Seit ich meine immer noch recht beliebte Liste von 65 Ping Services veröffentlicht habe, sind eine Menge Bytes die Backbones entlang geflossen. Sebastian hat mich netterweise dran erinnert, dass nach 2 1/2 Jahren mal ein Update fällig wäre.
Zur Erinnerung: diese Adressen trägt man im WordPress-CMS unter "Einstellungen > Schreiben" ins Feld "Update Services" ein. Beim Publishen eines neuen Artikels werden die jeweiligen Services, in der Regel meist Suchmaschinen und/oder Aggregatoren, über den Ping-Mechanismus sofort verständigt, was im Idealfall zu einer schnelleren Indizierung der Artikel führt. Diesen Beitrag weiterlesen »
Schon wieder neigt sich ein Sonntag zur Neige, liegt eine ereignisreiche Woche hinter uns, ist im Social Web kein Kiesel auf dem anderen geblieben. Aber zum Glück gibt's ja das Blogistan Panoptikum von Linzerschnitte und datadirt. (Virtuelle) Weltendeutung hat in unserem Kulturkreis eine ehrenvolle Tradition und darf keinesfalls mit gewöhnlichem Hirnwichsen (Aufpolieren der grauen Zellen, vom Ausdruck "die Schuhe wichsen" = auf Hochglanz polieren. Nicht, was Sie dachten.) verwechselt werden. Doch bevor es hier zu theoretisch wird an dieser Stelle nochmal der Hinweis auf die Abschlussparty zur N97 Verlosung: Jedenfalls fröhlich und auf Wunsch auch feucht gefeiert wird ab 19:00 im Werkzeug-H, Details auf Facebook. Aber nun genug der Prognosen, wir richten unseren Blick eine Woche zurück.
Gleich vorweg, die Ergebnisse der Twitterumfrage von Thomas Pfeiffer umfasst eigentlich die Tweeper des gesamten deutschsprachigen Raums - aber Alliterationen in Überschriften sollen ja immer besonders gut ziehen. Was man immer schon geahnt hat, wird durch die Twitterumfrage verifiziert - die deutschsprachigen Tweeper sind ein hochgradig homogenes Grüppchen, und das ist der Archetyp:
Jung (32 Jahre), männlich (74%) und gebildet (78% haben Abitur). Zwei von drei betreiben einen eigenen Blog und schreiben über Technik, Web 2.0-Themen oder Privates. Jeder zweite stammt aus der Medien- oder Marketingbranche und jeder Vierte ist Führungskraft oder Unternehmer/in.
Nicht wirklich überraschend also. Aber immerhin, einen Aspekt gibt es da, der mir bisher nicht explizit bewusst war:
Frauen, so könnte man sagen, verstecken sich eher und wählen Fantasienamen.
Hmm. True.
Skype könnte für eBay zum Kuckucksei werden, wie die Times Online berichtet. 2005 hatte das Auktionshaus die Online-Telefon-Firma für 2,6 Milliarden Dollar gekauft und plante in näherer Zukunft ein Spin-Off samt Börsengang. In der Auseinandersetzung mit der schwedischen Firma Joltid, einem Start-Up der Skype-Mitgründer Niklas Zennstrom und Janus Friis, geht es um Core-Technologien von Skype, bei deren Nutzung angeblich Lizenzbedingungen verletzt wurden. Die Auswirkungen könnten sich als drastisch erweisen:
EBay admitted in a regulatory filing that it might have to close down the company. It said it was trying to develop alternative software but if that did not work, or if eBay lost the right to the original software: "Skype would be severely and adversely affected and the continued operation of Skype's business as currently conducted would likely not be possible."
Zwar sieht man der Verhandlung angeblich gelassen entgegen, arbeitet aber bereits an Alternativen:
"Although Skype is confident of its legal position... Skype has begun to develop alternative software to that licensed through Joltid. However, such software development may not be successful, may result in loss of functionality or customers even if successful, and will in any event be expensive," eBay said.
Auch anderswo wird diese Woche mit gerichtlichen Bandagen gekämpft: TweetMeme-Gründer Nick Halstead bezichtigt ReTweet des Plagiarismus:
He had to look no further than the code for the retweet button itself. The code below is what he found, which he says is "an exact copy of our own retweet button code with the word 'tweetmeme' replaced with 'retweet'".
Blair Williams hat mit Pretty Link eines der für Pro-Blogger genialsten WordPress-Plug-Ins überhaupt geschaffen. Die Software ermöglicht die Nutzung der eigenen Domain als Short-URL-Service: äußerst nützlich für Twitter, aber auch zum Managen von Forward und zum Erstellen leicht zu merkender Adressen. Bereits die Free-Version liefert Statistiken und Cloaking-Funktionen. Aber Blair hat nochmal tief in die Trickkiste gegriffen und vor wenigen Tagen die Pro-Version veröffentlicht, die es wirklich in sich hat: detaillierte Statistiken, integrierte ReTweet-Funktion und ein ausgefeilter Cloaking- und Keyword-Replace Mechanismus (inkl. Split-Testing!) rechtfertigen die 97$ für eine Lifetime-Lizenz auf bis zu fünf Blogs auf jeden Fall. Ab September wird Pretty Links teurer, wer WordPress nutzt und twittert, sollte schnell zuschlagen - eine ausführlichere Review folgt demnächst.
