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Neu bei Facebook: Fans raus, Community Pages rein

Alles neu macht der April – Social Media Berater und ihre Fake-Accounts müssen in Kürze keine Fans ihrer Kunden mehr sein, es reicht vollkommen, selbige zu mögen: Facebook rollt seit heute die längst überfällige Neu-Textierung aus. Eine noch wesentlich drastischere Neuerung als das ReWording kommt unter dem Namen “Community-Pages” daher: das sind automatisch generierte Übersichtsseiten zu allen möglichen Schlagwörtern – für Facebook ein weiterer logischer Schritt am Weg zur Netzvorherrschaft. Im Lauf der nächsten Tage werden die “Pages 2.0″ allen Usern zur Verfügung stehen, inklusive einer neue Verlinkungs-Möglichkeit für die im Profil angegeben Interessensgebiete. Klingt soweit harmlos, wird Facebooks Vormachts-Stellung als Social News Provider aber mit Sicherheit weiter zementieren.

Facebook Pages neu

Grafik: Mashable.com Weiterlesen

Blogistan Panoptikum KW32 2009

Das große Social Media Erdbeben der letzten Woche zeigt seine Nachwirkungen: denn wenn Twitter und Facebook zur gleichen Zeit Schluckauf haben respektive nicht mehr erreichbar sind, dann bleibt Millionen Nerds weltweit nichts anderes übrig, als vor die Tür zu gehen. Die unmittelbar bedrohlichste Auswirkung allerdings spüren unsere hochverehrten Stammleserinnen und Leser am eigenen Monitor: dieses Panoptikum hat sich eiskalt um volle 2 Tage verspätet! Der Absatz von Sonnenschutz-Mitteln und After-Sun Lotions sei ums 33-fache gestiegen an jenen schicksalhaften #Fail-Tagen, ergab eine Untersuchung des abhängigen Instituts für Anti-UV Kosmetik. Sofort tauchen die wildesten Gerüche Gerüchte auf, die auch sofort willig weiter-verbreitet wurden: der KGB wars! Aber bitte, die Herren und Damen Drehbuchautoren mussten aus James Bond ja eine verweichlichte, post-feministische Figur machen – das haben wir nun davon. Siehe dazu auch unsere erste News, also auf zum Blogistan Panoptikum von Linzerschnitte und datadirt.

DoS-Attacke auf FB, Youtube & Twitter

Judith aka Linzerschnitte Die Russen kommen! Und wenn sie schon nicht kommen, dann sind sie zumindest schuld. An der zeitgleichen DOS (Denial of Service)-Attacke auf Facebook, Youtube und Twitter in der vergangenen Woche nämlich. Das meint zumindest der georgische Blogger Cyxymy. Der hat nämlich Konten auf Facebook, Youtube und Twitter, welche anscheinend das Ziel der Hackerattacke des FSB, des russischen Geheimdienstes und KGB-Nachfolgers waren.

Vielleicht wurde der Angriff nur von gewöhnlichen Hackern ausgeführt, aber ich bin mir sicher, dass der Auftrag dazu von der russischen Regierung kam.

Grund für die Attacke sollen die kritischen Äußerungen des Bloggers über die Kaukasus-Politik der Russen sein. Gut, damit wäre also alles geklärt – und nein, wir haben das nicht erfunden, siehe ZDNet.

Lehrbeispiel: Lernen vom Big Fail

ritchie aka datadirt Wenn Real Estate Companys ihre Mieter wegen Twitter-Rufschädigung verklagen, dann der Bumerang ganz plötzlich zurückkommen: die betroffene Mieterin hat zwar nur 20 Followers, was die Forderung von $50.000 nur umso absurder erscheinen lässt. Copyblogger kennt die ganze Story:

If you haven’t heard the story yet, a Chicago real estate company called Horizon Realty Group filed a lawsuit against one of its tenants on Monday. She apparently made a snarky remark on Twitter, claiming that the company “didn’t care” about mold in her apartment. Horizon is suing her for libel, looking for $50,000 in damages to their reputation.
She only had about 20 followers, so this looked like a pretty harsh David and Goliath story. Unfortunately, Horizon’s legal and PR teams forgot what happened to Goliath. By Tuesday afternoon, the story of Horizon’s lawsuit had hit trending topics on Twitter. Which means that a peevish remark made in front of 20 people has now found its way to hundreds of thousands.

Tja… mit einer simplen Rückmeldung hätte diese PR-Katastrophe einfach abgewendet werden können. Mit dieser Story hat sich Horizon jedenfalls einen Platz im Olymp der Twitter-Marketing-Fails redlich verdient.

Friendfeed von Facebook gekauft

Judith aka Linzerschnitte Diese Meldung hat wieder mal ein wahres Twitter-Gewitter losgelassen: Facebook kauft Friendfeed. Friendfeed, der Social Media Aggregator, gilt als Vorbild für Google großangekündigte Kommunikationsrevolution Google Wave. Mit Facebook im Rücken kann Friendfeed, das alles kann, aber niemand kennt oder primär nutzt, wahrscheinlich seinen Untergang in die Bedeutungslosigkeit verhindern. Google ist damit in zweierlei Hinsicht eins ausgewischt: 1. Friendfeed existiert und funktioniert bereits jetzt. 2. Friendfeed wurde von einer Gruppe ehemaliger Google-Mitarbeiter gegründet. Im offiziellen Presse-Release auf Facebook heißt es dazu:

“Facebook and FriendFeed share a common vision of giving people tools to share and connect with their friends,” said Bret Taylor, a FriendFeed co-founder and, previously, the group product manager who launched Google Maps. “We can’t wait to join the team and bring many of the innovations we’ve developed at FriendFeed to Facebook’s 250 million users around the world.

TechCrunch hat das erste Interview mit Bret Taylor (Friendfeed-Mitgründer) und Chris Cox, Vize-Präsident von Facebook. Was weiter passiert, scheint aber noch unklar zu sein, wie dieser Beitrag am FriendFeed-Blog nahelegt:

FriendFeed.com will continue to operate normally for the time being. We’re still figuring out our longer-term plans for the product with the Facebook team.

Neue Spam-Welle auf Twitter

ritchie aka datadirt Twitter-Account Phishing scheint nach wie vor äußerst lukrativ zu sein. Mashable berichtet über eine neue Spam-Welle, deren Auslöser noch unbekannt ist:

Yesterday we noticed a strange occurrence on Twitter (Twitter): hundreds, if not thousands of Twitter accounts were sending out spam links, all at once. Most of these accounts weren’t your usual spam accounts, but regular Twitter users with real accounts, followers, and tweets. Then, the flood suddenly stopped. We wondered if it was just a strange group of accounts or a one-time attack. Now we’re fairly certain that isn’t the case.

Wie immer gilt: wer auf Nummer sicher gehen will, ändert am besten wöchentlich sein und bei Verdacht auf Hi-Jacking sein Passwort. Und nicht vergessen: die Änderung muss auf allen Clients und Services nachgezogen werden, denn permanente Log-In Versuche mit einem veralteten Passwort können ebenfalls zur (temporären) Account-Sperre führen.

30 Dollar fürs Time-Coverfoto

ritchie aka datadirt Die Journalismus-Honorare sind nicht nur im deutschsprachigen Raum im Keller. Georg Holzer berichtet über ein besonders drastisches Beispiel:

Robert Lam ist Fotograf in den USA. Als er vor eineinhalb Wochen das Time Magazine sah, freute er sich ganz besonders: Die ehrwürdige Publikation wählte eines seiner Fotos, die er bei iStockPhoto anbot, für das Cover aus. […] Das Time Magazin bezahlte für das Foto übrigens 150 Dollar (Extended License), nach Abzug der Spesen bekam Lam für sein Bild 30 Dollar. Gar nichts, wenn man bedenkt, dass Fotografen für ein Foto am Time-Cover auch 3000 bis 10.000 Dollar bekommen.

In Österreich dagegen sieht die Lage völlig anders aus, wie Georg in dem lesenswerten Beitrag beschreibt, denn der Zugang zum fotographischen Hochamt ist streng geregelt:

Fotografen sind Modernisierungs- und Digitalisierungsverlierer par excellence. Einziger Zweck einer solchen – wie gesagt: einzigartigen – Gewerbeordnung ist es, Wettbewerb mit allen Mitteln zu verhindern.

Ich hoffe nur, ich darf weiterhin Fotos für mein Blog machen :mrgreen:

Google kauft Video-Softwarefirma

Judith aka Linzerschnitte Nicht nur Facebook, auch Google war in der letzten Woche wieder mal in Kauflaune. Diesmal hat man sich den Video-Spezialisten On2 Technologies einverleibt, um damit der Online-Videoabteilung des Konzerns, manchen als “Youtube” bekannt, ein hübsches Geschenk zu machen. On2 ist übrigens spezialisiert auf Video Codecs. Wikipedia meint dazu:

Es (Anm. li schni: On2) ist Hersteller einer Reihe wichtiger Video-Codecs, wie unter anderem VP3, der Grundlage für den freien Codec Theora, dem mit Version 8 von Adobe Flash eingeführten Codec (VP6) für Flash Video und den für die chinesische Enhanced Versatile Disc (EVD) vorgesehenen Video-Codecs (VP5 und VP6).

Fassen wir zusammen: Open Source Codec Theora, VP6 für Flash Videos und noch irgendetwas chinesisches (EVD). Vielleicht bald die neuen Standard-Video Codecs.

Avancierter Export für WordPress

ritchie aka datadirt BloggingPro stellte kürzlich ein äußerst interessantes Plugin für Viel-Blogger vor: der Advanced Exporter erspart viel Mühe, wenn man beispielsweise ein Blog in mehrere aufteilen und die Kategorien einzeln exportieren möchte:

With it, you can easily export a single category of a blog to import into another. That is something many people have wanted an easy way to do for a long time. You can also use the restrictions to create multiple WXR files in case you can’t import a single large file. Also worthy of note as that this plugin was entered into the WeblogToolsCollection plugin competition for 2009.

