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Archiv für die Kategorie „popkulturell“

Vortrag: Ulli Lust über die Kunst des Comics

2. März 2010
20:00bis22:00

Ulli Lust zeichnet geniale Comics - ihr autobiographisches Werk "Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens" gab's vor kurzem hier auf datenschmutz zu gewinnen. Am kommenden Dienstag hält Ulli im phil eine Comiclesung, die folgendermaßen abläuft: während Ulli liest werden die zugehörigen Zeichnungen an die Wand projiziert. Diesen Beitrag weiterlesen »

Perry Rhodan: SF Werbung aus der Vergangenheit

Der erste Kontakt mit den Arkoniden, die Suche nach der Superintelligenz ES, der Kampf gegen die Meister der Insel, die mehrfachen Invasionen der Milchstraße durch Maahks, Laren, Überschwere und andere exotische Außerirdische, der Aufstieg der SOL, Perrys Naupaum-Odysee - und dann noch Sporenschiffe, Materiequellen und -senken, das Fernraumschiff Basis, die Posbis, "Old Man", Bardioc... der "Erbe des Universums" hat mich jahrelang begleitet. Aber eigentlich geht's in diesem Beitrag gar nicht um das Perry Rhodan Universum, sondern um Werbung aus den 70er Jahren - Ungeduldige scrollen gleich nach unten.

Wer Heftromanserien generell für Schund hält, hat natürlich recht, doch die Science-Fiction Ausnahme bestätigt die Regel und ich möchte bloß anmerken: meine Damen, meine Herrn, Perry Rhodan ist der längste Roman der Welt, halten wir momentan doch bei Band Nr. 2531. Das macht 48,6 Jahren oder knapp 160.000 Seiten. Im Gegensatz zu John Sinclair, Jerry Cotton und Co. sind PR-Romane nämlich keine abgeschlossenen Hefte: die Handlung geht immer weiter und ist grob in 2-Jahres Substories á 100 Hefte (sogenannte "Zyklen") unterteilt. Als ich seinerzeit aktives Mitglied der Fancommunity war, mussten Leserbriefe noch zu Fuß verfasst werden, mittlerweile hat Perry auch einen Wohnsitz im Internet und kommt auf Wunsch sogar aufs iPhone.

Das Autorenteam, dem einige der begabtesten SF-Schreiber des deutschen Sprachraums angehören, verstand es von Beginn, aktuelle politische Entwicklungen in die Serie einfließen zu lassen, immer vor dem Hintergrund eines tolerant-liberalen Menschen- respektive Alien-Bildes. Die letzten Wochen haben ich interessehalber mal wieder rein gelesen: derzeit schlagen sich Perry und Konsorten gerade mit den Verwüstungen, die die "terminale Kolonne" in der Milchstraße hinterlassen hat, herum: Parallelen zur Post-WTC-Situation drängen sich unmittelbar auf. (Wir schreiben derzeit das Jahr 1463 Neuer Galaktischer Zeitrechnung, das entspricht anno domini 5050. Die Sache mit der Hauptpersonen-Lebensdauer haben die Autoren übrigens mit einem dramaturgischen Kniff gelöst: Perry und einige andere Hauptpersonen tragen Zellaktivatoren, die praktischerweise die natürlich Zellalterung verhindern.)

Grund für dieses Posting ist freilich nicht die aktuelle Handlung, sondern ein Heft aus den 70ern: der Tag, an dem ich im Alter von 10 oder 11 beim Versteckspielen im Hof eine fast komplette Rhodan-Sammlung von Band 150 bis 900 fand, war wie Weihnachten und Geburtstag zugleich. Das Interesse meiner Spielkameraden an den seltsamen Heften hielt sich zwar in engen Grenzen, aber sie halfen mir, den Container in Rekordzeit leerzuräumen. Mittlerweile sind die Hefte längst wieder am Altpapier gelandet, aber Nr. 505 "Im Schwarm gefangen" habe ich letztens beim Aufräumen gefunden:

perry rhodan 1 small Perry Rhodan: SF Werbung aus der Vergangenheit

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Christina Stürmer und die Bundeshymne

