerk von Marx gelesen hätte, geantwortet: “Gibt’s die Drehbücher zu kaufen? Ich hab bloß die Filme gesehen, Groucho ist mein Favorit”. Eine junge Dame, deren innere Schönheit vermutlich noch nie in ihrem Leben von Make-Up übertüncht worden war, was man von ihrer paramilitärischen Kleidung nicht gerade sagen konnte, warf mir einen Blick zu, der bei längerem Augenkontakt zu temporärer Unfruchtbarkeit hätte führen können. Bevor irgendwem auffiel, dass ich gar kein Kommunist war, musst dringend etwas geschehen.</p>
<p>“Genossen”, hub ich an, “der Staat nimmt uns aus wie die Weihnachtsgänse und öffentlicher Verkehr ist ein öffentliches Gut, das allen Proletariern 24h um die Uhr gratis zur Verfügung stehen sollte!” Alle nickten zustimmend. Tja, die Zeiten haben sich geändert, mittlerweile sind die Rastalocken weg, die ehemaligen Revoluzzer haben Jobs, zahlen Steuern und bekämpfen das System von innen: einer schreibt täglich das Impressum für eine U-Bahn Zeitung, ein anderer unterrichtet an der School of Wasted Talent “Fortgeschrittenen Populismus” und verdingt sich als Teilzeit-Hassprediger bei einer Anti-Homosexuellen-Organisation — nur ich geh immer noch am und zu zum selben Türken, ess’ mein Fladenbrot mit Sucuk und denk mir: lieber Stammkunde als Genosse!</p>
<p>Trotzdem saß mir jahrelang die Angst im Nacken, einer von denen könnte mich beim U-Bahn-Fahren erwischen, wie ich gerade kontrolliert werde und einen Fahrschein besitze. Ja, so war das damals in 90ern, heute könnte man das natürlich nicht mehr machen — aber das waren noch ganz andere Zeiten, kann man unmöglich vergleichen — eben ein anderes Jahrhundert. Männer trugen noch Hüte, wenn sie das Haus verließen, auf internationalen Flügen wurde der Jive getanzt, Terroristen forderten Lösegeld, in Großbritannien durften erstmals Frauen Zahnmedizin studieren, Alkohol war strengstens verboten, dafür gab’s damals auf jeder öffentlichen Toilette einen Zigaretten– und einen Automaten für harte Drogen. Holland gehörte zu Spanien, Lammfleisch war noch nicht erfunden und die Zukunft schien rosig, sofern es uns gelingen würde, Natur künstlich mithilfe von Atomkraft herzustellen. Vor allem aber hatten wir keine Smartphones, keine PDAs, keine Zeitungen, und die dichten schwarzen Schwaden des U-Bahn-Dampftriebwagens macht das Entkommen wesentlich einfacher.<br />
150 Jahre später ist natürlich alles anders, ich hab eine Monatskarte — aber wenn wir mal gemeinsam in der U-Bahn unterwegs sind und Sie Ihre “vergessen” haben, mach ich mit Vergnügen den Komplizen beim Houdini Switch!</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>Wienwahl: 9 Parteivorstellungen und 1 Nichtwahl-Empfehlung</title>
		<link>http://blog.datenschmutz.net/2010-10/wienwahl-9-parteivorstellungen-und-1-nichtwahl-empfehlung/</link>
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		<pubDate>Fri, 08 Oct 2010 01:03:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Wienwahl steht am Wochenende ins Haus - wird die SPÖ ihre absolute Mehrheit behalten? Und wer tritt überhaupt zur Wahl an? datenschmutz informiert ausgesprochen subjektiv.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie immer auch die Wienwahl am Sonntag ausgegangen sein wird, ein Faktum steht schon jetzt, fernab von Wählerstrom-Analysen und Wahlkarten-Unwägbarkeiten mit unumstößlicher <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/sicherheit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Sicherheit">Sicherheit</a> fest: alle wahlwerbenden Parteien werden ein fantastisches <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/ergebnis/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Ergebnis">Ergebnis</a> erzielt haben und den Wählern für ihr großes Vertrauen gedankt haben. Die machen das immer so, siehe Steiermark! Ich kann mir das nur dadurch erklären, dass Politiker aus zartem Holz geschnitzt und nahe am Wasser gebaut sind, kurz: nicht mit Niederlagen umgehen können. Also gibt eben  keine und “wir machen uns die Welt wide-wide-wie sie uns gefällt!” Dennoch wär’ Pippi  Langstrumpf natürlich keine gute Politikerin gewesen, nicht nur Outfit-mäßig — einfach so daher sagen, was einem in den Sinn kommt, bringt ja in den meisten Parteien je nach Clubkultur basisdemokratische oder top-down-Probleme mit sich.</p>
<p>(Exkurs: Ausgenommen BZÖ und FPÖ, hier gehört völlig Abwesenheit von Eigenreflexion schließlich zur Politkultur. Ich bezeichne mich selbst als liberal, und dass einer der beiden Populistenvereine “freiheitlich” im Namen trägt, fügt der langen Liste unfreiwilliger Pointen eine neue hinzu. Und wenn, wie neulich bei ATV” Meine Wahl”, manche Seher Sylvia Saringer und Meinrad Knapp vorwerfen, die FPÖ respektive <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/hc-strache/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with H.C. Strache">H.C. Strache</a> anders als die anderen Parteien zu behandeln, dann kann ich nur sagen: diese Seher haben recht. Und Sylvia und Meinrad haben ebenfalls recht, denn die FPÖ ist keine “normale” Partei und sollte auch nicht wie eine solche behandelt werden. Das meine ich ganz und gar nicht sarkastisch, und im Gegensatz zum BZÖ wird es diesen Verein wohl leider noch länger geben. Deren Bodensatz-Auflesen der Unzufriedenheit, dieses <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/spiel/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Spiel">Spiel</a> hart an der Grenze zur gesetzlich verbotenen Verhetzung sollte bei *jeder* Gelegenheit als das vorgeführt werden, was es ist: eine zynisch-kalkulierte Groteske auf Kosten eines optimistischen Zukunftsbilds. Wenn die Versammlungen dieser nicht-islamischen Hassprediger einen <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/twitterwall/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Twitterwall">Twitterwall</a> hätte, sollte der Hashtag #widerlich lauten. Ende des Exkurses.)</p>
<p>Wahlempfehlungen sind ja sowas von Old Media, Foursquare eignet sich auch nicht so wahnsinnig toll für die Wahl-Vorberichterstattung, was also macht der tendenziell eher unpolitische Blogger? Er findet, dass Sie, liebe Wienerin, und Sie, lieber Wähler, idealerweise am kommenden Sonntag (oder vorher via Wahlkarte) wählen sollte, denn wie der Hip Hopper so schön sagt: “This is my city.” Also entscheiden Sie mit, machen Sie Ihr Kreuzerl wo immer sie wollen (idealerweise nicht bei FPÖ oder BZÖ, soviel negative Wahlempfehlung muss dann doch sein). Wer zuhause bleibt, darf nämlich nachher auch nicht jammern, und  nicht jammern zu dürfen, muss doch Schrecklich sein für alle Wiener. In diesem Sinne — wer steht zur Wahl? datenschmutz beschreibt für den fragmentierten Internet-Leser in aller gebotenen Kürze sämtliche wahlwerbenden Gruppierungen, wie sie auf der offiziellen <a href="http://www.wien.gv.at/wahlinfo/index.html" class="liexternal">Wienwahl-Seite</a> gelistet sind, aber selbstverständlich wesentlich tendenziöser — denn wie schon öfter erwähnt: ich bin kein Journalist und ich berichte nicht. Aber man macht sich halt so seine Gedanken, nicht wahr?<span id="more-23705"></span></p>
<h2 id="toc-plattform-direkte-demokratie">Plattform Direkte <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/demokratie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Demokratie">Demokratie</a></h2>
<p>Wer tritt an in der Schlacht um <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/wien/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Wien">Wien</a>? Neben den chancenreichen Parteien gibt es auch einige kleinere Gruppierungen, die sich um einen Einzug in den Wiener Gemeinderat bemühen. Grundsätzlich sehr sympathisch finde ich das zentrale Anliegen der <a href="http://www.demokratie.at/" class="liexternal">DEM — Plattform Direkte Demokratie</a>. Die Abkürzung PDD ist ja leider schon von der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Partei_Deutscher_Demokraten" rel="nofollow" class="liwikipedia">Partei Deutscher Demokraten</a> belegt. Die existiert zwar nicht mehr, aber wollen wir hoffen, dass der nur im 22. Bezirk antretenden DEM ein ähnliches Schicksal erspart bleiben möge:</p>
<blockquote><p>Stets blieben Zweifel an der Arbeitsfähigkeit der Partei. Eine Statistik des Deutschen Bundestages wies Ende 1991 nur 15 Mitglieder auf. Im Jahr 2000 löste sich die Partei wieder auf.</p></blockquote>
<h2 id="toc-slp">SLP</h2>
<p>Wir wenden den Kopf etwas weiter nach links und stoßen — nur im Wahlkreis Brigittenau! — auf die Partei mit dem unbestritten längsten Namen und der kürzesten URL. Der vermutlich schlagkräftigste Treiber des Online-Wahlkampfs dürfte von der Kollateral-Traffic durch Tippfehler von NLP-Suchenden sein, allein ich fürchte: diese Zielgruppe konvertiert nicht. Aber wie auch immer, die <a href="http://www.slp.at/" class="liexternal">SLP — Sozialistische LinksPartei — Liste Rassismus schafft keine Jobs — Geld für Soziales statt für Banken und Konzerne</a> definiert sich zu einem beträchtlichen Grad über den Kampf gegen den Kapitalismus und scheint, auch ich mich der Forderung nach einer Mindestpension von €1.200 nur anschließen kann, eine wenig attraktive Alternative für <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/unternehmer/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Unternehmer">Unternehmer</a> zu sein:</p>
<blockquote><p>Kapitalismus bedeutet Umweltzerstörung und Chaos. Nachhaltigkeit und Wohlstand durch eine demokratisch geplante Wirtschaft, die von gesellschaftlichen Bedürfnissen und nicht von Aktienkursen &amp; Profiten bestimmt wird.</p></blockquote>
<h2 id="toc-lif">LIF</h2>
<p>Da würde selbst unter günstigsten wahlarithmetischen Bedingungen keine Koalition mit der Partei mit dem kürzesten Namen zustande kommen. Das <a href="http://www.liberale.at/" class="liexternal">LIF — Liberales Forum</a> tritt nicht in den Wahlkreisen Hietzing, Rudolfsheim-Fünfhaus und Döbling an, besorgte Stadtplaner befürchten ob kurzfristiger Verlängerung des Hauptwohnsitzes Massen-Emigrationen aus den genannten Bezirken. Aber irgendwie hat das LIF nie so richtig existiert, scheinbar das Schicksal einer jeden FPÖ-Abspaltung. Was uns gleich zur nächsten wahlwerbenden Gruppierung überleitete, wären da nicht noch Marx’ Erben:</p>
<h2 id="toc-kp">KPÖ</h2>
<p>Die Groucho-Partei, nein, nur Spaß, die <a href="http://wien.kpoe.at/news/" class="liexternal">KPÖ — Kommunistische Partei Österreichs — Linke Liste</a> differenziert sich von der SLP vermutlich vor allem dadurch, dass sie nicht nur Brigittenau antritt. Nicht nur optisch hat die Seite etwas sehr parodistisches, Listenplatz-2-Kandidat Refet Eskis Einfallslosigkeit ringt mir durchwegs ein Lächeln ab:</p>
<blockquote><p>Die Arbeiter und Bauern, die die Last der heutigen kapitalistischen Weltordnung tragen, und deren Probleme haben im Mittelpunkt zu stehen.</p></blockquote>
<p>Jo eh. De Landwirtschaft ist ein großer Thema. Aber zählen die Wissensarbeiter eigentlich auch zu den Arbeitern… irgendwie schon skurril, dass Leute noch Jahre nach dem Zusammenbruch des Kommunismus hartnäckig im demokratischen Kontext eine “neue gesellschaftliche Ordnung” propagieren.</p>
<h2 id="toc-bz">BZÖ</h2>
<p>So weit geht der parteiartige Kärntner Traditionsverein <a href="http://www.bzoe.at/" class="liexternal">BZÖ — Bündnis Zukunft Österreich — Liste Walter Sonnleitner</a> nicht. Vermutlich erscheinen derart hohe Ziele angesichts des Überlebenskampfs der eigenen Organisation auch eher sekundär, wollen die Akteure doch mit grandioser Hartnäckigkeit einfach nicht wahrhaben, dass Jörg Haider das Bündnis mit einem großen Crash nachhaltig aufgelöst hat, ganz im Gegensatz zu den mysteriösen Konten. Und damit kommen wir endlich zu den “richtigen” Parteien, wobei man über die nächsten zwei natürlich trefflich streiten könnte.</p>
<h2 id="toc-fp"><strike>FPÖ</strike></h2>
<p>Da wäre einerseits der grinsende Zahntechniker mit seinen Disko-Kumpels, der in seiner frühen Jugend von ein paar Ausländern mal so richtig ein paar aufs Maul bekommen haben muss. Warum die <a href="http://www.fpoe-wien.at/" rel="nofollow" class="liexternal">FPÖ — Freiheitliche Partei Österreichs</a> das an sich positive Attribut “freiheitlich” im Namen trägt, habe ich noch nie kapiert, da scheint der Schwenk auf “die soziale Heimatpartei” durchaus folgerichtig, zumal die Heimat ja national ist und man das Verbotsgesetz ja irgendwie umgehen muss. (Frage an die mitlesenden Juristen: Könnte mich die FPÖ klagen, wenn ich hier am <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/blog/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Blog">Blog</a> behaupten würde, dass vielleicht nicht Kickl, aber vermutlich einige andere, könnten sie, wie sie wollten, ihren Haufen doch lieber sozialistischnationale Partei als FPÖ nennen täten wollen würden? Ich glaube natürlich nicht, dass sie das wollen, wär mir auch zu riskant, sowas zu schreiben. Das ist alles rein hypothetisch und entbehrt jeglicher objektivierbarer Grundlage, ich kenne die Herren nicht mal persönlich. Und ginge das auf einem <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/blog/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Blog">Blog</a> dann unter “quasi-schurnalistische Freiheitlichkeit” durch oder würden mich Klagsfall die Roten oder Grünen supporten, weil ich’s dem Rechtsextremismus gezeigt haben würde und mit meinem <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/blog/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Blog">Blog</a> in die Kategorie “David gegen Goliath” — laut Christian Mikunda ein gut funktionierendes dramaturgische Script -, fallen würde, oder würde mich die SPÖ nicht unterstützen, weil sie lieber mit der FPÖ kopulieren möchte? Man fragt sich halt so Rechtsfragen als Blogger.)</p>
