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Artikel-Schlagworte: „2008“

Fotoalbum: Barcamp Vienna 2008, Teil 2

Fotoalbum: Barcamp Vienna 2008, Teil 1

Blogparade: Bestes / übelstes Hardware-Gadget 2008

6fire Blogparade: Bestes / übelstes Hardware Gadget 2008Höchste Zeit für die erste datenschmutz-Blogparade im neuen Jahr - und ich zähle natürlich auf rege Beteiligung! Weil ich 2008 meinen privat/beruflichen Gerätepark ziemlich aufgestockt habe, bin ich auf die Idee gekommen, sozusagen gleich mal mit gutem und schlechtem Beispiel voranzugehen: denn die Frage lautet, welche Hardware respektive welches Gadget sich im vergangen Jahr als Glücksfall oder Fehlkauf erwiesen hat. Zugelassen zur Nominierung ist alles, was sich im weitesten Sinn als Gadget bezeichnen lässt - ich bin gespannt auf Ihre Beiträge!

fyi: Diese Blogparade gibt's auch auf Englisch - bitte werfen Sie einen Blick auf datadirt.net

Regeln: es gibt keine Regeln, außer dass ich am Ende dieser Blitzumfrage alle teilnehmenden Beiträge hier verlinken werde (also bitte via Kommentar, Trackback oder Mail Bescheid sagen!) Die Blogparade beginnt heute (12. Jänner) und endet am Sonntag den 25. Jänner 2008.

Mein Lieblings-Gadget 2008: Terratec 6Fire USB

Fürs Siegertreppchen kämen einige Teile in Frage: mit meinen Samsung Syncmaster-Monitoren bin ich hochgradig zufrieden, das Audio Technica AT2020 Mikrophon lässt Consumer-Tonaufnehmer alt aussehen und meine Energy CB20 Boxen sorgen jeden Tag aufs Neue für Dubstep-Ohrenschmäuse. Auf den Spitzenplatz meiner aktuellen Hardware-Favoriten kommt aber trotzdem meine neue externe Soundkarte, Terratecs DMX 6Fire USB. Das schwarze Kästchen bietet 4 analoge Ins und 6 Outs sowie einen Mikro-Eingang mit 48V Phantomspeisung als XLR/Klinken-Kombi. Die Soundqualität ist ein allen Situationen hervorragend, Latenzprobleme bei der Asio-Ansteuerung gibt's keine und die Hardware-Regler für Gain und Monitor-Ausgang machen das Gerät zu einer flexiblen Audioschaltzentrale. In dieses positive Bild passt auch der stabile Vista64 Treiber, mit dem man ohne unnötiges Pipifax alle relevanten Einstellungen zum (frei wählbaren) Kanalrouting vornimmt. Die schwarze Box hat mir hervorragende Dienste geleistet, das Preis-Leistungsverhältnis finde ich hervorragend - bei Amazon kostet die Soundkarte knapp über 200,- Euros.

Mein größter Fehlkauf 2008: Logitech Z10

z10 Blogparade: Bestes / übelstes Hardware Gadget 2008Das Blue Snowflake USB-Mikro erwies sich ob des inakzeptablen Noisefloor zwar zweifellos als sinnlose Investition, wird aber mit Leichtigkeit getoppt von einer Ausgeburt der Hardware-Hölle: Logitechs Z10 Stereo-Aktivboxen sind das crappigste Stück Computerzubehör, das mir je untergekommen ist. Theoretisch klingt die Möglichkeit, den eigenen Musikplayer mittels Sensortasten anzusteuern, ganz nett. Leider reagieren die Tasten in der Praxis in etwa so zäh wie Andy Borg nach 72 Stunden Musikantenstadl-Marathon. Auch das Digitaldisplay ließe sich sinnvoller Nutzung zuführen, wenn es so etwas wie eine API und/oder brauchbare Software gäbe - aber man kommt gar nicht erst der dazu, sich in der Praxis über diese halbgaren Features aufzuregen, denn wer die Boxen per USB einstöpselt, erlebt sein blaues Wunder: jede interne oder externe Soundkarte wird deaktiviert. Punkt. Also bleibt nur der Weg über den qualitativ vergleichsweise wirklich miesen Line-In. Die Logitech Marketing-Abteilung hält es aber anscheinend nicht für erforderlich, diesen Umstand in der Beschreibung zu erwähnen. Zugegeben, Logitech baut die besten Mäuse (keyboard-technisch bevorzuge ich allerdings Microsoft), aber mit dem "Z-10 Interactive 2.0 Speaker System" beweist die Firma, dass man sich nicht davor scheut, ein halbfertiges, unausgegorenes Produkt auf den Markt zu werfen. Zugegeben, der Klang der Boxen ist für diese Preisklasse nicht übel - allerdings wird die Transparenz im Mittenbereich durch fast vollständig fehlenden Bassdruck erkauft. Finger weg! Wenn's aktive 2.0 Speakers sein sollen, dann würde ich eher die Creative Labs Gigaworks T20 Blogparade: Bestes / übelstes Hardware Gadget 2008empfehlen. Logitechs Z-10 empfehlen sich einzig und allein für Besitzer eines Laptops mit mieser Soundkarte, der vorwiegend stationär verwendet wird - denn für den mobilen Einsatz sind die Boxen viel zu schwer.

Jetzt sind Sie dran - wie sieht's mit Ihren Gadget-Erfahrungen 2008 aus?

