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Artikel-Schlagworte: „Aufmerksamkeit“

Blogistan Panoptikum KW49 2009

Jedes Jahr eine erneute Enttäuschung: kein Krampustreiben in Wien! Dafür bloß "überteuerter Glühwein auf überfüllten Weihnachtsmärkten" (=Klischeesatz der vorjährigen Wintersaison), ausbleibendes Schneetreiben und erbitterte Jagd auf originelle Geschenke. Möchten Sie dem ganzen Wahn entfliehen, dann lehnen Sie sich entspannt zurück: datenschmutz und Linzerschnitte blicken garantiert nicht auf den 24, sondern sieben Tage zurück - denn trotz der fallenden Außentemperaturen brodelt die Blogosphäre wie eh und je.

Die perfekte Facebook-Fanpage

ritchie aka datadirt Social Media Anleitungen für Firmen und Brands kursieren in großer Zahl, in den meisten Fällen ist's schade um die vergeudete Lesezeit. Wer sich theoretische Abhandlungen sparen will und eine leicht verständliche Anleitung sucht, dem sei Jesse Stays Gastbeitrag auf Techipedia ans Herz gelegt: "How to create the perfect Facebook Fan Page" erklärt alle wichtigen Schritte von der Erstellung eines Custom-Tabs über die optimale Logo-Größe bis hin zu SEO-Überlegungen. Lesen und umsetzen, denn wie Jesse völlig richtig schreibt:

As you can see, a Facebook Page is a powerful tool that you can use to enhance and strengthen your brand naturally using the tools Facebook provides. Be sure to leverage this tool, customize it, and make it work to get your brand in front of as many people and their friends as possible.

Jesse, Gründer und CEO von Socialtoo.com, hat übrigens eine hervorragende Einführung für alle geschrieben, die sich näher mit den Untiefen der Facebook-Programmierung beschäftigen möchten: FBML Essentials Blogistan Panoptikum KW49 2009

Sind wir nicht alle ein bisschen ...krank?

Judith aka Linzerschnitte Wer zuviel twittert, chattet, mailt etc. kann krank werden. Klingt wie der übliche Kulturpessimismus wohlmeinender Eltern aus Zeiten des Fernsehen-Hypes: "Du kriegst noch ganz eckige Augen".

Götz Mundle, Psychotherapeut und Spezialist im Fachgebiet der Psychosomatik wird in der Jänner-Ausgabe von "Psychologie heute" aber erklären, was genau er damit meint. Manche Menschen, so Mundle, stürzten sich in das

"mediale Dauerfeuer, um persönliche Probleme zu verdrängen. Statt auf ihre innere Stimme und Warnsignale ihres Körpers zu hören, betäuben sie sich mit Müll aus dem Internet. Wer es als quälend empfindet, offline zu sein, und wem es nicht gelingt, einen Tag in der Woche komplett ohne diese Medien auszukommen, hat ein handfestes Problem.

Besagtes mediales Dauerfeuer erhöhe außerdem die Produktion der Stresshormone Kortisol und Adrenalin, Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit leiden." Mundle: "Langfristig kann ein Burn-out-Syndrom die Folge sein."

Nun ja, Mediziner und ihre Warnungen sind eine Sache. Bevor aber die gesamte Social Media Branche wegen Digital Burn Out in einer Psychomatik-Spezialklinik landet und die Krankenkassen noch mehr in den Ruin treibt, empfehlen wir (uns) für heute: Auch offline ist es hin und wieder ganz nett & Gute Nacht (nachdem Sie beim Fertiglesen des Panoptikums noch reichlich Kortisol ausgeschüttet haben).

Anm. von datenschmutz: Ich kontere mit der Gegenthese: "Wer zu wenig oder gar nicht twittert, chattet, mailt etc. kann krank werden." Widerleg das, Mundle! Oder, wie Mundl gesagt hätte: "Mei Twitta is ned deppat!"

Mobile Internetnutzung steigt rasant

ritchie aka datadirt Online-Umfragen sind immer so eine Sache: selbst wenn es heißt, es nahm "eine repräsentative Stichprobe von über 1.000 Internetnutzern teil" muss man im Zweifelsfall davon ausgehen, dass die Daten über irgendwelche Popup-Layer gesammelt wurden und eher arbiträr als signifikant sind. Dennoch zeigt eine aktuelle Umfrage, die Scout24 gemeinsam mit Innofact durchgeführt hat, dass - oh Überraschung - mobiles Internet längst kein Exotendasein mehr fristet: jeder zweite Nutzer war schon mal mit seinem Handy online, jeder vierte nutzt häufig mobile Services:

Mit 60 Prozent Nutzung und 29 Prozent intensiver Nutzung sind Männer die Vorreiter beim mobilen Internet. Die mobilen Surfer interessieren sich zu 71 Prozent stark für Nachrichten, 59 Prozent zählen Navigationstools zu ihren beliebtesten mobilen Services. 51 Prozent erfreuen sich an Mobile Shopping.
Knapp 70 Prozent der befragten Online-Nutzer würden für mobile Applications extra zahlen, sofern der angebotene Dienst ihnen einen persönlichen Mehrwert bringt.

Bildbearbeitung online - ein Picnik!

Judith aka Linzerschnitte Vor einigen Tagen war ich gezwungen, auf dem PC meines Vaters zu arbeiten. 13''-Röhrenmonitor, gefühlte 500 MB Arbeitsspeicher, Internet Explorer, keine Flash Updates etc. Und: Ich brauchte ein Bildbearbeitungsprogramm. Nicht einmal Standardsoftware war zu finden, von dem mir vertrauten Photoshop ganz zu schweigen.

Da wagte ich den Versuch und googlte nach einem Online-Bildbearbeitungsprogramm. Ich wählte das erstbeste namens Picnik und war begeistert. Fotos skalieren, zuschneiden und grundsätzliche Bildbearbeitungstechniken ohne sich registrieren zu müssen, Bilder in verschiedenen Formaten und Qualitäten abspeichern, großartige Usability (kein Nachlesen erforderlich) und noch zusätzliche Tipps und Erklärungen. Wer sich registriert, kann seine Fotos außerdem automatisch bei FlickR, Facebook usw. uploaden. Das Service wird mittlerweile in Deutsch angeboten, für $24,90 pro Jahr ist auch eine Premiumversion erhältlich, die unter anderem Layers unterstützt. Wem Photoshop immer schon zu viele und zu komplizierte Funktionen hatte und außerdem zu teuer war, der wird in der Cloud glücklicher.

Obama weiß, was du einkaufst

ritchie aka datadirt Weil auf die USA fokussierte Terroristen natürlich die Warenwirtschaft ihres kapitalistischen Erzfeindes nicht auch noch unterstützen wollen, kaufen sie die Bauteile für ihre Bomben vorzugsweise in Europa. Also lassen die netten Politiker ihre Freunde von der Homeland Security natürlich in die Konten blicken - wenn auch seit neuestem nur für 6 Monate:

Deutschland, Österreich und Ungarn machten demnach durch ihre Enthaltung den Weg frei.
Den Kritikern des Abkommens ist es gelungen, die Laufzeit von ursprünglich zwölf auf neun Monate herunterzuhandeln. Allerdings bleibt das EU-Parlament unberücksichtigt - und zwar nur einen Tag vor Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags, der den Volksvertretern ein Mitspracherecht in Sicherheitsfragen gibt.

Die Detailregelungen des Abkommens sind ein Hammer und verdienen es, an dieser Stelle näher beleuchtet zu werden (Swift-Volltext):

Das US-Finanzministerium kann, dem neuen Abkommen zufolge, nicht einfach die Daten abholen, sondern muss einen möglichst genau definierten Antrag stellen. Wenn der angesprochene Finanzdienstleister nicht in der Lage ist, den angeforderten Datensatz eindeutig zu identifizieren, muss er eine größere Datenmenge an die für die Kooperation mit den USA verantwortliche nationale Polizeibehörde übermitteln, die sie dann an die USA weitergibt. Die Verwendung der Daten ist explizit auf Terrorfahndung beschränkt. Außerdem dürfen die Daten nicht zum automatisierten Profiling sowie im Rahmen von Data-Mining-Aktionen verwendet werden. Daten, die sich als nutzlos für die Fahnder herausstellen, müssen spätestens acht Monate nach deren Überprüfung gelöscht werden. Ein Richtervorbehalt bei den Anfragen ist nicht vorgesehen.

Unglaublicherweise stellt diese Situation allerdings sogar ein "Verbesserung" gegenüber dem Status von vor 2006 dar, als US-Behörden ohne jegliche rechtliche Grundlagen massenhaft Finanzdaten auswerteten. Dass sich .at, .de und .ch ihrer Stimmen enthielten, lieferte der Opposition einiges an Munition, bleibt aber unverständlich - ebenso wie der Kommentar der österreichischen Innenministerin:

Maria Fekter (ÖVP) bezeichnete das Interimsabkommen in einer Mitteilung vom Montag als "unbefriedigend". Sie habe sich daher der Stimme enthalten.

Wow - wirklich eine beruhigende Haltung der Regierung in Sachen Europapolitik! Wenn uns irgendwas nicht passt, dann sagen wir - nix.

Social Media: No Joy with the ROI?

Judith aka Linzerschnitte Ist Social Media aus wirtschaftlicher Sicht nur eine weitere Blase an überzogenen Erwartungen und Goldgräbertum, wie Community TV in den 90ern, Multitext in den 2000ern und nahezu alles, was mit Interaktion und Medien zu tun hat? Manches weist darauf hin:
Firmen, auf deren nichtige Eigenwerbung man sich im Social Web gerne verzichten könnte, ernennen sich plötzlich zur Social Media Agentur und sprechen von Mehrwert - und man fragt sich: Wenn sie selbst im Social Web keinen Mehrwert bieten, wie wollen sie diesen ihren Kunden vermitteln? Social Media Berater, deren Schlüsselqualifikation es ist, einen Twitteraccount mit mehr als 500 Followern und Grundkenntnisse von Wordpress zu haben, vermehren sich wie Schweingrippeviren. Und jeder Round Table oder XY-Tag beinhaltet Social Media Slots, wo mit heißer Luft nicht gegeizt wird.

Letztendlich gibt es ihn aber, den ROI von Social Media. Und wer weniger in Kampagnen denkt, sondern daran, Digital Relations aufzubauen, wird ihn früher oder später selbst erleben. Hier einige Beispiele dafür:

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Fickfreie Zone: die Top-Suchworte

ritchie aka datadirt Das Jahr neigt sich seinem Ende zu, folgerichtig werfen die Suchmaschinenbetreiber ihre Statistikbots an - aus den aktuellen Hitparaden lässt sich so mancher Trend ablesen. Dass kommerzielle Angebote zum Thema Fortpflanzung an Relevanz verloren hätten, möge aber keinesfalls voreilig gefolgert werden: XXX-Suchworte filtern die Betreiber bedauerlicherweise aus. Dass die einen nicht unbeträchtlichen Teil des Gesamtvolumens ausmachen, legt eine aktueller Untersuchung des schwedischen World Internet Institute nahe:

Men det är inte bara unga män som sexsurfar, även bland kvinnor är det nu 7% som uppger att de besöker sidor med sexuellt innehåll.

Sexsurfar... hehe. 7% wär in der Tat nicht so wenig... die offizielle Hitparade wird indes in Deutschland von Megan Fox angeführt, während die Österreicher am häufigsten nach "Wien", "Youtube" und "Österreich" (wtf?) suchten. Dass URL-Suchbegriffe wie "ebay" oder "gmx" ebenfalls stark in den Top 10 vertreten sind, hat übrigens mit der Direkt-Weiterleitungsfunktion aktueller Browser zu tun, allerdings zählt ein solcher Aufruf eben auch als Suchvorgang.

Bei Yahoo dagegen bleibt's weiterhin schwül, windig und orientierungslos: die Top Begriffe lauten Wetter, Routenplaner, Wikipedia (sic!), Telefonbuch, Horoskop und Erotik. Wer die Schweinegrippe überstanden, für seinen Opel die Abwrackprämie kassiert, einen Apfelkuchen verspeist und anschließend mit Monica Lierhaus und Lady Gaga beim Echo 2009 einen "Sturm der Liebe" entfachte, lag komplett im Plansoll.

Noch eine Topliste: RSS-Technologien

ritchie aka datadirt ReadWriteWeb hat mit der Veröffentlichung der "traditionellen" Best-Of Listen begonnen. Dass in den "Top Mobile Web Products" ausschließlich Android- und iPhone-Apps vertreten sind, mag auf einen gewissen redaktionellen Bias schließen lassen (und dass die Top-10-Semantic-Apps Liste überhaupt gefüllt werden konnte, verwundert), aber im Beitrag über die Top 10 RSS & Syndication Technologies of 2009 habe ich ein interessantes Service gefunden:

Echo, from JS-Kit is a reverse syndication service for distributed social media conversations. It brings back tweets and other mentions to the page they refer to. The service is growing fast and becoming more sophisticated every week. New features come so fast and furious that it's overwhelming but the end result is an experience that brings the dispersed social web back together again.

Grundsätzlich nichts, das nicht andere Plugins auch leisten könnten - die Twitter-Kommentare importiere ich schon längere Zeit via Backtype. Allerdings beherrscht Echo auch noch Unified Login und synchronisiert alle Importe mit dem WP-eigenen Kommentarsystem. Werd ich mir demnächst mal näher ansehen, immerhin bin ich ein großer Fan von Premium Services und Echo kostet $48 pro Jahr. In diese Kategorie fällt auch Fever, der Feedreader für Geeks: es handelt sich nicht um lokale Software, sondern um eine am eigenen Webserver gehostete mobile-taugliche Software. Mit $30 ein günstiges Weihnachtsgeschenk für alle, die keine Steckdosen für neue Hardware-Gadgets mehr frei haben.

Ritchies Video der Woche

Gerade mal 12 Jahre alt ist dieser äußerst talentierte Schlagzeuger - die Rhythmus- und Tempi-Wechsel in diesem Solo sind unglaublich - muss man gehört und gesehen haben! (Gefunden in Karola Rieglers Facebook Feed):

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Judiths Video der Woche

Einmal noch, okay? Dann mach ich wieder mal eine Pause mit Katzencontent. Aber dieses eine Mal muss noch sein....

Lesetipps der Woche

  • Steve Gillmor hat auf TechCrunchIT einen ausgedehnten Beitrag über die strategische "Aushungerung" Twitters durch Friendfeed veröffentlicht, in dem er auch auf die Problematik der "data ownership" eingeht.
  • Lesetipp/Weihnachtswunschlistentipp: Gmail-User aufgepasst: Das Gboard ist da! Ein USB-Board, mit dem ohne Scrollen auf Gmail navigiert werden kann. Kostenpunkt 19 Dollar - www.gboard.com

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende der Rückschau und somit in der Gegenwart angekommen - wir hoffen, Sie hatten einen sanften Flug und freuen uns, Sie bald wieder an Bord des Blogistan Panoptikums begrüßen zu dürfen. Bitte geben Sie aus Sicherheitsgründen einen Kommentar ab, bevor Sie diesen Beitrag verlassen. Linzerschnitte und datenschmutz wünschen einen geruhsamen Restsonntag und einen beachtlichen Start in die kommende Woche; wir lesen uns am Montag!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick - für jeden Eintrag gibt's auf Wunsch einen Backlink! Hier geht's zum Einreich-Formular.

Blogistan Panoptikum KW47 2009

Das Jahr neigt sich unweigerlich seinem Ende zu - bei den Kalenderproduzenten steigt die Nervosität ins Unermessliche, Motorradfahrer müssen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen und die Weihnachtsbeleuchtung - keine Spur von Energiesparlampen - ist an. Trotz zunehmend winterlicher (Miss)Verhältnisse friert in der Blogosphäre aber gar nix ein: da wird Altbekanntes neu aufgewärmt, neues Heißes auf Trinktemperatur abgekühlt und syndiziert, was das Zeug hält: Business as usual eben, dessen letzte sieben Tage Linzerschnitte und datenschmutz wie gewohnt für Sie zusammengefasst haben.

HYPE: Foursquare.com

Judith aka Linzerschnitte Facebook war der Liebling der Medien 2008, 2009 wurde und wird Twitter in den Mainstream-Himmel gehyped - but who's next?
Wenn man Mashable Glauben schenkt, dann wird 2010 foursquare.com die Spitze des Hype Cycle erklimmen!

Foursquare.com erinnert auf den ersten Blick ein bisschen an die Android App Latitude: Man legt Orte an, an denen man sich regelmäßig bewegt, checkt ein, wenn man diese aufsucht, informiert seine Freunde darüber. Erweitert wird das ganze um den Faktor "addictive Game" - wie bei Farmville oder der guten alten Zombie oder Mafia Application auf Facebook wird das ganze durch ein Gratifikationssystem, dem Sammeln von "Badges" gefördert. Wer am meisten Badges hat, wird zum "Mayor" der Location. Nun, wir werden sehen, ob Spieltrieb oder Datenschutzbedürfnisse siegen. Eines lässt sich jedenfalls schon fix feststellen: Geotagging ist wirklich totally "in", auch Twitter springt auf den Verortungszug auf.

Pete Cashmore hat noch mehrere Parallelen zwischen Twitter und foursquare.com ausgemacht:

The parallels with Twitter are numerous. As technology early adopter and popular blogger Robert Scoble wrote in September: "Go back three years ago. Twitter was being used by the same crowd that is playing with Foursquare today. (...) This week Foursquare debuted the singular piece that launched Twitter into the stratosphere: an API.

PS: Bis vor kurzem war Foursquare nur für Städte in den USA freigeschalten, nun sind schon einige Städte mehr dabei!

Radiospotting: Web-Präsentation ist online

ritchie aka datadirt Bald ist das Linzer Kulturhauptstadtjahr zu Ende - und eines der spannendsten Projekte ging zwar offline im Oktober zu Ende, ist aber mittlerweile lückenlos online dokumentiert. Beim Projekt Radiospotting präsentierten 13 Autoren ihre Stories an verschiedenen Plätzen mittels lokaler Radiosender:

Seit Paul Watzlawick wissen wir: Kommunikation entsteht beim Empfänger. Diesen Gedanken aufgreifend, werden an 13 Orten in Linz (z.B. Stifterhaus, Nibelungenbrücke, Neuer Dom,...) lokal begrenzte Radiosender Arbeiten von 30 internationalen SoundkünstlerInnen über den Äther schicken. Grundlage für die akustischen Arbeiten waren 13 Orte und deren Geschichten, welche von renommierten oberösterreichischen Autorinnen und Autoren geschrieben wurden. Ohrenzeuge kann dabei jeder werden, der sich mit einem Radio an die einzelnen Orte begibt, die Frequenz einstellt und seine Ohren spitzt.

Unter dem Menüpunkt tune in! kann man nun alle Beiträge auch ohne Linz-Besuch nachlesen und -hören. Auf Radio Fro gab's eine begleitende Doku-Serie, die einzelnen Beiträge sind ebenfalls online dokumentiert.

