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6 Online Marketing und Social Media Trends für 2015

Die großen digitalen Neuerungen am Marketing Sektor blieben 2014 vordergründig zwar aus, doch hinter den Kulissen der responsiven Interfaces hat sich indes ausgesprochen viel getan: Vor lauter Innovationshunger haben wir die neuen Networks ello und tsu kurzfristig frenetisch abgefeiert, um sie bald darauf wieder links liegen zu lassen. Google würfelte mit den Panda und Penguin Updates in den vergangenen 12 Monaten die Top-Suchmaschine-Ergebnisse gehörig durcheinander, Content Marketing und Corporate Blogging sind im Mainstream angekommen, Facebook und Twitter sind mit rasanter Geschwindigkeit auf dem Weg vom Netzwerk zur Infrastruktur, die Goldgräberstimmung im Camp App hat endgültig nachgelassen. Welche Online Marketing Entwicklungen sich für die kommenden 12 Monate abzeichnen, lässt sich ganz ohne Glaskugel leicht extrapolieren.

1. Währungswechsel: Nutzer-generierte Inhalte statt Likes und Shares

User generated Content

Von Nutzern generierte Inhalte spielen die erste Geige. Im chinesischen Kalender heißt 2015 “Das Jahr des Selfies”

Marketingkampagnen werden partizipativer. 2015 wird es nicht mehr darum gehen, mit den eigenen Kampagnen und Inhalten möglichst viele Likes und Shares einzusammeln, sondern um möglichst originelle Text-, (Bewegt)Bild- und Wortspenden der Crowd. Wenige Ideen werden dabei so viel Reichweite generieren wie die Ice Bucket Challenge, aber die neue “Währung” in punkto Engagement heißt “User generated content” und wird im Lauf des Jahres Social Signals in den Hintergrund drängen: Wie bringt man (potentielle) Kunden dazu, eigene Inhalte zu veröffentlichen, die sowohl originell sind als auch die eigene Verkaufsstrategie und Markenaffinität stärken? Das wird die große Herausforderung für Social Media Manager im kommenden Jahr.

Aus diesem Grund wird 2015 kaum mehr eine Kampagne zukünftig ohne #Hashtag auskommen. Hashtag-Losigkeit wird sozusagen die neue Avantgarde.

2. Der Online-Handel hält Einzug in die Offline-Stores

Social Content wird crossmedialer. Immer mehr Brands werden die Kunden-Testimonials nicht nur im Web aggregieren, sondern auf allen möglichen Kanälen mit Kunden-Inhalten werben. Weit mehr Offline-Shops als bisher werden Video-Walls oder andere interaktive Display-Elemente integrieren, physische und virtuelle Touchpoints verschmelzen zusehends. Ein solides Monitoring-Setup und ein strukturierter Umgang mit Kunden-Reviews werden fixer Bestandteil des Business-Alltags, aber semantische Systeme und automatisierte Sentiment-Analysen werden auch 2015 nicht ihren Durchbruch feiern.

Der mobile Sektor wächst, nach den Visits nehmen auch die Conversions via Smartphone zu. Die große Zeit der App-Stores ist schon jetzt vorbei, (mobile) Web-Apps werden immer leistungsfähiger und ersetzen viele “dedizierte” Apps. Die zweite Generation von Big Data Anwendungen scharrt in den Startlöchern. Nicht künstliche Intelligenz, sondern Open Data Applikationen werden ganz neue Tools für die digital-analoge Welt ermöglichen.

3. Facebook: Mehr Infrastruktur, weniger Aktivität, mehr Instagram

Jüngere Zielgruppen (13-18) nutzen Facebook weit seltener als jene Generation, die mit dem blauem Walled Garden groß geworden sind. Zugleich aggregiert FB Inhalte von immer mehr Quellen. Je dichter das Gedränge, desto relevanter die Filtermechanismen. Smartwatches und Selbstvermessungsgeräte aller Art liefern immer mehr Daten, und für die Werbung muss schließlich auch noch Platz bleiben. Diese Entwicklungen führen unweigerlich dazu, dass das bisher erfolgreichste Social Network als “Stammtisch” und privater Kommunikationshub an Bedeutung verliert.

In einigen Märkten wird WhatsApp 2015 das Mutterschiff in punkto Nutzungsfrequenz deutlich überflügeln. So wie’s derzeit aussieht, stehen auch Instagram goldene Zeiten bevor, beide Services gehören bekanntlich ja längst zum Zuckerberg-Universum. Instagrams Hyperlapse wird Twitters Videoservice Vine richtig wehtun und möglicherweise sogar Youtube ein kleines Stück vom Bewegtbildkuchen abjagen. Privacy bleibt ein großes Thema, Snapchat zeigt, dass den Nutzern die Kontrolle über ihre Inhalte zunehmend wichtiger wird.

4. Webdesign wird personalisierter sowie CTA- und Content-orientierter

Personalized Content

Inhalte werden immer genauer auf die einzelnen Nutzer zugeschnitten.

Das Call-to-Action Prinzip kommt mit gut fünf Jahren Verspätung endlich auch im D-A-CH Raum an. Dass Webdesign keine Geschmacks-, sondern eine Conversion-Frage ist, hat gravierende Auswirkungen auf die Gestaltung und Struktur von Homepages. Optimierte Landing-Pages gewinnen an Bedeutung, starre CMS-Systeme geraten noch stärker ins Hintertreffen. Modernes Web-Publishing wird flexibler. Design wird immer Inhalts-zentrierter. In welche Richtung die Entwicklung gehen kann, zeigt die Early Beta des “Template-losen” CMS the grid.

5. Online Werbung: Die AdWords-Luft wird dünner, Native Advertising gewinnt an Bedeutung

Dass Google seit einiger Zeit AdWords-Anzeigen deutlicher als bisher kennzeichnen muss, führt mittelfristig dazu, dass auch Otto Normaluser zwischen bezahlten und organischen Ergebnissen unterscheidet. AdWords-Setups werden immer ausgefeilter, Keyword-Research, Kampagnentuning und fein granuliertes Tracking sowie stetige Konkurrenzbeobachtung machen SEA (Search Engine Advertising) und SEO immer ressourcen-intensiver. Große Brands werden verstärkt auf Native Advertising setzen (müssen), um neue Zielgruppen anzusprechen und ins eigene Social-Versum hereinzuholen.

6. Bloggen kommt endgültig im Marketing-Mainstream an

Trend 2015: Corporate Blogging

Blogs sind ein wichtiges Bindeglied zwischen Company und Crowd.

Der große Blogboom von 2014 wird nachlassen, die Szene konsolidiert und professionalisiert sich. Ich prognostiziere im D-A-CH Raum starkes Wachstum in noch wenig erschlossenen Nischen und eine dezente Stagnation am Lifestyle- und Testblog-Sektor. Außerdem werden mehr und mehr Unternehmen auf Corporate Blogs als Ergänzung im Marketingmix setzen. Blogger Relations werden zum ganz normalen Bestandteil von PR-Konzepten und während Social Media Manager längst etabliert sind, starten 2015 vielleicht schon die ersten Lehrgänge zum zertifizierten Corporate Blogger :-)

2015: Das Jahr der echten Interaktionen

Das Internet ist längst fixer Bestandteil der “Customer Journey” geworden. Mit Panda und Penguin hat Google Linkmanipulation ausgesprochen erfolgreich bekämpft, gekaufte Likes und Fans locken im Zeitalter der echten User-Interaktionen keine Conversion mehr hinter dem Ofen hervor. Nutzergenerierte Inhalte und Personalisierung quer durch alle Touchpoints werden die prägenden Digital-Merkmale des kommenden Jahres.

Wie lauten Ihre Online Marketing Prognosen für 2015?

Weihnachtsglückwünsche: Postkarte, E-Mail oder doch Anrufen?

Dezember: Glühmärkte, Adventwein und umgekehrt. So viele Weihnachtsfeiern, dass man für mehr als vier Zivilisten selbst unter der Woche kurzfristig keinen Tisch bekommt. Kleine Geschenke. Anfütterung ausnahmsweise sogar in Ministerien erlaubt, aber nur mit saisonalem Gebäck (“Vanille-Kipferl-Paragraph”). Echte und gespielte Besorgnis ob er doch noch kommen wird, der Winter. Und natürlich überquellende Postkästen: Spendenaufrufe, Weihnachtswünsche: Schau, da klebt ein Engelshaar am Briefträger! Die digitale Kommunikation nimmt zu, die analoge ebenfalls. In beiden Welten gilt: Was aus der Masse heraus sticht, fällt auf.

Doppelter Spitzenreiter meiner persönlichen All-Time-Einladungs-Charts ist und bleibt unangefochten die Laserbox: im Vorjahr kam die (natürlich gelaserte) Einladung auf Plexiglas, in diesem Jahr staunte ich nicht schlecht über ein Holzbrett mit sauber eingebrannten Event-Daten. Viel zu schade selbst für die ökologische Entsorgung! Hingehen konnte ich nur deshalb nicht, weil am vergangenen Wochenende mein letzter Vorlesungsblock an der FH Kufstein am Programm stand.

Von Divergenzen zwischen Sendern um Empfängern

Dort hat pünktlich am 1. Dezember der Adventmarkt aufgesperrt, also schien ein wenig Feldforschung überaus angebracht. Wo sonst trifft man denn sonst die beste Schweinsbratensemmel der Welt, weißen Glühwein und auskunftsfreudige Testsubjekte auf engstem Raum? Wir wollten von unseren 60 Interviewpartnern wissen, auf welchem Weg sie 2014 selbst Weihnachtswünsche verschicken und über welche Art von Feiertagswünschen sie sich selbst am meisten freuen. Zur Auswahl standen Post, E-Mail, Facebook, SMS, Telefonanruf und persönliche Gratulation, Mehrfachantworten waren erlaubt. Der Vergleich der beiden Ergebnisdiagramme gibt zu denken, auch wenn die Antwort auf Frage Nummer eins erstmal nicht überraschen.

Wie wünschen Sie Ihren Lieben, Freunden und Bekannten heuer frohe Weihnachten?

Fröhliche Weihnachten auf allen Kanälen.

Fröhliche Weihnachten auf allen Kanälen.

Die meisten (75%) gratulieren persönlich, 18 Prozent nutzen E-Mail, 5 Prozent mehr gratulieren auch via Facebook. Die gute alte Weihnachtskarte schlägt diese beiden digitalen Kanäle mit 28% locker, liegt aber deutlich hinter Telefonanrufen mit 38 und SMS mit 45 Prozent. Eine deutliche Divergenz ergibt sich erst nach Vergleich mit den Antworten auf die zweite Frage.

Über welchen Weihnachtsgruß freuen Sie sich am meisten?

So richtig beliebt sind Facebook und E-Mail Weihnachtskarten nicht.

So richtig beliebt sind Facebook und E-Mail Weihnachtskarten nicht.

Ganz klar, warum so viele persönlich gratulieren: 77% freuen sich über persönliche Grüße am meisten. Telefonanrufe liegen mit 32% fast gleichauf mit postalischen Grüßen (30%), Telefonanrufe sind mit 32% dann doch deutlich willkommener als SMS-Botschaften mit 23%. Unsere Befragten verschicken also eher SMS, statt zum Hörer zu greifen, möchten aber selbst lieber angerufen werden. Eine noch deutlicherer Unterschied zeigt sich bei E-Mail und Facebook: Magere 5% wünschen sich Weihnachtsgrüße in der Inbox, 5% auf Facebook.
Fazit: Wer nicht persönlich gratulieren kann oder will, greift besser zum Telefonhörer oder zur Briefmarke. Denn zumindest am Kufsteiner Adventmarkt, dessen Lage direkt neben der Fachhochschule übrigens das Durchschnittsalter der Gäste deutlich senkt, stehen persönlicher Kontakt und analoge Weihnachtsgrüße deutlicher höher im Kurs. Für dieses Jahr ist’s schon zu spät, aber spätestens 2015 werden ich statt eines digitales Weihnachts-Hunde-Fotos einen mindestens 8-seitigen Falzflyer von meiner bevorzugten Druckerei druckportal.de mit den besten Infografiken des Jahres und reichlich Lametta gestalten.