Mercur 2008 Gala: Innovationen feiern

2. Dezember 2008
16:00

mercur2008 Mercur 2008 Gala: Innovationen feiernMerkur mag der Gott des Krieges gewesen sein, Mercur dagegen ist eine güldene Statuette, die besonders innovativen Wiener Unternehmen von der Wirtschaftskammer verliehen wird. Am 2. Dezember haben innovationsfreudige Interessierte die Möglichkeit, bei der Mercur-Ausstellung im Tech Gate Vienna die eingereichten Projekte aus der Nähe kennen zu lernen, um 18:00 Uhr beginnt die ebenfalls öffentlich zugängliche Mercur Gala inklusive Preisverleihung und Feier.

Was habe ich mit dem Mercur zu tun? Keine Angst, datenschmutz hat mitnichten den Preis fürs innovativste Twitter-Marketing gewonnen (ich hab mich als "Involvierter" auch gar nicht beworben). Gemeinsam mit den Mastercodern Bernd und Roman habe ich das elektronische Einreichsystem für die Wirtschaftskammer konzipiert und programmiert. Die Einreichfrist ist längst zu Ende, die Gewinner der einzelnen Kategorien dürften bereits feststehen. Preise werden vergeben für die beste "Innovation allgemein", "Kreativität" (Multimedia) und den innovativsten Jungunternehmer:

Neben den Sonderpreisen FEMMINOVA und "Kooperation" wird auch der Sonderpreis ECONOVIUS verliehen – das innovativste Projekt eines Kleinunternehmens ist außerdem automatisch zum Österreichischen Staatspreis nominiert. Die Preise werden in einer Festveranstaltung Anfang Dezember verliehen, die Kategoriensieger sowie die Sonderpreisträger erhalten jeweils 1500 Euro.

Im Gegensatz zu vielen anderen Wirtschaftspreisen wurde die Einreichung bewusst knapp und einfach gehalten, schließlich haben Kleinunternehmen in der Regel recht begrenzte Ressourcen. Über 150 Teilnehmer gab es in diesem Jahr, wie auch aus gut informierten Insiderkreisen erfahren haben :mrgreen: Ich weiß nicht, ob Projekte aus dem Web 2.0 Umfeld vertreten sind, im Mai habe ich auf die Einreichmöglichkeit hingewiesen - Wiener Web-Bereich fallen mir einige potentielle Gewinner ein. Wer die Teilnahme in diesem Jahr versäumt hat, bekommt 2009 erneut die Chance zum Mitmachen.

Die Gala-Veranstaltung, bei der die Preise an die Kategoriesieger verliehen werden, ist öffentlich - interessierte Gäste sind gerne gesehen, und im Anschluss lädt die Wirtschaftskammer Wien zu Buffet und DrinX. Wer teilnehmen möchte, muss sich lediglich über dieses Formular anmelden und die Anzahl der Personen angeben.

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Blog Action Day 2008: Gegen die Armut

blog action day 2008Heute, am 15. Oktober 2008, findet der Blog Action Day 2008 statt. Die äußerst lobenswerte Aktion schreibt sich folgendes auf ihre virtuell wehenden Fahnen: em>Today thousands of bloggers will unite to discuss a single issue - poverty. We aim to raise awareness, initiate action and to shake the web!Den deutschsprachigen Teil findet man unter http://blogactionday.org/de/ - ich war ganz verwundert, dass Rob noch gar nix drüber geschrieben hat - immerhin nehmen in diesem Jahr bereits über 10.000 (!) Blogger und Podcaster an der Aktion teil, sodass unter der angegebenen Adresse ein riesiges Instant-Verzeichnis entsteht. Wer auch gelistet werden möchte, registriert das eigene Blog und bindet wahlweise ein JavaScript oder eine Bannergrafik von blogactionday.org in seinen Bericht ein.

"Kampf der Armut" lautet also das diesjährige Thema, und das hat im Zuge der derzeit vor unseren Augen ablaufenden Finanzmarktkrise ganz neue Aktualität bekommen. Und der Zynismus der US-Regierung ist kaum zu überbieten: Man darf nicht die Augen davor verschließen, dass zuerst ganz gezielt Panikmache erfolgt, um dann mit möglichst wenig Widerstand die maroden Banken mit Steuergeld aufpäppeln zu können. Denn wie Max völlig richtig schreibt:

Es gibt Menschen/Firmen/Banken/Staaten die sich gerade massig billige Anteile von Unternehmen kaufen und sobald alles wieder (mit Steuergeldern) gerettet ist wunderbar damit verdienen werden, irgendwie grauslich, oder?

Dass die USA ohne nachhaltige Garantien Staatsmittel in Finanzinstitute pumpen, wird sich auf Dauer als weit teurer erweisen, als beispielsweise eine staatliche Kreditübernahme jener verschuldeten Hauseigentümer, die nun tatsächlich obdachlos geworden sind. Was hat das mit dem Thema Armut zu tun? Nun, Armut tritt in vielen Facetten auf, auch in Wohlstandsstaaten. Wenn wir aber auf Regionen, Länder, Kontinente blicken, in denen Armut kein Rand-, sondern ein Mainstream-Phänomen ist, in denen teilweise nicht mal die Grundversorgung mit Nahrung, frischem Wasser etc. gesichert ist, dann wird eines ganz schnell klar: um den "Vicious Circle" zu beenden, *müssen* der lokalen Bevölkerung Investitionsmittel und Möglichkeiten zum Aufbau intrinsischer Wirtschaftsmodelle in die Hand gegeben werden. Dass das Geld dafür da ist, aber der Wille keineswegs, zeigt die derzeitige Finanzkrise wohl über-über-deutlich.