<h2 id="toc-grne">Grüne</h2>
<p>Da sind die Grünen schon ein wesentlich sympathischerer Haufen sesselklebender Berufspolitiker mit Kompetenzdefiziten — man kann ihnen nicht vorwerfen, dass sie gegen irgendwen hetzen würden. Außer gegen die FPÖ, und die hat’s nun wirklich verdient. Und ein bisschen gegen SUV-Fahrer. Und Leute, die eben nicht so richtig ins tief verinnerlichte “Mir-san-mir” Kumpelgefüge samt impliziter Werteordnung passen. Aber dass Top-Down Basisdemokratie einen so richtig zerreißen kann, musste die <a href="http://wien.gruene.at/" class="liexternal">GRÜNE — Die Grünen — Grüne Alternative Wien</a> ohnehin schon leidvoll in zwei Bezirken erfahren, also wollen wir nicht keine alternativen Heiltropfen in offene Wunden träufeln. Ein kanadischer Bekannter, der schon lange in Österreich lebt, hat mal zu mir gesagt: “Die Grünen sind wie der weltfremde Neffe aus Iowa: kurios, durchaus nett und umgänglich, kreativ, aber beruflich möchte man nicht mit ihm zu tun haben: zu eingefahrene Denkmuster.”</p>
<h2 id="toc-vp">ÖVP</h2>
<p>Kommen wir zu den beiden momentanen Koalitionsparteien, die eine Ebene höher über das ganze Land wachen und fürsorglich die Steuerreform hintan geschoben haben: eine Kröte anstatt des Wahlzuckerls könnte den Wiener Kollegen den Brei ver… jetzt hätt ich fast verscheißen geschrieben. Versalzen natürlich, versalzen! Um Gottes Willen. Wir sind hier ja nicht auf DerStandard.at. Aber zurück zum Sicherheitsbedürfnis: Marek will ihren Beitrag leisten. Und ja, eh: in Wien muss sich was ändern, der sozialistische Zustand ist keine Dauerlösung, vor allem nicht für den Wirtschaftsstandort Wien. Aber so sehr Häupl und seine Vasallen sich an die totale Alleinherrschaft gewöhnt haben mögen, sie machen gewiss nicht alles falsch. Und damit spiele ich keineswegs auf Wiens Platz 1 in der vielzitierten Lebensqualitätsliste an, denn diese Umfrage, das wird meist nicht dazugesagt, wird unter Top-Managern durchgeführt.</p>
<p>Muss man denn wirklich “Es geht auch anders” plakatieren? Das erinnert mich an einen Spruch, den österreichische Heranwachsende immer wieder zu hören bekommen: “Ich kann auch andere Saiten aufziehen!” Und dann gibt’s da noch dieses kleine Wörtchen im “Wertekanon”, das mich einfach nicht guten Gewissens die <a href="http://oevp-wien.at/" class="liexternal">ÖVP — Österreichische Volkspartei</a> wählen lässt:</p>
<blockquote><p>Wir verstehen uns als moderne christdemokratische Partei, als Partei des liberalen Rechtsstaats und einer offenen Gesellschaft. Wir bekennen uns zur ökologischen Nachhaltigkeit, zur  ökosozialen Marktwirtschaft und zu einem bürgernahen, sozialen und wirtschaftstarken Wien im Herzen eines geeinten Europas.</p></blockquote>
<p>Haben Sie’s gefunden? Ja, genau. “christ” meine ich. Ich verkneife mir jetzt eine Schimpftirade auf den Popen und seine schwachsinnigen Vasallen, aber demokratisch würd vollkommen reichen, echt jetzt. I’m all for liberalen Rechtsstaat und so, aber als überzeugter Agnostiker kann ich mit sehr viel mit Ethik, aber rein gar nix mit christlicher Moral anfangen. Religion und Politik sind wie Öl und Wasser: man kann schütteln und eine Mischung erzeugen, aber früher später hat die das natürliche Bestreben, sich wieder zu trennen. Ich will jetzt nicht so weit gehen zu behaupten, die Religion sei die Ölpest auf dem Meer der Politik, aber in einer einzigen Sache halt ich’s ganz mit der Bibel: sein Königreich ist nicht von dieser Welt — und damit Privatsache im genuinen Sinn des Wortes, aber Politik nun mal per definitionem nicht. Aber der “Schwarze Pfeffer fürs rote Wien” hat was für sich: Alleinregierungen neigen nun mal zu Kontrollverlusten.</p>
<h2 id="toc-sp">SPÖ</h2>
<p>So, wir hätten also alle Parteien durch! Momenterl, da fehlt ja noch jemand! Bühne auf für “Bürgermeister Michael Häupl — einen echter Wiener”, der auch diesmal wohl kaum untergehen wird. Die <a href="http://2010.wien.spoe.at/" class="liexternal">SPÖ — Sozialdemokratische Partei Österreichs</a> setzt alles in Bewegung, sogar die U-Bahnen an Wochenendnächten. “Weil er Wien auch in schwierigen Zeiten sicher führt”. Sind sie denn besonders schwierig, die Zeiten? Ich habe schon bei einigen Wienwahlen mein aktives Stimmrecht ausgeübt, und soweit ich mich erinnere, war es immer unglaublich kritisch, ja geradezu an der Kippe: stets drohte die Absolute der Roten zu zerbröckeln: mal schienen die rechten Demagogen das fehlende Prozent abzubeißen, mal wirkte es, als könnten die Grünen mehr werden als Nicht-amtsführende-Stadträte von Häupls Gnaden. Aber geändert hat sich niemals nix. Wie muss Faymann, der alte Wiener Wohnungsstadtrat, diese Zeiten vermissen, als man Stadt– und Parteibudget noch kreativ balancieren konnte!</p>
<p>Nein, die SPÖ macht ihren Job nicht so schlecht. Aber sie würd ihn verdammt noch mal viel besser machen, wenn ein “Juniorpartner” ihr in den richtigen Momenten einen kleinen Stups (oder wenn nötig auch einen kräftigen Arschritt) gäbe. On y va, wie der Franzose sagt, “man wird sehen”.</p>
<p>Damit hätte ich meiner demokratischen Blog–<strike>Pflicht</strike>–Freiwilligkeit genüge getan und alle Parteien verlinkt (nur FPÖ und BZÖ natürlich mit nofollow). Eine Entscheidungshilfe kann ich Ihnen leider nicht geben: rot bedeutet weiter Stillstand (aber keineswegs den schlechtesten aller möglichen Stillstände), blau Hetzerei  und Populismus. Und wenn’s blöd geht, wird’s am Ende noch rot-blau. Wollen wir hoffen, dass das nicht passiert: rot-schwarz oder rot-grün wären mir persönlich bedeutend lieber, falls es mit der absoluten diesmal dann doch nicht klappen sollte.</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
Wenn Sie diese Meldung auf einer Homepage sehen, wurde der betreffende Beitrag widerrechtlich und ohne die Zustimmung des Autors veröffentlicht.<br /><em>Digitaler Fingerabdruck / digital Fingerprint: c1d7d6ed6691c7c25dbb043c9a689294</em></small>]]></content:encoded>
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		<title>An: Marco Schreuder / Re: Eine persönliche Bitte</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Sep 2010 14:59:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Marco Schreuder tritt für mehr DJ-Kurse an den prekären Wiener Musikschulen ein. Und er meint es tatsächlich ernst.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>S.g. Herr Schreuder,</p>
<p>ich habe mich sehr über Ihr heutiges E-Mail gefreut, auch wenn ich, obwohl Sie angeblich “in meinem Sinne aktiv waren”, erst mal keine Ahnung hatte, wer mir da schreibt. Wissen Sie, ich krieg nämlich ständig Mails von Afrikanern, die mir große Erbschaften überweisen möchten und Weißrussinnen, die ausgerechnet mich heiraten wollen. Bei denen klingt der erste Absatz meist recht ähnlich wie in Ihrem Schreiben:</p>
<blockquote><p>Wir sind uns in den letzten Jahren, seit ich im Wiener Gemeinderat bin, real und/oder auf Facebook und im Sozial Web begegnet, bzw. hast Du meine Arbeit auf die eine oder andere Weise verfolgen können. Ich hoffe, auch in deinem Sinne aktiv gewesen zu sein. Ich möchte deine Anliegen weiter verfolgen, weiter helfen und dranbleiben. Um das zu tun brauche ich allerdings deine Hilfe.</p></blockquote>
<p>Ich bin gerührt! Ein <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/politiker/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Politiker">Politiker</a> braucht meine Hilfe — da muss es ja wirklich schlimm stehen um die Grünen. Aber Herr Schreuder, auch wenn Ihr Name ein bisschen nach Gerd Schröder klingt, also recht polit-kompetent, fürchte ich, dass ich Sie leider enttäuschen muss.<span id="more-23264"></span></p>
<p>Was Sie da in Ihrem aktuellen Clip so <a href="http://www.marco-schreuder.at/2010/09/60-sekunden-kulturpolitik.html" rel="nofollow" class="liexternal">daher brabbeln</a>, das geht wirklich auf kein Tarnnetz: “Wir brauchen viel mehr Investitionen in <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/musikschulen/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Musikschulen">Musikschulen</a>. Die Grünen wollen in jedem Bezirk eine Musikschule mit ausreichender Ausbildung vor allem auch von popkulturellen Elementen oder DJing,” sagen Sie in Ihrem aktuellen Video. Aber weil Sie nicht der Kasperl aus <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/dem/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with DEM">dem</a> Wurstlprater und auch nicht der Flex-Sonic sind, sondern der Kulturversprecher der Wiener Grünen, wollte ich mal genauer nachfragen, wie Sie sich den DJ-Unterricht in den Wiener Musikschulen eigentlich so vorstellen. Das könnten Sie ruhig mal ausführlicher erklären. “Hojak, Scratchen, 5″ — stell ich mir durchaus unterhaltsam vor.</p>
<p>Überhaupt ist das, lieber Marco Schreuder, eine schwierige Sache mit diese Kültür. Top-Down funktioniert ja nicht mal mehr in der Josefstadt richtig, und irgendwie wirkt der durchschnittliche Opernbesucher auf mich wesentlich unverkrampfter als Sie und Ihre Parteikollegen. Ein wenig früher, als alles noch ein bisschen besser war (direkt nach Hainburg und so), da konnte man sich wenigstens drauf verlassen, dass naturverbundene Basisdemokraten ihre Linksdialektik aus dem FF beherrschten. Das scheint sich geändert zu haben, denn, Marco Schreuder, ich muss Ihnen mal was verraten: <em>eine <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/kultur/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kultur">Kultur</a> ist keine Leberwurstsemmel</em> und es macht einfach überhaupt keinen Sinn, von “kultureller Nahversorgung” zu sprechen. Klingt zwar irgendwie so, als würd man sich den “Nöten und Ängsten des skurrilen kleinen Mannes” annehmen, sagt aber was ganz anderes. (“Erna, die Kultur geht uns aus! Wir müssen in den 2. ziehen.”)</p>
<p>Wer unreflektiert in derartig üble Rhethoriken verfällt, neigt nämlich dazu, einen wesentlichen Punkt zu übersehen: irgendwer muss nun mal bestimmen, was die “Kultur” ist, mit der “nahversorgt” werden soll. Solche Modelle haben, dies noch als abschließender kleiner Hinweis an Sie, in diversen Diktaturen immer sehr gut funktioniert. Mangels Protestmöglichkeiten. Denken Sie doch mal über <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/enablement/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Enablement">Enablement</a> statt Distribution nach — fördern, was man selber sympathisch findet, wär ja sowieso bloß die Fortführung der <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/spoe/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with SPÖ">SPÖ</a> Politik… oder?</p>
<p>leicht bestürzt,<br />
Ihr Blogfried datenschmutz</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>Wienwahl: 2x2 Karten für die ATV Elefantenrunde</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Sep 2010 04:30:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[[ 3. Oktober 2010; 20:10 bis 22:10. ] Am 3. Oktober lädt ATV die Spitzenkandidaten der Wienwahl 2010 zur interaktiven Elefantenrunde in die Wiener Stadthalle - 20 datenschmutz Leserinnen und Leser können dem Spektakel live vor Ort beiwohnen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table class="ec3_schedule"><tr><td colspan="3">3. Oktober 2010</td></tr><tr><td class="ec3_start">20:10</td><td class="ec3_to">bis</td><td class="ec3_end">22:10</td></tr></table><p>Das ORF-Monopol auf sogenannte “Elefantenrunden” ist gebrochen — vor <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/dem/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with DEM">dem</a> Ergebnis der <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/wienwahl/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Wienwahl">Wienwahl</a> zittern Lokal– und Bundespolitiker so sehr, dass sich sogar die <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/spoe/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with SPÖ">SPÖ</a> wie weiland vor der NR-Wahl nicht mehr traut, im Privatfernsehen durch Abwesenheit zu glänzen. Am kommenden Sonntag, <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/dem/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with DEM">dem</a> 3. Oktober 2010, lädt ATV die Spitzenkandidaten der vier Parteien (<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/bzoe/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with BZÖ">BZÖ</a> und KPÖ kann man nun wirklich nicht als “Parteien” bezeichnen) und 4 datenschmutz Leser in die Wiener Stadthalle ein. Jawoll-mit-Doppel-L, richtig gelesen: Sie können den gewiss hitzigen verbalen Schlagabtausch nicht nur im <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/fernsehen/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Fernsehen">Fernsehen</a>, sondern live vor Ort erleben. Martin Thür  findet nämlich genau wie ich, dass datenschmutz Leser <a href="http://www.facebook.com/datenschmutz?v=wall&#038;story_fbid=121379577915107&#038;ref=mf" class="liexternal">die besten</a> sind und hat mir 2x2 Tickets für die große Live-Horror-Show in der Stadthalle zur Verlosung überlassen. Muchos Gracias!</p>
