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Archiv für die Kategorie „theoretisch“

Studieren in Utrecht: Medien und nicht irgendwas!

Mirko hat mich gebeten, auf den aktuell ausgeschriebenen Master-Studiengang für New Media & Digital Culture hinzuweisen. Wer immer schon mal ein paar Semester in einem echt flachen, extrem radfahrtauglichen-Land nah am Meer verbringen wollte, sollte sich das Angebot der Uni Utrecht unbedingt näher ansehen. Die nächste Runde beginnt mit dem Wintersemester 2010 am 1. September, die Bewerbungsfrist endet am 1. März.

Uni Utrecht

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Über das Neue der Medien

Der folgende Beitrag ist ein Auszug aus Frank Hartmanns Einführungsband Multimedia (UTB, Wien 2008 UTB Profile). Frank Hartmann ist Professor für Visuelle Kommunikation an der Bauhaus Universität in Weimar. Ich freue mich sehr über diesen Gastbeitrag und wünsche viel Spaß bei der Lektüre!

Mit Computer und Netzwerken wurden die Medien innerhalb von zwei Jahrzehnten plötzlich zu "neuen Medien". Unsere Medienkultur ist vielfältig wie nie – wohin geht ihre Entwicklung? Am Anspruch, diese Fragen zu beantworten, scheitern regelmäßig die Bemühungen der Experten. Denn sie nehmen in ihrer Fixiertheit auf die technischen Möglichkeiten nicht in Betracht, worauf es dabei ankommt: auf dich und mich, also die Nutzer, die Anwendungen akzeptieren oder diese gleich neu erfinden. Man müsste also danach fragen, wie die multimediale Nutzerkultur von morgen aussehen könnte. Diesen Beitrag weiterlesen »

Wilde Experimente: von der skurrilen Wissenschaft

Als ehemaliger Physikstudent, begeisterter Ex-Platinen-Ätzer und -(Ent)löter habe ich einen gewissen Hang zum experimentellen Erkenntnisgewinn. Das begann eigentlich schon mit 13 im Physikunterricht: einen Experimentierkasten brauchten wir nicht, für die ersten Elektrolyse-Experimente mussten Leitungswasser, Waschmittel und ein Lego-Trafo herhalten, und von dort war's nur mehr ein kurzer Weg bis zur ersten (kleinen) Wasserstoff-Explosion im Heimlabor. Nun zeichnet sich das klassische wissenschaftliche Experiment im Normalfall nicht gerade durch übermäßige Skurrilität aus, aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Und 20 solcher "irren Experimente" gibt's unter dem Titel Durchbrüche der Durchgeknallten auf einestages online zu bewundern.

Vom Elefanten, der in kürzester Zeit der höchsten LSD-Dosis aller Zeiten erlag bis zu rumänischen Forschern, die sich zu Studienzwecken (freiwillig!) selbst erhängten reicht das skurrile Spektrum. Mein Favorit: der Pechtrichter der Universität von Queensland in Australien - er gilt als das "langweiligste Experiment der Welt":

Seine Karriere begann bereits 1927, als Thomas Parnell eine merkwürdige Idee hatte. Der Physikprofessor füllte heißes Pech in einen unten verschlossenen Trichter. Dann wartete er drei Jahre, bis sich das Pech gesetzt hatte. 1930 dann öffnete er die Spitze des Gefäßes - und es passierte... erst mal nichts. Erst im Dezember 1938 fiel der erste Tropfen Pech in das Reagenzglas darunter.
Das Pitch Drop Experiment veranschaulicht eine erstaunliche Eigenschaft von Pech. Zwar scheint die schwarze Substanz bei Raumtemperatur die Konsistenz von Stein zu haben, doch genau genommen ist sie flüssig - nur etwa 100 Milliarden Mal zähflüssiger als Wasser. So hat der Superstar der Universität von Queensland nur alle acht bis zwölf Jahre seinen großen Auftritt. Bisher sind insgesamt erst acht Tropfen gefallen, der letzte am 28. November 2000. Als es geschah, war allerdings noch nie jemand dabei.

Schließlich beantwortet dieser Versuch nicht nur die Frage nach dem Aggregatszustand von Pech, sondern auch den alten Klassiker: "Was passiert, wenn ein Tropfen Pech aus dem Trichter fällt und niemand sieht zu?"

Sogar Online-Marketer finden beim Experiment Nr. 6 eine wertvolle Inspiration - die Psychologin Youngme Moon wollte an der Universität von Harvard herausfinden, ob sich das interpersonelle Empathie-Phänomen auch auf die Mensch-Maschine Kommunikation übertragen lässt:

Ihre Probanden mussten am Computer elf persönliche Fragen beantworten. Etwa: Was war die größte Enttäuschung in Ihrem Leben? Oder: Was sind Ihre Gefühle gegenüber dem Tod? Ein Teil der Versuchsteilnehmer gaben einfach Frage für Frage in den PC ein, bei den anderen ging jeder Frage ein kurzer Text mit Informationen über den Computer voraus. Vor der Frage "Wann waren Sie das letzte Mal sexuell erregt?" zum Beispiel "verriet" der Computer folgendes über sich: "Vor einigen Wochen kam ein Benutzer hierher und brauchte diesen Computer, um ein digitales Video zu schneiden. Das hatte noch nie jemand auf diesem Computer gemacht." Und tatsächlich: Gab der PC vorher auch etwas über sich preis, waren die Antworten stets detaillierter, länger und persönlicher.

Als großartige instruktiv erweist sich auch der sogenannte "Dunning-Kruger-Effekt": je inkompetenter jemand ist, desto mehr neigt er zu grenzenloser Selbstüberschätzung (da fallen mir ad hoch eine Reihe von Beispielen ein):

1999 fanden die Psychologen David Dunning und Justin Kruger anhand einer Reihe von Tests heraus, woran das liegt. Sie ließen eine Gruppe von Studenten Arbeitsblätter zu Themen wie Grammatik, Logik oder Humor ausfüllen. Am Ende des jeweiligen Tests musste jeder Student angeben, wie gut er im Vergleich zu den anderen Teilnehmern war. Mit erstaunlichem Ergebnis: Bei allen Fragebögen glaubte das schlechteste Viertel der Probanden von sich, weit über dem Durchschnitt zu liegen - selbst dann noch, als ihnen die Testbögen der besten Teilnehmer zur Ansicht gegeben wurden.