In einer (durch das Internet mit-) globalisierten Welt kann niemand mehr wegsehen und sich versichern, "dass die da drüben mich nichts angehen". Globale Armut zu beseitigen, ist ohnehin solidarische Pflicht. Was das moralische Konto der ersten Welt allerdings noch weit stärker belastet, ist die Tatsache, dass weite Teile dieser angesprochenen Armut weder selbst- noch unverschuldet entstanden, sondern direkt wirtschaftlichen Interessen und Profiten reicherer Staaten geschuldet sind.

Ich wünsche mir, dass Europäer trotz der angeblich prekären Börsensituation nie mehr vergessen, dass kein Kontinent eine Insel ist - und dass Umverteilung endlich nicht mehr innerstaatlich, sondern weltweit zu funktionieren beginnen muss. Und überhaupt wäre heute ein guter Tag für eine Spende an eine Hilfsorganisation Ihrer Wahl.

Endorsement / Wahlempfehlung: Wen oder was morgen wählen? Und wozu?

WahlempfehlungEs ist eine Nationalratswahl, die außer den beiden derzeitigen Koalitionsparteien ÖVP und SPÖ eigentlich nicht einmal die Opposition wollte, nimmt man die Aussage, dass die Regierung "lieber hätte arbeiten sollen anstatt zu streiten" ernst. Noch-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer, der neuerdings seine Leserbriefe lieber an den Falter als an die Kronenzeitung schickt, hielt den Kampf gegen den Partner ÖVP *und* die eigene Fraktion natürlich nicht auf Dauer durch, am morgigen Wahlsonntag sollen die Karten neu gemischt werden. Mediale Wahlempfehlungen sind in Österreich nicht üblich, daher werde ich, um dieses Defizit zumindest in der Blogosphäre, ein wenig auszugleichen.

Denn die Anonymität des Wahlrechts ist eine wichtige demokratische Einrichtung - allerdings handelt sich dabei um ein Recht, nicht um eine Pflicht. Als in Österreich ansässiger und hier Steuern bezahlender Jungunternehmer habe ich klare Interessen an die Entwicklung der Wirtschafts-, Sozial- und Bildungspolitik, und die sehe ich am besten von einer Kleinpartei vertreten, die vermutlich noch nicht einmal in den Nationalrat einziehen wird - aber alles der Reihe nach. Es handelt sich um die Wahl der Superlative: 6,33 Millionen Wahlberechtigte (soviele waren es in der Geschichte der 2. Republik noch nie), 10 Fraktionen am Stimmzettel (ditto). Die Meinungsforscher sagen Turbulenzen voraus und sprechen immer noch von außergewöhnlichen vielen unentschiedenen Wahlberechtigten, 10% werden ihre Stimme via Briefwahl abgeben, das endgültige Ergebnis wird daher erst nach einer Woche feststehen. Selbst wer die Schnauze von "denen da oben" voll hat, hat die einmalige Chance, die ÖVP seit langer, langer Zeit endlich mal am Regieren zu hindern, das ist ein realistisches, erreichbares Ziel.

Wahlempfehlung 1: Wählen Sie gültig!

Von Wahltermin zu Wahltermin finden immer weniger österreichische Staatsbürger den Weg zu den Urnen. Von Politikverdrossenheit ist die Rede, wo doch viel häufiger das Gefühl im Vordergrund steht, "eh nichts ausrichten zu können". Dass morgen erstmalig das Wahlalter von 18 auf 16 Lenze herabgesetzt wurde, wird dieses Beteiligungsmanko nicht ausgleichen. Dabei wäre es gerade diesmal so verdammt wichtig, ein gültiges Kreuzerl zu machen: denn die bloße Verschwendung staatlicher Parteienzuwendung für einen aufwendigen Wahlkampf kann und darf nicht darin münden, dass eine Neuauflage der großen Koalition mit zwei ausgetauschten Gesichtern stattfindet, die in 1-2 Jahren Untätigkeit und anschließendem Streit gipfelt...

Wahlempfehlung 2: Wählen Sie nicht FPÖ oder BZÖ

Bei beiden Parteien handelt es sich um Gruppieren, die zwar partiell vernünftige Auffassungen in einigen sozialpolitischen Punkten vertreten, aber bei beiden spielen nicht beeinflussbare Faktoren eine gravierende Bedeutung in der Bewertung von Menschen. Religion, Hautfarbe, Herkunftsland dürfen nicht darüber entscheiden, ob jemand ein Mensch zweiter Klasse ist. Gegen das österreichische Verbotsgesetz bin ich auch (sogar aus ähnlichen Gründen wie H. C. Strache: ja, ein Rechtsstaat muss ein paar Verrückte aushalten können die bestehende Rechtsordnung sollte ausreichen; Symbole zu verbieten macht diese bloß interessanter). Wogegen ich bin, ist ein Ausbau des Überwachungsstaats, eine Einteilung der Staatsbürger in brave und deviante Menschen, eine institutionell durchgesetzte 2-Klassen-Gesellschaft und der zynische Vorwurf, mangelnder Integrationswillen auf Seiten der "Ausländer" sei das einzige Problem in der Migrationspolitik und Zwang und Härte die Waffen der Wahl. Dennoch muss ich zugeben: die FPÖ und H.C. Strache in Regierungs-Verantwortung würd ich nicht ungern scheitern sehen. Vielleicht teilt sich die Partei dann ja erneut.