<div align="center"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/wienwahl.jpg" alt="wienwahl Wienwahl: 2x2 Karten für die ATV Elefantenrunde" title="Wien hat die Qual der Wahl" width="600" height="537" style="border:1px solid gray;" /></div>
<p>Wer Interesse hat, am 3. Oktober Bundeshauptstadt–<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/politik/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Politik">Politik</a> mal ganz hautnah zu erleben, ist hiermit herzlich zur groß Live-Show eingeladen — ich werd mir das auf jeden Fall anschauen, denn bei der letzten ATV “Meine Wahl” Aufzeichnung (es ging drum, ob Heinz Fischer oder Fischer Heinz Bundespräsident wird) hatten wir im Bloggers’ Newsroom einen Heidenspaß. Gemeinsam ablästern macht eben doppelt Freude!</p>
<p>Hier die Eckdaten in aller Kürze:</p>
<blockquote><p>Eingang ist der Haupteingang der Halle F am Roland-Rainer Platz  (gegenüber  Lutz /Hütteldorferstraße, U6 Station Burggasse, 1150 Wien).<br />
Bitte vor 19:20 Uhr kommen, wegen Security Check und Akkreditierung. Die Sendung dauert von 20.10 Uhr bis 22.10 Uhr.</p></blockquote>
<h2 id="toc-wie-komme-ich-zu-meiner-akkreditierung">Wie komme ich zu meiner Akkreditierung?</h2>
<p><span id="more-23262"></span></p>
<p>Wer am Sonntag bei der Aufzeichnung in der Stadthalle dabei sein möchte, hinterlässt einfach einen Kommentar zu diesem Beitrag; ich muss bis Freitag die Gästeliste an Martin schicken. Ich kann wie gesagt 2x2 Karten vergeben, daher:</p>
<ul>
<li>Wenn mehr als 2 datenschmutz-Leser mitmachen, entscheidet das Los.</li>
</ul>
<p>In jedem Fall werden die Gäste/Gewinner am Freitag verständigt, also bitte unbedingt eine gültige E-Mail Adresse eingeben! (Man kann auf datenschmutz auch kommentieren, ohne die E-Mail anzugeben; aber dann wird’s schwierig mit der Akkreditierungsbestätigung, und da die Aktion recht kurzfristig stattfindet, tu ich mir schwer, den Andrang abzuschätzen.) Und: Das ist zwar kein “Gewinnspiel” im klassischen Sinn, aber man weiß ja nie, hinter welchem Busch ein Jurist lauert, insofern: es gelten die üblichen <a href="http://blog.datenschmutz.net/gewinnspiele/#tnb" class="liinternal">Teilnahmebedingungen</a>.</p>
<h3 id="toc-die-live-diskussion">Die Live-Diskussion</h3>
<p>Die Wogen dürften hoch schlagen, sowohl bei den Gästen als auch beim Publikum, dessen Zusammensetzung nicht unbedingt den realen politischen Kräfteverhältnissen entspricht:</p>
<blockquote><p> Die politische Konfrontation wird vor Publikum ausgetragen, wobei ATV das Kartenkontingente per Vorkaufsrecht zu gleichen Teilen auf SPÖ, ÖVP, FPÖ und Grüne aufgeteilt hat. Moderiert wird die Sendung von Sylvia Saringer und Meinrad Knapp. <small>[<a href="http://derstandard.at/1285199184435/Wien-Wahl-ATV-und-Puls-4-mit-eigenen-Elefantenrunden" rel="nofollow" class="liexternal">DerStandard.at</a>]</small></p></blockquote>
<p>Ähnlich wie bei <a href="http://blog.atv.at/ampunkt" class="liexternal">Am Punkt</a> setzt ATV auf rege Publikumsbeteiligung: bereits im Vorfeld können Fragen an die Spitzenkandidaten <a href="http://atv.at/contentset/821732-atv-meine-wahl/1193425" class="liexternal">deponiert</a> werden. Moderiert wird die Diskussion von Sylvia Saringer und Meinrad Knapp. Den “windigen” Trailer finde ich ausgesprochen gelungen:</p>
<div align="center"><script src="http://pro.hit.gemius.pl/gstream.js"></script><object width="400" height="350"><param name="movie" value="http://atv.at/flash/EmbedPlayer/EmbedPlayer.swf" /><param name="FlashVars" value="environment=production&amp;configPath=http%3A%2F%2Fatv.at%2Fflash%2Fflash%2FEmbedPlayer%2F&amp;contentSetId=821732&amp;activeClipId=1200229"><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="allowFullscreen" value="true" /><embed src="http://atv.at/flash/EmbedPlayer/EmbedPlayer.swf" width="400" height="350" name="EmbedPlayer" allowScriptAccess="always" allowFullscreen="true" type="application/x-shockwave-flash" flashvars="environment=production&amp;configPath=http%3A%2F%2Fatv.at%2Fflash%2Fflash%2FEmbedPlayer%2F&amp;contentSetId=821732&amp;activeClipId=1200229"></embed></param></object><br /><a href="http://atv.at/contentset/821732-ATV%20Meine%20Wahl/1200229/0" class="liexternal">ATV Meine Wahl</a> auf <a href="http://www.atv.at" class="liexternal">ATV.at</a></div>
<p>2 Stunden große Politik-Theater, 2 Stunden Live-Fernsehen, 2 Stunden Stadthalle — aber wer hat schon an einem Sonntagabend 6 Stunden Zeit? ATV erledigt das alles in einem Drittel der Zeit, und es würd mich freuen, Sie / dich am kommenden Sonntag in der Wiener Stadthalle zu treffen. Ich meine, die Diskus-Inquisition könnte durchaus unterhaltsam werden und idealerweise Anhaltspunkte für die diesmal ohnehin reichlich schwierige Wahlentscheidung liefern.</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
Wenn Sie diese Meldung auf einer Homepage sehen, wurde der betreffende Beitrag widerrechtlich und ohne die Zustimmung des Autors veröffentlicht.<br /><em>Digitaler Fingerabdruck / digital Fingerprint: c1d7d6ed6691c7c25dbb043c9a689294</em></small>]]></content:encoded>
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		<title>Netzneutralität statt ACTA-Wahnsinn</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Sep 2010 21:49:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute nachmittag diskutierte ich beim Internet Summit Austria mit Rechts-Experten über die Chancen und Risiken des Netzes - eine Diskussion, die dringlichst auf breiter Basis geführt werden muss, denn die aktuelle Entwicklung gibt mehr als nur Anlass zu milder Besorgnis.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute Nachmittag saß ich beim <a href="http://www.ispa.at/know-how/themen/internetsummit-2010/internetsummit-2010/" class="liexternal">Internet Summit Austria 2010</a> im großen Festsaal der Universität auf der Bühne. Der mondän-historische Rahmen des Veranstaltungsortes hätte dem Thema kaum besser angepasst sein könnte, denn unsere <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/diskussion/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Diskussion">Diskussion</a> drehte sich um das Thema “Internet: Chance und Gefahr für unsere Grundrechte”. Manches Mal staunte ich über juristische Terminologie und fühlte mich an ein sehr kompliziertes Rollenspiel erinnert, an einen abgeschlossenen Mikrokosmos, innerhalb dessen streng formalisierten Kontexts Aussagen wie “Freiheit und <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/sicherheit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Sicherheit">Sicherheit</a> sind zwei sich widersprechende Grundrechte” erstaunlicherweise plötzlich Sinn machen.</p>
<p>Sehr erhellend war Prof. Martin Selmayrs Vortrag. Der Kabinettchef von EU-Kommissarin Viviane Reding sitzt sozusagen im Zentrum der europäischen Netzsperren-Debatte, die sich im Kern um die Frage dreht: sollen illegale Angebote gelöscht werden oder soll man den Usern den Zugang sperren? Erstere Möglichkeit sei zu bevorzugen, zweitere solle dann zum Einsatz kommen, wenn die Löschung nicht klappt, so die grob verkürzt dargestellte Position Selmayrs. Um derartige Netzsperren errichten zu können, braucht man allerdings eine Infrastruktur, die on demand funktioniert, also im Wesentlichen eine Kopie der “Great Chinese Firewall”. Dass derartige Infrastrukturen schnell mal Begehren wecken, die weit über die Bekämpfung von Kinderpornographie hinausgehen, zeigt die Urheberrechtsdebatte der letzten Jahre sehr eindeutig. Insofern stehen wir kollektiv vor einer immens bedeutsamen Weichenstellung: wie viel Top-Down Kontrolle braucht die Wissensgesellschaft der <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/zukunft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Zukunft">Zukunft</a>? Und wie kann man das <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/potential/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Potential">Potential</a> des freien Informationszugangs gegen die <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/zensur/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Zensur">Zensur</a>- und Urheberrechtsinteressen abwägen?</p>
<p>Aufgrund seiner dezentralen, internationalen Struktur entzieht sich das Netz einerseits recht effektiv einer vollständigen Kontrolle, bietet aber andererseits alle technischen Voraussetzungen zur Totalüberwachung des Bürgers und Konsumenten der Zukunft. Ich wünsche mir, dass die verantwortlichen <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/politiker/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Politiker">Politiker</a> trotz emotionalisierender Themen wie Terrorismusbekämpfung ein realistisches Augenmaß behalten. Wann immer Vorschläge auftauchen, renitente User vom Netz “auszuschließen” (siehe die <a href="http://www.jurablogs.com/de/three-strikes-out-wird-in-frankreich-gesetz" class="liexternal">Three Strikes Out Debatte in Frankreich</a>), ist ein gravierendes Missverständnis die Ursache: das Internet ist die Infrastruktur der Massengesellschaft und eben nicht bloß ein weiteres Massenmedium. Genau das macht es auch so unglaublich schwierig, bestehende gesetzliche Regelungen 1:1 auf eine veränderte Technologie-Landschaft umzulegen. Tut man das trotzdem, dann kommt so ein katastrophaler Schwachsinn wie ACTA heraus, ein informations-technologischer Rückschritt ins dunkle Mittelalter:</p>
<p><a href="http://blog.datenschmutz.net/2010-09/netzneutralitaet-statt-acta-wahnsinn/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Sollte es (hoffentlich!) gelingen, ACTA zu stoppen, ist die Netzneutralität deswegen noch lange nicht gesichert: der Übergang von der Industrie– und Dienstleistungs– hin zur Wissensgesellschaft ist gewiss kein schmerzfreier und wird viel Engagement erfordern. Daher meine Bitte an alle datenschmutz Leser: lassen Sie uns unsere Energie darauf verwenden, bestehende “Digital Divides” zu schließen, anstatt neue Gräben und Grenzen zu ziehen.<span id="more-22161"></span></p>
<p>PS: Ich habe mich sehr gefreut, meinen österreichischen Lieblingsblogger persönlich kennen zu lernen. Wer über aktuelle Entwicklungen rund um das österreichische und europäische Telekommunikationsrecht am Laufenden bleiben will, dem empfehle ich wärmstens, <a href="http://blog.lehofer.at/" class="liexternal">Hans Peter Lehofers Blog</a> zu abonnieren. Dr. Lehofer ist nicht nur ein Praxis-erfahrener Kenner der Materie, sondern besitzt die seltene Fähigkeit, komplexe juristische und politische Zusammenhänge anschaulich zu vermitteln und mit unnachahmlich trockenem Humor äußerst treffenden zu kommentieren.</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
Wenn Sie diese Meldung auf einer Homepage sehen, wurde der betreffende Beitrag widerrechtlich und ohne die Zustimmung des Autors veröffentlicht.<br /><em>Digitaler Fingerabdruck / digital Fingerprint: c1d7d6ed6691c7c25dbb043c9a689294</em></small>]]></content:encoded>
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		<title>Wenn Medien das Medienspiel spielen</title>
		<link>http://blog.datenschmutz.net/2010-09/wenn-medien-das-medienspiel-spielen/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Sep 2010 22:23:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bundespräsident Heinz Fischer hat eine klare Empfehlung ans profil Magazin anlässlichen dessen 40. Geburtstag: es möge weiter seine Rolle als kritisches Magazin spielen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/profil/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Profil">Profil</a>, ein österreichisches Wochenblatt, feierte dieser Tage seinen 40. <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/geburtstag/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Geburtstag">Geburtstag</a>. In der aktuellen Ausgabe verraten auf Seite 121 einige Testimonials ihre Zuneigung zu Christian Rainers Magazin, darunter auch UHBP Heifi (Unser Herr Bundespräsident Heinz Fischer). Sein Statement erheiterte mich noch weit mehr als Laura Rudas’ Sager von der <a href="http://blog.datenschmutz.net/2009-09/die-angst-vor-der-politik-von-laura-rudas/" class="liinternal">vorgestrigen Politik</a>, denn er zeigt scharfe Beobachtungsgabe sowie immensen Sinn für Realismus, den ich <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/dem/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with DEM">dem</a> stets auf Konsens bedachten Heinz Fischer zugegebenermaßen so nicht zugetraut hätte. Mag die Medienschelte auch unfreiwillig geschehen sein, so trifft sie doch des nassen Pudels Kern mitten in die Leber. Sprach der Bundespräsident:</p>
<blockquote><p>profil soll seine Rolle weiterspielen — nämlich ein kritisches Magazin im Pluralismus der österreichischen Medienlandschaft zu sein.</p></blockquote>
<p><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/jedi.jpg" class="liimagelink" rel="lightbox[21737]"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/jedi-600x434.jpg" alt="jedi 600x434 Wenn Medien das Medienspiel spielen" title="Das Medien-Rollenspiel" width="600" height="434" style="border:1px solid orange;" /></a><span id="more-21737"></span></p>
<p>Beileibe nichts gegen das Profil, schließlich braucht jede Peer Group ihr Wired, und ich schätze Rainer Nikowitz’ Satiren über alle Maßen — Gratulation zur Geburtstagsrede! Und ich meine, dass das profil nicht unmaßgeblich so manchen Skandal-Stein der Republik ins Rollen gebracht hat und immer noch bringt. Kurz gesagt: das ist gar nicht alles gespielt, sondern manchmal ziemlich echt. So ganz generell besehen hab ich trotzdem häufig das ganz und gar nicht dumpfe Gefühl, dass wir hierzulande in einem unglaublich simulativen <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/mediensystem/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Mediensystem">Mediensystem</a> festhängen. So in etwa:</p>
