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Günter Wallraff und der Amazon-Shitstorm

Ähnlich wie Uri Geller kraft seines Geistes (und seiner Finger) Löffelchen biegt, entfachte schon so manches Lüftlein des Enthüllungsjournalisten Wallraff einen wahren Sturm der Empörung im Wasserglas des deutschen Arbeitsrechts. Mixt man noch ein wenig ARD-Doku plus die “virale Kraft sozialer Netzwerke” hinzu, dann hat nicht nur die niederösterreichische Leiharbeiter-Firma Trenkwalder möglicherweise in naher Zukunft ein Problem.

Was war geschehen?

Laut der Presse folgendes:

Ein ARD-Bericht über die schlechten Arbeitsbedingungen beim Online-Händler Amazon schlägt hohe Wellen. Das deutsche Arbeitsministerium hat nun die deutsche Tochter der niederösterreichischen Leiharbeitsfirma Trenkwalder im Visier: Am Donnerstag wurde eine Sonderprüfung gegen das Unternehmen eingeleitet, bestätigte eine Sprecherin von Ursula von der Leyen. [...] Trenkwalder war für die Rekrutierung der Amazon-Beschäftigten zuständig. Der Firma droht nun in Deutschland der Lizenzentzug. Welche Folgen das genau hätte, konnte die Sprecherin nicht sagen.

“Hier bin ich in einer anderen Welt, hier muss ich gehorchen, hier gilt meine Würde nicht.” Was sich anhört wie das typische Resümee eines Social Media Praktikanten, bezieht sich auf die Schattenwelt unter respektive hinter der (gar nicht mal so schönen) Oberfläche des mächtigsten unter den Online-Buchhändlern. Denn hier malochen, schikaniert von einem Sicherheitsdienst, dessen Mitarbeitern man Verbindungen zur rechten Szene nachsagt (Welcher Security Firma eigentlich nicht? Der Job zieht nun mal den Bodensatz an.), massenweise Leiharbeiter, die so wenig Geld bekommen, dass sie “teilweise in der Kantine um Kaffee betteln”.

So manches erschließt sich mir auch beim zweiten Anschauen nicht, so etwa der Kommentar des Busfahrers, der das ARD-Team auf die mistigen Arbeitsverhältnisse aufmerksam gemacht hat. Die Leute, so erzählt er, wohnen oft 30 Kilometer vom Werk weg. Er holt sie ab und bringt sie nach ihrer Schicht wieder zurück – für die Leute seien das oft “mehrere Stunden täglich”. Hier könnte ein schnellerer Bus möglicherweise Abhilfe schaffen, anderswo liegt der Umgang mit den humanen Ressourcen so sehr im argen, dass man sich nahezu an Apple’sche Produktionsverhältnisse gemahnt fühlt:

Aus Zuschriften von Betroffenen gehe hervor, dass diese von Kameras überwacht, schon bei kleinen Verschnaufpausen zum Vorgesetzten zitiert würden und mit Repressalien rechnen müssten. In Einzelfällen durften Wallraff zufolge Medikamente, die etwa Diabetiker brauchten, nicht mit ins Lager genommen werden.

Dabei muss man gar nicht die Extremfälle bemühen, um schnell zu bemerken, dass hier eine ordentliche Sauerei mit System am Laufen ist: krisengebeutelte Spanier bekommen über Vermittlung der deutschen Agentur für Arbeit respektiven deren europäisches Pendant einen Saisonjob für €1.500,- brutto bei Amazon Deutschland angeboten. Zwei Tage vor der Abfahrt erfahren sie, dass “Amazon nicht in der Lage ist, sie direkt anzustellen” und sie daher über die Leiharbeitsfirma Trenkwalder angestellt werden. Vor Ort bekommen sie einen deutschsprachigen Vertrag, dessen Inhalt sie nicht lesen können: 12 Prozent weniger Lohn als ursprünglich angekündigt, Unterkunft in winzigen Sechser-Appartments bei Kaltverpflegung, die selbst zu bezahlen ist… Leiharbeiter oder Leibeigene, mitgehangen oder mitgefangen, aus dem Ausland mit falschen Versprechungen angelockt – bilden Sie sich selbst Ihre Meinung, die ARD kickt ihre Produktionen nicht wie der geizige ORF nach 7 Tagen wieder vom Server. Hier geht’s zur Doku, die letzten Mittwoch ausgestrahlt wurde: Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon.

Der Beitrag hat eine ganze Slacktivism-Lawine ins behäbige Rollen gebracht: Zweieinhalbtausend tun auf der Facebook-Page amazon? Nein Danke ihren Unwillen kund, etliche Tweets versichern die zukünftige Entsagung vom digitalen Shoppen beim Platzhirsch. Man kann nur hoffen, dass nicht irgendwann mal eine Doku katastrophale Arbeitsbedingungen in einem Facebook-Support-Center ans Licht bringt, denn wo sollten die Wutbürger sich dann noch entleeren?

Wenig überraschend haut der deutsche Buchhändlerverband kräftig in die offene Kerbe, Sybille Hamann romantisiert über Vorteile der Grätzel-Nahversorgung und fährt mit ihrem Beitrag einen Kommentar ein, der das Problem wunderbar auf den wunden Punkt bringt:

[...] Ich werde dort sicher nichts mehr kaufen, auch wenn Amazon jetzt auf Richtigstellung oder gar Einsicht etc machen sollte. Ich habe dort schon viel gekauft, von Spielen über DVD playern bis zu Handys! – no more.
Ich bin aber in der moralischen Zwickmühle, weil ich auch ein Produkt auf Amazon verkaufe, das dort 95% meines Umsatzes einspielt. Wenn ich es schaffe, es dort über meinen Vertrieb abzuziehen, juckt es Amazon nicht, mich aber gewaltig! :-/ man sieht, Geld regiert! [...]

So selbstkritisch ginge Günter Wallraff niemals vor, wie dieser wunderschöne Screenshot der Google-Suche nach “Wallraff Amazon” eindrucksvoll demonstriert – schließlich werben die ja sogar mit seinem guten Namen:

Amazon und Wallraff

Auf Twitter spricht Martin Lindner die Endkonsumenten kollektiv von jeglicher Schuld frei:

Haben die Befürworter “stärkerer staatlicher Kontrollen” recht, wenn sie behaupten, wir leben in einem Wirtschaftssystem, das Unternehmen zu solch – wenn nicht kriminellem, dann höchst unmoralischem Vorgehen zwingt – Machenschaft zwingt, um nicht geradewegs in die Pleite zu rutschen? Oder sollten die Netzgemeinde das Pferd von vorne aufzäumen und Amazon mit Einkaufsfasten zum Einlenken bewegen? Die ARD-Doku legt nahe, dass es sich im vorliegenden Fall um alles andere als eine Verkettung unglücklicher Umstände handelt, sondern um eine untragbare Situation – sicherlich kein Spezifikum des Online-Versandhändlers, und daher umso mehr ein Bereich, in dem dringender Reformbedarf besteht.

Wiener Runde Podcast: Spaghetti an die Wand kleben

Da hätte ich der hochverehrten Leserschaft vor lauter Barcamp-Stress doch fast die aktuelle Ausgabe der Wiener Runde vorenthalten… nun denn: aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Aus dem geplanten Barcamp-Special ist zwar nichts geworden, dafür haben wir uns am vergangenen Freitag ganz regulär unterhalten – über Spaghetti, die an der Wand kleben, Twitters neue Werbe-Strategie, den 7. Geburtstag von WordPress und vieles mehr. ‘njoy!

Links zum Podcast auf Wienerrunde.at   Download
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Blogistan Panoptikum KW49 2009

Jedes Jahr eine erneute Enttäuschung: kein Krampustreiben in Wien! Dafür bloß “überteuerter Glühwein auf überfüllten Weihnachtsmärkten” (=Klischeesatz der vorjährigen Wintersaison), ausbleibendes Schneetreiben und erbitterte Jagd auf originelle Geschenke. Möchten Sie dem ganzen Wahn entfliehen, dann lehnen Sie sich entspannt zurück: datenschmutz und Linzerschnitte blicken garantiert nicht auf den 24, sondern sieben Tage zurück – denn trotz der fallenden Außentemperaturen brodelt die Blogosphäre wie eh und je.

Die perfekte Facebook-Fanpage

ritchie aka datadirt Social Media Anleitungen für Firmen und Brands kursieren in großer Zahl, in den meisten Fällen ist’s schade um die vergeudete Lesezeit. Wer sich theoretische Abhandlungen sparen will und eine leicht verständliche Anleitung sucht, dem sei Jesse Stays Gastbeitrag auf Techipedia ans Herz gelegt: “How to create the perfect Facebook Fan Page” erklärt alle wichtigen Schritte von der Erstellung eines Custom-Tabs über die optimale Logo-Größe bis hin zu SEO-Überlegungen. Lesen und umsetzen, denn wie Jesse völlig richtig schreibt:

As you can see, a Facebook Page is a powerful tool that you can use to enhance and strengthen your brand naturally using the tools Facebook provides. Be sure to leverage this tool, customize it, and make it work to get your brand in front of as many people and their friends as possible.