Wahlempfehlung 3: Meine Wahl

Die ÖVP überflügelte in ihrer ersten Plakatwelle alle Bedenken in punkto Rechtsruck, Molterer entwickelt sich im Zuge des Faymann'schen Kleiner-Mann-Populismus gegen die selbstdeklarierte Aufgabe als Finanzminister und wedelt plötzlich auch mit Geldbündeln. Ich will keine große Koalition, also müssen die Kleinparteien gestärkt werden, damit denkbare Ampelkoalitionen auch rechnerisch möglich werden. Demographisch wäre ich als Teilzeit-Bobo tendenziell Grün-Stammwähler, aber diese Partei bekommt meine Stimme schon länger nicht mehr, und das hat mehrere Gründe, die sich in den letzten 6 Wochen aufs deftigste bestätigt haben. Auch wenn ich einzelne Proponenten dieser Partei (Peter Pilz, Christoph Chorherr) sehr schätze, so kann ich mit dem Selbstverständnis des Führungsduos Van der Bellen und Glawischnig so rein gar nichts anfangen. Ich weiß ja nicht einmal, welche Politik die Grünen eigentlich verfolgen: Ökologische Wirtschaft steht bestenfalls als implizites Feigenblatt am Programm - mit keinem einzigen Wort erwähnte VdB jemals die landwirtschaftliche Problem-Dimension der derzeitigen EU-Politik. Tja, Bobos bestellen eben gerne ihr Gemüsekistl im Internet, aber dass selbst einer Partei, die einst aus einer spontanen Bewegung entstand, jegliche Motivation verloren hat, komplexe Missstände in den Fokus zu rücken, enttäuscht maßlos. Das zieht sich bis zur Energiepolitik: Raus aus Gas und Strom - genauso durchdacht wie die Mehrwertssteuerhalbierung auf Lebensmittel. Ein paar genauere Pläne wären super, Benzin teurer zu machen, wird nämlich nicht keinesfalls ausreichen - aber mir scheint's so, als würden die Grünen für die Chance auf Regierungsbeteiligung sogar mit Freuden ein Atomkraftwerk bauen. Zumindest nehme ich die ökologische Dimension dieser Partie längst nicht mehr wahr, sondern bloß einen impliziten Konsens, dass die Grünen halt irgendwie "cool" sind. Dass bei genauerer Nachfrage eigentlich kaum jemand beantworten kann, warum, hätte der "Basis" (gibt's die noch?) längst zu denken geben sollen.

Da bleibt also nicht mehr allzu viel Auswahl: Oberkommunist Mirko Messner lieferte zwar den legendärsten Fernseh-Wahlauftritt 2008 (Erklärung am nächsten Tag: "Ich war nicht ausgeschlafen."), aber die Lachnummer hatten wir jetzt lange genug in der Regierung. Dass die Christen Österreich retten werden, glaube ich als überzeugter Agnostiker keineswegs, und das Tirol-Kabarett von Roughneck Fritz! entlockt mir auch nur ein Lächeln. Welche Punkte sind mir am wichtigsten?

  • Möglichst rasche Einführung einer Gesamtschule bis 14. Die Trennung in Hauptschule und Gymnasium ist überholt, kontraproduktiv und idiotisch.
  • Schwerpunkt auf nachhaltige Sozialpolitik: ein vereinheitlichter Krankenkassenträger und ansonsten am liebsten Grundsicherung. Österreich ist reich und kann sich das leisten, Punkt. Das demütigende System dient niemanden: wer nicht arbeiten mag, arbeitet auch derzeit nicht. Menschen gegen ihren Willen in Kurse zu pressen ist sinnlos, ich glaube, dass leistungsbezogener Verdienst plus Grundsicherung und ein vereinheitlichtes KK-System die bessere Lösung sind.
  • Wachstumsorientierte Wirtschaftspolitik, Steuer- und Sozialversicherungs-Gleichstellung von KMU-Unternehmern (im Besonderen Einzelunternehmern) und Angestellten, stärkere Progression im Steuersystem, dafür Entlastung im Bereich der mittleren Einkommen, gravierende Anhebung von steuerfrei-Beträgen je nach Jahreseinkommen.

Diese Standpunkte sehe ich am besten beim Liberalen Forum vertreten - liberale Wirtschaftspolitik in Kombination mit verantwortungsbewusster, nachhaltiger Sozialpolitik wird aber wohl weiterhin mein rot-weiß-roter Wunschtraum bleiben. Als kleinen Schritt in diese Richtung sähe ich aber das LIF in der Regierung an, und daher bekommen Heide Schmidt und Co. morgen meine Stimme. Allerdings befürchte ich, dass sich weiterhin die große Koalition ausgehen wird und der große Stillstand damit garantiert ist.

Fotocredits:
Druck aushalten von Gerd Altmann (pixelio.de)

 

Walter Reiterer gewinnt Sportjournalistenpreis 2008

Walter Reiterer bei der ArbeitGemeinsam mit Walter habe ich seinerzeit per mp3.lion.cc der AUME und der AKM schlaflose Nächte bereitet und die erste mp3-Seite Österreichs hochgezogen. Nach dem raschen Dotcom-Tod (oder in dem Fall: dot.cc Tod) trennten sich unsere berufliche Wege auf erstaunlich symmetrische Weise - wir hämmern beide nach wie vor als selbständige Unternehmer viel zu viel Datenschmutz in die Tastatur, ich über die Blogosphäre, und Walter über österreichischen Football. Mit seinem Herzblutprojekt Football Austria hat Walter nun den "Sports Media Austria Preises für Journalisten 2008" gewonnen, und zwar in der Kategorie "beste Website". Dazu möchte ich ganz herzlich gratulieren - Football-Fans die Seite zu empfehlen hieße wohl, Eulen nach Athen zu tragen, denn wer sich Österreich für das Spiel mit dem ovalen Bällchen interessiert, dem ist Football-Austria.com sowieso längst ein Begriff.