Google Chrome OS

Judith aka Linzerschnitte Wir haben bereits im letztwöchigen Panoptikum darüber berichtet: Tod dem Desktop, Tod Microsoft! Dieser Kampfspruch scheint bei Google nicht unter das Mission Statement "don't be evil" zu fallen. Dem Konkurrenten Microsoft wird einmal mehr gnadenlos der Kampf angesagt, diesmal an seinem angestammten Platz, dem Desktop. Auf dem Desktop verfügt Microsoft über Heimvorteile, darum wird er von Google einfach als redundant erklärt. Das Betriebssystem Chrome OS wird daher in der Cloud, genauer gesagt im Browser angesiedelt. dieses Video erklärt schon mal, wie Google Chrome funktionieren soll.

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Allerdings ist das Chrome OS nicht für Laptops geschaffen: laut Mashable ist ein Solid-State-Drive angeblich Voraussetzung:

Chrome OS doesn't support drivers and will not run on your laptop: The Google operating system won't be running on your Dell or Macbook anytime soon – it only works with solid-state hard drives. It is meant for Netbooks. Many hardware manufacturers are going to have to tweak their netbook designs to support Chrome OS.

Dann warte ich vielleicht doch noch ein bisschen mit der Anschaffung eines Netbooks...

Facebook weicht List-Policy auf

ritchie aka datadirt Beim Filtering the Stream Roundtable frage Loic Le Meur Facebook VP Bret Taylor, warum 3rd Party Apps kein Zugriff auf die Freundeslisten gewährt werde - Twitter erlaubt dies. Und wider Erwarten scheint Facebook das tatsächlich vor zu haben:

Taylor said that Le Meur’s request seemed "reasonable" and continued "we should do that." “We're not working on that. But we should be," he continued. So there you go, done deal. Great. It would seem that soon, third parties should have access to the list filters that Facebook uses.

Im Zeitalter von Social Graphs und personalisierter Information spielt dies keine geringe Rolle, denn:

If there were a way to merge Twitter Lists and Facebook Friend Lists, third-party services could provide a valuable new service: Easy-to-make Facebook and Twitter social graph mashups.

Automatic Captions für Youtube Videos

ritchie aka datadirt Am offiziellen Google-Blog wurde letzte Woche bekannt gegeben, dass Youtube Videos ab sofort automatisch erstellte Untertitel anbietet. Seit längerem können Video-Uploader Untertitel anbieten, nun geht Big G in punkto Accessibility mit Voice Recognition Technologie noch einen Schritt weiter:

To help address this challenge, we've combined Google's automatic speech recognition (ASR) technology with the YouTube caption system to offer automatic captions, or auto-caps for short. Auto-caps use the same voice recognition algorithms in Google Voice to automatically generate captions for video. The captions will not always be perfect (check out the video below for an amusing example), but even when they're off, they can still be helpful—and the technology will continue to improve with time.

Auch das manuelle Untertiteln von Beiträgen wird einfacher: es reicht, ein simples Text-File hochzuladen, das auto-timing Feature sorgt für die Einblendung der Untertitel an der passenden Stelle. Wie das genau funktioniert, zeigt folgendes Demo-Video:

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Facebook becoming lame for young folks?

Judith aka Linzerschnitte Diese berechtigte Frage stammt von niemand geringerem als Guy Kawasaki (bzw. seiner Twitter-Assistentin). Meine Antwort: Ja, ein bisschen schon. Denn nicht nur ältere Schwestern sondern auch Eltern und andere Verwandte und womöglich auch Lehrer, Chefs und Kunden überfluten Facebook zunehmend und stalken bzw. geben das Gefühl, gestalkt zu werden. Manche davon laden einfach die Fotos von Opas letzter Geburtstagsfeier hoch, die einen nicht gerade so cool aussehen lassen, wie man gerne hätte. Doch wie so oft hat das Social Web da auch schon eine Lösung bereit, oder zumindest eine Selbsthilfegruppe. Auf myparentsjoinedfacebook werden Sie geholfen!

So, you finally caved. You've accepted a friend request from your Mom, Dad, crazy Aunt Ida, and your college roommate’s newly divorced mother. Well here's your chance to get back at them for taking away your public privacy.
Email us at: myparentsjoinedfacebook@gmail.com because we want to laugh at your Mom’s ridiculous Facebook status and the embarrassing message your Dad wrote on your wall too!

Blogazines vs. Blog

ritchie aka datadirt "Für jeden Artikel das gleiche Template - das ist doch langweilig!" Das denken sich einige Blogbetreiber mit gesteigerten grafischen Ambitionen und legen ebenso viel Wert auf grafische Gestaltung einzelner Artikel wie auf deren Inhalt. Smashing Magazine hat ein beindruckendes Feature über diese "Blogazines" zusammengestellt - und zwar thematisch passend ebenfalls in aufwendigem Layout. Die Frage " We have some of the most creative and inspiring designers in our profession, so why don't we show our true potential in our blog articles?" mag durchaus berechtigt sein, aber Dustin Curtis hat völlig recht mit seiner Anmerkung zu HTML und CSS:

The biggest disadvantage is that CSS and HTML are terrible technologies that weren’t designed for page layout. They were designed for structured content presentation, like for a newspaper, where all the elements throughout the website are the same and are re-used. But I'm trying to make a magazine, where the content and presentation are inextricably mixed and unique. The way presentation CSS is supposed to be decoupled from the content HTML is totally counter to the mission I am trying to accomplish, and it makes coding the articles frustrating, messy and time-consuming.

Agenturfail der Woche: Zertifizierter Social Media Koordinator

Judith aka Linzerschnitte Wo Honig ist, da sind auch (Schmeiß)fliegen. Social Media und seine/ihre Handhabung erfordert vor allem zwei Dinge: grundlegendes Interesse in Kommunikation und einigermaßen normale Umgangsformen. Der Rest kommt von selbst. Aber nicht, wenn es nach einer Salzburger Agentur geht. Da versucht man, aus Social Media eine Profession zu machen - wer also ein paar Wochenende Zeit und läppische 990 Euro investiert, der darf bekommt von der Agentur ein Zertifikat verliehen und darf sich "Social Media Koordinator" nennen/schimpfen. Anmelden kann man sich übrigens auch via Facebook - und der Weg vom Computer-Illiterate zum SM-Star ist ein kurzer:

. In einer drei Tage dauernden Ausbildung erfahren die künftigen Social Media Koordinatoren alles, was sie für eine erfolgreiche Performance im Web 2.0 benötigen.

Buttons mit CSS

ritchie aka datadirt Submit-Buttons, RSS-Buttons, Button-Buttons... Photoshop darf heute mal länger schlafen, denn Onkel Janko holt die große CSS-Bastelkiste aus dem Keller. Genau sowas hab ich gesucht:

Designers have many reasons to style buttons, including to make them more attractive and to enhance usability. One of the most important reasons, though, is that standard buttons can easily be missed by users because they often look similar to elements in their operating system. Here, we present you several techniques and tutorials to help you learn how to style buttons using CSS. We'll also address usability.

Wirklich tolle Anleitung - demnächst kriegt mein "submit-Button" unter dem Mailinglist-Formular ein neues Styling verpasst! :mrgreen:

Twitter: Zahlen, Fakten, Spekulationen

ritchie aka datadirt "How many roads must a man walk down?" Wir wissen's bis heute nicht - kein Wunder: immerhin verbläst der Wind die Antwort. In der digitalen Welt bleiben keine solchen Unsicherheiten bestehen. Haben Sie sich auch schon mal gefragt, wieviele Tweets pro Tag im Durchschnitt verschickt werden? 27,3 Millionen pro Tag sind es, berichtet PR 2.0 basierend auf aktuellen Pingdom-Zahlen. Das macht pro Jahr dann 10 Milliarden Micro-Messages, wobei CNET erst vor einem Monat über das 5-milliardste Tweet berichtete.

Auch bei den Clients gibt's neue Zahlen: das Web-Interface führt immer noch mit weitem Abstand (46,8 Prozent), ganz und gar nicht dicht gefolgt von Tweetdeck (8,48 Prozent). Seesmic kommt auf 1,1 Prozent, alle anderen Client zusammen erreichen 37,14%. Die ganze Tortengrafik hat ReadWriteWeb.

Ziemlich unsicher ist indes, was mit der SUL, der heiligen "Suggested Users List" geschieht - Twitter will sie, zumindest in der jetzigen Form, los werden:

The benefits to getting on the list are great indeed. Users added to the SUL, gained on average of 53,000 new followers after being on the list for a week and 170,000 within the first month. Some users even gained as many as 370,000 in the first 30 days.

Womit genau, weiß noch niemand - aber die Gerüchteküche über einen Authority-Algorithmus läuft derzeit noch heißer als sonst. Dabei ist doch alles maßlos überschätzt, kontert New Comm Biz häretisch unter dem Titel "Twitter doesn't create influence, it reaveals it":

Twitter didn't make anyone influential. Twitter only exposes and amplifies influence. If you look at the top 100 Twitter accounts, the only person/company that Twitter made influential was @Twitter. Everyone else was already influential in their own right.

Von SuperTweetern geht's nahtlos zu den Supertweets, Scobleizers neuem Steckenpferd. Twitter will ja definitiv Werbung zulassen, aber die wird, so Scoble, in Form von Metadaten ausgeliefert:

Think about all the metadata that exist OUTSIDE of the Tweet. How about you mouse-over a Tweet to see a new slide-down UI that shows you all the metadata.

Wow - wirklich super! Werbung mit eingebautem Pop-Up Blocker in der Tat "Advertising we love" :mrgreen:

Judiths Video der Woche

Warum spielen Frauen Fußball? Weil es der Fußballplatz der beste weil sozial anerkannte Ort für einen Bitchfight ist:

Ritchies Video der Woche: Ficker oder Nicht-Ficker?

Das ist hier die Frage... [via Web-Newspaper.de] Und genau deshalb fahren wir im Inland mit dem Zug! :evil:

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Lesetipps der Woche

  • "Es bedurfte nur eines Tweets": Die "Twitterrevolution Iran Election" hat den reflektierten Social Media Nutzer eines gelehrt: Oft ist eine gehypte Revolte auf Twitter nicht mehr als heiße Luft. Doch Social Media kann mächtig sein. Wie mächtig dokumentierte Alan Rusbridger, Chefredakteur der britischen Tageszeitung "The Guardian". Eine "klassische" PR Firma namens Trafigura und die Anwaltskanzlei Carter-Ruck durften so auf die harte Tour lernen, dass sich die Zeiten geändert haben.
  • Quantenrechner-News: Bis vor kurzem habe ich hinter dem Mond gelebt. Ich wusste nicht, was ein Quantenrechner ist. Nun, wo ich dieses neue, zukünftige Buzzword aufgeschnappt habe, verfolge ich alle News zum Thema. So auch diese. Laut Hype Cycle der Gartner Company wird der Quantenrechner in spätestens 10 Jahren übrigens "the next big thing!.
  • Twitter und Facebook machen jeden zum Affiliate-Marketer, schreibt Gastautor Steve Poland in einem lesenswerten Gast-Posting auf TechCrunch. Bestes Zitat: "The adult industry has always been ahead of the curve, but I digress."
  • Ikea rules: Es gibt dann auch noch Agenturen, die sich im Bereich des Social Media Marketings ein bisschen mehr einfallen lassen. Was dabei rauskommt, zeigt diese wirklich nette Video.

Und damit sind wir auch schon wieder rasend schnell am panoptischen Fluchtpunkt angelangt, sprich: rückblickend werden wir Ihnen erst wieder in sieben Tagen eine Woche zusammenfasst haben - bis dahin: danke für Ihre Aufmerksamkeit, schönen Restsonntag, wir lesen uns morgen.

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Blogistan Panoptikum KW44 2009

Nach der urlaubsbedingten Pause geht es heute an dieser Stelle wieder mit dem gemeinsamen Wochenrückblick von Linzerschnitte und datenschmutz weiter. Unvorstellbares hat sich schon wieder zugetragen: Twitter unterstützt mit der neuen Funktion "Lists" ein Komfortfeature, mit dem avanciertere Clients schon lange glänzen, die deutsche Regierung steht zur 2-Klassen-Medizin und die 2. Klasse kriegt zukünftig nur mehr Soylent Green. Aber wir greifen schon wieder davor, dabei sollten wir doch eigentlich zurückblicken!

Judith aka Linzerschnitte Ja, jetzt ist es endlich soweit: Auch wir Österreicher dürfen bei der Cloud-Revolution mitspielen! Lange haben wir uns leid gesehen, nun darf auf auch hierzulande eine Web 2.0-Revolution exekutiert werden! Mit allem, was zum Web 2.0 dazugehört: Facebook Gruppen, Flickr, Twitter, Hashtags, Blogs, Wikis, Livestreams. Auch würde es Inhalte geben, wurde kolportiert. [/Sarkasmus]

Seit 10 Tagen wird das Wiener Audimax besetzt, und was da an Protestinfrastruktur aus dem Boden gestampft wurde ist ziemlich beeindruckend. So sehr, dass die Medienberichterstattung sowohl in Old- als auch in New Media sich mehr um Livestreams, Voküs und Facebook-Gruppen zu drehen scheint, als um Inhalte. Doch darüber sind alle sich einig: Die Uni-Besetzer in ganz Österreich kann man nur unterstützen. Die Zustände an den Unis sind schon lange unerträglich und die Unterzeichnung der Bologna-Erklärung kommt rückwirkend gesehen einem bildungspolitischen Waterloo gleich. Mein persönliches aktuelles Frusterlebnis in Sachen Bologna-reformierte Uni: Die neuen, verschulten Studiengänge schließen berufsbegleitendes Studieren vollständig aus.

audimax besetzung Blogistan Panoptikum KW44 2009Genauso tragisch ist der völlige Ausschluß von Studenten und Mittelbau aus sämtlichen entscheidenen Gremien, eine kleine Entdemokratisierung, die uns die schwarz-blaue Koalition vor 8 Jahren bescherte. Und wer so etwas wie das akademische Schlußlicht Europas ist, sollte universitäre Platzprobleme nicht mit Zugangsbeschränkungen lösen. Denn hätte es in den späten 90er Jahren Zugangsbeschränkungen gegeben, hätten wohl viele Jugendliche wie ich, die nicht aus Akademikerfamilien stammen, niemals den Entschluß gefasst, sich das mit dem Studium mal anzusehen. Gegen die Einführung der Studiengebühren hab ich schon vor Jahren demonstriert - dann allerdings meine Meinung revidiert: Nach Einführung der Studiengebühren habe ich (wenn auch zeitversetzt) doch einige merkliche Verbesserungen an den Unis gesehen und würde Studiengebühren kombiniert mit einem entsprechenden Stipendienwesen durchaus für sinnvoll erachten. Zum Thema "Sexismus an Unis" fällt mir fast nur eins ein: Niemals wieder ist mir an einem Ort so wenig Sexismus untergekommen, wie an der Uni - zumindest aus Studentensicht. Davon abgesehen hat dieses Thema mit dem Kern der Debatte wenig bis nichts zu tun.

Nichtsdestotrotz ist aber auch die Slacktivism Rate bei #unibrennt ziemlich hoch. Fast 24.000 Unterstützer auf Facebook, 1.300 weitere bei der Gruppe "ArbeitnehmerInnen unterstützen die Uni-Proteste". Klingt großartig. Bei einer geplanten Kundgebung der "ArbeitnehmerInnen" am Nachmittag des 1.11.2009 sind dann von 130 fix angemeldeten und 200 "maybes" knapp 15 Leute erschienen. Und im Audimax auf etwa 50 weitere Besetzer gestoßen. Nicht verwunderlich, neun Tage Besetzung und Protest fordern ihren Tribute. Aber mal ehrlich: in Österreich gibt es knapp 200.000 Studierende - sind alle bisher zuhause gebliebenen mit den Zuständen an Österreichs Unis zufrieden?! Also, Ärsche hoch, Freunde, so schnell kommt die Gelegenheit nicht wieder, etwas verändern zu können - oder es zumindest zu versuchen.

Bleibt nur mehr zu hoffen, dass die Revolution und ihre Basisdemokratie nicht ihre Kinder frisst. Amen.

PS: Wer real unterstützen will: http://wiki.unsereuni.at
Wer lieber beim Slacktivism bleibt: Facebook Gruppe "Unsere Uni", Facebook Gruppe "ArbeitnehmerInnen unterstützen Uni-Proteste", Facebook Page TU Wien brennt
Twitter: @ugrazbrennt
www.unsereuni.at
FlickR: Uni brennt, FlickR Gruppe

Facebook wird weniger viral

ritchie aka datadirt Zynga und Playfish, die zwei größten Anbieter von Social Games auf Facebook, haben gut lachen: sie erzielen mit ihren Spielchen Millioneneinkommen, während Host Facebook noch immer keine positiven Cash-Flow generiert. Die diversen Notification-Messages sollen zukünftig gravierend eingeschränkt werden, wie VentureBeat berichtet:

Facebook is having one-on-one meetings with some of its larger developers detailing a series of changes that could significantly affect the way applications are spread through the social network. [...] From what we hear, Facebook is reshuffling all the traditional channels like notifications and requests that developers use to reach new users and tucking them away in harder-to-reach parts of the Web site. The idea is to give users more control over the information they see on their homepage.

Kurz gesagt Spiele werden sich nicht mehr so einfach viral verbreiten, und mit den nervigen Dauer-Requests dürfte auch bald Schluss sein. VentureBeat kennt noch mehr Details: so sollen alle Notifications mittelfristig in die Inbox wandern. Spielehersteller werden sich zukünftig als verstärkt auf bezahlte Werbung verlassen müssen, um ihr Publikum zu finden.

Gemeinsame Feinde verbinden

ritchie aka datadirt Gerald Wagner hat in der FAZ über Facebook nachgedacht und bringt unter dem mehr als hochtrabenden Titel "Eine Soziologie von Facebook" einige relativ lose Gedanken zum Ausdruck. Von der provokanten Eingangsfrage bis zu ihrer Beantwortung braucht der Autor aber gerade mal einen Absatz:

Facebook ist zum neuen Leitmedium des Internets geworden. Lernen wir von Facebook entscheidende Verschiebungen im Sozialen, neue Vergesellschaftungsformen, gar auf Kosten der alten?
[...]
Sollte Facebook, wie es vielerorts behauptet wird, stellvertretend für eine Kultur der "neuen Verknüpfungsformen" stehen, wäre es eine Verbindung von größter Beliebigkeit mit Folgenlosigkeit.

Der Essay ist unbedingt lesenswert, weil er in seiner bemerkenswert verständnislosen Kritik das größte Social Network mit einer Art Personenregister verwechselt und dann zum Schluss kommt, dieses funktioniere nicht so gut wie ein Polizeicomputer:

Ist das Insistieren auf dem Recht auf Neuanfänge, auf Häutungen und Brüche im Leben nicht viel zeitgemäßer als das bleischwere Herumwühlen von Facebook in meiner Vergangenheit? Sind wir nicht gerade darum in den Achtzigern nach Berlin gegangen? Nicht bei Facebook. Mit fröhlicher Penetranz zieht es aus entlegenen Winkeln meiner Biographie einen Kronzeugen der Kontinuität hervor. Es gibt kein nachtragenderes Medium. Damit beharrt dieses Netzwerk eigentlich auf einem Leitmotiv der qualitativen Sozialforschung, nämlich von der narrativen Identität der Persönlichkeit auszugehen. Das Netz verspricht, jedem seine Geschichte erzählen zu können. Dass die auf ein paar durchquerte Institutionen und verblichene Gesichter zusammenschrumpft, scheint keinen Unterschied zu machen.