Lust auf weitere Stories aus dem Labor? Dann kann ich die Bücher von Reto Scheider nur wärmstens empfehlen - der Redakteur der Neuen Zürcher Zeitung hat die zwei deutschsprachigen "Standard-Werke" über skurrile Versuchsaufbauten verfassten:

Reto Schneider: Das Buch der verrückten Experimente Wilde Experimente: von der skurrilen Wissenschaft
Reto Schneider: Das neue Buch der verrückten Experimente Wilde Experimente: von der skurrilen Wissenschaft

Social Media Literatur: Die Must-Read Leseliste

Als Digital Universalgelehrter gehört das Unterrichten natürlich zu meinen liebsten beruflichen Verpflichtungen - für meine aktuelle New Media Vorlesung an der FH Wien habe ich eine kleine weiterführende Literaturliste zusammen gestellt, die ich gerne mit meinen Bloglesern teilen möchte. Selbstverständlich erhebt die Liste keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit; es handelt sich aber im wesentlichen um die für mich persönlich relevantesten Werke zum Verständnis neuer Medien (Theorieteil) bzw. um die meiner Meinung nach didaktisch besten How-To Einführungen (Praxisteil). Im dritten Teil gibt's zusätzlich einführende Videos über Social Media Grundlagen und Best Practices. Auf Ergänzungen und Anmerkungen respektive Ihre persönlichen Favoriten bin ich gespannt!

Update 12.1.2010: Liste "Theorie" erweitert, neuer Teil "Videos"

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Geert Lovink läuft der Netz-Avantgarde nach

Geert Lovink findet, dass es keine relevante Netz-Avantgarde mehr gibt. Ich finde, nach diesem FAZ-Interview gibt es keinen relevanten Geert Lovink mehr. Besonders angetan hat es mir folgendes Zitat:

Es gibt in Deutschland Leute, die man durchaus als Netzavantgarde bezeichnet, etwa die digitale Boheme in Berlin.
Das sind Nachzügler, die erst sehr spät auf den Zug aufgesprungen sind. Die waren in den Neunzigern, als sich das Netz formierte, nicht dabei. Man kann auch von einem Marketingphänomen sprechen.

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YouTube Kino Jahresgala: X-Mas Special am 14. Dezember

14. Dezember 2009
18:00bis19:00

Das Hochkultur-Karussell dreht sich unerbittlich weiter - die neben Cannes und der Oscarverleihung drittwichtigste Veranstaltung der internationalen Kinowelt findet zum Jahresausklang nach der frenetisch bejubelten Premiere im Sommer ihre Fortsetzung mit einem Weihnachts-Special. Die Impresarios aus dem Umfeld der Forschungsgruppe Internet zeigen und kommentieren Netz-Clips zum Thema Das Sakrale und das Profane: Christmas revisited. Aufgrund dieses zu Profanity (engl.: Fluchereien) und wilden sexuellen Ausschweifungen neigenden Themas sollten selbst volljährige Besucher gute Nerven ins Museumsquartier mitbringen.

Update: Um 18:30 geht's los mit dem Tweet-Up, die Fest-Gala startet dann pünktlich um 19:30 Uhr im Raum D des Wiener Museumsquartiers. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich, für freie Platzwahl kann dennoch kaum garantiert werden. Der Programmablauf:

18:30 X-Mas Tweet-Up (Smartphones, Netbooks und andere internetfähige Geräte bitte beim Security Check-in abgeben!)

19:30 Begrüßung des Publikums und der Pressevertreter durch Jana Herwig, Künstlerische und kaufmännische Leiterin der Wiener Online-Video Filmfestspielreihe (im Volksmund "Youtube Kino"), Gremiumsmitglied des Vorstands des österreichischen Internetrats, Microblogging-Forscherin und Promi-Bloggerin.

19:03 Filmprogramm mit Erläuterungen der Kuratorinnen und Kuratoren (Details folgen)

19:58 Podiumsdiskussion mit Vertretern der österreichischen Film- und Musik-Urheberrechtsgesellschaften. Moderation: Sigrid Jones

19:59 Diskussion: Das Publikum hat Gelegenheit, sich Fragen für das gemütliche Zusammensein anschließend auszudenken

20:00 Verabschiedung des Publikums und der Kuratoren durch den ersten Wiener Twitter-Chor.

Anschließend Afterparty, ebenfalls im Raum D. Motto: "Kein Networking". Dresscode: Als Vogel verkleidet kommen! (Anm.: Für ORF Moderatorinnen keine Verkleidung erforderlich.)

Achtung: KEIN NETWORKING im Anschluss. Wenn Sie Leute treffen, die Sie schon von anderswo kennen - fein. Unterhalten Sie sich. Wenn nicht, auch gut. Mit weniger Visitenkarten passt die Geldtasche sowieso leichter in den Hosensack.

Event-Einträge auf Facebook: TweetUp | Youtube Kino

Konstruktivismus: Radikal aber ehrlich

Interviewer: "Wenn ich Sie richtig verstehe, muss man dieses Paradigma, salopp gesagt, über den Haufen werfen, weil schon die Idee, dass der Beobachter, der Forscher, außen steht und etwas von außen anblickt, nicht zu halten ist. Versteh ich Sie da richtig?" Ernst von Glasersfeld: "Keine Frage!" Unbedingt sehenswertes Interview mit einem der beiden Großmeister des radikalen Konstruktivismus.

Übrigens: der Radikale Konstruktivismus existiert lediglich in der Vorstellung von Chuck Norris. Und da Chuck Norris unbesiegbar ist, kann man sich den gar nicht so komplizierten, sondern genau genommen bloß ehrlichen Erkenntnistheorie schwerlich entziehen, finde ich. Zur Einführung empfehle ich Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners: Gespräche für Skeptiker Konstruktivismus: Radikal aber ehrlich - dieses Protokoll mehrere Unterhaltungen zwischen dem Wissenschaftsjournalisten Bernd Pörksen und Heinz von Foerster, der mich immer wieder aufs Neue nicht nur als brillianter Denker und wegweisender Forscher, sondern auch als einer der begnadetsten Didaktiker des 20. Jahrhunderts beeindruckt.

Österreich darf das CERN nicht verlassen!

In meiner heutigen AT-KFOR Vorlesung an der Publizistik Wien musste dieses Thema natürlich auf die Tagesordnung: denn das, was sich "Wissenschaftsminister" Johannes "Gio" Hahn da geleistet hat, kann allen österreichischen Forschern, Studenten und Lehrenden nur peinlich sein, sogar jenen, die sich weit abseits der Physik bewegen: überraschend und einseitig kündigte er einseitig die Zusammenarbeit mit dem CERN. Eine kurzfristig ins Leben gerufene Petition gegen diesen peinlichen Irrsinn kann und sollte man unbedingt auf sos.teilchen.at/petition/ unterschreiben.