Während die übrigen Absolventen der österreichischen Pop-Casting Show Starmania ihre traurigen Tage auf Zeltfesten fristen dürfen, gelang es der Niederösterreicherin Christina Stürmer bereits vor Jahren, eine respektable Karriere zu starten. Gewonnen hatte sie im Jahr 2003 zwar nicht, die Teilnahme hat sich für sie aber auf jeden Fall ausgezahlt. Eine ausführliche Bio findet man - na wo sonst? - natürlich auf Wikipedia, aber momentan interessiert vor allem der "Skandal" um eine Neuinterpretation der Bundeshymne.

Unterrichtsministerin Claudia Schmied hatte die Musikerin mit dem besagten "Remix" beauftragt - abgesehen davon, dass die elegischen Harmonien einer rockigen Inszenierung wichen, wurde der Text des Refrains geändert. Anstatt "Heimat bist du größer Söhne" heißt es nun "Heimat bist du großer Söhne und Töchter". Auf der Kampagnenseite zur Bildungsreform gibt's den Song zum Download, und so hört sich das Ganze an:

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Breakcore Party: Das Licht am Ende der Orgie!

15. Januar 2010 21:00bis16. Januar 2010 4:00

Am kommenden Freitag, 15. Jänner 2010, geben sich die Breakcore-Experten Hecate aus Berlin im 3Raum der Wiener Arena live die Ehre. Unterstützt werden sie von Death is not a Color, die mit "digital epileptic breaks-metal" das Publikum verstören, Bobby Velvet, dem A Capella Artist "from hell" und den Dystopian Dub Developments, die mit "Death Reggae and Glitchy Doom Dub" der Krone das Fass ausschlagen. Konservierte Sounds werden aufgelegt von Herrn Bitkid und Mister Adam Strang. All das wär an sich schon großartig genug, ist aber bloß der Zierrat zur eigentlichen Sensation: Oliver Stummer aka Tomoroh Hidari feiert in einem Rutsch seinen 35er und sein kürzlich abgeschlossenes Diplom. Selbstverständlich wird der junge Mann zur Feier der Nacht der "Master of Pataphysics" auch selbst musikalisch aktiv werden.

Keine Kartenverlosung, keine Gästeliste: Oli organisiert und veranstaltet die Party selbst, und 5 Euro Eintritt kann man nur als äußerst gastfreundlich bezeichnen. Also erst mal vorweg alles Gute, wir stoßen dann am Freitag an - mehrmals! :mrgreen: Das Skug schrieb unlängst über Oliver:

Langgedient im Erschaffen eigenartiger, verstörender, und immer spannender Sang- und Klangkonstrukte.

Ich persönlich sehe respektive höre das etwas anders - "verstörend" ist der Musikantenstadl, Tomoroh's Produktionen fand ich immer extrem groovig, technisch brillant und ausgesprochen originell; und wer jemals eine der legendären Dub Sessions besucht hat, wird die Party am Freitag ohnehin nicht verpassen wollen. Looking forward a lot, hier zum Reinhören der Track "Nothing" aus Tomoroh Hidari's letzer EP "Also spoke Zerothruster":


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Dexter, Season 4: Dex vs. Trinity

Wer die vierte Staffel von Dexter noch nicht gesehen, sollte sich dieses "Sitdown" von Michael C. Hall und John Lithgow keinesfalls anschauen - und zwar nicht mal die ersten paar Sekunden, die enthalten nämlich einen gewaltigen Spoiler. Wer bereits weiß, wie die Story um unseren Lieblings-Psychopathen und seine blutige Affäre mit dem Trinity-Killer weiter geht, dürfte über die die Kommentare der Darsteller zum unerwarteten Ende schmunzeln:

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YouTube Kino Jahresgala: X-Mas Special am 14. Dezember

14. Dezember 2009
18:00bis19:00

Das Hochkultur-Karussell dreht sich unerbittlich weiter - die neben Cannes und der Oscarverleihung drittwichtigste Veranstaltung der internationalen Kinowelt findet zum Jahresausklang nach der frenetisch bejubelten Premiere im Sommer ihre Fortsetzung mit einem Weihnachts-Special. Die Impresarios aus dem Umfeld der Forschungsgruppe Internet zeigen und kommentieren Netz-Clips zum Thema Das Sakrale und das Profane: Christmas revisited. Aufgrund dieses zu Profanity (engl.: Fluchereien) und wilden sexuellen Ausschweifungen neigenden Themas sollten selbst volljährige Besucher gute Nerven ins Museumsquartier mitbringen.