Apfel-Anbeter sind bekanntlich prädestiniert für große Gefühle, und diese Woche schlug der Drama-Pegel bei einigen iPhone-Besitzer ziemlich heftig aus. Nachdem man bei Apple wieder mal den Möchtegern-Monopolisten raushängen ließ und die Application "Google Voice" aus dem App Store warf, gingen offensichtlich einige Liebesbeziehungen zu Ende. Einer davon wird von Michael Arrington auf Techchrunch im Rosamunde-Pilcher-Style betrauert:
I have loved the iPhone, but now I am quitting the iPhone.
This is not an easy decision. Was there in January 2007 when it was announced and I bought the first iPhone as soon as it was available. (...) But I'm not going to upgrade to the iPhone 3GS. Instead, I’m abandoning the iPhone and AT&T.
Die ganze Seifenoper gibt es auf TechCrunch.
Immer mehr Experten bezweifeln die baldige Marktreife semantischer Technologien - der Cuil Fehlstart in die Bedeutungslosigkeit hat dazu gewiss beigetragen. Immer mehr Bedeutung dagegen misst man dem "Social Rank" zu: denn Informationen aus dem eigenen erweiterten Freundeskreis sind vielleicht nicht unbedingt relevanter, aber in der Regel vertrauenswürdiger als "neutrale" Quellen. Dass sich daraus ein selbstverstärkender Effekt ergeben könnte, liegt auf der Hand: die Schlüsselherausforderung bei der Informationssuche liegt meiner Meinung nach nicht zuletzt im richtigen Quäntchen "Entropie" oder Zufall. Außerdem spielt der jeweilige Kontext eine wichtige Rolle - ReadWriteWeb stellt dazu ein paar spannende Überlegungen:
But each level more likely indicates degrees of social proximity than relevance per se; although in some cases closer proximity may very well indicate greater relevance. The problem is that relevance is highly contextual. It depends on many factors, such as your profession, your search query, your friends, your friends' knowledge about those topics, and the information that is publicly recorded in their activity streams.
So kannten wir sie, und so liebten wir sie - die alte Twitter Homepage. Diese Woche wurde das Microblogging-Web-Portal einem Relaunch unterzogen, der aus technischer Sicht so minimal war, dass es anscheinend nicht mal dem FailWale aufgefallen ist - doch bei näherem Hinsehen verbirgt sich hinter dem kleinen Relaunch ein großer Paradigmenwechsel. Der alte Selbstbeschreibungstext lautete:
Twitter, this is a service for friends, family, and co-workers to communicate and stay connected through the exchange of quick, frequent answers to one simple question: What are you doing?
Nun sieht die Sache nicht nur anders aus, sie hört sich auch anders an:
Share and discover what's happening right now, anywhere in the world.
Einen Interpretationsansatz für diese neue Strategie liefert gleich der Social Media Guide Mashable:
The Goal of Twitter’s New Homepage? Be the World's Water Cooler!
Zuerst die richtigen Plattformen wählen, eine geeignete Strategie definieren und diese konsequent und effizient verfolgen - so einfach kann es sein. Andererseits kann man sich auch leicht übernehmen (oder "zersprageln", wie der Wiener sagt) und vor lauter neuen Social Web Services den Sinn und Zweck nicht mehr erkennen. Wichtigste Richtschnur: Wo finde ich meine Community, wo unterhalten sich Kunden, die an meinem Produkt interessiert sind? Predigerliteratur findet man allen Ecken und Enden, vom Longtail hat jeder schon mal gehört - aber gute Tipps zum Workflow sind selten, die Angst vor der Überforderung wächst. P. Morgan Brown hat eine äußerst lesenswerten Beitrag mit dem Titel Identifying a social media workflow verfasst, der einen hervorragenden Einstieg in die Frage "sollte ich mitmachen?" bietet:
Change always feels uncomfortable. And unless you're forced out of that comfort zone it’s difficult to take the steps you need to take to get out and move forward. So what I try to do when talking to people who feel overwhelmed by the prospect of social media is talk to them about email. And cell phones. Because I often speak to and work with people who are older than me I ask them "Do you remember doing your job without email and cell phones?" Invariably they say "yes," and then they smile knowing where I am going with these questions.
Extranoise hat das Treppenhaus der Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg in Berlin - Linienführung und Farbgebung des Bildes finde ich grandios gelungen:

Storytelling, Dramaturgie, Framing, Lichtführung, Tiefenschärfe... alles genau geplant. Oder einfach am Heimweg vom Festival die Cam rausgeholt und ein paar spontane Aufnahmen vom Sonnenaufgang gemacht. Zitat von Regisseur Giugesco: "Sunrise is one of the greatest things in life. it’s a pity that i don’t see it very often." Geht mir auch so - und: Wow!