Jesse, Gründer und CEO von Socialtoo.com, hat übrigens eine hervorragende Einführung für alle geschrieben, die sich näher mit den Untiefen der Facebook-Programmierung beschäftigen möchten: FBML Essentials

Sind wir nicht alle ein bisschen …krank?

Judith aka Linzerschnitte Wer zuviel twittert, chattet, mailt etc. kann krank werden. Klingt wie der übliche Kulturpessimismus wohlmeinender Eltern aus Zeiten des Fernsehen-Hypes: “Du kriegst noch ganz eckige Augen”.

Götz Mundle, Psychotherapeut und Spezialist im Fachgebiet der Psychosomatik wird in der Jänner-Ausgabe von “Psychologie heute” aber erklären, was genau er damit meint. Manche Menschen, so Mundle, stürzten sich in das

“mediale Dauerfeuer, um persönliche Probleme zu verdrängen. Statt auf ihre innere Stimme und Warnsignale ihres Körpers zu hören, betäuben sie sich mit Müll aus dem Internet. Wer es als quälend empfindet, offline zu sein, und wem es nicht gelingt, einen Tag in der Woche komplett ohne diese Medien auszukommen, hat ein handfestes Problem.

Besagtes mediales Dauerfeuer erhöhe außerdem die Produktion der Stresshormone Kortisol und Adrenalin, Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit leiden.” Mundle: “Langfristig kann ein Burn-out-Syndrom die Folge sein.”

Nun ja, Mediziner und ihre Warnungen sind eine Sache. Bevor aber die gesamte Social Media Branche wegen Digital Burn Out in einer Psychomatik-Spezialklinik landet und die Krankenkassen noch mehr in den Ruin treibt, empfehlen wir (uns) für heute: Auch offline ist es hin und wieder ganz nett & Gute Nacht (nachdem Sie beim Fertiglesen des Panoptikums noch reichlich Kortisol ausgeschüttet haben).

Anm. von datenschmutz: Ich kontere mit der Gegenthese: “Wer zu wenig oder gar nicht twittert, chattet, mailt etc. kann krank werden.” Widerleg das, Mundle! Oder, wie Mundl gesagt hätte: “Mei Twitta is ned deppat!”

Mobile Internetnutzung steigt rasant

ritchie aka datadirt Online-Umfragen sind immer so eine Sache: selbst wenn es heißt, es nahm “eine repräsentative Stichprobe von über 1.000 Internetnutzern teil” muss man im Zweifelsfall davon ausgehen, dass die Daten über irgendwelche Popup-Layer gesammelt wurden und eher arbiträr als signifikant sind. Dennoch zeigt eine aktuelle Umfrage, die Scout24 gemeinsam mit Innofact durchgeführt hat, dass – oh Überraschung – mobiles Internet längst kein Exotendasein mehr fristet: jeder zweite Nutzer war schon mal mit seinem Handy online, jeder vierte nutzt häufig mobile Services:

Mit 60 Prozent Nutzung und 29 Prozent intensiver Nutzung sind Männer die Vorreiter beim mobilen Internet. Die mobilen Surfer interessieren sich zu 71 Prozent stark für Nachrichten, 59 Prozent zählen Navigationstools zu ihren beliebtesten mobilen Services. 51 Prozent erfreuen sich an Mobile Shopping.
Knapp 70 Prozent der befragten Online-Nutzer würden für mobile Applications extra zahlen, sofern der angebotene Dienst ihnen einen persönlichen Mehrwert bringt.

Bildbearbeitung online – ein Picnik!

Judith aka Linzerschnitte Vor einigen Tagen war ich gezwungen, auf dem PC meines Vaters zu arbeiten. 13”-Röhrenmonitor, gefühlte 500 MB Arbeitsspeicher, Internet Explorer, keine Flash Updates etc. Und: Ich brauchte ein Bildbearbeitungsprogramm. Nicht einmal Standardsoftware war zu finden, von dem mir vertrauten Photoshop ganz zu schweigen.

Da wagte ich den Versuch und googlte nach einem Online-Bildbearbeitungsprogramm. Ich wählte das erstbeste namens Picnik und war begeistert. Fotos skalieren, zuschneiden und grundsätzliche Bildbearbeitungstechniken ohne sich registrieren zu müssen, Bilder in verschiedenen Formaten und Qualitäten abspeichern, großartige Usability (kein Nachlesen erforderlich) und noch zusätzliche Tipps und Erklärungen. Wer sich registriert, kann seine Fotos außerdem automatisch bei FlickR, Facebook usw. uploaden. Das Service wird mittlerweile in Deutsch angeboten, für $24,90 pro Jahr ist auch eine Premiumversion erhältlich, die unter anderem Layers unterstützt. Wem Photoshop immer schon zu viele und zu komplizierte Funktionen hatte und außerdem zu teuer war, der wird in der Cloud glücklicher.

Obama weiß, was du einkaufst

ritchie aka datadirt Weil auf die USA fokussierte Terroristen natürlich die Warenwirtschaft ihres kapitalistischen Erzfeindes nicht auch noch unterstützen wollen, kaufen sie die Bauteile für ihre Bomben vorzugsweise in Europa. Also lassen die netten Politiker ihre Freunde von der Homeland Security natürlich in die Konten blicken – wenn auch seit neuestem nur für 6 Monate:

Deutschland, Österreich und Ungarn machten demnach durch ihre Enthaltung den Weg frei.
Den Kritikern des Abkommens ist es gelungen, die Laufzeit von ursprünglich zwölf auf neun Monate herunterzuhandeln. Allerdings bleibt das EU-Parlament unberücksichtigt – und zwar nur einen Tag vor Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags, der den Volksvertretern ein Mitspracherecht in Sicherheitsfragen gibt.

Die Detailregelungen des Abkommens sind ein Hammer und verdienen es, an dieser Stelle näher beleuchtet zu werden (Swift-Volltext):

Das US-Finanzministerium kann, dem neuen Abkommen zufolge, nicht einfach die Daten abholen, sondern muss einen möglichst genau definierten Antrag stellen. Wenn der angesprochene Finanzdienstleister nicht in der Lage ist, den angeforderten Datensatz eindeutig zu identifizieren, muss er eine größere Datenmenge an die für die Kooperation mit den USA verantwortliche nationale Polizeibehörde übermitteln, die sie dann an die USA weitergibt. Die Verwendung der Daten ist explizit auf Terrorfahndung beschränkt. Außerdem dürfen die Daten nicht zum automatisierten Profiling sowie im Rahmen von Data-Mining-Aktionen verwendet werden. Daten, die sich als nutzlos für die Fahnder herausstellen, müssen spätestens acht Monate nach deren Überprüfung gelöscht werden. Ein Richtervorbehalt bei den Anfragen ist nicht vorgesehen.

Unglaublicherweise stellt diese Situation allerdings sogar ein “Verbesserung” gegenüber dem Status von vor 2006 dar, als US-Behörden ohne jegliche rechtliche Grundlagen massenhaft Finanzdaten auswerteten. Dass sich .at, .de und .ch ihrer Stimmen enthielten, lieferte der Opposition einiges an Munition, bleibt aber unverständlich – ebenso wie der Kommentar der österreichischen Innenministerin:

Maria Fekter (ÖVP) bezeichnete das Interimsabkommen in einer Mitteilung vom Montag als “unbefriedigend”. Sie habe sich daher der Stimme enthalten.

Wow – wirklich eine beruhigende Haltung der Regierung in Sachen Europapolitik! Wenn uns irgendwas nicht passt, dann sagen wir – nix.

Social Media: No Joy with the ROI?

Judith aka Linzerschnitte Ist Social Media aus wirtschaftlicher Sicht nur eine weitere Blase an überzogenen Erwartungen und Goldgräbertum, wie Community TV in den 90ern, Multitext in den 2000ern und nahezu alles, was mit Interaktion und Medien zu tun hat? Manches weist darauf hin:
Firmen, auf deren nichtige Eigenwerbung man sich im Social Web gerne verzichten könnte, ernennen sich plötzlich zur Social Media Agentur und sprechen von Mehrwert – und man fragt sich: Wenn sie selbst im Social Web keinen Mehrwert bieten, wie wollen sie diesen ihren Kunden vermitteln? Social Media Berater, deren Schlüsselqualifikation es ist, einen Twitteraccount mit mehr als 500 Followern und Grundkenntnisse von WordPress zu haben, vermehren sich wie Schweingrippeviren. Und jeder Round Table oder XY-Tag beinhaltet Social Media Slots, wo mit heißer Luft nicht gegeizt wird.