In seinem Statement dankte Walter der Jury und wies nachdrücklich darauf hin, dass F-A keineswegs eine One-Man-Show ist:

Der Preis ist ein schöner Punkt im Lebenslauf. Darüber bin ich natürlich erfreut. In erster Linie sehe ich es aber als Auszeichnung für den Football und daher für viele Menschen. Für mein Team, den Redakteuren, Fotografen und Kolumnisten von FA, im besonderen aber auch für die Spieler, Trainer und Funktionäre in den Vereinen und im Verband. Den Sportjournalistenpreis mit einer Football-Webseite zu gewinnen, war vor fünf Jahren ca. so realistisch, wie den Literatur-Nobelpreis mit einem Limerick zu ergattern. Es ist also auch der Sport, vor dem man sich hiermit verbeugt, eine Ehrung der guten Arbeit, die geleistet wurde, um Football ein ganz kleines Stück weit weg vom Rand zu bringen. Dafür danke ich allen, die daran beteiligt waren und sind.

Den Spartenpreis hat Walter also bereits in der Tasche, aber die Spannung steigt heute abend nochmal ganz gewaltig, denn FA ist auch für den Gesamtsieg nominiert - in der Jury sitzt ein Journalist, den Captain Reiterer ausgesprochen schätzt:

Es ist mir eine Freude, dass ich Football-Austria in so einem tollen Rahmen präsentieren darf, sollte jetzt noch etwas dazu kommen, wäre das wohl mehr als eine Überraschung. Ich bin glücklich, einen "Oscar" für die beste Webseite mitnehmen zu können, ob der für die beste Regie dazukommt, das wage ich zu bezweifeln. Falls dem so ist, dann werde ich ihn allerdings nicht ablehnen. Mein einziger Wunsch ist es, das Jury-Mitglied Dr. Sigi Bergmann persönlich kennen zu lernen. Er ist für mich der beste und gleichzeitig unterhaltsamste Sportjournalist im deutschsprachigen Raum. Ich schaue mir die olympischen Spiele quasi ja nur wegen seiner Kommentare an. Mutterwitz, Ironie und Fachwissen in Personalunion – da bekomme ich ein stets eine Gänsehaut."

illu walter2 1222033827 Walter Reiterer gewinnt Sportjournalistenpreis 2008Ich persönliche finde Walters Schreibstil großartig und hab auch die Evolver-Stories immer sehr gern gelesen. Mit American Football hab ich zwar in etwa so wenig oder so viel am Hut wie mit Fußball, aber dass ein journalistischer Autodidakt, der längst zu einem Profi geworden ist, in einer Liga mit ebendiesen mitspielt, freut mich sehr - und ich würde mich noch mehr freuen, wenn heute Abend noch der Gesamtpreis hinzu kommt: denn das wäre nicht nur eine tolle Ehre für den Ausgezeichneten, sondern auch ein imposantes Signal für den Stellenwert des Online-Journalismus in der Welt des Sports. Weiter so, Walter!

Radio U-Ton: On Air mit Paul

Radio UTONAm vergangenen Montag war ich bei Paul zu Gast im Radio U-Ton Studio. Live-Radio Sendungen aufzunehmen macht großen Spaß - und bei der Funkhaus Studioausstattung kann man als Podcaster nur neidisch werden :mrgreen: Geplaudert haben wir in dieser Ausgabe über Popkultur bzw. die aktuelle Spex-Ausgabe, in der einige Schwanengesänge über den Niedergang der Subkulturen zu finden sind. Außerdem beschäftigen wir uns mit der im Feuilleton-Sommerloch die Runde machenden Frage, ob das Internet in der Tat verdummt. Hier die Sendung in voller Länge, nur die Songs hab ich aus Copyright-Gründen rausgenommen.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

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Bankaustria.com auf Speed

baca 1217843576 Bankaustria.com auf SpeedAls die BA-CA am 31. März ihre Domain änderte und alle Kunden informierte, dass man ab nun unter dem Markennamen Bankaustria firmiere, da war ich sehr verwundert, dass zwar die Domain, nicht aber das https-Login fürs online Konto umgestellt wurden. Sicherheitstechnisch ist das höchste bedenklich: um sich vor Betrug zu schützen, sollte man immer auf die korrekte URL achten... wenn die aber anders ist als die Webseite, von der aus man einsteigt, hebt das nicht gerade das Vertrauen. Nun denn, mein damaliges Posting hat inzwischen wohl irgendjemand gelesen, denn heute bekam ich beim Einstieg ins Online-Banking kürzlich Meldung:

Da wir nun unter dem Markennamen "Bank Austria" auftreten, ändert sich am 25.7.2008 unsere OnlineBanking-URL. Aufgrund dieser technischen Änderung steht Ihnen OnlineBanking am 25.7., von ca. 19:00 bis 23:00 Uhr nicht zur Verfügung.

Wow, Gratulation! Nur 5 Monate... da sollte das IT-Projektmanagement wohl ein Magnum-Flasche Champagner köpfen! Irgendwie kann ich mich einfach des Eindrucks nicht erwehren, dass diese Company nicht so ganz mit den dauernden Restrukturierungen fertig wird - oder sich ausschließlich auf Großkunden spezialisiert.