Wir haben dann übrigens auch noch gefragt, wo die Kufsteiner ihre Weihnachtsgeschenke besorgen. Genau die Hälfte geht klassisch shoppen, ein Viertel vertraut aufs Netz und die restlichen 25% nutzen beide Kanäle.

Kaufen Sie mehr Weihnachtsgeschenke online oder offline?

Die Hälfte der Befragten kauft zumindest einen Teil ihrer Geschenke im Internet.

Die Hälfte der Befragten kauft zumindest einen Teil ihrer Geschenke im Internet.

Eigentlich keine Überraschung: Bequemlichkeit beim Einkaufen wird geschätzt, aber wenn’s um was so Persönliches wie Weihnachtsglückwünsche geht, dann kann noch so viel Convenience den persönlichen Kontakt niemals ersetzen!

netidee Wettbewerb: Wir bezahlen für gute Internet-Ideen

Ende November lud die größte Internet-Förderaktion Österreich im Museumsquartier zur jährlichen Leistungsschau. Monika Pink-Rank und IPA-Vorstand Ernst Langmantel präsentierten Highlights der Vorjahre sowie einige der aktuell geförderten Projekte und vergaben erstmals den netidee Sonderpreis für Pro-Privacy Projekte. Bis zum nächsten Förder-Einreichschluss ziehen noch einige Monate ins Land. Wem gute Ideen unter den Fingernägeln brennen, der kann diese trotzdem sofort ins Rennen schicken: denn die netidee ruft in Kooperation mit Neurovation alle IT-Denker zum großen Ideenwettbewerb mit insgesamt 4.000 Euro Preisgeld auf!

Open Data, eLearning und Social Media Hunde

Anders als etwa AWS-Förderungen fokussiert die netidee, deren Förderbeirat ich seit einigen Jahren angehöre, nicht primär auf die wirtschaftliche Verwertbarkeit von Projekten, sondern auf deren Nutzen für die Allgemeinheit. Projekte, welche die Nutzung des Internet in Österreich vorantreiben und zu bonum commune Gütern wie frei verfügbaren Bildungsinhalten, Kulturangeboten etc. beitragen, sind unsere “Kernclientel”.

Open Data respektive eLearning Anwendungen spielen dabei eine ganz wesentliche Rolle. Zu diesen beiden Themen durfte ich beim netidee Best-Of am 20.11. im Museumsquartier eine Wortspende abgeben – Pula hab ich auf die Bühne mitgenommen.

netidee-Wettbewerb: Gute Ideen für ein besseres Internet

Noch zwei Monate, nämlich bis zum 2. Februar 2015, bleibt Zeit für die Einreichung eigener Ideen, anschließend stimmt die gute alte Crowd ab. Die Einreichungen in den zwei Kategorien “Themen-Idee” (Forschung- und Projektideen, Visionen) und “Promotion Idee” (Innovationen sichtbar machen) erlauben ein ausgesprochen breites Themenspektrum, erforderlich zur Teilnahme ist lediglich ein Wohnsitz in Österreich:

Egal ob du Ideen zu neuen Tools bzw. neuer Software hast, ob du dir über die gesetzlichen Rahmenbedingungen im www Gedanken machst, du Vorschläge zur Verbesserung der Netzinfrastruktur hast oder du dich mit den sozialen Aspekten und Synergieeffekten des Internets auseinandersetzt – teile deine Gedanken mit uns. Das Internet-Förderprogramm netidee möchte mit dir gemeinsam Trends und Chancen aufspüren.

netidee - innovative Ideen

Ideen fürs österreichische Internet gesucht! (Foto: Thomas Peintinger)

Der Ideenwettbewerb richtet sich keinesfalls nur an technisch Versierte Code-Füchse. Verlost wird das Preisgeld ja schließlich nicht für fertige Prototypen, sondern für inspirierende, innovative Ideen. Hier geht’s zur Teilnahme:

www.netidee.at/internetzukunft

Friend Cleanse und warum die Neugier dann doch siegt

Unlängst habe ich mal einer Freundin meine Meinung zum Thema “Sudern & alle sind gegen mich” gesagt. Via persönlicher Nachricht natürlich. Ich war nicht die erste in unserem Freundeskreis, die das gemacht hat. Die Folge davon: Ich und alle in unserem Umfeld wurden auf Facebook entfriendet bzw. geblockt. Selbst diejenigen, die potentiell noch dasselbe sagen könnten. Dann habe ich mich mal schlau gemacht: Ent-frienden ist wirklich ein Trend. Es gibt inzwischen wirklich viele Tipps, wie man das am besten macht. Das Frauenmagazin GRAZIA empfiehlt:

Neuer Social-Media-Trend: Entfreunden heißt jetzt Friend Cleanse und ist inzwischen auch in mainstreamigen Fraugengazetten ein Thema: Wie bitte? Sie folgen Ihrem Ex immer noch auf Twitter und Instagram? Das könnte zu Missverständnissen führen. Höchste Zeit, die Accounts mal richtig durchzuputzen… Wir erklären Ihnen wie und wie sich die Stars von lästigen Followern befreien.

Wer sich die Zeit nimmt, einen Friend Cleanse durchzuführen, geht meistens nach dem Prinzip vor, die Leute zu entfernen, die am meisten nerven. Wie in Jimmy Kimmels Straßenbefragung dazu unlängst zu sehen war, handelt es sich dabei um Leute, die sich z.B. erlauben, jeden Morgen “Guten Morgen” zu posten. Oder noch schlimmer: Wieviele Kilometer sie gelaufen sind. Ganz schlimm sind aber jene, die glückliche Happy-Peppi-Familien- und Freundschafts-Bilder posten. Oder gar Karibik-Fotos, während man sich selbst bei der entsetzlichen Kälte vor Ort ohnehin schon dabei ertappt, depressiv nach dem “Sinn des Ganzen” zu fragen:

Nun gut, nun denn. Wenn es nur so einfach wäre. Da war die eine Freundin, die dann doch nicht davon lassen konnte und geblocktes wieder ungeblockt liest. Dann wären da noch die anderen, die manchmal böse auf einen sind, weil man ja sie nicht in die eigene Vorlesung eingeladen hat etc. However, alle haben dir als Strafmaßnahme ein Blockieren angedroht, alle haben es getan. Das Lustige daran: Niemand hat es länger als ein paar Wochen durchgehalten, so zumindest meine Erfahrungen mit dem Thema Friend Cleaning.

Friend Cleanse: Je höher der Glanz, desto tiefer und schöner der Fall

Warum lösen so viele nach einer gewissen Zeit wieder ihre Blockaden, sprich: Friend-ge-cleante bekommen wieder einen Friend Request zugeschickt (so merkte ich bei den meisten überhaupt erst, dass sie mich gecleant haben) oder von Postings gezielt ausgeschlossene Personen dürfen plötzlich wieder mitlesen?

Nun, es ist dasselbe Prinzip, nach dem Celebrity-Beiträge funktionieren, Horror-Meldungen gerne gelesen werden oder einen ganz einfach die Kontrollsucht wieder einholt. Wir wollen eben wissen, was der andere so treibt, ergo, was in dieser Welt so vorgeht. Bei Stars und Sternchen interessieren uns die Skandale, bei den Happy-Peppi-Fotos der Freunde ebenso der spätere tiefe Fall: “Ha, dem geht’s auch nicht besser als mir! Zu früh gefreut!” Nicht nur bei Horrormeldungen wie Naturkatastrophen, Erdbeben etc. kann man unterbewusst seine eigene Situation legitimieren. “Wie schrecklich das ist, seien wir doch froh, dass es uns eigentlich ohnehin so gut geht.”

Facebook Friend Cleanse

Friend Cleaning statt Frühjahrsputz? Das Management der erwünschten Kontakte birgt so seine Tücken.

Dann wäre da natürlich noch die Informationsfunktion, im Bekannten- und Freundeskreis “Neugier” genannt. “Was die oder gar der Ex wohl gerade treibt? Die oder der werden sich anschauen: Nichts mehr mit Kletterfotos ohne mich. Keine lustigen Party-Pics mehr, wenn ich nicht dabei bin…”

In der Medienwissenschaft nennen wir das Nutzenansatz bzw. Uses and Gratifications Approach. Die Information, die Kontrolle, die Legitimation der eigenen Situation, sich als Teil einer Familie/Gruppe zu fühlen, sind nur einige Aspekte, die diese Bindungen an auch “nervige oder gar böse (z.B. Trennung, Meinung sagen) “Freunde” oder generell Kontakte erklären. Nicht persönlich bekannte Akteure (soll ja auf Facebook und Co ab und an vorkommen) erfüllen auf Social Media Plattformen auch die Funktion, die F.R.I.E.N.D.S. einer Serie abdecken können. Man fühlt sich nahezu als eine Art Familienmitglied und will schließlich wissen, wie lange der öffentlich zelebrierte Liebeskummer von “LaBoum1″ noch andauert. Oder ob der Fasan von “Walterissttaeglich” bei dem besch… Rezept genießbar war.

Wie auch immer, ich stehe dazu, ich mag auch die “nervigen” Freunde gerne. Ich will Eure Geschichten, Partypics und Tränen. Ich brauche nicht nur trockene Politik- und Wirtschaftsnews. Ihr kriegt dazu im Gegenzug meine @Pula Dog-pics. Gebt mir ruhig ein wenig Emotionen und Drama. Friend Cleanse: Fange ich mir gar nicht an!


Titelfoto: Rainer Sturm / pixelio.de

Facebook unnummeriert: Denn Zahlen wollen immer mehr

Facebook ist so sehr zum Teil unseres Surf-Alltags geworden, dass den meisten von uns wohl gar nicht mehr auffällt, wie viele Zahlen und Statistiken ständig präsent sind. Die Likes, Shares, Zahl der Kommentare, Freunde etc. beeinflussen als Metalayer unsere Wahrnehmung, vermutet Benjamin Grosser von der School of Art & Design in Illinois. Für sein Paper What do Metrics want? How Quantification prescribes social interaction on Facebook hat den Facebook Demetricator programmiert.

Dieses Browser-Addon für Firefox, Chrome und Safari tut das, was sein Name vermutet lässt: es verbirgt sämtliche Zahlenspielereien, ändert aber ansonsten nichts an der Funktionalität Facebooks. Als gelernter Medien-Optimist erhofft Herr Grosser nämlich nicht gerade kleinlaut, einen Beitrag zu einer besseren, weil verteilteren Aufmerksamkeitswelt zu leisten:

No longer is the focus on how many friends you have or on how much they like your status, but on who they are and what they said. Friend counts disappear. “16 people like this” becomes “people like this”. Through changes like these, Demetricator invites Facebook’s users to try the system without the numbers, to see how their experience is changed by their absence. Thus, with this open source browser addon I aim to disrupt the prescribed sociality these metrics produce, enabling a network society that isn’t dependent on quantification.

In diesem dreiminütigen Video erklärt der Autor selbst Funktion und Motivation des Facebook Demetricators:

Macht im Testeinsatz wirklich Spaß, denn das ganze funktioniert quasi wie eine umgekehrte kognitive Täuschung: erst wenn die Zahlen mal alle weg sind, merkt man plötzlich, wie viele vorher da waren.

Facebook Metriken

Facebook: Mehr Zahlen als in einem Sudoku. [Screenshot von Benjamin Grosser]

Zurück zu besagtem und wirklich lesenswertem Paper: Grosser bezieht sich darin einerseits auf Theorie-Literatur und wertet andererseits Feedback der Nutzer seiner Software aus. Dabei hat er eine klare Tendenz festgestellt:

Feedback from users of Facebook Demetricator illuminates how metrics activate the “desire for more,” driving users to want more “likes,” more comments, and more friends. Further, the metrics lead users to craft self-imposed rules around the numbers that guide them on how, when, and with whom to interact.