Update: Um 18:30 geht's los mit dem Tweet-Up, die Fest-Gala startet dann pünktlich um 19:30 Uhr im Raum D des Wiener Museumsquartiers. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich, für freie Platzwahl kann dennoch kaum garantiert werden. Der Programmablauf:

18:30 X-Mas Tweet-Up (Smartphones, Netbooks und andere internetfähige Geräte bitte beim Security Check-in abgeben!)

19:30 Begrüßung des Publikums und der Pressevertreter durch Jana Herwig, Künstlerische und kaufmännische Leiterin der Wiener Online-Video Filmfestspielreihe (im Volksmund "Youtube Kino"), Gremiumsmitglied des Vorstands des österreichischen Internetrats, Microblogging-Forscherin und Promi-Bloggerin.

19:03 Filmprogramm mit Erläuterungen der Kuratorinnen und Kuratoren (Details folgen)

19:58 Podiumsdiskussion mit Vertretern der österreichischen Film- und Musik-Urheberrechtsgesellschaften. Moderation: Sigrid Jones

19:59 Diskussion: Das Publikum hat Gelegenheit, sich Fragen für das gemütliche Zusammensein anschließend auszudenken

20:00 Verabschiedung des Publikums und der Kuratoren durch den ersten Wiener Twitter-Chor.

Anschließend Afterparty, ebenfalls im Raum D. Motto: "Kein Networking". Dresscode: Als Vogel verkleidet kommen! (Anm.: Für ORF Moderatorinnen keine Verkleidung erforderlich.)

Achtung: KEIN NETWORKING im Anschluss. Wenn Sie Leute treffen, die Sie schon von anderswo kennen - fein. Unterhalten Sie sich. Wenn nicht, auch gut. Mit weniger Visitenkarten passt die Geldtasche sowieso leichter in den Hosensack.

Event-Einträge auf Facebook: TweetUp | Youtube Kino

Beenie Man sucht den besten Breakdancer

Wer die richtigen Moves drauf hat, kommt am Ende noch ins Fernsehen - das war schon immer so, siehe Fred Astaire :mrgreen: Derzeit sucht Beenie Man, Dancehall-Aushängeschild mit MTV-Appeal, den richtigen Tänzer für sein nächstes Video. Der Gewinner reist zum Videodreh und bekommt $2.500, auf den Zweitplatzierten wartet die gleiche Summe, der Dritte bekommt $1.000. Die Konkurrenz hat allerdings schon ordentlich geübt, wie dieses Video zeigt:

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Gewinnspiel: 10 Plätze für exklusive Albertina-Führung

In Kooperation mit ATV kann ich meinen kunstinteressierten Leserinnen und Lesern diesmal ein ganz besonderes Highlight anbieten: datenschmutz verlost 10 Plätze für eine exklusive abendliche Führung durch die neue Albertina-Ausstellung Impressionismus - wie das Licht auf die Leinwand kam. Alle Infos zur Ausstellung gibt's auf Albertina.at - die Herbstausstellung zeigt unter anderem Originale von Superstars wie MC Renoir, DJ Paul Cézanne und die holländische Techno-Legende Vincent van Gogh, insgesamt umfasst das Set 70 Tracks:

Im Mittelpunkt dieser außergewöhnlichen und ambitionierten Schau stehen die Ergebnisse eines 5jährigen Forschungsprojektes, die einen neuen Blick auf die Entstehungsgeschichte, die Techniken und Malweisen des Impressionismus ermöglichen. Kunstgeschichte und Kunsttechnologie agieren auf einer gleichberechtigten Ebene. Aus diesem neuen Zugang resultieren neue Antworten auf Fragen wie "Was ist eine Impression?", "Drinnen oder Draußen?", oder "Wann ist ein Bild fertig?" - Antworten, die die Geschichte des Impressionismus an beispielhaften Werken von Courbet, Caillebotte, Manet, Monet, Renoir, Cézanne, Pissarro, Signac und van Gogh aus einer ungewohnten Sicht einmal neu erzählen lässt.