Warum? Dafür gibt es eine ganze Reihe ausgezeichneter Gründe:

  • Das CERN ist *das* europäische Forschungs-Kooperations-Vorzeigeprojekt. Ich zitiere aus der Petition:

    CERN steht für Forschung in Elementarteilchenphysik und Kosmologie. CERN ist ein leuchtendes Beispiel für Exzellenz durch europäische Zusammenarbeit. CERN bedeutet Vision für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

  • Gute Überleitung zum nächsten Punkt: die Beendigung dieser Zusammenarbeit gefährdet den Wissenschaftsstandort Österreich. Die Art der Teilchenforschung, die am CERN betrieben wird, ist derart aufwendig und teuer, dass ein einzelnes Land sich eine derartige Anlage kaum leisten könnte. Am CERN hängt eine immense, über ganz Europa verteilte Forschungs-Infrastruktur mit umfangreichen Projekten, die ohne experimentelle Überprüfung so nicht stattfinden könnten - in der Vergangenheit resultierten diese Forschungen nicht selten in Nobelpreisen.
  • Die Partnerschaft Österreichs am CERN, das nach einer größeren Ausbau-Phase und dadurch bedingten Pause demnächst wieder in operativen Betrieb gehen wird, besteht seit 50 Jahren. Die Kosten der Beteiligung stehen in keiner Relation zu den Durchbrüchen in der Grundlagenforschung, die in dieser Zeit erzielt wurden und die immer wieder in praktischen Anwendungen gipfelten - manchen von ihnen sind aus dem 21. Jahrhundert nicht mehr wegzudenken (Stichwort: Computertomographie, Stichwort: World Wide Web, Stichwort Durchbrüche in der Krebsdiagnose und -therapie). Ein näherer Blick auf die Kosten macht Sie sicher:

Die CERN-Beteiligung kostet jeden Österreich €2 pro Jahr, anders ausgedrückt beträgt die Gesamtsumme 16 Millionen Euro. Das sind 0,47 Prozent des Wissenschaftsministeriums-Budgets, welches 2009 gegenüber 2008 um 15% erhöht wurde. Dem gegenüber stehen im Zeitraum 1994-2007 CERN-Aufträge an die österreichische Industrie im Wert von 73 Millionen Euro.

Video: CERN in 3 Minuten erklärt

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In wirtschaftlichen Krisenzeiten aus einem solchen Projekt auszusteigen - Albanien hat übrigens kürzlich seinen Aufnahme-Antrag gestellt - bedeutet eine nachhaltige Schädigung der österreichischen Spitzenwissenschaft, Qualitätseinbußen bei der Ausbildung und Verdienstentgang in Hi-Tech Branchen. Waren das nicht genau jene Felder, die Sie, Herr Hahn, beim Antritt Ihres Amts mit Elite-Unis und der Steigerung des Arbeitsplatzes Österreich für ausländische Spitzenkräfte steigern wollten?

cern Österreich darf das CERN nicht verlassen!

Ihr Wissenschaftsministerium hat im Vorfeld der überraschenden Aufkündigung unserer Partnerschaft weder mit österreichischen Experten noch mit dem CERN in irgendeiner Form einen Dialog gesucht. Erklären kann sich Ihre Entscheidung niemand - es gibt lediglich Spekulationen:

Da es bei rationaler Betrachtung sehr unwahrscheinlich ist, dass jemand zu dem Schluss gelangt, ein CERN Austritt könne nützlich sein für Österreich, sind es wahrscheinlich irrationale Gründe. Auch Wissenschafter und Ministeriumsbeamte sind Menschen mit Emotionen, und diese umfassen nicht nur positive wie Liebe, Begeisterung und Hingabe, sondern auch negative, wie Angst, Neid oder Gier.

Auch Science Buster Prof. Heinz Oberhummer, für seine Forschungen in theoretischer Physik nominiert für den Nobelpreis, zeigte sich beim Alien-Special am letzten Samstag im Rabenhof äußerst indigniert über diese "historische Fehlentscheidung" (Zitat Prof. Dr. Herbert Pietschmann): seine galgen-humorige Erklärung: die niederösterreichischen VP-Politiker haben möglicherweise bemerkt, dass sich in Seibersdorf (das hiesige Forschungszentrum kooperierte bislang eng mit dem CERN) keine Günstlinge aus dem Bauernbund jobtechnisch unterbringen lassen. Das mag überspitzt formuliert sein, trifft den Nagel der österreichischen Kleinkariertheit allerdings auf den Kopf. Völlig ernst zu nehmen dagegen ist seine Anmerkung, dass mit dem Betrieb des neuen LHC (Large Hadron Collider) sozusagen die "Erntezeit" für zahlreiche, auch österreichische, Forschungsprojekte vor der Tür steht. Zitat aus dem Beitrag No we can't am Science-Busters Blog:

Es geht um jährlich 16 Millionen Euro. Um das ins richtige Maß zu stellen: Das sind etwa die Verluste, welche die Österreichischen Bundesbahnen derzeit in gerade einmal drei Tagen einfahren. Damit ist die Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Teilchenphysik in Österreich überhaupt gefährdet.

Man vergleiche hierzu auch dieses Zitat von Prof. Herman Feshbach, Nobelpreisträger 2004:

Scientific prospects at CERN have never been brighter and more exciting, as the great Large Hadron Collider (LHC) project approaches its operational phase. Many years' investment in research, development, and construction are about to bear fruit. There are good reasons to anticipate discoveries that will dramatically advance our most basic understanding of what the physical world is made of, how it works, and even how it came to be. While the primary goal of CERN is to address such fundamental issues, the laboratory is also a treasury of engineering marvels. It has been a seedbed of innovation in computer and communications technology, cryogenics, and large-scale, high-tech project management. Young people learn cutting-edge skills at CERN that they take back to businesses and schools of their home countries. For these reasons I believe that CERN has yielded, and will continue to yield, excellent long-term returns on investment, just as a matter of economics, even apart from its unique scientific value. In addition, since its origins in the aftermath of World War II, CERN has been an inspiring, visible symbol of European unity and cultural vitality. It would be a great loss for Austria, and a blow to Europe and the scientific world, if short-term thinking and lack of vision caused Austria - birthplace of Ludwig Boltzmann, Erwin Schrödinger, Wolfgang Pauli, Victor Franz Hess, and Lise Meitner - to pull out of CERN now.

