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	<title>datenschmutz &#187; Aufmerksamkeitsökonomie</title>
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		<title>Bloglines und XMarks verabschieden sich: Start-Up Krise oder Generationswechsel?</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 04:03:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[XMarks, ein populärer Bookmark-Synchronisierungs Service, und Bloglines, ein browserbasiert RSS-Reader, geben den Kampf gegen die Aufmerksamkeitsökonomie auf und stellen ihre Services ein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Schwalben machen vielleicht keinen Sommer, aber möglicherweise einen leckeren Schwalbeneintopf. Soll heißen: Start-Ups kommen und gehen, nur einige wenige schaffen den großen Exit und verkaufen mit reichlich Gewinn — Business as usual. Just diese Woche allerdings scheinen sich die Exitus* meiner Lieblings-Services zu häufen. Okay, häufen mag der falsche Ausdruck sein — eigentlich waren es nur zwei Wölkchen in der großen Cloud, denen ich durchaus die eine oder andere Träne nachweine. RIP XMarks + Bloglines!</p>
<p>Das allein wäre zwar Grund genug für ein bedauerndes Status-Update auf Facebook, aber doch nicht für einen ganzen, ausgewachsenen Blogbeitrag samt Fußnote und Zwischenüberschriften, möchte man meinen. Aber da steckt noch mehr dahinter, denn die Fazits der beiden Unternehmen zeigen verblüffende Parallelen, die eine meiner vagen Vermutungen bestätigen: wir erleben nicht die platzende Dotcom-Blase reloaded, sondern einen tiefgreifenden Wandel in der Aufmerksamkeitsökonomie: <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/start-ups-2-0/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Start-Ups 2.0">Start-Ups 2.0</a> beschränken ihre Business-Modelle nicht mehr auf den virtuellen Raum, sondern verknüpfen <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/social-media/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Social Media">Social Media</a> auf smarte Weise mit der analogen Welt. Klingt abstrakt? Lassen Sie mich ein wenig ausholen.<span id="more-23265"></span></p>
<h2 id="toc-xmarks">XMarks</h2>
<p><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/xmarks.png" alt="xmarks Bloglines und XMarks verabschieden sich: Start Up Krise oder Generationswechsel?" title="XMarks synchronisiert nie wieder" width="286" height="455" style="float:right;margin-left:15px;margin-top:3px;margin-bottom:3px;" />Bookmarks — für mich ein Reizthema. Man will ja einfach nur Internetadressen zur späteren Verwendung irgendwo abspeichern und dort gut ausgehoben wissen! Ist aber nicht so simpel, wie’s klingt, wie Heavy Surfer wissen: klar hat jeder Browser eine Bookmarkverwaltung eingebaut, natürlich gibt’s seit der Frühzeit des Web 2.0 Cloud Bookmarking Services wie Delicious. Die haben für mich nur leider nie funktioniert — ich will meine Mauswege nun mal kurz halten und nicht erst eine Drittseite aufrufen müssen. Solche Services sind äußerst praktisch für kollaborative Link-Recherchen, als Back-Up Lösung und für den Not-Zugriff fern der Heimat (oder im <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/internet/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Internet">Internet</a>–Café um die Ecke), aber eben keine befriedigende Lösung für die Standardnutzung.</p>
<p>Nun funktionieren die Bookmark-Manager der diversen Browser für sich allein genommen ganz famos. Aber jeder, der regelmäßig mehrere Browser parallel im Einsatz hat und/oder schon mal bei der Neuinstallation des Betriebssystems aufs Bookmark-Backups vergaß, kennt die Schwächen dieses Systems.</p>
