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Wie bekommt man mehr Twitter-Follower?

twitter-profile-datadirtAm Wochenende hat mein Twitter-Account die 30k-Grenze überschritten, derzeit folgen mir knapp 32.000 Microblogger. Das ging zwar etwas schneller als erwartet, kam aber keineswegs vollkommen überraschend, da ich mich durchwegs aktiv um mehr Followers bemüht habe. Danke für den Support, danke an alle meine deutschsprachigen Followers! Als Dankeschön möchte ich ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern. In diesem Beitrag werde ich drei meiner erfolgreichsten Strategien Schritt für Schritt beschreiben, denn eines kann ich Ihnen garantieren: “Drücken Sie auf den Knopf und eine Woche später haben Sie 10.000 Followers” spielt’s nicht: um richtig viele und möglichst viele richtige (=thematisch interessiert) Microblogging-Kontakte zu sammeln, muss man unbedingt verschiedene Vorgehensweisen kombinieren.

Häufig taucht in Gesprächen über Twitter die Frage nach dem erforderlichen Zeitbudget auf: ich denke, dass es wenig Sinn macht, pro Tag mehr als 1-2 Stunden in Twitter zu investieren. In meinem Fall war’s in den letzten Monaten so, dass ich pro Woche zweimal 2 Stunden am Stück für diverse “Maintenance Tasks” (Tweet Scheduling, Follow-Friday Vorbereitungen, Follower Vetting, Mash-Ups evaluieren etc., dazu später mehr) benötigt habe und zusätzlich pro Tag im Durschnitt etwa 20 bis 60 Minuten fürs “Echtzeit-Tweeten”.

Das mag vordergründig relativ viel erscheinen, erwies sich aber unter anderem als eine der effektivsten Methoden, den Traffic auf meinen Blogs nachhaltig zu steigern – und mit den richtigen Tools und Clients lässt sich auf jeden Fall schon vom Start weg viel Zeit einsparen. Die Basics spar ich mir allerdings, und komme ohne weitere Umwege wie versprochen nun zu drei Follower-Building Anleitungen.

Caveat 1: Wer beschließt, dem natürlichen Lauf der Micro-Blogging Dinge etwas nachzuhelfen und seinen Account behalten möchte (Twitter wird immer strenger in der Spam-Bekämpfung), sollte unbedingt den Tina Turner Refrain beachten: Not push Twitter Limits! Es gibt Obergrenzen für die Zahl der Personen, denen man followen kann (grundsätzlich 2.000, und aber dieser Zahl dann maximal 20% mehr Usern als man selbst Followers hat), es gibt tägliche Limits für Private Messages, Restriktionen für die wiederholte Aussendung des gleichen Tweets, ein Limit für die maximal Anzahl an Usern, denen man pro Stunde folgen darf (100)… diese Zahlen ändern sich, und wer über die Stränge schlägt, riskiert, dass der eigene Account gesperrt wird – und das wär doch schade um die viele Arbeit. Siehe dazu auch Making Progress on Spam am offiziellen Twitter-Blog bzw. The Twitter Rules.

Caveat 2: Alle nachfolgend beschriebenen Techniken setzen voraus, dass man regelmäßig twittert, einen Avatar verwendet, sich generell darum bemüht, interessante Links zu posten und auf Anfragen reagiert. Kurzum: Content and Communications are King and Queen. Der Rest ist lediglich ein kleiner Durchlauferhitzer, aber für sich allein genkommen wertlos.

Der eingesprungene Such-Axel

Die Twitter-Suche bietet perfekte Möglichkeiten, Themen-affine User zu finden. Man nutzt dazu entweder das Web-Interface unter search.twitter.com oder – wesentlich komfortabler – die Suchfunktion des Tweetdeck Clients: der ermöglicht das Abspeichern von bis zu 20 Keyword-Trackings, die als eigene Spalten angezeigt werden.

Hilfreich ist dabei eine Liste mit relevanten Keywords bzw. Keyword-Kombinationen (Tweetdeck unterstützt auch die Boole’schen Operatoren AND und OR), die regelmäßig themenaffine User frei Haus liefert. Nach einem kurzen Blick auf das jeweilige Profil folgt man. Dabei ergeben sich auch ständig Anknüpfungsmöglichkeiten für Gespräche und so kommt man zugleich laufend mit neuen Usern, die sich mit dem gleichen Themengebiet befassen, in Kontakt.