Was können Sie tun?

Unterschreiben Sie die Petition (das funktioniert ganz simpel online): Sie soll das Parlament dazu bewegen, die Hahn'sche Entscheidung abzulehnen. Bereits über 10.000 Personen (Stand: 12. Mai) haben ihre Unterstützung kund getan. Hinterlassen Sie einen Kommentar auf der Seite des Instituts für Hochenergie-Physik oder am besten: schreiben Sie direkt einen Brief an Wissenschaftsminister Johannes Hahn und/oder die zuständigen Politiker. Nutzen Sie Ihre Social Media Kontakte, informieren Sie Ihr Umfeld über diese kurzsichtige aber schwer rückgängig zu machende Entscheidung - auf Facebook gibt's bereits eine Gruppe, der man beitreten kann. Und wenn Sie selbst ein Blog betreiben: machen Sie Stimmung und lassen Sie nicht zu, dass eine so wichtige Entscheidung im in .at so beliebten Blitzverfahren getroffen wird - DANKE!

Particle Hunters: Video über das CMS-Experiment CERN

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Reaktionen aus der Blogosphäre:

Gratis-Konferenzteilnahme: Identitätsblogger gesucht!

identitat09Für die 2-tägige Fachkonferenz "IDENTITAT09" suchen die Veranstalter 1-2 Live-Blogger, die das interessierte Web 2.0 Publikum mit Echtzeit-Informationen von der Konferenz versorgen. Was den Job so spannend macht, ist einerseits die starke Praxis-Ausrichtung der Veranstaltung mit zahlreichen Keynotes aus dem Business-Alltag und andererseits der Preis für eine reguläre Teilnahme: 1.390€ kostet der Tagungspasse regulär. Gefragt ist dabei keinesfalls ein braver Wasserträger, sondern eine engagierte Bloggerin und/oder ein engagierter Blogger, die kritisch die aufgenommenen Inputs über die eigene Seite sowie Twitter reflektieren, Interviews mit den Keynote-Speakers sind ebenfalls gefragt. Zeit haben sollten Bewerber am 20./21. April, Veranstaltungsort ist das Austria Trend Hotel Kahlenberg.

Zur näheren Analyse des firmeninternen Identitäts-Managements laden Identitäter / Happy&Ness. Details zum Konferenzprogramm findet man hier, das Line-Up klingt spannend:

IDENTITAT09 bringt Keynotes unter anderem von Fachbuchautor Holger Schmidt und Unternehmenskulturspezialistin Sonja A. Sackmann. Dazu internationale Praxis-Beispiele von großen Marken und kleinen Paradeunternehmen: Shell, Henkel, EADS Astrium, Basler Versicherung, Sonnentor, dm drogerie markt, Atlas Copco Gruppe, Prisma Kreditversicherung, Nycomed Austria, Hotel Hochschober, mobilkom austria & Wirtschaftskammer Österreich.

Hochwertige Inhalte fürs eigene Blog und spannende zwei Tage - wem bereits der Blog-Speichel auf die Tastatur tropft, der bewirbt sich bei Daniela Terbu unter der E-Mail-Adresse d[DOT]terbu[AT]happyundness[DOT]at und beantwortet die folgenden Punkte:

- Kontaktdaten
- Was ist der persönliche Bezug zu Internal Branding?
- Was interessiert dich/Sie an der IDENTIAT09 besonders?
- Warum möchtest/möchten du/Sie als Blogger vor Ort sein?
- Blog-URL bzw. Themenschwerpunkt des eigenen Blogs.

Ich hab meine Bewerbung gerade abgeschickt... würd mir die Identitätskonferenz sehr gerne anhören. Also kann ich allen Mitbewerbern keinesfalls ehrlich "viel Glück" wünschen :mrgreen:

Glossar-Update: Weitere Web (2.0) Begriffe

glossarupdate Glossar Update: Weitere Web (2.0) BegriffeDer datenschmutz Web 2.0 , mit diversen Plug-Ins eng ins Gesamtblog integriert, hat soeben ein Update erfahren - ich habe ein paar gängige Web 2.0 Begriffe hinzugefügt, die dem einen oder anderen vielleicht geläufig, aber nicht unbedingt bekannt sind. Ob die jeweiligen Definitionen dabei auch so etwas wie ein Quäntchen Zynismus enthalten, liegt wie immer einzig und allein im Auge des Betrachters.

API (advanced Programming Interface), Bittorrent, brick-and-mortar, IRL, Geek, Longtail, Mash-Up, Microblogging, Nerd, Social Media, Torrent und Vuze sind nun neu im datenschmutz-Lexikon enthalten. Weitere Vorschläge und Ergänzungen sind natürlich gern gesehen!

Veranstaltung: Visual Computing Trends 2009

28. Januar 2009
8:30bis18:00

vrvis Veranstaltung: Visual Computing Trends 2009Eine hochkarätig besetzte Auswahl an Keynotes, ein spannendes Thema und die Teilnahme ist noch dazu völlig gratis: wer am Event Visual Computing Trends 2009 teilnehmen möchte, muss sich lediglich vorab registrieren. Organisiert wird die Veranstaltung von Kompetenzzentrum VRVis in Zusammenarbeit mit der TU Wien, der ganze Tag lang dreht sich um den aktuellen Status Quo des "Visual Computing"

Visual Computing ist jener Wissenszweig der Computerwissenschaften, der sich mit dem Umgang von visuellen Informationen beschäftigt wie z. B. Bilder und Bildsequenzen in einem räumlichen und zeitlichen Zusammenhang. Visual Computing hat sich aus der methodischen Verschmelzung von Bildaufbereitung, Computervision, Computergrafik und Visualisierung entwickelt und ist zum Innovationstreiber der gesamten Branche geworden.

Neben Gastgebern Prof. Werner Purgathofer von der TU Wien sprechen Prof. Horst Bischof (TU Graz), Prof. Thomas Ertl (Universität Stuttgart), Prof. Steven Feiner (Columbia Univ. NY) und David Luebke (NVidia Corp.) über Zukunftsszenarien (wissenschaftlicher) Visualisierung. Sicher eine tolle Gelegenheit, um sich einen Überblick über topaktuelle Entwicklungen zu verschaffen. Wer teilnehmen möchte, registriert sich via E-Mail, nähere Infos zur Veranstaltung gibt's auf der Homepage des VRVis.