Mein Wunsch nach einem getrennten Privat- und Geschäftskonto (und zwar ohne absurd hohe Buchungszeilen-Kosten, die bei Affiliate-Kleinvieh im schlimmsten Fall mehr kosten, als die Überweisung beträgt!) ist dort jedenfalls seit Jahren unerfüllbares Wunschdenken, dafür bekomme ich ständig ungefragt massive Mengen von Werbematerial zu irgendwelchen Fonds und Vorsorgeprodukten, die mich, wie ich auch gegenüber meiner Kundenbetreuerin (die bereits mehrmals wechselte, eigentlich habe ich keine Ahnung, wer momentan überhaupt für mein finanzielles Wohlergehen dort zuständig ist) und ich bin ja eigentlich wirklich bequem, was solche organisatorischen Details angeht: aber demnächst ist mal ein Wechsel zur Easybank dringend fällig. Denn wozu soll ich eigentlich Kontoführungsgebühren bezahlen, wenn ich ohnehin nur das Online-Banking nutze und mir die EB das gleiche Programm for free anbietet? Und zwar hoffentlich nicht in einer derart crappigen iframe-Variante wie die BA-CA, äh, Bankaustria.

Österreich: Neuwahlen im Herbst werden Neuqualen

neuwahlen 150x150 Österreich: Neuwahlen im Herbst werden NeuqualenSodala, im Herbst ist's soweit: was inoffiziell schon vor mehreren Wochen in gewöhnlich ungut informierten Kreisen bereits kursiert und sogar mein weit weg vom politischen Schnellschuss existierendes Ohr erreichte, ist seit heute Faktum und muss bloß noch formal-technisch im Parlament abgenickt werden: in Österreich findet im Herbst eine EM vorgezogene Nationalratswahl statt. Die Fanzonen am Ring werden bereits errichtet. Meine p.t. .de und. ch LeserInnen sind über den vordergründigen Stein des Anstoßes möglicherweise nicht informiert - es trug sich nämlich folgendes zu: seit längerer Zeit verstehen sich die Koalitionspartner SPÖ und ÖVP, die beiden österreichischen Großparteien, nicht mehr besonders gut. Und das kam so:

Im Lichte dräuender Probleme - die niederösterreichische und die Wiener Gebietskrankenkasse drohen in einigen Monaten pleite zu gehen - überwand die Lust auf Spekulation und Aufschub die Freude an der eigentlichen Arbeit. Bundeskanzler Gusenbauer, kürzlich in seiner Funktion als Clubobmann abgelöst, veröffentlichte gemeinsam mit Werner Faymann (Wikipedia: Werner Faymann ist ein österreichischer Politiker. Damit ist eigentlich alles gesagt.) einen Brief in der Kronenzeitung: das jeglichem Populismus nicht völlig abgeneigte auflagenstärkste Blatt Österreichs druckte die Zeilen, in denen die SPÖ-Spitze eine EU-Volksabstimmung fordert und sich generell kritisch zum Projekt Europa äußerte. Das brachte das Fass zum Überlaufen respektive den LKW zum Umkippen: voraussichtlich am Donnerstag wird der Neuwahlantrag im Parlament beschlossen.

Genug der Rückwärtsgewandheit, wie soll's weitergehen? Soeben diskutierte unter der kompetenten Leitung von Ingrid Thurnherr eine Journalistenrunde, bestehend aus Anneliese Rohrer (Kurier), Armin Thurnherr (Falter) Herbert Lackner (Profil) und Michael Fleischhacker (Die Presse), im österreichischen Fernsehen über die ziemlich unrosigen Zukunftsaussichten. Da fielen Begriffe wie "De-Legitimierung der politischen Klasse" (Fleischhacker), "inferiore Regierungsleistung" (Rohrer) und so manche Nettigkeit mehr. Das Schlimme: nix daran ist übertrieben. Der Wahlkampf wird ein kurzer, denn wohl schon im September werden Herr und Frau ÖsterreicherIn an die Wahlurnern gerufen. Nicht genug damit, dass akute Probleme (die oben erwähnten Krankenassen, die gute alte Inflation, die aktuelle Lebensmittel- und Erdölteuerungswelle) smarter Lösungsvorschläge und harter Arbeit bedürfen und vorerst mal jegliche Regierungsarbeit auf unbestimmte Zeit gelähmt bleibt: zu allem Überfluss besteht eigentlich kein realistisches Szenario mit Ausnahme einer Neuauflage der großen Koalition inklusive runderneuertem Personalkader.

Aktuelle Meinungsumfrage-Daten stehen nicht zur Verfügung, alle Experten rechnen aber mit einem (starken) Wählerstimmenverlust für SPÖ und ÖVP: üblerweise wird damit wohl die Ausländer-Basher-Partei FPÖ gestärkt, denn die Grünen stehen derzeit ziemlich schwachbrüstig da. Andererseits wird durchaus mit dem Auftreten neuer Gruppierungen gerechnet: in Zeiten der Politikmüdigkeit und Wählerverdrossenheit dürfte das Entrée für Novizen in der Tat das schlechteste nicht sein. Doch die Zeit bis zur Wahl ist kurz und Werbung kostspielig - ohne Financier(s) geht da gar nix. Mit anderen Worten: der ideale Moment für Didi Mateschitz, um die Red Bull Partei zu gründen... damit könnte Österreich endlich mal in innovatives Zeichen gegen oder für Globalisierung und die Verflechtung von Wirtschaft und Politik setzen - und zugleich beweisen, dass es doch noch schlimmer kommen kann. Denn die meisten "professionellen BeobachterInnen" (und zu denen zähle ich als Nebenfach-studierter Politikwissenschaftler auch), halten das an sich nicht mehr für möglich.