Ich jedenfalls habe noch keine Beschwerde darüber gehört, dass ein "Telefonbuch ja bloß Nummern, Namen und Adressen enthält".

Stehst du auf der Liste?

Judith aka Linzerschnitte Dieser Satz hat nun eine völlig neue Bedeutung: Waren bisher meistens Gratiseintritte zu mehr oder weniger exklusiven Events mit dieser Frage in Verbindung zu bringen, geht es nun darum, auf möglichst vielen Twitterlisten zu stehen - und wenn nicht dass, dann wenigstens möglichst viele Twitterlisten anzulegen. Twitterlists gibt den Usern die Möglichkeit, mehrere Tweeper thematisch zu filtern und diese Listen beliebig zu betiteln. Alle Infos dazu gibt's am offiziellen Twitter Blog.

Tweetdeck und Seesmic Desktop User haben bei den Twitterlists wahrscheinlich eh nur gelangweilt gegähnt, kennen beide Clients das Feature unter der Bezeichnung "groups" ja schon länger. Bald soll auch eine Synchronisation via Twitter API möglich sein.

Ach ja, und wer schon immer mal in San Francisco beim coolsten Startup der Welt arbeiten wollte - Twitter is hiring!

Air 2.0 in Adobes Pipeline

ritchie aka datadirt Nicht bloß heiße Luft: AIR hat sich als beliebte Plattform für Social Media Clients fest etabliert, mit der zweiten Auflage wollen die Adobe Labs ihrem Framework neue Features verpassen. ReadWriteWeb weiß, warum effizienterer Umfang mit Speicherressourcen dringend notwendig ist:

The New York Times for example, one of the most new-media capable old-school institutions in the US, recently asked its staff to stop using the AIR app Tweetdeck because it's such a memory hog. That's probably one of the reasons why Times staff appears to be posting to Twitter less these days.

Weiters wird AIR 2.0 Multitouch-Gesten und lokales Audio-Encoding beherrschen - bis zum Release werden aber noch einige Panoptika ins Land ziehen, Adobe plant die erste Jahreshälfte 2010 an. Jede Menge nicht unbedingt nützlicher, aber zumindest hübscher Air-Applikationen findet man übrigens auf refreshingapps.com/.

Suchergebnis-Reputation-Management

ritchie aka datadirt Große neue Erkenntnisse hat der Beitrag im offiziellen Google Blog auch nicht zu bieten - zumindest der Tipp "zuerst nachdenken, dann veröffentlichen" kann getrost als alter Hut gelten:

The first step in reputation management is preemptive: Think twice before putting your personal information online.

Interessanter ist das schon der Teil übers "proaktive Publizieren": wenn man lästige Infos schon nicht los wird, weil der Webmaster der Drittseite partout nicht agieren will, muss man eben gegensteuern. Google empfiehlt dazu unter anderem, eine öffentliche Profilseite im eigenen Haus anzulegen: in der Tat eine oft übersehene Funktion, die das Potential hat, mittelfristig Xing und LinkedIn überflüssig zu machen.

Der Post-Journalismus Journalismus

ritchie aka datadirt Doc Searl berichtet über eine Round-Table Diskussion zum Thema "Geld verdienen mit Medien im 21. Jahrhundert", an der unter anderem Sherry Turkle und Virginia Postrel teilnahmen. Die Zusammenfassung ist unbedingt lesenswert und fasst die Verwobenheit von Technologie, Wirtschaftsorganisation und Medienmodellen sehr gut zusammen:

he Net employs a principle called end-to-end. Among other things, it assumes that the bulk of intelligence is at the ends of the network — with people and the devices serving them — rather than in the middle, where the phone companies used to be, back when they thought, as old-fashioned formerly modern industrial companies, that most of the network’s intelligence should reside, and make decisions for us.

Mobile Themes für WordPress.com Blogs

ritchie aka datadirt WordPress.com Blogs sind ab sofort standardmäßig mit Mobile Themes ausgestattet, wie ReadWriteWeb berichtet. Zwar kommen moderne Smartphone mit leistungsfähigen Browsern, doch allein schon aufgrund des kleineren Displays und der schnelleren Ladezeiten empfehlen sich optimierte Templates. Wer sein Blog selbst hostet, hat die Qual der Wahl zwischen dem iPhone-optimierten WPTouch und Carrington Mobile. Beide Themes kommen als Plugins daher und lassen sich in Windeseile konfigurieren. Denn:

From the slow emergence of mobile reading and publishing to the unwillingness of carriers to solve bandwidth problems, it's clear that the mobile web is still in its very early stages. For now, little things like this make a very big difference.

Kühe furzen zuviel

ritchie aka datadirt So manches langgezogene "Muhhhh!" könnte in Wahrheit ein klimaschädigender Darmwind sein, glaubt man Lord Stern, einer der "führenden Experten für Klimawandel" (wobei ich mir sicher bin, wodurch genau sich Expertentum in diesem Bereich auszeichnet). Als er jung war, gab's noch lustige Promille-Straßenrennen, bald wird einem die Polizei den Führerschein auch ab 0,5 Gramm tierischem Eiweiß in der Atemluft abnehmen:

Und er prophezeit gar, dass der Fleischverzehr in Zukunft gesellschaftlich so geächtet sein wird, wie es heute das Autofahren in betrunkenem Zustand ist. "Ich bin jetzt 61 und die Einstellung gegenüber Alkohol am Steuer hat sich seit meiner Studentenzeit radikal verändert", so Lord Stern. Der Ökonom rät den Teilnehmern der Weltklimakonferenz Ende Dezember in Kopenhagen, darauf hinzuwirken, dass die Preise für Fleisch erhöht werden.

Das Methan der Kühe (CH4) sei als Treibhausgas 21mal effektiver als jenes furchtbar schädliche CO2, das beispielsweise Menschen beim Ausatmen produzieren. Wollen wir bis Ende des Monats eine unmittelbar bevorstehende Klimakatastrophe verhindern, gibt's also nur zwei Varianten: entweder werden *alle* bis Ende der Woche Vegetarier. Vorher gibt's aber noch eine große Schlachtplatte samt Café Latte, die ganzen Kühe müssen ja weg. Oder die Franzosen hören auf, soviel alten Käse zu essen - das könnte der Menschheit eine Verschnaufpause von mehreren Jahrzehnten verschaffen.

Keine Alternative zur Schweinegrippe in Sicht

ritchie aka datadirt Was als relativ harmloser Twitter-Virus begann, entwickelte sich zu einem medialen Flächenbrand, an dem selbst Telepolis nicht mehr vorbei kommt:

In Deutschland zieht das Zwei-Klassen-System nun ganz offiziell als Regierungspolitik ein. Während die Regierung für das gemeine Volk 50 Millionen Pandemrix-Impfdosen mit Wirkverstärker vom Pharmakonzern Glaxosmithkline bestellte, orderte man für das Kabinett, die Bundesbehörden und die Bundeswehr 200.000 Celvapan-Impfdosen von Baxter. Sie sind ohne Wirkverstärker und sollen verträglicher sein.

Ein einziges PR-Desaster, diese Schweinegrippe - nach der jahrhundertelangen Ächtung des Schweinefleisch durch Moslems nun das: kein Wunder, das Verschwörungstheoretiker komplexe Pläne vermuten. Die Welt Online hat umfassend recherchiert:

So schnell wie die Schweingrippe verbreiten sich wilde Theorien dazu: Tote Schweine in China, fiese Industriefarmen in Mexiko sowie eine Verschwörung von al-Qaida und mexikanischen Drogenkartellen – all dies sind nur einige der Erklärungsversuche, die sich um den Ausbruch der Krankheit ranken.

Eines steht jedenfalls fest - exotische Tiere sind wenig gefährdet, ein mm>Schneckenschnupfen oder Hummer Hirnsausen eigenen sich nicht für die Massenhysterisierung. Doch ich zittere mit Alinaluna um die armen Lämmchen:

Mal gibt’s die Vogelgrippe-Heute kräht kein Hahn mehr danach....
Vormals war es BSE .....Die Kuh macht auch kein Muh mehr.....
Ich warte bis das mit den Schweinen vorbei ist denn dann kommt die Schafseuche....Mäh.

Foto der Woche

Judith aka Linzerschnitte Halloween ist nicht jedermanns Sache. Ich verweigere mich dem jährlichen Kürbis-Zirkus aus Prinzip. Aber dieses Foto fand ich dann echt genial. (Copyright by Burt Zinsler / Facebook):

facebook burt zinsler Blogistan Panoptikum KW44 2009

Ritchies Video der Woche: Found Footage: San Francisco 1958

Das folgende Material hat Jeff Altman im Nachlass seines Großvaters gefunden - die 50er-Jahre Aufnahmen der Fahrt durch San Fran versprühen einen ganz besonderen Retro-Charme:

http://www.vimeo.com/6337228

Judiths Video der Woche

Sonnenuntergänge am Meer hat jeder schon mal gesehen - aber wohl kaum jemand hat sich daran jemals sattgesehen. Schon gar keine käsigen, sonnenunverwöhnten Ösi-Touristen am Strand von El Palmar an der Costa de la Luz, Spanien.

http://www.vimeo.com/7383010

Lesetipps der Woche

  • "Pumpkin-Carving" ist eine Kunst, die geübt sein will: Mashable hat unter anderem einen WordPress- und einen RSS-Kürbis zu bieten.
  • Scobble mag den Google Reader nicht mehr, denn der sei langsam und mühsam in punkto Freundesverwaltung, sagt Robert.
  • Digg kauft WeFollow und will die Echtzeit-Fähigkeiten mit dem Twitter-Portal steigern (TechCrunch).
  • Das neue Social Network, für jene, denen Social Networks schon beim Halse raushängen... alleinr!
  • Nicht ganz so prominent gelegen, wie der neue Helmut-Zilk-Platz mitten in Wien, aber immerhin: Nach Twitter wurde bereits eine Straße benannt.
  • Nein, nicht nur den öffentlich-rechtlichen Sendern und dem armen Professor Hademar Bankhofer soll die gute alte Schleichwerbung verboten werden - auch Blogger sollen in Zukunft Ethik vor SCHGGG (Schleichwerbung für Geile Gratis Gadgets) verboten sein... Anm. von dd: fda!!! (full disclosure always :mrgreen:)

Und das war's auch schon wieder mit dem Zurückschauen auf 7 Tage mal 24 Stunden mal 60 Minute mal 60 Sekunden, also 604.800 Blogosphärenwochen-Momente. Danke für Ihre hochgeschätzte Aufmerksamkeit, bleiben Sie uns und unserem RSS-Feed treu! Linzerschnitte und datenschmutz wünschen immens erkleckliche Restsonntagsminuten und einen grandiosen Start in die kommende Woche - wir treffen uns morgen im Social Web.

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick - für jeden Eintrag gibt's auf Wunsch einen Backlink! Hier geht's zum Einreich-Formular.

Blogistan Panoptikum KW38 2009

Soeben noch auf der Futura-Showbühne, und schon wieder mitten im Rückblicken: in den letzten drei Tagen war die Gadget-Dichte bei der größten österreichischen Elektronik-Fachmesse selbst für meine Verhältnisse ungewohnt hoch - eine Reihe von Podcasts folgt in den nächsten Tagen. Aber wir sind ja nicht hier, um nach vorne zu blicken, sondern es geht... nach hinten los: sieben Tage nach hinten, um genau zu sein. Denn in der Blogosphäre geht Unheimliches vor: plötzlich kann man mit Twitter telefonieren, Nintendo Games im Browser spielen und Zeitungen, die aussehen wie Zeitungen, online lesen. Linzerschnitte und datadirt haben sich nicht erschrecken lassen und präsentieren Ihnen den furchtlosesten Wochenrückblick aller Zeiten!

The Internet didn't steal the audience, we lost it.

Judith aka Linzerschnitte Während die Verleger (und auch die Musikindustrie) hierzulande noch denjenigen beschimpft und für ihren Misserfolg verantwortlich macht, den sie eigentlich tätscheln und hätscheln sollte, ist man in the US of Ä wiedermal einen Schritt weiter. Michael Skoler von der Nieman Foundation for Journalism der Harvard University hat sich damit beschäftigt, warum die Leser/Seher den Mainstream Medien abspenstig geworden sind - und wie man sie gleichzeitig via Social Media zu Usern der eigenen Angebote machen kann:

Only the savviest of journalists are using the networks for the real value they provide in today's culture—as ways to establish relationships and listen to others. The bright news organizations and journalists spend as much time listening on Twitter as they do tweeting.

Wie weit Journalisten hierzulande davon noch entfernt sind, zeigt ein Blick in die Followerlisten der "twitternden" Reporter: Die meisten folgen fast ausschließlichen ihren Berufsgenossen. "Kollegenorientierheit" heißt der Fachausdruck für diesen journalistischen Zugang, in dem es eher darum geht, die Kollegen mit dem eigenen Fachwissen zu beeindrucken, als sich an der Zielgruppe zu orientieren. Nun denn, liebe twitternde Journalisten in Österreich - lernt mal schnell dazu, sonst finden eure kleinen Plänkeleien bald unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt!

Dein TwitterFon macht Ring

ritchie aka datadirt Jajah launchte eine Telefonlösung für Twitter namens JAJAH@call, wie thenextweb berichtet:

You'll be able to make phone calls via Twitter free of charge to anyone in the world, so long as they follow you back and have JAJAH accounts.
@calls are made without revealing your number and without needing to know the number of the person you wish to call – all you need is their Twitter username.

Klingt zu gut, um wahr zu sein? In der Tat könnte Jahjah damit ein großer Wurf gelungen sein, zumindest solange es den Providern weiterhin gelingt, die technisch unbegründete Trennung zwischen Sprach- und Datentelefonie weiter aufrecht zu erhalten. Ein Gespräch zu starten ist in etwa so schwierig, wie ein Tweet abzuschicken:

To make a call simply send a tweet with "@call @username" where the 'username' is the Twitter name of the person you wish to call. If that person follows you on Twitter, a free two-minute call – the verbal equivalent of a Tweet – will be initiated.

Klingt spannend, ich werd das sicher demnächst ausprobieren - vor allem praktisch für kostenspielige Auslandstelefonate.

Nintendo Games im Browser spielen

ritchie aka datadirt Stan Schroeder weist auf Mashable auf eine großartige Zeitvertreibs-URL hin: mit Ben Firshmans JSNES Simulator kann man eine Reihe von älteren Nintendo-ROMs im Browser spielen - die Emulation läuft komplett in JavaScript. Interessant nicht nur als Zeitvertreiben, sondern auch als JIT-Compiler Kraftprobe. Und die ergibt erstaunliche Ergebnisse:

Yes, it works in Firefox (Firefox) 3.5 and in Safari (Safari) 4, but thanks to its JavaScript optimizations, it runs about 10 times faster in Chrome.

Das entspricht eigentlich ganz meinen Erfahrungen mit dem aktuellen 3.5er Feuervogel, der nicht nur im Vergleich zu Chrome, sondern sogar zum 3er-Vorgänger unglaublich lahmt. Ich hoffe, dass die FF-Entwickler die Stabilitäts- und Performanceprobleme in den Griff bekommen, denn aufgrund der Add-On Vielfalt ist Firefox für Webprofis nach wie vor unersetzlich.

Total bimedial: Am Punkt

Judith aka Linzerschnitte Persönliches Highlight der Woche war der Launch des neuen Diskussionsformat "Am Punkt" auf ATV und damit verbunden der erste Einsatz für ein weiteres Datenschmutz-Linzerschnitten-und auch Subnet Gemeinschaftsprojekt. "Am Punkt" ist das erste bimediale Format eines österreichischen Fernsehsenders und dank Subnet/Michi Kamleitner auch das erste Format mit einem Facebook Livestream. Das Prinzip ist einfach: Auf dem Weblog blog.atv.at/ampunkt wird montags ein Thema für die Sendung veröffentlicht. Von diesem Zeitpunkt an können User/Seher Fragen stellen; per Mail (ampunkt@atv.at), via Video, Twitter oder Facebook. Während der Live-Sendung kommt noch der Facebook Livestream hinzu, der ebenfalls am Blog eingebunden ist. Sensationelles Ergebnis der Premiere: Mehr als 800 User-Kommentare über die verschiedenen Feedback-Kanäle - und ein Marktanteil von über 5 Prozent bei der eher fernsehunwilligen Zielgruppe der 12 - 29-Jährigen. "Am Punkt" gibt's immer mittwochs um 21.50 Uhr auf ATV.

Vertrauen ist keine Erfindung des Social Web

ritchie aka datadirt In Old School vs. New School Marketing beschreibt Lisa Barone eine lehrreiche Konversation mit ihrem Vater, dem sie einige Social Media Marketing Bücher geschickt hatte::

After reading the books, he called me this morning. To yell at me. In Italian.
What the hell was wrong with me? Why was I insulting him? Did I think he was an idiot? He's a successful business man. He knows all about trust and customers and building relationships and running a small business. He had been doing it for years. The information I sent him was nothing new. Why haven't I learned to cook yet?

Fazit des Artikels: Vertrauen war schon immer der wichtigste Erfolgsfaktor, allerdings trägt das Internet den Word-of-Mouth Effekt weit über geographische Grenzen hinaus:

The basic principles of business and marketing haven’t changed. However, that doesn't mean people are any better about implementing them. Today's empowered consumer means that "the basics" are more important than ever. Because now if someone doesn't like you, it's not just them and their three friends that hear about it. We all hear.

Big G News: Google kauft reCAPTCHA und launcht Fastflip

ritchie aka datadirt Die allgegenwärtigen Captchas nerven Internet-User jeden Tagen - und sind doch eines der wenigen probaten Mittel gegen die total Ver-Spam-Bottung des Internet. Das populäre und von vielen Third-Party Webmastern eingesetzte reCAPTCHA System zeichnet sich durch Crowd-Sourcing-Mehrwert aus, die User greifen OCR-Software bei schwierigen Fällen sozusagen unter die Arme:

But there's a twist — the words in many of the CAPTCHAs provided by reCAPTCHA come from scanned archival newspapers and old books. Computers find it hard to recognize these words because the ink and paper have degraded over time, but by typing them in as a CAPTCHA, crowds teach computers to read the scanned text.

Das Google sich nun reCAPTCHA einverleibt hat, ist nur konsequent - der Mehrwert für Google Books ist gewaltig. Und wo wir schon beim Thema Papier sind: ebenfalls vergangene Woche launchte Google offiziell den neuen Newsreader Fastflip:

Fast Flip is a new reading experience that combines the best elements of print and online articles. Like a print magazine, Fast Flip lets you browse sequentially through bundles of recent news, headlines and popular topics, as well as feeds from individual top publishers.
[...]
To build Google Fast Flip, we partnered with three dozen top publishers, including the New York Times, the Atlantic, the Washington Post, Salon, Fast Company, ProPublica and Newsweek. These partners will share the revenue earned from contextually relevant ads. This gives publishers an opportunity to introduce new readers to their content. It also tests our theory that being able to read articles faster means people will read more of them, driving more ad revenue to publishers.