Letztendlich gibt es ihn aber, den ROI von Social Media. Und wer weniger in Kampagnen denkt, sondern daran, Digital Relations aufzubauen, wird ihn früher oder später selbst erleben. Hier einige Beispiele dafür:

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Fickfreie Zone: die Top-Suchworte

ritchie aka datadirt Das Jahr neigt sich seinem Ende zu, folgerichtig werfen die Suchmaschinenbetreiber ihre Statistikbots an – aus den aktuellen Hitparaden lässt sich so mancher Trend ablesen. Dass kommerzielle Angebote zum Thema Fortpflanzung an Relevanz verloren hätten, möge aber keinesfalls voreilig gefolgert werden: XXX-Suchworte filtern die Betreiber bedauerlicherweise aus. Dass die einen nicht unbeträchtlichen Teil des Gesamtvolumens ausmachen, legt eine aktueller Untersuchung des schwedischen World Internet Institute nahe:

Men det är inte bara unga män som sexsurfar, även bland kvinnor är det nu 7% som uppger att de besöker sidor med sexuellt innehåll.

Sexsurfar… hehe. 7% wär in der Tat nicht so wenig… die offizielle Hitparade wird indes in Deutschland von Megan Fox angeführt, während die Österreicher am häufigsten nach “Wien”, “Youtube” und “Österreich” (wtf?) suchten. Dass URL-Suchbegriffe wie “ebay” oder “gmx” ebenfalls stark in den Top 10 vertreten sind, hat übrigens mit der Direkt-Weiterleitungsfunktion aktueller Browser zu tun, allerdings zählt ein solcher Aufruf eben auch als Suchvorgang.

Bei Yahoo dagegen bleibt’s weiterhin schwül, windig und orientierungslos: die Top Begriffe lauten Wetter, Routenplaner, Wikipedia (sic!), Telefonbuch, Horoskop und Erotik. Wer die Schweinegrippe überstanden, für seinen Opel die Abwrackprämie kassiert, einen Apfelkuchen verspeist und anschließend mit Monica Lierhaus und Lady Gaga beim Echo 2009 einen “Sturm der Liebe” entfachte, lag komplett im Plansoll.

Noch eine Topliste: RSS-Technologien

ritchie aka datadirt ReadWriteWeb hat mit der Veröffentlichung der “traditionellen” Best-Of Listen begonnen. Dass in den “Top Mobile Web Products” ausschließlich Android- und iPhone-Apps vertreten sind, mag auf einen gewissen redaktionellen Bias schließen lassen (und dass die Top-10-Semantic-Apps Liste überhaupt gefüllt werden konnte, verwundert), aber im Beitrag über die Top 10 RSS & Syndication Technologies of 2009 habe ich ein interessantes Service gefunden:

Echo, from JS-Kit is a reverse syndication service for distributed social media conversations. It brings back tweets and other mentions to the page they refer to. The service is growing fast and becoming more sophisticated every week. New features come so fast and furious that it’s overwhelming but the end result is an experience that brings the dispersed social web back together again.

Grundsätzlich nichts, das nicht andere Plugins auch leisten könnten – die Twitter-Kommentare importiere ich schon längere Zeit via Backtype. Allerdings beherrscht Echo auch noch Unified Login und synchronisiert alle Importe mit dem WP-eigenen Kommentarsystem. Werd ich mir demnächst mal näher ansehen, immerhin bin ich ein großer Fan von Premium Services und Echo kostet $48 pro Jahr. In diese Kategorie fällt auch Fever, der Feedreader für Geeks: es handelt sich nicht um lokale Software, sondern um eine am eigenen Webserver gehostete mobile-taugliche Software. Mit $30 ein günstiges Weihnachtsgeschenk für alle, die keine Steckdosen für neue Hardware-Gadgets mehr frei haben.

Ritchies Video der Woche

Gerade mal 12 Jahre alt ist dieser äußerst talentierte Schlagzeuger – die Rhythmus- und Tempi-Wechsel in diesem Solo sind unglaublich – muss man gehört und gesehen haben! (Gefunden in Karola Rieglers Facebook Feed):

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Judiths Video der Woche

Einmal noch, okay? Dann mach ich wieder mal eine Pause mit Katzencontent. Aber dieses eine Mal muss noch sein….

Lesetipps der Woche

  • Steve Gillmor hat auf TechCrunchIT einen ausgedehnten Beitrag über die strategische “Aushungerung” Twitters durch Friendfeed veröffentlicht, in dem er auch auf die Problematik der “data ownership” eingeht.
  • Lesetipp/Weihnachtswunschlistentipp: Gmail-User aufgepasst: Das Gboard ist da! Ein USB-Board, mit dem ohne Scrollen auf Gmail navigiert werden kann. Kostenpunkt 19 Dollar – www.gboard.com

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende der Rückschau und somit in der Gegenwart angekommen – wir hoffen, Sie hatten einen sanften Flug und freuen uns, Sie bald wieder an Bord des Blogistan Panoptikums begrüßen zu dürfen. Bitte geben Sie aus Sicherheitsgründen einen Kommentar ab, bevor Sie diesen Beitrag verlassen. Linzerschnitte und datenschmutz wünschen einen geruhsamen Restsonntag und einen beachtlichen Start in die kommende Woche; wir lesen uns am Montag!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick – für jeden Eintrag gibt’s auf Wunsch einen Backlink! Hier geht’s zum Einreich-Formular.

Blogistan Panoptikum KW47 2009

Das Jahr neigt sich unweigerlich seinem Ende zu – bei den Kalenderproduzenten steigt die Nervosität ins Unermessliche, Motorradfahrer müssen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen und die Weihnachtsbeleuchtung – keine Spur von Energiesparlampen – ist an. Trotz zunehmend winterlicher (Miss)Verhältnisse friert in der Blogosphäre aber gar nix ein: da wird Altbekanntes neu aufgewärmt, neues Heißes auf Trinktemperatur abgekühlt und syndiziert, was das Zeug hält: Business as usual eben, dessen letzte sieben Tage Linzerschnitte und datenschmutz wie gewohnt für Sie zusammengefasst haben.

HYPE: Foursquare.com

Judith aka Linzerschnitte Facebook war der Liebling der Medien 2008, 2009 wurde und wird Twitter in den Mainstream-Himmel gehyped – but who’s next?
Wenn man Mashable Glauben schenkt, dann wird 2010 foursquare.com die Spitze des Hype Cycle erklimmen!

Foursquare.com erinnert auf den ersten Blick ein bisschen an die Android App Latitude: Man legt Orte an, an denen man sich regelmäßig bewegt, checkt ein, wenn man diese aufsucht, informiert seine Freunde darüber. Erweitert wird das ganze um den Faktor “addictive Game” – wie bei Farmville oder der guten alten Zombie oder Mafia Application auf Facebook wird das ganze durch ein Gratifikationssystem, dem Sammeln von “Badges” gefördert. Wer am meisten Badges hat, wird zum “Mayor” der Location. Nun, wir werden sehen, ob Spieltrieb oder Datenschutzbedürfnisse siegen. Eines lässt sich jedenfalls schon fix feststellen: Geotagging ist wirklich totally “in”, auch Twitter springt auf den Verortungszug auf.

Pete Cashmore hat noch mehrere Parallelen zwischen Twitter und foursquare.com ausgemacht:

The parallels with Twitter are numerous. As technology early adopter and popular blogger Robert Scoble wrote in September: “Go back three years ago. Twitter was being used by the same crowd that is playing with Foursquare today. (…) This week Foursquare debuted the singular piece that launched Twitter into the stratosphere: an API.

PS: Bis vor kurzem war Foursquare nur für Städte in den USA freigeschalten, nun sind schon einige Städte mehr dabei!

Radiospotting: Web-Präsentation ist online

ritchie aka datadirt Bald ist das Linzer Kulturhauptstadtjahr zu Ende – und eines der spannendsten Projekte ging zwar offline im Oktober zu Ende, ist aber mittlerweile lückenlos online dokumentiert. Beim Projekt Radiospotting präsentierten 13 Autoren ihre Stories an verschiedenen Plätzen mittels lokaler Radiosender:

Seit Paul Watzlawick wissen wir: Kommunikation entsteht beim Empfänger. Diesen Gedanken aufgreifend, werden an 13 Orten in Linz (z.B. Stifterhaus, Nibelungenbrücke, Neuer Dom,…) lokal begrenzte Radiosender Arbeiten von 30 internationalen SoundkünstlerInnen über den Äther schicken. Grundlage für die akustischen Arbeiten waren 13 Orte und deren Geschichten, welche von renommierten oberösterreichischen Autorinnen und Autoren geschrieben wurden. Ohrenzeuge kann dabei jeder werden, der sich mit einem Radio an die einzelnen Orte begibt, die Frequenz einstellt und seine Ohren spitzt.

Unter dem Menüpunkt tune in! kann man nun alle Beiträge auch ohne Linz-Besuch nachlesen und -hören. Auf Radio Fro gab’s eine begleitende Doku-Serie, die einzelnen Beiträge sind ebenfalls online dokumentiert.