An der Idee, dass die permanente Visualisierung der quantitativen Ebene unser Verhalten beeinflusst und eine Art Dauerwettlauf im Verlangen nach “mehr” in Gang bringt, könnte durchaus was dran sein. Verstärker- und Abschwächungseffekte sind der Kommunikationswissenschaft ja schon lange vor digitalen Medien bekannt, siehe etwa Elisabeth Noelle-Neumanns “Schweigespirale”. Da wäre dann also nicht bloß der gern als “dubios” apostrophierte Social Graph Algorithmus, der ein gewichtiges Auswahl-Wörtchen “mitredet”, sondern auch die permanente Visualisierung, die eine ständig sich nach oben schraubende Norm perpetuiert. Oder, in Grossers Worten:

Through its metrics, Facebook imposes patterns of interaction on us, changing what we say to each other and guiding how we think about each other. Demetricator, through its removal of the metrics, both reveals and eases these prescribed patterns of sociality. It shows us what the metrics want. The metrics want more.

Sind die Facebook-Metriken also tatsächlich eine Art Self-fullfilling-Prophecy? Es gibt nur einen Weg, dies rauszufinden: schalten Sie doch einfach mal eine Woche lang den Demetricator ein und starten Sie den Selbstversuch in Sachen Dequantifizierung.

Facebook ist so sehr zum Teil unseres Surf-Alltags geworden, dass den meisten von uns wohl gar nicht mehr auffällt, wie viele Zahlen und Statistiken ständig präsent sind. Die Likes, Shares, Zahl der Kommentare, Freunde etc. beeinflussen als Metalayer unsere Wahrnehmung, vermutet Benjamin Grosser von der School of Art & Design…

Bewertung

Zielgruppentauglichkeit - 95%
Usability - 100%
Geek-Faktor - 86%

94%

Experimentell!

Ein ungewöhnliches Add-On, das möglicherweise neue Einsichten ins eigene Surfverhalten schafft.

User Rating: Be the first one !
94

Von Facebook-Ethik und ungeschriebenen Regeln

Nun, ich habe mir lange überlegt, ob ich jetzt alle in “Listen” einteile oder ob mir das zu mühsam ist. Ganz ehrlich, wenn ich echt mal was unethisches oder so posten würde, dann sicher nicht auf Fukc—book, da gäbe es genug Alternativen.

Obwohl, einmal gingen meine Bikini-Fotos sogar durch alle Vorlesungen. Das war so in der ersten Verliebtheitsphase und im ersten Urlaub, wo ich mir nicht viel dabei gedacht habe, diese auch zu posten. Ist halt blöd, wenn man Uni-Lektorin ist und sich das dann recht schnell in Foren verselbstständigt. Obwohl, die pics waren echt gut, immerhin ist das Objekt der Liebe ja auch ein begnadeter Fotograf. Und ich darf ganz selbstverliebt sagen: Those pics were sexy ;-)

Liebe hin – Liebe her: How much is enough?

Was Privatsphäre betrifft: Wo ist denn wirklich die Grenze? Wieviel darf ich zeigen oder nicht. Wenn ich jetzt ein “Buzzi” aus mir rausquetschen würde, würde ich das erste Foto dann auch posten? Wenn ich jetzt ein neues Motorrad kaufen würde, würde ich es dann posten? Ich glaube, die Ambivalenz zwischen beidem kann besser nicht dargestellt werden. Gut ist, wenn alle Beteiligten (sprich Lebewesen) dies auch wollen – die Öffentlichkeit. Schlecht ist, einfach über andere Lebewesen hinweg zu bestimmen, ob sie es denn wollen – die Öffentlichkeit.

Social Media: Was ist heute noch Privatsphäre?

Der neue Fuhrpark: Eben noch beim Händler, schon auf Facebook.

Ich spreche bewusst von Lebewesen, da wir ja wissen, dass neben Essenskreationen auch Tiere ein wesentliches Element auf Social Media Plattformen spielen. Katzi, Hundi, Mausi, Käfer: Lieb, lieb, lieb. Viele LIKES sind dir gesichert. Wie der alte Dichand schon gesagt hatte: “Kinder, Tiere & Mädchen”. Aber jetzt zur Ethik zurück: Haben wir eigentlich das Recht dazu? Die können es sich ja gar nicht selbst aussuchen. Außer die “angebliche” Frau von nebenan, die vom Dichand halt, angeblich halt.

Wollen Tiere Privatshäre auf Social Media Plattformen?

Extra für die Tiere hat Facebook sogar die Page-Kategorie “Pets” eingerichtet.

Tiere auf Facebook - wo bleibt die Privatsphäre?

Doch die finden’s oft zum Gähnen oder haben so gar keine Vorstellung von der Wichtigkeit der Privatsphäre.

S-M-Job

Da gibt es ja inzwischen wirklich Probleme, arbeitstechnisch gesehen. Ein Auftraggeber von meinem Mann erzählte mir heute, dass die ganz nette Assistentin meinte, sie hätte Familienprobleme und muss sich um ihre Familie kümmern und dementsprechend frei nehmen. Blöd nur, dass sie genau zu dem Zeitpunkt an einem Model-Contest teilgenommen hat, der auf allen Online-Foren mit pics zu sehen war.

Arbeitstechnisch hört sich der Spaß wirklich auf. Gut, ich denke mir immer, wer ist so blöd und postet Partyfotos aus dem “Krankenstand”. Aber gut, das wären die einen Patienten. Da gäbe es aber noch andere Probleme, wenn man sich rund um die Arbeit äußert:

Seit einigen Jahren häufen sich gerichtsanhängige Fälle rund um Kündigungen und (fristlose) Entlassungen aufgrund von Aktivitäten in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter. Die Rechtsprechung ist noch recht uneinheitlich in Bezug auf Kommentare oder Statusmeldungen, die als Beleidigungen, Firmenrufschädigungen, Betriebsgeheimnisverrat oder “Vertrauensunwürdigkeit” verstanden werden könnten. So kann etwa das Hinzufügen des Emoticons “zwinkerndes Smiley” unter Umständen den Arbeitsplatz retten. Gesichert ist das aber nicht!

Privat: Du nervst!

Privat könnte man meinen: Friss oder stirb! Lies es oder nicht! Aber dem ist nicht so. Inzwischen bilden sich viele Mobilisierungsaktivitäten auf Facebook und Co aus, deren Individuen (Profile) eigentlich nur davon leben, aufzuzeigen, wie furchtbar es ist, dass der oder diejenige sowas auch nur posten können.

Dann gibt es noch die Tierhasser und Verweigerer von Essens-pics usw.

Aber schlussendlich gilt: In einer Welt, wo du alles haben kannst musst du selbst zum Gatekeeper werden. What else?


Gastautorin: <a href="http://blog.datenschmutz.net/author/astrice/">Dr. Astrid Pettauer</a>

Gastautorin: Dr. Astrid Pettauer

Kommunikationswissenschaftlerin, PR-Expertin, Blogfried-Gattin

Univ.-Lektorin, PR-Trainerin, Mediencoach und Researcher, Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft / Soziologie. Trägerin des österreichischen Wissenschaftspreises für Public Relations und des Wissenschaftspreises für Demokratie der Republik Österreich 2007 für die Dissertation.
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Von PC-Prinzen und Abstürzen – New Business Model

Wo sind die einfachen Support-Dienste für Computer-Probleme? Jeder kann oder muss sich einen Elektriker oder Sanitär-Menschen bestellen, wenn mal was ist. Die kommen auch rund um die Uhr. Aber was passiert bei einem PC-Absturz bzw. -Problem? Eine Notfallnummer für PC-Probleme wäre inzwischen angebracht! Ein Plädoyer.

Ich habe auch die eine oder andere Durststrecke durchlaufen– und ich meine jetzt nicht die Kamelritte im Tunesien-Urlaub oder die Quad-Wüsten-Ausflüge bei der Ägypten-Pressereise – meine Durststrecken waren immer sehr computertechnisch orientiert: Freund, Compi-Aufsetzen, Liebe machen, gut. Trennung, Laptop hin, offline, schlecht! (Hypothese Nummer eins: Wenn sich dein Partner von dir trennt, ist auch dein Laptop kaputt.)

Beziehung und das Übliche: Er wartet PC, dann Apple, dann Linux für dich (bitte nicht fragen, wer von dem Dreierpack schlimmer ist). Dann plötzlich die Ernüchterung: Schon wieder ein Virus – er und der jeweilige Computer, kaputt. Komisch, weil war eine Beziehung mit einem der angeblichen Profis vorbei, war auch mein Compi jeweils hin. So durfte ich nicht nur alleine da stehen, sondern mir auch noch einen professionellen PC-Prinzen suchen bzw. bezahlen, der mir aktuelles Office, Photoshop und Co besorgte.

Ich liebe meine Freunde, aber in dem Bereich konnte ich mir nie Support von denen erwarten. Da wäre mal der Eine, der Wandlöcher mit Zahnpasta, statt Rigips zumacht und ungefähr ähnlich mit Computern umgeht; dann der Andere, der zwar immer selbst alles gut von Bekannten gerichtet bekommt, aber dessen Kollegen nicht so gerne bei mir vorbeischauen, weil ich geschlechtsmäßig nicht so attraktiv für sie bin, außer ich gebe ihnen Schminktipps.

IT Support für Ladies

Ach Mist, wo soll der verdammte USB-Stecker denn jetzt bloß rein?

Nun, dann hätten wir noch den so genannten Opinion Leader, der glaubt er ist Experte und liebend gerne vorbei schaut, aber doch der bessere Kinofreund ist, weil er beim Popcorn laut kauen nicht so viel Schaden anrichten kann, wie am Computer. Und die Mädels? Leider komplett zu vergessen, so leid es mir tut, das als Frau sagen zu müssen. Aber meine Generation hat es uns Weibern leider noch gelehrt, dass dies Männersache ist. Letzte Hoffnung in meinem Single-Dasein war immer der Neue der Freundin. Die bemühten sich noch und wollten imponieren, indem sie der Freundin der potentiellen Freundin mit technischem Zeugs halfen.

Der Energydrink floß in Strömen

Eine Ex-Kollegin hat’s mal ganz am “Tastatursten” erwischt. Sie war aus einer 14-jährigen Beziehung mit einem Linux-Programmierer ausgestiegen, weil sie sich in einen sehr netten langhaarigen Apple-(Ind)ianer mit Motorrad und Bar in Wien verliebte. Er hat ihr zwar den Apple aufgesetzt und immer genügend Energie-Drinks mit in die Arbeit gegeben, aber als ihr mal ein Energie-Drink über die Tastatur lief und sie die Auswirkungen mit dem WC-Trockner reparieren wollte, schwammen nicht nur die Tasten dahin, sondern er schwamm auch weg (Karibik-Bar oder so). Nicht deshalb natürlich, aber parallel dazu. Was meine Erfahrung/Hypothese Nummer eins bestätigt: Compi hin, Mann weg. Die Frau in meiner Generation braucht also weniger einen schwulen Freund, als eher einen IT-Kompagnon (Hypothese Nummer zwei).

IT Supporthotline für Frauen

So viele Rädchen, an denen man drehen kann: Da muss ein Experte her!

Woher bekommen? Wie komme ich zu einem netten IT-Berater, der mich nicht abzocken will? Wie kann ich mich seriös supporten lassen und es dann auch ein win-win-Situation werden lassen, sprich: Ich empfehle eine gute Dienstleistung natürlich weiter. Wenn ich zufrieden bin und virales Marketing betreibe, dann kann das auch was. Was früher Mundpropaganda war, ist heute unter dem Begriff “Word of Mouth” ganz wichtig auf Social Media Plattformen geworden. Jeder von uns kann mit seinen Empfehlungen und positiven Erfahrungen ad Produkten und Dienstleistungen mehr als Meinungsführer (advocate) bewirken, als dies in Zeiten klassischer Medien der Fall war.

Zukunft des weiblichen IT-Supports

Damen und Mädels: Lasst euch nicht nur von den Computerkenntnissen des Dating-Objektes leiten. Schön, wenn er welche hat und euch supporten kann. Aber ganz im Ernst: Emanzipation bedeutet für mich mittlerweile, ein funktionierendes Betriebssystem, nette Grafikprogramme und ein funktionierendes WLAN, abseits von Mann oder gerade Nicht-Mann. Dazu gibt es die Experten, gibt es sie, leistbar und verfügbar?