Ort: Techgate Vienna, Donau-City-Straße 1, 1220 Wien
Datum: 28.1.2009

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Grandioses Video: das Internet kapieren

"History of the Internet" von Lonja erklärt elegant und nahezu hypnotisch die technologische Geschichte des Internet seit 1957 - und zwar ausschließlich anhand von Picol.org Icons und komplett in schwarz/weiß. Ab sofort gilt die Ausrede "Ich bin ja nur Anwender, technisch ist mir das zu hoch" nicht mehr!

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Über die Arbeitsbedingungen der modernen Gatekeeper

Gatekeeping im WandelPassend zur aktuellen Debatte, warum deutsche Medienjournalisten soviel Zeit haben, mit Twitter und Facebook rumzuspielen, wo sie doch eigentlich andere User, die mit Facebook und Twitter rumspielen, über Twitter und Facebook interviewen sollten, fragt Günter nach den Schwerarbeitsbedingungen österreichischer Online-Journalisten. Die E-Mail trägt Siegel der Mediengruppe Online, bei der es sich, anders als der Name vermuten lassen könnte, keineswegs um radikal-aktionistische Medienkünstler handelt, sondern um eine Interessensgemeinschaft österreichischer Netzjournalisten

In Kooperation mit der Journalistengewerkschaft der GPA-djp werden anonym harte Daten und Fakten über die tägliche Einfuhr ins virtuelle Buchstabenbergwerk erhoben:

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Bedingungen und Akzeptanz für Online-JournalistInnen zu verbessern - egal, ob in klassischen Medienbetrieben oder in freien Unternehmen. Um gesicherte Daten über Online-Journalistinnen und Online-Journalisten zu erhalten brauchen wir Infos von euch, etwa zu Arbeitsbedingungen in Onlineredaktionen, Bezahlung, konkrete Arbeit, die Anbindung an andere Redaktionen usw.

Mit Günter habe ich anno dazumal diverse Seminararbeiten gemeinsam geschrieben, unter anderem erforschten wir seinerzeit die Arbeitsbedingungen von Journalisten im Irakkrieg (mir Primärinterviews und so) - eine gewisse Kontinuität lässt sich also durchwegs nicht verleugnen. Hier geht's zur Umfrage und hier geht's direkt zur Umfrage.

Quo Vadis, Gatekeeping?

Die Mediengruppe Online veranstaltet regelmäßige Treffen (das letzte fand am 2. Dezember statt) und vernetzt professionelle Netz-Schreiberlinge (also quasi eine Art Mini-Barcamp für Lohnsklaven). Die großen Verlage leiden bekanntlich darunter, dass sich Online mit den gewohnten Geschäftsmodellen nicht genug Geld verdienen lässt, also muss man nicht nur Stift und Papier, sondern auch Korrektor und aufwändige Recherchen einsparen: it's not Show Business!

Aber egal, was Gatekeepern zu ihrer eigenen Rolle einfällt: Moritz Fürst hat letztens bei mir in der AT-KFOR Lehrveranstaltung eine kurze und knackige Präsentation gehalten, welche die tatsächlichen Veränderungen besser auf den Punkt bringt als seitenlanges Rotieren um ein unbestimmtes Gravitationszentrum: wie Seth Godin in seinem Tribes-Buch schreibt, übernehmen über digitalen Medien (ab)gebildete und vermittelte Netzwerke die Funktion eines dynamischen Gatekeepers: If an information is important enough, it will find me! Aber kein Grund zur Beunruhigung für die Betroffenen: solange bloß eine Hand voll Geeks bis zum Hals in die Web 2.0 Informationsflut eintaucht, werden sich Redaktionsräume nicht so schnell leeren. Auf mittelfristige Sicht allerdings wird Journalismus im klassischen Sinne in der Informationsvermittlung zur Nischentätigkeit, auch wenn die seltsame deutschsprachige Vorgeschichte samt Pressegesetz und Vierter-Gewalt-Idee seit Jahrzehnten konsequentest die streng riechenden Verbindungen zwischen Big Business und Big Meinungsspektrum wegdiskutieren lässt.

Eine kurze Nachlesen zur "Knüwer-Affäre" gibt's bei Matthias Suess, der Artikel des Anstoßes hat mir bereits einmal ein Schmunzeln entlockt, da ich unangenehm an normative Entwürfe der frühen 70er erinnert fühlte: die Journalisten müssten dies und das tun, damit die Welt im Lot bleibt - Bullshit-Alarm! Die Journalisten müssen einfach nur das tun, was ihre Arbeitgeber wollen, oder sie machen sich selbständig und verlieren nicht nur den Lohnzettel, sondern auch die institutionelle Credibility. Und: Blogger sind keine Journalisten, die wenigsten wollen das überhaupt sein - bei Thomas dagegen liegt die Situation natürlich arbeitsrechtlich komplizierter, immerhin ist "Indiskretion Ehrensache" ja schließlich Teil des Handelsblatt-Portfolios. Wenn's ein "echtes" Blog wäre, dann könnte er sich allerdings diese arbeitsrechtlichen Verrenkungen sparen und einfach nur sagen: "Ich hab den Kommentar gelöscht, weil er mir nicht gefallen hat." Das ist keine Zensur, sondern völlig legitim - Zeitungen machen das dauernd. Mit dieser Instant-Beschwörung des alten Metternich'schen Konzepts entlarven sich Internet-Illiterati doch bloß selbst: unter den Bedingungen des digitalen Mediensystem bedeutet Zensur die Kontrolle über Informationszugang und Publikationsmöglichkeit - und sicher nicht das Löschen eines unliebsamen Kommentars am eigenen Blog.



Fotocredit Titelbild: News! von korkey/ pixelio.de


AutoRad-Zwitter-Ding und Schweizer Ingenieursgehirn

motorradautoIm Peraves Monotracer sitzt man beengt und ohne Freiluft-Feeling wie in einem Auto, lebt aber dafür so gefährlich wie auf einem Motorrad. Die ganze Konstruktion ist zu breit, als dass man sich bei roten Ampeln elegant zwischen Autokolumnen nach vorne schwindeln könnte, dafür kann man sich nicht in die Kurve lehnen. Diese elegante Kombination der besten Nachteile von Auto und Motorrad in Form eines hässlichen Konstrukts namens Peraves MonoTracer, das aussieht wie ein der Längsachse nach plattgedrückter Smart, war dem Time Magzine einen Eintrag in die Liste der besten Erfindungen des Jahres 2008 wert: die wissen anscheinend nicht, dass die genialen Erfindungen immer am 31.12. kurz vor Mitternacht gemacht werden!