20mal WordPress pimpen

ritchie aka datadirt Out-of-the-Box kann unser Lieblings-CMS mittlerweile schon einiges – doch wer sich von der Masse abheben möchte, muss auf Bells-and-Whistles setzen. Das Designmag stellt zwanzig Add-Ons vor, für deren Umsetzung allerdings grundlegende Web-Programmierkenntnisse erforderlich sind. Der Aufwand zahlt sich aus:

One of the reasons WordPress is so popular is because of its flexibility. Designers, developers, and bloggers have plenty of options. In this post we’ll look at a combination of tutorials for improving a WordPress-based site, and plugins that can provide added functionality that will bring new possibilities.

Alle Methoden sind ausführlich in einzelnen Tutorials beschrieben – eine gute Gelegenheit, sich näher mit Erweiterungsmöglichkeiten für WordPress zu befassen.

Ketzerisches Gespräch der Woche: Niko Alm versus Andreas Khol

Judith aka Linzerschnitte Ich war mir nicht sicher, ob der intellektuelle und feinsinnige Diskurs zwischen Gerhard Dörfler und HC Strache (Dörfler, Regent der Provinz Kärnten: “Wenn sich der Heinzl benimmt, haben wir kein Problem.” Strache: “Schau, jetzt hat er den Heinzl zum österreichischen Türken erklärt.”) über das Universum an sich und den Sinn des Lebens im Speziellen das Gespräch der Woche werden sollte. Dann hab mich aber aus persönlichen Gründen doch für Niko Alm versus Andreas Khol entschieden. Es wird Zeit, dass die Welt erfährt, dass alle Menschen gleich, aber christlich-konservative Politiker doch wesentlich gleicher sind:

Andreas Khol: An sich tun Sie mir ja als Atheist leid. Sie repräsentieren vier Prozent der Bevölkerung. Dass 96 Prozent sich irren, kann ich mir nicht vorstellen.

Hier das komplette Interview – und ein paar ergänzende Anmerkungen von Niko.

Foto der Woche

Achtung – hier kommt ein Vogel, der nix mit Twitter zu tun hat! Jimmy Davao hat den weißen Flieger samt Reflexion perfekt aufs Bild gebannt:

vogel-klein

Judiths Video der Woche – Flieg, Fernsehturm Berlin!

Kein Stern, der deinen Namen trägt. Aber: Ein Phallus, der mit dir zum Himmel fliegt. Stoff für so manche Flugträume!

Ritchies Video der Woche

“A thousand shades of White” nennt icescapes diese grandiosen Aufnahmen aus dem Ilulissat Eis-Fjord in Grönland:

These images were filmed during the 2006 Climate Change College, during which 6 students from the UK and the Netherlands ventured into the arctic wilderness to be trained as climate change ambassadors. Based on the experiences and knowledge gathered on several locations in Greenland, they launched various initiatives raising public awareness around the topic of climate change.

Und außerdem kommen Hunde drin vor – was will man mehr? :mrgreen:

Und damit sind wir auch schon am Ende des dieswöchigen Rückblicks angelangt – besten Dank für Ihre Whuffies, wir halten weiter die Augen und Ohren offen. Bis zum nächsten Panoptikum, wir lesen uns morgen!

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Blogistan Panoptikum KW20 2009

An diesem Wochenende durfte ich meinen 10.000sten Twitterfollower (respektive mein 10kste Followeress) begrüßen – allerdings hat mir die Vorstellung von Simon Leungs neuem Follower-Kettenscript gleich mal 700 neue Tweeping Friends auf einen Schlag gebracht – ich war zuerst äußerst skeptisch, aber die Idee ist in der Tat schwer genial: Einfach zum Ende der Seite scrollen, das Formular ausfüllen und auf “Tweet Now” klicken. Account-Daten werden keine gespeichert, aber jeder User erhält eine persönliche Landingpage, und selbige ein wenig zu promoten, kann nicht schaden. Mehr muss man nicht machen, außer natürlich gegebenenfalls vorher Auto-Follow auf Tweetlater auf “Vet Followers” umstellen… denn wer schnell auf den Zug aufspringt, kann ordentlich profitieren, aber in einem Monat funktioniert dieses “Twitter Ponzi Scheme” nicht mehr… die ersten, die’s benutzt habe, nennt man dann später Twittergurus und fragt sich, warum sie so viele Followers bekommen haben. Und weil ich zum Thema Follower-Aufbau auf Twitter derzeit mehrere Anfraqen pro Tag bekomme, gibt’s Anfang nächster Woche ein kleines Special zum Thema Re-Follow Services und Co. Und nun zu meinen übrigen Highlights aus den vergangenen sieben Tag:

Nicht nur tweeten, auch bloggen

Es gibt vermutlich noch mehr gute Gründe, warum man sich keinesfalls ganz auf Twitter stürzen sollte – Future Buzz hat 19 besonders stichhaltige zusammengetragen. Denn wer ernsthaft eine längerfristige Netz-Präsenz plant, kommt nun mal an einem eigenen Hub (und nur über den hat man die volle Kontrolle) nicht herum. Tag: Volle Zustimmung!

These are all just tools to share content and ideas, no more, no less. You need a cohesive strategy for all of them to drive conversions in one spot. A blog is the perfect place for that if you want focused attention and to build an interested community. What if any one network you don’t control falls out of favor or changes the rules? At the end of the day, self-hosted blog owners control the vertical and the horizontal, whereas on Twitter or any external network you’re at the whim of someone else.

Wann ist ein Desktop sozial?

Keine Panik, ich fange jetzt nicht mit Nachhaltigkeit und CO2-Fußabdrücken an – Anlass für diese Überschrift ist vielmehr eine äußerst lesenswerte Review verschiedener Social Desktop Clients auf Guruvan – denn wie überdurchschnittlich gut informierte Nerds längst wissen, sind/waren Twitter-Clients bloß die Spitze des Eisbergs, und die kurze Ära der Widgets scheint vorbei, denn das Web 2.0 erobert immer mehr Platz am Desktop: kein Wunder, denn schließlich unterstützen die neuen Client-Generationen nicht nur mehrere Networks, sondern sogar multiple User auf ebendiesen. Besonders avanciert und flexibel wahlweise als Browser- oder lokale Adobe-Air-Applikation nutzbar scheint PeopleBrowsr:

The number of networks I can access is unparalleled. Not only does it have access to all that Sobees does, but Digg, LinkedIn, Myspace, identi.ca, Photobucket, and Plaxo too! And Peoplebrowsr has its own network, that allows you to share groups and view someone’s entire known social graph. You can publicly tag people. PeopleBrowsr supports multiple user accounts (simultaneously) on several networks, and has search and geo-location features I’ve only just begun to explore. And if this is all too complicated for you get wrap your brain around at first you can use PeopleBrowsr in “Lite” mode, and just have one of the top Twitter clients. The search functionality and groups make PeopleBrowsr Lite even more powerful than Tweetdeck.

What goes around comes around

“Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus,” lautet das deutschsprachige Äquivalent dieses Spruchs, oder in der christlichen Negationsform: “Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.” Simpel eigentlich, aber erzählen Sie das mal einem General, der gerade mit seinen neuen Waffen spielen darf. Ich finde, dass Big Ant International den “Gold Pencil for Design” für ihre aktuelle Anti-Kriegs-Kampagne in der Kategorie “Public Service Poster” gewonnen haben. Auf The Inspiration Room sind alle Sujets online: die Plakate im extremen Breitformat entfalten ihre Botschaft erst, wenn sie um eine runde Säule geschlungen werden und sich die Katze sozusagen in den Schwanz beißt – schauen Sie sich das an!

Wer verdient wie viel an einer Milliarde verkaufter iPhone-Applikationen?

Der Applikationsmarkt für Handys gilt immer noch als Hoffnungsträger einer ganzen Branche – und vor wenigen Tagen gab Apple die Installation der einmilliardsten iPhone Applikation bekannt. Klingt beeindruckend, oder? Aber Stan Schroeder hat für TechCrunch den Entmystifizierungs-Rechenstift ausgepackt und kommt zu einem vergleichsweise ernüchternden Ergebnis in punkto Gewinn für Apple

Anywhere between $20 and $45 million; when you count in LSVP’s approximation that the ratio of free to paid apps, is somewhere between 1:15 and 1:40, and O’Reilly’s estimate that the mean price for paid apps is $2.65. Multiply these numbers and you get revenue of $70-$160 million; Apple’s 30%, which is how much they get from each sold application puts their chunk of the cake at $20-45 million.

Der Autor kommt zu den Schluss, dass Apple eben doch immer noch primär eine Hardware-Company sei, der Applikationsmarkt aber einen wichtiger Treiber für den Absatz der Geräte darstelle. Also wieder mal das alte Spiel der der Umwegrentabilität… irgendwie will die Aufmerksamkeitsökonomie auf breiter Basis nicht so richtig in die Gänge kommen, zumindest wenn man genauer hinschaut…

Twitter um etwa 1935 herum

Charlie Grover hat einen Beitrag aus “Modern Mechanix” eingescannt, der im August 1935 erschien. Leider sind alle Rechte am Bild reserviert – ich find’s ja mehr als skurril, dass man sich traut, ein Copyright-Zeichen unter einen Scan aus einer Zeitschrift zu setzen, aber wie auch immer: Twitter robot from 1935 muss man gesehen haben! [via @dudeman718]

Der Personensuchmaschine Herr werden

Über Aim.at bin ich auf einen interessanten Artikel der ARGEn Datenschützer gestoßen. Wer sich von 123people, Yassni und Co. aufs reputations-technische Glatteis geführt sieht, findet hier eine Standard-Unterlassungserklärung, die bei weiter Verbreitung das Business-Modell der Personensucher gefährden könnte. Die klingt ungefähr so:

Ich habe festgestellt, dass Sie meinen Namen ….. dazu verwenden, auf ihrer Webseite zu meiner Person zutreffende und nicht zutreffende Informationen zusammen zu stellen. Diese Zusammenstellung teilweise richtiger, teilweise fehlerhafter Informationen ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Ich sehe meine Persönlichkeitsrechte und meine Kreditwürdigkeit dadurch beeinträchtigt. Sie werden daher aufgefordert, ab sofort keine derartigen Zusammenstellungen mehr durchzuführen, zu verbreiten, zu veröffentlichen und eine entsprechende Unterlassungserklärung abzugeben.

