Wie frei sind Österreichs Medien?

Die Gedanken sind frei

Ute Fuith in Extradienst, Dezember 2008

Obwohl sich Ritchie Pettauers beruflicher Werdegang stark von dem Ingeborg Jakubuffs unterscheidet, sieht der Blogger Österreichs Medien ebenfalls als nicht wirklich frei, denn „mit ökonomischen Sachzwängen ist jedes (semi)professionelle Medium konfrontiert, politische Einflussnahmen stehen wohl auf der Tagesordnung. So etwas wie ausgewogene Berichterstattung kann meiner Meinung nach nur eine gewisse Vielfalt von Standpunkten gewährleisten: Der Medienkonsument muss sich sozusagen aus verschiedenen ‚Biases‘ seinen persönlichen Mittelwert bilden. Nicht nur aufgrund der verhältnismäßig geringen Einwohnerzahl hat Österreich in diesem Bereich allerdings tatsächlich einige Kuriositäten aufzuweisen: angefangen von einem äußerst halbherzig implementierten dualen System im elektronischen Bereich bis hin zur weitreichenden Dominanz eines einzigen Printmediums.“

Pettauer, der zu keinem Zeitpunkt seiner beruflichen Laufbahn Vollzeit-Journalist war, konnte sich seine Aufträge immer entsprechend auswählen. Mitunter ist es ihm aber schon passiert, dass Geschichten abgelehnt wurden, wenn sie der Blattlinie des Auftraggebers widersprachen.

Der Blogger denkt aber, dass in diesem Zusammenhang „die Grenzen zwischen vorauseilendem Gehorsam und der Einhaltung der Blattlinie fließend sind; man spricht ja häufig von der ‚Schere im Kopf'“.