<p>Enter XMarks: die Software startete als <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/firefox/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Firefox">Firefox</a>–Plugin und hieß damals noch Foxmarks, inzwischen ist das Plugin für FF, Chrome und Internet Explorer verfügbar. XMarks synchronisiert Bookmarks zwischen verschiedenen Rechnern *und* Browsern und hat sich bei mir in den letzten Jahren im harten täglichen Surf-Betrieb als perfekte “install and forget” Lösung bewährt: nach der Erstinstallation holt man sich einmalig die Bookmarks vom Xmarks-Server ab (dazu ist eine Registrierung erforderlich). Hinfort synchronisiert XMarks im <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/hintergrund/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Hintergrund">Hintergrund</a> alle Bookmarks und Ordner — egal, auf welchem Rechner/Browser man Lesezeichen neu anlegt, löscht oder editiert, alles bleibt auf aktuellem Stand, synchronisiert wird im <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/hintergrund/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Hintergrund">Hintergrund</a>.</p>
<p>Für mich hat XMarks ein Problem gelöst, das mich jahrelang genervt hat, und tausenden ging’s genauso wie mir. Traurig, aber wahr: das reicht nicht, wie ein überraschendes Mail der Betreiber gestern mitteilte:</p>
<blockquote><p>Dear Xmarks User,</p>
<p>We’ve always said we won’t email you unless it’s important; this is one of those occasions:<br />
Xmarks will be shutting down our free browser synchronization services on January 10, 2011. For details on how to transition to recommended alternatives, consult this <a href="http://www.xmarks.com/about/shutdown" class="liexternal">page</a>.</p></blockquote>
<p>ABER: es gibt keine wirklichen Alternative! Wie die Shutdown-Page zeigt, existieren zwar für alle Browser Insellösungen, aber mit dem Ende von XMarks ist’s vorbei mit der bequemen Cross-Browser-Synchro im Hintergrund. </p>
<p>Da gibt’s also ein Produkt mit einer “unique selling proposition”, einer riesigen Zahl zufriedener User und trotzdem sehen die Betreiber kein Licht am Ende des Tunnels. Die Hintergründe erklärt ein ausführliches Posting am Corporate Blog: <a href="http://blog.xmarks.com/?p=1886" class="liexternal">End of the Road for Xmarks</a>. Ich empfehle jedem Start-Up-Gründer und Betreiber dringend die Lektüre dieser lehrreichen Geschichte eines ungewöhnlichen Scheiterns. Todd Agulnick, einer der XMarks Gründer, beschreibt, warum es unmöglich war, ein perfekt funktionierendes und beliebtes Service zu monetarisieren. An Ideenlosigkeit oder Engstirnigkeit lag’s gewiss nicht, wie dieses Zitat zeigt:</p>
<blockquote><p>One of the unseen benefits of the new system was that it enabled us to anonymize, extract, and aggregate bookmark data. So we dove into that and started looking at what products we might be able to deliver powered by the “corpus” of what would soon be 100 million bookmarks. The first thing we built was a search engine. It turned out amazing results, but only for certain types of queries. It was terrible at finding facts. But if you were looking for the websites in a particular category, the results were shockingly complete and entirely spam-free. Looking for the list of all auto manufacturers? Or presidential libraries? Or art supply sites? A casual comparison of our results with those of the major search engines would convince you that we were on to something.</p>