<p>Profil spielt die Rolle des kritischen Magazins, der Standard die der wirtschaftsliberalen Zeitung, die Presse gibt in der Daily Soap den konservativen, aber wohlhabenden Onkel, der ORF tritt in der Rolle des unabhängigen Rundfunksenders auf (wenngleich weit weniger überzeugend als die übrigens Akteure), Hans Dichands Erben dagegen nimmt man den Boulevard-Clan durchaus ab. Wolfi Fellner sorgt alle paar Folgen mal wieder für Spannung, und auch die Kritiker des Mediensystems haben sich bestens mit ihren Rollen abgefunden: <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/armin-thurnher/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Armin Thurnher">Armin Thurnher</a> scheint der tragikomische Part des Rufers in der Wüste wie auf den Leib geschneidert, sein editorialer Stehsatz erhöht den Wiedererkennungswert der Serie für Stammseher beträchtlich. Zugegeben, einzelne Folgen wirken unglaubwürdig — wer glaubt schon, dass im echten Verlagsleben ein tendenziell linker Herausgeber das konsumfördernde Lifestyle-Magazin für einen Kreditkartentandler verfertigt?</p>
<p>Viele weitere Akteure dieser durchwegs absurd-komischen, aber äußerst populären Fernsehserie verdienten Erwähnung: eine Ingrid Thurnher etwa, die die Rolle der kritischen Polit-Journalistin so überzeugend spielt, dass das Publikum schon seit mehreren <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/wahlen/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Wahlen">Wahlen</a> ihre vorhersehbaren Interview mit forscher Fragetechnik verwechselt, ein Harald Fiedler, der wie alle postmodernen, selbstreferentiellen Autoren nur ausgesuchte Fans findet — aber ich will nicht weiter spoilern, sondern bloß abschließend sagen: Bravo, Herr Bundespräsident, so offen wagte das hierzulande noch kein <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/politiker/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Politiker">Politiker</a> auszusprechen. Und jetzt muss ich ins Studio, denn ich hab mal wieder einen Gastauftritt. Sie würden’s nie erraten: ich spiel den <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/blogger/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Blogger">Blogger</a>!</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>TEDx Pannonia: Inspiration mitten im Burgenland</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Sep 2010 00:15:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die erste TEDx Konferenz Österreichs fand im Burgenland statt - ein überaus gelungener Auftakt für die TEDx Pannonia, die nächstes Jahr ihre Fortsetzung finden soll.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Danke an Hermann Gams, Manuel Gruber und Harald Katzenschläger — das Team der <a href="http://www.dreamacademia.at" class="liexternal">Dream Academia</a> hat’s möglich gemacht, dass ich heute meine allererste TEDx <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/konferenz/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Konferenz">Konferenz</a> besuchen konnte. TEDx Konferenzen sind Spin-Offs des mittlerweile immens populären <a href="http://www.ted.com/" class="liexternal">TED Formats</a>, das unter dem Motto “Ideas worth spreading” die Netzwelt regelmäßig mit fantastischen Vortragsvideos versorgen. Ähnlich wie beim Barcamp kann jeder, der ausreichend Motivation, Zeit und Organisationstalent mitbringt, die Idee fortführen: die unabhängigen Spin-Offs heißen <a href="http://www.ted.com/pages/view?id=343" class="liexternal">TEDx</a> und müssen einige <a href="http://www.ted.com/pages/view?id=351" class="liexternal">Vorgaben</a> der Erfinden erfüllen.</p>
<p><strong>Update, 26.10.2010:</strong> Alle Videos der <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/tedx-pannonia/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with TEDx Pannonia">TEDx Pannonia</a>–Talks sind mittlerweile online: <a href="http://www.tedxpannonia.com/speakers/" class="liexternal">TEDx Talks</a></p>
<div align="center" style="padding-bottom:15px;"><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/tedx-6.jpg" class="liimagelink" rel="lightbox[21606]"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/tedx-6-600x370.jpg" alt="tedx 6 600x370 TEDx Pannonia: Inspiration mitten im Burgenland" title="Albert Frantz" width="600" height="370" style="border:1px solid orange;" /></a><br />
<small>Albert Frantz auf der Suche nach versteckten Träumen</small></div>
<p>Inhaltlich könnte der Anspruch kaum höher gesteckt sein, das Format der Konferenz dagegen ist recht strikt geregelt:</p>
<blockquote><p>Spirit/purpose: Your TEDx event must maintain the spirit of TED itself: cross-disciplinary, focused on the power of ideas to change attitudes, lives and ultimately, the world.<br />
Format: A suite of short, carefully prepared talks, demonstrations and performances on a wide range of subjects to foster learning, <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/inspiration/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Inspiration">inspiration</a> and wonder — and to provoke conversations that matter. The typical presentation should be an 18-minute talk by a single presenter. No panels. No break-out sessions. Usually: No podium.</p></blockquote>
<p><span id="more-21606"></span></p>
<p>Die im Vorjahr für Wien angekündigte TEDx verschwand ja leider spurlos in den Untiefen des Netzes — umso mehr habe ich mich auf den Ausflug in die burgenländische Villa Vita gefreut. <a href="http://www.turnthescrew.com" class="liexternal">Dan</a> und ich kamen genau richtig zur Freestyle Show an, Respekt an die BMX Rider! Auf dieses überraschende Outdoor-Intro folgten 6 hochgradig inspirierende Stunden — behauptet zumindest meine Uhr, subjektiv kam’s mir eher so vor, als hätte der Architekt einen Flux-Kompensator ins — passend zum Thema “New Energy” energieautarke Gebäude — eingebaut. Dan, der unter anderem  für Mindmeister die digitale <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/marketing/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marketing">Marketing</a>–Trommel rührt, war als “embedded Mindmapper” vor Ort, seine Zusammenfassung ist <a href="http://www.mindmeister.com/de/landing/tedxpannonia2010" class="liexternal">hier</a> zu bewundern. Die Konferenz bestand aus vier Tracks á drei Sessions — im diesem Beitrag habe ich meine persönlichen Highlights kurz (*räusper*) zusammen gefasst. Die Videos aller Talks werden in Kürze online verfügbar sein — schauen Sie sich das unbedingt an: soviel Optimismus, Energie und inspirierende Ideen sind das probateste Mittel gegen Zukunftspessimismus!</p>
<div align="center" style="padding-bottom:15px;"><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/tedx-5.jpg" class="liimagelink" rel="lightbox[21606]"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/tedx-5-600x394.jpg" alt="tedx 5 600x394 TEDx Pannonia: Inspiration mitten im Burgenland" title="Mark Kramer" width="600" height="394"  style="border:1px solid orange;" /></a><br />
<small>Mark Kramer sprach über freien Informationszugang als Grundrecht.</small></div>
<h3 id="toc-wolfang-sator-ber-e-mobilitt">Wolfang Sator über E-Mobilität</h3>
<p>Nach dem genialen kombinierten Mini-Stretching / Handy-Abdreh Intro des Moderators betrat Wolfang Sator als erster die Sprecherbühne. Der österreichische Pionier des Elektroautos wusste erstaunliche Fakten und Mythen zum nicht gerade unbelasteten Thema “Mobilität” und “fossile Brennstoffe” zu berichten — selten haben ich einen derart unvoreingenommenen, humorvollen und unverkrampften Vortrag zu diesem Thema gehört. Das Elektro-Auto, so der erfahrene Praktiker, hat eine lange Geschichte: dass sich der fossile Brennstoffmotor durchsetzte, hatte von Beginn der Automobilgeschichte an nicht unwesentliche Image-Gründe: die “Kings of the Road” fuhren eben auf Verbrennungsmotoren ab, mit Zuverlässigkeit und Praxistauglichkeit hatte das offenbar von Beginn an recht wenig zu tun. Interessante Fußnote: die E-Autos der 70er Jahre verwendeten Eisen-basierte Batterien, im Gegensatz zu den heute üblichen Blei-Gel-Akkus. Der einzige Grund, so Wolfgang Sator: erstere lassen sich recht leicht fast beliebig oft “revitalisieren”, zweitere müssen nach wenigen Jahren ersetzt werden — die Hersteller haben hier natürlich ganz klar Präferenzen.</p>
<div align="center" style="padding-bottom:15px;"><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/tedx-8.jpg" class="liimagelink" rel="lightbox[21606]"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/tedx-8-600x419.jpg" alt="tedx 8 600x419 TEDx Pannonia: Inspiration mitten im Burgenland" title="Oleksandr bei der Arbeit" width="600" height="419"  style="border:1px solid orange;" /></a><br />
<small>Oleksandr  fotografiert ein Mitglied der Percussion-Gruppe “Chaos”, die für einen groovigen Abschluss der TEDx sorgte.</small></div>
<h3 id="toc-matthias-horx-wie-wollen-wir-zuknftig-wohnen">Matthias Horx: Wie wollen wir zukünftig wohnen?</h3>
<p>Den zweiten Talk gab Zukunftsforschungs-Schwergewicht Matthias Horx: der populäre Autor und Vorausblicker gehört zu den gefragtesten Vortragenden des deutschen Sprachraums — und ist offenbar ein glühender Fan des TED-Konferenzformats. In seinem Vortrag warf er die Frage auf, was die Häuser der <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/zukunft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Zukunft">Zukunft</a> — und zwar abseits technologischer Vollausstattung und — vernetzung — eigentlich lebenswert macht. Videokonferenz-Setups zwischen Toilette und Wohnzimmer nennt Horx passenderweise “Ruinen der <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/zukunft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Zukunft">Zukunft</a>”, denn die eigentlich Herausforderung liegt laut Horx in neuen Lösungen, die eine Balance zwischen Arbeit und Privatleben architektonisch ermöglichen und unterstützen.</p>
<div align="center" style="padding-bottom:15px;"><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/tedx-1.jpg" class="liimagelink" rel="lightbox[21606]"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/tedx-1-600x380.jpg" alt="tedx 1 600x380 TEDx Pannonia: Inspiration mitten im Burgenland" title="Matthias Horx" width="600" height="380" style="border:1px solid orange;" /></a><br />
<small>Matthias Horx sprach über die Zukunft des Wohnens.</small></div>
<p>Nein, das klingt definitiv nicht nach Webcams und Terminals in jedem Raum — vielmehr müssen architektonische Entwürfe die veränderte Lebenssituation respektive die Restrukturierung von Arbeits-, Privat– und Berufsräumen bedenken.</p>
<h3 id="toc-claus-schnetzer-das-palettenhaus">Claus Schnetzer: das Palettenhaus</h3>
<p>Derartige Überlegungen haben in hochgradig differenzierten und wohlhabenden Regionen natürlich ihre Berechtigung, müssen aber der “Zielgruppe” des “Project Palettehouse” wie absurde Luxusprobleme erscheinen: Claus Schnetzer hat im Rahmen eines Forschungsprojekts eine unglaublich simple und praktikable Möglichkeit gefunden, eine Art Lo-Tech Pendant zum Niedrigtemperaturhaus zu bauen. Sein primäres Baumaterial sind die allseits bekannten Holzpaletten, die mittels eines äußerst simplen, selbsttragenden Systems verbunden werden.</p>
<div align="center" style="padding-bottom:15px;"><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/tedx-9.jpg" class="liimagelink" rel="lightbox[21606]"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/tedx-9-600x459.jpg" alt="tedx 9 600x459 TEDx Pannonia: Inspiration mitten im Burgenland" title="Das Palettenhaus" width="600" height="459"  style="border:1px solid orange;" /></a><br />
<small>Das Grundprinzip des Palettenhauses — diese Konstruktion ist in wenigen Minuten aufgebaut!</small></div>
<p>Neben den Paletten sind dazu lediglich ein paar Holzpfosten sowie eine Abdichtfolie erforderlich. Das besondere daran: solche Paletten sind so gut wie überall verfügbar, nicht zuletzt in Krisengebieten, die mit Hilfslieferungen versorgt werden. Bisher waren diese Paletten bloß ökologisch unbedenklicher Abfall — Schnetzers Idee verwandelt sie in wertvolles Baumaterial, mit dem sich in kürzester Zeit Strukturen errichten lassen, die beispielsweise ohne weiteres als Not-Hospital dienen können. Klingt nicht nur genial und hat mich schon beim Vortrag schwer beeindruckt. Im Anschluss an die Konferenz durften wir dann ein solches Palettenhaus “in echt” bewundern — ein Wahnsinns-Beispiel für sprichwörtliches “Out-of-the-box Thinking”.</p>
<h3 id="toc-peter-purgathofer-the-radical-portfolio">Peter Purgathofer: The radical portfolio</h3>
<p>Peter Purgathofer ist ein Mann der <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/theorie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Theorie">Theorie</a> und der Praxis. Er stellte sein “Radical Portfolio” vor: als Universitätsprofessor macht sich Purgathofer nämlich weit mehr Gedanken über Didaktik als die meisten seiner Kollegen, und aus seinen Beobachtungen zieht er durchaus radikale Schlüsse:</p>
<blockquote><p>You can either pass a test or your can learn something. Not both. We’re trying to reconcile those.</p></blockquote>