Dass Touristen Versicherungsgebäude abfilmen, kommt sicher nicht besonders oft vor. Der Uniqua Tower in Wien an der Aspernbrücke ist allerdings eines der privilegierten Bauwerk, dank einiger Studenten der Universität für Angewandte Kunst, die sich lustige Dinge mit LED Grids ausdachten.
Nicht gar so ausgefallen wie LED Grids, dafür aber optisch noch um einiges beeindruckender ist diese Projektion auf die Hamburger Kunsthalle:
Und damit sind wir auch schon wieder am Ende unseres gemeinsamen Wochenrückblicks angelangt, und somit bleibt uns nur mehr zu sagen: auf eine neues! Doch bevor wir Ihnen das nächste Panoptikum präsentieren können, müssen die nächsten sieben Tage erst vergehen. In diesem Sinne: danke für Ihre Whuffies, wir lesen uns morgen!
Die Rezension der bekannten Kunden-Management-Software ACT!, aktuell in der Version 11 verfügbar, erregte auf Anhieb mein Interesse: denn eines der Web 2.0 Gebote lautet bekanntlich "Du sollst Online-Services verwenden und Daten ins Web auslagern." ACT!11 dagegen ist ein klassischer Desktop-Client, der sich auf die Fahnen schreibt, das an sich nicht gerade unkomplizierte Thema CRM (=Customer Relation Management) möglichst einfach zu präsentieren, ohne auf die gängigen Werkzeuge leistungsfähiger CRM-Lösungen zu verzichten. ACT!11 kümmert sich um die klassischen vier CRM-Bereiche Kundenmanagement, Adressverwaltung, Projekt- und Korrespondenzverwaltung. Wer selbst überprüfen möchte, ob die vom PC Magazin mit "sehr gut" bewertete Lösung von Sage für ihm Arbeit und Overhead abnimmt, kann das Programm derzeit auf www.act-testen.de in vollem Umfang zwei Wochen lang ausprobieren. Diesen Beitrag weiterlesen »
Handys sind keine Stand-Alone Geräte, Smartphones schon gar nicht: wer mehrere hundert Adressen im Telefonbuch verwaltet, wünscht sich eine stabile und zuverlässige Synchronisierungssoftware. Kann Blackberry auch in dieser Disziplin punkten? Ich habe an dieser Stelle bereits mehrmals über mein A1 BlackBerry Storm Testgerät berichtet, zum Abschluss der Serie folgen an dieser meine Eindrücke von BB's Synchronisierungs-Software.
Mit der Windows-Mobile Synchronisierung erlebt man manchmal lustige Kapriolen, die plötzlich nur mehr halb so witzig sind, wenn man vorher kein Backup der eigenen Kontakte, Termine, Notizen und Aufgaben angefertigt hat. Windows Mobile Devices (so auch mein HTC-MDA) können nur mit maximal drei Computern synchronisieren - löscht man eine noch bestehende alte "Partnerschaft", dann verschwinden die Daten im Orkus, je nach Synchro-Einstellungen nicht nur am Gerät, sondern auch am Desktop (!). Da ein gebranntes Kind das Feuer scheut, habe ich also vor dem Test des BlackBerry Desktop Managers erst mal ein aktuellen Backup gezogen. Im Nachhinein stellte sich allerdings heraus, dass meine Paranoia in diesem Fall völlig unbegründet war.
Als E-Mail Client kommt Outlook für mich nicht in Frage - Exchange-Zugang benötige ich keinen, und die IMAP4-Implementierung ist ein schlechter Scherz, da geht nichts über den Donnervogel. Was Kontaktverwaltung und Terminkalender betrifft, funktioniert Microsofts Datenverwalter recht gut, außerdem hat man mit exotischeren Dienstprogramm als Oft-Handy-Wechsler schnell mal Probleme mit nicht unterstützten Programmen.
Natürlich versteht sich auch BB mit Outlook, allerdings erst, wenn man selbiges zum Standard-Programm für E-Mails macht; das scheint irgendwas mit Microsofts Datenaustausch-Protokoll zu tun zu haben; Desaster treten allerdings keine auf, BB vermeldet einfach nur, dass keine Standard-Anwendung fürs Messaging definiert sei. Ist diese Hürde genommen, wird der Rest zum Kinderspiel: das beginnt bei der vorbildlichen Einrichtung, bei der User die gewünschte Anwendung für den jeweiligen Datentyp (Kalender, Notizen etc.) wählt und jeweils die gewünschte Synchronisierungsrichtung wählt (vom/zum Gerät, two-way):

Wirklich überrascht hat mich im Vergleich zu Windows Mobile die rasante Erst-Synchronisierung. Die Erfassung und das Kopieren meiner rund 1.000 Adressdatensätzen nahm keine zwei Minuten in Anspruch.

Und während man bei Windows Mobile Drittanbieter-Software braucht, um eine Komplettsicherung des Geräts vorzunehmen, bringt der BB Desktop-Manager auch diese Features von Haus aus mit.
Fazit: Da hat jemand seine Usability-Hausaufgaben ordentlich gemacht: der BlackBerry überzeugt nicht nur im mobilen Einsatz, sondern versteht sich auch problemlos und in rasanter Geschwindigkeit mit de großen Desktop-Bruder.