Würden die Amerikaner am 11.11. ebenfalls Faschingsbeginn feiern, dann hielte ich diesen Eintrag fraglos für Realsatire - die Begründung ist einfach nur großartig:

You really need the mind of a Swiss engineer to come up with a vehicle that combines the lithe maneuverability of a motorcycle with the not-getting-rained-on-ability of a conventional automobile.

Die Beschleunigung ist dank BMW-Motor für ein Gefährt, das Leute benutzen sollen, die nicht nass werden möchten, wenn es regnet, dagegen ganz ordentlich: in 4,8 Sekunden quält sich diese Missgeburt bis zum Hunderter und verbraucht vergleichsweise sparsame 3,5 Liter auf hundert Kilometern. Ach ja, falls ich das noch nicht erwähnt habe: ich zähle mich nicht zur Zielgruppe :mrgreen:

Gastbeitrag Kim de Vries: Your Friend has just tackled you

Kim de VriesHaben Sie etwas länger Zeit, als die üblichen 0,22 Millisekunden, in denen man die Inhalte einer Website gemeinhin im Super-Kurzzeit-Gedächtnis abspeichert und quasi in Echtzeit wieder vergisst? Der folgende Beitrag von Kim de Vries befasst sich wissenschaftlich mit einem Phänomen, das wir alle eingehend aus der täglichen Surfpraxis kennen: der symbolischen Kommunikation auf Facebook. Wer noch nie ge-super-poked hat, der schwinge das erste Bein :mrgreen: Ich freue mich jedenfalls außerordentlich über diesen Gastbeitrag von Autorin Dr. Kim de Vries, die an der California State University Stanislaus arbeitet. Wir liefen uns auf Facebook über den Weg, wo sich sozusagen unsere Poke-Radien überschnitten. Kim wiederum kennt so unzwielichtige Gestalten wie meine Studienkollegen Bernhard Rieder und Mirko Tobias Schäfer: die Welt ist also online und offline klein. Aber genug der einleitenden Worte - allen Kommunikationswissenschaftlern und interessierten Beobachtern aktueller Geschehnisse wünsche ich viel Vergnügen mit der folgenden Lektüre.

Kim de Vries: Your Friend has just tackled you

Bite, lick, or tackle them back, or click here to theorize about what this all means.

Introduction

Though Facebook was initially the province of college students, it has become popular with a broad range of users since opening its door to anyone with an email address in September 2006. However, until very recently, most research on Facebook has focused on the student demographic rather than exploring how Facebook is growing into a massive online society that is inhabited by many different groups using Facebook in a variety of ways for a variety of reasons. The academics studying Facebook generally join it and use it in order to observe students; now that more faculty are using Facebook outside the classroom, to organize events and to socialize, turning the focus to our own use of Facebook reveals that our own communities are being affected as well.

As of August 2008, Facebook is one of the most rapidly growing social networks, boasting 100 million active users, translated into twelve European and a growing number of Asian and African languages. The extent to which groups of people connected on Facebook can be defined as communities is highly debatable and a useful alternative has been suggested by Rieder and Schäfer: "forms of interaction and collaboration characterized by fleeting encounters, transient teamwork and weak ties – social spaces that may or may not evolve into more stable forms of sociability (2007)." They go on to propose considering these social spaces as "hybrid foam," with foam's ephemeral qualities. But when Facebook connections occur between people already connected in other ways, such as professionally, it may act as a stabilizing agent, encouraging those connections to become stronger and more permanent.

Analyzing the kinds of communication that differ from the textual exchanges common via email, blogging and commenting, online forums and so forth shed light on what may occur when we begin to Connect with our colleagues through Facebook. Facebook provides novel and amusing ways for people to connect. More importantly, the connections feel more embodied, so that users may believe they are getting to know people in a more personal way than through an email list or chat room. Participants may also be more inclined to display ludic behavior because by virtue of meeting on Facebook, which is a rather un-serious place, a certain level of playfulness is assumed. However, the fact remains that while we may participate in a variety of communities via Facebook, including fan, artistic, social, familial, and professional, these traces of this communication may be visible to all of our communities, though the communications may only be appropriate to one. Thus, our participation in various spheres actually does not happen in separate 'bubbles' but may in an additional way be considers as a sort of foam in which there may be shared borders or interpenetrating cells.

Because various social spheres may interpenetrate on Facebook, academics who participate there risk crossing social boundaries. Just as we warn our students, we have to consider who we add as friends and what they can see us doing. A number of articles have recently focused on the risk of losing students' respect by using Facebook, yet this does not seem to stop most faculty from using Facebook. And what about what our colleagues may see? What do we gain from taking these communicative risks online, and how is our use of Facebook to communicate and form social connections affecting offline scholarly communities?

These are vast questions and providing a comprehensive answer is beyond the scope of this paper, but considering an exemplary case will suggest what possibilities might be profitably investigated.

Approach

Kenneth Burke's pentad provides a helpful framework with which to understand communication (Burke 1945). According to Burke, any human interaction (or text) may be analyzed in terms of five elements framed as these five questions:

  • Act: What purposeful act has taken place?
  • Agent: Who took this action?
  • Agency: How or with what did they do it?
  • Scene: Where, when and in what context did the act take place?
  • Purpose: Why did they do it? What was their intent?

Rhetorical analysis is then performed by examining the how pairs of the elements function within the interaction or text, and by demonstrating how one member of the pair determines the other member's nature. The results of such an analysis may reveal contradictions between what is stated by a rhetor (writer, actor, or speaker) and what is supported with the rhetorical evidence he or she presents. In this case however, the issue is not that people on Facebook are trying to willfully mislead each other (though some may be trying to), but rather that the intentions of users in carrying out actions are not the same as the intentions of designers in promoting the same actions, nor are the interpretations of recipients necessarily accurate.

Though communication is always mediated, in the case of Facebook, the physical distance and the interface my both introduce distortions into our understandings of each other, even while creating the impression that we are getting to know each other very well indeed. Performing a rhetorical analysis will help shed some light on how scholars are connecting on Facebook, and on how these connections are affecting our communities. Ultimately we may see that our professional networks are actually being changed by an online interface.

Further, Facebook may be more generally contributing to the development of hybrid agency, shared between user and system. For academics to be come conditioned to this hybrid agency may have quite important implications as well. To explore these issues, and exemplary analysis of some members' use of the Superpoke application was conducted.