<p>In seiner Vorlesung, so Purgathofer, will er seinen Studenten 5 grundlegende Prinzipien vermitteln. Laut den Evaluationsergebnissen gelte er als sehr guter Vortragender (was jeder, der mal eine Purgathofer-Vorlesung besucht hat, aus eigener Erfahrung bestätigen kann), außerdem bemühe er sich um interessante Gestaltung. Da drängt sich natürlich die Frage auf: Lernen Studenten bei “guten” Vortragenden mehr? Laut Peter Purgathofer nicht; die wirkliche Stärke liegt im interaktiven Lernen, und nicht in der Optimierung des Frontalvertrags.</p>
<div align="center" style="padding-bottom:15px;"><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/tedx-3.jpg" class="liimagelink" rel="lightbox[21606]"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/tedx-3-600x552.jpg" alt="tedx 3 600x552 TEDx Pannonia: Inspiration mitten im Burgenland" title="Peter Purgathofer" width="600" height="552"  style="border:1px solid orange;" /></a></p>
<p><small>Peter Purgathofer setzt <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/social-media/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Social Media">Social Media</a> in seiner Vorlesung ein — auf beindruckend komplexe Weise und mit überzeugenden Resultaten.</small></div>
<p>Purgathofer setzt verschiedene, an seine didaktische Methode und die Inhalte seiner Vorlesung angepasste Tools an, beispielsweise eine Art Twitterwall, über die Studenten schon während der Vorlesung miteinander diskutieren. Die Idee mag Anhänger klassischer Vorlesungsformate geradezu absurd erscheinen, denn schließlich soll der Student ja nicht vom Vortrag des Professors abgelenkt werden! Oder vielleicht doch? Entspricht womöglich diese “Spaltung” unserer Aufmerksamkeit, diese gänzlich neue Art, auf verschiedenen Wegen Information und Meta-Information aufzunehmen, diese Fragmentierung der Linearität einer grundlegend veränderten Kommunikationssituation?</p>
<p>Social Media bleibt bei Peter Purgathofer nicht auf den Live-Einsatz während der Vorlesung beschränkt: anstatt einer Abschlussprüfung müssen die Teilnehmer im Lauf des Semesters diverse Übungen absolvieren, die wiederum im Double-Blind-Verfahren von Kollegen bewertet werden. Bewertet wird anhand eines Punktesystems — und Punkte gibt’s nicht nur für die Übungen selbst, sondern auch für sinnvolle Beiträge zur Weiterentwicklung des eLearning Systems. Seit 2 Jahren setzt Purgathofer dieses Crowd-gestützte Lernen ein, und zwar mit durchschlagendem didaktischem Erfolg. Somit erhärtete er eine Vermutung, die ich schon lange hege: der Erfolg internetgestützter didaktischer System hängt nicht in erster Linie von der Elaboriertheit oder dem Feature-Reichtum der jeweiligen Plattform ab, sondern von einer sinnvollen Integration ins didaktische Gesamtkonzept.</p>
<div align="center" style="padding-bottom:15px;"><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/tedx-7.jpg" class="liimagelink" rel="lightbox[21606]"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/tedx-7-600x328.jpg" alt="tedx 7 600x328 TEDx Pannonia: Inspiration mitten im Burgenland" title="Abschlussrunde" width="600" height="328" style="border:1px solid orange;" /></a><br />
<small>Zum Abschluss der Konferenz standen alle gemeinsam auf der Bühne.</small></div>
<p>Social Media bedeutet in erster Linie, das betone ich immer wieder in meinen eigenen Vorträgen und Workshops, das Dialoge, die bisher nur offline stattgefunden haben, sich mittlerweile auch im Netz abspielen. Natürlich diskutierten Studenten immer schon vor, nach und manchmal auch während der Vorlesung die Ideen und Informationen, die ihnen ihr Professor lieferte, völlig unabhängig vom Internet. Selbstverständlich war “soziales Lernen”, also der Austausch mit den Mitstudenten, Gruppenarbeiten, gemeinsame Forschungsprojekte etc., seit jeher ein zentraler Bestandteil des didaktischen Prozesses. Wir betreten hier also keinesfalls völliges Neuland, aber die Technologien, die wir mittlerweile zur Verfügung haben, können diesen Austausch sehr effektiv unterstützen, intensivieren und dokumentieren.</p>
<div align="center" style="padding-bottom:15px;"><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/tedx-4.jpg" class="liimagelink" rel="lightbox[21606]"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/tedx-4-600x368.jpg" alt="tedx 4 600x368 TEDx Pannonia: Inspiration mitten im Burgenland" title="Mark Kramer" width="600" height="368"  style="border:1px solid orange;" /></a><br />
<small>Mark Kramer</small></div>
<h3 id="toc-tedx-pannonia-da-capo">TEDx Pannonia: Da Capo!</h3>
<p>Nochmals ein riesengroßes Kompliment an alle Organisatoren und Mitarbeiter — danke für einen großartigen, inspirierenden Tag! Ich freue mich, dass Manuel, Katzi und Hermann bereits fest mit der TEDx Pannonia 2011 rechnen — und eines kann ich euch jetzt schon androhen: bei der nächsten Auflage bewerbe ich mich für einen Vortrags-Slot <img src='http://blog.datenschmutz.net/wp-content/plugins/smilies-themer/datadirtblue2/frog1.gif' alt="frog1 TEDx Pannonia: Inspiration mitten im Burgenland" class='wp-smiley' title="TEDx Pannonia: Inspiration mitten im Burgenland" /> </p>
<div align="center" style="padding-bottom:15px;"><a href="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/tedx-2.jpg" class="liimagelink" rel="lightbox[21606]"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/tedx-2-600x323.jpg" alt="tedx 2 600x323 TEDx Pannonia: Inspiration mitten im Burgenland" title="Blick von oben" width="600" height="323" style="border:1px solid orange;" /></a><br />
<small>Blick von der Terasse auf den Villa Vita Park</small></div>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>ISPA Internet Summit Austria 2010</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 07:15:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[[ 21. September 2010; 14:00 bis 17:00. ] In diesem Jahr beschäftigt sich der Internet Summit Austria 2010 mit Gefahren und Chancen des Internet. Ich habe die Ehre und das Vergnügen, bei der Podiumsdiskussion die Social Media Szene zu repräsentieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<table class="ec3_schedule"><tr><td colspan="3">21. September 2010</td></tr><tr><td class="ec3_start">14:00</td><td class="ec3_to">bis</td><td class="ec3_end">17:00</td></tr></table><p>Im September lädt der Verein der Internet Provider Österreichs, kurz <a href="http://www.ispa.at" class="liexternal">ISPA</a>, zum <a href="http://www.ispa.at/index.php?id=1123" class="liexternal">Internet Summit 2010</a> in den Großen Festsaal der Universität <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/wien/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Wien">Wien</a>. Die jährliche Konferenz steht diesmal unter dem Motto <strong>Internet: Chance und <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/gefahr/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Gefahr">Gefahr</a> für unsere <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/grundrechte/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Grundrechte">Grundrechte</a></strong>. Dr. Martin Selmayr, als Kabinettchef von EU-Kommissarin Viviane Reding bestens mit der europäischen Informationspolitik vertraut, hält die Keynote. Ich freue mich außerordentlich, bei der anschließenden Diskussion gemeinsam mit Annette Kroeber-Riel von Google, Dr. Waltraud Kotschy (Datenschutzkommission) und Dr. Hans Peter Lehofer gemeinsam am Podium zu sitzen.<span id="more-4306"></span></p>
<p><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/06/isa2010.png" alt="isa2010 ISPA Internet Summit Austria 2010" title="Internet Summit Austria 2010" width="150" height="45" style="float:left;margin-top:5px;margin-right:15px;margin-left:0px;border:1px solid gray;" />In meiner persönlichen Hitparade der Meta-Medienblogger steht <a href="http://blog.lehofer.at/" class="liexternal">Dr. Lehofer</a> seit Jahren unangefochten auf Platz eins: jedem, der sich für die Spezifika (und Absurditäten) des österreichischen Mediensystems interessiert, kann ich die fachkundigen, informativen und mit einer ganz besonderen Prise trockenen Humors versehen Beiträge des Juristen nur wärmstens empfehlen. Aus der offiziellen Ankündigung:</p>
<blockquote><p>Während im Vorjahr die Sozialen Netzwerke und das Urheberrecht im Speziellen diskutiert wurden, wollen wir beim diesjährigen Internet Summit Austria der Bedeutung der Grundrechte – wie etwa das Recht auf <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/privatsphaere/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Privatsphäre">Privatsphäre</a>, Schutz persönlicher Daten und Meinungsfreiheit – nachgehen.</p>
<p>Ziel dieser Veranstaltung ist die vertiefte Diskussion des Spannungsverhältnisses der Interessen von Privatpersonen, Wirtschaft und <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/politik/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Politik">Politik</a> bzw. Gesetzgeber in Bezug auf „Internet und Grundrechte“ sowie ein sachlicher öffentlicher Diskurs über mögliche Zukunftsszenarien.</p></blockquote>
<p>Ich freue mich, in diesem Jahr beim Internet Summit Austria mit dabei zu sein und freue mich auf ein ausgedehntes Schwätzchen beim anschließenden Buffet — und wer weiß, vielleicht lässt sich Hans Peter Lehofer zu einem Interview für den datenschmutz <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/podcast/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Podcast">Podcast</a> überreden. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist übrigens völlig gratis, eine Anmeldung aber zwingend erforderlich.</p>
<p><strong><a href="http://www.ispa.at/anmeldungen/event/1/504" class="liexternal">Anmeldung zum ISA 2010</a></strong></p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>Das FutureZone Drama: ein öffentlich-rechtliches Missverständnis</title>
		<link>http://blog.datenschmutz.net/2010-06/das-futurezone-drama-ein-oeffentlich-rechtliches-missverstaendnis/</link>
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		<pubDate>Thu, 17 Jun 2010 14:28:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die FutureZone soll ein Opfer des neuen ORF Gesetzes werden. Allenthalben erhebt sich ein großen Zetern und wehklagen, dabei wäre nun genau der richtige Augenblick, um die gesamte IT-Bericherstattung des ORF jenseits kurzsichtiger Konservativismen zu überdenken und neu zu gestalten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://futurezone.orf.at" rel="nofollow" class="liexternal">ORF FutureZone</a>, ein auf <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/it/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with IT">IT</a>–News spezialisiertes Nachrichtenangebot des staatlichen österreichischen Rundfunks ORF soll im Rahmen eines neuen  Rundfunkgesetzes eingestellt werden, was für erheblichen Unmut in der österreichischen Social Media Szene sorgt. Dass “die Verleger” ein neues Projekt planen, sei der eigentliche Grund dieses “Bauernopfers”. In der zugehörigen <a href="http://www.facebook.com/group.php?gid=116069241770475" class="liexternal">Facebook-Gruppe</a> haben die Wogen der Empörung bereits in Wellen des Aktionismus umgeschlagen:</p>
<blockquote><p>Wir wollen eine Petition an den ORF richten, damit dieser die FutureZone nicht abdreht, sondern der Community übergibt. Und die Community sind alle, die wollen, dass es die FuZo weiter gibt. Lasst uns eine Genossenschaft gründen, an der sich alle Interessierten beteiligen können und die in Zukunft den Betrieb der FutureZone weiterführt und ausbaut.</p></blockquote>
<p>Ich persönlich verstehe nicht ganz, warum man für den Betrieb eines Multi-Author Blogs eine Genossenschaft gründen muss oder soll und was genau mit dieser “Übergabe” gemeint sein soll. Weiters ist mir vollkommen neu, dass zum Start eines Weblogs über IT/Gesellschafts-Themen in irgendeiner Weise die Zustimmung des ORF erforderlich ist. Was mich aber letztendlich zu diesem Beitrag motiviert hat, ist ein grundlegendes Missverständnis in der Debatte: um den IT-politisch Informationsbedarf abzudecken, muss der Staatssender kein Online-Medium betreiben, das über jeden Rülpser von Steve Jobs und jede 0,0xte Android-Versionsänderung redaktionell remixt.</p>
<div align="center"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/06/fuzo.jpg" alt="fuzo Das FutureZone Drama: ein öffentlich rechtliches Missverständnis" title="Keine Zukunft für die Futurezone?" width="600" height="497" style="border:1px solid gray;margin-bottom:15px;" /></div>
<p>Anstatt in reflexhafter Manier den Niedergang der <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/demokratie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Demokratie">Demokratie</a> zu bejammern, wäre jetzt der richtige Augenblick, die verschiedenen IT-Redaktionen des ORF zu bündeln. Es bestünde sogar die einzigartige Chance, ein neues Kompetenz-Zentrum innerhalb des ORF zu schaffen, das jene Teil der IT-Berichterstattung abdeckt, die private Medien nicht leisten können.<span id="more-4296"></span></p>