Der Push-Up BH mit Auto-Follow

Oder besser gesagt Autopilot. Große Dankbarkeit gegenüber Gizmodo: Wann hat man als Tech- und Marketing-Blogger denn sonst schon Gelegenheit, über Brüste und deren Idealzustand vor dem Geschlechtsverkehr zu schreiben? Ein Traum wird war, glauben die Macher: denn die Frau zum geilen, hemmungslosen Tier wird in Stimmung kommt – festzumachen an der Körpertemperatur – dann beginnt der integrierte Memory-Foam seine schmutzige Täuschungsarbeit zu verrichten und täuscht ad hoc Pamela Anderson Dimensionen vor. Nein, ich hab mir das echt nicht ausgedacht:

The integrated memory foam bra reshapes under the influence of heat to enhance cleavage, making a woman more desirable when she’d like to be desirable. Or, you know, when she’s just a little sweaty.

Tja, damit taugt der BH mit Eigenleben wohl höchstens für Golferinnen… besonders lustig stelle ich mir diese Unterwäsche aber in Situationen vor, in denen sich die Körperwärme nicht direkt aus Geilheit, sondern eher aus anderen Gründen erhöht: irgendwie kommt das ganze Konzept einfach nicht so richtig durchdacht vor.

SEO-News der Woche

Sehr sympathisch finde ich die neue gelaunchte Video-Metasuche von Adrian Meyer und Marcel Wengel, und das liegt – ich will hier gar nicht unnötig verkomplizieren – am Namen: der ViFrog klappert alle Plattformen abn, bis zum Beta-Launch Ende Mai gibt’s eine Preview auf SEO-Handbuch.de. Two thumbs up fürs Logo!

Die Beschreibung der Description

Der SEO-Evangelist leuchtet alle dunklen Winkel des Description-Tags aus:

Als vor Jahren meta-tags unter Insidern noch als Geheimwaffe bei der Suchmaschinenoptimierung galten und dem daraus resultierenden Missbrauch, wurde es plötzlich ruhig um sie, nachdem die Suchmaschinen sie nun auch nicht mehr mit ins Ranking einbeziehen.
Sicherlich spielen meta-tags heutzutage keine Rolle mehr bei der Platzierung einer Website in den Suchergebnissen, dennoch sind einige von ihnen nachwievor noch ein sinnvoller Bestandteil der OnSO (OnSite Optimization), die auch dabei helfen können mehr Besucher auf eine Internetpräsenz zu bekommen.

Guter Punkt – und wer immer schon mal wissen wollte, warum eigentlich noodp in seinem WP-Header steht, sollte das Posting unbedingt lesen :mrgreen:

Und sonst? Nix interessantes die Woche… war irgendwie recht ruhig im SEO-Haifischbecken, was wohl nur daran liegen könnte, dass alle üblichen Verdächtigen momentan mit Twitter beschäftigt sind und die Keywords sozusagen nackt und ungeschützt rumliegen!

Video der Woche

Shane Dawson hat das Gewicht der Welt auf seine Schultern genommen und getan, was noch keinem vor ihm gelungen ist: der populäre Video-Podcast hat das beste Sexvideo auf Youtube ever aufgenommen. Ich hab’s gerade von Linzerschnitte geschickt bekommen und verstehe jetzt endlich, wie die Sache mit den Donuts und den Bananen und den Bienen und den Blumen und dem vorehelichen Fickverbot wirklich funktioniert! Shane’s Aufruf zum Einsenden von Video-Antworten blieb ebenfalls alles andere als unbeantwortet: 252 Youtuber legen für ein weltweites Publikum ihre ersten Quests zur Erlangung des geheimen Wissens über die wahre Funktion von Penis und Vagina offen dar und ersparen zukünftig allen Eltern dieser Welt peinliche Aufklärungsgespräche:

YouTube Preview Image

Und das war’s auch schon wieder mit dem aktuellen Wochenrückblick – nächste Woche gibt’s die angekündigten Twitter-Tipps, außerdem stehen zwei Interview-Videos von der Identitat09 am Redaktionsplan. Danke für Ihre Whuffies, wir lesen uns am Montag!

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Blogistan Panoptikum KW07 2009

Blogistan PanoptikumWillkommen beim sonntäglichen Blogistan-Panoptikum, diesmal quasi live aus Dorfgastein. Coolerweise hat Kerstin, die Tochter des Hauses Kirchenwirt, endlich wieder eine Bar aufgesperrt, und zwar direkt beim Schwimmbad. Eine Alternative zur Kuh-Bar, meiner persönlichen Vorstellung von Party-Apokalypse, war sowieso längst überfällig – und ich hätte wirklich nicht damit gerechnet, in DoGa einen erstklassigen Mojito serviert zu bekommen. Morgen geht’s auf den Berg, aber vorerst noch die Blogosphären-News der Woche:

Feedburner wird bei Google-Services integriert

Schon so mancher hat sich gewundert, warum Big G den vor längerer Zeit erworbenen RSS-Aggregator Feedburner als eigenständiges Service weiterleben ließ, anstatt ihn ins eigene Service-Portfolio zu integrieren. Nun denn, die Verwunderung fand letzte Woche ihr jähes Ende: die Seite wird zukünftig Teil der Google-Services. Genauere Hintergründe zur Migration und der damit einher gehenden AdSense-Integration erfährt man auf Burning Questions, dem ehemals offiziellen Feedburner-Blog:

Following on the footsteps of this account migration, FeedBurner will start to look and feel more like a set of Google services, and we will be completing much tighter integration into other Google services such as Google AdSense. (If you are a feed advertiser, don’t worry: we have some happy surprises coming for you as well, and if you are an advertiser who is not yet a feed advertiser, you too shall be blessed with good fortune.)

Wer das MyBrand Feature nutzt, muss Updates an der DNS-Konfiguration vornehmen, die Infos dazu sollten dieser Tage via Mail eintrudeln. Liest man das letzte Posting der Macher, so drängt sich unweigerlich der Eindruck auf, dass die Betreiber der Plattform nicht übermäßig glücklich über die Zäsur sind – mal sehen, ob Google es schafft, FeedBurner sinnvoll weiter zu entwickeln, oder ob die Plattform vor sich hin dümpeln wird.

Tweets machen Leute

Und nicht Kleider. Aber Tweets machen jetzt auch Kleider, und zwar mit wenigen Klicks. Und das kommt so: Michi Kamleitner hat letzte Woche sein neues Mash-Up Tweetshirt gelauncht:

It’s pretty self-explanatory, just enter your Twitter-username, and choose the tweet you want printed on a shirt from your recent & favorite tweets.

Auf Fullfilment-Seite stehen Zazzle und die TShirtAG Printer bei Fuß – tja, so schnell kann’s gehen und schon trägt man ein Unikat auf der Brust! Nette Idee, denn natürlich sieht das ganze gleich viel geekiger aus als ein simpler Slogan. Und notfalls kann man ja vorher noch das passende Tweet selbst rausschicken!

Newsletter-Tipp: Bruce Schneiers Crypto-Gram

Nicht, dass es sich um eine Neuigkeit handelte: wer sich mit Online-Security und Kryptographie beschäftigt, stößt unweigerlich eher früher als später auf den Namen Bruce Schneier. Der amerikanische Sicherheitsexperte veröffentlicht seit mehreren Jahren seinen Crypto-Gram Newsletter, der sich durch hochkompetenten Umgang mit einem sensiblen Thema auszeichnet. In der aktuellen Ausgabe findet sich ein hochinteressantes Editorial zum Thema “Helping the Terrorist”:

Let’s all stop and take a deep breath. By its very nature, communications infrastructure is general. It can be used to plan both legal and illegal activities, and it’s generally impossible to tell which is which. When I send and receive e-mail, it looks exactly the same as a terrorist doing the same thing. To the mobile phone network, a call from one terrorist to another looks exactly the same as a mobile phone call from one victim to another. Any attempt to ban or limit infrastructure affects everybody. If India bans Google Earth, a future terrorist won’t be able to use it to plan; nor will anybody else. Open Wi-Fi networks are useful for many reasons, the large majority of them positive, and closing them down affects all those reasons. Terrorist attacks are very rare, and it is almost always a bad trade-off to deny society the benefits of a communications technology just because the bad guys might use it too.

Ein Abo des Newsletters kann ich uneingeschränkt empfehlen – hier geht’s zur Anmeldeseite.

SEO-News der Woche

Manche optimieren nach Schema F, andere vertrauen auf die Kraft der Foren und Big G straft sich in bester katholischer Tradition gleich mal partiell selbst ab, um die Sünden der SEOs auf sich zu nehmen. Aber ob hinter jeder unsinnigen Meldung wirklich ein Masterplan steckt, wage ich nicht zu beurteilen.

Ein Kanon wider die Duplizität

Nein, hier wird nicht gesungen – vielmehr soll der neue Meta-Tag “canonical” den großen Suchmaschinenanbietern helfen, die Duplicate Content Problematik(en) in den Griff zu kriegen. Alles Wissenswerte dazu findet man bei Thomas Zeithaml:

Das HTML Tag wird ähnlich wie das Tag im Bereich der Webseite definiert. Die Syntax lautet wie folgt:

<link rel=”canonical” href=”http://www.example.de/product_info.php” />

Hier wird also einfach die Seite ohne Parameter angegeben, die für Google als eindeutige URL gelten soll. Für WordPress, Drupal und Magento gibt es bereits schon Plugins die dieses Tag berücksichtigen.

Bleibt wohl nur zu hoffen, dass Cpt. Canonical mehr Erfolg beschieden ist als seinem kleinen Brüderlein nofollow!

Hilfe, meine Fotos sind weg!

Was tun bei Content-Klau? Da Inspektor Columbo nur Morde untersucht und Monk anderweitig beschäftigt ist, muss man wohl oder übel selbst aktiv werden. Wie das sinnvollerweise geschehen kann, erklärt Torsten Maue in einem lesenswerten Beitrag. Im Ernstfall ist jedenfalls Kontaktaufnahme die erste Waffe der Wahl:

Da ich selbst betroffen bin zur Zeit, hab ich den Webmaster angeschrieben und um Entfernung gebeten, das ganze in Verbindung mit einer angemessenen Frist. Erst wenn da nichts geschieht werde ich das ganze meiner Anwältin überreichen. Viele werden sicher schon bei Androhung von rechtlichen Schritten der Entfernung der Inhalte Folge leisten. Man braucht also nicht sofort mit der großen Anwaltskeule loszuschlagen – kann man natürlich.