<p>We recruited a group of non-technical subjects to do a usability test, and it flopped. Sit people in front of a search box and ask them to test it, and their first query is their own name. #FAIL. It turns out that with the exception of people doing market research, consumers using search are not typically looking for an authoritative list of sites within a category; they’re looking for an answer to a specific question. Undaunted, we tested some variants of the basic search idea, including a version where we inserted our results into the Google search results page. The verdict from users: too complicated.</p></blockquote>
<p>Todd betont in seinem Blogbeitrag, dass die Erfahrungen und Learning aus dem Projekt immens waren, dass es aber nie gelangt, die Popularität des Services in harte Währung zu verwandeln. Mich wundert’s allerdings, dass XMarks nicht mal probiert hat, sich über Premium-Accounts zu finanzieren — ich bin sicherlich nicht der einzige, der sofort 10 Dollar im Jahr für die weitere Nutzung zahlen würde. Schade drum!</p>
<p><strong>Update vom 4.11.2010:</strong> Erfreuliche Neuigkeiten — wie’s aussieht, hat XMarks einen <a href="http://blog.xmarks.com/?p=2007" class="liexternal">Käufer gefunden</a>, der den genialen (und einzigartigen Service) weiterbetreiben will.</p>
<h2 id="toc-bloglines">Bloglines</h2>
<p>Bei den RSS-Readern verhält sich’s ähnlich wie bei den Suchmaschinen: es gab mal Applikationen wie Sand am Meer, aber irgendwann wechselten ganz einfach alle zu Google, in diesem speziellen Fall zum Google Newsreader. Der ist ohne Frage ausgesprochen gut gemacht, funktioniert problemlos auf Handys und bringt so ziemlich jedes erdenkliche Feed-Verwaltungs-Tool sowie einige nette Gadgets (Recommendation API, Follow-Logik etc.) mit.</p>
<p><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2010/09/bloglines.png" alt="bloglines Bloglines und XMarks verabschieden sich: Start Up Krise oder Generationswechsel?" title="Bloglines.com sperrt zu" width="600" height="94" style="margin-top:15px;margin-bottom:15px;" /></p>
<p>Der einzige Grund, warum ich <a href="http://bloglines.com/" class="liexternal">Bloglines</a> zum schnellen Feed-Scannen bevorzugt habe, lag in der Optik: so gut Big G’s Applikation funktioniert, ich finde sie einfach potthässlich. Das Bloglines-Interface wirkt einfach hübscher, auch wenn ich von den Zusatz-Funktionen wie Clippings und Playlists  kaum Gebrauch gemacht habe.</p>
<p>Wie am <a href="http://blog.ask.com/2010/09/bloglines-update.html" class="liexternal">Ask.com Blog</a> nachzulesen ist, will man sich zukünftig voll und ganz auf den Frage-Antwort Service konzentrieren. Spannende finde ich, dass selbst RSS-Aggregatoren mittlerweile die Dominanz der Big 3 deutlich spüren:</p>
<blockquote><p>When we originally acquired Bloglines in 2005, RSS was in its infancy. The concept of “push” versus “search” around information consumption had become very real, and we were bullish about the opportunity Bloglines presented for our users.</p>
<p>Flash forward to 2010. The Internet has undergone a major evolution. The real-time information RSS was so astute at delivering (primarily, blog feeds) is now gained through conversations, and consuming this information has become a social experience. As Steve Gillmor pointed out in <a href="http://www.techcrunchit.com/2009/05/05/rest-in-peace-rss/" class="liexternal">TechCrunch</a> last year, being locked in an RSS reader makes less and less sense to people as Twitter and Facebook dominate real-time information flow. Today RSS is the enabling technology – the infrastructure, the delivery system. RSS is a means to an end, not a consumer experience in and of itself. As a result, RSS aggregator usage has slowed significantly, and Bloglines isn’t the only service to feel the impact.. The writing is on the wall.</p></blockquote>