Auffällig ist, wie stark sich Fast Flip an konventionellem Print-Layout orientiert - und noch bemerkenswerter finde ich, dass traditionelle Verlagshäuser im Taumel des Niedergangs sich wohl langsam mit der Vorstellung abfinden, zukünftig als Content-Generatoren mit Affiliate-Beteiligung zu überleben, bis sie dann endlich von Google gekauft werden :mrgreen:

Details zum neuen Twitter ReTweet-API

ritchie aka datadirt Wir haben bereits darüber berichtet, dass Twitter die bislang "informelle" ReTweet Funktion (also das Kennzeichnen von weitergeleiteten Tweets mit RT, quasi ein Pendant zum E-Mail Forward) in die nächste API-Version als Core-Feature integrieren wird. CNET News kennt einige Details zur Implementation. Besonders spannend: der ReTweet-Faktor könnte sich zu einer Art Pagerank-Äquivalent entwickeln - und bei mehr als 100 ReTweets gibt's einen Cut-Off:

What's interesting is that the new format, assuming that this is how the timeline ends up looking, can provide a quick, one-glance way to see just how influential a given Twitter user or individual tweet is, adding a new dimension to measuring Twitter influence beyond the follower count. If you see a lot of little retweet icons, for example, you might stop and take a closer look at a tweet (or the user behind that tweet) that you might otherwise have skimmed past.
What's also interesting is that it looks like retweet counts get cut off at 100, with higher ones displayed as simply "100+." I'm guessing that, say, CNN Breaking News generally gets a lot more than that.

Wie werde ich am häufigsten ge-re-tweet-et?

Judith aka Linzerschnitte Gespannt wartet die Twitteria bereits auf die Implementierung des neuen "Retweet" Features auf Twitter. Erste Einblicke gibt es bereits (siehe vorigen Beitrag) - und auch eine gewisse Retweet-Müdigkeit bei dem einen oder anderen Twitteruser lässt sich nicht von der Hand weisen. Die Karrierebibel hat sich diese Woche mal Retweet-Statistiken genauer angesehen und den besten Zeitpunkt ausfindig gemacht, um einen Retweet-werten Tweet auszusenden: Immer mittwochs, gegen 17 oder 22 Uhr. Und dazu gibt's noch folgende Tipps:

  • Schreiben Sie keinen Eintrag, der länger ist als durchschnittlich 120 Zeichen (140 ist das Maximum bei Twitter). Grund: Die anderen brauchen noch Platz für den ReTweet-Kopf: RT @IhrName.
  • ReTweeten Sie selbst. Wer sich an der Mundpropaganda nicht beteiligt, kann auch nicht auf eigenen Tratsch hoffen. Übertreiben sollten Sie es aber auch nicht damit.
  • Wenn Sie retweetet werden möchten, sollte Ihr Eintrag auch einen Nutzen bieten. Ob Humor, Erkenntnisse oder eine interessante Fundstelle im Netz – alles ist erlaubt. Nur keine Selbstpreisungen.

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Comicempfehlung: Ulli Lusts Autobiographie

Judith aka Linzerschnitte "Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens" heißt der autobiographische Comic meiner lieben Freundin Ulli Lust. Und im Gegensatz zu uns Normalsterblichen hat Ulli vor allem eines: etwas zu erzählen. Ach ja, und auch das Talent, diese Erzählungen kunstvoll in Worte und Bilder zu fassen. Mit 17 Jahren setzte sich die damalige Punkerin Ulli mit einer Freundin per Autostopp für zwei Monaten nach Sizilien ab und lernte dort das Leben von seinen schönen und auch sehr unschönen Seiten kennen. Mafia, harte Drogen, Vergewaltigung und falsche Freunde inklusive. 25 Jahre später hat sie diese Reise in einer Comic Autobiographie festgehalten, von der die FAZ meint, er sei eine Sensation.
Eine Leseprobe gibt's im PDF-Format, Ullis elektronischer Comicverlag ist unter Electrocomics.com zu finden, bei Amazon kann man bereits vorbestellen Blogistan Panoptikum KW38 2009

Foto der Woche: Checking the Hood

Laertes hat Oola auf ihrem Wachtposten geknipst. Dass Hunde aufmerksam ihre Umgebung studieren, ist nicht weiter außergewöhnlich - die Sitzposition dagegen durchaus:

oola Blogistan Panoptikum KW38 2009

Ritchies Videos der Woche

Diese Woche konnte ich mal wieder nicht entscheiden - zuerst mal zum Ernst des Lebens: Das AdWords System ist weder ein Buch noch trägt es sieben Siegel - allerdings fällt es Anfängern nicht gerade leicht, die Entstehung des AdRanks zu verstehen, der einen gravierenden Einfluss auf den Klickpreis hat. Dieses Video beseitigt alle Klarheiten: Googles Chefbuchhalter Hal Varian erklärt, wie die Ad Auctions funktionieren: ein Must-See für jeden AdWords-Nutzer!

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Noch unterhaltsamer: Facebook Manners and you. Großartiges Tutorial über Beziehungs-Dos and Don'ts im Stil von 50er-Jahre Benimmfilmchen:

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Judiths Video der Woche

Nachdem Herr Datenschmutz auch diese Woche wieder den einen oder anderen Wuff bemüht, um Sie, werte Leser, auf die Hundeseite zu ziehen, muss auch etwas für die Katzenseite getan werden. Und die lieben Kätzchen machen es mir einfach - denn selbst beim Wassertrinken sind Katzen einfach nur cool,. Verschwenderisch, aber geradezu gottgleich.

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Lesetipps der Woche

  • Nicht unbedingt zum Lesen, aber dafür zum Angucken und verwenden: Six Revisions hat 22 "Awesome Adobe Air Applications for Designers" zusammengestellt - nicht alle sind Awesome, aber Freeware-Freunden finden durchaus einige Schmankerl.
  • Auf 3rd Party Betreiber angewiesen zu sein, kann sich schnell als Bumerang erweisen - Andy Oram argumentiert am O'Reilly Radar ausführlich für dezentralisierte Social Networks.
  • Gefundenes Fressen für Geeks mit Faible für historische Forschungen: die Geschichte der augmentierten Realität
  • Das Weiße Haus stellt einen Social Media Archivar ein - Mashable kennt die Job Description.

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende unseres Rückblicks angelangt - vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Nächste Woche werden auf datenschmutz die Gewinner der Albertina-Führung und des Herzlos-Krimis bekannt gegeben - bleiben Sie dran! Linzerschnitte und datadirt wünschen einen wunderschönen Restsonntag, wir lesen uns morgen.

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?
Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick - für jeden Eintrag gibt's auf Wunsch einen Backlink! Hier geht's zum Einreich-Formular.

Blogistan Panoptikum KW36 2009

Schon wieder Sonntag, aber das letzte Wort der Woche fehlt noch, aber keine Sorge: durch Medien-Kunstausstellungen zu mäandern hält niemanden vom Rückblicken ab, ganz im Gegenteil: zumal doch in der vergangenen Woche sich Unvorstellbares zutrug - und wir sprechen hier nicht von Dominiks neuer Aufgabe als Seitenblicke-Spielertrainer. Und diese Woche gilt: only bad news are good news! Gmail war down, das Internet gehört Google, eBook Reader sind viel zu teuer, SEO ist tot und WordPress-Installationen werden gehackt: sozusagen eine Traum-Woche für den Katastrophenjournalisten in uns. Wie immer begrüßen Sie Linzerschnitte und datenschmutz herzlichst zum Höllenritt durch sieben Tage Blogosphärenwahnsinn - dieses Panoptikum ist für Leser aller Altersstufen teilweise unbedenklich.

Liebes Internet, Gratulation zum 40er!

ritchie aka datadirt Unser Lieblings-Netzwerk wurde vierzig - vor vier Dekaden begannen Len Kleinrock und sein Team am UCLA mit den ersten Tests für ein Kommunikationsnetzwerk, das verschiedene Universität verbinden sollten und einen freien Informationsaustausch ermöglichen. Uneingeschränkte Partylaune will sich bei der New York Times dennoch nicht einstellen:

There's still plenty of room for innovation today, yet the openness fostering it may be eroding. While the Internet is more widely available and faster than ever, artificial barriers threaten to constrict its growth.
Call it a mid-life crisis.

Der Standard, Copycat Nr. 1 unter den österreichischen "Qualitätszeitungen", würdigt das Jubiläum mit einer würdigen Übersetzung und gibt lustigerweise als Quelle AP/APA an:

Für Innovationen ist zwar sicher immer noch genug Raum da, aber die Offenheit scheint doch zu schwinden. Vielleicht erlebt das Internet ja gerade so etwas wie seine Midlife-Crisis.

Vielleicht erlebt ja der Printjournalismus gerade seine End-of-Life Krise?

Ein bisschen Twitter-Theorie

ritchie aka datadirt Kevin Marks' How Twitter works in theory gehört wohl zu den meist-zitierten Artikeln der Woche - bis 2007 war der Autor Head Engineer bei Technorati (und seit er für BT arbeitet, ist offensichtlich niemand mehr in der Lage, den Spider zum Arbeiten zu bewegen). Der gelernte Kommunikationswissenschaftler würde ein paar Schlagwörter samt rudimentärer Erklärung vermutlich nicht unbedingt als genuine Theorie des Micro-Blogging durchgehen lassen, aber lesenswert sind Kevins Ideen allemal:

At its heart Twitter is a flow - it doesn't present an unread count of messages, just a list of recent ones, so you don't have email's inbox problem - the implicit pressure to turn bold things plain and get that unread number down. Instead, you can dip in and out of it, when you have time, and what you see is notes from people you care about.

Die Gmail Misere

ritchie aka datadirt Okay, ich geb's zu: der rund 100 Minuten dauernde Gmail-Ausfall von letzter Woche ist mir nicht einmal aufgefallen, allerdings nutze ich Googles Kommunikationsservice auch lediglich auf meinen Homepages als relativ spam-resistente öffentliche Kontaktadresse und Durchgangsstation zu meinem "richtigen" Mailserver. Geschuldet war der eher ungewöhnliche Ausfalle laut Gmail Blog überforderten Routern:

At about 12:30 pm Pacific a few of the request routers became overloaded and in effect told the rest of the system "stop sending us traffic, we're too slow!". This transferred the load onto the remaining request routers, causing a few more of them to also become overloaded, and within minutes nearly all of the request routers were overloaded. As a result, people couldn't access Gmail via the web interface because their requests couldn't be routed to a Gmail server. IMAP/POP access and mail processing continued to work normally because these requests don't use the same routers.

Dieses Szenario wird sich laut Google nicht mehr wiederholen, veranlasste aber Joe Kissell auf Macworld.com zu einem Lob des Desktop-E-Mail Clients. Grundsätzlich teile ich ja Joes Meinung, aber dieses Argument bestätigt durchaus totgeglaubte Vorurteile gegenüber Mac-Usern:

I'll still take a desktop e-mail client (such as Apple Mail, Microsoft Entourage, or Mozilla Thunderbird) any day. Why? Well, there is the issue of outages like the one Gmail experienced this week. I like to be able to access my e-mail whenever I want.

Man fühlt sich versucht, ins Kontaktformular zu schreiben: "It's in the server, st00pid!" Im Zeitalter des mobilen E-Mail Zugangs macht Pop3 einfach keinen Sinn mehr - und wenn die Gegenstelle, spricht der Mailserver, nicht mehr will, dann hilft auch der beste lokale Client nicht weiter... aber meist ist bloß ein bisschen Geduld gefragt, also nicht gleich ausfreaken, wenn mal ein paar Minuten nix geht, meint JK:

I heard all kinds of complaints when Gmail went down. People saying that email service X would never go down like that. Or others saying that Google OWED us to keep Gmail up and running. Give me a break, stuff happens. When I was in the corporate world it was oh, so common to hear employees at some large company or another wandering down the halls claiming that "email is down again." And this is the fancy corporate Exchange Server that only has to keep their own employees working. Stuff happens.

eBook Reader noch immer viel zu teuer

Judith aka Linzerschnitte 199$ klingen nicht gerade nach Luxusgegenstand – so viel kostet Sonys neuer eBook Reader bei Amazon.us. Aber das ist den meisten potentiell digitalen Leseratten immer noch viel zu teuer, wie eine aktuelle Studie von Forrester Research belegt:

Even among frequent readers with a household income above $75,000, current prices put e-book devices firmly in the expensive luxury category. Forrester's survey of 4,700 online consumers in the U.S. found average consumers believe the value of e-book readers to be between $50 and $99, well below the cheapest reader on the market today. Only 14 percent of consumers said that prices of $199 or higher fall even within the "It’s expensive but I might consider it" range, according to Forrester.

Da liegt der Gedanke an die Preisstützung beim Handy natürlich nahe: wenn digitale Inhalte über Abos vertrieben werden sollen, dann brauchen die Lesegeräte allerdings mindestens WiFi, wenn nicht gar UMTS oder zumindest EDGE - die meisten derzeit verfügbaren Reader lassen sich allerdings bloß per USB-Kabel mit Lesestoff füttern. Wird wohl doch noch ein paar Wochen dauern, bis die Mediaprint-Druckerei völlig arbeitslos wird.

All your internets are belong to Google

ritchie aka datadirt John Andrews trifft wie immer den Nagel auf den Kopf, wenn er die Markt-Dominanz von Big in G in einem aktuellen Posting thematisiert:

Eric Schmidt, the guy who thinks Wikipedia is the greatest gift to mankind ever created by man, has web publishers (and domain owners) in his cross hairs. If Google succeeds, no one needs a domain name and no one needs to create a brand. They just need to submit to Google, and then, perhaps if Google has not completely satisfied the users with "the answer", provide a way to be contacted or a server IP for a web site for further reading (perhaps through the Google Profile conduit).

Diese technologische Total-Abhängigkeit zeichnet sich schon längst am Horizont ab - das Beispiel China zeigt, wie perfekt sich Suchtechnologie und Kontrollbedürfnis vereinbaren lassen. Google gestaltet unsere Vorstellung vom Netz, das schlichte Eingabefeld wurde zu unserem Haupt-Interface bei der Informationserschließung - schon jetzt bestimmt ein einzelner Gatekeeper über Quellenrelevanz. Was John zu seinem Posting veranlasst hat, war dieses Zitat von Eric Schmidts über die Zukunft seiner Suchmaschine auf TechCrunch:

So I don't know how to characterize the next 10 years except to say that we’ll get to the point - the long-term goal is to be able to give you one answer, which is exactly the right answer over time... what I’d like to do is to get to the point where we could read his site [the definitive authority on a particular searched query] and then summarize what it says, and answer the question.

Mit anderen Worten: Eric will das Web abschaffen und alle öffentlichen Webseiten dieser Welt zu Zulieferern degradieren. Schöne Aussichten... das wär's dann mit dem Thema "Meinungsvielfalt", wenn man bedenkt, dass schon jetzt 90% aller Suchen über einen einzige Anbieter laufen.

SEO, wechsel dich!

ritchie aka datadirt Jeremy hat völlig Recht: wer als SEO seine Arbeit nicht klar rechtfertigen kann, hat bald keinen Job mehr. Die Aura des Mysteriösen ist verflogen, gutes Linkbuilding ist ebenso mühsam wie teuer, und mit simplen Tricks kommt man nicht mehr weit - was die Arbeit auch unglaublich öde macht, denn schlecht positioniert sind nur noch Seiten mit gravierenden technischen Fehlern oder gravierendem Fehlverständnis für den Keyword-Longtail:

SEO Agencies providing client work are a dying breed. Especially when any monkey can have wordpress or any other CMS system up and running in 5 minutes and totally SEO'd as much as needed.
Noticed a trend it what dominates most search results lately? Wikipedia and wordpress blogs. How many SEO’s do you think they hired ? =P

Tja, waren ein paar lustige Jahre, und es kann nicht schaden, zu wissen, wie man eigenen und Kundenseiten das gewisse Extra an SM-Traffic verschafft... aber warum man seinen Berufsalltag freiwillig mit Linkbuilding verbringen wollen sollte, ist mir ein Rätsel :mrgreen:

HTML 5 kommt im Laufschritt

ritchie aka datadirt Runde Ecken via CSS? Zukünftig alles kein Problem mehr... oder doch? Die Versionsumstellung bringt nicht nur mehr Programmier-Komfort, sondern auch einige gravierende Neuerungen, die David Eisenberg auf A List apart übersichtlich inklusive weiterführender Links zusammenfasst. Trial und Error bleibt ambitionierten Webdesignern natürlich nicht erspart:

By doing this, you'll find out what works and what doesn't. For example, I discovered that, as of this writing, Firefox 3.5 treats elements like article and section as display:inline, and I had to explicitly set them to display:block to make them work as expected.

Eine der wohl wichtigsten Änderungen sind die neuen Strukturierungselement: während man bisher mit verschiedenen div-KLassen arbeitete, bringt HTML5 diverse dezidierte Block-Elemente wie "nav" (für die Navigation), "footer" und "article" mit, die Lachlan Hunt in diesem Beitrag im Detail beschreibt. Interpretiert wird der neue Mark-Up Standard derzeit von Chrome, Firefox 3.5, Opera und Safari - Microsofts IE übt sich bislang in vornehmer Zurückhaltung, was die Verbreitung wohl ein wenig bremsen dürfte.

Wie man WordPress sichert

Judith aka Linzerschnitte Unliebsame Eindringlinge gibt's nicht nur im richtigen Leben: auch virtuell mussten sich in den letzten Woche und Monaten einige Blog-Betreiber über ungebetene Gäste ärgern - die Ursachenforschung ergibt in 99% der Fälle hochgradig monokausales Verschulden: denn sobald ein sicherheitskritisches WordPress-Update auftaucht, sollte dieses so zeitnah wie möglich installiert werden: ist eine Sicherheitslücke erst einmal bekannt, dauert es in der Regel nicht lange, bis sie nach Strich und Faden ausgenützt wird. Das WordPress Blog rät aufgrund eines aktuell grassierenden Wurms nachdrücklich von Laissez-Faire Taktiken ab:

A stitch in time saves nine. Upgrading is a known quantity of work, and one that the WordPress community has tried its darndest to make as easy as possible with one-click upgrades. Fixing a hacked blog, on the other hand, is quite hard. Upgrading is taking your vitamins; fixing a hack is open heart surgery. (This is true of cost, as well.) [...] The only thing that I can promise will keep your blog secure today and in the future is upgrading.

Dem kann man nur zustimmen - es gibt zwar diverse Security-Plugins, aber Vorsicht ist besser als Nachsicht: also lieber nicht slacken und sofort den ftp-Client oder die automatische Update-Funktion anwerfen, denn Vorsicht ist in diesem Fall definitiv besser als Nachsicht. [via ma.tt]

Foto der Woche

Bei diesem hübschen Kerlchen handelt es sich um einen blauen Pfeilgiftfrosch, den Tambako im Züricher Zoo mit seiner 105er Makrolinse zu einer Modelling-Session überreden konnte. Ich glaub, ich muss demnächst mal nach Zürich. Und: ob blau, ob grün: Frösche sind einfach verdammt fotogen! Vielleicht sollte ich diese Rubrik in "Froschfoto der Woche" umbenennen.