Wir und die Personalisierung

Dass ein immer größerer Anteil der Google-Nutzer eingeloggt surft und persönliche Ergebnisse serviert bekommt, wird das SEO-Business mit Sicherheit nachhaltig verändern. Und zweifellos ist die Wissenschaft von der Manipulation des Users eine komplexere als die von der Beeinflussung vergleichsweise simpler Algorithmen:

Wer zukünftig als SEO erfolgreich eine Webseite auf den vorderen Positionen etablieren will, sollte sich der Qualität der Seite sehr genau bewusst sein. SEO wie wir es heute kennen, also die Möglichkeit, beinahe jede Seite ganz nach oben bringen zu können, wird es schon bald nicht mehr geben.

Möglicherweise greift Gretus sogar eine Spur zu kurz: ich bezweifle, dass man derzeit *jede* Seite ganz nach oben bekommt.

Sind Sie ein Freund ausländischer Links?

Heftig diskutiert wird derzeit Sinn und Zweck gemieteter ausländischer Links. Und wie so oft im Leben gibt es keine klare Ja/Nein Antwort, wie SEOline.de elegant zusammenfasst:

Hat man beispielsweise einen Online Shop für Bayern und bezieht viele Backlinks aus Russland, oder Japan, dann wird sich das nur begrenzt förderlich auswirken, da Google keinen relevanten Bezug herstellen kann. […] Betreibt man selbst allerdings einen internationalen Online Shop, dann können sich solche Links durchaus positiv auf das Ranking der Seite in den SERPs auswirken, auch wenn der Sitz in Deutschland ist. Ein Link ist nämlich eine Empfehlung – zumindest im Sinne von Google – und warum sollte jemand, der sich im Ausland befindet, einen Shop nicht empfehlen können?

Video der Woche: Twestival Vienna

Dan aka MountainDan aka The next Stephen Spielberg hat sein Video zum Twestival Wien auf Vimeo online gestellt – pure HD Goodness, und meiner Meinung nach gestaltungstechnisch äußerst gelungen. (Und das sag ich keinesfalls, weil Dan mich auch interviewt hat :mrgreen:):

Und damit geht dieses sonntägliche Panoptikum auch schon wieder rasant seinem unvermeidlichen Ende zu. Morgen schmeiß ich mich auf die Piste, idealweise mit Zigarette im Mund und ohne Helm – irgendjemand muss ja schließlich gegen den Zeitgeist schwimmen. In diesem Sinne: einen wunderschönen Restsonntag, wir lesen uns am Montag!

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Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
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Pownce stellt mit 15.12. den Betrieb ein

pownce sperrt zuDie Betreiber des Twitter-Klons Pownce glauben die Aussichtslosigkeit der Copycat-Lage erkannt zu haben und stellen mit 15. Dezember den Betrieb ihrer Microblogging-Plattform ein. Gegründet wurde der Service im Jahr 2006 von Digg-Mastermind Kevin Rose, er wechselt nun mit dem gesamten Team zum us-französischen Konzern Six Apart. Die auf Blogging-Software spezialisierte Company betreibt die TypePad Plattform, die Aggregator-Seite Blogs.com und entwickelt mit Movable Type den einzigen ernst zu nehmenden WordPress-Kandidaten. Beim neuen Arbeitgeber, der Pownce für eine ungenannte Summe aufkaufte, soll sich das Team neuen Aufgaben widmen.

Feature-technisch bietet/bot Pownce zwar einige Besonderheiten, für den vollen Funktionsumfang verlangten die Betreiber allerdings 20$ pro Jahr für einen Pro-Account. Das rasche Ende von Pownce führt einmal mehr vor Augen, dass man die eigenen Webpräsenz niemals in die Hände eines einzigen Drittanbieters legen sollte: zwar steht bis zum Runterfahren der Server eine Exportfunktion bereit, die einen Re-Import in WordPress und das CMS-System des neuen Arbeitgebers ermöglicht. Allfällige Suchmaschinen-Platzierungen sind allerdings futsch. Am Blog geben sich die Gründer relativ wortkarg:

We’ll be closing down the main Pownce website two weeks from today, December 15th. Since we’d like for you to have access to all your Pownce messages, we’ve added an export function. Visit pownce.com/settings/export/ to generate your export file. You can then import your posts to other blogging services such as Vox, TypePad, or WordPress. For our Pro members, we’ll be emailing you soon with more information about your Pro account.

Mir persönlich wird Pownce nicht fehlen: ich hab mich zwar irgendwann mal registriert, die Seite jedoch nie verwendet. Wozu auch? Im Gegensatz zum musikalisch orientierten blip.fm oder anderen Anbietern, die versuchen, die Microblogging-Mechanik multimedial auszuweiten, bietet Pownce keinen echten Mehrwert, und so hält sich die Trauer der Netzgemeinde in engen Grenzen:

I’ve been a member of Pownce since day one and at one point, a devoted member and daily visitor. However, as time went on, recurring bugs weren’t fixed, feedback wasn’t acted on, other services launched, original members abandoned ship and eventually, so did I.

TechCrunchIt geht sogar noch einen Schritt weiter und sieht aufgrund der hohen Popularität des Duos Twitter/Friendfeed kaum Marktchancen für Konkurrenten:

If FriendFeed is a parasite service of Twitter, then the only conceivable entry point now is as a parasite service of FriendFeed. What would that entail? It would have to be a service that thrived on being absorbed as it seeded new functionality into the expanding messaging subsystem.

Der Anfang vom Web 2.0 Ende?

Anlass zu übermäßigem Pessimismus gibt das Ende von Pownce nicht, richtiger wäre es wohl, von einer Art Konsolidierungsphase zu sprechen. Andere Copycats, denen es bislang nicht gelungen ist, eine ausreichend große Community aufzubauen, werden Pownce mit Sicherheit folgen. Wie netzwertig schreibt, zählt am Ende des Tages eben nicht die Feature-Überlegenheit, sondern die Economies of Scale bestimmen, welcher Anbieter sich letztendlich durchsetzen kann.

Um die Zukunft der “Big 3″ Facebook, Twitter und Friendfeed muss man sich wohl wenig Sorgen machen, im übrigen dürfte die Luft in den nächsten Monaten etwas dünner werden. Entscheidend für die eigene Webpräsenz ist einzig und allein: wer Services wie Pownce und Co. im Marketingmix verwendet, sollte stets auf Diversifizierung achten. Und als primärer Hub macht sowieso einzig und allein eine selbst gehostete Seite Sinn.

Wie man seine Online-Reputation in Rekordzeit ruiniert

Diese Kolumne habe ich für das aktuellen Blogpiloten-Special Identity Management geschrieben.
Obwohl Echtzeitmedium, treten die wahren Qualitäten des Netzes erst auf lange, manchmal auf sehr lange Sicht zutage: denn dank der Versatilität digitaler Daten und permanenter Fortschritte in punkto Totalerfassung benimmt sich das Netz meist wie der sprichwörtliche Elephant: es weigert sich zu vergessen. Das klingt nicht nur beunruhigend, das ist sogar äußerst verstörend, bedenkt man die Erkenntnisse der neueren Gehirnforschung: das Vergessen, so die Kartographen unseres Verstandes, sei, so die Apologeten dieser These in typisch-euphorischer Übertreibung, sei mindestens gleich, wenn nicht viel wichtiger als sämtliche Merkfunktionen zusammen. Nur dank der Gnade des Vergessens kann unser unruhiger Affengeist, wie die Buddhisten sagen, nämlich überhaupt die Flut der zahllosen Informationen vom Typ überlebensrelevant bis Klatschspalte langfristig sortieren.

Man kennt das ja vom Frühjahrsputz: wenn all das alte, nutzlose Gerümpel erstmal im Vorraum steht, scheint es unfassbar, dass all das Zeug jemals in das (nach wie vor vollgeräumte) Zimmer gepasst hat. Nicht auszudenken, wenn jedes unwichtige Detail sich uns für immer einprägen würde – oder wissen Sie noch, welches Ablaufdatum auf der Milchpackung stand, die Sie vor 53 Tagen eingekauft haben?

Falls Sie Ihre Rechnung im Supermarkt mit Ihrer Club-Vorteilskarte (raten Sie mal, welcher der beiden Geschäftspartner den „Vorteil“ hat) bezahlt haben, stehen allerdings die Chancen gut, dass irgendein Warendistributions/Customer Care/Marktforschungs Software-Monster von Datenbank sich sehr genau daran erinnern kann, dass Sie schon wieder die „Extra-Lang-Haltbar“ Milch wählten, obwohl Sie doch sowieso jeden dritten Tag einkaufen kommen. Komischerweise immer wieder Freitags in diese andere Filiale… was das wohl zu bedeuten hat? Zweifellos genug, als dass Ihnen Columbo 2.0 im Fall der vergifteten Milchpackung einen virtuellen Strick draus drehen könnte. Und ganz genau so funktioniert im Prinzip das Netz: irgendwas Belastendes lässt sich fast immer finden.

Doch bevor die Freude zu groß wird, nun die schlechte Nachricht: jeder Kriminelle braucht eine Vorgeschichte, und die will sorgfältig konstruiert sein, sprich: wer erst vor wenigen Wochen in die Internet-Siedlung frisch eingezogen ist, muss sich schon ein wenig anstrengen, um seine weiße Weste rasch im Dreck zu wälzen. Negatives Identity Management unterscheidet sich dabei seinem Wesen nach keineswegs von panoptischen Wunsch über die Vollkontrolle nach Selbstrepräsentation. Daher auch die wichtigste Regel: Immer den richtigen Namen und die gleiche E-Mail Adresse verwenden! Das gilt bei allen Registrierungen und generell überall dort, wo man im Internet aufgefordert wird, seinen Namen zu hinterlassen. Stellt man (möglicherweise später) kompromittierende Bilder und/oder Videos online, so sollte man darauf achten, eine gut indizierte Seite zu wählen und jedem potentiellen Interessenten Zugriff zu gewähren. Reichliche Ausstattung aller multimedialen Inhalte mit entsprechenden Meta-Informationen gehört zur Pflicht des digitalen Rauhbeins, auch hierbei muss selbstverständlich Regel 1 beachtet werden.