<p>Um nicht missverstanden zu werden: ich habe nichts gegen die FutureZone, ganz im Gegenteil. Zu behaupten, dass ich sie aus anderen als professionellen Gründen (sprich Monitoring) regelmäßig gelesen hätte, wäre maßlos übertrieben. Dass die Redaktion stets “investigativ recherchiert”, halte ich nicht zuletzt aufgrund persönlicher Erfahrungen im Rahmen unseres <a href="http://internetrat.at" class="liexternal">Internetrat-Projekts</a> für maßlos übertrieben. Dass der Löwenanteil der Meldungen wie bei allen derartigen Medien von den Big 3 (plus Heise in Europa) abgeschrieben sind, will ich der FuZo auch gar nicht vorwerfen, die Redakteure können ja nix dafür, dass die ORF On Strategie nicht primär auf Welt– respektive Demokratieverbesserung, sondern auf Page Impressions abzielt. Dennoch ist mir die öfters aufgetauchte Argumentationslinie „Bevor der ORF *unerwünschte Sendung hier einfügen* produziert, ist mir lieber, er gibt meine GIS-Beiträge für die FutureZone aus.“ schlicht und ergreifend zu wenig für eine Rechtfertigung eines weitgehend eigenständig agierenden Steuergeld-IT-Blogs.</p>
<h2 id="toc-das-kind-beim-namen-nennen">Das Kind beim Namen nennen</h2>
<p>Die journalistisch hochwertigen Artikel, die investigativen Beiträge über in der Tat extrem relevante Datenschutz– und Bürgerrechts-Themen kamen in der Vergangenheit nicht von “der FutureZone Redaktion”, sondern so gut wie ausschließlich von deren Gründer <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/erich-moechel/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Erich Möchel">Erich Möchel</a>, den ich fachlich wie persönlich über alle Maßen schätze. Dass ein großer Teil seiner Reportagen zu Enfopol auf Telepolis respektive im c’t veröffentlich wurde, ist mehr als symptomatisch und zeigt ein spezifisches Problem des österreichischen Mediensystems auf: wir leider unter <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/dem/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with DEM">dem</a> Economies of Scales eines Kleinstaats und unter Medienpolitikern mit <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/dem/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with DEM">dem</a> Weitblick von Kellerzwergen.</p>
<p>Das lässt sich mathematisch erklären (die Scales, nicht die Kellerzwerge): Wenn sich 3% der Bevölkerung für ein Thema interessieren, dann ergibt das in Österreich bei 8 Millionen Einwohnern eine potentielle Zielgruppe von 240.000 Personen, im zehnmal so großen Deutschland sprechen wir von 2,4 Millionen. Ergo kann der österreichische Markt viele “Nischenprodukte” nicht tragen, und genau hier versucht der Staat regulierend einzugreifen und eine gewisse “Grundversorgung” mit als demokratiepolitisch und kulturell wünschenswerten Medieninhalten sicher zu stellen.</p>
<div align="center"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/06/fuzo2.jpg" alt="fuzo2 Das FutureZone Drama: ein öffentlich rechtliches Missverständnis" title="FuZo Schlagzeilen" width="600" height="420" style="border:1px solid gray;margin-bottom:15px;" /></div>
<p>Das wäre die Idee hinter dem ORF, doch alle Theorie ist grau. Und den Irrsinn, der in Österreich seit Jahrzehnten praktiziert wird, muss man sich in diesem Kontext einmal mehr auf der Zunge zergehen lassen: da leistet sich der Staat einen staatlichen Rundfunksender, welcher Defizite der freien Medienwirtschaft ausgleichen soll, lässt jeden Bürger GIS-Gebühr bezahlen und nutzt die politisch kontrollierte Senderstruktur jahrzehntelang konsequent dafür, sogenannten “Weiße Elefanten”, also Politpensionäre, mit überhöhten Gehältern “dauerzuparken”. Irgendwann stößt die Finanzierbarkeit des Molochs, der ja auch noch Medieninhalte produzieren soll, an ihre Grenzen, und Intendanz um Intendanz jammert und fleht um die Anhebung der Werbezeiten, die in der Regel auch gewährt werden. Denn allein über Gebühren ließe sich der ORF längst nicht mehr finanzieren, da kosten schon allein die eingekauften US-Serien viel zu viel. Und wo kämen wir denn da hin, wenn der Staatssender den “lukrativen Werbemarkt” und den Sektor “Unterhaltung” den privaten Anbietern überlassen müsste? Genau diese verquere Logik ist scheinbar vollkommen unreflektiert von weiten Teilen der Social Media Szene übernommen worden, die nun für eine Erhaltung der FuZo trommelt – obwohl das Befürworten öffentlich-rechtlicher Medieninhalte meiner <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/meinung/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Meinung">Meinung</a> nach mit einem scharfen Profil und einem Fokus auf öffentlich-rechtlichen Mehrwert einhergehen muss, und genau der sollte auch hinterfragt werden dürfen. Profil-Kolumnist <a href="http://audio.profil.at/index.php?MessageId=2502465&#038;ActiveDate=2010-06-14&#038;activeCate=9&#038;alltext=2" class="liexternal">Sven Gächter</a> schlägt diese Woche in eine ähnliche Kerbe:</p>
<blockquote><p>Das ORF-Biotop neigt – mitunter aus guten Gründen – zur Wehleidigkeit, wenn es um die Diskussion seiner Arbeitsbedingungen geht. Zur Selbstkritik neigt es nicht. Übergeordnete Strukturprobleme bieten keine stichhaltige Entschuldigung für inhaltliche Defizite, die den Legitimationsanspruch des Senders zum Teil dramatisch unterhöhlen.</p></blockquote>
<p>Um auf die FutureZone respektive die Rolle der IT-Berichterstattung im ORF-Kontext zurück zu kommen: Lasst doch einfach Heise, Computerwelt, Computerwoche und Co. über marktgetriebene IT Trends im Allgemeinen berichten und konzentriert euch auf jene Bereiche, die tatsächlich politische und kulturelle Relevanz haben und von privaten Anbietern nicht oder nicht ausreichend abgedeckt werden. Ich kann einfach nicht mit gutem Gewissen dafür eintreten, dass mit meinem Steuergeld eine Redaktion finanziert wird, die zum Großteil Meldungen wie “<a href="http://futurezone.orf.at/stories/1650827/" rel="nofollow" class="liexternal">Lange Wartezeiten für iPhone 4</a> — Rekordandrang verzögert Auslieferung” von den Primärquellen ab– und umschreibt. Wenn ich mir angesichts des realen redaktionellen Angebots Christoph Chorherrs <a href="http://chorherr.twoday.net/stories/6376015/" class="liexternal">Kommentar</a> durchlesen, dann frage ich mich, ob er eigentlich von der gleichen FutureZone spricht wie ich:</p>
<blockquote><p>Besonders verlässlich, weil sie Nachrichten zu den ThemenBürgerrechten im digitalen Zeitalter bietet, ist die FutureZone von ORF On. Sie hat sich gerade auf EU-Ebene um Themen gekümmert, die sonst niemand beackern konnte. Warum? Sie haben offensichtlich ausreichend redaktionelle Kraft auf die Behandlung dieser Themen und schauen nicht auf eine simple Bilanzrechnung. […] Diese langwierige analytische Arbeit ist für private Medien nur schwer zu leisten, umgekehrt können diese jederzeit auf die Vorarbeit der FutureZone-Redaktion zurückgreifen.</p></blockquote>
<p>Ich wünsche mir jenes Medium, von dem Chorherr hier spricht. Ich wünsche mir eine IT-Redaktion im ORF, welche die geballte Kompetenz von FutureZone, Matrix, Digital Leben und Co. zusammenfasst. Ob diese Redaktion dann Fernseh-, Radio– oder Online-Beiträge produziert, ist zweitrangig (wobei ein IT-Magazin im Staatsfernsehen längst überfällig ist). Sinn und Zweck wäre die konsequente, langfristige Beackerung von Themen wie Datenspeicherung, eGovernment, Auswirkungen der neuen Medien aufs Bildungssystem und Ähnliches, nicht darum, mit Steuergeldern Pressemeldungen umzuschreiben. Selbstverständlich wäre eine vertikale *und* horizontale Integration dieser Themen mehr als wünschenswert. Alle, die mit der Keule des digitalkulturellen Niedergangs drohen, sollen sich die folgende Frage stellen: Wenn diese Themen wirklich so wichtig sind, sollten sie dann wirklich auf die einsame Insel verbannt werden? Wenn wir in der Informationsgesellschaft leben, wenn Internet und Co. in der Tat eine so große Rollen spielen, warum braucht man dann ein old-school Blog? Wäre es denn nicht wesentlich adäquater, die betreffenden Themen ins bestehende Angebot zu integrieren? Oder anders gefragt: wenn eGovernment Themen Relevanz besitzen, warum nicht im <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/politik/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Politik">Politik</a>–Ressort drüber berichten? Wenn wieder mal ein Innenminister mehr über seine Bürger wissen möchte, als das Gesetz erlaubt, warum nicht in der Innenpolitik drüber berichten? Fragen über Fragen, die eine „Genossenschaft“ der Cyber-Konservativisten wohl kaum beantworten können wird.</p>
<p>PS: Natürlich frage ich mich, ob in diesem Bereich ein politisch gesteuerter Staatsfunk wirklich der geeignetste Betreiber sein kann — Intervenieren können <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/politiker/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Politiker">Politiker</a> schließlich nicht nur bei Fernsehbeiträgen. Aber das ist ein anderes Posting und soll ein andermal erzählt werden.</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>Wiener Runde Podcast: Die Daten öffnen</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 21:54:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bei der letzten Wiener Runde hatte ich 15 Minuten Verspätung, dafür dauert die aktuelle Ausgabe besonders lang. Georg Holzer setzte sich an unseren virtuellen Konferenztisch und erklärte, warum Open Data ein riesiges gesellschaftspolitisches Potential besitzt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Britisch-politischen Geheimniskrämern weht ein raues Lüftlein entgegen, wie <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/georg-holzer/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Georg Holzer">Georg Holzer</a>, der vergangenen Freitag seine Wiener-Runde-Premiere feierte, nachdrücklich feststellte: sämtliche Regierungsausgaben werden in Großbritannien fortan dokumentiert und online öffentlich zugänglich gemacht. In der Tat ein gewaltiges gesellschaftspolitisches Potential, doch von solchen Maßnahmen können Kärnten im Speziellen und Österreich im Allgemeinen auf absehbare Zukunft wohl nur träumen. Darum: spread the word! Solange Politiker was zu verbergen haben, wird sich ihre Freude über <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/open-data/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Open Data">Open Data</a> in engen Grenzen halten — aber zum Glück gibt’s ja ab und an <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/wahlen/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Wahlen">Wahlen</a>. Außerdem: Updates vom Barcamp, von der <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/meshed/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with meshed">Meshed</a> und wie man mit in RPC gewonnen Skills im richtigen Leben Leben rettet. N’joy!</p>
<div class="wienerrunde">
[Im Original-Posting finden Sie an dieser Stelle ein Audio-Snippet.]</p>
<p><a href="http://www.wienerrunde.at/2010/06/04/wiener-runde-2010-06-04-now-open/<br />
">Links zum Podcast auf Wienerrunde.at</a>   <a href="http://www.wienerrunde.at/wp-content/uploads/2010/06/runde_20100604_final.mp3" class="liexternal">Download</a><br />
<span class="wrsmall">mp3, 60Mbyte [rechte Maustaste und “speichern unter”]</span></div>
<p><span id="more-4239"></span></p>
<p>A propos Wahlen: wie wär’s denn mit einer schonungsvollen Offenlegung aller Wiener Gemeindeausgaben aber der nächsten Gemeinderats-Legislaturperiode? So gewinnt man Stimmen im Geek Lager! (Was mich betrifft: gilt für alle Partys ohne F’s und B’s im Kürzel.) In diesem Sinne: Anregungen und Themenvorschläge sind wie immer willkommen!</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>Wer zweimal lügt, dem glaubt man nicht</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Jun 2010 23:57:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schlechte Zeiten für Schafe! Social Media verzeiht keine Geheimniskrämerein - wer sein Businessmodell auf mangelnde Informiertheit aufbaut, bekommt in der neuen Medienwelt ganz schnell ein Problem. Und das gilt auch für Politiker, wie die Open Data Debatte hierzulande vor Augen führt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Derzeit werden sowohl auf EU-Ebene als auch teilweise national verstärkt Anstrengungen unternommen, öffentliche Daten online zugänglich zu machen — es gibt ja auch kaum Gründe, warum ohnehin mit Steuergeld erhobene Informationen der Bevölkerung vorenthalten werden sollten, denn es geht dabei einerseits zum anonymisierte, also nicht personenbezogene statistische Daten, und andererseits um mehr Transparenz im öffentlichen Sektor. Max hat am Barcamp eine sehr gelungene Session über <a href="http://wissenbelastet.com/2010/06/01/opendata-anwendungen/" class="liexternal">Open Data</a> gestaltet. Bei der anschließenden Diskussion wurde mir schnell klar: obwohl Public Data vorwiegend ein “politisches” Thema darstellt, gibt es eine auffällige Parallele zu kommerziellen <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/social-media/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Social Media">Social Media</a> Präsenzen: wer sein Businessmodell (respektive im Fall der Politik seine Macht) auf Informationsverknappung und Verschleierungstaktik aufbaut, wird mit dem Social Web (respektive mit <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/open-data/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Open Data">Open Data</a>) keine große Freude haben.</p>
<div align="center"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/06/sheep.jpg" alt="sheep Wer zweimal lügt, dem glaubt man nicht" title="Schafe" width="600" height="341" style="border:1px solid gray;" /></div>
<p><span id="more-4237"></span></p>