Berthe Morisot - Der Hafen von Nizza, 1881/82
Berthe Morisot - Der Hafen von Nizza, 1881/82 (Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln, © RBA, Köln)

Wie kann ich gewinnen?

Wer am 23.09. in der Bundeshauptstadt weilt und am Abend an der exklusiven Albertina-Führung teilnehmen möchte,

  • hinterlässt entweder einen Kommentar zu diesem Beitrag...
  • ...oder schickt auf Twitter folgende Nachricht raus:
    RT @datenschmutz - exklusive Albertina-Führung gewinnen: http://datadirt.net/albertina #leinwandlicht
  • Wer beides macht, bekommt zwei Lose für die Ziehung - und für die Ankündigung des Gewinnspiels am eigenen Blog gibt's ebenfalls ein Zusatzlos. (bitte via Kommentar Link posten oder Trackback schicken!)
  • Das Gewinnspiel beginnt mit der Veröffentlichung dieses Beitrags am 14.09.2009 und endet am Freitag, 18.09.2009 um 00:00 Uhr. Die Gewinner werden via E-Mail verständigt, der Rechtsweg ist ausgeschlossen, es gelten die Standard-Teilnahmebedingungen für datenschmutz-Gewinnspiele.

    Die Führung wird exklusiv für Mitglieder von ATV und datenschmutz-Afficionados angeboten - insgesamt werden 25 Personen an unsere Tour de Force durch die Bildkultur teilnehmen. Wer nicht live dabei sein kann, für den gibt's demnächst ein Video über die Ausstellung hier auf datenschmutz.

    Freilichtmalerei-Ausstattung des Malers Jules-Ernest Renoux, o.J.
    Freilichtmalerei-Ausstattung des Malers Jules-Ernest Renoux, o.J. (Petit Palais, Musée des Beaux Arts de la Ville de Paris, Foto: ©Parisienne de Photographie)
    Albert Besnard - Eine Wiese im Park von Calais, 1890
    Albert Besnard - Eine Wiese im Park von Calais, 1890 (Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Köln, © RBA, Köln)

    Play.fm muss im MQ bleiben!

    playfm Play.fm muss im MQ bleiben!Unser Lieblings-Online-Radio soll die Räumlichkeiten im Museumsquartier räumen. Das quartier21/MQ möchte die Play.fm Lounge bereits am September "anderweitig" nutzen und hat den Vertrag mit Play.fm daher nicht mehr verlängert. Dabei gibt es keinen besseren Platz für das semi-öffentliche Radiostudio als das am Reißbrett entworfene Herz der Wiener Kulturszene - daher haben wir gestern auf Facebook eine Support-Gruppe gegründet, der in bis dato in den ersten Stunden bereits 404 (!) User beigetreten sind, weitere Unterstützerinnen und Unterstützer sind natürlich hoch willkommen!

    Play.fm verschreibt sich ganz der DJ-Kultur: einerseits werden diverse Sets aus Clubs präsentiert, andererseits legen Gast-DJs jeden Tag live in der Lounge auf, die Streams sind live, aber auch on demand verfügbar. Seit dem kürzlich erfolgten Relaunch der Homepage bietet der Player aufgefeilte Annotations- und Crowd-Sourcing-Playlist Features. Das Repertoire an nach Genres geordneten Sets und Radioshows ist mittlerweile riesig und fast schon sowas wie das "DJ Wayback-Archive" der elektronische Musikszene. Siehe dazu dieses Video, in dem Georg Hitzenberger Play.fm vorstellt:

    http://www.vimeo.com/5994159

    Die Lounge im Museumsquartier funktioniert als ideale real-life Extension und beliebter Treffpunkt der Wiener Musikszene - der geplante Rausschmiss kommt für Play.fm äußerst ungelegen:

    Seit über 5 Jahren bereichert Play.fm mit seinem täglichen Live Radioprogramm und den Ausstellungen junger Künstler das kulturelle Angebot im MQ. Mehr als 70 Sendungsmacher präsentieren seit 2004 unentgeltlich jedes Monat ihre Sendungen live in der Play.fm Lounge, tausende Stunden ehrenamtlicher Arbeit sind in den Aufbau des Radiobetriebs geflossen, und das soll jetzt plötzlich ein Ende haben?