The Five Elements to be Analyzed:

Act

The acts being considered are communications through Facebook applications, and an exchange of Superpoke gestures is the exemplary case. The specific gestures vary, and this variation makes clear that the definition of an "act" is complicated when it is virtual, not actual. Wishing someone "happy birthday" can be expressed through a variety of media without the message varying much, but slapping someone with a trout would be very different if carried out in person; it's virtual meaning depends on the fact that it is virtual.

Agent

The most obvious agents are Facebook users, but arguably the system itself and the developers become agents in the way they channel user actions. Each user chooses how and when to communicate, but the system encourages certain actions by frequently reminding users to respond to communication of another user; by suggesting certain actions -- like explicitly choosing to have a gesture featured in the newsfeed; and by rewarding a higher volume of communication generally.

Agency

In one sense, members use their own agency--they decide how to communicate. But on Facebook, members use the Facebook platform to communicate, in particular choosing from an array of applications which offer limited choices and in that way channel user behavior. In this case the Superpoke application allows users to make a variety of gestures, largely physical/audible toward one another. A gesture may be sent either to one friend from the user's friend list, or broadcast to many. Depending on how both sender and receiver have set their privacy options, the gesture may be reported in the Newsfeed (on the member profile page) and on the Minifeeds of each members' friends. Arguably we see and emergent hybrid agency developing in all of these applications, that combines user agency with that of the system and the developers.

Scene

The scene is the Facebook platform, specifically the profile and home pages of the members engaged in the exchange. However, thanks to applications like Plaxo and Friendfeed, which collect social network news across platforms, the gestures maybe re-posted outside of Facebook. Further, the news of the gestures maybe discussed in other venues--in blogs, email, in person--so that the borders of the scene are fluid. The permanence of the gestures, forever recorded, marks a sharp distinction to the real-life actions they mimic.

Purpose

Possible explanations for participants' devotion to Facebook and willingness to play are suggested by recent research on the problem of establishing co-presence online (Zhang 2007), how embodiment and presence are experienced in online communities (Marshall 2004), and through consideration of the hybrid foam metaphor recently suggested as a replacement for network (Schäfer 2007). Application developers also have their own purposes, the primary being to encourage more and ongoing use of the application.

Analysis

Purpose is a key element in this analysis because participant interpretation of each other's purposes shapes the idea each forms of the other's personality and identity. Further, because online sociality functions in some ways differently from sociality enacted in person, understanding participant motives depends on understanding those differences. Finally, participant purpose is always channelled by the design, and so it always echoes the developers' purpose to some degree. The analysis begins with the participants' purpose, because this purpose underlies not just use of Superpoke, but of Facebook more generally.

Jonathan Marshall has argued that participants in online communities often experience "asence" or ontological uncertainty experienced online because "there is no marker of existence beyond the act of communication itself (Marshall 2004)." Facebook differs not only in combining the permanence of the homepage/profile with email- and bulletin board- like functions, but especially in offering games and other applications that mimic physical experiences and leave highly visible traces. Thus on Facebook even if participants are not in steady communication, asence is reduced.

A striking aspect of this shift is the transgressive behavior often exhibited as a matter of course inside Facebook toward those who are colleagues and may become friends. Marshall has suggested that members of online communities may use sexual behavior to establish intimacy and maintain contact, much more so than in face-to-face relationships. Many email lists explicitly warn participants away from overly personal chatter, but this stricture would seem at best counter-productive and at worst stodgy in an environment like Facebook. The flirtatious tone of many Facebook applications may attract users because it perfectly addresses this already established mode of online communication. the appearance of this dynamic in a space that is at least partially professional however, is a shift, and may seem far-fetched to those who have not experienced it. This flirtatious dynamic can be seen clearly with some of the most popular applications.

The Superpoke application allows users to send gestures and actions to friends who have also added Superpoke. The possibilities range from seasonal or holiday greetings, to romantic or sexual acts, to mean or even violent gestures. Wishing someone Happy Chinese New Year is fairly unequivocal, but the actual meaning expressed when one user licks, tackles, whips or throws a sheep at another is open to a wide range of interpretation and sexual innuendo can easily be conveyed. In addition to strengthening a feeling of intimacy through flirtatious behavior, ambiguity may also contribute to making Superpoke seem entertaining to scholarly types; every message or a series of them can be treated as a puzzle to be solved or a cypher to be decoded.

But whatever else is accomplished when these message are exchanged, the goals of the developers are always fulfilled, so long as communication continues.

Examples of Superpoke Exchanges

Ambiguous communicative motives may be observed in the Superpoke feed of Hans Bernhard, a member of the artist group Übermorgen.

superpoke examples

If each of the five elements are considered in this exchange, on the surface, agent varies according to who sent the poke, and motive may vary as implied by the different actions chosen. In choosing to use Superpoke instead of text, the participants in the exchange have already opted for a potentially more ambiguous mode of communication, and also one that "feels" more embodied. In the above history of gestures, we see some that are sociable and friendly, such as dancing, giving cookies, hitting the beach, or finding enlightenment. But we also see some that are ambiguous, like throwing Yuri Gagarin or hypnotizing, and some that are downright naughty, like spanking, taking sexy pictures, and going wild. Complicating the interpretive task for participants is the accumulation of gestures, how the gestures directed at one friend compare to those directed at another, and each member's cultural awareness of what gestures mean. In spite of ample room for misunderstanding, exchanging gestures often leaves the people involved feeling they are getting to know each other much better than if they were simply exchanging text messages. Further, because the gestures occur in what is already defined as a friendship (because participants must be on each other's friends list) apparent hostility must be assumed as humor, while flirtation may be meant as a joke, or meant seriously. However when we say "seriously about virtual actions, what doers this mean? Were we meeting in person, I would not in fact be able to hypnotize Hans, nor would R. Pettauer be able to toss a long dead astronaut at him. So along with always being already defined as friendly, these actions are also always part of a game the participants play together.

This kind of playful activity seems especially concentrated during times when in a relationship carried out in person, participants might normally meet, whether because of a specific event, like a birthday, or because the relationship is advancing. For example, the following brief but concentrated exchange took place between myself and a fellow internet scholar two days after meeting at a conference at which we'd spent a few hours after the banquet drinking and talking shop, but hadn't had any further chance to meet for more than a few minutes.

superpokes

It does not appear to be a very friendly exchange, but in fact carries on the humorous tone already established when we met face to face, and though brief, this exchange served to confirm our initial impressions of each other. Trout-slapping evokes a sort of slap-stick humor, while a restraining order is a melodramatic over-reaction, and so also humorous. A hadouken references an aspect of Asian culture that would be known to fans of videogames, Japanese Anime, or Hong Kong action movies, so the gesture invites acknowledgement of a shared interest.