Google Chrome OS

Judith aka Linzerschnitte Wir haben bereits im letztwöchigen Panoptikum darüber berichtet: Tod dem Desktop, Tod Microsoft! Dieser Kampfspruch scheint bei Google nicht unter das Mission Statement “don’t be evil” zu fallen. Dem Konkurrenten Microsoft wird einmal mehr gnadenlos der Kampf angesagt, diesmal an seinem angestammten Platz, dem Desktop. Auf dem Desktop verfügt Microsoft über Heimvorteile, darum wird er von Google einfach als redundant erklärt. Das Betriebssystem Chrome OS wird daher in der Cloud, genauer gesagt im Browser angesiedelt. dieses Video erklärt schon mal, wie Google Chrome funktionieren soll.

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Allerdings ist das Chrome OS nicht für Laptops geschaffen: laut Mashable ist ein Solid-State-Drive angeblich Voraussetzung:

Chrome OS doesn’t support drivers and will not run on your laptop: The Google operating system won’t be running on your Dell or Macbook anytime soon – it only works with solid-state hard drives. It is meant for Netbooks. Many hardware manufacturers are going to have to tweak their netbook designs to support Chrome OS.

Dann warte ich vielleicht doch noch ein bisschen mit der Anschaffung eines Netbooks…

Facebook weicht List-Policy auf

ritchie aka datadirt Beim Filtering the Stream Roundtable frage Loic Le Meur Facebook VP Bret Taylor, warum 3rd Party Apps kein Zugriff auf die Freundeslisten gewährt werde – Twitter erlaubt dies. Und wider Erwarten scheint Facebook das tatsächlich vor zu haben:

Taylor said that Le Meur’s request seemed “reasonable” and continued “we should do that.” “We’re not working on that. But we should be,” he continued. So there you go, done deal. Great. It would seem that soon, third parties should have access to the list filters that Facebook uses.

Im Zeitalter von Social Graphs und personalisierter Information spielt dies keine geringe Rolle, denn:

If there were a way to merge Twitter Lists and Facebook Friend Lists, third-party services could provide a valuable new service: Easy-to-make Facebook and Twitter social graph mashups.

Automatic Captions für Youtube Videos

ritchie aka datadirt Am offiziellen Google-Blog wurde letzte Woche bekannt gegeben, dass Youtube Videos ab sofort automatisch erstellte Untertitel anbietet. Seit längerem können Video-Uploader Untertitel anbieten, nun geht Big G in punkto Accessibility mit Voice Recognition Technologie noch einen Schritt weiter:

To help address this challenge, we’ve combined Google’s automatic speech recognition (ASR) technology with the YouTube caption system to offer automatic captions, or auto-caps for short. Auto-caps use the same voice recognition algorithms in Google Voice to automatically generate captions for video. The captions will not always be perfect (check out the video below for an amusing example), but even when they’re off, they can still be helpful—and the technology will continue to improve with time.

Auch das manuelle Untertiteln von Beiträgen wird einfacher: es reicht, ein simples Text-File hochzuladen, das auto-timing Feature sorgt für die Einblendung der Untertitel an der passenden Stelle. Wie das genau funktioniert, zeigt folgendes Demo-Video:

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Facebook becoming lame for young folks?

Judith aka Linzerschnitte Diese berechtigte Frage stammt von niemand geringerem als Guy Kawasaki (bzw. seiner Twitter-Assistentin). Meine Antwort: Ja, ein bisschen schon. Denn nicht nur ältere Schwestern sondern auch Eltern und andere Verwandte und womöglich auch Lehrer, Chefs und Kunden überfluten Facebook zunehmend und stalken bzw. geben das Gefühl, gestalkt zu werden. Manche davon laden einfach die Fotos von Opas letzter Geburtstagsfeier hoch, die einen nicht gerade so cool aussehen lassen, wie man gerne hätte. Doch wie so oft hat das Social Web da auch schon eine Lösung bereit, oder zumindest eine Selbsthilfegruppe. Auf myparentsjoinedfacebook werden Sie geholfen!

So, you finally caved. You’ve accepted a friend request from your Mom, Dad, crazy Aunt Ida, and your college roommate’s newly divorced mother. Well here’s your chance to get back at them for taking away your public privacy.
Email us at: myparentsjoinedfacebook@gmail.com because we want to laugh at your Mom’s ridiculous Facebook status and the embarrassing message your Dad wrote on your wall too!

Blogazines vs. Blog

ritchie aka datadirt “Für jeden Artikel das gleiche Template – das ist doch langweilig!” Das denken sich einige Blogbetreiber mit gesteigerten grafischen Ambitionen und legen ebenso viel Wert auf grafische Gestaltung einzelner Artikel wie auf deren Inhalt. Smashing Magazine hat ein beindruckendes Feature über diese “Blogazines” zusammengestellt – und zwar thematisch passend ebenfalls in aufwendigem Layout. Die Frage ” We have some of the most creative and inspiring designers in our profession, so why don’t we show our true potential in our blog articles?” mag durchaus berechtigt sein, aber Dustin Curtis hat völlig recht mit seiner Anmerkung zu HTML und CSS:

The biggest disadvantage is that CSS and HTML are terrible technologies that weren’t designed for page layout. They were designed for structured content presentation, like for a newspaper, where all the elements throughout the website are the same and are re-used. But I’m trying to make a magazine, where the content and presentation are inextricably mixed and unique. The way presentation CSS is supposed to be decoupled from the content HTML is totally counter to the mission I am trying to accomplish, and it makes coding the articles frustrating, messy and time-consuming.

Agenturfail der Woche: Zertifizierter Social Media Koordinator

Judith aka Linzerschnitte Wo Honig ist, da sind auch (Schmeiß)fliegen. Social Media und seine/ihre Handhabung erfordert vor allem zwei Dinge: grundlegendes Interesse in Kommunikation und einigermaßen normale Umgangsformen. Der Rest kommt von selbst. Aber nicht, wenn es nach einer Salzburger Agentur geht. Da versucht man, aus Social Media eine Profession zu machen – wer also ein paar Wochenende Zeit und läppische 990 Euro investiert, der darf bekommt von der Agentur ein Zertifikat verliehen und darf sich “Social Media Koordinator” nennen/schimpfen. Anmelden kann man sich übrigens auch via Facebook – und der Weg vom Computer-Illiterate zum SM-Star ist ein kurzer:

. In einer drei Tage dauernden Ausbildung erfahren die künftigen Social Media Koordinatoren alles, was sie für eine erfolgreiche Performance im Web 2.0 benötigen.

Buttons mit CSS

ritchie aka datadirt Submit-Buttons, RSS-Buttons, Button-Buttons… Photoshop darf heute mal länger schlafen, denn Onkel Janko holt die große CSS-Bastelkiste aus dem Keller. Genau sowas hab ich gesucht:

Designers have many reasons to style buttons, including to make them more attractive and to enhance usability. One of the most important reasons, though, is that standard buttons can easily be missed by users because they often look similar to elements in their operating system. Here, we present you several techniques and tutorials to help you learn how to style buttons using CSS. We’ll also address usability.

Wirklich tolle Anleitung – demnächst kriegt mein “submit-Button” unter dem Mailinglist-Formular ein neues Styling verpasst! :mrgreen:

Twitter: Zahlen, Fakten, Spekulationen

ritchie aka datadirt “How many roads must a man walk down?” Wir wissen’s bis heute nicht – kein Wunder: immerhin verbläst der Wind die Antwort. In der digitalen Welt bleiben keine solchen Unsicherheiten bestehen. Haben Sie sich auch schon mal gefragt, wieviele Tweets pro Tag im Durchschnitt verschickt werden? 27,3 Millionen pro Tag sind es, berichtet PR 2.0 basierend auf aktuellen Pingdom-Zahlen. Das macht pro Jahr dann 10 Milliarden Micro-Messages, wobei CNET erst vor einem Monat über das 5-milliardste Tweet berichtete.

Auch bei den Clients gibt’s neue Zahlen: das Web-Interface führt immer noch mit weitem Abstand (46,8 Prozent), ganz und gar nicht dicht gefolgt von Tweetdeck (8,48 Prozent). Seesmic kommt auf 1,1 Prozent, alle anderen Client zusammen erreichen 37,14%. Die ganze Tortengrafik hat ReadWriteWeb.

Ziemlich unsicher ist indes, was mit der SUL, der heiligen “Suggested Users List” geschieht – Twitter will sie, zumindest in der jetzigen Form, los werden:

The benefits to getting on the list are great indeed. Users added to the SUL, gained on average of 53,000 new followers after being on the list for a week and 170,000 within the first month. Some users even gained as many as 370,000 in the first 30 days.

Womit genau, weiß noch niemand – aber die Gerüchteküche über einen Authority-Algorithmus läuft derzeit noch heißer als sonst. Dabei ist doch alles maßlos überschätzt, kontert New Comm Biz häretisch unter dem Titel “Twitter doesn’t create influence, it reaveals it”:

Twitter didn’t make anyone influential. Twitter only exposes and amplifies influence. If you look at the top 100 Twitter accounts, the only person/company that Twitter made influential was @Twitter. Everyone else was already influential in their own right.