    Betrieben vom gemeinnützigen Verein "Play" ist die Play.fm Lounge immer ein Raum für Experimente geblieben und bietet im Gegensatz zum sonstigen kulturellen Angebot des MQ spannendes Programm für kleinere Zielgruppen. Sollte Play.fm tatsächlich ausziehen müssen, würde die kulturelle Vielfalt, die wir am MQ so schätzen, großen Schaden nehmen.

    Wir fordern daher, dass Play.fm im MQ bleibt!

    Was kann man tun? Ein Beitritt zur Play.fm Gruppe wäre toll, und wer den Ausdruck seines Missfallens auch analog zum Ausdruck bringen möchte, ist herzlich eingeladen zu den Play.fm Movement Days: am 20./21./22. August wird die Creme de la Creme der Wiener DJ-Szene jeweils von 18:00 Uhr bis Open End unter dem Motto "70 DJs, 33 Sendungen in drei Tagen" die letzten fünf Jahre zelebrieren.

    Nachruf: Der Moonwalk stirbt mit Michael Jackson

    Michael Jackson verstarb in der vergangenen Nacht in seinem Haus in Los Angeles. Im Alter von 50 Jahren erlag der "King of Pop", so die offizielle Todesursache, einem plötzlichen Herzstillstand. Knapp einen Monat vor der geplanten Comeback-Konzertserie, die am 13. Juli in London hätte beginnen sollen, endet damit eine der schillerndsten, widersprüchlichsten und radikalsten Pop-Karrieren des vergangenen Jahrhunderts.

    Viele Medien berichteten von einer langjährigen Abhängigkeit von Schmerzmitteln, bereits die letzten Fernsehauftritte hatten vermuten lassen, dass es um die Gesundheit Jacksons nicht zum besten stand. Jacksons früherer Assistent Michael Levine fand deutliche Worte für ein Unbehagen, das selbst ultimativer Erfolg nicht stillen konnte:

    Jackson sei "seit Jahren auf einer unglaublich schwierigen und oft selbstzerstörerischen Reise" gewesen. Sein Talent sei "zweifellos ebenso groß gewesen wie sein Unbehagen mit den Normen dieser Welt". Niemand könne "dieses Niveau von dauerhaftem Stress ertragen".

    Quincy Jones, der "Thriller", das erfolgreichste Album des 20. Jahrhunderts, produzierte, sieht in Jackson den perfekten Entertainer, Madonna konnte nicht mehr aufhören zu heulen und sogar Rapper die LL Cool J bezeichnen Jacko als einen ihrer wichtigsten Einflüsse. Ein Gesamtkunstwerk, dessen Ecken und Kanten immer deutlicher hervortraten, je mehr Schönheits-OPs die Konturen seines Gesichts bis zur androgynen Kindlichkeit reduzierten. Ein mindestens zwiespältiges Verhältnis zu Minderjährigen, Misshandlungen durch den Übervater-Manger in der eigenen Kindheit, "unmögliche" Moonwalk-Moves mit Haken an den Schuhen und Ösen im Boden, Desorientiertheit bis hin zur sozialen Regression: die Grenzen zwischen Realität und Kunstfigur verschwommen nicht bloß in den pompösen Videoclips jenes Mannes, der mit seiner Musik Millionen verzaubern, sich selbst aber nie so richtig heimisch fühlen konnte.

    Warum "King of Pop"?