Geeks & Nerds: Wisst ihr eigentlich, was euch durch die Lappen geht? Es gibt zahlreiche Frauen da draußen, die mal ein wenig Hilfe mit der Installation eines Programmes benötigen würden oder das “Aufsetzen” des neuen PCs nicht gerne alleine machen. Und wenn man “Frauenhotline Computer” googelt, kommt nichts außer Smartphone-Tipps und die “Anti-Frauen-Gewalt-Hotline”. Also: Raus aus den Dating-Portalen, rein ins Dienstleistungsgeschäft. Wer die erste 24-Stunden Hotline für PC-Probleme aufmacht ist reich, und ich bekomme bitte zehn Prozent für die Idee.


Gastautorin: <a href="http://blog.datenschmutz.net/author/astrice/">Dr. Astrid Pettauer</a>

Gastautorin: Dr. Astrid Pettauer

Kommunikationswissenschaftlerin, PR-Expertin, Blogfried-Gattin

Univ.-Lektorin, PR-Trainerin, Mediencoach und Researcher, Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft / Soziologie. Trägerin des österreichischen Wissenschaftspreises für Public Relations und des Wissenschaftspreises für Demokratie der Republik Österreich 2007 für die Dissertation.
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Fugu Luggage: Dieser Trolley bläst sich zum Koffer auf

Was wächst in Rekordzeit auf die gut dreifache Größe an, wenn die Herzensdame mal wieder Dessous shoppen war? Publikumsjoker: Es ist grün und seit gestern auf Kickstarter. Und beim Namen hat sich Erfinder Daniel Gindis von einem bekannten Fischlein inspirieren lassen. Sein Fugu Luggage Koffer ist zwar keineswegs hochgiftig, doch er mutiert dank eingebauter Druckluft-Pumpe in wenigen Sekunden vom Handgepäck-tauglichen Trolley zum Riesen-Koffer.

Die noch zusätzlich integrierte Laptop-Tasche ist fast zu gut, um wahr zu sein. Aber sehen Sie selbst, was diese wollmilchlegende Koffersau so alles drauf hat:

Beim Materialmix des Prototyps setzten die Designer auf Leichtbau. Und das offenbar erfolgreich: Wasserdicht, mit eingebauten Regalen, 360 Grad Leichtlaufrädern und stoßdämpfenden Außenwänden bringt das einem Science Fiction Film entsprungene Gepäckstück gerade mal 3,4 Kilogramm auf die Waage. Ein vergleichbar großer Samsonite-Koffer wiegt ohne eingebaute Morphing-Fähigkeiten sogar auf ein paar Gramm mehr.

Im “gefalteten” Check-In Aggregatzustand betragen die Außenmaße die für Gepäckstücke in der Kabine maximal erlaubten 50x40x25 Zentimeter, aufgeblassen verdreifacht sich die Höhe nahezu auf 70 Zentimeter. Die erste Produktionsrunde soll gleich nach Abschluss der Kickstarter-Kampagne erfolgen, bereits zum Verkaufsstart wird der Fugu in diversen Farben verfügbar sein.

Wie das bei Crowdfunding-Projekten nicht selten üblich ist, gibt’s bisher allerdings noch keinen voraussichtlichen Verkaufspreis, jedoch immerhin einen groben Zeitplan. Produziert wird nach positivem Abschluss der Kampagne ab März 2015, im September sollen die frühen Vögel dann ihre ersten Fugu-Koffer in Händen halten. Wer frühzeitig Bestellinteresse bekundet, spart bis zu 30%:

You can purchase Fugu Luggage on Kickstarter before it will be launched in stores. When you subscribe to purchase Fugu today, you’ll also have the chance to benefit from the early-bird discount of up to 30%. Our aim will be to have the first round of production following the campaign.

Fugu Luggage

Fugu Luggage: Die Evolution dieses Koffers schaut nicht nach einer Sackgasse aus.

Als ich das erste Fugu Luggage Video gesehen habe, war ich von der Idee auf Anhieb fasziniert. Denn als reiseversierter Blogger beschränke ich mich bei Kurztrips stets auf Handgepäck und musste nicht erst einmal beim Einkaufstripp auch gleich eine Check-in taugliche Tasche miterwerben. Mit dem Fugu wär das nicht passiert. Wer beispielsweise regelmäßig Eulen nach Athen transportiert und mit leerer Tasche zurückkommt, müsste sich an der Gepäckausgabe auch nicht mehr die Füße in den Bauch stehen.

Ob der Fugu Luggage Koffer in punkto Stabilität und Praxistauglichkeit mit einem klassischen Vertreter seiner Art wird mithalten können, wissen wir erst in einem Jahr. Nämlich dann, wenn die ersten Exemplare sich im harten Reisealltag behauptet haben.

FuguLuggage.com

Journalismus im Auftrag der Crowd: Geht’s noch deepr?

deepr will werbefreie, multimedial aufbereitete Reportagen ins Netz bringen und so Defizite der etablierten Medien ausgleichen. Finanziert werden die Storys direkt von interessierten Lesern, und zwar nicht Abo-Basis, sondern pro Einzelartikel. Kann kleinteiliges on-demand Crowdfunding funktionieren? Ja, ich glaube für das Berliner Start-Up stehen die Chancen besser als für die zahllosen in Gründung befindlichen Copycats im De Correspondent Stil. Denn während die auf generell zahlungswillige Leser hoffen, setzt deepr auf ein Storytelling-orientiertes á la carte Menü.

Der Kampf um Aufmerksamkeit im Netz wird von Minute zu Minute härter. Damit Tweets gelesen werden, sollten sie aus höchsten drei Buchstaben bestehen (Yo!), Präsentationen dürfen nicht länger als 18 Minuten dauern, sonst schläft auch noch der letzte wache Zuhörer ein (Hallo Onkel TED!) und Blogbeiträge müssen 7 Minuten respektive 1.600 Worte lang sein. Solche Tipps bekommt man mittlerweile an allen Online-Ecken und -Enden, diese konkreten Zahlen habe ich dem Buffer Blog entnommen. Zugegeben, die Sache mit den Tweets war übertrieben, denn die dürfen sogar 100 Zeichen lang sein. Maximal.

Während also das ganze Internet fleißig am Kürzen ist, leistet ein kleines Berliner Dorf hartnäckigen Widerstand. Armin Eichhorn, Philip Mertes, Sascha Steinbock und Stephan Max sind jene Häretikern, die ihre Thesen haben an das Eingangstor von godeepr genagelt haben:

deepr journalism ist unsere Antwort auf den Niedergang der Printmedien, die Nachrichtenflut sowie die sinkende Qualität im Onlinejournalismus. […] Wir sind davon überzeugt, dass das Internet großes Potential bietet, das Geschäftsmodell des Journalismus neu zu erfinden. Unser Ziel ist es, Journalisten, professionelle Blogger und ausgewiesene Experten in einem einzigen Medium zusammen zu bringen und deren Beziehung zu ihren Lesern grundlegend neu zu erfinden. Auf unserer Plattform wollen wir Lesern hochwertigen und zugleich werbefreien Journalismus bieten.

Gescheiter Journalismus – Wer soll für deepr bezahlen?

Die resultierenden multimedialen Reportagen heißen “deeps” und erinnern an die vom Stil her an typische Medium.com Beiträge. Garniert mit Bildern, Videos und Infografiken beleuchten sie ein Thema ausführlich und gehen – daher der Name der Plattform – so sehr in die Tiefe, wie sich das der geneigte Zeitungsleser von großartigem Reportage-Journalismus erwarten darf.

Bislang ist nur eine Reportage über die Bettlerkinder von Senegal online, drei weitere Themen harren ihrer Finanzierung. Denn deepr sieht vor, dass Autoren Vorschläge machen, die mit kurzer Beschreibung und Finanzierungsziel auf der Seite präsentiert werden. Elisa Hohental möchte über Pilgern in Zeiten des Krieges schreiben und hat bisher €33 von €300 gesammelt. Für Sandra Weiss Themenvorschlag In Teufels Küche – Auf den Spuren des weltweiten Kokainhandels in Perus Regenwald flossen schon zwei Euro mehr als die angepeilten €200 in die journalistische Portokasse. Marliese Mendel schreibt zum Vorschlagsprozess:

Autoren bewerben sich bei godeepr.com mit einem kurzen Lebenslauf, einem Artikelvorschlag, zwei Textproben und einem Motivationsschreiben. Entsprechen die Einsendungen den Kriterien von godeepr, wird gemeinsam mit dem Autor festgelegt wie viel die Recherche des Artikels kosten wird.

Interessenten sind ab einem Euro mit dabei. Erreicht ein Thema das angestrebte Finanzierungsziel in der vorgegebenen Zeit, machen sich Schreiber und Designteam an die Arbeit. Die Unterstützer erhalten dann nach maximal zwei Monaten den Link zur fertigen Story. Fertiggestellte Beiträge können auf der Seite weiterhin gekauft werden.

deepr: Bettlerkinder aus Senegal

Die erste deepr-Reportage beleuchtet das Schicksal senegalesischer Bettlerkinder.

Hoffnungsjournalismus oder nachhaltiges Business-Modell?

Dem gesamten Team kann ich zum Mut, etwas wirklich Neues zu versuchen, nur gratulieren. Während De Correspondent, Krautreporter und Co. klassischen Journalismus auf höherem Niveau bieten möchten, denkt deepr die Beziehung zwischen Lesern, Schreibern und Plattformbetreibern ganz neu. Dass ich dem krisengebeutelten Journalisten hier eine neue Goldgrube auftut, ist zumindest auf absehbare Zeit indes nicht anzunehmen. Auf Exklusivrechte verzichten die Betreiber, Autoren dürfen ihre Text auch anderweitig verkaufen.

deepr Markplatz: das Funktionsprinzip

Das Prinzip von deepr: Autoren schlagen Themen vor, Leser bezahlen im Voraus.

Ob sich tatsächlich genügend Leser finden, um pro Artikel eine Summe einzunehmen, die Arbeits- und Produktionszeit tatsächlich deckt, kann nur die Zukunft zeigen. Auch wenn FlattR noch keinen Blogger zum Medienmogul gemacht hat: Vor statt nach der Produktion eines Artikels für die Finanzierung zu sorgen, ist ein durchwegs logischer Schritt.

Dass die Leser ganz direkt die Themenwahl bestimmen, verleiht dem Businessmodell eher die Charakteristik eines Marktplatzes als einer Redaktion. Freilich eines Marktplatzes, der fürderhin eine aussterbene Nische abdecken könnte. Ich werde deepr jedenfalls im Auge behalten und hoffe auf ebenso spannende Themenvorschläge wie Reportagen.

Und täglich grüßt das Murmeltier: Das Passwort-Dilemma

In Anbetracht der weltweit beträchtlich hohen Nutzungsdauer auf unterschiedlichen Netzwerken sei salopp dahin gesagt: Ein Drittel der Zeit fällt auf das Zurücksetzen von Passwörtern, wiederholte Bestätigungen, wirklich man selbst zu sein und erneute Passwortangaben und Wiederbestätigungen. Und da wäre dann noch die Frage nach dem Namen des Haustieres, bevor ein Passwort überhaupt zurückgesetzt werden kann. Blöd, wenn man etwa nicht mehr weiß, ob man denn das Konto noch zu Zwergkaninchen-, Katzen- oder gar erst in der Hundezeit angelegt hat.

Da lobe ich mir Fragen nach dem Mädchennamen der eigenen Mutter oder dem eigenen Geburtsort. Diese sind nur leider in der standardisierten Auswahl nach der Frage der Frage, für den Fall des Falles, meist nicht vorgesehen. Gut: Noch schlimmer wären Auskünfte wie: Wie heißt dein Partner mit Vornamen? Welche Sportart übst du am liebsten aus? Was ist deine Lieblingsfarbe? Und so weiter.

Passwörter sind wie Schlüssel.

Passwort-Wiederherstellung: Schlüsselerlebnisse aus dem Leben einer Internet-Nutzerin.