Von SuperTweetern geht’s nahtlos zu den Supertweets, Scobleizers neuem Steckenpferd. Twitter will ja definitiv Werbung zulassen, aber die wird, so Scoble, in Form von Metadaten ausgeliefert:

Think about all the metadata that exist OUTSIDE of the Tweet. How about you mouse-over a Tweet to see a new slide-down UI that shows you all the metadata.

Wow – wirklich super! Werbung mit eingebautem Pop-Up Blocker in der Tat “Advertising we love” :mrgreen:

Judiths Video der Woche

Warum spielen Frauen Fußball? Weil es der Fußballplatz der beste weil sozial anerkannte Ort für einen Bitchfight ist:

Ritchies Video der Woche: Ficker oder Nicht-Ficker?

Das ist hier die Frage… [via Web-Newspaper.de] Und genau deshalb fahren wir im Inland mit dem Zug! :evil:

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Lesetipps der Woche

  • “Es bedurfte nur eines Tweets”: Die “Twitterrevolution Iran Election” hat den reflektierten Social Media Nutzer eines gelehrt: Oft ist eine gehypte Revolte auf Twitter nicht mehr als heiße Luft. Doch Social Media kann mächtig sein. Wie mächtig dokumentierte Alan Rusbridger, Chefredakteur der britischen Tageszeitung “The Guardian”. Eine “klassische” PR Firma namens Trafigura und die Anwaltskanzlei Carter-Ruck durften so auf die harte Tour lernen, dass sich die Zeiten geändert haben.
  • Quantenrechner-News: Bis vor kurzem habe ich hinter dem Mond gelebt. Ich wusste nicht, was ein Quantenrechner ist. Nun, wo ich dieses neue, zukünftige Buzzword aufgeschnappt habe, verfolge ich alle News zum Thema. So auch diese. Laut Hype Cycle der Gartner Company wird der Quantenrechner in spätestens 10 Jahren übrigens “the next big thing!.
  • Twitter und Facebook machen jeden zum Affiliate-Marketer, schreibt Gastautor Steve Poland in einem lesenswerten Gast-Posting auf TechCrunch. Bestes Zitat: “The adult industry has always been ahead of the curve, but I digress.”
  • Ikea rules: Es gibt dann auch noch Agenturen, die sich im Bereich des Social Media Marketings ein bisschen mehr einfallen lassen. Was dabei rauskommt, zeigt diese wirklich nette Video.

Und damit sind wir auch schon wieder rasend schnell am panoptischen Fluchtpunkt angelangt, sprich: rückblickend werden wir Ihnen erst wieder in sieben Tagen eine Woche zusammenfasst haben – bis dahin: danke für Ihre Aufmerksamkeit, schönen Restsonntag, wir lesen uns morgen.

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Wie man PDF-Dateien gratis auf den Kindle 2 lädt

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Nach Max’ recht euphorischem Bericht habe ich mir ohne vorher viel zu recherchieren ebenfalls einen Kindle eBook-Reader bei Amazon.com bestellt. Die Hardware gefällt, das DRM nahm ich zähneknirschend für den günstigen Preis (rund €200) in Kauf. Heute lieferte UPS mein Device, und die anfängliche Freude über die Hardware war recht groß – bis ich feststellen musste, dass es out-of-the-box *keine* Möglichkeit gibt, ganz gewöhnliche PDFs auf den Kindle hochzuladen. Nach etwas Recherche bin ich dann doch noch auf eine akzeptable Möglichkeit gestoßen, eBooks aus meiner Sammlung auf den Kindle zu transferieren: der MobiPocket Creator, eine frei verfügbare eBook-Conversion Software, macht’s möglich.

Amazon Kindle

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Amazon bietet DRM-freie mp3s an

ammp3Seit gestern gehört auch Deutschland zum Reigen jener Ländern, in denen Branchenprimus Amazon Musik nicht mehr nur auf Silberscheibe oder Vinyl verkauft: ein riesiger Portfolio hochwertiger 256kBit Files stehen direkt auf der Webseite bereit. Für den One-Click-Einkauf ist die Installation des Amazon-mp3-Downloaders (verfügbar für XP, Vista, Mac und Linux) zwingend erforderlich. Austria-Surfer bleiben aber einmal mehr außen vor, aber wird sind’s ja gewohnt. Vordergründig übernimmt die Software den Download ganzer Alben sowie das Importieren in die iTunes Bibliothek – was die Software im Hintergrund tut, wissen bloß der Geier und die Musikindustrie.

Letztere ist in punkto Wasserzeichen und Konsumentenkriminalisierung in den letzten 10 Jahren ja nicht gerade durch Zimperlichkeit aufgefallen; da wundert man sich direkt, dass Amazon seinen Verkauf überhaupt ohne DRM starten durfte. Der Beschreibungstext weist gleich mal auf “lokale Besonderheiten” hin:

amazonmp3

Tatsächlich konnte ich keine Songs in den Einkaufswagen legen. Zwar tauchte keine Fehlermeldung auf, aber die Songs schienen einfach nicht auf. Erst nach Installation der Software und einem One-Click-Verkauf wurde Amazon ein wenig gesprächiger:

Bitte beachten Sie: Tut uns leid. Ihre Bestellung konnte nicht verarbeitet werden, da das gewünschte Produkt geografischen Einschränkungen unterliegt. Weitere Informationen zu den geografischen Einschränkungen finden Sie in den Nutzungsbedingungen zu diesem Produkt. Wir entschuldigen uns für Unannehmlichkeiten, die Ihnen möglicherweise hieraus entstanden sind.

Nur der Schelm glaubt, dass wir Alpenrepublikaner durch solche Actions Piratebay & Co. in die Arme getrieben werden. Bin gespannt, ob sich die Amazon-Rechtsabteilung wegen der paar Bewohner überhaupt die Verhandlungen mit AKM, AUME und Co. antut.

Affiliates freuen sich

Affiliate-Experten wissen, dass ein sogenannten “Medienbruch” die Conversion beträchtlich verschlechtert. Verkauft ein trusted merchant wie Amazon digitale Güter, so steigt automatisch die erzielbare Conversion Rate – Deeplinks auf einzelne Alben bzw. Tracks sind schon jetzt möglich, an einem mp3-Widget wird mit Hochdruck gearbeitet. Musik ist ein dankbarer Rohstoff – allen Unkenrufen zum Trotz geben ausreichend viele User durchaus Geld für Beschallungsinhalte aus, sofern die Convenience stimmt. Mit anderen Worten: hier tut sich meiner Meinung nach eine sehr lukrative neue Einnahmequelle für alle Internetseiten mit Popkultur-Bezug auf!

Startseite: Amazon mp3-Downloads

EOS 40D: die ersten Eindrücke

40dInzwischen habe ich mit meiner neuen EOS 40D ein paar Indoor- und Outdoor-Serien geschossen und bin, vorsichtig ausgedrückt, vorerst sehr zufrieden. Nach Jahren der Kompaktkamera-Knechtschaft habe ich endlich wieder das Gefühl, dass ich selbst die Bilder komponiere und nicht die Cam. Am meisten beeindruckt hat mich auf Anhieb die Konsistenz in der Benutzerführung: die Bedienelemente und die -logik sind identisch mit meiner 15 Jahre alten analogen EOS 50, Umlernen ist nicht erforderlich.

Aufgrund meiner Objektivsammlung war immer klar, dass nur Canon in Frage käme – ältere EOS-Linsen passen problemlos ans Bajonett, allerdings muss man den durch die geringere Sensorgröße bedingten Verlängerungsfaktor von 1,4 einkalkulieren: ein analoges 50mm Normalobjektiv entspricht auf der digitalen SLR also einer Brennweite von 70 Millimetern. Da ich relativ häufig in schummrig beleuchteten Räumen fotografieren, habe ich das Speedlight 430 EZ II dazu genommen, das ich mittelfristig mit einem 580er kombinieren werden, denn die Geräte funktionieren im Master-Slave Modus, der recht nette Beleuchtungs-Spielereien auch mit leicht transportablem Equipment ermöglicht. Geradezu unverschämt komfortabel ist auch der aufs Shooten folgende Workflow: Raw-Daten ermöglichen umfangreiche Manipulationen, die mit JPEGs nicht oder nur mehr sehr viel mehr Bearbeitungsaufwand möglich sind.

Den ersten Hardcore-Einsatz wird die 40D am Barcamp Klagenfurt erleben – bis dahin werde ich noch eingehend testen und weiter berichten. Dieses Posting habe ich als Beitrag zu einem aktuellen Gewinnspiel verfasst, denn als Neo-SLR-Besitzer kann ich natürlich jeden Amazon-Gutschein hervorragend gebrauchen – mit Body und Objektiv ist’s schließlich nicht getan. Gestern habe ich UV- und Polfilter sowie ein paar Makroringe geordert, und da gibt’s noch so einiges an Zubehör, was auf meiner Wunschliste steht – und Testbericht.de verlost 250 Euro Amazon Guthaben. Dort bekommt die EOS 40D im aggregierten Testbericht übrigens die Note “sehr gut” – aber ich habe ja bereits vermutet, dass die 40D für meine Zwecke das richtige Gerät ist.