Vorteil: Nichts geht über händische Selektion – das Followen lässt sich recht gut “nebenbei” beim Twittern erledigen – und je sorgfältiger man auf Themenrelevanz achtet, desto höher wird die Follow-Back Rate sein.
Nachteil: Zeitaufwendigste Methode, skaliert schlecht und erfordert regelmäßigen “Aufräumen” der Followed-Liste.

Der doppelte Tweetlater-Rittberger

Wer Twitter professionell nutzt, hat sich hoffentlich schon längst einen Tweetlater-Account zugelegt. Der Online-Service von Dewald Pretorius ermöglicht die zeitgesteuerte Aussendung von Tweet-Messages und verwaltet beliebig viele Accounts. Auch in der Free-Version sehr nützlich – die Power-Features stehen aber nur Pro-Usern zur Verfügung. Der Pro-Account kostet 20$ im Monat, die sich schon allein aufgrund der neu integrierten Follow-Funktion, die pro Account und Monat 1.200 User vollautomatisch recherchiert, mehr als auszahlen.

Während der Auto-Follow Mechanismus vor einigen Monaten noch recht nützlich war, ist Twitter inzwischen von zu vielen Spam-Accounts übersät, um diese Funktion weiterhin zu nutzen. Tweetlater bietet hier eine perfekte Lösung namens “Follower Vetting” an: sämtliche User, die dem eigenen Account folgen, kommen in eine übersichtliche Warteliste und werden mittels bestimmter Filter-Kriterien vorselektiert, die in meinem Fall so aussehen:

twitter-tweetlater

Alle zwei bis drei Tage schaut man die Liste kurz durch und nimmt allfällige Korrekturen vor – dass zusätzliche Statistiken (á la: von wie vielen Usern wurde dieser User geblockt etc.) angezeigt werden, macht den Auswahlprozess extrem effizient, und das ist auch notwendig: bei größeren Accounts sammeln sich schon mal 500 neue Followers oder mehr pro Woche an.

Die oben erwähnte Recherche-Funktion heißt “Friend Finder”. Selbiger muss pro Account aktiviert und konfiguriert werden. Da die Filterfunktionen äußerst granular arbeiten und beispielsweise auch Negativ-Keywords und viele weitere Einstellmöglichkeiten bieten, ist die Qualität der so generierten Vorschläge immens hoch. Die kommen (täglich bis zu vierzig) in die oben beschriebene Vetting-Liste, wo man nochmal einen Blick drauf werfen kann, aber nicht muss – nach einem einstellbaren Zeitraum folgt Tweetlater automatisch.

Vorteil: TweetLater bietet diverse unverzichtbare Komfortfunktionen für Pro-Microblogger. Speziell beim Follower-Aufbau schlägt der neue Friendfinder jede andere Automatisierungs-Software aber bei weitem, da Spam-Accounts äußerst zuverlässig ausgefiltert werden. Richtig konfiguriert bringt das Tool im Monat ein paar Hundert themenaffine Followers – ganz auf Autopilot und ohne Probleme mit Twitter-Limits zu verursachen.
Nachteil: TweetLater Pro-Account erforderlich, aber die 20 Dollar pro Monat (zahlbar via PayPal) sind gut investiert. Wer unschlüssig ist, kann die Pro-Version für 10 Tage kostenlos testen. Aber Vorsicht: Sie werden anschließend nicht mehr auf Tweetlater Pro verzichten wollen.

Rückwärts-Salto á la Pretty Link für WordPress-Blogger

Viele Heavy-Twitter-User betreiben eigene Blogs, eine aktuelle Umfrage auf Deutschland ergab, dass über die Hälfte der Top-Tweeper zugleich bloggen. Die überwiegende Mehrheit wählt dazu WordPress, und dementsprechend breit gefächert ist mittlerweile die Auswahl der Twitter-Plugins.

Maß aller Dinge waren bis vor einigen Monaten Alex Kings Twitter Tools. Das Plugin implementiert eine 2-Weg Einbindung: einerseits werden neue Postings automatisch getweetet, andererseits können die eigenen Tweets am Blog angezeigt oder sogar als täglicher bzw. wöchentlicher Digest-Beitrag geposter werden. Vor relativ kurzer Zeit betrat TweetMeme die Bühne: mit nur einem Klick lassen sich die eigenen Blogbeiträge retweeten. Damit diese auch mit RT @eigeneraccount erstellt werden, muss man sich erst von den Betreibern authentifizieren lassen, sonst hagelt es Eigenwerbung á la RT @tweetmeme. Die Idee ist genial, weniger erfreulich ist der zwangsweise Weg über die TweetMeme-Server, denn die gemessenen Retweets werden für ein Social News Portal verwendet.