Auch nicht schlecht: Schimpftiraden an Mailinglisten senden, deren Archive öffentlich zugänglich sind. Oder es vielleicht irgendwann mal sein werden. Glücklich, wer über eine eigene Homepage, möglicherweise sogar mit Eigenname als Domain, verfügt: man muss sich ja nicht auf zweifelhafte Inhalte beschränken, sondern kann bei der Gelegenheit auch gleich die eine oder andere illegale Software, vielleicht mit einem Trojaner garniert, zur Verfügung stellen! Der Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt, lediglich bei Blackhat Maßnahmen ist Vorsicht angebracht: schließlich will man ja nicht aus dem Google-Index herausfallen.

Will man das doch, dann folgt das böse Erwachen häufig dann, wenn man feststellt, dass der Content-Aggregator von den Faroröer-Inseln weder auf E-Mails noch auf Anrufe an die Mehrwertnummer reagiert. Langweilige Zeitgenossen, die meinen, sich in virtuellen Umgebungen genauso höflich und bedachtsam gerieren zu müssen wie in der richtigen Welt, gibt es genug. Ein echter Netz-Rüpel sollte daher unter allen Umständen und um jeden Preis die folgende Frage vermeiden: „Würde ich das, was ich hier gerade von mir preisgebe, auch im Fernsehen erzählen?“ *

*Der Fast-schon-Ex-Programmintendant des ORF Lorenz hat dazu eine eindeutige Meinung.

Fotocredits:
Titelbild: Elefanten Groß-Klein von Johannes-D. / pixelio.de

 

Mitglieder gesucht: deutschsprachige Blogs auf Blogcatalog

deutschsprachige Blogs bei blogcatalog.comDer amerikanische Aggregator blogcatalog.com ist einer der derzeit interessantesten Blogging-Kataloge, sowohl von den Diskussions- und Vernetzungsmöglichkeiten als auch von der Marketing-Power: die Seite kommt im Jahr auf über 30 Millionen (!) unique visits, Design und Usability bilden ein vorbildliches größeres Ganzes und die Kommunikationsfunktionen sind äußerst durchdacht. Einziger Nachteil: wie alle Cutting-Edge Web 2.0 Services scheint bc so gut wie ausschließlich aus US-Blogs bestehen. Um das ein wenig zu ändern, hab ich soeben die Gruppe Weblogs in German language eingerichtet und freue natürlich über jeden Beitritt: registriert sind nämlich bereits rund 1.000 Weblogs in deutscher Sprache.

Die Gruppe kommt ganz frisch aus dem Ofen und ist sozusagen noch heiß – so sieht das ganze aus:

blogcatalog Gruppen-Screen

Eine der Stärken von Blogcatalog ist das sehr gut gemachte Gruppen-Diskussionsforum, allein dafür lohnt sich schon die Einrichtung der Gruppe. Außerdem kann’s nie schaden, der eigenen Seite ein bisschen mehr Visibility (und Google-Juice, bc selbst hat Pagerank 7) zu verschaffen, denn die Registrierung ist flott erledigt und es zahlt sich auf jeden Fall aus, dort präsent zu sein. Generell hab ich überhaupt den Eindruck, dass die deutschsprachige Blogosphäre den Wert von (gut gemachten, Crap gibt’s da draußen in Massen) Blogverzeichnissen unterschätzt. Ich denk mir: lieber in 5 gut platzierten Verzeichnissen drinstehen als in 1000 unnötigen Directories! Und zum ersten Mal mach ich sowas ja nicht – die Bumpzee und Mybloglog Gruppen haben sich als voller Erfolg erwiesen, wobei ersteres Service im Vergleich zu mbl in den letzten Wochen stark ins Hintertreffen geraten ist.

Beim Anlegen des Blogcatalog-Profils wählt man zwar die Blogsprache aus, gezielt nach Inhalten einer Sprache zu suchen, funktioniert allerdings nicht. Ein Auflistung erhält man, wenn man im Suchergebnis auf den betreffenden Language-Tag klickt – und da war ich durchaus überrascht über die große Zahl der Blogs by language / German. Um die fehlende Sprach-Suchfunktion ein wenig auszugleichen und auch untereinander diskutieren zu können, wär eine solche Gruppe also äußerst hilfreich. Beitreten kann man nach erfolgter Registrierung unter dem unten angegebenen Link. Dass die Gruppen-Diskussion als RSS-Feed abonnierbar werden kann, ist ein nettes Zusatzfeature. Also auf zum Erfahrungsaustausch! Den Beitritt hab ich auf händische Überprüfung eingestellt, für die Aufnahme gibt zur Abschreckung von Spammern 2 Kriterien:

a) Die Einträge müssen vorwiegend in deutscher Sprache verfasst ein.
b) Das Blog muss aktiv sein und mindestens 1 Eintrag in den letzten 3 Monaten aufweisen.

Wenn die Gruppe ausreichend wächst, kann man ja später mal thematische Differenzierungen hinzufügen, allerdings macht das natürlich erst Sinn, wenn genügend Teilnehmer beigetreten sind. Also geben Sie Ihrer Maus einen Ruck:

Hier geht’s zum Beitritt: Weblogs in German language auf blogcatalog.com

Seit kurzem bietet bc übrigens auch diverse Premium-Placement-Features an, die mir ebenfalls sehr gut gefallen – dazu hab ich am Wochenende ein Posting auf datadirt geschrieben: Blogcatalog premium features rule supremely. Ich hab mir mal testweise für drei Monaten den Suppsorter-Status geholt und halte die zusätzliche Exposure für recht sinnvoll, wobei man aber keineswegs Münzen einwerfen muss, um von den Vorteilen zu profitieren.

Testfreaks: Shopping-Mehrwert durch Aggregation

testfreaks.deDerzeit schaue ich mich intensiv am Markt der digitalen SLRs um – und dabei sind mir etliche Shopping-Aggregations-Seiten untergekommen. Unter zahlreichen “wir machen schnell Kohle mit SEO und Affiliate Marketing” Kandidaten fiel mir ein Hybrid aus Content-Aggregator, Community und Shopping-Mall auf, das echten Mehrwert beim Einkaufen im Netz bietet: Testfreaks.de verbindet umfangreiche Inhalte, aussagekräftige Usermeinungen und ein breites Produktportfolio mit einer usability-technisch meiner Meinung nach äußerst gelungenen Oberfläche.

Im Zuge meiner Recherchen nach der für mich geeignetsten Spiegelreflexkamera stieß ich auf die Einkaufs-Community der ziemlich anderen Art. Der positive erste Eindruck beginnt bereits bei der Suche: Via Ajax-Live-Update werden passende Treffer bereits während der Eingabe angezeigt – eine unglaublich hilfreiche Funktion für alle Benutzer, die nicht nach einer bestimmten Bezeichnung, sondern beispielsweise nach einer Modellreihe suchen möchten, alternativ kann man sich auch anhand der einzelnen (Sub)Kategorien das Angebot durchstöbern:

testfreaks.de Suchfunktion

Ebenfalls sehr übersichtlich und elegant designed präsentieren sich die einzelnen Produktseiten. Zentrales Element ist der “Freak Score”, eine Wertung, die sich aus Experten- und Usermeinungen zusammensetzt. Testfreaks bemüht sich außerdem, die Transparenz der Infos zu gewährleisten. Im Fall der Canon EOS D40 etwa sind derzeit 126 Expertenbewertungen, 739 Usermeinungen und 65 Foren Threads aus 262 Quellen und 35 Ländern vorhanden. Ausgesprochen relevant für potentielle Käufer ist natürlich der “Best Price” sowie die Preisvergleichsliste aller erfassten Anbieter. Die Hardfacts beziehen die Betreiber aus den Herstellerangaben, zusätzlich können die User in einer wiki-artigen Oberfläche eigenen Reviews verfassen oder auf Wunsch auch Fragen an die Community richten – für beide Features ist eine Registrierung erforderlich. Wo verfügbar, werden auch Video-Reviews und zusätzliches Bildmaterial angeboten:

testfreaks profilpage

Massiv viele Inhalte

Laut Eigenbeschreibung aggregieren Testfreaks Produktinfos aus insgesamt 60 Ländern – und das zeigt sich überdeutlich an der Zahl der Treffer selbst zu exotischeren Produkten. So existieren etwa zu dem von mir derzeit favorisierten Modell Canon EOS 50D bereits 4 Expertenbewertungen – und das, obwohl sich das neueste SLR-Modell aus der EOS-Reihe noch nicht mal am Markt befindet und bislang erst einige Exemplare an ausgewählte Tester vergeben wurden. Sehr smart gelöst ist auch die Sprachauswahl, denn wie oben erwähnt beschränken sich die zusammengetragenen Infos nicht auf deutschsprachige Tests: standardmäßig bekommen die User erst mal die deutschsprachigen Resultate angezeigt, ein Klick auf “alle Sprachen” bezieht auch englische und anderssprachige Seiten ein, darunter im Fall der EOS 50D auch ein Review in polnischer Sprache.

Fazit: Für Produktrecherchen und Preisvergleiche habe ich bislang vorwiegend Google und Geizhals verwendet – in punkto Zentralperspektive ist Testfreaks.de allerdings weit überlegen. Während man bislang eigentlich nur die Wahl zwischen hässlicher, veralteter Benutzeroberfläche aber vielen Daten, oder gelungener Usability aber mangelnder Informationsmenge hatte, verbindet die Community beide Vorteile auf elegante Art und Weise. Wer sich öfter mal im Netz auf die Jagd nach Schnäppchen macht oder sich einfach nur einen Überblick über die aktuelle Marktlage verschaffen will, findet mit Testfreaks.de ein Portal, das Zeit spart und eine Fülle von Information sehr übersichtlich und brauchbar strukturiert – so macht Einkaufen im Web 2.0 Spaß.