<p><a href="http://bloglines.com/" class="liexternal">Bloglines.com</a> wird ab 1. November 2010 nicht mehr erreichbar sein — wer die eigene Feed-Sammlung exportieren möchte, kann bis dahin mittels “Export Subscriptions” ein OPML-File mit allen Feeds generieren, das in so gut wie jeden anderen RSS-Reader importiert werden kann.</p>
<p><strong>Update vom 4.11.2010:</strong> Wie heute bekannt gegeben wurde, bleibt Bloglines.com weiter online — Merchantcircle.com übernimmt den RSS-Reader, Passwort und Login bleiben gleich. Mehr Details über die Übernahme und Pläne für die Zukunft gibt’s am <a href="http://blog.merchantcircle.com/2010/11/merchantcircle-to-take-over-operations.html" class="liexternal">Merchantcircle Blog</a>.</p>
<h2 id="toc-grund-zur-panik-oder-freude">Grund zur Panik oder Freude?</h2>
<p>So wenig Xmarks und Bloglines auf den ersten Blick gemeinsam haben mögen, so sehr erstaunen mich die Parallelen: für die Betreiber beider Services war die Erkenntnis, dass die Popularität und Dominanz von Facebooks Social Graph Paradigma wenig Luft für “traditionelle” Arten der Datenaggregation übrig lässt, ein wesentlicher Grund für den Druck auf den Ausschaltknopf. In beiden Fällen scheiterten Angebote, die noch vor zwei Monaten State-of-the-Art waren, letztendlich an der rasanten Weiterentwicklung des Social Web.</p>
<p>XMarks und Bloglines werden nicht die letzten gewesen sein, die angesichts der starken Konzentration des Marktes auf wenige Brands das Handtuch werfen. Da drängen sich durchaus Vergleiche mit der infamösen Dotcom-Blase der Jahrtausendwende auf, aber das scheint doch ein wenig voreilig.</p>
<p>Denn während der ersten Generation der Social Media Start-Ups ein rauer Wind ins Gesicht bläst, entstehen die ersten Business-Modelle, die den Einsatz des interaktiven Webs nicht auf den digitalen Raum beschränken. <a href="http://www.garmz.com/" class="liexternal">Garmz</a> ist ein prototypisches Beispiel für diese neue “Generation” von Unternehmen, welche die Stärken des Social Web mit der alten, analogen Welt auf innovative Weise verbinden. Unkenrufer mögen bloß eine Ausdünnung der Netz-Szene wahrnehmen, ich behaupte, dass die Social Web Start-Ups 2.0 erstmals das Potential haben, eine Aufmerksamkeitsökonomie der Hoffnungen in ein viables und stabiles Businessmodell zu transferieren. Richtig Oldschool, mit operativem Gewinn und so.</p>
<p>Suche, <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/social-networking/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Social Networking">Social Networking</a> und General Interest Marktplätze gehören sowieso längst ein paar Großen (für .at-Leser: “Großkopferten”), die vorangehende Aufzählung ist quasi synonym mit Google, Facebook und EBay/Amazon. Deren Geschäftsmodelle sind kaum replizierbar, oder netter formuliert: kein Platz für Copycats und Me-Toos, dafür beginnen sich Internet und “analoge Welt” auf ganz neue Art zu verflechten und ergänzen — meiner bescheidenen Meinung nach nicht die schlechtesten Aussichten. Aber ich hab ja nie einen Hehl draus gemacht, dass ich überzeugter Medienkulturoptimist bin.</p>
<hr />
* Nein, nicht Exiti. Das passt schon so, Exitus gehört zur U-Deklination, daher lautet die Mehrzahl auch Exitus — so einfallslos waren sie, die alten Römer.</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
Wenn Sie diese Meldung auf einer Homepage sehen, wurde der betreffende Beitrag widerrechtlich und ohne die Zustimmung des Autors veröffentlicht.<br /><em>Digitaler Fingerabdruck / digital Fingerprint: c1d7d6ed6691c7c25dbb043c9a689294</em></small>]]></content:encoded>