<p>So ist beispielsweise in den USA eine lückenlose Offenlegung der Finanzierung von Regierungsprojekte nicht nur üblich, sondern sogar gesetzlich verankert. Wäre eine derartige Transparenz auch in der österreichischen <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/verwaltung/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Verwaltung">Verwaltung</a> und Politik denkbar? Ich behaupte: im momentanen Zustand unserer informellen Klüngel-, Bünde– und Freunderlwirtschafts-Staats nicht. Ein zu großer Anteil österreichischer Politik lebt eben davon, dass Informationen zwar nicht grundsätzlich geheim, aber eben kaum zugänglich sind. Ob Parteiförderung (Stichwort Spenden), Finanzierung öffentlicher Bauvorhaben (Stichwort Skylink), Bezahlung von Politikern (Stichwort Sonderzulagen), absurde Wahlmodalitäten (Stichwort ORF Stiftungsratswahl exklusiv via Fax) — die Vorstellung, dass plötzlich alle alles wissen, muss für viele Protagonisten hierzulande in der Tat eine horrible Zukunftsvision darstellen.</p>
<h3 id="toc-public-data-mining-vs-geheimniskrmerei">Public Data Mining vs. <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/geheimniskraemerei/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Geheimniskrämerei">Geheimniskrämerei</a></h3>
<p>Und genau hier sehe ich eine ganz starke parallele zum Social Media <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/marketing/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marketing">Marketing</a>: während Buzzword-Rider munter von Dialogorientiertheit und Prosumern daher faseln und behaupten, Social Media eigne sich längst nicht für alle Branchen, liegt der entscheidende Punkt keineswegs in der Art des Produkts oder der Dienstleistung. Im Social Media Bereich bekommen jene Brands, Verkäufer und Dienstleister sehr schnell ein Problem, deren Business-Modell zu einem hohen Grad auf Secrecy, also <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/geheimhaltung/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Geheimhaltung">Geheimhaltung</a>, beruht. Wer hinter seinen eigenen Dienstleistungen und Produkten stehen kann, und zwar sowohl in qualitativer als auch ethischer Hinsicht, wird kein Problem haben, mit seinen Kunden auch im Eskalationsfall in einen konstruktiven Dialog zu treten.</p>
<p>Wer aber Taucher ohne Schutz-Ausrüstung in der südamerikanischen Abfall-Wirtschaft namens Lachszucht elend krepieren lässt, wer seine stylishen Sportschuhe von bis aufs Blut ausgebeuteten Kinderarbeitern nähen lässt, wer Produzenten beschäftigt, die meinen, ihre Mitarbeiter vertraglich zum Verzicht auf <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/selbstmord/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Selbstmord">Selbstmord</a> verpflichten zu müssen (skurrilerweise so <a href="http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/die-dunkle-seite-des-ipads/" class="liexternal">geschehen</a> in jenem Foxcon Werk in China, in dem Apple seine iPads fertigen lässt: anscheinend zogen aufgrund des hohen Drucks immer mehr Arbeiter den Freitod der Fabriksexistenz vor, wenngleich nicht klar ist, wie die genannte Regelung dem abhelfen soll), der wird spätestens dann ein Problem haben, wenn ihn seine Kunden nach dem Grund für seine Entscheidungen fragen.</p>
<p>Weite Teile der <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/public-relations/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Public Relations">Public Relations</a> haben sich in den letzten Jahren auf das Gebiet des sogenannten “Opinion Spinning” konzentriert: in den 80ern und 90ern mögen geschicktes Spielen auf der massenmedialen Klaviatur und die richtigen Kontakte durchaus manchmal dabei geholfen haben, eine gravierendes Fail kommunikativ zum Erfolg um zu modeln. Aber wenn plötzlich jeder in seinem eigenen sozialen Netzwerk zum Opinion Leader ist, dann verlieren Spin Doktoren schneller ihre Daseinsberechtigung als Faxgeräte.</p>
<p><strong>Genau in diesem Bereich liegt ein riesiges, nachhaltiges <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/potential/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Potential">Potential</a> von Social Media als Gegengewicht zu den widerlichen Auswüchsen des Turbokapitalismus.</strong> Kapitalisten gehen davon aus, dass der freie Markt in der Lage ist, Angebot, Nachfrage und letztendlich auch sinnvollen Umgang mit Ressourcen zu regulieren. Das funktioniert aber nur, wenn Konsumenten eine fundierte Entscheidungsgrundlage, also Zugang zu relevanten Informationen haben. Bio-Qualitäts-Siegel, Ursprungsgarantien — wir wissen mittlerweile, dass das großteils bloß Werbesujets in neuem Format sind.</p>
<p>Social Media schaltet aber langfristig die Mittelsmänner aus, ermöglicht und verstärkt den direkten, ungefilterten Informationsfluss abseits professioneller Gatekeeper. Natürlich, und das war ja der Ausgangspunkt meiner Überlegungen, wird diese neue Situation auch die Politik langfristig vollkommen umkrempeln. Aber ich fürchte, dass dieser Prozess in Österreich noch sehr viel länger dauern wird also anderswo — denn vor Transparenz in öffentlichen Sektor und in der Wirtschaft müssen sich jene, die etwas zu verbergen haben, zu Recht fürchten. Und da haben wir Alpenländer reichlich Kandidaten, wie jeder gelernte Österreicher weiß.</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>FPÖ. Nichts ist unmöglich.</title>
		<link>http://blog.datenschmutz.net/2010-04/fpoe-nichts-ist-unmoeglich/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 22:43:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Muss man wissen, für welches Amt und welche Partei Barbara Rosenkranz antritt, wenn man Jugendreferentin derselben Partei ist? Diese Frage stellt sich derzeit wohl nicht bloß die Welser FPÖ.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da tritt doch zur BP-Wahl (nein, nicht die Tankstelle, der Bundespräsident) eine viel zu gewisse Barbara <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/rosenkranz/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Rosenkranz">Rosenkranz</a> an, die mal ein Kellerkind war oder von der manchen sagen, dass sie einen Kellernazi zum Strache-Interview geschickt hat und darüber vor lauter Aufregung vergaß, dass es mal Gaskammern gab oder so ähnlich. Derartiges tangiert mich normalerweise nicht besonders, weil mit den Schmuddelkindern vom falschen Block <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/spiel/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Spiel">spiel</a> ich nicht. Aber dieses Interview, das der <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/oe3/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Ö3">Ö3</a> <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/mikromann/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Mikromann">Mikromann</a> mit der FPÖ–<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/jugendreferentin/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Jugendreferentin">Jugendreferentin</a> aus <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/wels/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Wels">Wels</a> geführt hat, scheint vor allem eines zu belegen: wir haben die Rechten unsagbar überschätzt:</p>
<p><p><a href="http://blog.datenschmutz.net/2010-04/fpoe-nichts-ist-unmoeglich/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p><span id="more-4188"></span></p>
<p>Da es keineswegs um Stimm-Imitation, sondern um ein echtes Interview handelt, war viel Boshaftiges  zu hören. Aber kein Wunder: bei <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/dem/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with DEM">dem</a> ganzen Kuddelmuddel um Freiheitliche, Freiwillige, <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/bzoe/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with BZÖ">BZÖ</a> und blau-orangen <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/partei/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Partei">Partei</a>–Nachfolgekampf kann man schon mal die Übersicht verlieren — noch dazu bei so vielen  Kandidaten und der ständigen Wählerei.</p>
<p>Neu ist die Story nicht, sie machte Ende letzter Woche <a href="http://www.die-truppe.com/robert/o3-interview-mit-fpo-jugendreferentin-aus-wels/" class="liexternal">schon</a> <a href="http://scoop.at/Oesterreich/FPOe-Jugend-kennt-Barbara-Rosenkranz-nicht-Oe3-Interview-ueber-Welser-FPOe-Jugendreferentin" class="liexternal">die</a> <a href="http://www.thinkoutsideyourbox.net/?p=11600" class="liexternal">Runde</a> — in der Blogosphäre, auf Twitter, auf Facebook, doch blieb die “dialogische Krisenkommunikation” ziemlich einseitig.</p>
<p>Zwar ist auch die <a href="http://www.wels-aktuell.at/" rel="nofollow" class="liexternal">Welser FPÖ</a> ist im Netz und auf <a href="http://www.facebook.com/pages/FPO-Wels-Die-Welser-Freiheitlichen/242315486250" rel="nofollow" class="liexternal">Facebook</a> vertreten. Die letzten Updates stammen aber in beiden Fällen vom 15. April, eine <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/reaktion/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Reaktion">Reaktion</a> welcher Art auch immer erfolgte nicht. Vielleicht hätte sich das “gute Team”, so der Slogan, lieber Sascha Lobos Vortrag “Wie man einen Shitstorm von innen überlebt” anhören sollen — und es wär wirklich Zeit, die aktuelle Umfrage auf der Homepage (“Sollen jene 1,8 Mio. Euro, welche für die Errichtung des Programmkinos vorgesehen waren, stattdessen für die Schulsanierung aufgewendet werden?”) durch “Für welches Amt kandidiert Barbara Rosenkranz? a) Bundespräsident b) keines” zu ersetzen.</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>Abschiebepraxis: Da waren’s nur noch 10</title>
		<link>http://blog.datenschmutz.net/2010-03/abschiebepraxis-da-warens-nur-noch-10/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 17:46:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn jeder tät', wie ihm gefällt, so ständ' es schlecht um diese Welt! Recht muss Recht bleiben in Österreich, und da muss man eben verstehen, wenn ein neunjähriger Niederösterreicher mal einfach so über Nacht in den Kosovo abgeschoben wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Gerechtigkeit muss genüge getan werden und das Böse bekämpft: besonders wenn es in der nur scheinbar harmlosen Gestalt eines neunjährigen Fußballspielers daherkommt. Ab in den Kosovo mit ihm! Wir müssen uns alle darüber im Klaren sein, dass eine potentielle Bundespräsidentin, die mit Nazi-Symbolik kokettiert, keine Bedrohung für dieses Land <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/grosser-soehne-und-toechter/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with großer Söhne und Töchter">großer Söhne und Töchter</a> darstellt, während <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/bernard-karrica/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Bernard Karrica">Bernard Karrica</a> mit Hinterlist und Chuzpe, wie sie sich nur ein Neunjähriger ausdenken kann, diesem Land unsagbaren Schaden zufügen könnte.</p>
<div align="center"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/03/karrica.jpg" alt="karrica Abschiebepraxis: Da warens nur noch 10" title="Bernard Karrrica" width="600" height="426" style="border:1px solid gray;" /></div>
<p><span id="more-4137"></span></p>
<p>Die Perfidität seines Tuns muss man sich auch wirklich auf der Zunge zergehen lassen: schon als Vierjähriger stürzte Bernard den Kosovo in Krieg und Chaos, nur um seine Eltern zur Auswanderung nach Österreich zu zwingen. Nicht genug mit dieser dreisten Ortswechselei: die insgesamt fünfköpfige Familie Karrica besaß auch noch die Frechheit, sich mit Familien aus <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/dem/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with DEM">dem</a> Ort anzufreunden. Und als wäre dies noch nicht skandalös, schickten sie Bernard auch noch zum Fußballtraining. Sein Trainer sagt übrigens über ihn:</p>
<blockquote><p>Ich habe Bernard 4,5 Jahre lang trainiert und meistens auch vom oder zum Training oder Match gebracht – er ist das größte Talent, welches je in unserer Gemeinde gespielt hat. Nach all den Jahren ist er wie ein zweiter Sohn für mich! Ich habe jetzt noch Kontakt mit Bernards Vater – er weint immer noch jede Nacht!</p></blockquote>
<p>Und warum weint er, der Vater? Weil die brave und aufrechte Innenministerin Bernard samt seiner Anverwandtschaft endlich deportieren ließ. Wo kämen wir denn da hin, wenn jede auf Zeit eingewanderte Familie sich so gut integriert? Die Frau Ministerin Schottermizzi hat sich doch klar und deutlich für mehr Erst– und Letztaufnahme-Zentren ausgesprochen. Der eigentliche Skandal: ganze fünf Tage hat’s gedauert, die Karricas zu deportieren:</p>
<blockquote><p>Mittwoch 17.2.2010: negative Asylentscheidung und mit der Polizei innerhalb von wenigen Stunden wurde die Familie aus der Wohnung in einen anderen Ort, in eine Pension, gebracht.</p>
<p>Samstag 20.2.2010: Festnahme und Überstellung in das Schubhaftgebäude Wien</p>
<p>Sonntag 21.2.2010: Abflug in den Kosovo</p></blockquote>
<p>Das geht doch schneller oder was! Zum Einpacken war ja offenbar auch keine Zeit:</p>
<blockquote><p>Mama, der Bernard ist eingesperrt und am Montag kommt eine Schulpsychologin zu uns.“<br />
Wofür?<br />
Um den Kindern zu sagen, dass eh alles nicht so schlimm ist?<br />
Es ist schlimm, sehr schlimm sogar. Seine Schulbücher, Hefte, Malsachen, Turnsackerl, Werkkoffer, Patschen, alles ist wie immer an seinem Platz — nur Bernard, dem diese Dinge gehören, ist nicht da!</p></blockquote>