Besonders, wenn man als 76er Jahrgang nun doch schon einen erheblichen Zeitraum konstant auf diversen Online-Plattformen präsent ist, zig Online-Bestellungen aufgegeben hat und dennoch vielleicht einmal den Partner oder die Lieblingsfarbe gewechselt hat. Sport betreibt man vielleicht inzwischen gar keinen mehr.

Und dann wäre da noch die E-Mail-Adresse als User-ID

Super Sache für alle, die sich von Anfang an einen gmx- oder yahoo-Account mit einem Pseudonym wie strolchimaus@xxx.com zugelegt haben und zumeist beim Umstieg auf gmail auch noch eine Strolchimaus geblieben sind.

Was aber tun, wenn man nicht einen Job, sondern – da Medienbranche – innerhalb von 20 Jahren vielleicht mehrere (hundert?) Jobs auf dem CV-Buckel und über jeweils verschiedene Mail-Addys lustig Bestellungen etc. durchgeführt hat, weil es über die Office-Adresse einfach praktischer ist und Zeit spart…

Es handelt sich dabei um eine Zeit, die dir 20 Jahre später in zehnfacher Form wieder gestohlen wird. Schließlich will man doch auf sein altes Konto mit den Bonuspunkten wieder zugreifen können. Und dann das beliebte Procedere: “Nutzer-ID und Passwort stimmen nicht überein. Haben Sie Ihr Passwort vergessen?”

Astrid hat sich ausgesperrt

Fotos, die unser Jahrhundert prägten: Frau hat ihr Passwort vergessen und steht vor verschlossener Tür.

Verdammt, ich weiß nicht mal die damalige ID. Und geheiratet habe ich auch noch und ich habe nun mal immer reale Namen benutzt. Wäre ich doch auch eine Strolchimaus geworden, dann würde ich mir jetzt verdammt viel Zeit ersparen und könnte weiterhin meine Möbelhaus-Punkte einlösen, das Service für den Herd in Anspruch nehmen oder beim Sushi-Samurai meines Vertrauens die Gratislollen absahnen.

Jobs & Namen kommen und gehen, das Passwort bleibt

Mit dem Beginn der persönlichen Facebook-Ära im Jahr 2008 sollte alles ein Ende nehmen. Ein neues Passwort musste her und das wird von nun an für alles Zukünftige verwendet.

Guter Plan am Papier, schlechte Ausführung in der Praxis. Meine Wahl fiel auf ein 5-stelliges Passwort, das meines Erachtens sowohl kreativ, als auch undenkbar für Hackangriffe war, da es zu kryptisch schien, um erahnt werden zu können. Facebook mochte es auch, die Sicherheitsstufe war gut und ab sofort sollte das Problem nicht mehr bestehen.

Astrid schreibt ihre Passwörter nicht auf Hauswände.

Auch eine Möglichkeit: Das Passwort auf die eigene Hauswand sprayen. Sehr sicher, solange niemand weiß, dass es sich um ein Passwort handelt ;-)

Freilich waren da noch die Altlasten, aber dann mussten eben mit neu angelegten Konten mehr Möbelstücke gekauft werden, mehr roher Fisch bestellt werden und die Versicherung musste die Herdreparatur bezahlen. Hauptsache, das war’s jetzt. Ein Passwort, ein Leben, eine Identität. Und als ID benutzte man jetzt auch ein Synonym.

Astrice hieß das neue Zauberwort. Blöd nur, dass es auf Skype schon einen gleichnamigen Account gab. So musste ich auf Astricelli ausweichen. Okay, halt mal eine Ausnahme machen. Blöd aber auch, dass Passwörter manchmal aus mindestens sechs Zeichen bestehen müssen, gut, Ausnahme Nummer zwei war geboren. Noch blöder, dass Passwörter mindestens eine numerische Ziffer zu beinhalten hatten, Ausnahme Nummer drei kam zum Einsatz. So ging das dann weiter seit 2008.

Dann lernt man auch noch einen Geek kennen, der einem erklärt, dass man niemals nur ein Passwort verwenden darf. Argument klingt verständlich, sollte ein Hacker einmal das Passwort knacken, durchsucht er alle Portale, Foren, Netzwerke etc. damit. Klingt vernünftig, also was tun, Baby?

Finalmente: Die Lösung des Passwort-Problems

Ganz einfach, KeePass Password Safe zog ein, eine Software, bei der man lediglich jedes neue Passwort pro Registrierung einzutragen hat. KeePass ist ein freies, unter den Bedingungen der GNU General Public License (GPL) erhältliches Programm zur Kennwortverwaltung. Es verschlüsselt die gesamte Datenbank, welche auch Benutzernamen und Ähnliches enthalten kann.

Die Datenbank ist durch einen Hauptschlüssel (“Master Key”) gesichert, ohne diesen lässt sich die Datenbank nicht entschlüsseln. Das Hauptkennwort (“Master Password”) muss manuell eingegeben werden, und es kann eine Schlüsseldatei (“Key File”) verwendet werden, die beispielsweise auf einem mobilen Laufwerk, wie USB-Stick oder CD, liegt.

KeePass 2.x unterstützt unter Windows zusätzlich eine Methode, einen geheimen Schlüssel des aktuellen Windows-Benutzers zu verwenden. Die Datenbank lässt sich damit nur öffnen, wenn der Benutzer mit dem richtigen Windows-Account angemeldet ist.

Keepass Passwortverwaltung

Wer alle Passwörter in eine Kiste sperrt, sollte tunlichst den Hauptschlüssel nicht verlegen.

Und hier begann mein neuerliches Dilemma. Zuerst alles brav in KeePass eingetragen, dann mal ein wenig nachlässig geworden und gedacht: Ach, das mach ich später! Zuerst muss noch dies & jenes erledigt werden. Vergessen, auch gut. Das eine braucht man ja nicht so oft. Darüber hervorragend geschlafen. Bei der nächsten Aufforderung eben eines dieser nicht eingetragenen Passwörter einzugeben habe ich mich wieder selbst an den Ohren gezogen und eine Zeit lang alles konsequent in KeyPass dokumentiert.

Nachdem ich es länger nicht mehr gebraucht habe, hatte ich leider ein kleines Problem: Ich wusste mein KeePass-Passwort nicht mehr, weil das musste ja ein komplizierteres sein laut besserer Hälfte. Mir war nur noch klar, dass es sich um eine Mischung aus diffusen Buchstaben- und Zahlencodes handelte, die ich mir irgendwo notiert hatte. Schließlich meinte mein Geek: “Jetzt brauchst du dir nur noch das eine Passwort merken, sonst nichts mehr!”

Der Rest der Geschichte ist bekannt: “Nutzer-ID und Passwort stimmen nicht überein. Haben Sie Ihr Passwort vergessen?”

Ausblick: Das Passwort-Monster zähmen

Meine letzte Hoffnung lag in einem c’t-Artikel, den ich zufällig am Klo entdeckt habe (ja, bei uns liegen mehr Computer-Magazine als Frauenmagazine auf der Toilette).

Astrid bildet sich fort.

Finden Sie den Fehler in diesem Bild! Richtig, auf diesem WC liegen keine Computermagazine.

In der aktuellen Ausgabe 18/14 widmet sich die c’t diesem lästigen Thema und stellt neue vielversprechende Konzepte vor, die das Leben mit den Passwörtern erheblich erleichtern sollen.
So sorgt etwa der MasterPassword-Algorithmus dafür, dass man nur noch mit einem einzigen Passwort hantieren muss. Davon leitet er dann bei Bedarf weitere, sichere Passwörter für die verschiedenen Dienste ab. Anders als bei den klassischen Passwort-Managern werden dabei keine sensiblen Daten auf Rechner oder Smartphone gespeichert.

In dem Artikel sind alle Passwort-Manager, die durch besondere Funktionen aus der Masse herausstechen aufgelistet, darunter auch diverse Apps. Und wer seine Passwörter nicht digital verwalten möchte, der wird schließlich auch noch fündig: Ein Artikel widmet sich dem Passwort-Management mit nichts weiter als Zettel und Stift (auf den kein Trojaner zugreifen kann). Dazu findet man im Heft unter anderem eine Passwortkarte, mit der mühelos neue Kennwörter erzeugt und jederzeit rekonstruiert werden können. Auf 50 Prozent herunterkopiert passt sie exakt auf eine Kreditkarte. Und sowas findet man am stillen Örtchen! Bis auf weiteres euphorisch dachte ich dann: Ich will keine Experimente mehr. 20 Jahre Passwort-Dilemma, enough is enough!

Wem die Idee gefällt, sich einen der sicher sehr coolen Passwort-Manager zuzulegen, der sei auf folgende weiterführende Links aus dem c´t – Sonderthema verwiesen. Ich persönlich habe meine Lösung gefunden: Eine Pinnwand und lauter gelbe Post-its. So mag ich das, so funktioniert das jetzt auch und ich fühle mich so safe. Zumindest, was mein Leben in der virtuellen Welt betrifft, denn selbst meine Einbrecher sind in der Regel keine Hacker und nehmen Post-its mit!

Links

Status Updates auf Facebook Pages zurückdatieren: Zeitreisen wieder möglich

Bis Februar diesen führte Facebook einen größeren Testlauf mit dem Zurückdatieren von Page-Postings durch, ruderte dann aber wieder zurück. Seither konnte man zwar Status-Updates für die Zukunft vorprogrammieren, aber keine Inhalte durch die Zeitmaschine in die Vergangenheit schicken. Mit einigem Erstaunen nahm ich deshalb heute den neuen Post-Button auf meiner datenschmutz-Seite zur Kenntnis, der beim Klick auf den Auswahl-Pfeil die Optionen “Schedule Post”, “Backdate Post” und “Save Draft” anbietet.

Facebook Page Upages: Entwurf, zurückdatieren, vorausprogrammieren

Der neue Post-Button auf Facebook bietet nach dem Klick auf das Pfeil-Icon drei Auswahlmöglichkeiten an.

“Schedule” ersetzt das frühere Uhren-Symbol und funktioniert genauso: ein Klick öffnet ein Datums- und Zeit-Auswahl Pop-Up, um einen Veröffentlichungszeitpunkt in der Zukunft zu wählen. “Draft” speichert das Update als Entwurf für die spätere Verwendung. “Backdate” dagegen öffnet ein dreiteiliges Dropdown-Menü zur Auswahl von Jahr, Monat und Tag.

Rückdatieren ohne Zeitangabe

Das Datum für zurückdatierte Status-Updates wählt man mit drei Dropdown-Menüs.

Sofort nach dem Klick auf “Backdate / zurückdatieren” wird das jeweilige Status Update rückdatiert an der gewählten Stelle in die Timeline eingefügt. Für solche Beiträge kann man nur ein Datum, aber keinen Zeitpunkt auswählen, und sie werden auch in der Timeline ohne Zeitstempel dargestellt.

Natürlich haben diese zeitreisenden Status-Updates auch keine Likes, Shares und Kommentare – und bekommen auch keine, denn im Newsfeed werden sie nicht angezeigt. Wer Vergangenheitsfälschung in großem Stil betreiben will, muss hier als nachhelfen, frei nach dem Motto: “Facebook Steakholder seit der Steinzeit!”

Aber wie weit darf man denn überhaupt in die Facebook-Vergangenheit reisen? Oder, um ein altes Zen-Koan zu zitieren: “Kann eine Facebook Seite, die es gar nicht gegeben hat, Likes bekommen haben?” Erstaunlicherweise lautet die Antwort ja. Grundsätzlich können Seitenbetreiber ihre Status Updates zwar nur bis maximal zum Launch-Datum ihrer Seite rückdatieren.

Rückdatieren bis zum Startdatum der Facebook-Seite.

Liegt das gewählte Datum vor dem Launchdatum der Seite, zeigt Facebook diese Warnmeldung an.