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		<title>Blogparade: Wann ist man jemand im Web?</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Sep 2010 09:54:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wann ist man jemand im Web? Anlässlich des Kick-Offs der Eventreihe twentytwenty rufen die Organisatoren zur selbstreflexiven Blogparade auf.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Anlässlich des Kick-Offs der Eventreihe <a href="http://www.twentytwenty.at/ich-2-0/speaker/" class="liexternal">TwentyTwenty — exploring the future</a> rufen die Organisatoren zu einer <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/blogparade/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Blogparade">Blogparade</a> auf: die Beiträge sollen Geert Lovinks Vortrag und die nachfolgende <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/diskussion/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Diskussion">Diskussion</a> im Radiokulturhaus ergänzen. Ich habe die Ehre und das Vergnügen, mit Moderator Martin Mühl, Falter-Redakteurin Ingrid Brodnig und dem altgedienten nettime-Haudegen himself die Bühnenbretter des Radiokulturhauses zu teilen und hoffe, dass die passende Identität kommenden Mittwoch aus dem Waschsalon zurück ist, denn: Netzkritik ist angesagt!</p>
<p>Geert hat nämlich auch schon begonnen zu schirrmachern und sich in alter Netzaktivisten-Tradition am 31. Mai 2010 freiwillig das Facebook-Leben genommen. Ein Netz-Verweigerer ist er deswegen keineswegs, sagt er: “The future is not some alien invasion from outside but is shaped by everyone. The future is inside us.” </p>
<p>Die Frage sei bloß: wer kontrolliert, wer strukturiert das <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/ich-2-0/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Ich 2.0">Ich 2.0</a>? Ich warte noch bis Mittwoch auf die ultimative Antwort und unternehme im Vorfeld mit Ihnen, verehrter Leser, einen Ausflug in die Vergangenheit, und die dauert — so viel Vorwegnahme muss ein — immer noch an. Schon wieder. Aber man kann’s nun mal nicht allen Recht machen: Us and them, wir und die anderen, Innen und Außen, ich und die Welt, darum dreht sich’s. Die Medien sind neu, die Frage nach der Identität bleibt hochgradig identisch, mehr ganz– als teilüberlappend.</p>
<p><strong>Wann ist man “jemand” im Web?</strong> lautet die, wie sich’s für eine anständige Blogparade gehört, vergleichsweise einfach formulierte Frage. “Ab 1994″ gilt nicht, also:</p>
<p><strong>Man ist jemand im Web, wenn ein anderer, von dem man glaubt, dass er jemand im Web ist, glaubt, man sei jemand im Web.</strong><span id="more-23025"></span></p>
<p>Warum? Lassen Sie mich dazu ausholen. Nicht ein wenig, sondern gleich g’scheit weit.</p>
<h3 id="toc-folge-1-boethius">Folge 1: Boethius</h3>
<p>Sogar bei fernerer Betrachtung kann man nicht übersehen, dass die Frage nach der Identität Bestandteil jeder sinnstiftenden Lehre ist, das breite Spektrum der angebotenen Erklärungen, Meta-Erklärungen und Deutungsmuster bezeichnen wir gemeinhin als Kultur. Da geht’s uns nicht mal sprichwörtlich an den ziemlich weit oben liegenden Kragen, nein, wir müssen die Wurzel packen. Also auf in den De Lorean und schnell mal gute 2.000 Jahre zurückgereist.</p>
<p>Boethius habe damals angeblich gesagt: “Si tacuisses, philosophus mansuisses.” (Hättest du geschwiegen, wärst du Philosoph geblieben). Der Aufmerksamkeitsökonom könnte noch hinzufügen “aber hättest es nie mit dem blonden IT-Girl getrieben”. Ist Schweigen doch die schleichende Zellvergiftung der Selbstdarstellung, so lautet zumindest §1 der <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/ich-ag/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Ich AG">ICH AG</a> Geschäftsordnung.</p>