Lijit.com: Potentiell geniale Social Web Suche mit Haken

lijitElaborierte Search-Plugins für WordPress existieren zur Genüge, denn die von Haus aus mitgelieferte, mysql-basierte Suche hat ein paar gewaltige Einschränkungen. Allerdings erfasst selbst das ausgefeilteste Such-Plugin nur jene Inhalte, die am eigenen Blog liegen. Wäre es in Zeiten des Syndikationswahnsinns denn nicht viel praktischer, sämtliche eigenen Inhalte, die auf diversen Social Plattformen von BlinkList über FlickR bis StumbleUpon so rumliegen, zu indizieren? Lijit nimmt sich genau dieser Aufgabe an – und ich bin schlichtweg begeistert drüber, dass es zur Abwechslung doch mal ein genuin neues, copycat-freies Web 2.0 Service gibt. Sowas wär doch in Europa auch mal toll.

Die Registrierung bei Lijit erfolgt in Windeseile, nach der Eingabe der eigenen Blog-URL sucht das Script erstmal auf allen derzeit unterstützten Plattformen nach passenden Usernamen. Das funktionierte bei mir auf Anhieb ganz hervorragend, da ich auf einigen Seiten mit dem Usernamen “datenschmutz” registriert bin. Jene Plattformen, die nicht automatisch erkannt werden, trägt man händisch in die Liste nach.

Lijit aggregiert den Suchindex

Die Zahl der unterstützten Social Services ist mehr als beachtlich, deutschsprachige Seiten bleiben allerdings außen vor. Derzeit umfasst das Portfolio folgende Plattformen:

  • Social Bookmarks / Social News:: BlinkList, ClipMarks, delicious, digg, Faves, Furl, Ma.gnolia, reddit, StumbleUpon, Mixx
  • Fotos und Videos: flickR, Youtube, Vimeo, Viddler
  • Social Networks / Bloghoster: LinkedIn, Live Journal, MySpace, Twitter, MyBlogLog, TumblR, Disqs, intense debate, Facebook
  • sonstige Services: zusätzlich können beliebige URLs, RSS- oder OPML-Feeds eingetragen werden.

Im zweiten Schritt analysiert Lijit die eigene Blogroll und – falls vorhanden – das zugehörige MyBlogLog Profil und bietet an, die gefundenen Blogs automatisch als Infoquellen für die Suche mit aufzunehmen. Auf diese Art und Weise sucht man wunschweise also nicht bloß in eigenen Inhalten, sondern in seinem gesamten sozialen Online-Mikrokosmos: ein Feature, das mir ganz hervorragend gefällt.

Das Suchergebnis wird dabei wahlweise als Floating Layer eingeblendet, ein Wechsel der Seite ist nicht erforderlich. Die Suche funktioniert reibungslos und schnell, die Darstellung ist übersichtlich – wäre da nicht die eingeblendete Werbung, die Lijit für mich auf datenschmutz unbrauchbar macht. Wer das ganz mal testen möchte, kann einen Blick auf datadirt werfen, dort hab ich das Search-Widget eingebaut:

lisearch

Leider existiert derzeit kein Premium-Modell: für eine werbefreie Variante, die ich fest in datenschmutz integrieren kann (eventuell ohne floating layer), würd ich sofort 5 Dollar im Monat bezahlen. Ich war mit den Betreibern bereits in Kontakt, eine Bezahlversion ist zumindest derzeit nicht geplant:

Lijit does not currently have a paid service offering as we believe most of our publishers would rather “pay” for their use of the service though the display of ad units.

Ein echtes Killer-Feature ist die Explore-Funktion: anhand von Incoming und Outgoing Links wird das eigenen Beziehungsnetzwerk als dynamisches, klickbares Diagramm dargestellt – klingt kompliziert, geht in der Praxis aber ausgesprochen flockig von der Hand:

explore lijit

Fazit: von allen Aggregatoren, die für sich beanspruchen, sowas wie ein zentraler “social hub” im Web 2.0 zu sein, hat Lijit für mich das größte Potential. Die “Explore” und “Surprise me” Funktion machen Spaß, die Kernaufgabe “Suche” erfüllt Lijit hervorragend. Ich bin sehr gespannt, wie sich das Service weiterentwickelt.

#bcts: Zurück vom Barcamp Traunsee

barcamptraunDer Traunsee rockt panoramatechnisch ganz gewaltig (im Wasser war ich nicht), das alte Kloster präsentierte sich als extra-tolle Location und nach einigen Monaten Barcamp-Pause fühlte es sich toll an, mal wieder eineinhalb Tage mit intensiven Diskussionen zu verbringen. Erstmal ganz herzlichen Dank an Fast-Allein Organisatorin Meral: alles hat perfekt geklappt, und was mir besonders gut gefallen hat: diesmal standen keine Projekt- oder Start-Up Vorstellungen im Vordergrund, sondern die meisten Sessions beschäftigten sich reflexiv mit aktuellen Entwicklungen. Ein paar Vorträge und viel Diskussion: Ablauf und Größe trafen genau meinen Geschmack.

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Blog-Formate im Wandel

Mich interessiert naturgemäß vor allem, wie sich Blog-Publishing Formate weiterentwickeln – Andi Klinger und ich haben dazu eine kleine Diskussion angestoßen, und zwar im Hinblick auf die immer populärer werdenden Aggregatoren-Services á la Friendfeed. Bekanntestes Beispiel in Österreich ist sicherlich Christian aka Phreak 2.0, der sein Blog vor kurzem zu einem “Actionstream” umgemodelt hat. Andi glaubt, dass neue Services die Stärken von Microblogs (etwa das rasche und unproblematische Posten á la Soup), Aggregatoren (Friendfeeds Social-Komponente) und “klassischen” Publishing Formaten in sich vereinen werden. Ich bin mir, was die Zukunft von Sammel-Streams betrifft, da durchwegs nicht so sicher. Ich selbst schätze ausführliche Postings, die zu einem bestimmten Thema eine echten Mehrwert bieten: aggregierte Feeds sehe ich eher als “Sideblogs” an. Sehr spannend wird übrigens die weitere Entwicklung von WordPress: die Vorstellung, dass aus dem Blog-CMS in gar nicht ferner Zukunft eine Art distributed Social Network werden könnte, lässt Freunden von Dezentralisierung und Rootservern (bei diesem Verein bin ich auch Mitglied) das Wasser im Mund zusammenlaufen… und BuddyPress, eine geniale Idee der WordPress-Macher, geht genau in diese Richtung. WP wäre dann nicht bloß ein Blog-CMS, sondern auf Wunsch ein kleiner “pluggable hub”: dass sich Funktionen wie Userbildchen (Gravatar), Software Updates (Plugin Repository) und Spam-Bekämpfung (Akismet) über optionale teil-zentralisierte Services abwickeln lassen, zeigt sich schon jetzt. Mit OpenID steht ein globales Login zur Verfügung – eigentlich liegt’s also nahe, auch die Social-Network Features bzw. das persönliche Profil samt Kontaktmanagement etc. über die eigene Page abzuwickeln.
Einziger Wermutstropfen: BuddyPress wird für WordPress MU (MultiUser) entwickelt, aber ich bin sicher, dass zentrale Funktionen kurz nach dem Release via Plugin auch für self-hosted WP-Seiten zur Verfügung stehen werden. Ganz im Gegensatz zu allen Unkenrufen vom Tod des Bloggens kann also von Stagnation gar keine Rede sein – ganz im Gegenteil. Berichte vom Barcamp gibt’s bisher bei Robert, im Almstudio und beim Bindestrich, weitere Postings werden sicherlich folgen.

#bcts auf Schusters Rappen

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Michaela war diesmal leider nicht dabei – und wer wäre ungeeigneter als ich, um über die modische Dimension des BC zu berichten? Dennoch nahm ich die schwierige Aufgabe an und präsentiere voller Stolz die Barcamp Traunsee Schuh Gallerie! Die Dichte an Manolo Blaniks war übrigens relativ niedrig – der modebewusste Web 2.0 Geek trägt meist Lederschuhe oder Turn-Fußbekleidung mit einem dezenten Retro-Touch. Gummisohlen sind bei einer derart hohen Dichte an Netzteil-Kabeln am Boden ein absolutes Muss!

Zurück vom Land der Reinanken

Ich war ausgesprochen glücklich darüber, mit dem Motorrad trocken nach Hause zu kommen – ein Stückchen Traunsee hab ich allerdings mitgenommen: ein großes Dankeschön an Axel, der Max und mir heute Früh fangfrische Reinanken besorgt hat. Diese nicht züchtbaren Süßwasser-Fische haben ein feines, weißes Fleisch, sind etwas fetter als Forellen und gelten als Delikatesse: das kann ich nur bestätigen: frische Kräuter und Meersalz in die Bauchhöhle, ein bisschen Olivenöl und dazu Petersilkartoffel: yummy! Zwei meiner Favorite-Fischrezepte folgen übrigens demnächst.

Fazit: Wär ich Wiener und/oder Krocha, müsste ich an dieser Stelle “superleiwand, Oida – Bamm” schreiben, aber so bleibt mir nur zu sagen: thx an alle Beteiligten für ein tolles Wochenende! Von jedem Barcamp hab ich bisher eine Menge Denkanstöße mitgenommen, denn diese Wochenenden sind sowas wie Durchlauferhitzer für Ideen-Mash-Ups: genau das liebe ich daran und ich freu mich schon sehr auf das CastleCamp Kaprun im September und aufs Barcamp Vienna bei HP im Oktober.

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Von Qypern und Hypes

qypelogoMeral hat mich zu einer neuen Social Community mit Local-Guides eingeladen: Qype steht, wenn ich das Konzept richtig verstehe, in direkter Konkurrenz zu Tupalo und Tripwolf. Eine solche Community lebt natürlich in hohem Maße von der Aktivität ihrer UserInnen. Ich hab mich nach der Registrierung mal in der Kategorie “Wien / Bars und Kneipen” umgesehen.

Dabei tauchen beeindruckende 40 Bildschirmseiten á 10 Einträge auf – die Daten haben die Betreiber offensichtlich von einem Aggregator eingekauft. Allerdings verfügt ein beträchtlicher Teil der Einträge bereits über einen oder mehrere User-Kommentare und Bewertungen. Zusätzlich zu den Öffnungszeit-Infos, der Adresse, der Homepage und diversen tags kann man verschiedene Locations, in Qype-Terminologie “Plätze”, mit Fotogalerien pimpen.