    Neben der Selbst-Inthronation (King Brit, The Kings, King Fisher, Kaiser Chiefs) kennt die Popwelt nur einen gültigen Weg zu Adelsehren, und der läuft über den Verkauf. Die Beatles schlägt der weißeste schwarze aller Zeiten in Gesamtabsatzzahlen zwar bei weitem nicht, doch wie Stefan Niederwieser im gap so treffend schreibt, wurde Jacko zum Symbol einer Generation:

    Kein Album hat sich so oft verkauft wie "Thriller". Keine Musik des 20. Jahrhunderts wird dementsprechend so universell geschätzt, wie die Musik von Michael Jackson. Denn es gibt Musik, die in den USA ähnlich erfolgreich war, aber quer über den restlichen Erdball ist Michael Jackson der großartigste gemeinsame Nenner zwischen den Kulturen und so etwas wie eine allgemein verständliche Chiffre US-amerikanischer Kultur.

    Doch zum Symbol wofür eigentlich? Jeglicher kunstästhetische Blick zeigt vor allem die erratische Suche nach eigener Identität, das Pendeln zwischen den Polen Funksoul, Rock und Kostümzirkus. MJ konnte niemals in erster Linie als Person existieren, dazu fehlten ihm als pop-kulturelle Identifikationsfigur schlichtweg jegliche ideologischen Inhalte. Und selbst in den letzten Woche wohnte seinen mit zittriger Stimme an die "Fans" gemachten Versprechen eine Absurdität inne, die ihnen umso mehr Gravität verlieht: denn diese "Jacko Nation", diese beispiellose Anbetung durch Millionen Musikfans weltweit hatte nur einen gemeinsamen Nenner, und zwar Jackson als Kunstfigur, als Tänzer, vor allem aber Sänger.

    Man könnte behaupten, MJ habe die bis dato unmögliche Quadratur des Kreises in die Musikwirtschaft eingebracht und als einer der ersten Pop-Könige die Form rückstandslos vom Inhalt abgelöst. Die konsequente Verlagerung jeder Aussage-Ebene auf die Projektionsoberfläche (und in der Tat wurde MJs Gesicht im Lauf der Jahre immer Leinwand-weißer) des eigenen Körpers machte den King of Pop zum idealen "Partner in Crime" einer Musikindustrie, die sich im Zeitalter des nachlassenden One-Hit-Wonder Prinzips neue Erschließungsquellen überlegen musste.

    Dass Jackos Vater die Jacksons Five als Königs- und Spielmacher, als gnadenloser
    Kinderschinder, wie es immer hieß, in frühen Tagen installierte, war gewiss
    wegweisend. Ob die Spinnereien des gekrönten Königs, seine schönheitsoperativen Obsessionen einer selbstzerstörerischen Überlebens-Unfähigkeit oder einem genialen Umgang mit der langjährigen Wieder-Inszenierung des eigenen Mythos zu tun haben, kann niemand wissen. Hier endet die "Informierungsfunktion" der Medien, oder besser gesagt: hier räumt sie willig das Feld der Imagination für jede Form der Mythenbildung.

    Die konsequente Fortsetzung des Aufpumpens einer überlebensgroßen Identifikationsfigur musste früher oder später scheitern, war in jedem Augenblick der permanenten Gefahr der Lächerlichkeit ausgesetzt. Michael Jackson tat in den letzten alles, um den eigenen Mythos nachhaltig zu demontieren, und hier zeigt sich ein allerletztes Mal die überlebensgroße Magie des Mythos: rein ökonomische Motive hätten einen gesundheitlich ohnehin schwer angeschlagenen Jackson dazu bewogen, mit einer groß angelegten Konzertserie (mit Tonträgerverkauf ist mittlerweile wirklich kein Staat mehr zu machen) den eigenen Schuldenberg zu tilgen: Häme und Spott allenthalben.