<p>Konnte Boethius etwa ahnen, dass heutzutage alles mit jedem kommunizieren will, ja geradezu muss? Dazu gehört nicht viel, denn gewiss wusste er um seine eigene paradoxe Situation: hätte Boethius geschwiegen, wäre er uns unbekannt geblieben.</p>
<p>Passend dazu flexibilisierte sich das Heilsversprechen, das hat der rasche Blick ins Morgen, der auf ausreichend lange Sicht ja notwendigerweise zum Blick ins Jenseits wird, immer schon so an sich gehabt. Warhol mit seinen 15 Minutes of Fame tritt nicht als Vordenker einer Aufmerksamkeitsökonomie auf, sondern beendet das Zeitalter der humanzentrierten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Apotheose" rel="nofollow" class="liwikipedia">Apotheose</a>:</p>
<blockquote><p>Apotheose (griechisch apo– “fern-, ins Ferne”, theós “Gott”) ist die Erhebung eines Menschen zu einem Gott oder Halbgott. Es bedeutet auch nur “Verherrlichung”. Sie hat ihren Ursprung im Altertum, als geglaubt wurde, dass “große Persönlichkeiten” zu Göttern würden und wie diese verehrt werden könnten bzw. sollten.</p></blockquote>
<p>Gottwerdung schließt Technik ein, Gaia und der Global Brain erweitern unsere Identität, sie connecten uns mit der Gottmaschine. Mögen Lichtnahrungs-Prediger beim Kebabstand um die Ecke völlern, “the big promise” steht immer im Raum: “Es wird garantiert aus dem Wald zurückschallen, wie auch immer. Wenn du nur hineinrufst.” Der Downstream bekommt mehr Bandbreite als der Upstream, hier endet die “anarchische Struktur”, diese Ungleichgewicht ist in der Provider–<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/hardware/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Hardware">Hardware</a> quasi fest verdrahtet.</p>
<p>Das wäre also die Kurzfassung, eine bestechend lineare Entwicklung vom antiken Bon-Moteur zum Twitter-Werbepapst des 21. Jahrhunderts. Aber der Vergleich hinkt, die Crux rostet, der Übertragungskanal schreibt seinen Treppenwitz in die Dunkelkammer der Geschichte ein. Rauschen ist auch eine Art von Remixen, und den Beweis, dass der Informationsgehalt sich umgekehrt proportional zum Nährwert verhält, ist uns die Boulevardwissenschaft bis heute schuldig geblieben.</p>
<p>Boethius, der alte Schlingel, hat nämlich was anderes gesagt, und auch aufgeschrieben in seiner “Philosophiae Consolatio”, sonst wüssten wir das erst seit meiner Zeitreise. Also zuerst nicht geschwiegen und dann auch noch geschrieben:</p>
<blockquote><p>Möchtegern-Philosoph: “Intellegis me esse philosophum?” [Erkennst du nun, dass ich ein Philosoph bin?]<br />
Boethius: “Intellexeram, si tacuisses.” [Ich hätte es erkannt, wenn du den Mund gehalten hättest.]</p></blockquote>
<p>Was sich reimt, wird eben wahrer, das wusste schon der Pumuckl. Der Unterschied zählt, denn er, Boethius, zieht seine Schlüsse aus dem Kommunikationsverhalten seines Gegenübers. Der Nicht-Philosoph macht Boethius zum Philosophen. #<a href="http://www.google.at/search?q=differance" rel="nofollow" class="liexternal">différance</a>, #<a href="http://www.google.at/search?q=Apoha" class="liexternal">Apoha</a></p>
<p><strong>Identität ist ergo ein Nebenprodukt kommunikativer Aktivität.</strong></p>
<h3 id="toc-folge-2-neidhart-von-reuental">Folge 2: Neidhart von Reuental</h3>