Fotocredits: Stimmabgabe an der Wahlurne von Alexander Hauk / Pixelio

Previewvideos zu Diablo 3

diablo3 150x150 Previewvideos zu Diablo 3Die Gerüchte sind keine mehr, denn nun herrscht Königin Gewissheit: Blizzard wird einen dritten Teil von Diablo veröffentlichen. Und da vorige Woche das Preview-Video aufgetaucht ist, kann man wohl getrost davon ausgehen, dass in frühestens drei Jahren das Spiel im Laden liegt - falls dann Games überhaupt noch auf physischen Datenträgern verkauft werden. Blizzard spricht zwar von Ende 2008, aber was Terminankündigungen angeht, steht die Spielebranche in punkto Delays auf einsamer Flur: das kennen wir ja schon zur Genüge von Starcraft und Co.

Auf eu.blizzard.com gibt's einen "Cineastic Trailer", ein Gameplay-Video sowie einen Artwork Trailer zu bewundern sowie erste Screenshots, Beschreibungen der Charakterklassen und Hintergrundinfos zum Spiel. Keine große Überraschung ist die Grafik: Diablo 3 bleibt bei seinen Leisten und die sogenannten isometrische Perspektive (as opposed to Ego-Perspektive) feiert fröhlich Urständ'. Grafisch hat sich in der Zwischenzeit so einiges getan - schließlich sollten die neuen SLI-Grafikkarten ihre enorme Heizleistung nicht völlig grundlos verpulvern.

Caveat old folks: Die Flash-Seite verlangt die Eingabe des Geburtsdatums. Dabei gehen die Programmierer davon aus, dass sich ein 89jähriger keinesfalls für Orkschlachtungen interessiert: denn meine fiktives Geburtsjahr "1919" wurde nicht akzeptiert. Wer weiß, vielleicht hat ja das oberste Amt für Computerspielzensur beschlossen, nicht nur ein Mindest-, sondern auch ein Höchstalter vorzugeben... aber wie auch immer: die Stärke von Diablo lag ja immer in der Unkompliziertheit - sozusagen das ideale Einstiegsspiel für Pensionisten, die sich immer schon gefragt haben, warum manche Kids die Vollimmersion in virtuelle Welten dem Komatrinken vorziehen. Hack'n'Slay nennt man das Diablo-Prinzip übrigens im Jargon - gemeint ist damit der Verzicht auf jegliche Statistik-Frickeleien und sorgefältige Planung. Die Gegenstands-Sammelwut des streng linearen RPGs stand übrigens Pate fürs Genre-Schwergewicht WoW, und der Multiplayer-Modus ist schlichtweg legendär. Mal gucken, wann wir uns tatsächlich wieder auf den Weg durch Iso-Dungeons machen.

Video: Star Wars Dance-Off

Darth Vader und seine Truppen im Thriller Fieber? Man muss schon zugeben: der Herr des Todessterns lässt die restlichen Teilnehmer beim Star Wars Stars 2008 Dance-Off ganz schön alt aussehen. Aber die Helme sind ja auch wirklich ungaublich passend für jegliche Art von Neck-Jogging Action!

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Open-Air Festivalportal: I love Dirt

ilovedirt Open Air Festivalportal: I love DirtWer's schmutzig mag, ist hier an der richtigen Adresse: I love dirt bietet allen Festivalfans den Komplettüberblick zum Sommer 2008. Draußen, dreckig und lautet, so das Motto der Schmutzliebhaber. Wer seiner Seite einen so schönen Namen verpasst, kommt um eine Vorstellung auf datenschmutz selbstverständlich nicht umhin. Grundlegende Survival-Infos finden Festival-Newbies in der FAQ, die Kern-Mission der Seite ist relativ schnell erklärt:

Wir sind ein neues Multimedia-Informationsportal für alle Liebhaber sommerlicher Open Air-Konzerte, die es am liebsten richtig dreckig mögen. Die Dirtlovers sind deine erste Anlaufstelle für die Vor- und Nachbearbeitung deines Festivalbesuchs. Tausche dich mit anderen Dirtlovers aus, bewerte Festivals und zeige uns deine Videos und Fotos!

Sehr gelungen finde ich die Profilpages der einzelnen Festivals: Facts and Figures, Line-Up und weiterführende Informationen zu Camping, Parken sowie der Timetable und meist auch der offizielle Flyer bieten alle essentiellen Facts im Überblick. Ein Bewertungssystem sowie ein wiki-artiger Teil, den jeder Besucher ohne Registrierung selbst bearbeiten darf und ein Musik-Player mit Tracks der jeweiligen Headliner runden das Multimedia-Angebot ab.

Schmutzige Finger kriegt man vom Rumsurfen allerdings nicht - und den strengen Geruch eines seit drei Tagen ungeduschten Festivalbesuchers fängt die Seite glücklicherweise auch nicht ein, dafür ist das Portfolio bereits kurz nach dem Launchs schon recht beeindruckend: knapp 100 Festivals umfasst die Datenbank derzeit. Die Auswahl erfolgt wahlweise nach Monat, Land oder Genre.