Umso verwunderlicher, dass man dieses Launchdatum beliebig ändern kann, auch bis vor 2004, als es noch nicht mal Myspace gab. Oder Handys. Oder Farbfernsehen. Nur so ist zu erklären, dass ich bereits im zarten Alter von einem Tag begonnen habe zu bloggen (daher auch mein mittlerer Vorname “Blogfried”), wie dieses Status Update vom 12. Juni 1976 beweist…

datenschmutz auf Facebook

datenschmutz Posting #1 vom 12. Juni 1976.

Facebook Status Updates zurückdatieren – wer braucht denn sowas?

Hat Facebook denn keine anderen Sorgen? Zum Beispiel einen Filter für grässliche, verstörende und traumatisierende Inhalte, wie etwa Fotos von veganen Gerichten? Während sich der Nutzen für Privatleute eher in Grenzen hält, machen manche Social Media Manager geradezu Luftsprünge vor Begeisterung. Suzi Pratt bezeichnet das Rückdatieren gar als “one of our key features”.

So weit reicht meine Fantasie nicht. Wenn es darum ging, wichtige Meilensteine der Firmengeschichte “nachzutragen”, so konnte man auch bisher und kann das weiterhin problemlos über den Postingtyp “Milestone” erledigen. Letztlich bietet Facebook hier ein Feature (erneut) an, das bei CMS-Systemen absolut üblich ist. Den Killer-Nutzen sehe ich aber bislang bloß für Social Media Manager, die vor der Erstellung des jährlichen Contentreports noch schnell ihre Status-Update-pro-Woche Statistik auffetten müssen. Und möglicherweise für den einen oder anderen Reinleger, denn der nächste erste April kommt bestimmt.

Zusammefassung: Facebook Page Postings zurückdatieren

  • Facebook erlaubt es Seitenbetreibern, Postings in die Vergangenheit rückzudatieren.
  • Diese Beiträge haben keinen Zeitstempel, sondern nur ein Datum.
  • Updates können maximal bis zum Startdatum der Seite in die Vergangenheit geschickt werden, dieses lässt sich bei Bedarf aber in den Seiteneinstellungen ändern.

Man weiß ja nie, wie Facebook bei solchen Feature-Rollouts vorgeht. Aber da der neue Postings-Button seit heute auf allen meinen Pages verfügbar ist, nehme ich stark an, dass die Zeitmaschine für alle Page-Admin Passagiere zum Abflug in die guten alten Zeiten bereit steht.

Wie schaut’s bei Ihnen aus, liebe Co-Facebook-Page-Manager? Haben Sie schon eine Zeitkapsel ins vorige Jahrtausend geschickt? Oder wissen Sie auch nicht so recht, wozu man auf einer Plattform mit so starkem Echtzeitfokus Zeit und Energie auf Inhalte verschwenden sollte, die mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Ausnahme von Social Media Historikern* niemals jemand zu Gesicht bekommt?


* Ich hab gehört, die ersten FH-Lehrgänge werden gerade konzipiert.

xamoom – Location Based Service as a Service

Georg Holzer, alter Blog-Weggefährte, Mitveranstalter des Barcamps Klagenfurt und ehedem einer der bekanntesten IT-Journalisten des Landes, hat der hauptberuflichen Schreiberei den Rücken gekehrt und im Mai diesen Jahres gemeinsam mit Bruno Hautzenberger das Start-Up xamoom gegründet. Aus alten Smartphones wollen Sie Komplettüberdachungen für Kärntner Seen herstellen, damit man auch bei Regenwetter – respektive im Winter – dort baden und “surfen” kann. Nein, natürlich nicht: xamoom ging aus dem grandiosen Netzkulturprojekt pingeb.org hervor, das mit auffälligen gelben Stickern seit 2 Jahren am Wörthersee präsent ist.

Legt man ein NFC-Handy auf einen der Sticker, oder scannt man ganz Old-Skool den QR-Code, gibt’s als “Belohnung” kostenlose Musik und Texte junger Autoren. Das erfolgreiche und populäre Projekt, das unter anderem von der netidee gefördert wurde, brachte die zwei Firmengründer auf eine viel weitreichendere Idee: xamoom will eine Infrastruktur bereit stellen, die Location-Services demokratisiert:

Wir wollen ortsbezogene Handydienste (Location Based Services) allen zugänglich machen, die gute Ideen aber wenig Know-how und keine dicken Brieftaschen haben. Es gibt dafür jede Menge Anwendungsfälle – von Audioguides in Museen über den Tourismus bis hin zu Handel und sogar in der Gastronomie. Wir sehen uns aber als Anbieter einer Service-Infrastruktur (basierend auf Googles Cloud Platform) und weniger als Solution-Provider. Wir sind sicher, dass es jede Menge Anwendungen gibt, an die auch wir noch nicht denken. Das wird selbst für uns extrem spannend!

Georg Holzer und Bruno Hautzenberger

Screenshot der xamoom-App

Über diese spannende Gründerphase habe ich mit Georg, der gemeinsam mit Bruno beim Pioneers-Festival in Wien start-uppen wird, im Café Westend geplaudert.

Derzeit sucht xamoom zwei Entwickler. Und nächstes Jahr gibt’s dann vielleicht schon ein Wörthersee-Dienst-Speedboat!

Libertin: Gürtel mit Klettverschluss und Stylefaktor

Nico ist ein vielseitiger Grafiker, Designer und Digital-Geek. Dass der Drupal-Evangelist, ausgetrock.net und Laserbox Mitgründer sich seit einiger Zeit auch mit Mode befasst, ist eine ausgesprochen gute Nachricht für alle Design-Fans, die schon immer am althergebrachten Konzept “Gürtelschnalle” gezweifelt haben. Libertin Belts sind bequem, aber im Gegensatz zu Baumwoll-Unterwäsche auch noch enorm fesch und verzichten zugunsten eines Klettverschlusses auf die herkömmliche Schnalle.

“Ritchie just got into his pants and started a Libertintastic activity. Motivate your friend to run to Smokey Burgers as fast as possible!”

Nicos Gürtel haben keinen Bluetooth Anschluss, geschweige denn ein eigenes Display. Sie lassen sich nicht mit dem Handy koppeln und zeichnen weder Puls- oder GPS-Daten auf, posten dafür aber auch keine lästigen Status-Updates auf Facebook. Dennoch sind die Libertin Gürtel so stabil, dass Applikationen wie “Hangman” oder “Abschleppgürtel 2.0″ problemlos auf ihnen laufen, wenngleich ohne Android oder iOS, sondern ganz analog. Die technischen Voraussetzungen müssen allerdings gegeben sein, und zwar ein Form einer Hose mit Gürtelschlaufen. Wir verabschieden uns an dieser Stelle mit Bedauern von allen passionierten Trainingshosen-Trägern.

Perfektes Rindsleder plus Klettverschluss = Genialer Gürtel

Was die Libertins so einzigartig macht, ist nicht bloß die liebevolle händische Fertigung. Und auch nicht das wunderschöne, vegetarisch gefärbte (!) Rindsleder oder das händisch mit Laserdrucker eingebrannte Logo. Das allerbeste an einem Libertin-Gürtel ist sein Verschluss-System: der stabile Klettverschluss, der händisch auf jeden einzelnen Gürtel aufgenäht wird, sorgt für einzigartige Optik und unübertroffenes Tragegefühl. Wo andere Gürtel sich nach dem dritten New York Flanksteak für drückende Atmosphäre sorgen, verrichten Libertins ihre Aufgabe – eine Hose zu halten, wo rohe Kräfte sinnlos walten – dezent und stylish.

Libertin Gürtel

Die Libertin Gürtel mit Klettverschluss sind derzeit in drei Farben erhältlich.

Wer Gürtel sagte, musste bisher auch Schnalle sagen. Okay, es gab halbherzige Ausnahmen: Während meines Amerikatrips im letzten Sommer (bin nur mal schnell rüber geflogen, um in Vegas zu heiraten) hab ich mir in einem Skater Shop einen Gürtel mit magnetischer Hackenschnalle gekauft. Aus Baumwolle, stufenlos verstellbar und auf den ersten Blick ein durchdachtes Produkt. So lange, bis man sich das erste Mal mit Kamerarucksack vorbeugt, der Bauchgurt von oben auf die Schnalle drückt und man plötzlich mitten in der Hotellobby in Boxershorts dasteht. Zugegeben, ganz so drastisch war’s nicht, aber Magnetverschlüsse an Gürteln sind nicht der Weisheit letzter Schluss, soviel hab ich auf die harte Tour gelernt. Der Weisheit letzter Schluss ist nämlich ein Klettverschluss. Oder “Hooks and Loops”, wie die Engländer sagen.

Libertin Klettverschluss Gürtel

Die Libertin Story – zwei Männer, ihre Nähmaschine, ein Leser-Cutter und etliche Kuhfelle.

Die Gürtel werden maßgefertigt, kleinere Schwankungen im Bauchumfang gleichen die in Grenzen verstellbaren Klettverschlüsse aber locker aus. Farblich muss man sich entscheiden für “Amour”-Rot, “Space”-Grau oder ein klassisches “Dark Night”-Braunschwarz. Oder gleich eine Mehrfachbestellung tätigen, denn bisher sind die exklusivsten Geek-Gürtel der Welt ausschließlich über direkte Bestellung beim Produzenten zu bekommen. Ich hab schon einen und werde ihn nie wieder hergeben.

► libertin.co.uk | Libertin auf Facebook

Social Media Nutzer-Zahlen in Österreich 2014: Von Netzen und deren Nutzen für Unternehmen

Wiederholte Frage an Radio datenschmutz: Spielen neben Facebook eigentlich noch andere soziale Netzwerke in Österreich eine Rolle? Antwort: Das kommt drauf an, wie man die hiesigen Social Media Nutzerzahlen berechnet… Auf Facebook sind mittlerweile 38% der Alpenrepublikaner registriert, 56% nutzen Youtube aktiv. Ohne Youtube machen Twitter, LinkedIn, Instagram, Google+, Pinterest, Ello, medium und tsu Nutzer sogar zusammengezählt immer noch unter 20% der Gesamtbevölkerung aus, in etwa gleich viele Österreich nutzen überhaupt kein Internet.

Wer aber einen tsu-Account hat, hängt ziemlich sicher auch bei Pinterest rum. Und die Österreicher auf Pinterest twittern alle… und so weiter. Deshalb liegt die Gesamtzahl der Zuckerberg-Fremdgänger natürlich noch viel niedriger. Niedrig einstellige Prozentzahlen lassen sich nun mal so schlecht schätzen, und die meisten kleineren Netzwerke geizen bekanntlich gern mit kleineren Zahlen für noch kleinere Länder. Da zählt nicht mal mehr Alexa mit.

Kennen Sie den kürzesten Social Media Witz? “Kommt ein Österreicher auf ein Pinterest Board.”

Die eigentliche Fragestellung dieses Blogbeitrags – Auf welchen Social Media Plattformen sollten österreichische Unternehmen vertreten sein – erinnert mich an eine Textstelle aus dem “Hexer” von Wolfgang Hohlbein. Der und sein Mentor Lovecraft steigen in einer kleinen englischen Fischerkneipe ab und fragen den Wirt, was es denn um Dinner gäbe:

“Es gibt Fisch, Fisch oder Fisch,” sagt der Wirt mit mißmutigen Blick. Howard runzelte die Stirn, überlegte einige Sekunden angestrengt und antwortete: “Dann nehme ich Fisch!”

Tja, das ist die grausame Wahrheit: Facebook kann so streng riechen, wie Zuckerberg will und uns armen Seitenbetreibern die Reichweite noch weiter runterschrauben. Wir können nämlich bloß weiter Münzen in den Werbebudget-Automaten einzuwerfen. Das war schon damals so mit dem blöden Fernsehen und der Kronenzeitung.

Aktuelle Social Media Nutzerzahlen für Österreich / Ende 2014

  • Facebook
  • 3,4 Mio
  • Twitter
  • 120k
  • Google+
  • 800k – 1 Mio
  • Instagram
  • 80k – 400k
  • Youtube
  • 4,8 Mio
  • LinkedIn
  • 430k
  • Pinterest
  • 4k – 20k
  • andere
  • ?