<p>Jetzt stellen Sie sich mal vor, irgendwelche linkslinken Gutmenschen beginnen Schwachsinn von humanitärem Bleiberecht zu faseln. Denen ist ohne weiteres zuzutrauen, dass sie eine Petition starten — wo doch jeder weiß, dass ein neunjähriger talentierter Fußballspieler mit seiner unbescholtenen Familie wirklich nix in Österreich verloren hat!</p>
<p>Was, die Petition gibt’s schon?</p>
<p>Und Sie sind da anderer Meinung und Ihre Scham über “effiziente Abschiebepraktiken des Innenministeriums” schlägt langsam in ein Gefühl der ohnmächtigen Wut um? <strong><a href="http://www.fussballverbindet.org/" class="liexternal">Dann unterschreiben Sie!</a></strong> Dass mediale Präsenz wenig ausrichtet und im Zweifelsfalls auch der onkelhafte Bundespräsident und der angeblich sozialistische angebliche Kanzler unisono befinden, Recht müsse Recht bleiben, kennen wir von der Causa Arigona zur Genüge.</p>
<p>Mir ist eine FP-Kandidatin (die ja wohl aus guter alter Parteitradition geradezu heimelige NS-Gefühle verspüren *muss*) fürs Bundespräsidentenamt weitgehende egal. Aber was mir wirklich Angst macht, ist die Tatsache, dass <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/politiker/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Politiker">Politiker</a>, die hinter Entscheidungen wie der Abschiebung der Karricas stehen, immer und immer und immer wiedergewählt werden. Let’s face <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/it/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with IT">it</a>: die FPÖ veranstaltet populistisches Kasperltheater, aber die Regierungsparteien <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/spoe/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with SPÖ">SPÖ</a> und <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/oevp/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with ÖVP">ÖVP</a> greifen dort in die Scheiße, wo’s nicht nur beleidigt, sondern Menschenleben zerstört. Wie lange wollen wir ihnen das denn eigentlich noch durchgehen lassen?</p>
<h3 id="toc-fuball-verbindet-petition-fr-bernard-karrica"><a href="http://www.fussballverbindet.org/" style="color:red;text-decoration:underline;" class="liexternal">Fußball verbindet: Petition für Bernard Karrica</a></h3>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		</item>
		<item>
		<title>Das unabsichtliche Hakenkreuz: Zufalls-Wiederbetätigung per Identicon</title>
		<link>http://blog.datenschmutz.net/2010-03/das-unabsichtliche-hakenkreuz-zufalls-wiederbetaetigung-per-identicon/</link>
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		<pubDate>Wed, 03 Mar 2010 13:08:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gravatar]]></category>
		<category><![CDATA[Hakenkreuz]]></category>
		<category><![CDATA[Identicon]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Niko Alm]]></category>
		<category><![CDATA[Wiederbetätigung]]></category>
		<category><![CDATA[Zufall]]></category>

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		<description><![CDATA[Niko hat mich via Twitter netterweise auf einen blöden Identicon-Zufall aufmerksam gemacht: da hat das Plugin doch tatsächlich einen Zufalls-Avatar generiert, der wie ein Hakenkreuz aussieht. Sowas will ich natürlich nicht am Blog haben - Problem beseitigt!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mir ist’s ja bisher gar nicht aufgefallen, aber Niko hat mich vor einer Stunde auf ein Random–<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/hakenkreuz/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Hakenkreuz">Hakenkreuz</a> aufmerksam gemacht, das mein <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/identicon/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Identicon">Identicon</a>–Icon-Generator durch einen blöden <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/zufall/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Zufall">Zufall</a> generiert hat. Wer hier auf datenschmutz kommentiert, bekommt als Icon den zur Mailadresse hinterlegten <a href="http://en.gravatar.com/" class="liexternal">Gravatar</a>. Ist keiner vorhanden, wird von <a href="http://wordpress.org/extend/plugins/wp-identicon/" class="liwp">WP Identicon</a> ein <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Identicon" rel="nofollow" class="liwikipedia">Zufalls-Avatar</a> generiert. An sich eine feine Sache, aber Niko stieß auf einen in Österreich in der Form wohl kaum erlaubten <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/avatar/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Avatar">Avatar</a>, der an ein Hakenkreuz nicht bloß erinnert. Und dazu gibt’s nur eines zu sagen:</p>
<div align="center"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/03/incident2.jpg" alt="incident2 Das unabsichtliche Hakenkreuz: Zufalls Wiederbetätigung per Identicon" title="Wehret den Anfängen!" width="600" height="300" style="border:1px solid gray;" /></div>
<p><span id="more-4127"></span></p>
<p>Es handelt sich übrigens um eine Art “Kippbild” (á la alte/junge Dame): ich hab zuerst auf die hellblauen Teile geschaut und mir gedacht “Da braucht man aber schon sehr viel Phantasie” und erst ein paar Sekunden später gecheckt, was für eine Form die dunkelblauen Balken bilden. (Nicht, dass ein weiterer Beweis für die Richtigkeit des Konstruktivismus nötig gewesen wäre.) Der Delinquent trat bei Izzi’s <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/kommentar/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kommentar">Kommentar</a> zum vorgestern veröffentlichten <a href="http://blog.datenschmutz.net/2010-03/agentur-biz-digital-affairs-legen-heute-los/" class="liinternal">Beitrag über Digital Affairs</a> auf die Bühne, um seine unselige Rechtsaußen-Karriere zu beginnen — so sah das Original aus:</p>
<div align="center"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/03/incident1.jpg" alt="incident1 Das unabsichtliche Hakenkreuz: Zufalls Wiederbetätigung per Identicon" title="Der Hakenkreuz Vorfall" width="598" height="516" style="border:1px solid gray;" /></div>
<p>Irgendwie erinnert mich die “Affäre NS-Identicon” an Thomas Webers aktuelles grandioses gap-Editorial, das ich gestern in der U-Bahn gelesen, heute aber in voller Länge leider nicht online gefunden habe:</p>
<blockquote><p>Und ich widerspreche all denjenigen, die meinen, die Vergangenheit müsse nun bewältigt und endlich Gras über “Die Sache” gewachsen sein. Was — in meiner höchstpersönlichen Zeitrechnung — vor gerade einmal 32 Jahren [Anm.: Thomas ist 32, sein Geburtsjahr minus Alter ergibt 1945] passieren konnte, muss Teil unseres Bewusstseins, unseres europäischen Gedächtnisses bleiben.</p></blockquote>
<p>Da hat er recht — und auch wenn die Entstehung dieses Symbols in meinem Fall einem Random-Algorithmus geschuldet ist, mag ich dieses Scheusal von Symbol hier keinesfalls sehen. Was ist also zu tun? Ein “Cache Flush” tut’s jedenfalls nicht, denn WP_Identicon generiert für jede E-Mail Adresse immer das gleiche Bild. Man könnte natürlich die Bilddatei des einzelnen Identicons austauschen, aber ich hab einfach die Identicon-Einstellungen, konkret die Anzahl der Segmente, verändert. Jetzt haben alle Kommentatoren neue Identicons und ich hoffe, dass so ein blöder Zufall nicht nochmal auftritt. Sorry, Izzi — das Problem ist mittlerweile behoben, das Posting sieht jetzt so aus:</p>
<div align="center"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/03/incident3.jpg" alt="incident3 Das unabsichtliche Hakenkreuz: Zufalls Wiederbetätigung per Identicon" title="Neue Identicons" width="600" height="228" style="border:1px solid gray;" /></div>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
Wenn Sie diese Meldung auf einer Homepage sehen, wurde der betreffende Beitrag widerrechtlich und ohne die Zustimmung des Autors veröffentlicht.<br /><em>Digitaler Fingerabdruck / digital Fingerprint: c1d7d6ed6691c7c25dbb043c9a689294</em></small>]]></content:encoded>
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		<title>Wien will’s wissen: zum Thema Ganztagsschulen</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 14:07:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Stadt Wien lädt zur Volksbefragung. Ich wurde gebeten, am begleitenden Weblog ein Statement zum Thema Ganztagsschulen abzugeben - als Vertreter der Pro-Fraktion. Gegen Ganztagsschulen ist Patrick Minar: Wien.at-TV lud uns beide zu einem Disput ins Café Sperl.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 31. Jänner beginnt in <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/wien/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Wien">Wien</a> die <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/volksbefragung/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Volksbefragung">Volksbefragung</a> 2010 — die <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/stadtregierung/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Stadtregierung">Stadtregierung</a> will die <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/meinung/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Meinung">Meinung</a> der Hauptstädter zu fünf paradigmatischen Fragestellungen wissen. Ein Schelm, wer keinen Zusammenhang mit der in diesem Jahr anstehenden Landtagswahl sieht: selbstverständlich nutzen Michael Häupl und sein Team die Gelegenheit als Wahlkampfauftakt. Begleitend zur Befragung  bietet der Presse– und Informationsdienst der Stadt Wien allen Interessierten auf <a href="http://www.wienwillswissen.at/" class="liexternal">wienwillswissen.at</a> die Möglichkeit, sich über die einzelnen Punkte zu informieren und vor alle die Pros und Contras zu diskutieren.</p>
<div align="center"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/01/wienwillswissen.jpg" alt="wienwillswissen Wien wills wissen: zum Thema Ganztagsschulen" title="wienwillswissen" width="600" height="186" style="border:1px solid gray;" /></div>
<p>Fünfmal soll “ja” oder “nein” angekreuzt werden: es geht um HausbesorgerInnen in Gemeindebauten, ein flächendeckendes Angebot an Ganztagsschulen, die eventuelle Einführung einer Citymaut (no way!), 24-Stunden U-Bahn Betrieb am Wochenende und den umstrittenen verpflichtenden Hundeführerschein für sogenannte “Kampfhunde”. Zu jedem Thema wurden zwei Blogger aufgefordert, Für– und Wider-Statements am begleitenden <a href="http://www.wienwillswissen.at/blog/" class="liexternal">Weblog</a> abzugeben. Heute ging mein Beitrag online: in <a href="http://www.wienwillswissen.at/blog/artikel/ganztagsschulen-erweitern-das-bildungsangebot/" class="liexternal">Ganztagsschulen erweitern das Bildungsangebot</a> spreche ich mich für ein flächendeckendes Angebot als Wahloption aus. Unter <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/dem/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with DEM">dem</a> Titel <a href="http://www.wienwillswissen.at/blog/artikel/gegen-die-totale-bildung/" class="liexternal">Gegen die totale Bildung</a> nimmt <a href="http://www.ichbinsofrei.at/" class="liexternal">Patrick Minar</a> die Gegenposition ein.<span id="more-4048"></span></p>
<p>Im “Streitgespräch”, zu dem uns <a href="http://www.wien.gv.at/tv/" class="liexternal">Wien.at-TV</a> ins Café Sperl lud, zeigte sich allerdings, dass wir grundsätzlich gar nicht so unterschiedliche Auffassungen zum Thema Qualitätssicherung in der <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/bildung/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Bildung">Bildung</a> haben. Im Gegensatz zu Patrick denke ich allerdings, dass nur eine staatliche “Grundversorgung” (mit allen ihren Problemen) einen freien, das heißt in erster Linie nicht von ökonomischen Faktoren abhängigen, Bildungszugang zu gewährleisten:</p>
<p><a href="http://blog.datenschmutz.net/2010-01/wien-wills-wissen-zum-thema-ganztagsschulen/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Die Abstimmung erfolgt übrigens per Wahlkarte — selbige sollte bis zum 31. Jänner im Postkasten jedes Wiener Haushalts auftauchen. Dabei sollte man sich allerdings die Unterschiede zwischen den in der österreichischen Verfassung vorgesehenen Instrumenten der direkten Demokratie vor Augen führen: im Gegensatz zum Volksbegehren, das auf Bundesebene den Nationalrat zur Beratung über eine Gesetzesinitiative zwingt und der Volksabstimmung (auf Bundes– und Länderebene möglich), deren Ergebnis bindende ist, handelt es sich bei der Volksbefragung lediglich um die Erhebung eines Stimmungsbildes. Solche Volksbefragungen können auf Bundes-, Landes– und Gemeindeebene erfolgen. Die letzteren zwei Varianten kamen schon häufiger zur Anwendung, eine bundesweite Volksbefragung gab es in Österreich noch nie.</p>
<p>Mit anderen Worten: wie auch immer die Wienerinne und Wiener abstimmen: Bürgermeisterkandidat Häupl und die SPÖ werden die Resultate auf jeden Fall sehr effektiv im Wahlkampf verwerten können. Spannend finde ich in diesem Zusammenhang, dass mittlerweile eine so groß angelegte und beworbene Volksabstimmung ohne begleitende Online-Plattform kaum mehr denkbar ist. In diesem Sinne — diskutieren Sie mit!</p>
<p><a href="http://www.wienwillswissen.at/" class="liexternal"><strong>Wien will’s wissen</strong></a></p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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