This may sound quite cozy and altogether positive; two colleagues maintain a connection rather than not. And in fact, it may in some ways be positive since, to continue this example, David and I are slowly moving toward working on some Facebook research together. However,we are also following a path laid out by the Superpoke developers and as we follow that path, we are becoming more and more conditioned to conducting parts of our professional exchanges in the game world, according to it's rules. Of course, users are not thinking of this when they choose what to do; they are thinking of how much they enjoy feeling more connected and as explained below, this has been an ongoing issue in online sociality.

The Importance of Being Together, or at Least Feeling Like You Are

When friendships form online, they often reach a moment when the new friends would meet face-to-face and the relationship would be carried out offline as well, but when this is prevented by distance or any other factor, the online channels must carry quite a load of information and feeling, which may serve to intensify the virtual exchanges (Marshall). Participants in this kind of relationship often become extremely intimate on an emotional level because physical intimacy is impossible. Note though that this does not only apply to romantic or sexual relations, but to all connections. With those who are physically proximal, we can easily exchange hugs or handshakes, share meals, go to museums or engage in hundreds of other physical activities which because they are public and common may not seem terribly significant or intimate. But shared physical experiences of any kind cement bonds between people, and also reveal a great deal about the participants to each other. We have an ongoing feeling of being together, or 'co-presence” (Zhang 2007). In many ways the exchanges on Facebook seem to stand in for physical encounters--going to lunch or for drinks, attending cultural events, etc.

Superpoke provides a selection of actions that users choose from in order to express interests, political views, flavors of humor, and so on. But any action can be intended seriously, or ironically (or both). Understanding each other's motives becomes paramount because compressing all contact into an online channel intensifies the exchange, and the more effort users expend in interpretation, the more committed they are to the exchange. So by offering some actions that may be cryptic to some users and require them to make an interpretive effort, developers increase the odds that users will continue the exchange.

Of course not everyone uses Superpoke, but similar exchanges can be observed in Boozemail, Free Gifts, Hug Me, and numerous other applications. Further, as has been pointed out, playing a game conditions us to the game-world or system. In this case Facebook conditions us to a world in which we interact playfully with everyone, whether they are friends or colleagues, shifting the tone of all these relationships in a more playful and sometimes transgressive direction. Playing with others we feel we get to know them better. In addition to asence being reduced and co-presence maintained between individuals, this occurs also in groups and communities.

It seems the playful or ambiguous tone prompted by Superpoke and other applications has influenced professional communities on Facebook, such as the intriguingly titled 'Critical Theory and Theorists are Hot.' In fact, many serious scholarly groups now have a presence on Facebook, such as the Institute for Distributed Creativity; Theory.Org; the Electronic Literature Organization; the Society for Literature, Science, and the Arts; and of course the Association for Internet Researchers, to name just a few. On the last for example, members can identify who else is attending the conference and find any friends shared in common, which may create a stronger feeling of belonging in the group. In these groups, members interact through wall posts or forum discussions in a manner that may feel more embodied and 'authentic,' and especially in conjunction with the other interactions facilitated and even prescribed by Facebook applications that we see a real shift in the way we are meeting and establishing hybrid social/professional relationships. But do we really get to know people in the same way as we would interacting in person, or if not, what impact does the difference have on our personal/professional connections?

Implications

Several applications offer to illustrate a user's social connections, often with the implication that by collecting all kinds of data, some revelation will be found in the subsequently generated map. In fact examining the Facebook application "Nexus" reveals that though network visualization applications are supposed to reflect participants' social connections, they often offer a distorted view, suggesting that Facebook itself may offer a distorted view. Facebook seems to allow certain kind of expansion of user's social network. For example, the Nexus screenshot below appears to show a dense network among some of my friends/colleagues, with some connections leading out of the frame from Monty Cantsin and Karen Elliot.

social network

Were we to expand the picture, we would find that Monty Cantsin and Karen Elliot connect this cluster to two other dense cluster of my friends. However, both of those "people" are fictional. Any user can of course see where these kinds of representations are distorted in their own relations, but from the outside, there is no way to know how accurate they are, unless one has the offline knowledge to draw on. In this case, not everyone would know that "Monty Cantsin" is in fact not a real person. Further, unless they are well known in person, even people in one's own network may interpret notices from Facebook applications that they share movie taste, life goals or other preferences as accurate representations, but are they? In many ways distortions may be introduced that are not discovered until a relationship moves beyond the prescribed interactions of Facebook applications to actual conversation or meeting in person. But seeing behavior that in its playfulness or apparent intimacy is occasionally inappropriate may lead people to perceive it as more authentic and the person observed as more candid and "real."

(In)conclusions

This preliminary analysis suggests that Facebook is affecting our communication practices and our communities in several ways. First of all, the rhetorical analysis reveals that while Facebook applications appear to simplify the rhetorical situation by reducing the number of variable elements, in fact the remaining elements become harder to interpret, and agency is divided between users, the system, and developers. Second, because the applications channel user actions in a more playful direction, they condition users into coming to expect this kind of playful exchange and to engage in it themselves across social spheres, rather than distinguishing between them. Third, though these exchanges reduce asence, strengthen feelings of co-presence and make participants feel they know each other better, when not combined with face to face interaction, the opportunity for misperceptions is great.

These conclusions need to be verified and elaborated trough study of a much larger sample, but a challenge in conducting this research is data collection. Because most Facebook users restrict their profiles to friends, observing a representative sample becomes quite difficult. While surveys are being attempted, relying on self-reported behavior has some problems. The best approach now seems to design a Facebook application and that represents the next step proposed in order to determine the wider impact on scholarly communities and connections.

In spite of the risks of transgression and distortion, forming connections that are playful and emotionally more intimate can be positive in personal and professional terms. People with whom we have formed multi-valent relationships online may also become people with whom we might collaborate on research, or organize conference panels, or at least go to for advice when visiting their home countries/cities. If the kind of communication fostered by Facebook does indeed promote these kinds of connections, that will have a profound impact on scholarly communities. Until now, in spite of the ease of communication offered by the Internet, when it comes to collaborative work, "space still matters (Borner 2007)." Thus I ultimately argue that we are making a deal with the devil: users sharing playful and even transgressive exchanges strengthen their social and professional bonds. In circles where communication is often ephemeral, limited to a brief chat at a conference reception or an exchange on a mailing list, Facebook may be especially attractive. But as we use this amusing and useful platform, we are first and always fulfilling the purpose of developers who don't care what we say, as long as we keep talking.

Bibliography

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