Frosch der Woche

Ritchies Video der Woche

Walter5.15 produzierte, führt Regie und schnitt diesen Kurzfilm - gedreht wurde im National Black Theatre in Harlem, das gesamte Set hat das Team selbst gebastelt: visuell ziemlich nett, vielleicht ein bisschen länger als nötig - aber insgesamt sehr stimmig:

http://www.vimeo.com/5569709

Judiths Video der Woche: Bacon is good for me!

Schön, wenn es einem so gut geht, dass man sich über Ernährung Gedanken machen kann. Manche von uns werden von der Kinesiologin ihres Vertrauens auf eine Beinahe-nur-Wasser-Diät gesetzt, andere lassen sich auf TCM ein und beschäftigen sich seitdem mit den wunderlichen Welten kühlenden und hitzebringenden Nahrungsmittel - die meisten von uns haben lange genug an ihrer Frustrationstoleranz gearbeitet um die Freuden verzögerter bzw. "nachhaltige" Gratifikation zu schätzen. Doch manch rebellischer Jungspund steht noch für seine Ideale (Speck!) ein und lässt sich von nichts und niemandem etwas sagen, schon gar nicht, solange er schneller als die Ernährungberaterin auf ihren "little high heels" ist.

Lesetipps der Woche

  • Marketeers haben wenig Zeit, daher erfreuen sich Listen großer Beliebheit. Ohne weitere Verzögerung daher: 32 Ways to Use Facebook for Business.
  • "hehe, tomorrow I'm going to bed at night, cos I'm tired and I will sleep well. Lol." Theoretisch müsste dieser Tweet unzählige Male retweetet werden. Dan Zarella hat sich angesehen, welche Keywords am häufigsten in Retweets vorkommen - und das Ergebnis ist... erstaunlich :) How to increase Retweets on your Tweets

Das waren unsere letzten sieben Tage im Schnelldurchlauf - wir danken für Ihre Whuffies (so nennt Tara Hunt die Währung der Aufmerksamkeit), bleiben Sie uns gewogen und schauen Sie nächste Woche wieder rein, wenn es heißt: "Artisten, Tiere, Attraktionen: alles virtuell". Wir wünschen einen schönen Restsonntag und poken uns morgen im Social Web.

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Blogistan Panoptikum KW35 2009

Wäre dieser Zug ein Flugzeug, hätte ich schon längst von einer hübschen Stewardess Erfrischungen serviert bekommen und den Landeanflug hinter mir. Als zweitklassiger Fahr"gast" der ÖBB dagegen darf man von sauberen Waggons und funktionierenden Klima-Anlagen, Toiletten und anderen Unwichtigkeiten nur träumen. Doch sogar in der ersten Klasse musste ich mich heute von einer überschminkten, sehr altersungemäß gekleideten und drei Plätze weiter weg sitzenden "Mitreisenden" für mein mobiles Telefonieren rügen lassen: "Ich fahre ja nicht mit der ersten Klasse, um Ihnen zuzuhören!" Sie sagte das dermaßen unfreundlich, dass ich nicht umhin konnte zu fragen, ob sie denn wirklich glaube, dass die ÖBB in die 1.-Klasse-Waggons Moving Repeater einbaut, um zugleich den Reisenden das Telefonieren zu verbieten. "Stil kann man nicht kaufen", erklärte sie mir beleidigt. Tja, blöd gelaufen: wer Ruhe beim Reisen haben will, braucht eben mindestens ein Motorrad oder ein Auto - Still kann man nämlich sehr wohl kaufen! (Falls Sie das hier lesen: die kurzen roten Haare passen wirklich überhaupt nicht zu Ihrer biestigen Art! Eine graue Melone, wie sie die Mutter von Jack in 30 Rock trägt, wäre viel angebrachter.) Aber genug der Real-Life-Flamewars, auch virtuell heben sich allerhand Zeige- und Mittelfinger - also ohne weitere Verzögerung auf zum heiteren Social-Web-Raten mit Linzerschnitte und datenschmutz. Heute zum ersten Mal mit dabei: unsere neue Fix-Rubrik "Pflichtlektüre der Woche". Viel Vergnügen mit dem Panoptikum!

Dein Blog ist dein Königreich

ritchie aka datadirt Om Maliks plädiert in The Evolution of Blogging für mehr Sensibilität beim Thema fremd- vs. selbstkontrolliertes Publishing: wer seine gesamte Online-Präsenz in die Hände von Dienstanbietern gibt, auf deren Entwicklung und Strategie er keinerlei Einfluss hat, kann eines Tages mit einem blauen Auge respektive ohne diese Inhalte aufwachen. Om zitiert das aktuelle Beispiel des Short-URL Services tr.im:

First was the shutdown drama around a little-known URL-shortening service called Tr.im. While it's since been resurrected, the incident showed me how by championing these URL-shortening services, we’re essentially putting the entire link economy in the hands of companies that are skating on thin ice during the peak of summer.

Facebook, Friendfeed, Twitter und Co. haben gezeigt, so Malik, dass ein verstärktes Interesse an Echtzeit-Kommunikation besteht. Blog-Publishing System wie WordPress bleiben dank ihrer Offenheit flexibel genug, um etwa eine Life-Feed Funktionalität via Plugin rasch nachzurüsten. Content war im Web 1.0 schon King, und daran hat sich rein gar nix geändert: aber die Frage lautet, ob die Produzenten die Publikation und Verbreitung ihrer Inhalte selbst kontrollieren. Social Media Services sind keine Charity-Veranstaltungen, sondern profit-orientierte Unternehmen - die Versprechen des Free-Web scheinen so verführerisch wie weiland Odysseus' Sirenen, aber: wer die Daten kontrolliert, hält in der Informationsgesellschaft die Fäden der Macht in seiner Hand. Social Media Services sind mittlerweile zwar unverzichtbare "Extensions" der eigenen Webpräsenz, das "Mutterschiff Weblog" können und sollten sie keinesfalls ersetzen - in exakt diese Kerbe schlägt auch das Webworker-Posting Your blog is your mothership.

Twitter-Psychos

Judith aka Linzerschnitte Wer als Twitter-Marketer etwas auf sich hält, der überlässt nichts dem Zufall. Twitterpsych, die neue Twitter-App von Dan Zarella, analysiert die letzten 1000 Tweets eines Tweepers anhand zweier linguistischer Analyse-Alogorithmen (RID und LIWC). Unter anderem werden folgenden Komponenten erhoben: Soziales Verhalten, Moralischer Imperativ und auch der Faktor "Ruhm". Ebenso wird analysiert, wie viele Smilies der User verwendet, worüber er hauptsächlich spricht, zu welcher Zeit usw. Außerdem werden gleichgesinnte User angezeigt. Und das ohne Passwort-Eingabe. Also das ultiamtive Psycho-Analyse-Intstrument für alle Marketiere. Leider oder glücklicherweise funktioniert Tweetpsych nur bei englischsprachigen Accounts in vollem Umfang: tweetpsych.com

Neu und genuin anders: TwitThis

ritchie aka datadirt Über Shoemoneys Beitrag mit dem vielversprechenden Titel How I used Twitthis to Get Over 15,000 Twitter Followers bin ich auf ein sehr interessantes Services gestoßen: TwitThis verbindet auf smarte Weise ReTweet-Funktionen mit Follower-Empfehlungen, Link-Shortening und Credit-Systeme. Klingt kompliziert? Nur für die Betreiber, das Interface für User wurde angenehm simpel gehalten. Genial:

Click the twitthis button you see on sites – according to Yahoo! the button is on over 10 million sites now including some HEAVY hitters like official government websites like texas.gov and oklahoma.gov as well as the new twilight movie. Everywhere you see a page where the twitthis button is (or in a feed) that you find interesting click it and tweet it! Also when you do tweet it you will be offered to follow a suggested user. If you do both of these things you gain points and increase the chance that you will be suggested for people to follow.

Wenn ich nicht schon PrettyLink Pro als eigenen URL-Shortener im Einsatz hätte, würde ich jeden meiner Links über TwitThis rausschicken, denn:

I want to be a suggested user. How do I earn TwitPoints?

  • Submit a URL to TwitThis and earn 5 TwitPoints.
  • Follow a suggested user and earn 10 TwitPoints

How are my TwitPoints used?

  • Each time someone follows you, it costs you 1 TwitPoint.
  • Every 1000 times you are the suggested user, it costs you 1 TwitPoint.
  • To keep the ecosystem fresh, users are taxed 10% of their TwitPoints daily.

Watson, ich meine: wir haben es hier mit einer Twitter-Train 2.0 zu tun! Der deutsche Sprachraumbleibt natürlich wie üblich außen vor, wer auf Englisch twittert, kann sich aber schon mal auf massiv viele Followers freuen. Im Shoemoney-Beitrag wird auch en detail beschrieben, wie man TwitThis via Feedburners Feedflare in den RSS-Feed integriert - unbedingt empfehlenswert!

Tracy - Ein Fall für den Online Reputation Manager

Judith aka Linzerschnitte Ähnlich nervtötend wie ein Versicherungsvertreter am Telefon ist der Online Reputation Manager im Web. Hinter jedem Satz vermutet er einen möglichen, lebenslänglichen Ausschlußgrund für zukünftige Jobs oder Lebenspartner und am liebsten würden die Online Reputation Manager uns genauso glattgestrickt und todlangweilig dastehen lassen, wie sie selbst sind. Trotz aller Vorbehalte gegen diese Zunft: Manchen Mensche täte es vielleicht nicht schlecht, einen solchen zu kontaktieren. Da wären zum Beispiel Agenturen, die sich mit ihrer Social Media Kompetenz rühmen und dann im Web 2.0 über die Inhouse-Kampagnen ihrer Kunden herziehen, an denen sie selbst nicht mitschneiden dürfen. Bei jener Dame namens Tracy wurden letzte Woche wohl einige Online Reputation Manager vorstellig. Tracy hat wohl ihre Facebook Wall mit den Private Messages verwechselte - und zwar ausgerechnet bei einer sehr intimen Botschaft:

Thank you too, Micheal, I had a great time as well. I'm glad you enjoyed my OTHER puss ;). I must admit I haven't had sex in a while, so getting mounted by such a strong and powerful man was a pleasant surprise after so many long months of abstinence. [...]

Keine Ahnung, ob es Fake oder Real ist. Aber selbst in diesem Fall sollte ein Online Reputation Manager nicht unbedingt von Nöten ist. Eher ist die Großzügigkeit der Leser dieser Botschaft gefragt, die sich selbst an der Nase nehmen und das Lästern mal sein lassen sollten. Sich einfach mal mit und für Tracy (oder den erfolgreichen Social Media Aktivitäten des Kunden) freuen und schon wird es im Social Web wieder ein bisschen lustiger.

Just in: Angeblich handelte es sich um einen Hack, wie The Coffee Desk berichtet:

So there's a Facebook screenshot floating around in the Blogosphere depicting a woman with a very embarrassing status, as Mashable naively reports. Truth is, a Christian dating website was compromised by 4chan hackers and they used the information to take over the victims’ Facebook pages.

Faszinierend: bereits die ersten paar Kommentare zur Mashable-Story stellen die "Ente" richtig - da können papierene Medienprodukte einfach nicht mithalten!

A productivity plain

ritchie aka datadirt Zu viele Social Media Notifications sind der Tod der Produktivität - ich habe letzte Woche (notgedrungen) meinen Desktop neu aufgesetzt (akuter System-Disk Tod, Ursache: unbekannt) und peinlichst genau darauf geachtet, dass der Start-Up Folder leer bleibt. Wenn man Skype, Twitter und Co. nur on demand nutzt und die Ablenkungen minimiert, dann geht einfach mehr weiter, hat Jeremy kürzlich im Flieger festgestellt:

So this week I am going to whack all the notifiers... Now I am not going to go all 4-hour work week and only check my email 2x a day but I for sure need to cut back on the 0-second notifications.
It’s an amazing world we live in where communication happens so fast but it can be hard to be productive.

Wie twittern deutsche Unternehmen?

Judith aka Linzerschnitte Corporate Tweeper stehen unter ständiger Beobachtung: sie dürfen nicht zuviel und nicht zuwenig twittern, sie sollen Follower aufbauen und auch zurückfolgen, aber ja niemanden "belästigen" und auf jeden Fall sollen sie Dialogbereitschaft und Mehrwert bieten. Wie die Realität aussieht, hat eine deutsche Agentur untersucht. Fazit:

  • Nur knapp jeder Fünfte (18 Prozent) weist über 1000 Abonnenten (Follower) aus.
  • Der Follower-Durchschnitt liegt bei 661 Abonnenten (Median: 400 Follower).
  • Im Schnitt twittern die Unternehmen 13 Mal pro Woche.
  • 67 Prozent der Corporate-Tweets enthalten Links, in der Regel in Form einer Kurz-URL.
  • Nur 33 Prozent der Unternehmen verwenden @Relplies, kommunizieren also direkt mit anderen Twitterern.

Downloadlink zur Studie.

TweetLater heißt jetzt SocialOoomph

Zugegeben: auf Deutsch klingt "Umpf" etwas seltsam. Aber längerfristig macht die Entscheidung von Dewald, nicht bloß auf Twitter zu setzen, hochgradig Sinn. In wenigen Monaten entwickelte sich Tweetlater zum Platzhirsch unter den Premium-Mash-Ups; ich bin gespannt, welche neuen Ideen Dewald im Ärmel stecken hat:

To date we have been focusing on providing productivity solutions for Twitter users. We decided to change our name to allow for future expansion into other social media solutions, and to ensure that our brand does not conflict with any current or future legal rights of the Twitter organization.
To allay any speculation, we want to make clear that this is an unsolicited, proactive and preemptive action on our side.

Für Free- und Pro-User ändert sich außer der Adresse nichts; die alten Affiliate-Links werden ebenfalls weiterhin funktionieren, allerdings empfiehlt Dewald, in allen Links "Tweetlater" durch "Socialoomph" zu ersetzen.

Foto der Woche

Nein, Judith hat mich noch nicht (völlig) mit Katzencontent infiziert. Aber recubejims "Katzenklo" aka I'm all right, honest besticht nicht nur inhaltlich, sondern auch fotografisch:

katzenklo Blogistan Panoptikum KW35 2009

Ritchies Video der Woche

A failed attempt: in diesem Video sehen wir das, was Piloten als "riskante Landung" bezeichnen. Allerdings handelt es sich glücklicherweise um einen ferngesteuerten Flieger, der - im Gegensatz zur Kamera - den Tauchgang unbeschadet überstand. Bei solchen Videos krieg ich immer immense Lust, mir einen RC-Heli mit Kamera zuzulegen...

http://www.vimeo.com/6187842

Judiths Video der Woche

Nicht jede/r kann den Bullen so graziös und aufreizend reiten wie Kylie Minouge. Nicht grazil, nicht sexy - aber wesentlich lustiger:

YouTube Preview Image

Pflichtlektüre der Woche

  • How to kill your community in 6 steps - WordPress-Matt (Mullenweg) erklärt, wie man Communities kaputt macht - und derzeit scheint sich das Gros der Community-Manager geradezu sklavisch an seine Anweisungen zu halten.
  • Negatives Feedback zu Cash for Clunkers: die Ami-Version der Verschrottungsprämie wird bloß zu einem immensen Anstieg der privaten Verschuldungsrate führen, meinen die Kritiker.
  • Twitter wächst nach wie vor: Der Juli war ein guter Monat für unser aller liebster Microblogging-Dienst. Twitter hat mittlerweile über 51 Millionen Unique Visitors pro Monat, 60 Prozent davon von außerhalb der USA: Twitter Flew Above The 50 Million Uniques Mark For the First Time in July auf TechCrunch.
  • Philip Garrido, religiöser Fanatiker und Entführer von Jaycee Lee Dugard, hat einen Blog. Lesenswerter als die Blogbeiträge sind die Kommentare: voicesrevealed.blogspot.com

Und das waren auch schon wieder sieben Tage Social Media im Schnelldurchlauf - an dieser Stelle noch eine Anmerkung in eigener Sache: in den letzten Wochen gab es erfreulich viel Feedback zu unserem Blogistan-Panoptikum: Kommentare, Anmerkungen, Ergänzungen, Lob und Hasstiraden motivieren uns natürlich ungemein. Lassen Sie sich also durch nichts - aber auch wirklich gar nichts - davon abhalten, reichlich Gebrauch von der Kommentarfunktion zu machen: quasi "Comment as much as you can"! Sagen Sie uns, über welche Themen Sie gerne mehr/weniger lesen würden, erzählen Sie uns, wie Sie nach sechs Monaten Panoptikum-Dauerlektüre quasi über Nacht zum Social Media Officer Ihres Unternehmens wurden oder auch nicht: wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen! In diesem Sinne: danke für Ihre Aufmerksamkeit, schönen Restsonntag und: wir lesen uns morgen!

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Blogistan Panoptikum KW34 2009

Schon wieder ist eine Woche verflogen - und während sich der Spätsommer langsam aber merklich in den Frühherbst verwandelt, wird im Social Web gemessen, gewogen und begutachtet, dass Kulturpessimisten bereits vor dem drohenden Aussterben von Forschungsfragen warnt. So gut wie kein Land halte sich nicht an die internationalen Fangverbote für gefährdete Untersuchungsarten, erzählte mir letztens im Vertrauen ein Mitglied des Internetrats. Das hält Linzerschnitte und mich aber keineswegs vom Rückblicken ab, denn in der Zweitauflage des Web 1.0 passiert so viel, dass der Nachdruck wohl auch bald vergriffen sein wird.

Twitter: Karteileichen los werden

ritchie aka datadirt Die letzten paar Spam-Wellen haben in den USA einen neuen Twitter-Trend ausgelöst: einige populäre Tweeter haben sich zu einem Clean Cut entschlossen und *alle* User entfollowed, um ganz von vorne zu beginnen. SocialToo bietet diese Funktion neuerdings sogar für harte Dollars an, Mutuality bietet die gleiche Funktion für laut, allerdings insgesamt nur 3mal für Accounts mit mehr als 1.800 Kontakten. Man muss nicht gleich ganz so radikal vorgehen, um die "Followed"-Zahl zu reduzieren: zwei sehr nützliche Services sind Twitoria (das allerdings ab den ersten 10k nicht mehr funktioniert) und das von mir präferierte Untweeps. Beide Mash-Ups dienen dazu, Accounts, die seit einem gewissen, einstellbaren Zeitraum (bei Twitoria zwischen einer Woche und 6 Monaten, bei Untweeps frei nach Tagen einstellbar) inaktiv sind, zu entfollowen. Twitoria benötigt dazu überhaupt nur den Usernamen, das Unfollowing geschieht händisch. Bei Untweep loggt man sich mit TwitterAuth ein, kann auf Wunsch eine Whitelist von zu schützenden Accounts erstellen und massen-entfolgt bequem via Mausklick. 3 Benutzungen pro Monat sind kostenlos, wer häufiger Untweepen möchte, muss via PayPal $1,37 für 3 Tage unlimited Access oder 5 Dollar pro Monat bezahlen. Für professionelle Twitter-Nutzer ein großartiges Tool, das bei meinen Tests aber ebenfalls Probleme hatte, die komplette Liste von Twitter zu fetchen - allerdings ist die im Fall von @datadirt mittlerweile auch schon ziemlich lang. Außerdem bietet Untweet die Option, eine Liste aller Accounts anzuzeigen, die man im Lauf der Zeit geblockt hat. Gute Gründe, warum man inaktive Accounts überhaupt loswerden will, nennt dieser Artikel von John Samuel.