Qype Startseite

Qype Startseite

Unternehmen bietet Qype anders als die üblichen Branchenbücher (aber davon mehr nächste Woche!) bereits mit dem kostenlosen Package eine recht umfangreiche Möglichkeit der Selbstdarstellung:

Ihre Vorteile:

  • Suchmaschinenoptimierter Brancheneintrag
  • Unbegrenzt Fotos hochladen
  • Suchstichwörter hinzufügen
  • Einstieg ins online Empfehlungsmarketing

Und in der Tat verzichtet der Outgoing Link aufs nofollow: also ran an die Tastaturen, liebe Business-Owners! Zusätzlich bietet Qype Premium-Platzierungen an, bei denen ich vor allem den zweiten Punkt ganz besonders “interessant” finde :evil:

  • Sie stehen an 1. Stelle der Suchergebnisse
  • Sie werben auf den Qype Einträgen Ihrer Wettbewerber
  • Sie erhalten Flyer, um Ihre Kunden auf Ihren Qype-Eintrag aufmerksam zu machen
  • Sie haben keine Arbeit. Wir kümmern uns um alles
  • Neben den einzelnen Location-Profilen bietet Qype genau wie Tripwolf usergenerierte Guides zu verschiedenen Schwerpunkten an: in Wien sind unter anderem gelistet: “Naschmarkt whole day”, “Slow Food Vienna” etc. Das deutsche Magazin Focus hat Qype kürzlich getestet und für sehr gut befunden: in der Tat muss ich sagen, dass die Seite äußerst schnell lädt und die Usability keine Missverständnisse offen lässt – in punkto sauberem Code haben die Programmierer aber ordentlich gepatzt: 325 Fehler zeigt der W3 Validator auf der Startseite an. Aktiv sind die Betreiber derzeit in .de, .gb und .fr, die Seite ist auf Englisch, Französische und Deutsch verfügbar. Dazu kommen ein paar weitere Städte aus EU-Gefilden.

    Gäbe es nicht bereits Tupalo und Tripwolf, fände ich Qype sensationell. In Hinblick auf die Konkurrenz muss sich die neue Community allerdings definitiv den Copycat-Vorwurf gefallen lassen – und ich wünsch mir endlich ein WordPress-Plugin, mit dem ich ausgewählte Blogpostings “localizen” und automatisch bei allen derartigen Communities submitten kann.

    www.qype.com

    Sie nannten ihn den Connector

    MyBlogLogLogoÜberraschung: hab grad ein geiles neues Feature by mbl gefunden! MyBlogLog lässt sich nicht vom Zahn der Zeit benagen, sondern hört lieber auf Zeichen derselben: statt sich mit der Rolle als Blog-Aggregator zufrieden zu geben, setzt mbl auf Social Media Syndication. [schade, dass die Abkürzung SMS bereits vergeben ist.] Ächtüng: zartbesaitete Gemüter, die ihre Kontaktanfragen-Inboxes so sauber wie einen Toilettensitz im Grandhotel halten möchten, sollten lieber nicht weiterlesen.

    Ziemlich einzigartig (zumindest meines Wissens) ist der “Connector”. Man kann bei MBL nämlich seit längerem die eigenen Accountdaten für diverse Social Media Services wie Youtube, twitter, last.fm, friendfeed und viele weitere im eigenen Profil eintragen. Klickt man in weiterer Folge auf die eigene Kontaktverwaltung, taucht dort wie aus dem Nichts ein Karteireiter mit dem klingenden Namen Connector (beta) auf. Er stellt in einer übersichtlichen Tabellenansicht horizontal die eigenen Social Services und in der vertikal die eigenen Kontakt dar. In jeder Zelle steht eines der drei Symbole no service/not found (der betreffende User nutzt den jeweiligen Dienst nicht), connected (bereits in der jeweiligen Kontaktliste) oder connect. Klickt man darauf, öffnet sich die direkt die Kontaktanfrage-Seite der jeweiligen Community, so man dort eingeloggt ist Das sieht so aus:

    mblconnector

    Zusätzlich erspart ein vierter Button an jedem Zeilenende Klickarbeit: connect on all services öffnet alle in Frage kommenden Kontaktanfrage-Seiten: so findet man die eigenen Blogfans mühelos im großen weiten Internet wieder… und gewinnt neue Twitter-Followers, zusätzliche Friendfeeder und so weiter. Da hat Yahoo mal wieder was richtig gemacht – schade, dass myBlogLog MyBlogLog im deutschsprachigen Bereich nicht so richtig populär ist. Gar nicht auszudenken, was für evil twisted SMO-Schweinereien man damit (semi)automatisiert aufführen könnte… ander ausgedrückt: “Eine Syndikationsplattform sie zu finden, auf die Kontaktliste zu treiben und ein Weilchen zu binden.”

    German Blogosphere auf BumpZee: PR4

    bumpzeeAls Scott Jangro vor knapp einem Jahr dem Blog-Aggregator BumpZee ins Leben rief, hab ich eine Community namens German Blogosphere gegründet. Mittlerweile haben 94 BloggerInnen ihre Seiten eingetragen und die German Blogosphere hat schon eine ganze Weile lang einen stabilen Pagerank 4.

    Scott weiß eben, wie man Google-freundliche Syndikationsseiten baut; ich bin einigermaßen erstaunt darüber, dass die Wachstumsrate einigermaßen nachgelassen hat – aber den vollen Hunderter werden wir trotzdem bald erreichen. Ähnlich wie mybloglog syndiziert BumpZee RSS-Feeds und bastelt aus einem Teil der Inhalte einen dynamischen Web-Katalog, der statt Duplicate Content ein paar feine incoming Links generiert – speziell für neue Blogs eine gute Sache. Wer die German Blogosphere also bisher übersehen hat, ist natürlich herzlich eingeladen; einzige Bedingungen: das Blog muss in deutscher Sprache verfasst und jugendfrei sein. Et voila, hier geht’s

    zur Anmeldung

    PS: Stereophone hat damals auch Facebook eine gleichnamige Gruppe gestartet, die hat witzigerweise ebenfalls genau 94 Mitglieder – da müssen wohl irgendwo die Illuminati am Werk sein!

    BlogPingR: Smarter Updateservice für deutschsprachige Blogs

    blogpingrEin neuer Blog-Aggregations-Services nutzt das RPC Protokoll und ergänzt die klassische Ping-Aggregation um gut durchdachte neue Features – darauf sollte kein Blogger verzichten. Peter, Betreiber des neuen Services, füllt mit seinem Projekt BlogPingR definitiv eine Lücke:

    Ab sofort kann man auch den Pingservice von http://blogpingr.de anpingen. Entweder manuell (Formular) oder über die klassische XML-RPC Schnittstelle (z.B. WordPress). Andere Deutsche Services sind leider hoffnungslos überlastet und ich dachte mir deshalb, dass ich mal selbst so etwas entwickeln sollte…

    Dabei belässt es BlogPingR allerdings nicht beim simplen Aggregieren und hoher Verfügbarkeit, sondern will durch verschiedene Maßnahme längerfristig die Qualität sichern:

    BlogPingr.de hat seinen eigenen Crawler, der die Qualität der Zielseiten prüft und nicht-geeignete Blogs ausschließt (temp-Blacklisting). Darüber hinaus wird versucht in der Zielseite ein Thema zu erkennen und je nachdem werden die passenden Services ausgesucht, an die der Ping verteilt wird.

    Mehr Informationen findet man in der API Beschreibung; besonders spannend finde ich die Idee der themenspezifischen Weiterverteilung: wenn ein solcher Service zuverlässige funktioniert, erspart er jedem Blogger die laufende Pflege einer eigenen Ping-Service Liste. Einen solchen Service zu “zentralisieren” macht absolut Sinn; ich bin gespannt, wie sich das Projekt – selbstverständlich im Betastadium – weiterentwickelt, und welche Features der Betreiber sich einfallen lässt; der langfristige Erfolg steht und fällt mit hoher Verfügbarkeit einerseits und erfolgreicher Spam-Abwehr; da Peter sich auf diese beiden Faktoren konzentriert, schaut’s für die BlogPingR Zukunft meiner Meinung nach recht rosig aus.

    Warum wir überhaupt pingen

    Pingdienste nehme manuelle oder automatisierte Update-Meldungen in einem standardisierten Format entgegen und fungieren als Aggregatoren: anstatt auf den nächsten Besuch des Crawlers zu warten, lassen sich mit Pings Services Technorati, Google und Co. sozusagen in Publishing-Echtzeit über neue Artikel in Kenntnis setzen. Blog-Aggregatoren und Verzeichnisbetreiber nehmen Pings entgegen, um beispielsweise jederzeit die aktuellsten Schlagzeilen eines bestimmten Blogs anzeigen zu können.

    Wer WordPress oder ein ähnliches Blog-Publishing Tool verwendet, muss seine Pings keineswegs händisch eintragen, denn die standardisierte RPC-Schnittstelle sorgt dafür, dass sich Maschinen bzw. php-Skripte ganz ohne menschlichen Zutun unterhalten – Pings sind also sozusagen die gescripteten Klatschweiber des Web 2.0. Da die meisten BloggerInnen lieber mehr als weniger Leserschaft haben, werden Ping-Services gern genutzt, um mit wenig Aufwand zusätzliche Web-Präsenz zu generieren. Vor geraumer Zeit hab ich mal eine Liste mit 65 Ping-Services veröffentlicht; eine so riesige Zahl an Pingdiensten verlängert zwar geringfügig die Publishing-Zeit… aber zumindest die wichtigsten Services sollte jeder Blogger anpingen.

    Bei WordPress trägt man die betreffenden Adresse im Backend unter Settings -> Writing -> Update Services ein (respektive auf Deutsch Einstellungen -> Schreiben -> Update Services), dort gehört auch zu Eintrag zur PingR-RPC-Schnittstelle hin, welcher da lautet:
    http://blogpingr.de/ping/rpc2

    Twitter Szenarien und Tipps

    Als ich vor knapp zwei Jahren meinen ersten Twitter-Account angelegt habe, wusste ich noch nicht so recht, was genau ich denn eigentlich mit diesem Short Message Service anfangen soll. Inzwischen hat sich das Web 2.0 rasant weiterentwickelt – und die Einsatzszenarien werden immer vielfältiger.