Quellen: Socialmediaradar, Alexa, Digitalschmankerl

An dieser Stelle kann man einfach nicht schreiben: Aber es gibt ja zum Glück auch Alternativen. Nur gibt’s halt leider unglücklicherweise keine. Dennoch möchte ich hier auf vielfachen Kundenwunsch, komprimiert und auch für die 19 Prozent Nichtsurfer leicht verständlich erklären, was es denn für Alternativen gäbe, wenn die genügend Nutzer hätten, und was Unternehmen denn dort tun könnten. Aber zuerst noch zu der Frage: Wie kommen diese Zahlen zustande?

Social Media Nutzerzahlen: Von Quellen und Schätzungen

Wer Zahlen aus dem Zusammenhang reißt, kommt in die Statistikerhölle. Dort werden wir Social Media Analytiker früher oder später wohl alle landen, aber was bleibt einem bei so spärlicher Primärdatenlage auch anderes übrig, als frei zu fabulieren? Man könnte bei Digitalschmankerl nachschauen, Petra hat nämlich für ihre zweite Masterarbeit selbst Daten erhoben und sie in folgende, für mich sehr glaubwürdig aussehende, Grafik gepackt:

Social Media Networks - Nutzungszahlen Österreich

Social Media Nutzung in Österreich: Nutzerzahlen im Vergleich zu Deutschland und den USA. [Grafik von Alex Hohenthaner / socialbunf]

Die Liecheneckers haben in Zusammenarbeit mit Mindtake auch eine Studie durchgeführt, bei der Online 751 Surfer befragt wurden. Das Deckblatt behauptet zwar optimistisch, die Ergebnisse seien repräsentativ für die österreichische Bevölkerung zwischen 15 und 65 Jahren mit einer Schwankungsbreite von 4,4%. Demnach wären 70% dieser Bevölkerungsgruppe bei Facebook registriert, 15,80% bei gar keinem Social Network. Sind das die ohne Internet? Nein, denn die Antworten sind natürlich nur repräsentativ für jene surfende Mehrheit der Bevölkerung, die Online-Umfragen ausfüllt. Spannend aber dennoch die Verteilung im Detail – hier steigt Instagram nämlich weit vor LinkedIn aus. Als gelernter qualitativer Sozialwissenschaftler muss ich mich da natürlich sofort fragen: Haben Business-Surfer vielleicht einfach keine Zeit, lange Fragebögen auszufüllen, Twitteranten aber schon?

Social Network Zahlen - Nutzung in Österreich

Teilnehmer von Online-Befragungen nutzen überdurchschnittlich viele Social Networks.

Twitter, Google+, LinkedIn, Instagram und Co. für österreichische Unternehmen

Welche Rolle spielen die einzelnen Networks für Unternehmen, die auf dem östererichischen Markt tätig sind? Im Vergleich zu Facebook jedenfalls eine untergeordnete – und natürlich sind viele heimische Firmen auch auf internationalen Märkten tätig, wo je nach Region bzw. Kontinent ganz andere Favoriten am höchsten in der Gunst der Social Media Nutzer stehen.

Twitter für Unternehmen: Der Pressesprecher und sein Journalist

Twitternutzung in Österreich

Twitter ist eine Plattform zum Austausch von Kurznachrichten. Ursprünglich in den USA als günstige Alternative zu SMS groß geworden, entwickelte sich das Netzwerk rasch zu einem Lieblingsspielzeug vor allem der Kommunikationsbranche.

Der Stellenwert, dem Twitter in der medialen Diskussion beigemessen wird, entspricht keinesfalls den realen Nutzungszahlen in Österreich. Etwas über 120.000 Accounts sind gerade einmal 3,5 Prozent alles österreichischen Facebooknutzer (3,4 Mio). Für Unternehmer ist Twitter dennoch vor allem im PR-Bereich relevant, da dem Beispiel Armin Wolfs folgend hierzulande überdurchschnittlich viele professionelle Kommunikatoren Twitter zumindest gelegentlich nutzen.

Als reiner Ankündigungskanal empfiehlt sich die Plattform nicht. Wer auf Twitter aktiv wird, weckt den Anspruch auf Erreichbarkeit und sollte kurze Antwortspannen gewährleisten können. Während in den USA, wo Twitter vor allem aufgrund der permanenten Präsenz als Fernseh-Newsticker wesentlich populärer ist als in Europa, etliche Unternehmen von positiven Erfahrungen berichten (Dell sprach aktiv Support-Kunden an, die sich über Produktmängel beschwerten, Starbucks verteilte Tweet-Gutscheine für ermäßigte Kaffees), sind die Reichweiten österreichischer Unternehmen auf Twitter ehr begrenzt.

Google+ für Unternehmen: Eigentlich ein Job für die SEO-Agentur

Google+ Nutzung in Österreich

Unter dem Eindruck des großen Erfolgs von Facebook startete Google mit “Plus” vor wenigen Jahren selbst den Versuch, Branchenprimus unter den Social Networks zu werden. Trotz überlegener technischer Funktionalitäten (unkomprimierte Fotos, Hangout Videochats) ist dieses Ziel mittlerweile als gescheitert zu betrachten. Google kommuniziert keine genauen Nutzungszahlen für Österreich, die Durchsuchbarkeit der Plattform ist ähnlich wie bei Facebook durch die jeweiligen Privatsphäre-Einstellungen der Nutzer eingeschränkt.

Durch die enge Verzahnung von Google+ mit anderen Services desselben Betreibers (Youtube, Gmail etc.) gelang es zwar, die Zahl der Accounts nominell in die Höhe zu betreiben, aktiv genutzt wird Google+ in ganz Europa allerdings kaum. Die Zukunft des Netzwerks ist zum jetzigen Zeitpunkt recht ungewiss. Recht populär bei spärlich vorhanden Nutzern sind vorwiegend die “Communities”, Plus’ Pendant zu Facebookgruppen.

Die Attraktivität der Unternehmensnutzung lag bis vor kurzem vor allem in der immer engeren Verzahnung des Google-Suchindex mit dem Plus Network. Für die Authorship, die Anzeige von Autorenbildern/Logos innerhalb der Suchergebnisse, war eine Google+ Page zwingend erforderlich. Vor wenigen Wochen hat Google die Authorship allerdings wieder abgeschafft und angekündigt, Plus wieder stärker von den anderen Services zu trennen.

Dass Google daran interessiert ist, Social Signals für den Suchindex auszuwerten, hat Matt Cutts, Chefentwickler des Suchalgorithmus, kürzlich bekräftigt. Inwieweit sich Aktivitäten auf einer Google+ Unternehmenspage mittelfristig auch die Suchergebnisse auswirken, ist derzeit allerdings ein heiß diskutiertes Thema. Für Local Businesses, als Unternehmen, die über eine oder mehrere Filialen verfügen und über die lokale Suche besser gefunden werden möchten, gibt es derzeit keine Alternative zu einer Google+ Page.

LinkedIn für Unternehmen: Die machen Content Marketing, nicht Lebensläufe

LinkedIn für Unternehmen

LinkedIn wird häufig als das “amerikanische Xing” bezeichnet, obwohl die Plattform strukturell völlig anders funktioniert. Zwar spielt auch bei LinkedIn die Pflege des eigenen Profil-Lebenslaufs eine zentrale Rolle, daneben hat sich das größte Business-Social-Network in den letzten Jahren allerdings sehr stark auf Publishing-Services fokussiert.

Neben zahlreichen populären Wirtschafts-Autoren haben seit wenigen Monaten alle Mitglieder die Möglichkeit, umfangreiche Postings zu veröffentlichen und sich so als Experten zu positionieren bzw. in weiterer Folge beträchtliche Reichweite aufzubauen. Für Unternehmen bietet LinkedIn „Corporate Pages“ an, Unternehmens-Seiten mit einem eigenen Newsfeed und Unterseiten, sogenannten “Focus Pages”. Diese ergänzen die Inbound-Strategie von LinkedIn: Ziel der Plattform ist es, die richtigen Ansprechpartner und Inhalte über eine komplexe Suche möglichst leicht auffindbar zu machen.

Instagram für Unternehmen: Selbstinszenierung, auch für Unternehmer

Instagram Nutzungszahlen

Instagram simuliert erfolgreich die Ästhetik alter Sofortbildkameras. Was war zuerst, Instagram oder der Selfie-Trend? Anfang 2014 nutzten 12,9% der Amerikaner und 1,2% der deutschen Bevölkerung Instagram, Nutzungszahlen zu Österreich sind nicht bekannt.

Instagram lebt als ausschließlich mobiles Netzwerk von der visuellen Echtzeit-Kommunikation. Die erfolgreichsten Markenauftritte setzen auf spektakuläre, exklusive aber zugleich auch authentische Bildwelten. Da Instagram Hashtags unterstützt, eignet sich die Plattform auch zur Abwicklung von Foto-Bewerben.

Instagram ist definitiv kein Kanal für klassische Werbebilder und –botschaften, lässt sich aber unterstützend hervorragend einsetzen, um einem Unternehmen bzw. einer Marke “ein Gesicht zu geben”, sprich für den Blick hinter die Kulissen. Das empfehlen und praktizieren zumindest etliche Social Media Agenturen. Ich dagegen poste auf Instagram vorwiegend Fotos meiner Hündin Pula, denn mich selbst interessieren Blicke hinter Agenturkulissen ehrlich gesagt nicht besonders.

Pinterest für Unternehmen: Die Pinwand an der Außenfassade

Pinterest Zahlen Österreich

Obwohl Pinterest seinen Höhenflug bereits 2013 begann und Mitte des Jahres 70 Millionen Nutzer hatte, ist das Netzwerk der virtuellen Pinwände noch nicht in Europa angekommen. Bitkom geht von einer halben bis einer Million Nutzern in Deutschland aus, in Österreich dürfte die Zahl der aktiven Pinterest-Accounts nach wie vor deutlich unter einem Prozent liegen.

Als einziges Netzwerk hat Pinterest mit 80% einen ausgeprägt hohen Frauenanteil, auf den Pinwänden dominieren die Themen Lifestyle, Hochzeitsplanung und Kulinarik. Einrichtung und laufende Moderation eines Pinterest-Boards sind zwar mit vergleichsweise wenig Aufwand verbunden, rentieren sich aber zum jetzigen Zeitpunkt nur für Unternehmen, die international tätig sind. Ich hab Pinterest schon von Anfang an genutzt und verwende die Seite gern als visuellen “Merkzettel” für Infografiken und außergewöhnliche Fotos.

Youtube für Unternehmen: Da wohnt der Videotraffic

Youtube Nutzerzahlen

Youtube gehört Google und ist primär die größte Videohostingplattform der Welt, besitzt daneben aber auch alle typischen Social Network Funktionalitäten. Für Unternehmen eignet sich Youtube sowohl als Hostings-Plattform als auch zum Betrieb eines eigenen Kanals – sofern ausreichend aktuelle Video-Inhalte laufend zur Verfügung stehen. Youtube ist vollständig durchsuchbar und in die Google-Suche integriert, Videoinhalte sind aus dem Web nicht mehr weg zu denken – Youtube stellt sie für alle Endgeräte zur Verfügung und bietet qualitativ hochwertiges Hosting an. Unternehmen, die Youtube nutzen, sollten auf ausführliche Meta-Beschreibungen und Stichworte achten.

Newcomer für Unternehmen: ello, medium, tsu

tsu Nutzungszahlen

Die grassierende Unzufriedenheit vier Nutzer mit dem etablierten Netzwerk Facebook scheint neuen Anbietern in jüngerer Vergangenheit Markteintrittschancen zu eröffnen. Steigende Bedenken über den Umgang mit persönlichen Daten sorgen im Spätsommer 2014 beim Newcomer ello.co dafür, dass sich zweitweise bis zu 30.000 Personen pro Stunde registrierten. Ello verspricht völligen Verzicht auf Werbung und garantiert Datenschutz, finanzieren will sich der Anbieter über kostenpflichtige Premium-Features.

tsu dagegen setzt auf monetäre Kompensation der Nutzer. Im September gestartet, will tsu 90% der Werbeeinnahmen an die User ausschütten. Beide Social Networks sind erst wenige Wochen alt.