Nur wundern kann ich mich allerdings über die Preise fürs Originalzubehör. Die Systemblitzgeräte Canon Speedlite 430EX II bzw. Canon Speedlite 580EX II sind mittlerweile zwar vergleichsweise günstig zu bekommen. Ich hab mir beide geordert, da ich häufig indoor fotografiere und gerne eine Slave-Blitz benutze. Richtig skurril wird’s allerdings bei der original Canon Blitzschiene SB-E2 für 580 EX II: dieses Stück Metall mit ein paar Schrauben wurde von knapp 300 auf günstige 180 Euros herabgesetzt – da kann man sich nur wundern. Drittanbieter offerieren dieselbe Funktionalität samt Blitzkabel zu einem Viertel des Preises. (Eine Blitzschiene verwendet man, um die Mittelachse der Ausleuchtung weiter vom Objektiv zu entfernen.) SLR-Fotografie ist eben eine Kombination aus kreativer Bildgestaltung und Materialschlacht – vermutlich muss sich deshalb, wie Pete letztens so treffend angemerkt hat, “jeder Mann mindestens einmal im Leben eine absurd teure Fotoausrüstung kaufen”. Bei mir ist’s immerhin schon die zweite :mrgreen:

Amazon und der Kundenservice: A+

switchStammleser der c’t Rubrik “Achtung Kunde” sind ja die skurrilsten Service-Odysseen gewohnt. Speziell Online-Händler mit niedrigen Margen sparen nicht selten bei der Serviceabwicklung: da gibt’s externe Callcenter mit teuren Einwahlnummern, inkompetente Berater und Verantwortungsdiffusion im Kreis – aber nicht so bei Amazon, wie ich gerade anhand meines ersten nicht angekommenen Pakets erfahren durfte. Und um kein völlig verzerrtes Bild entstehen zu lassen, hier zur Abwechslung mal ein Tatsachenbericht von einem sehr erfreulichen Service-Kontakt.

Im Zuge meines Arbeitsplatzumbaus habe ich mir unter anderem einen Digitus Combo KVM Switch 4Port PS/2+USB bestellt. Mit dieser praktischen Umschaltbox hängt man einen Monitor, eine Tastatur und eine Maus an bis zu vier Rechner, so lassen sich bequem und ohne Umstecken beispielweise zwei Rechner und zwei Laptops zentral steuern. Ich hatte eine Weile recherchiert, um ein Gerät zu finden, das ausreichend hohe VGA-Auflösungen sowie PS2 und USB Eingabegeräte unterstützt, Amazon war der günstigste Anbieter. Am 11. Dezember hatte ich bestellt, am 16. hätte die Box eintrudeln sollen – das tat sie allerdings bis dato nicht.

In meinem Konto schien die Bestellung als versendet auf, beim Versuch, E-Mail-Kontakt aufzunehmen, erhielt ich den Hinweis, dass ich mich telefonisch ans Service-Center wenden solle. Bei Amazon muss man dazu nicht selbst anrufen, sondern gibt eine Telefonnummer an, unter der man zurückgerufen werden möchte – wahlweise sofort oder innerhalb eines wählbaren Zeitfensters. Nach Aktivierung der Sofort-Option klingelte mein Handy zwei Sekunden später, eine Auswahlabfrage später ich nach insgesamt ca. 10 Sekunden mit einem Servicemitarbeiter verbunden, dem ich das Problem schilderte. Er eruierte sofort die Tracking-Nummer des Pakets und hätte auch sofort weitere Erkundigung eingeholt, allerdings schließt die österreichische Post um 18:00 Uhr. Am Montag werde ich zurückgerufen – entweder bekomme ich das Paket noch zugestellt, sollte es verloren gegangen sein, erhalte ich umgehend eine Ersatzlieferung.

Neues Gadget: Webcam mit Autofokus

Logitech Quickcam Pro 9000Eigentlich wollte ich mir die Logitech Quickcam Pro 9000 ja im Elektronikgroßmarkt besorgen, aber fast 40 Euro Preisdifferenz zwischen Laden- und Amazonpreis waren mir die fünf Tage Wartezeit allemal wert. Heute kam das gute Teil an, also flugs installiert, angeschlossen und ausprobiert. Fazit: Durchaus eine gravierende Verbesserung im Vergleich zur Creative-Webcam, die ich vorher verwendet hab.

Die Bildwiederholrate könnte höher sein, außer der Auflösung habe ich aber keine diesbezüglichen Softwareeinstellungen gefunden. Zwar sind die fps theoretisch abhängig von der Systemleistung, aber daran kann’s in meinem Fall nicht scheitern – und die Umschaltung von HD auf 640 mal 480 brachte auch nur eine geringfügige Änderung, recht viel mehr als 15fps werden’s einfach nicht. Schade, denn mit einer Standard-PAL-Rate wär die Logitech-Cam ein vollwertiger Ersatz für den vergleichsweise umständlichen Camcorder. Für Youtube Clips ist die Qualität aber allemal mehr als ausreichend. Dank Autofokus und Carl Zeiss objektiv ist die 9000er für Video-Telefoneure und Quick-and-Dirty Video-Podcaster wie mich derzeit sicherlich die beste Wahl. Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass die meisten Videochat-Programm durch die Komprimierung der Daten den Hardware-Schärfevorteil locker wieder zunichte machen – der Gesprächspartner hat also meist wenig von der exzellenten Qualität, aber wenigsten sieht man sich selbst am eigenen Monitor gestochen scharf :mrgreen:

Sehr überrascht war ich von der exzellenten Qualität des eingebauten Mikrophons. Für kurze Videoblogeinträge kann mein Shure-Mikro zukünftig jedenfalls im Schrank bleiben. Bei Youtube fällt der Unterschied zwischen der Creative-Cam und der S9000 videocodec-bedingt weniger ins Gewicht, bei Vimeo sieht man die Unterschiede dagegen deutlich:

Alles in allem ein lohnender Kauf – eine mittelmäßige Webcam kostet auch an die 40 Euro, wer einen Zwanziger drauflegt, bekommt für sein Geld eine problemlose Cam, die dank ihres Universalhalters sowohl Laptop- als auch LCD-Monitor-tauglich ist – two thumbs up! Microsoft macht die besten Tastaturen und Mäuse, Logitech die derzeit beste Webcam und Creative… Creative baut halt Soundkarten für Computerspieler. Ist doch auch was!

Logitech QuickCam Pro 9000 bei Amazon

EVIL-Bauweise: Digitale Spiegelreflexkameras am Ende?

lumixg1Wenn Investitionssicherheit die Priorität aller Einkäufer wäre, dann hätte noch nie irgendjemand ein Gadget verkauft: kein PDA, kein Handy, keine Digitalkamera, bei der nicht höchstens 12 Monate später ein wesentlich verbessertes Modell zum nahezu gleichen Preis erhältlich ist. Im Bereich der digitalen (semi)professionellen SLR-Fotografie zeichnet sich allerdings ein gravierender Paradigmenwandel am Pixel-Horizont ab: in Kürze verschwindet der aus analogen Zeiten stammende Spiegel aus den ersten digitalen “SLRs”. Die heißen dann nicht mehr Reflexkameras, sondern “Evil” Cams. Die Abkürzung steht für Electronic Viewfinder, Interchangable Lens.

Bei der klassischen SLR-Bauweise ermöglicht ein Klappspiegel dem Fotografen den Blick direkt durchs Objektiv: er sieht also genau das, was die Kamera aufzeichnet. Der Spiegel verdeckt dabei den Film respektive Sensor und wird im Moment des Auslösens nach oben gekippt, um den Lichtweg freizugeben. Diese Bauweise bringt im digitalen Bereich einige Probleme mit sich: zum einen erzeugt der Spiegel (wenn auch minimale) mechanische Vibrationen, die bei besonders hochauflösenden Sensoren zu Verwacklungsproblemen führen können, außerdem verhindert er völlig lautlosen Betrieb bei der Aufnahme. Zweites Problem: der Spiegel verhindert zuverlässig ein “Live-Bild” am Sucher, da der Sensor ja vor der Aufnahme kein Bild “sieht” – genau das ist auch der Grund, warum mit digitalen SLRs keine Videoaufnahmen möglich sind. Panasonic stellte kürzlich mit der Lumix G1 die erste Consumer-Kamera (angepeilter Gehäusepreis: EUR 750,-) in Evil-Bauweise vor. Das Gerät soll die Vorteile einer Sucherkamera mit Livebild und die höhere Bildqualität einer SLR dank auswechselbarer Objektive elegant kombinieren. Matthias Landau hat im Spiegel ein lesenswertes Feature über die Lumix G1 veröffentlicht.

Dabei gibt es allerdings noch einen gewaltigen Pferdefuß: selbst die besten Displays reichen nicht ansatzweise an das analoge Sucherbild heran, das ich persönlich für einen der Hauptvorteile der digitalen SLR-Bauweise halte. Gerade Profi-Fotografen werden auf die gewohnte Mattscheibe keineswegs verzichten wollen. Beides kann man allerdings nicht haben, also werden digitale SLRs in klassischer Bauweise noch ein Weilchen die unter Profis die Waffe der Wahl bleiben.