<p>Zuviel Gelaber, zu viele Tweets, Fragmente allerorten: einmal mehr drohen Medien mit der Vernichtung unserer “Kultur”, und wir werden auf die einzige adäquate Weise reagieren, auf jene Weise, die sich schon so oft bewährt hat. Wir erfinden einfach neue, noch viel gefinkeltere Medien, die jene, welche uns einst furchtbare Schreckensvisionen bescherten, vollkommen harmlos aussehen lassen.</p>
<blockquote><p><em>Frage an Radio Eriwan: Ist unsere Identität durch das <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/internet/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Internet">Internet</a> bedroht?<br />
Antwort: Im Prinzip ja. Aber irgendwann musste das Internet ja mal beginnen, sich zu wehren.</em></p></blockquote>
<p>Denken Sie nur mal an die zunehmende Verrohung der Jugend! Fast wäre es dem Fernsehen gelungen, einer ganzen Generation viereckige Augäpfel zu verpassen und sie völlig vom Leben abzuschotten. Im letzten Moment ritt jedoch ein Held am weißen Ross heran. Und als dann schließlich Computerspiele jeden Super Mario World Spieler zum potentiellen Amokläufer machten, war es wirklich an Zeit für ein neues Bedrohungsszenario: et voila, schon wird die Jugend in Facebook gestalkt und gemobbt. Vermutlich.</p>
<p>Wir tendieren ja immer dazu zu glauben, die Erstlöser jedes scheinbar genuin neuen Problems zu sein, dabei wusste schon Neidhart von Reuental im Mittelalter ganz genau, dass Rede und Verstand nicht kongruent sein müssen:</p>
<blockquote><p>Doch wais ich czwen dorff chnaben<br />
die enruchten das ich wer begraben<br />
so cziment sich so wahe.<br />
das ist limmenczaun vnd irrenfrid.<br />
der in die oren paide ab snit.</p>
<hr />
Zwei nette Burschen wohlbekannt,<br />
Mit großem Maul und kaum Verstand,<br />
Die säh’n mich gerne leiden.<br />
Sind Limmenzaun und Irrenfritz,<br />
Ach, schlüg vom Himmel doch ein Blitz<br />
G’rad mitten durch die beiden!</p></blockquote>
<p>Limmenzaun und Irrenfritz — Ist dieser Neidhart zeitlos oder “macht heute überhaupt niemand mehr sowas Gutes”? Limmenzaun und Irrenfritz, die Foren-Trolle des Mittelalters: mit großem Maul und kaum Verstand.</p>
<p><strong>Kommunikative Aktivität ist ergo ein Nebenprodukt unserer Identität.</strong></p>
<h3 id="toc-endstation-sehnsucht">Endstation: Sehnsucht</h3>
<p>Wann ist man “niemand” im Web? Sehr geehrte Jury, lieber Vorsitzender, geschätztes Publikum! Diese Frage ist weit schwieriger zu beantworten, lassen Sie mich Ihnen dies an einem Beispiel erklären:</p>
<blockquote><p><em>Morten Gibrit war noch nie im Internet. Es interessiert ihn einfach nicht. Aber “he’s <a href="http://www.cluetrain.com/" class="liexternal">not</a> in control!”  Sein weit jüngerer Halbbruder Bruder Terrance Fitze-Gibrit hat ohne sein Wissen eine Facebook-Page angelegt und schreibt dort regelmäßig Status-Updates. Der falsche Morten hat mittlerweile über eine Million Fans.</em></p></blockquote>
<p>Jetzt Frage ich Sie, kompetent-objektive Jurymitglieder, wer hat die Identität entführt und kein Lösegeld verlangt?</p>
<p>a) Morten ist jemand im Netz, Gibrit ist niemand.<br />
b) Morten und Gibrit sind beide niemand im Netz.<br />
c) Morten ist niemand im Netz, Gibrit ist jemand.<br />
d) Morten und Gibrit sind beide jemand im Netz.</p>
<p>Merken Sie, wie komisch diese Anhäufung von jemands und niemands klingt? Sowas sind wir einfach nicht gewohnt, genauso wenig wie die Tatsache, dass es keine richtige Antwort gibt. Ihre Wahl mag einiges über Sie verraten, liebes Jurymitglied, über Ihre Identität, über Ihr Verhältnis zu Sein und Schein. Über Mortens und Gibrits jemand/niemand Status erfahren wir dabei gar nichts. Seien Sie bloß froh, dass heute niemand verurteilt werden muss.</p>
<p>[Der Ankläger verlässt den Gerichtssaal.]</p>