The Future of News

Judith aka Linzerschnitte Während manch ein Vertreter der Old Media Sektion noch hofft, dass Social Media nichts anderes ist als eine Seifenblase, die bald zerplatzen wird, sieht Arianna Huffington, Mitbegründerin des Weblogs bzw. Onlinemagazins Huffington Post die Sache naturgemäß etwas anders. Anlässlich des Launches von "HuffPost SocialNews", einer Facebook Integration auf Huffingtonpost.com via Facebook Connect schrieb Arianna Huffington einen Gastbeitrag auf dem Facebook Blog:

News has become an important element of community—something around which we gather, connect and converse. We all are part of the evolution of a story now—expanding it with comments and links to relevant information, adding facts and differing points of view. In short, the news has become social.

Facebook geht damit eine seiner wenigen Partnerschaften ein; ungewöhnlich deshalb, weil eine Application auf Facebook durch die offenen APIs der Plattform keine Partnerschaft im gewöhnlichen Sinn erfordert. Mal sehen, ob sich die Kooperation mit der Huffington Post eines Tages noch mal als strategische Partnerschaft herausstellt.

Neue deutschsprachige Twitter-Charts

ritchie aka datadirt Gerald Bäcks Liste zwitschernder Journalisten erfreut sich großer Beliebtheit und die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass Gerald an einem elaborierten Twitter-Ranking arbeitet. Zuvor gekommen sind ihm einstweilen die Microblogosphären-Vermesser von Twop. "Wer misst, misst Mist", lernt bekanntlich jeder Studiosus der Naturwissenschaften, da machen natürlich auch Rankings keine Ausnahme. Die Erklärung klingt aber durchwegs plausibel:

The Global Twopcharts are tracking the most followed Tweeters in the German language. We are taking into account the follow behavior of tweeters and filtering out tweeters who are excessively following, in order to avoid noise from "if you follow me, I will follow you back" behavior. Unfortunately there are many tools which are just encouraging mass following, and we are trying to determine which tweeters have appealing content, and can attract followers without tools and tricks.
The tweet chart is a subset of the twop-chart, so it is not trying to find the most active tweeter in the Universe, but is ranking the tweet frequency of the twop-1000.

Wenn allerdings die Tweet-1000 bloß eine umsortierte Ansicht der Twop-1000 darstellen, dann verstehe ich nicht, warum ich mit meinem deutschsprachigen Account ritchie_tweets in der einen Liste auf Platz 928 und in der anderen gar nicht vertreten bin.

40 Prozent der Twitter-Nachrichten "nichtiges Geschwätz"

Judith aka Linzerschnitte Die Austria Presse Agentur schickt pro Woche wohl ca. 200 Meldungen über die Ergebnisse mehr oder weniger relevanter Studien aus. Eine dieser Meldungen wurde diese Woche fleißig von diversen Old-Media-Plattformen veröffentlicht. Inhalt: Eine Marketing-Agentur aus Texas hat eine Studie veröffentlicht, der Conclusio lautet: 40 Prozent aller Twitter-Nachrichten sind "nichtiges Geschwätz". Die Tatsache überrascht an sich nicht wirklich, zeigt aber, dass manche Marketing-Agenturen das "Social" in "Social Media" wohl immer noch nicht ganz deuten können. Achja, ebenfalls Ergebnis der Studie: Unternehmenswerbung und Spam machten nur 5,85 beziehungsweise 3,75 Prozent der Kurznachrichten aus.

Anm. von ritchie: Nur 40%? Da wurde wohl ein systematischer Messfehler verbrochen. Ich würd eher meinen: 98 Prozen! :mrgreen:

Facebook User mit Contests kaufen

ritchie aka datadirt Allfacebook.com verrät Tipps und Tricks für Facebook-Contests, mit denen sich Traffic und Fanbase von Pages beträchtlich steigern lassen:

Facebook currently has no limitation on the number of fans users can invite to a public profile which makes invitations one of the most important components of generating fans. So how on earth do you get users to invite their friends? Contests of course! Contests are probably the single best tool for driving more users to your public profile if you encourage fans to invite their friends.

Ganz billig wird die Sache dann allerdings doch nicht, denn Nick O'Neill empfiehlt "Cash Prizes" für die Contest-Gewinner. Aber im Vergleich zu anderen Formen der FB-Lead-Generierung denke ich ebenfalls, dass für Social-Media werbende Firmen Gewinnspiele in Form von Wettbewerben die Waffe der Wahl darstellen.

Dani Terbu startet mit Coolhunting.at

ritchie aka datadirt "Because catching up is the new looking ahead" lautet das Motto von Dani Terbus druck- bzw. pixelfrisch gestartetem Weblog Coolhunting.at. Ich finde das Design mit dem 9er-Grid auf der Startseite sehr gelungen, die Themen sind unter der gemeinsamen Klammer "Trends" breit gestreut. Unter anderem geht's darum, dass the gap Facebook mag, fußfreie Strumpfhosen und Guy Kawasakis Vortrag im September:

Guy Kawasaki ist im September in Wien und hält einen Vortrag. Und coolhunting ist nicht nur dabei, sondern natürlich mittendrin und wird voraussichtlich als Live-Bloggerin vom Event berichten.

Ich freu mich schon auf den Vortrag am 10. September - und vor allem auf mein Video-Interview mit dem Meister; hier geht's zur Anmeldung.

Charles Schumann: Die Barkeeping Legende spricht

Judith aka Linzerschnitte ...mit dem Playboy. Was Mixen angeht, sind des Meisters Bücher für mich sowieso der Maßstab aller Cocktail-Theorie, aber dass der Wegbereiter der Cocktailkultur ein so cooler Hund, wusste ich bisher nicht. Hier zwei Zitate aus dem Interview:

Playboy: Erklären Sie uns: Was ist eine Bar?
Schumann: Eine Bar ist ein Ort, den man als Wohnzimmer betrachtet. Wo man zu Hause ist und trotzdem gehen kann, wann man will.
Playboy: Was unterscheidet eine gute Bar von einer schlechten?
Schumann: Dass man als Gast nicht merkt, dass Geld verdient werden muss. Wenn die Bar überschaubar ist, kann man mit dem Barkeeper reden, muss aber nicht. Eine gute Bar ist sicher nicht Cocktails mixen. Das steht für mich nicht einmal an zweiter Stelle.
[...]
Playboy: Wie wichtig sind Cocktail-Moden? Nehmen wir Caipirinha, eigentlich doch ein widerliches Zeug, oder?
Schumann: Stimmt nicht, Caipirinha ist kein widerliches Zeug! Das ist ein klassisches brasilianisches Getränk. Nein, vorsichtig sein muss man mit Gemüse und Obst und Kräutern. Wenn eine Bar nur noch Gemüsestand ist, kann man gleich zum Viktualienmarkt gehen.

Übrigens: demnächst startet auf ATV.at und Cocktail-Blog.com unsere Cocktail-Mixing Videoserie, mehr dazu in Kürze. Ich sag nur: wir lüften alle Geheimnisse um Malcolm Lowry, Black Russian, Daiquiri und Co.

Photo der Woche

Dieses Foto fällt eindeutig in die Kategorie "gelungener Schnappschuss". Fotograf moriza sagt dazu:

It was a lucky shot. I saw the moment and the camera worked.

ubahnblur Blogistan Panoptikum KW34 2009

Ritchies Video der Woche

"Signs" heißt dieses wunderbare und für ein Online-Video fast biblisch lange 12-Minuten-Lehrstück über The thing that keeps you going - drauf gestoßen bin ich bei Neelaa.

Judiths Video der Woche

"We all wanna be Prince" - dieser Botschaft ist an sich schon nicht mehr viel hinzuzufügen, aber wenn sie von Felix Da Housecat ist, ein basslastig und mit einem Party-Prince-Poser-Video daherkommt, mutiert das Ganze zu einem sehr stimmungsvollen Wochenendausklangs-Video.

Felix Da Housecat - We All Wanna Be Prince

Und schon nähern sich rasant die letzten Buchstaben dieses Blogistan-Panoptikums. Aber keine Sorge: mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit beginnt morgen eine neue Woche und in sieben Tage werden wir erneut zurückgeblickt haben. In diesem Sinne: danke für Ihre Aufmerksamkeit, wir lesen uns morgen.

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Video: Meine Keynote vom ebc

Robert Harm hat meine siebenminütige Keynote beim ebc (Electronic Business Club) der APA mit seinem iPhone aufgenommen und auf Youtube gestellt - vielen Dank dafür! Mein Vortrag beschäftige sich mit den Themen Skalierung, Kontaktgenerierung und Conversion Chain:

YouTube Preview Image Diesen Beitrag weiterlesen »

Morgen beginnt der Kampf um die Aufmerksamkeit

30. Juli 2009
18:30bis20:30
18:30bis20:30

Die APA EBC (E-Business-Community veranstaltet im Haus der Musik in Wien regelmäßig Expertendiskussionen zu verschiedenen IT- und Internet-Themen. Bei der morgigen Veranstaltung mit dem Titel Online-Marketing: Der Kampf um die Aufmerksamkeit werde ich ein kurzes Impulsreferat halten und anschließend in einer illustren Runde hoffentlich kontrovers (sonst wird's fürs Publikum sehr schnell langweilig) und instruktiv diskutieren:mrgreen:

Mit mir am Podium sitzen Peter Drössler (WKO), Geza Dunzer (WirtschaftsBlatt), Carmen Hickl-Szabó (seeyou 3.0), Alf Netek ( Kapsch AG), Yuki Sakurai (diamond:dogs), Dieter Zirnig (Hewlett-Packard). Die Veranstaltung ist öffentlich zugänglich, hier geht's zur Anmeldung.

Datum und Zeit: Donnerstag, 30. Juli 2009. 18:30 Uhr
Ort: Haus der Musik, 1010 Wien, Seilerstätte 30, Café Cantino, Erdgeschoss

Muss man um Aufmerksamkeit kämpfen?

Meine Meinung zu dem Thema ist sehr eindeutig: im Online-Marketing ist die Kontaktgenerierung (in alle ihren Ausprägungen, ob Social Network, AdWords, SEO, Newsletter, Twitter... you name it) nur der erste Schritt - und zugleich jener, der finanziell am ungünstigsten skaliert. Die entscheidenden Fehler begehen die meisten Akteure nicht bei der Mediaplanung, sondern auf der eigenen Homepage, in der Servicierung und Nachbetreuung ihrer Kunden.

Das Web 2.0 mag einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Art und Weise der Marktkommunikation einläuten, an der klassischen Verkaufsstrategie ändert sich dagegen gar nichts: um jeden Preis erhaschte Aufmerksamkeit stellt sich in der Praxis als wertlos heraus. Wertvolle "Whuffies" (so nennt Tara Hunt die "Währung" der Aufmerksamkeit) bekommt man durch den Aufbau von Vertrauen und Kompetenz. Beides entsteht durch langfristiges Beziehungsmanagement und die Bereitschaft, im Dialog mit den eigenen Kunden Mehrwerte zu schaffen. Alles andere ist bloß Mittel zum Zweck: zwar bietet das Web 2.0 effizientere und vor allem *viel* billigere Kontaktmöglichkeiten als Old Media, aber die Relation zwischen "Werber" und "Zielgruppe" ist eine grundsätzlich andere.

Es mag den einen oder anderen User geben, der alle heiligen Zeiten mal zufällig auf ein Banner klickt - aber Internet-Nutzer sind keine Fernsehkonsumenten, die man mit einem vorgegebenen Programmablauf und abgesehen von demographischen Kriterien vollkommen arbiträrer Werbung zuschüttet. Internet-Nutzer sind aktive Informationssucher, die verschiedenste Strategien nutzen, um jene Informationen und Produkte zu finden. Wer diese Tatsache ernst nimmt, wird sich auch nicht über Gebühr darum bemühen, das eigene Arsenal im Kampf um die Aufmerksamkeit hochzurüsten, sondern Ressourcen lieber nutzen, um die eigenen Produkte und Services so sehr zu verbessern, dass die Kunden von ganz allein kommen. Mal sehen, was der Rest der Runde morgen dazu sagt - hier mein Vortrags-Abstract:

Die Regelungen für den deutschsprachigen Internet-Markt sind im internationalen Vergleich sehr streng: doch trotz Double Opt-In und gutgemeinter Datenschutzbestimmungen prasseln auf fast jeden User täglich mehrere Spam-Mails, diverse Social-Media Notifications, Newsletter, Twitter-Messages und sonstige digitale Informationsschnipsel ein. Zugleich sprechen Web 2.0 Evangelisten seit einigen Jahren davon, dass der grundlegende Paradigmenwechsel vom Kon- zum Prosumer Märkte in Dialoge verwandelt. Aufmerksamkeit erlangt im Social Web aber nicht der, der am lautesten oder am häufigsten schreit - entscheidende Erfolgsfaktoren sind neben dem richtigen Kontext für die eigenen Werbemaßnahmen die laufende Optimierung der gesamten Vertriebskette von Werbeschaltungen über den Verkauf bis zur Nachbetreuung des Kunden: denn das Web 2.0 lässt mittelfristig die klassisch getrennten Unternehmensbereiche Werbung, Marketing und CRM verschmelzen und löst damit einen tiefgreifenden organisatorischen Wandel aus.

Blogistan Panoptikum KW29 2009

Dieses Panoptikum erscheint mit Verspätung und fasst sich kurz, denn in den letzten sieben Tagen ging's Schlag auf Schlag: am Donnerstag/Freitag war ich beim Werbeplanung Summit, am Samstag bei Patti Smith in Wels und am Sonntag mit Red Bull Mobile beim XAlps Start in Salzburg. 50km/h Windböen verhinderten leider sehr effektiv unseren geplanten Paragleit-Tandemflug, die Gleitschirm-Profis Vertikal-Loopings direkt überm Mozartplatz drehen zu sehen, war allerdings definitiv beeindruckend. Mobiltechnologie hat mittlerweile auch Einzug in den Extremsport gehalten: alle Athleten, die an der 14tätigen Überquerung der Alpen per pedes und Paragleiter teilnehmen, sind mit GPS-Devices und Handys ausgerüstet, die ein Live-Tracking während des Bewerbs erlauben, das von der "Average Resting Time per Day" bis zur aktuellen Position alle Details verrät. Ich schätze, es ist nur mehr eine Frage der Zeit, bis man den Pulsschlag der Formel1-Fahrer während des Rennens live am Handy abrufen kann :mrgreen: Aber nun without much further ado zum gemeinsamen Rückblick von Linzerschnitte und datenschmutz: ab sofort sind die jeweiligen Beiträge mit Autor- bzw. Autorin-Icon gekennzeichnet.

Geekly News auf Atv.at

Judith aka Linzerschnitte ritchie aka datadirt Diese Woche fiel der Startschuß für ein weiteres Datenschmutz-Linzerschnitte-Gemeinschaftsprojekt: Geekly News, das ist ein Videochannel der Platz bietet für seriöse Technologienews, Gadget-Fetischismus bis hin zu geekigen Lifestyle-News. Die ersten Videos sind schon online, wer also noch nicht genug über Poken weiß oder sich für einen Datenschmutz-Videopodcast zum neuen Nokia N97 interessiert, möge gleich mal reinschauen! Und wer nicht weiß, was auf einer Unix-Timestamp-Party eigentlich gefeiert wird, findet auch die passende Antwort. Hier geht's zum neuen Channel: atv.at/geeklynews

Und das wichtigste: wer selbst Video-Podcasts zu den Themen Technologien / Web / Geek-Stuff dreht und veröffentlicht, ist als Gast-Video-Blogger herzlich willkommen! Als Belohnung winkt Coverage auf der ATV-Startseite.

Teenager.lesen.keine.Bezahlzeitungen

Judith aka Linzerschnitte Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Darum wird ein 15jähriger Praktikant bei Morgan Stanley nicht zum Kaffeekochen verdonnert, sondern bekommt den Auftrag, das Mediennutzungsverhalten seiner Freunde zu dokumentieren. Das Ergebnis seiner Recherche wurde von Morgan Stanley und schließlich auch von der Financial Times veröffentlicht und lässt Old Media erzittern. Ein Zitat:

No teenager that I know of regularly reads a newspaper, as most do not have the time and cannot be bothered to read pages and pages of text while they could watch the news summarized on the internet or on TV. The only newspapers that are read are tabloids and freesheets (Metro, London Lite…) mainly because of cost (...).

Sieht aus, als ginge wieder mal ein Punkt an Chris Anderson mit seiner Theorie der "Freeconomics" und als wären Zeitungsabonnenten tatsächlich vom Aussterben bedroht. Hier der Artikel von Morgan Stanley: How Teenagers Consume Media.

Blogs vs. Nachrichtenmedien: minus zweieinhalb Stunden

ritchie aka datadirt Um zweieinhalb Stunden hinken Blogs professionellen Nachrichtenmedien hinterher, berichtet Telepolis [via Philip Budka]:

Traditionelle Medien haben den Ruf langsam zu sein. Das trifft zu bei den Nachrichten, die in Printmedien veröffentlicht werden. Sie sind immer zu spät dran gegenüber dem Internet oder anderen 24-Stunden-Medien wie dem Radio oder dem Fernsehen. Aber wenn es darum geht, wer schneller ist, dann siegen weiterhin wenig erstaunlich die Online-Redaktionen der traditionellen Medien über die Blogger. Normalerweise haben sie, so eine Studie von Jure Leskovec, Lars Backstrom und Jon Kleinberg von der Cornell bzw. Stanford University über die letzten drei Monate der US-Präsidentschaftswahl vom 1. August bis zum 31. Oktober 2008, einen Vorsprung von 2,5 Stunden.

Trotzdem gäbe es flinke Ausnahmen, welche die Regel bestätigen. Ich habe mich nicht näher mit der Methodologie der Studie beschäftigt, aber dass Blogger im Durchschnitt so rasch reagieren, wundert mich - ob da wohl eine Content-Scraper Scripts die Statistik beeinflusst haben?

Mrs. Palin vs. Blogosphere

ritchie aka datadirt Die Fast-Vizekandidaten mit Alaska und Schusswaffenerfahrung geht radikal gegen Blogger vor, das mittlerweile als falsch eingestufte Gerücht verbreiten, sie habe Baumaterialien eines Sportgebäudes für ihre Privathütte verwendet. Dabei ist es laut amerikanischem Medienrecht keineswegs verboten, falsche Vermutungen zu publizieren, sofern diese als "Annahme" und nicht als Faktum deutlich gekennzeichnet sind, wie Technewsworld betont:

That didn't stop Palin's attorney from threatening to bring defamation charges against anyone who had repeated the allegation. Singled out were the The Huffington Post, The Washington Post -- and Alaskan blogger and radio host Shannyn Moore.