    Zum einen wollten immer mehr Seiten wissen, was ihre User gerade so treiben: sogar Xing hat mittlerweile das Facebook-Status-Update kopiert. Aber wozu auf x Seiten immer das gleiche Gsatzerl reinschreiben, wenn Twitter ganz hervorragend als zentraler Einzeiler-Aggregator funktioniert?

    Für Facebook existieren ebenso wie für WordPress bereits diverse Plugins, mit denen sich die Tweets mehr oder weniger elegant ins eigene Profil respektive Blog integrieren lassen und mit Twhirl steht ein Desktop-Client für Mecks und PCs zur Verfügung, mit dem man komfortabel mehrere Accounts bespielen kann. Der Grundstein zum eigenen “Twitter-Imperium” wäre damit bereits gelegt; in den letzten Tagen hab ich ausgiebig recherchiert und ein paar recht brauchbare Tools gefunden, die ich der werten LeserInnenschaft keineswegs vorenthalten möchte.

    Twitter und WordPress

    Die einfachste Form, Twitter in die eigene Seite zu integrieren, besteht in der Einbindung eines Code-Snippets, welches die aktuellste Short-Message anzeigt. Dazu sind gar keine externen Werkzeuge nötig, besagtes Snippet kann man sich bei Twitter direkt auf der eigenen Profilpage abholen – wahlweise auch als Flash-File. (siehe rechte Menüspalte “Put your updates on your site!”)

    Aber natürlich geht’s auch viel komplizierter, oder, wie wir Webzwei-Nullen Nuller vorzusgweise sagen, elaborierter. Zum Beispiel könnte man Alex Kings Twitter Tools an Bord holen damit in zwei Richtungen synchronisieren: einerseits postet das Plugin auf Wunsch jeden neuen Blogbeitrag als Twitter-Message samt Tinyurl-Link zur Originalstory. Aber es geht auch anders rum: wer möchte, kann jede einzelne Twitter-Message als Blogbeitrag anlegen lassen.

    Für die meisten BloggerInnen dürfte diese Variante allerdings wenig Sex-Appeal besitzen… massiv viele 140-Zeichen Berichte machen bekanntlich noch keinen Blogsommer. Trotzdem lassen sich mit der Autoposting-Funktion lustige Dinge anstellen, wenn man folgendermaßen vorgeht:

    1. Eine neue, leere Kategorie für die Twitter-Postings anlegen
    2. Diese bei den twitter-Tools als Posting-Kategorie einstellen.
    3. Anschließend besagte Kategorie von der Startseite, vom Archiv etc. exkludieren

    Et voila: schon hat man alle eigenen Tweets in der WP-DB rumliegen, den passenden RSS-Feed dazu und kann in weiterer lustige Schweinereien anstellen – dafür braucht’s nicht mal besonders viel (SEO) Fantasie…

    Twitter und Facebook

    Da geht ebenfalls einiges – Facebook User können auf ganze Latte von Applikationen zurückgreifen; aber das mühsame Durchforsten des App-Verzeichnisses kann man sich sparen: Twittervision ist der heiße Scheiß: die Lokalisations-Erweiterung für Twitter ist sauber umgesetzt, lässt sich als kleine Box in der linken Profilspalte oder als große in der mittleren einfügen und – am allerwichtigsten – schickt Updates an den Facebook-Feed, sodass neue Tweets auch brav in der Timeline auftauchen.

    Twitter und der lokale Desktop

    twhirl, seines Zeichens multi-account fähiger Twitter-Client für den Desktop, setzt auf Adobes Air-Umgebung auf und verwaltet beliebig viele Twitter-Identitäten. Mit anderen Worten: die guten alten Facebook Fake Personae bekommen zu allem Überfluss auch noch einen Twitter-Account.

    Twitter und das Hendi

    Natürlich kann man Twitter via SMS beschicken; das ist schließlich Sinn und Zweck der Übung. Auf Smartphones mit beispielsweise Windows Mobile können allerdings Viel-Twitterer, die über kein SMS-Package verfügen, auch jeden gTalk fähigen Client verwenden: denn via Googles Instant Messenger lässt sich Twitter ebenfalls füttern; man trägt einfach nur den eigenen Account als Kontakt ein, und schon fallen die SMS-Gebühren unter den Tisch. Im Rahmen meiner persönlichen Machbarkeitsstudie hab ich mich für das exzellente Freeware-Programm OctroTalk entschieden, das für verschiedene Handy-Betriebssysteme verfügbar ist.

    Selbstverständlich will die obige Aufzählung keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erheben, sondern bloß einen ersten Überblick über die Möglichkeiten der Twitter-Integration ins eigene kommunikative Setup bieten. Natürlich gibt’s noch viele weitere Anwendungsmöglichkeiten – über Tipps und Anregungen freu ich mich natürlich, und daher möchte ich dieses Posting mit einer Frage beenden: LiebeR datenschmutz LeserIn, wie verwenden Sie Twitter?

    Alles neu bei Blogflux

    blogfluxUrsprünglich startete der US-Anbieter als reiner Blog-Katalog ohne Aggregations- oder Community-Features. Nun haben die Betreiber der Seite eine umfassende Frischzellenkur verpasst und bieten ab sofort eigene Inhalte, Community-Features und zusätzliche Blogger-Werkzeuge an.

    Sofort ins Auge stechen die “Featured Articles” auf der Startseite: mehrmals pro Woche gibt’s Insider-News von alten Hasen für Neueinsteiger, natürlich wird auch ein zugehörigen RSS Feed angeboten. Im Verzeichnis sind bis dato bereits deutlich über 100.000 Blogs eingetragen; registrierte UserInnen verfügen ab sofort über ein persönliches Profil samt Avatar-Bildchen und Kommentarfunktion.

    Übersicht über alle persönliches Features bietet das neue Control Panel: hier werden neue Blogs eingetragen sowie Bookmarks, Kommentare und Co. verwaltet – und neue Themes hochgeladen, denn Blogflux macht WordPress.org mit einer eigenen Theme-Sammlung Konkurrenz, die allerdings neben WP auch neue Optiken für so ziemlich alle gängigen und weniger gängigen Blog-Publishing System anbietet.

    Für Blogger, die ihre Seite via self-hosted WordPress betreiben, machen die diversen Abstimmungs- und Quiztools wenig Sinn, da sich WP via Plugins mit wenigen Mausklicks mit den entsprechenden Funktionen nachrüsten lasst – wer bei einem Bloghoster mit eingeschränkten technischen Möglichkeiten zuhause ist, darf sich über das simple Poll-Interface freuen, mit dem im Handumdrehen Umfragen erstellt und via HTML Code-Snippet ins eigene Posting eingebunden werden.

    Wie bei allen großen US-Blog-Communities dominieren – nona – englischsprachige Inhalte. Aufgrund des guten Rankings der Seite kann es aber auf keinen Fall schaden, das eigene Blog ins Verzeichnis einzutragen. Und mit der gut geschüttelten Mischung aus Katalog, mybloglog und Theme-Directory könnte sich Blogflux zu einer ernsten Konkurrenz für etablierte Aggregatoren entwickeln: wer weiß, vielleicht ergänzen die Betreiber ihre Serviceportfolio beim nächsten Update um Hosted Blogs und Technorati-artige Funktionen.

    Die soziale Mappe

    Trägt man nicht unterm Arm, sondern online. Aber eigentlich heißt Map ja auch gar nicht Mappe, sondern Landkarte – und über diese hat Blogginglegende Loic Le Meur einige spannende Aspekte zu erzählen:

    We used to have our social online presence very centralized, for me it was my blog. The current trend is very interesting, everything is decentralized and we only use the best services by type of media (text, photos, video, music, events etc). Everything we post is totally decentralized this is why tools like Mybloglog, Friendfeed and Socialthing start to gather all of these for us and it is a great idea.

    In der Tat spricht ein aktueller Trend deutlich für das Bedürfnis nach Dis-Augmentierung der Social Communities: Services wie Friendfeed oder socialthing haben es sich als bloße Aggregatoren zur Aufgabe gemacht, die diversen Aktivitäten auf Plattformen wie Facebook, Xing und Co. an einem zentralen Hub zusammenzufassen: technisch betrachtet eine recht triviale Aufgabe, da die beiden Seiten im wesentlichen einfach nur einzelne RSS-Parsen und entlang einer Timeline einen gemeinsamen Feed erstellen. Also eine Art publikumstaugliche Light-Version der Yahoo Pipes: das Setup eines solchen Feeds ist in fünf Minuten erledigt – im Profilsetup wird ausgewählt, was geshared werden soll. Den fertigen Eintopf darf man im Gegensatz zu soup.io nicht nachwürzen, Friendfeed und Co. beschränken sich auf den Read-Only Modus. So weit, so gut – aber ich kann Loic nur vorbehaltlos zustimmen, wenn er weiter schreibt:

    The challenge for Friendfeed and the like is that while I really like all my services gathered in one place, I would rather that these would be centralized on my blog instead of a third party service. Yes you can cross post or add badges, but it’s not really like a center feed in your blog. What I like about my blog is that it is my space, I own it, I can customize it and change it, I do not depend on anybody.

    Die Friendfeed-Idee schreit förmlich nach einem WP-Plugin: natürlich könnte man jeden beliebigen Feed-Parser die Aufgabe übernehmen lassen, z.B. den Friend-RSS-Feed in die Sidebar zu übernehmen. Allerdings könnte eine solche Lösung noch viel mehr leisten: anpassbare Filter (User, Stichwörter etc…), eventuell sogar nur passende Actions zu den Tags von einzelnen Stories – und vielleicht zusätzlich mit der Möglichkeit, den eigenen Feed um Kommentare zu ergänzen. Man könnte natürlich auch “from scratch” beginnen und eine Erweiterung schreiben, die das RSS-Parsing bzw. die Anbindung an die einzelnen APIs komplett übernimmt: eine solche Lösung wäre Drittanbietern wie Friendfeed weiter überlegen – volle Kontrolle über den eigenen Feed ist allfälligen Werbeschaltungen wohl bei weitem vorzuziehen. Also, liebe php-Artisten, versteht diesen Artikel ruhig als Wink mit dem virtuellen Zaunpfahl