Enter Pretty Link: Blair Williams veröffentlichte vor einigen Monaten ein Plugin, das die Erstellung und Verwaltung von Short-Links unter WordPress ermöglicht. Aufgrund der 140-Zeichen Begrenzung müssen längere Links URL-Shortener wie bit.ly und Co. durchwandern – eine verschenkte Gelegenheit, denn wesentlich professioneller wirken Links á la http://meinedomain/13x. Genau dafür ist Pretty Link zuständig.

Vor wenigen Tagen präsentierte Blair die Pro-Version. Ähnlich wie im Fall von TweetLater kann man mit der Free-Edition eine Menge anfangen, die Pro-Version bietet allerdings eine ganze Reihe von zusätzlichen Conversion-Features, die ich im Detail in einem eigenen Beitrag erklären wären. Im Zusammenhang mit dem Thema Follower-Building interessieren uns in erster Linie die “Automatic Pretty Link Creation and Posting Options”: Pretty Link kreiert für jedes neue Posting automatisch einen Shortlink und fügt ein ReTweet-Badge á la TweetMeme ein, das allerdings ohne Drittanbieter-Server auskommt. Damit erhöht man nicht nur die ReTweet-Rate, sondern bekommt ein äußerst nützliches Tracking-Tool in die Hand. So sieht der Options-Screen der Pro-Version aus:

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Als äußerst praktisch erweist sich in diesem Zusammenhang der sogenannte Pretty Bar: er fügt einen Top-Bar ein, auf dem man nicht nur das eigene Logo, sondern auch diverse Share- und Follow-Funktionen integrieren kann (siehe hier). Die Stärke des Bars liegt im richtigen Zeitpunkt: User, die in einem ReTweet auf einen interessanten Link klicken, folgen sehr häufig. Screenshots und weitere Infos zur Funktionsweise gibt es auf der offiziellen Pretty Link Pro Homepage. Derzeit verkauft Blair die Lifetime-Pro-Lizenz für bis zu 5 Seiten um $97, ab 1. September steigt der Preis auf $147. Zuschlagen!

Vorteile: eigene Short-URLs, perfektes Tracking, Erhöhung der ReTweet- und Follow-Rate
Nachteile: nur verfügbar für WordPress-Blogger.

Addendum: Wie komme ich eigentlich zu mehr ReTweets?

Klingt wie die klassische Frage an Radio Eriwan, und die Antwort, die man häufig liest, lautet: “Mit interessanten Tweets!” Das ist zweifellos wahr, aber manchmal kann man dem Glück auch ein wenig auf die Sprünge helfen: ReTweet It basiert auf einem Austausch-System, erfordert keine Datenweitergabe (Log-in erfolgt via Twitter-Auth) und ermöglicht Usern mit mindestens 50 Followern, ihre Nachrichten retweeten zu lassen. Um die nötigen Credits zu bekommen, kann man entweder selbst retweeten oder via PayPal ein paar Münzen einwerfen – 100 RTs kosten aktuell $10,-. Das ist meiner Meinung nach aber gar nicht erforderlich, da man eigentlich laufend recht interessante Tweets im System findet, die man guten Gewissens retweeten kann :mrgreen:

Fazit: eigene Choreographien entwerfen!

Wie schon einleitend gesagt: interessante, themenrelevante Tweets und Gesprächsbereitschaft sind die Grundlage für erfolgreiches Follower-Building und in weiterer Folge für den Einsatz von Twitter als Marketing-Tool. Mit den oben beschriebenen Methoden kann man gefahrlos nachhelfen und die Weg zum Twitter Whale (so heißen User mit 10k+ Followern) beschleunigen. Die oben skizzierten Tipps sollen lediglich Anhaltspunkte geben, außerdem ist es im Lauf der Zeit erforderlich, die eigenen Taktiken und Toolsets dem Status des Accounts anzupassen. Ich habe beispielsweise festgestellt, dass 90% aller frei verfügbaren Mash-Ups für Userverwaltung, Stats etc. ab 15k Followern nicht mehr oder nur sehr unzuverlässig funktionieren. Tweetlater Pro und Pretty Link Pro kann ich uneingeschränkt empfehlen: angesichts der immensen Zeitersparnis sind beide Tools unglaublich preiswert.