Moore, for her part, was not cowed -- and rightly so. She had the law on her side. It is not illegal to publicize rumors as long as statements are couched with appropriate qualifiers such as "alleged," "reportedly," etc., or clearly are written as opinions. For instance, you can say "I think so-and-so is a crook." What you can't say is "So-and-so is a crook because he is embezzling funds from his company" -- unless, of course, it's true. The law allows even greater latitude when it comes to comments made about public figures such as Palin.

Wer nun schon die Koffer packt, sei gewarnt: um einen Freifahrtsschein handelt es sich keineswegs:

There are limits to what the law permits, however. Bloggers don't receive a Get Out of Jail Free card just by strategically modifying any outlandish claim with words such as "maybe" or "I've heard."

Der Prozess ist noch im Laufen, Palin wurde aber wieder mal heftig kritisiert - von einer Politikerin erwarte man sich eine dickere Haut, so der Tenor vieler Medien. Die HuffingtonPost meint dazu:

By specifically singling out and naming Moore, Palin has done two things; she has shown herself to be a reactionary immature politician, and she has made Shannyn Moore a lot better known.

Erwartungsgemäß lässt sich Shannyn keineswegs einschüchtern und schreibt weiter unerschrocken über respektive gegen Sarah Palin - und Lachs: yummy!

Erzähl mir keine Conversion-Märchen

ritchie aka datadirt Wenn ein Online-Marketer unter geändertem Namen über Realitäten und Normen in der Welt des eCommerce schreibt, dann ist höchste Skepsis angebracht: ob "Werner Schoppelhuber" tatsächlich Konversionsraten über 10 Prozent erzielt oder nicht, ist aber im Kontext dieses Artikels völlig irrelevant - denn die hier präsentierten Überlegungen (vor allem jene zu Messbarkeit und Optimierung) sollte sich jeder, der online etwas verkaufen möchte, eingehend durch den Kopf gehen lassen:

Den meisten E-Commerce-Anbietern gehen mittlerweile die Ideen für weitere Optimierungen aus. Beinahe hilflos stochern sie im Internet-Fundus und scheuen sich nicht vor den abenteuerlichsten Experimenten. Dabei vergessen sie: Konversion passiert im Kopf des Kunden. Der Blick auf die Kauf- und Entscheidungsprozesse des Konsumenten liefert viele effektive Ideen für Optimierungen. Meist sind es nämlich nicht die kostspieligen Features sondern die kleinen Details, die für eine hohe Konversionsrate sorgen.

Twitter Daten & Strategien von Hackern an TechCrunch verkauft

Judith aka Linzerschnitte Ein Sicherheitsleck machte diese Woche Twitter das Leben schwer: ein "Hacker" hatte das Mail-Passwort einer Mitarbeiterin erraten und daraufhin Zugang zu über 300 "geheimen" Dokumenten erlangt. Inhaltlich ist die Bandbreite groß, vom Pitch für eine Twitter TV Show ist die Rede, Vereinbarungen mit AOL, Dell, Nokia und Ericson, finanzielle Ein- und Ausblicke usw. Aber auch Infos über ein strategisches Meeting waren dabei und wurden schließlich von Techcrunch (nach Rücksprache mit Twitter!) veröffentlicht:

One of the audacious goals laid out in the notes of the strategy meeting is for Twitter to become the first Web service to reach one billion users. The notes are laid out in bullet points with each one reading like a Tweet: "If we had a billion users, that will be the pulse of the planet.

Mal sehen, wohin die Reise für Twitter geht - und wann die Critical Mass erreichen wird. Diese dazu auch dieses Scribble von Wikipedia zum Pulse of the Planet.

Seit wann zählen Blogs nicht als soziale Medien?

ritchie aka datadirt Eine aktuelle Beobachtung des Copybloggers kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen: immer mehr Leute setzen Social Media mit Networking gleich, während Blogs als etwas "anderes" betrachtet werden:

Maybe the fact that "old media" has co-opted those aspects of blogs is the reason that some people no longer see blogging as social media. I think that's a bit silly.

Absolut lesenswerter Beitrag - angesichts der Masse an Diskussionen zum Thema Friendfeeden vs. Twittern vs. Bloggen tendieren viele User dazu, kommerzielle und ideelle Interessen zu verwechseln:

When you think like a media producer in this brave new social media world, it's your content that social networkers are sharing and promoting, and that translates into your cash. If you're only social networking, you're only someone's user-generated content, and even your digital overlord struggles to make money.

Digital Sky Technologies stockt Facebook Anteil auf

Judith aka Linzerschnitte Der "Application-Provider" Facebook (Quote: Andi Klinger am Werbeplanung Summit) wird im fünften Jahr seines Bestehens mit 6,5 Milliarden Dollar bewertet. Der Russische Technologiekonzern Digital Sky Technologies (mail.ru) hat weitere 200 Millionen Dollar in Facebook investiert und nun seine Anteile auf 3,5 Prozent des Unternehmens erhöht. Das hat auch einige Analysten überrascht, dennoch ist auch diese Woche wieder davon die Rede, dass Facebook das neue Google sei bzw. sein werde.

Diese Einschätzung wird Mark Zuckerberg viel Freude bereiten, anscheinend ist es ja sein Masterplan, eines Tages Google in die Tasche zu stecken.

Warum Friendfeed stagniert

ritchie aka datadirt Scobble macht sich Gedanken über das langsame Dahinsiechen seines Lieblingspatienten: der einstige Heavy-Tweeper führt seine Konversationen mittlerweile ja primär via FriendFeed. Das einzige Problem: alle finden die technischen Features toll, aber so gut wie niemand nutzt die neuen Real-Time Möglichkeiten. Aber Scobble bleibt standhaft:

Will I leave FriendFeed? Stop talking about it so much? No and no. Why? Because it lets me differentiate what I do from other bloggers and it has helped me build an innovative media platform that is paying me and Rackspace dividends. Lots of people at the TechCrunch event in Europe say they like reading me there, which demonstrates to me that I’m reaching the audience I wanted to, even if FriendFeed hasn’t reached its own potential yet.

David Gilmour, Freund der Hacker

ritchie aka datadirt David Gilmour nimmt den Rockklassiker "Chicago" neu auf, um Spenden für einen Hacker zu sammeln - und EMI veröffentlicht auf der eigenen Homepage einen Pressetext über die Aktion. Und da soll nochmal einer sagen, wir lebten nicht in einer postmodernen Wertewelt:

Unter der Mitwirkung von Chrissie Hynde, Bob Geldof und Gary McKinnon selbst wird die von Chris Thomas produzierte Coverversion als kostenfreier Download ab dem 20. Juli über die Webseite der britischen Zeitung The Daily Mail angeboten, allerdings verbunden mit der Aufforderung, eine Spende – gleich welcher Höhe – zu leisten, um damit Gary McKinnon zu unterstützen. Mit dem Einverständnis des Songkomponisten Graham Nash hat Janis Sharp, Garys Mutter, für den Song einen neuen Text geschrieben, der sich unmissverständlich an den US-Präsidenten Barack Obama wendet, damit er sich der Sache ihres Sohnes persönlich annimmt.

Foto der Woche

"aaaaaa........" nennt mamnaimie diesen äußerst gelungenen Shot einer Ringelspielfahrt... es muss zum Glück eben doch nicht *immer* HDR sein:

ringelpiez Blogistan Panoptikum KW29 2009

Linzerschnittes Video der Woche

Rache ist das Thema einer noch unveröffentlichten Dokumentation - und das sind drei Shots daraus. Mein Conclusio: Rache ist prickelnd und wird am besten kalt serviert.

ritchies Video der Woche

Ich konnte mich schon wieder nicht entscheiden - Vimeo liefert jede Woche so viel großartiges Material, dass die Auswahl wirklich schwierig fällt. Da wäre zum einen "Sportberichterstattung mal anders" von Ken Loutit: mein Interesse an Sportberichterstattung hält sich in extrem engen Grenzen, aber dieser Ästhetik-Shift ist mehr als gelungen:

A propos Ästhetik: Makoto Yabuki gelang mit seiner "White Box" eine wunderbare visuelle Metapher zum Thema Kreativität:

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende des Rückblicks angelangt - Linzerschnitte + datadirt bedanken sich artig Ihre Whuffies (ja, so heißt neuerdings die Währung der Aufmerksamkeit), wir lesen uns morgen.

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Blogistan Panoptikum KW23 2009

In Österreich beherrschte ein Thema die Blogwoche wie kein zweites: denn die Gründen des ÖIR schlug höchste Wellen bis zur FuZo-Titelstory und ist zugleich auch der Grund, weshalb dieses Panoptikum mit einem Tag Verspätung erscheint. Denn aus dem geplanten Softlaunch wurde nix - das überaus vitale Interesse der Community zwang den Vorstand zu raschem Handeln, welches unverzüglich fortgesetzt wird: am kommenden Woche lädt die Modul-Uni Wien zum Barcamp am Kahlenberg, wo wir eine Session über unsere bisherigen Erkenntnisse in punkto Selbst-Ethik halten werden. Aber nun - without much further ado - mit einem Kopfsprung mitten hinein in die Ereignisse der Woche!

Ignoriere jeden!

Ruhe sein! Hugh Macleod von Gapingvoid hat sein erstes Buch veröffentlicht, es trägt den Titel Ignore Everybody: And 39 Other Keys to Creativity Blogistan Panoptikum KW23 2009. Ich hab mir meines gerade vorbestellt - und bin gespannt auf die enthaltenen Cartoons:

The first rule of business, is never sell something you love. Otherwise you may as well be selling your children.

Twitter auswerten und analysieren

Max hat beim Expertenforum (generische Namen mag ich!) gemeinsam mit Meral einen Vortrag über Twitter-Monitoring gehalten - die zugehörige Prezi sollte Brand-Strategen brennend interessieren:

Mein Vortrag beschäftigte sich damit was man alles mit den Unmengen an Tweets, die sekündlich geschrieben werden, anfangen kann, bzw. wie man sie auswerten und analysieren kann und warum dass für Unternehmen wichtig ist.

Mit Pip-Boy unterwegs in den Wastelands...

Sind künftig nicht bloß Fallout-Spieler in postatomaren Nuklearwüsten. Engadget berichtet über ein flexibles OLED-Display, bezweifelt aber dessen Smoking-Tauglichkeit:

The 4-inch organic electroluminescent display sports up to 1.67 million colors, QVGA (320 x 240) 100ppi resolution, and can be bent to a curvature radius of about 2 inches. Hopefully, this doesn't become a must-have fashion accessory any time soon: while it's perfectly appropriate attire for post-apocalyptic wastelands, we don't know how well it'll fly at the sorts of high society social events we normally frequent.

Seesmic Desktop braucht keine Luft

TechCrunch interviewte Seesmic-Gründer Loic LeMeur - und der charmante Leena Rao gelang es, Loic einige hochspannende News zu entlocken:

According to Le Meur, Seesmic will soon be offering a browser based client. This offering is actually appealing, considering that Adobe’s AIR platform has some strange UI bugs and quirks and tends to use a good amount of resources on computers. And Seesmic will also launch an iPhone app, which is currently under wraps along with the web-based product.

Jeremys Affiliate-Network Erfahrungen

Jeremy Shoemaker schreibt schon lange über Affiliate Marketing - doch seit einem Monat betreibt er ein eigenes Affiliate-Network, und das erste Zwischen-Resümee ist absolut lesenswert; gelauncht wurde das ganze wegen des aktuellen Gratis-Kurses; bin schon neugierig, was sich der Meister da wieder hat einfallen lassen:

Sure I hear you… your thinking "Why the hell would you pay people to sign up for a free course?" It's a great question and I think when the dust settles around the shoemoneyx.com program I will write all about it, why I did what, and what exact effect it had. I do have a method to my madness but it's not as many have guessed. We will see if it works but that is for another post

Twitter wird zur Infrastruktur

Der Regular Geek beleuchtet einen wichtigen Aspekt von Twitter - was als Online-Service begann, ist gerade dabei, sich zur fixen Netz-Infrastruktur zu wandeln:

So, why is marketing and economy so important to Twitter becoming infrastructure? Without an economy building on top of Twitter data and functionality, Twitter would just be a toy. With people researching the data that is generated from Twitter, it becomes much more important. In order to monetize the system, they can sell the data, but monetization becomes much easier when you become ubiquitous.

Da hat er recht - und mit dem steigenden Interesse an Echtzeit-Suchmöglichkeiten und den vielen Mash-Ups wird uns das Vögelchen wohl noch eine Weile erhalten bleiben!

Bing schlägt Yahoo

Schaut so aus, als hätte Bing in den USA einen überaus erfolgreichen Start hingelegt: TechCrunch berichtet, dass Microsofts neue Suchmaschine die bisherige Nummer zwei bereits überflügelt hat - jetzt stellt sich die Frage: Anfangsinteresse oder Dauertrend?

The company’s analysis for Thursday finds that in the U.S. Bing overtook Yahoo to take second place on 16.28%, with Yahoo Search currently at 10.22%. For the sake of comparison: Google’s U.S. market share is pegged at 71.47%, and its worldwide share at a whopping 87.62% (vs. 5.62% for Bing and 5.13% for Yahoo).

König Content entthront

Inhalte seine ganz und gar nicht das wichtigste, sagt Viral Garden. Wer nicht aktiv an der Social Media Sphäre teilnimmt und auf seinen virtuellen Output aufmerksam mache, der ziehe mit guten Inhalten allein noch keine Besucher und vor allem keine diskutierenden Leser an:

Every day I read hundreds of blog posts. And every day, I see dozens of truly GREAT posts that get no comments. Every day I see dozens of pretty good posts that get dozens of comments and have vibrant conversations.
The difference? Most of the bloggers that write those pretty good posts are also pretty good about leaving their blog and interacting with people on OTHER sites. They comment on their reader's blogs. They tweet their links on Twitter. They are ACTIVELY social with social media.

Interessante These... ich würd mal ganz diplomatisch behaupten: beide Seiten der Medaille sind relevant. Nur, dass es gar keine Medaille ist, sondern ein mindestens 99seitiger Würfel :-)

Foto der Woche

Ich geb's zu: die Entscheidung war unmöglich... sowohl der freifliegende Vogel (freihändig aufgenommen!), A direct path von eyesplash Mikul, als auch die liegende Wölfin im Züricher Zoo von Tambako the Jaguar finde ich sensationell:

picweekbird Blogistan Panoptikum KW23 2009

picweekwolf Blogistan Panoptikum KW23 2009

Video der Woche

Boote sind auch nur Menschen - und zwar ganz schön hinterhältige! Wer schon mal an einer rutschigen Reling gescheitert ist, wird den Schmerz der Protagonisten dieses Clips vollauf teilen können:

Und das war's auch schon mit dem dieswöchigen Panoptikum - danke für Ihre Aufmerksamkeit, bleiben Sie datenschmutz und dem ÖIR gewogen, vergessen Sie nicht darauf, sich selbst zu kontrollieren: dann wird alles gut und wir lesen uns morgen!

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Blogistan Panoptikum KW21 2009

Diese Woche kommt das Panoptikum mal wieder mit einem Tag Verspätung - den gestrigen Abend und einen Teil der Nacht habe ich am Braunsberg bei Hainburg verbracht, um ein paar Fotos vom Sonnenuntergang zu schießen. Und am Rückweg war ich deutlich langsamer unterwegs als üblich, denn ein nächtliches Rendez-Vous von Motorrad und Feldhase endet in der Regel für beide Seiten auf unerfreuliche Weise. Aber aufgeschoben ist natürlich nicht aufgehoben - dazu hat sich in dieser Woche ja schon wieder viel zu viel getan! Diesen Beitrag weiterlesen »

Blogistan Panoptikum KW20 2009

An diesem Wochenende durfte ich meinen 10.000sten Twitterfollower (respektive mein 10kste Followeress) begrüßen - allerdings hat mir die Vorstellung von Simon Leungs neuem Follower-Kettenscript gleich mal 700 neue Tweeping Friends auf einen Schlag gebracht - ich war zuerst äußerst skeptisch, aber die Idee ist in der Tat schwer genial: Einfach zum Ende der Seite scrollen, das Formular ausfüllen und auf "Tweet Now" klicken. Account-Daten werden keine gespeichert, aber jeder User erhält eine persönliche Landingpage, und selbige ein wenig zu promoten, kann nicht schaden. Mehr muss man nicht machen, außer natürlich gegebenenfalls vorher Auto-Follow auf Tweetlater auf "Vet Followers" umstellen... denn wer schnell auf den Zug aufspringt, kann ordentlich profitieren, aber in einem Monat funktioniert dieses "Twitter Ponzi Scheme" nicht mehr... die ersten, die's benutzt habe, nennt man dann später Twittergurus und fragt sich, warum sie so viele Followers bekommen haben. Und weil ich zum Thema Follower-Aufbau auf Twitter derzeit mehrere Anfraqen pro Tag bekomme, gibt's Anfang nächster Woche ein kleines Special zum Thema Re-Follow Services und Co. Und nun zu meinen übrigen Highlights aus den vergangenen sieben Tag:

Nicht nur tweeten, auch bloggen

Es gibt vermutlich noch mehr gute Gründe, warum man sich keinesfalls ganz auf Twitter stürzen sollte - Future Buzz hat 19 besonders stichhaltige zusammengetragen. Denn wer ernsthaft eine längerfristige Netz-Präsenz plant, kommt nun mal an einem eigenen Hub (und nur über den hat man die volle Kontrolle) nicht herum. Tag: Volle Zustimmung!

These are all just tools to share content and ideas, no more, no less. You need a cohesive strategy for all of them to drive conversions in one spot. A blog is the perfect place for that if you want focused attention and to build an interested community. What if any one network you don’t control falls out of favor or changes the rules? At the end of the day, self-hosted blog owners control the vertical and the horizontal, whereas on Twitter or any external network you’re at the whim of someone else.

Wann ist ein Desktop sozial?

Keine Panik, ich fange jetzt nicht mit Nachhaltigkeit und CO2-Fußabdrücken an - Anlass für diese Überschrift ist vielmehr eine äußerst lesenswerte Review verschiedener Social Desktop Clients auf Guruvan - denn wie überdurchschnittlich gut informierte Nerds längst wissen, sind/waren Twitter-Clients bloß die Spitze des Eisbergs, und die kurze Ära der Widgets scheint vorbei, denn das Web 2.0 erobert immer mehr Platz am Desktop: kein Wunder, denn schließlich unterstützen die neuen Client-Generationen nicht nur mehrere Networks, sondern sogar multiple User auf ebendiesen. Besonders avanciert und flexibel wahlweise als Browser- oder lokale Adobe-Air-Applikation nutzbar scheint PeopleBrowsr:

The number of networks I can access is unparalleled. Not only does it have access to all that Sobees does, but Digg, LinkedIn, Myspace, identi.ca, Photobucket, and Plaxo too! And Peoplebrowsr has its own network, that allows you to share groups and view someone's entire known social graph. You can publicly tag people. PeopleBrowsr supports multiple user accounts (simultaneously) on several networks, and has search and geo-location features I’ve only just begun to explore. And if this is all too complicated for you get wrap your brain around at first you can use PeopleBrowsr in "Lite" mode, and just have one of the top Twitter clients. The search functionality and groups make PeopleBrowsr Lite even more powerful than Tweetdeck.