Seit knapp zwei Jahren versucht medium.com, ein Netzwerk der Twitter-Gründer, statt auf kurze Status-Updates ganz auf lange Texte zu setzen. medium ist mehr Publikationsplattform als Social Network, beeinflusst mit seiner auf Inhalte fokussierten Ästhetik allerdings bereits klassische Medienanbieter weltweit. Wer so aufwändig Inhalte produziert, wird sich aber vermutlich auch eine eigene Domain leisten können und ist mit einem Blog besser beraten.

Fazit: Der eigene “Social Hub” wird immer wichtiger

Zwar tauchen immer mehr neue Bewerber im Rennen um die Aufmerksamkeit der Social Media Nutzer auf, doch dass sich in den kommenden 12 Monaten ein neuer Bewerber ernsthaft gegen Facebook wird durchsetzen können, ist aber äußerst unwahrscheinlich: Der Marktführer ist nicht nur von den Nutzerzahlen weit vorne, sondern inzwischen auch stark in der Infrastruktur des Web verankert (Facebook-Login).

Eine eigene, gut in die Social Media Landschaft integrierbare Homebase wird daher immer wertvoller. Hochwertige Inhalte fühlen sich am eigenen Blog am längsten am wohlsten, und lassen sich von dort am elegantesten in die verschiedenen Social Networks distribuieren. Und selbst wenn die Sache mit Pinterest und Co. hierzulande nie klappen sollte, dann liegen die Bilder gut indexiert auf der eigenen Seite und bringen Traffic, auch wenn nur drei Österreicher auf ello posten. Deshalb Mein Ratschlag an alle Unternehmen: Die eigenen Web-Properties sind und bleiben am wichtigsten. Produzieren Sie hochwertige Inhalte für Ihre eigene Unternehmens-Homepage oder Ihr Unternehmensblog und kreieren Sie so ihre eigene Social Media Zentrale, von der aus Sie Ihre Botschaften in die passenden Netzwerke verteilen. Ich berate Sie gerne dabei, wie das am effiziensten funktioniert.

Praterstern-Fahrradzähler-Geschichten: Die Gans im Kreisverkehr

Gestern ereignete sich am Wiener Praterstern wieder das alljährlich-traditionelle Ganslessen, selbstverständlich beim Gasthaus Hansy, denn dort gibt’s halt einfach das beste Gansi. Und weil so ein vergleichsweise fetter Vogel auch wieder abtrainiert werden will, habe ich nach dem Essen die Gelegenheit beim Rahmen gepackt und mich auf Andis riesiges Fahrrad geschwungen und ein bisschen was für die Wiener Radstatistik getan. Frei nach dem Motto: Christoph Chorherr ist krank, heute rodle ich den ganzen Tag über die Induktionsschleife.

Ich hab das Video übrigens auch in der Gruppe Radfahren in Wien gepostet. Dort treffen verhärmte, verschreckte Radfahrer (“Stell dir vor Franz, heute stand schon wieder eine Kiste Weizengrassaft mitten am Radweg!”) auf fröhliche Velocipeden, die dann solche Kommentare verfassen wie Al Ex:

Der Sinn dieser Zählstellen hat sich mir ohnehin noch nicht offenbart. Außer einer herzigen Spielerei, die durchfahrende Radler teilweise eh nicht zählt, dafür von solchen Kasperln wieder gegenmanipuliert wird, hat das Ding relativ wenig Sinn.

Ja, die Carbonrahmen fallen durch die Zählung. Aber fröhliche Harlekine wie unsereins machen das wieder gut – und wie schon Lao-Tzu wusste, und das, lieber Al Ex, möchte ich dir mitgebenauf deinen weiteren Lebensritt: Der wahre Sinn kann nicht erkannt werden.

Verlosung: 250-Euro Hotelgutschein von Hotel.de

Reisen bildet. Reisen kostet aber auch. datenschmutz bessert deshalb Ihr Reisebudget mit einem Hotelgutschein im Wert von €250 auf, und das kommt so: Hotel.de, edler Sponsor dieser Verlosung, ist nominiert für die Abstimmung zur deutschen Website des Jahres und freut sich über jede Stimme. Wer mit votet, hat die Chance auf einen von 20 Hotelaufenthalten, ein MacBook Air und viele weitere Preise – abstimmen können Sie hier.

Mindestens genauso gut stehen die Chancen beim datenschmutz-Gewinnspiel: um den 250-Euro-Hotelgutschein zu gewinnen, posten Sie ein Status-Update mit Link zu diesem Artikel [http://datadirt.net/hotelgutschein] in ihrem bevorzugten Social Network – ob Facebook, LinkedIn, Twitter, Google+, Ello, Instagram, Xing, tsu… spielt dabei keine Rolle, wichtig ist nur, dass Ihr Beitrag öffentlich sichtbar ist. Veröffentlichen Sie anschließend den Link zu Ihrem Status-Update hier als Kommentar, um am Gewinnspiel teilzunehmen. Pro Status-Update gibt’s ein Los – wer also mehrfach postet, steigert die eigenen Gewinnchancen ganz beträchtlich.

Hier ein Beispielstext, den Sie natürlich nach Gutdünken ändern können, nur der Link muss drin bleiben:

datenschmutz verlost einen Hotelgutschein um €250 – hier geht’s zum Gewinnspiel: http://datadirt.net/hotelgutschein

[click to tweet]

Der glückliche Gewinner wird von meinem bewährten Zufallsgenerator gezogen und kann seinen Gutschein in (fast) allen Hotels in Europa einlösen – ich drücke Ihnen die Daumen! Das Gewinspiel beginnt mit der Veröffentlichung dieses Beitrags und endet am 31. Oktober 2014 um 12:00 Uhr mittags.

Über Hotel.de

Für Hotel.de wär der Titel “Website des Jahres” ein Seriensieg, denn bereits 2013 gewann die Buchungsplattform die populäre Auszeichnung. Die Seite kann auf 50 Millionen erfolgreiche Buchungen zurückblicken und bietet mehr als 2 Millionen Bewertungen.

Hotel.de Startseite

Die Startseite von Hotel.de

Auf die kann man sich tatsächlich verlassen. Ich hab mal schnell ein paar Hotels rausgesucht, in denen ich in den letzten Monaten übernachtet hab, und die zugehörigen Reviews sind alle durchwegs zutreffend bis hin zu überkritisch. (Dass die Liegen im Poolbereich der Falkensteiner Therme in Bad Waltersdorf “zu eng aufgestellt” sind, wär mir nicht aufgefallen.)

Teilnahmebedingungen

Die Barablöse von Gewinnen und der Rechtsweg sind bei allen Gewinnspielen ausgeschlossen. Über Gewinnspiele kann kein Schriftverkehr geführt werden. Die Teilnehmer erklären sich einverstanden, via E-Mail über zukünftige Gewinnspiele informiert zu werden und sie erklären sich damit einverstanden, dass im Falle eines Gewinns der auf datenschmutz eingetragene Username veröffentlicht wird. Wer falsche Daten bzw. eine ungültige E-Mail Adresse einträgt, verzichtet damit auf jeglichen Gewinnanspruch. Gewinnspielteilnehmer, die innerhalb einer Woche nicht auf die Gewinn-Verständigungs E-Mail antworten, verzichten damit ebenfalls auf jegliche Gewinnansprüche. Selbstverständlich werden E-Mail Adressen niemals an Dritte weitergegeben. weitere Informationen

Smartphone Sperrbildschirm Trick 17: Immer nie ohne Visitenkarte

“Meine Visitenkarten sind ständig aus“, denk ich mir immer, wenn ich gerade eine bräuchte und keine habe. So geht’s offenbar auch meinem Kumpel Dan Taylor. Der hat als Star-Fotograf der internationalen Web-Konferenz-Szene naturgemäß einen besonders hohen Verbrauch und sich daher einen schlauen, kleinen Smartphone “Hack” ausgedacht: Warum nicht einfach den Lockscreen (Sperrbildschirm) des eigenen Handys als digitale Visitenkarte nützen?

Dan nennt seine Erfindung iPhone Lock Screen Business Card, aber ich versichere Ihnen, werte Leser: was am Apfeltelefon klappt, geht auf Androiden und Windows Phones schon lange. Man bastelt im Grafikprogramm seiner Wahl einfach einen Lockscreen-Hintergrund in der Auflösung des eigenen Handy-Bildschirms und platziert die relevanten Informationen erstens deutlich lesbar und zweitens so, dass sie nicht von allfälligen Notifications und/oder der Uhrzeit überdeckt werden.

  • Das eigene Antlitz, idealerweise in fröhlich-business-tauglicher Mimik forsch dem neuen Kontakt entgegen blickend – hilft der Erinnerung ganz entscheidend auf die Sprünge.
  • Name und Berufsbezeichnung: damit der Empfänger der Visitenkarte auch Monate später noch weiß, wie man ihm behilflich sein könnte.
  • Kontaktdaten: Weniger ist mehr – E-Mail Adresse, Telefonnummer und allenfalls eine URL sollten ausreichen.

Romane in 3-Punkt-Schrift haben auf der Sperrbildschirm-Visitenkarte nichts verloren, und das hat mit der Wiedergabemodalität zu tun. Denn im Bedarfsfall fordert man seinen Gesprächspartner einfach höflich, aber umso bestimmter, auf, das eigene Handy zu fotografieren. Das mag fast so anachronistisch erscheinen wie das analoge Vorbild, schließlich bieten seit Jahren Kontaktaustausch-Services wie Bump, Bluetooth-Apps und Co. ihre diesbezüglichen Dienste an. Nur blöderweise haben das Gegenüber sowie man selbst praktisch nie die richtige App installiert oder scheitern an der Bluetooth Konfiguration.

Smartphone Sperrbildschirm Visitenkarte

Meine Lockscreen Visitenkarte – Template-Download weiter unten.

Ein simpler Schnappschuss dagegen geht immer, und sogar die mieseste Feature-Phone Kamera bringt auch unter übelsten Lichtverhältnissen einen gut lesbaren Schnappschuss vom Bildschirm eines anderen Handys zusammen. Noch dazu hat diese Art des Kontaktdaten-Austausches gleich mehrere Vorteile, die Dan wie folgt beschreibt:

At this point I reach for my phone and power up the Lock Screen Business Card, and then ask them to take a picture of it with their phone. This provides all my details, a face to the name, and has the added bonus of the time and date that we met. But what I really like about this presentation is that every single person I’ve exchanged cards with, I’ve had a chance to have a conversation with. Not a drop and dash.

Likewise, post event, do you really want to have your card mixed in with that pile of all the others? Maybe the recipient will go through all of them, maybe they won’t. Maybe they’ll have perfected the left/right/breast pocket sorting procedure. But chances are… they will go through the photos on their phone sooner than later, et voilà, there’s you all up in their photo stream. And getting the followup email.

Smartphone Sperrbildschirm Templates für Photoshop

Dan hat ein Photoshop-Template für iPhones (5, 5s, 5c) zum Download bereit gestellt, ich hab eines für Full-HD Windows Phones gebastelt. Das passt ganz wunderbar beispielsweise auf mein Nokia 930 und kommt in schickem datenschmutz-Blau. Einfach nur ein (quadratisches) Foto Ihrer Wahl einfügen und den Text der einzelnen Ebenen anpassen:

Die Lockscreen Visitenkarte: trotzdem kein Ersatz für analoge moo-Cards

Wie gesagt: oft fehlt im entscheidenden Moment ein Kärtchen. Und das, obwohl ich schon gefühlte 1.000 Bestellung bei den großartigen Moo Cards Machern getätigt habe. Die verwenden nicht nur ganz spezielle Papiere, sondern drucken digital. Deshalb kriegt man dort eine Hunderterpackung (ab ca. €15,-) mit 100 verschiedenen Fotos auf den Vorderseiten der Karten – grandios für Fotografen.

Ich werde auch zukünftig keinesfalls auf meine analogen Kärtchen verzichten, aber die Lockscreen-Variante ist ein hochgradig willkommenes Back-Up. Minus 10 Prozent bei Moocards bekommen Sie übrigens mit diesem Link: moocards bestellen.