Am Schluss noch eine kleine Bitte: wenn Sie mit diesen Tipps etwas anfangen können, dann schenken Sie mir doch bitte Ihre Stimme bei der Mr. Twitter Austria Wahl. (Man kann für beliebig viele User abstimmen.) Danke!

datenschmutz via Twitter: Hier postet der Frosch-Bot

ds via twitterAuf meinem persönlichen Twitterprofil @datadirt twittere ich auf englisch, außerdem halte ich recht wenig von der Vermischung von Auto-Posting und Human Account. Aus diesem Grund habe ich nun mit einiger Verspätung ein eigenes Twitter-Konto für den datenschmutz-Feed eingerichtet. Sprich: sobald ein neues Posting online geht, schickt der datenschmutz Frosch-Bot ein Tweet über den Account @datenschmutzrss raus.

Natürlich ist der Account (ebenso wie mein persönlicher) auf Auto-Follow eingestellt. Wer die aktuellen Postings also gern via Microblogging abonnieren möchte und einen Follower dazubekommen will, die oder der folge meinem fleißigen Frosch-Bot – in diesem Kontext möchte ich auch nochmal auf die Twitter Auto-Follow Accounts Liste auf datadirt verweisen, die stetig wächst. :mrgreen:

datenschmutzrss auf Twitter

Möglich wird das erwähnte Auto-Posting durch den erwähnten Frosch-Bog, der das Plug-In Twitter Tools von Alex King benutzt, welches eine saubere 2-Weg Integration implementiert: man kann sowohl Posting-Ankündigungen raus jagen als auch die eigenen Tweets am Blog darstellen falls gewünscht. Ebenfalls sehr zu empfehlen: Twitterbacks.com, denn dort findet man zeitsparende Photoshop-Vorlagen für den persönlichen Twitter-Hintergrund.

datenschmutz Podcast #3: WordPress-Security

Vorsicht heißt die Mutter der php-Kiste: ist das eigene Blog erstmal gehackt, hätte man sich besser rechtzeitig vorher über Gegenmaßnahmen informieren sollen. Glücklicherweise lässt sich WordPress mit einigen simplen Handgriffen resistenter gegen Angriffe machen – und die werden in der dritten Ausgabe des datenschmutz Videopodcasts erklärt.

YouTube Preview Image

Links zum Video: Auf keiner self-hosted WordPress Installation fehlen sollte WP Security Scan von Semper Fi Web Design. Für sämtliche Datenbank Optimierungs- und Backupaufgaben empfiehlt sich Alex Kings WP-DBManager. Wer nur die reine Cronjob-Backup-Funktion sucht, wird auch hier fündig.

WordPress Plugin: Textbausteine definieren mit Shortcut Macros

Ein altes Indianersprichwort lautet: je mehr repetitive und/oder unnötige Tätigkeit ein WordPress-Plugin dem Blogger abnimmt, desto höher seine Nützlichkeit. Demnach gebührt Shortcut Macros die Höchstwertung, denn das Plugin erlaubt die Definition beliebig vieler Shortcuts, die im Editor durch bestimmte Text/Code-Bausteine ersetzt werden.

Alex King hat eine ganze Latte an so praktischen Erweiterungen geschrieben, dass man im Nachhinein durchaus geneigt ist, das Wort “unverzichtbar” in den Mund zu nehmen. Shortcut Macros empfiehlt sich, wenn man beispielsweise bei manchen Texte bzw. Fotos immer wieder Copyrighthinweise hat bzw. für jede Art von wiederholendem Textbaustein.

Nach Upload und Aktivierung des Plugins findet man im Menü “Einstellungen” fortan den Punkt “Macros”. Selbige beginnen immer mit einem doppelten Doppelkreuz, also “##” – dieses Zeichen dürfte normalerweise so gut wie gar nie in freier Wildbahn vorkommen, damit sind irrtümliche Ersetzungen weitgehend ausgeschlossen. Die angelegten Textbausteine können alle Zeichen bzw. Formatierungen enthalten, die in WordPress-Beiträgen erlaubt sind. Pro Zeile gibt man eine “Variable” sowie den Text, durch den sie fortan ersetzt werden soll, an. Trägt man nun im Editor die vorher definierte ##variable ein, so ersetzt das Script sie beim Abspeichern durch den zugehörigen Textbaustein – simpel und effizient.

Die jeweiligen Shortcuts werden in den Beitragstexten sofort beim Speichern bzw. beim Publishen ersetzt – man spart sich also schlichtweg eine Menge Tipparbeit, denn die Einsatzgebiete sind vielfältig: von immer gleich bleibenden Gewinnspiel-Teilnahmebedingungen bis hin zu ab und verwendeten Style-Angaben bietet sich der Einsatz bei allen wiederkehrenden Textteilen an, die im Beitrag selbst und nicht im Template-Code vorkommen.