    Im Alter von 12 bis 13 Jahren war ich überzeugter MJ-Fan, ja sogar "Moonwalker", das floppige Doku aus Michaels Welt, hab ich mich im Kino angeschaut (und furchtbar gefunden). Und trotz aller Cheesyness, die man braucht, um King of Pop zu werden: Songs wie "Beat it", "Bad" oder "Billie Jean" stellten für mich ebenso wie für viele andere Neo-Teilnehmer am Popkulturspiel die ersten ernsthaften Berührungspunkte mit Black Music dar. Trotz aller der Vorbehalte treten die Absurditäten leise in den Hintergrund, wenn die Lautsprecher den fantastischen Beat von "Billie Jean", "Bad" oder "Thriller" durch den Raum pumpen. Danke, Michael. Dafür werden wir Dich immer lieben.

    Fake! Youtube-Kinoabend im MuQa

    7. Juli 2009
    20:30bis22:00

    Was im Internet veröffentlicht wird, *muss* einfach wahr sein! Getreu ihrem Motto hat die interdisziplinäre Dissertandengruppe Internetforschung ein abendfüllendes Internet-Video-Programm zusammengestellt. Das Motto lautet Fake! Realität und Illusion, dazu werden die Bücherwürmer von der Uni (ich darf das so abwertend sagen, bin schließlich selber einer) in bester Hip Hop Jam Tradition auch die eine oder andere Wortspende droppen. Und bei dem vielen Niederschlag momentan können wir ja eines lauschigen Sommerabends fast sicher sein!

    Das Spektakel beginnt mit Einbruch der Dämmerung, also ca. 20:30 Uhr auf der Wiese vor dem Quartier 21. (Wiese mag ein wenig euphemistisch sein - der Rasentreifen zwischen MQ und 2er Linie ist gemeint, also außerhalb der MQ-Festungsmauern.) Das Detailprogramm sieht folgendermaßen aus:

    • Jana Herwig: Fake als Attraktion
    • René König: 9/11 was an inside job! – YouTube als Plattform für alternative Deutungen des 11. September 2001
    • Axel Maireder: Slap me happy – but real! Die Realitätskonstruktionen von Jugendlichen zu Amateur-Gewaltvideos
    • Sigrid Jones: Werbung oder nicht Werbung?
    • Axel Kittenberger: Who is (not) real?
    • Philipp Budka: 'Don't Call me Eskimo!' Repräsentationen indigener Musik(er) auf YouTube
    • Susanne Rabler: Was Avatare in ihrer Freizeit tun, und wie World of Warcraft in der Realität aussieht.
    • Thomas Lohninger: How can this be real?
    • Ritchie Pettauer: Post-Production Fakes

    Vorbei ist die Show um 22:00, danach gibt's kurz Gelegenheit für Autogramme und Reflexion. Sollte Schlechtwetter notwendig sein, übersiedelt das moderne Kabarett in den Gang des Quartier21.

    PS: Letztendlich haben wir uns dann doch gegen das Autokino am Rande von Donaustadt und fürs MuQa entschieden. Aber nur wegen der Anreise.

    The24Seven feat. Violetta Parisini: Stand Still

    Mit ihren 2 Gitarristen und 33.000 Schlagzeugern kann das Musikerkollektiv The24Seven wohl zu Recht als die größte Popband der Welt bezeichnen. Nach 3 Jahren ununterbrochener DJ-Gigs und Live-Auftritte und dem Eintrag ins Strongbow Buch der Rekorde droppt am 29. Mai - mehr oder weniger oder zutun der Protagonisten - die erste Single. Hier ein exklusives Snippet und eine frühe Pre-Beta des Presstexts, den ich die Ehre und das Vergnügen hatte schreiben zu dürfen:

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    Fluid Forms: Was ist eigentlich Produktgestaltung?

    Am diesjährigen Klagenfurter Barcamp haben die Macher von Fluid Forms einen Vortrag über 3D-Drucker gehalten, der mich schwer beeindruckt hat. Zwar stellte sich in der anschließenden Diskussion recht schnell heraus, dass 3D-Drucker, die Teile für andere 3D Drucker drucken, die sich dann auch noch selbst zusammenbauen, in recht weiter Ferne liegen (also vorerst Terminator-Entwarnung!), aber auch der aktuelle Status des individuellen Produktdesigns ist nicht von schlechten Eltern. Denn wenn jeder Kunde zukünftig seine eigene Gebrauchsgegenstände individuell plant und diese problemlos in Kleinstserie (=1 Stück) produzieren lassen kann, dann verändert diese Technologie mittelfristig das gesamt Produktdesign und definiert das Verhältnis zwischen Designer, Produzent und Konsument völlig neu. Wie das Fluid-Forms Setup funktioniert, zeigt dieses Intro-Video:

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    Bernd Püribauers große Ausstallung: Tiere der Wochen

    24. April 2009
    19:00bis23:00

    pueribauer Bernd Püribauers große Ausstallung: Tiere der WochenBernd Püribauer zeichnet in der Wiener Stadtzeitschrift Falter seit 10 Jahren das Tier der Woche zu den Texten von Peter Iwaniewicz, höchste Zeit also für eine große Ausstallung der 100 gelungensten animalischen Kreaturen im würdigen Rahmen des Wiener WUK! Unglaublich genial finde ich den Video-Trailer zum Event:

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    Amazon bietet DRM-freie mp3s an

    ammp3 Amazon bietet DRM freie mp3s anSeit gestern gehört auch Deutschland zum Reigen jener Ländern, in denen Branchenprimus Amazon Musik nicht mehr nur auf Silberscheibe oder Vinyl verkauft: ein riesiger Portfolio hochwertiger 256kBit Files stehen direkt auf der Webseite bereit. Für den One-Click-Einkauf ist die Installation des Amazon-mp3-Downloaders (verfügbar für XP, Vista, Mac und Linux) zwingend erforderlich. Austria-Surfer bleiben aber einmal mehr außen vor, aber wird sind's ja gewohnt. Vordergründig übernimmt die Software den Download ganzer Alben sowie das Importieren in die iTunes Bibliothek - was die Software im Hintergrund tut, wissen bloß der Geier und die Musikindustrie.

    Letztere ist in punkto Wasserzeichen und Konsumentenkriminalisierung in den letzten 10 Jahren ja nicht gerade durch Zimperlichkeit aufgefallen; da wundert man sich direkt, dass Amazon seinen Verkauf überhaupt ohne DRM starten durfte. Der Beschreibungstext weist gleich mal auf "lokale Besonderheiten" hin:

    amazonmp3 Amazon bietet DRM freie mp3s an

    Tatsächlich konnte ich keine Songs in den Einkaufswagen legen. Zwar tauchte keine Fehlermeldung auf, aber die Songs schienen einfach nicht auf. Erst nach Installation der Software und einem One-Click-Verkauf wurde Amazon ein wenig gesprächiger:

    Bitte beachten Sie: Tut uns leid. Ihre Bestellung konnte nicht verarbeitet werden, da das gewünschte Produkt geografischen Einschränkungen unterliegt. Weitere Informationen zu den geografischen Einschränkungen finden Sie in den Nutzungsbedingungen zu diesem Produkt. Wir entschuldigen uns für Unannehmlichkeiten, die Ihnen möglicherweise hieraus entstanden sind.

    Nur der Schelm glaubt, dass wir Alpenrepublikaner durch solche Actions Piratebay & Co. in die Arme getrieben werden. Bin gespannt, ob sich die Amazon-Rechtsabteilung wegen der paar Bewohner überhaupt die Verhandlungen mit AKM, AUME und Co. antut.

    Affiliates freuen sich

    Affiliate-Experten wissen, dass ein sogenannten "Medienbruch" die Conversion beträchtlich verschlechtert. Verkauft ein trusted merchant wie Amazon digitale Güter, so steigt automatisch die erzielbare Conversion Rate - Deeplinks auf einzelne Alben bzw. Tracks sind schon jetzt möglich, an einem mp3-Widget wird mit Hochdruck gearbeitet. Musik ist ein dankbarer Rohstoff - allen Unkenrufen zum Trotz geben ausreichend viele User durchaus Geld für Beschallungsinhalte aus, sofern die Convenience stimmt. Mit anderen Worten: hier tut sich meiner Meinung nach eine sehr lukrative neue Einnahmequelle für alle Internetseiten mit Popkultur-Bezug auf!

    Startseite: Amazon mp3-Downloads

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