Lustige Idee, guter Name - und definitiv eine Marktlücke im deutschsprachigen Internet. Was mir weniger gefällt, ist die Tatsache, dass man im editierbaren Bereich keine Links anlegen kann (ich wollte auf meine Springeight Berichte verweisen); außerdem frag ich mich, ob ohne Registrierung bei zunehmender Userzahl die Übersicht gewahrt bleibt: hier wäre möglicherweise eine Threaded Forenansicht geeigneter. Obwohl: die Seite will ja dreckig sein... insofern: zwei Daumen hoch!

YiGGSense: Teile (und beherrsche Dich)

yigglogo YiGGSense: Teile (und beherrsche Dich)Seit kurzem teilt das deutschsprachige Social News Portal Yigg.de seine Werbeerlöse mit den UserInnen und folgt damit dem Beispiel des Infopirat, der gemäß seinem Slogan "Deine Bookmarks - Dein Gewinn" schon lange die Beute mit der Mannschaft teilt. Um zukünftig Online-Millionär zu werden, benötigt man in beiden Fällen ein Google AdSense Konto. Nach erfolgter Anmeldung wird hinkünftig ein Teil der Klick-Einnahmen auf den eingestellten News den jeweiligen AutorInnen gutgeschrieben.

Yigg verwendet dazu die offizielle Google AdSense Shared Schnittstelle:

Das funktioniert so: Ihr stellt auf YiGG Artikel und Beiträge ein, in deren Umfeld wir Google Textanzeigen schalten. Einen Teil der Einnahmen, die wir mit diesen Anzeigen verdienen, geben wir an Euch weiter - im YiGG Shared AdSense Programm. Damit sind wir die erste deutschsprachige Website, die die offizielle Google Shared AdSense Schnittstelle nutzt. Wir haben einen intensiven Zertifizierungsprozess durchlaufen, bis wir schließlich von Google das "Go" bekommen haben.

In der Testphase von Juli bis August gibt Yigg sogar die vollständigen Einnahmen der betreffenden Werbeblöcke an die fleißigen NewseinstellerInnen weiter:

In der Einzelansicht einer Nachricht gibt es drei Anzeigenblöcke. Von Juli bis August 2008 gibt YiGG einhundert Prozent (100%) der Einnahmen, die wir aus dem Google AdSense Anzeigenblock auf Einzelansichten von Nachrichten und Spekulationen erzeugen, an die jeweiligen Einsteller der Nachrichten weiter. Die Einnahmen aus den anderen beiden Anzeigenblöcken auf dieser Seite, sowie alle anderen Anzeigenblöcke auf der Site sind von diesem Programm ausgenommen.

Genaue Details zu den Teilnahmebedingungen verraten die FAQs - interessant sind die ersten statistischen Ergebnisse:

Nach vorher durchschnittlich 450 neuen Nachrichten pro Tag wurden gestern 1.000 Nachrichten in die Warteschlange eingestellt. Innerhalb weniger Stunden habt Ihr also über 100% mehr Nachrichten eingestellt als bisher. Das ist super! Damit haben wir bei weitem nicht gerechnet - und wir haben uns sehr darüber gefreut!

Millionär ist allerdings bis zum Wochenende noch niemand geworden, wenn man den ersten Reaktionen der Blogosphäre Glauben schenken darf; aber das kann sich ja noch ändern: hier geht's zur Anmeldung.

Immer Ärger mit den privaten Nachrichten

Zugleich sorgt die neue News-Ankündigungsfunktion von Yigg für erhitzte Diskussionen, denn was ein nützliches Feature sein könnte, wird derzeit leidenschaftlich missbraucht über-verwendet, wie auch Ric feststellt. Ich persönlich fühl mich da insofern relativ wenig gestört, weil ich meinen Mailfilter ganz gut unter Kontrolle hab... die Yigg-PMs gehen seit vorgestern in den Ordner mit sinnlosen Notifications á la Facebook. Einige fordern allerdings vehement die Abschaffung der Mail-an-alle-Freunde Funktion.

Eines dürfte jedenfalls klar sein: E-Mails werden als wesentlich "intrusiver" empfunden als Feeds - vielleicht wär's gar keine so schlechte Idee, mittelfristig derartige Ankündigungen á la Facebook via Feeds darzustellen, und die E-Mail-Funktion als Option anzubieten.

Mercur 2008: Innovationspreis der Wirtschaftskammer Wien

mercur2008 Mercur 2008: Innovationspreis der Wirtschaftskammer WienInnovative Unternehmen aufgepasst - "Innovation hat ihren Preis", sagt die WSK und lobt in fünf Kategorien Belohnung für besonders neuheitsliebende Betriebe aus. Einreichen können interessierte Companys bis zum 30. September unter der Adresse www.mercur2008.at. Die Competition richtet sich explizit an Klein- und Mittelunternehmen, für Jungunternehmer (in dieser Sparte finden sich wohl die meisten österreichischen Web 2.0 Start-Ups wieder) gibt's eine dedizierte Kategorie.

Die drei Kategoriesieger der Sparten "Innovative Projekte", "Kreative Projekte" und "Projekte von innovativen Jungunternehmen" erhalten je EUR 1.500,-, zusätzlich dreimal dieselbe Summe gibt's auch für die Gewinner der Sonderpreise "Econovius", "Kooperation" und "Feminova", der Hauptsieger bekommt EUR 10.000,-. Detaillierte Informationen zu Ablauf und Teilnahmekriterien finden potentielle Einreicher auf der Downloadseite, die Einreichung selbst erfolgt online - und ist im Gegensatz zu vielen derartigen Preise mit recht niedrigen Hürden verbunden und relativ rasch erledigt. Wer also grade dabei ist, ein innovatives Produkt zu entwickeln, sollte einen näheren Blick auf die Seite werfen.

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