What goes around comes around

"Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus," lautet das deutschsprachige Äquivalent dieses Spruchs, oder in der christlichen Negationsform: "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu." Simpel eigentlich, aber erzählen Sie das mal einem General, der gerade mit seinen neuen Waffen spielen darf. Ich finde, dass Big Ant International den "Gold Pencil for Design" für ihre aktuelle Anti-Kriegs-Kampagne in der Kategorie "Public Service Poster" gewonnen haben. Auf The Inspiration Room sind alle Sujets online: die Plakate im extremen Breitformat entfalten ihre Botschaft erst, wenn sie um eine runde Säule geschlungen werden und sich die Katze sozusagen in den Schwanz beißt - schauen Sie sich das an!

Wer verdient wie viel an einer Milliarde verkaufter iPhone-Applikationen?

Der Applikationsmarkt für Handys gilt immer noch als Hoffnungsträger einer ganzen Branche - und vor wenigen Tagen gab Apple die Installation der einmilliardsten iPhone Applikation bekannt. Klingt beeindruckend, oder? Aber Stan Schroeder hat für TechCrunch den Entmystifizierungs-Rechenstift ausgepackt und kommt zu einem vergleichsweise ernüchternden Ergebnis in punkto Gewinn für Apple

Anywhere between $20 and $45 million; when you count in LSVP’s approximation that the ratio of free to paid apps, is somewhere between 1:15 and 1:40, and O’Reilly’s estimate that the mean price for paid apps is $2.65. Multiply these numbers and you get revenue of $70-$160 million; Apple’s 30%, which is how much they get from each sold application puts their chunk of the cake at $20-45 million.

Der Autor kommt zu den Schluss, dass Apple eben doch immer noch primär eine Hardware-Company sei, der Applikationsmarkt aber einen wichtiger Treiber für den Absatz der Geräte darstelle. Also wieder mal das alte Spiel der der Umwegrentabilität... irgendwie will die Aufmerksamkeitsökonomie auf breiter Basis nicht so richtig in die Gänge kommen, zumindest wenn man genauer hinschaut...

Twitter um etwa 1935 herum

Charlie Grover hat einen Beitrag aus "Modern Mechanix" eingescannt, der im August 1935 erschien. Leider sind alle Rechte am Bild reserviert - ich find's ja mehr als skurril, dass man sich traut, ein Copyright-Zeichen unter einen Scan aus einer Zeitschrift zu setzen, aber wie auch immer: Twitter robot from 1935 muss man gesehen haben! [via @dudeman718]

Der Personensuchmaschine Herr werden

Über Aim.at bin ich auf einen interessanten Artikel der ARGEn Datenschützer gestoßen. Wer sich von 123people, Yassni und Co. aufs reputations-technische Glatteis geführt sieht, findet hier eine Standard-Unterlassungserklärung, die bei weiter Verbreitung das Business-Modell der Personensucher gefährden könnte. Die klingt ungefähr so:

Ich habe festgestellt, dass Sie meinen Namen ….. dazu verwenden, auf ihrer Webseite zu meiner Person zutreffende und nicht zutreffende Informationen zusammen zu stellen. Diese Zusammenstellung teilweise richtiger, teilweise fehlerhafter Informationen ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Ich sehe meine Persönlichkeitsrechte und meine Kreditwürdigkeit dadurch beeinträchtigt. Sie werden daher aufgefordert, ab sofort keine derartigen Zusammenstellungen mehr durchzuführen, zu verbreiten, zu veröffentlichen und eine entsprechende Unterlassungserklärung abzugeben.

Der Push-Up BH mit Auto-Follow

Oder besser gesagt Autopilot. Große Dankbarkeit gegenüber Gizmodo: Wann hat man als Tech- und Marketing-Blogger denn sonst schon Gelegenheit, über Brüste und deren Idealzustand vor dem Geschlechtsverkehr zu schreiben? Ein Traum wird war, glauben die Macher: denn die Frau zum geilen, hemmungslosen Tier wird in Stimmung kommt - festzumachen an der Körpertemperatur - dann beginnt der integrierte Memory-Foam seine schmutzige Täuschungsarbeit zu verrichten und täuscht ad hoc Pamela Anderson Dimensionen vor. Nein, ich hab mir das echt nicht ausgedacht:

The integrated memory foam bra reshapes under the influence of heat to enhance cleavage, making a woman more desirable when she'd like to be desirable. Or, you know, when she's just a little sweaty.

Tja, damit taugt der BH mit Eigenleben wohl höchstens für Golferinnen... besonders lustig stelle ich mir diese Unterwäsche aber in Situationen vor, in denen sich die Körperwärme nicht direkt aus Geilheit, sondern eher aus anderen Gründen erhöht: irgendwie kommt das ganze Konzept einfach nicht so richtig durchdacht vor.

SEO-News der Woche

Sehr sympathisch finde ich die neue gelaunchte Video-Metasuche von Adrian Meyer und Marcel Wengel, und das liegt - ich will hier gar nicht unnötig verkomplizieren - am Namen: der ViFrog klappert alle Plattformen abn, bis zum Beta-Launch Ende Mai gibt's eine Preview auf SEO-Handbuch.de. Two thumbs up fürs Logo!

Die Beschreibung der Description

Der SEO-Evangelist leuchtet alle dunklen Winkel des Description-Tags aus:

Als vor Jahren meta-tags unter Insidern noch als Geheimwaffe bei der Suchmaschinenoptimierung galten und dem daraus resultierenden Missbrauch, wurde es plötzlich ruhig um sie, nachdem die Suchmaschinen sie nun auch nicht mehr mit ins Ranking einbeziehen.
Sicherlich spielen meta-tags heutzutage keine Rolle mehr bei der Platzierung einer Website in den Suchergebnissen, dennoch sind einige von ihnen nachwievor noch ein sinnvoller Bestandteil der OnSO (OnSite Optimization), die auch dabei helfen können mehr Besucher auf eine Internetpräsenz zu bekommen.

Guter Punkt - und wer immer schon mal wissen wollte, warum eigentlich noodp in seinem WP-Header steht, sollte das Posting unbedingt lesen :mrgreen:

Und sonst? Nix interessantes die Woche... war irgendwie recht ruhig im SEO-Haifischbecken, was wohl nur daran liegen könnte, dass alle üblichen Verdächtigen momentan mit Twitter beschäftigt sind und die Keywords sozusagen nackt und ungeschützt rumliegen!

Video der Woche

Shane Dawson hat das Gewicht der Welt auf seine Schultern genommen und getan, was noch keinem vor ihm gelungen ist: der populäre Video-Podcast hat das beste Sexvideo auf Youtube ever aufgenommen. Ich hab's gerade von Linzerschnitte geschickt bekommen und verstehe jetzt endlich, wie die Sache mit den Donuts und den Bananen und den Bienen und den Blumen und dem vorehelichen Fickverbot wirklich funktioniert! Shane's Aufruf zum Einsenden von Video-Antworten blieb ebenfalls alles andere als unbeantwortet: 252 Youtuber legen für ein weltweites Publikum ihre ersten Quests zur Erlangung des geheimen Wissens über die wahre Funktion von Penis und Vagina offen dar und ersparen zukünftig allen Eltern dieser Welt peinliche Aufklärungsgespräche:

YouTube Preview Image

Und das war's auch schon wieder mit dem aktuellen Wochenrückblick - nächste Woche gibt's die angekündigten Twitter-Tipps, außerdem stehen zwei Interview-Videos von der Identitat09 am Redaktionsplan. Danke für Ihre Whuffies, wir lesen uns am Montag!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
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Blogistan Panoptikum KW18 2009

In der vergangenen Woche habe ich weniger RSS-Meldungen gelesen als üblich, weniger Tweets geschrieben, kaum Status-Updates an Facebook geschickt und meine Nase stattdessen in FTP-Clients, Text-Editoren und dergleichen gesteckt. Ziemlich tief sogar - das Resultat dieser exegetischen ASCII-Tätigkeiten nennt sich noxed 3.3 und fungiert bis zur nächsten Design-Ablöse als mein neues Template für datenschmutz und datadirt. Überaschender- und schockierender weise hat sich allerdings die Erde trotz mehrerer Server-Downtimes weitergedreht und mit ihr auch die Blogosphäre. Mit anderen Worten: rückblickend betrachtet gab es News!

5x Brand-Kontrolle

Nein, hier geht's nicht um die Feuerwehr, sondern um den Brääänd. Also die Marke, in diesem konkreter um die Eigenmarke. Dan Schawbel, eine Kapazität auf dem Gebiet des Personal Branding (früher auch als "strategische Eitelkeit" bzw. "Rampensau-Faktor" bekannt), hat auf Mashable einen Gastartikel mit 5 Instant-Tipps zur Fundamentlegung des persönlichen Internet-Königreichs veröffentlicht. Am besten gefällt mir Tipp Nr. 4 in seiner geradlinigen Eindeutigkeit: "Have a reputation management strategy":

Do you have a system in place where you're reacting to comments in a specific way? For instance, if someone tweets something negative associated with your brand, how are you responding? Depending on what is said, it might be wise or foolish to respond back. If someone says something positive, I think you should at least say "thank you" and if you’re lucky, you might even get an endorsement out of it.

Events mit Social Media Tools planen

Mashable for Dummies, aber durchaus im positiven Sinn: welche Schritte muss ich beachten, wenn ich einen Veranstaltung mit Social Media Tools und Strategien planen bewerben möchte? Und welche Werkzeuge eigenen sich? Ben Parr hat die Antworten:

Events, whether they are a local tweetup, a championship game or the world’s largest conference, can be notoriously difficult to plan, promote, and execute. But the end result can be amazing, and that is why we plan them in the first place.

Da stehen vor allem für Newbies ein paar gute Tipps drin - dass Facebook mittlerweile E-Mail und SMS als beliebtestes Event-Promotion-Tool abgelöst hat, seh ich in meinem Umfeld jedenfalls sehr deutlich!

Mit der ÖBB preiswert in die Zukunft

Max' Inhaltsanalyse einer aktuellen ÖBB-Anzeige in der Kronenzeitung bringt wohl jeden regelmäßigen Bahnfahrer zum Schmunzeln:

Die ÖBB braucht für die Strecke Wien-Salzburg mit ihrem Vorzeigeprodukt "Railjet" 2 Stunden, 38 Minuten. Die Deutsche Bahn braucht für die vergleichbare Strecke Berlin-Hamburg 1 Stunde, 36 Minuten! Die Deutsche Bahn ist auf der gleichen Streckenlänge um eine Stunde schneller!

Tja, Max versteht halt nicht, dass visionäre österreichische Politiker in Zeiten einer schwächelnden Auto-Industrie nach immer neuen Wegen suchen, potentielle Kunden vom Bahnfahren abzuhalten! :mrgreen:

Die verrücktesten Short-Url Services

Genug von bit.ly und Co.? Dann wird's möglicherweise Zeit für ein wenig Abwechslung: wie wär's denn mit den kürzest möglichen Short-URLs überhaupt? Uni-Code und tinyarro.ws machen's möglich, aber ob sich jemand traut, auf eine Adresse zu klicken, die aus einem Pfeil und einem eigenartigen Zeichen besteht, ist eine andere Frage. Dann vielleicht doch lieber eine baconized Adresse?

Bacn.me is a public service from the folks at Bacn.com. We love bacon so much we just had to bring you a way to share the love too.

Sie sind Veganer und mögen romantische Literatur? Dann auf zu Dickensurl.com! Die resultierenden Links bestehen aus Charles Dickens Zitaten und sind nicht wirklich kurz, aber äußerst abschreckend. Aber auch wer die kurze Version verwendet, kommt am Zitat nicht vorbei... mein aktueller Favorit ist jedenfalls qurl.cc: kein Funfaktor, aber schnell, laufend erweitert und äußerst SEO-freundlich.

Was tut sich bei Twitter?

Twitseeker tut sich - hervor, und zwar ganz gewaltig. Der äußerst praktische Service vereinfach das Auffinden thematisch verwandter Personen ungemein. Besonders angetan hat's mir die "Advanced Search": hier kann man sowohl nach Boole'schon Wortkombis als auch nach geographischer Entfernung forschen. Twitseeker durchstöbert dazu wahlweise Tweets oder Profile, und das beste kommt zum Schluss: bis zu 50 Tweepern kann man bequem mit einem Mausklick nach Passworteingabe folgen. Immer brav das 20%-Limit beachten (man sollte maximal 20% mehr Leuten followen, als einem selber folgen) und die maximal 100 Requests pro Stunde beachten, dann kann eigentlich nix mehr schief gehen:

twitseeker advanced search

Aber auch beim Originator selbst gibt's News: letzte Woche wurde das Interface um zwei neue Features ergänzt: in der rechten Seitenleiste finden sich nun Suchbox sowie die aktuellen "trending topics", die man auf Wunsch aber auch ausblenden kann.

Für eher visuelle Typen hab ich von Max einen guten Tipp bekommen: VisibleTweets.com gehört definitiv zu den stylisheren Vertretern der "Twitterwall"-Zunft: nach Eingabe eines oder mehrere Tags bietet das Script drei verschiedene Visualisierungen, die gerade recht kommen - denn die Live-Twitter-Walls werden als Veranstaltungs-Gadget immer populärer. Ebenfalls zum Einsatz wird das Tool am 5. Mai bei der 2. Digitalks-Auflage zum Thema Twitter und Co. kommen - eine ausgiebige Link-Nachlese der diversen Tools und Mash-Ups, die beim April-Termin vorgestellt wurden, hat Luca zusammengestellt. Ich hab am kommenden Dienstag ebenfalls wieder die Ehre und das Vergnügen, im Wiener Museumsquartier ein bisschen aus dem Twitter-Marketing Nähkästchen zu plaudern.

Und wer sich schon mal die Frage gestellt hat, ob man denn auch irl twittern kann, dem sei dieses College Humor Video ans 140-Schläge-Pro-Tweet-Herz gelegt:

SEO-News der Woche

Keine Woche ohne neue SEO-Domain-Verkaufsnews: diesmal ging seo24.de über den Ladentisch, immerhin für 1.500 Euros. Gratis gibt's dafür einen anonymen Redirect! :mrgreen: Teurer zu stehen kommen manchen Webmaster da schon eingehende links, aber was eingeht, muss irgendwo anders bekanntlich auch ausgehen. "Halb so wild," meint SEO-United.de, und da kann ich nur zustimmen:

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass ausgehende Links derzeit keinen ernst zu nehmenden Einfluss auf das Ranking haben. Allerdings könnte ich mir gut vorstellen, dass Google bald aktiv gegensteuert. Wenn man in der Lage ist, wirkliche Empfehlungen von gefakten Links zu erkennen, wird Google dieses auch tun. Bis dahin werden Webmaster wohl weiterhin nichts zu verschenken haben bzw. Mitbewerber nicht unterstützen...

Das SEO-Handbuch berichtet über einen interessanten Domain-Verkauf: Ma.tt bzw. WordPress hat WP.com vom Vorbesitzer Yahoo übernommen, der Preis ist nicht bekannt. Und dann war da noch die neue Suchmaschine, die Stephen Wolfram von Wolfram Research vor kurzem vorgestellt hat. Natürlich geht's wieder mal um Semantik, das Konzept erklärt der Meister in einem fast zweistündigen Video. Spannender wird's allerdings, wenn man WolframAlpha dann auch tatsächlich benutzen kann: derzeit steht da nämlich noch "Launching May 2009.".

Video der Woche: Firepit Hunt

Die Ästhetik von Skate-Videos gehorcht bewusster in Abgrenzung zur filmischen Mainstream-Stilistik einem durchwegs stringenten Stilkanon, der gewiss ein taugliches Doktoratsthema für Filmwissenschaftler abgäbe. Dass es auch ziemlich anders geht, zeigen die Fibro Twins in ihrem Musikvideo zu Ian Naismith' "Fire Pit Hunt":

Ian Naismith is an experimental ethnoambient composer based in Florida. His music is an amalgam of acoustic ethnic, world electric, ambient, progressive rock, and jazz fusion wrapped within a fourth world vibe. You can visit his website and purchase his deliciously unique music at ethnoambient.com/.

Ach ja, noch ein kurzes: technisch nicht ganz so ausgefeilt, aber inhaltlich umso überzeugender: es gibt sie nämlich doch, die Bremer Stadtmusikanten! Behold: "Rat on a cat on a dog, crossing the street":

Und damit sind wir auch schon wieder am Ende des Wochenrückblicks angelangt - danke für Ihre Aufmerksamkeit respektive Whuffies! An Feedback zum neuen Blogdesign bin ich natürlich sehr interessiert, nähere Details zu einigen der Tools und Plug-Ins, die ich verwendet habe, folgen nächste Woche - und das angekündigte Video mit Hannes Swoboda ebenfalls. In diesem Sinne: einen wunderschönen Restsonntag, wir lesen uns morgen!

Input für WochenrückblickHaben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?
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ATV Shorts: Neue Plattform für Kurzfilmer

atvkanalshorts ATV Shorts: Neue Plattform für KurzfilmerVor wenigen Wochen launchte ATV die neue Video-Plattform als Nachfolger der konventionellen Homepage. Auch wenn die neue Seite mit einigen Beta-Kinderkrankheiten zu kämpfen hat, handelt sich um einen folgerichtigen Schritt für einen Fernsehsender. Besonderes Augenmerk legt die Online-Redaktion auf das beliebte Genre der Kurzfilme und widmet den "Shorts" einen eigenen Kanal. Der wesentliche Benefit für Video-Uploader: der neue Channel wird auf der Homepage ausgiebig beworben - und ein aufmerksamkes Publikum wünscht sich in der Regel jeder Kurzfilmer.

Unter dem Slogan Zeig uns deine Shorts (daher auch die hübschen Unterhosen an der Wäscheleine) lädt ATV ambitionierte Amateur- und Profi-Kurzfilmer ein, ihre Oeuvres einer breiten Öffentlichkeit vorzuführen. Ob 30-Sekünder oder 25-Minuten Mini-Drama, die Redaktion macht keine Längenvorgaben, einziges Limit ist die Videouploadgröße von relativ bescheidenen 100MB. Vorgeschlagen werden kann jedes Video (dazu einfach beim Uploaden den Kanal "Shorts" auswählen), allerdings werden alle Clips aus Qualitätssicherungs-Gründen redaktionell überprüft, bevor sie im Kurzfilm-Kanal erscheinen. Schon jetzt findet man einige Perlen - mein persönlicher Favorit ist naturgemäß die Geschichte vom Frosch und der Prinzessin:

Ich persönlich wünsche mir nicht ganz uneigennützig einen weiteren Channel: Podcasts, also alle Videos rund um Web 2.0, Social Media, Twitter, die Blogosphäre und Co. Soweit ich weiß, gibt's für diese Nische keinen Video-Aggregator für den deutschsprachigen Bereich.

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