Einstieg in die SLR-Welt

Der Grund meiner Recherche ist, dass ich mir demnächst eine “richtige”
Kamera zulegen werde, mit der man als Fotograf jene Gestaltungsmöglichkeiten besitzt, die ich von meiner analogen EOS 50 gewohnt bin. Eigentlich wollte ich mir eine EOS D40 zulegen, habe aber gestern auf Amazon das in Kürze erhältliche Nachfolgermodell Canon EOS 50D entdeckt. Das neue Gehäuse weist eine Auflösung von 15 statt 10 Megapixeln auf und kommt mit dem neuen Digic4 Bildprozessor und höherer Farbauflösung, ist aber nur unwesentlich teurer.

Die EOS 400D kommt überhaupt nicht Frage, weil einer der Hauptvorteile einer SLR ein stabiles Metallgehäuse ist – die Bauweise der 400er ist mir schlichtweg zu filigran. Bin recht froh, dass ich noch abgewartet habe, es wird angesichts meiner “analogen” Objektivsammlung wohl die EOS 50D werden. (Anfang der Woche habe ich Canon Österreich geschrieben, ob Interesse bestünde, mir für einen Review ein oder mehrere Testmodelle zur Verfügung zu stellen, eine Antwort blieb bislang allerdings leider aus.) Daher wollte ich vor dem Einkauf nochmal in die Runde fragen: gibt’s datenschmutz-LeserInnen mit digitaler SLR-Erfahrung? Welche Modelle sind neben Canon noch empfehlenswert? Bin dankbar für jeden Hinweis :mrgreen:

Schon wieder ein MacBook Air zu gewinnen / UPDATE

macbookairDas super-schmale dünne Notebook von Apple ist immer ein kräftiges Zugpferd bei Verlosungen – immerhin kostet die silberne Wunderflunder mehr als 1.500,- Euro, besticht jedoch mit unvergleichlichem Geek-Faktor. Mit anderen Worten: die Betreiber von Gutscheinclip können bei ihrem aktuellen Gewinnspiel mit großer Resonanz rechnen. UPDATE 30.7.2k8: Die Gewinnspielseite ist verschwunden… und es täte mich brennend interessieren, ob da eine Domain-Panne passiert ist, oder es sich um eine gezielte Linkbaiting-Aktion handelte.

Für den Zweitplatzierten gibt’s das Luxus-Navi 760TFM von Garmin mit TMC und FM-Transmitter, die Plätze 3 bis 5 stauben je einen 80GB iPod Classic ab und für fünf weitere Teilnehmer gibt’s Amazon-Gutscheine im Wert von Euro – das macht Preise im Gesamtwert von 3.000 Eulen, mitmachen kann man bis zum 30. September. Die teuren Preise lässt sich das Gutscheinblog auch mit ordentlich Linklove bezahlen: alle Teilnehmer müssen zusätzliche Links auf zwei Gutscheine der freien Wahl setzen – also warum nicht mal bei Swarovski oder bei Q11 Autoteile einkaufen? Das lässt sich doch herrlich kombinieren – ich wollte schon immer mal einen mit falschen Diamanten* besetzten Mega-Auspuff an meine Hornet montieren.


*) Was ich mich schon längere Zeit frage: sind Kristallgläser bzw. die Strass-Steine von Swaro eigentlich Kristalle im physikalischen Sinn? Glas ist ja streng genommen eine (wenn auch sehr zähe) Flüssigkeit. Weiß das vielleicht jemand aus der p.t. LeserInnenSchaft?

Affiliate Link-Cloaking und 1-Pixel-Images

pepperjamFür das Cloaking von Affiliate Links können WordPress mittlerweile auf tüchtige Plugins zurückgreifen – aber der schönste Redirect in ein noindex-Directory hilft nix, wenn immer mehr Affiliate Marketeers diese nervigen 1-Pixel Images sogar bei reinen Textlinks vorschreiben – Pepperjam hat da eine wesentlich elegantere Lösung. Außerdem böte das beliebte, aber leider sehr auf englisch-sprachige Sites fokussierte Affiliate-Netzwerk Pepperjam lukrative Quoten und einige sehr interessante Programmpartnerschaften.

Die Backend-Applikation ist ausgesprochen übersichtlich, Support erfolgt rasch und freundlich. Am besten gefällt mir allerdings in technologischer Hinsicht, dass Pepperjam zwar auch aus Tracking-Gründen die 1×1 Pixel Images verwendet, diese allerdings ebenso wie den eigentlichen Affiliate-Link standardmäßig cloaked, also verschleiert: das Zählpixel wird von einem “harmlosen” Server geladen und verhindert so allfällige SERP-Abwertungen.

Bei Amazon lässt sich das Pixel ja noch verschmerzen – ich rechne keinesfalls mit SERP-Abwertung aufgrund von Amazon-Links; auch wenn ein nofollow in solchen Fällen niemals schaden kann. Bei Zanox hat man mir auf Nachfrage zwar mal mitgeteilt, dass das Pixel nicht unbedingt eingebaut werden muss und das Cookie-Tracking auch ohne funktioniert, trotzdem finde ich die Pepperjam-Lösung wesentlich eleganter. Two thumbs up! Wenn da nicht wieder mal die böse alte Sprachbarriere wäre:

Hi Ritchie,
Thanks for reaching out. At this time, we are not allowing affiliates to promote the PJN Referral Program if their websites are not in English.

Yuck. So geht’s halt fast immer, wenn man ein auf ein gut gemachtes, interessantes Affiliate-Programm stößt…

Affiliate Linx: Moderne Wahrgagselei

Ich mag das Amazon-Affiliate Script, das vollautomatisch passende Wörter und/oder Wortkombinationen mit Produktlinks hinterlegt, ausgesprochen gern. Denn woran es dem freundlichen Algorithmus in Ermangelung von Phantasie keinesfalls mangelt, ist maschinell induzierte Fantasie. Was früher Vogelbeinlesen, später Textexegese und ganz kurz die quantitative Inhaltsanalyse immer ein wenig zweifelhaft vollbrachten, schaffen Affiliate Scripts mit links: nämlich die versteckte, “wahre” Bedeutung eines Textes zu dechiffrieren – wie das folgende Beispiel zeigt.

Vor kurzem hab ich gefragt, ob die Gläsernheit des Menschen selbigem am Ende gar über den Kopf wächst, und zwar im Rahmen einer Podiumsdiskussions-Ankündigung. Die endete mit folgendem Satz:

satz1

Worum sich’s aber wirklich dreht, seht ihr, wenn das Licht angeht: einer der Diskutanten frönt nach Meinung Amazons dem Satanismus, während ein anderer für den Wortwechsel bereits die metaphorischen Klingen schärft:

satz2

satz3

PS: Kann man eigentlich ein JavaScript wegen übler Nachrede verklagen?

The Black Crowes: She talks to angels.

blackcrowes“Yeah, she gives a smile when the pain comes / the pain’s gonna make everything alright / says she talks to angels / says they all know her name / oh yeah she talks to angels / says they call her out by her name.” Lange, bevor ich Hip Hop und Elektronik gehört hab, wühlte ich mich quer durch die Rockmusik der 60er und 70er, später durch die Bluesaufnahmen der 30er. Wenige “zeitgenössische” Rockbands konnten mich damals wirklich überzeugen. Wozu Retro-Wellen, wenn eh niemand an das Original heran kommt? Eine Band allerdings gehörte vor 15 Jahren genauso wie heute zu meinen Favoriten: die Black Crowes.

Mit dieser Meinung steh ich beileibe nicht alleine da. Melody Maker zeichnete die Bluesrocker aus Georgia / Atlanta als “The Most Rock’n’Roll Rock’n’Roll Band in the World” aus, VH1 führt die Band rund um das Brüderpaar Chris und Rich Robinson auf der Liste der “1000 Greatest Artists of Hard Rock” immerhin an 92. Stelle. Über 10 Alben erschienen seit 1990, 2001 folgte eine temporäre Auflösung – in der aktuellen Besetzung gibt’s die schwarzen Krähen wieder seit 2005. Wer den elegisch-traurig-rockigen Sound der Crowes noch gar nicht kennt, findet auf der offiziellen Homepage einige Songs aus dem aktuellen Album Warpaint

Der Debut-Longplayer “Shake your money maker” zählt zweifellos zu den Highlights der Bandgeschichte. Track 8, die bitter-süße Ballade “She talks to angels”, bescherte den Black Crowes ihren ersten großen MTV-Hit: für mich damals ein Grund, das Album sofort zu bestellen (im Shop, es gab weder Amazon noch Internet). Das Preiszetterl “269,- öS” pickt noch immer drauf, wie ich grade beim Wiederhören festgestellt habe. Die zweite große Erkenntnis: der Song hat nichts von seiner Genialität verloren – großartige Riffs, fantastischer Text. Hören Sie sich das an!

The Black Crowes: She talks to angels
(1990)

She never mentions the word addiction
In certain company
Yes, she’ll tell you she’s an orphan
After you meet her family

She paints her eyes as black as night, now
Pulls those shades down tight
Yeah, she gives a smile when the pain comes,
The pain’s gonna make everything alright

Says she talks to angels,
They call her out by her name
Oh yeah, she talks to angels,
Says they call her out by her name

She keeps a lock of hair in her pocket
She wears a cross around her neck
Yes, the hair is from a little boy
And the cross is someone she has not met, not yet

Says she talks to angels,
Says they all know her name
Oh yeah, she talks to angels,
Says they call her out by her name

She don’t know no lover,
None that I ever seen
Yeah, to her that ain’t nothing
But to me, yeah me,
It means everything

She paints her eyes as black as night now
She pulls those shades down tight
Oh yeah, there’s a smile when the pain comes,
The pain’s gonna make everything alright, alright yeah

She talks to angels,
Says they call her out by her name
Oh yeah-eah-eah, angels
Call her out by her name
Oh-ooh-oh-oh angels
They call her out by her name
Oh-oh, she talks to angels
They call her out
Yeah-eah-eah, they call her out
Don’t you know that they call her out by her name?

datenschmutz-Shop: Bücher, Musik und Gadgets

datenschmutzshopDie schlauesten Bücher, die besten Platten, die fettesten Gadgets. Behauptet die Tagline des frisch aufgesperrten datenschmutz Shops. Ja, ich gehe unter die Greißler um die Ecke und präsentiere in insgesamt 11 Kategorien meine persönlichen Favorites – vorerst powered by Amazon, möglicherweise werde ich zukünftig weitere Shops integrieren. Gesurft wird dabei innerhalb eines iframes, erst beim dicken Ende – nämlich dem Bezahlvorgang – öffnet sich ein neues Fenster mit dem Amazon-Warenkorb.

Zusammengestellt habe ich eine Auswahl meiner Lieblings-Bücher, Musik und Gadgets. Erstere sind sortiert nach generellen Empfehlungen, medienwissenschaftlicher Literatur, Science Fiction und Blogging-Büchern. (“Heast, I kriag des Biachl ned auf!”). Zweitere unterteilen sich in die Genres Hip Hop, Techno und Drumandbass. Und bei den Gadgets geht’s um Digitalfotografie, Küchen-Stuff und Werkzeug.

Selbstverständlich sind die Preise dieselben wie bei Amazon, aber ich bekomme 5 Prozent Provision in Form von Amazon Geschenkgutscheinen: wer also auf der Suche nach lesenswerten Texten, hörenswerten Beats und benutzenswerten Werkzeugen ist und dieses Blog ein wenig unterstützen will, tue sich keinen Zwang an: auf zum Kaufrausch!

datenschmutz Amazon Shop beinhart betreten

Medientheorie-Buchtipps im Doppelpack

kinoapparatGestern wurden in der Cafeteria der Akademie der Bildenden Künste in Wien zwei Bücher vorgestellt, die sich mit spezifischen Aspekten der Medientheorie des 20. Jahrhunderts befassen. Meine ehemalige medianexus-Kollegen Eva Tinsobin hat ihre Dissertation im Verlag Werner Hülsbusch veröffentlicht: “Das Kino als Apparat. Medientheorie und Medientechnikim Spiegel der Apparatusdebatte” vorgestellt. Im gleichen Verlag erschien dieser Tage Thomas Schindls “Räume des Medialen. Zum spatial turn in den Kulturwissenschaften und Medientheorien”.

Eva, die als freie Autorin und Redakteurin unter anderem für Die Presse arbeitet, beschäftigt sich mit der Verhältnis von Technik und Massenmedien:

Welchen Anteil nimmt die Technik in Fragen der Medialität ein? Bereits im Frankreich der frühen 1970er Jahre eine brisante Frage, wo Marcelin Pleynet, Jean-Louis Baudry und Jean-Louis Comolli den Kino-Apparat losgelöst von seinem Inhalt Film als Apparat zur Vermittlung bürgerlicher Ideologien erkennen und die Apparatusdebatte begründen. Heute ist die Apparatusdebatte weitgehend in Vergessenheit geraten und doch in aktuelle Medientheorien eingeflossen. Deshalb wirft das Buch folgende Fragen auf:

  • Was geschah nach dem Ende der Apparatusdebatte 1986?
  • Inwieweit beeinflusste sie spätere medien- und techniktheoretische Diskurse?
  • Ist sie in aktuellen Medientheorien zu finden?
  • Handelt es sich um ein Relikt oder um einen Ansatz mit Diskussionspotenzial?

Thomas Schindl behandelt den Umgang der Sozialwissenschaften mit dem ausgedehnten Phänomen Raum. (Sorry, dieser Kalauer war wirklich nicht vermeidbar.)

Ob nun als spatial turn, topographical turn oder topological turn — seit einiger Zeit wird Raum wieder vermehrt zu einem zentralen Thema von Kulturwissenschaften gemacht. Einen besonderen Stellenwert nehmen diesbezüglich die Auseinandersetzungen mit unterschiedlich ausgeprägten Formen von Räumlichkeit im medientheoretischen Diskurs ein.

Für die Medienwissenschaften stellt Raum eine grundlegende medienästhetische Kategorie dar, deren Brisanz gerade aus dem Versuch entsteht, die individuelle Erfahrbarkeit von Wirklichkeit am kollektiven Umgang mit Wissen und Information dingfest zu machen.

Dabei erscheint die Ausgangslage zunächst keinesfalls eindeutig: Seit jeher besteht eine wesentliche Funktion von Medien und Kommunikation darin, Raum zu überwinden, während sie zugleich stets neue Räume technischer Vermittlung, sozialer Interaktion und kultureller Praxis entstehen lassen (z. B. im Cyberspace, aber auch in Gestalt ökonomischer und kultureller Globalisierung).

Die vorliegende Arbeit versucht wesentliche medientheoretische Positionen zu rekonstruieren, die in der gegenwärtigen Debatte zum Tragen kommen. Raum wird dabei nicht nur als ein ästhetischer Begriff im Schnittfeld von Kultur und Technik angesiedelt, sondern auch im Hinblick auf Geografie, Ökonomie und Politik entworfen.

Einleitende Worte zur Präsentation, die ich Pecha-Kucha-Night-bedingt (sehr spannend fand ich den Vortrag über Picidae, demnächst mehr) versäumte, sprach Frank Hartmann – ich bin gespannt auf die beiden Bücher, die auch schon bei Amazon gelistet sind:

Das Kino als Apparat: Medientheorie und Medientechnik im Spiegel der Apparatusdebatte
Räume des Medialen: Zum spatial turn in Kulturwissenschaften und Medientheorien

digitalks #6: die Twitter-Socke

Die Schwarmintelligenz trat bei den gestrigen Digitalks in verschärfter Form auf: den Vortrag von Thomas Fundneider hab ich leider verpasst, Werner Buhre sprach über das Gewicht von Haselnussdosen und die Crowd lag fast richtig.

Alle Präsentationen gibt’s auch online, siehe den Beitrag auf digitalks. Wir mussten allerdings nicht nur das Gewicht besagter Nüsse schätzen, sondern auch in Kleingruppen ein medialer Kleidungsstück crowdsourcen. Helge, Max, Andi, Jürgen und ich haben uns dabei ein geniales Device ausgedacht: die Twitter-Socke: mittels piezoelektrischer Kristalle lädt sie sich beim Gehen auf und verschickt mit dem eingebauten, autarken GSM-Sendeteil jedesmal ein Tweet, wenn sie genug Strom gesammelt hat – mit dem Inhalt, dass wieder genug Strom gesammelt wurde, um eine Twitter-Meldung abzusetzen; in der Version 2.0 vielleicht sogar geocodiert, obwohl wir unschlüssig darüber sind, ob dies dem selbstreferentiellen Zweck nicht eher abträglich wäre.

Allerdings tauchten leise laute Zweifel daran auf, ob wir überhaupt an einem Crowdsourcing-Experiment teilgenommen haben – oder doch bloß an einer klassischen Brainstorming-Session. In der Tag geht’s beim Crowdsourcing ja primär darum, simple Tätigkeiten an den “Kunden” auszulagern; oder wie Helge es so schön formulierte: das Wählscheibentelefon wurde anno dazumal erfunden, weil die freundlichen Damen vom Wählamt irgendwann mit den vielen Gesprächen und dem dauerenden Umstecken der Relais überfordert waren… ein spannendes Beispiel aus der Gegenwart ist etwa das Mechanical-Turk Programm von amazon. Wer Crowdsourcing falsch versteht, könnte in der Tat auf die Idee kommen, die Vorstellung, dass sich die breite Masse niemals irre, habe was faschistoides an sich – aber um dieses Rechthaben geht’s gar nicht, sondern um Error-Margins, Normalverteilungen und Kosteneffizienz. Aber wie auch immer – hier ein paar fotografische Impressionen des gestrigen Abends:

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