<p><strong>Fazit:</strong> Identität 1.0 ist für unser kausales Denken schwierig genug zu fassen und die wenigen Bugfixes rechtfertigen keinesfalls einen ganzzahligen Versionssprung. Identität 1.0.1 meinetwegen oder wenn’s sein muss auch 1.1. Weil wie schon erwähnt:</p>
<p><strong>Man ist jemand im Web, wenn ein anderer, von dem man glaubt, dass er jemand im Web ist, glaubt, man sei jemand im Web.</strong></p>
<p>Das war aber in der nicht-virtuellen Welt auch immer schon so. Dass der “Andere” ein eigener Fake–<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/account/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Account">Account</a> sein kann, ist übrigens auch nichts Neues. Fragen Sie mal bei der Gewerkschaft der “Imaginären Freunde” nach: die sind inzwischen fast alle arbeitslos.</p>
<p><strong>Weitere Beiträge zur Blogparade</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.2-blog.net/2010/twenty-twenty/" class="liexternal">Ich 2.0 | Blogparade twenty.twenty</a> von Luca Hammer</li>
<li><a href="http://www.myway-rocknroll.at/2010/09/ich-2-0-twentytwenty-at-blogparade/" class="liexternal">Ich 2.0 — twentytwenty.at Blogparade</a>von René Wegscheider</li>
<li><a href="http://digiom.wordpress.com/2010/09/28/wann-ist-eigentlich-jemand-niemand-im-web-2-0/" class="liexternal">Wann ist eigentlich jemand niemand im Web 2.0?</a> von Jana Herwig</li>
<li><a href="http://www.werquer.com/blog/2010/09/das-sozial-erwunschte-ich-2-0/" class="liexternal">Das sozial erwünschte Ich 2.0</a> von Werner Reiter</li>
<li><a href="http://c-fischer.com/blogparade-wann-ist-man-jemand-im-web/" class="liexternal">Blogparade: Wann ist man jemand im Web?</a> von Christian Fischer</li>
<li><a href="http://www.alexanderstocker.at/2010/10/der-zusammenhang-zwischen-online-und.html" class="liexternal">Der Zusammenhang zwischen Online– und Offline-Reputation</a> von Alexander Stocker</li>
</ul>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
Wenn Sie diese Meldung auf einer Homepage sehen, wurde der betreffende Beitrag widerrechtlich und ohne die Zustimmung des Autors veröffentlicht.<br /><em>Digitaler Fingerabdruck / digital Fingerprint: c1d7d6ed6691c7c25dbb043c9a689294</em></small>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Blogistan Panoptikum KW20 2009</title>
		<link>http://blog.datenschmutz.net/2009-05/blogistan-panoptikum-kw20-2009/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 May 2009 20:35:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Yup, es war für mich eine erfreuliche Twitter-Woche: nach zahlreichen Strapazen, Sauerstoff-Flaschen und Entbehrungen bin ich mittlerweile bei 10.000 Followers angelagt und habe Sascha Lobo überholt. Und das an einem Wochenende... und außerdem gibts den ersten Push-Up BH mit Memory Foam, wenn das mal keine guten News sind im dieswöchigen Blogistan Panoptikum!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>An diesem Wochenende durfte ich meinen <a href="http://twitter.com/datadirt" class="liexternal">10.000sten Twitterfollower</a> (respektive mein 10kste Followeress) begrüßen — allerdings hat mir die Vorstellung von Simon Leungs neuem Follower-Kettenscript gleich mal 700 neue Tweeping Friends auf einen Schlag gebracht — ich war zuerst äußerst skeptisch, aber die Idee ist in der Tat schwer genial:  Einfach zum Ende der <a href="http://datadirt.net/retweet" class="liexternal">Seite</a> scrollen, das Formular ausfüllen und auf “Tweet Now” klicken. <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/account/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Account">Account</a>–Daten werden keine gespeichert, aber jeder User erhält eine persönliche Landingpage, und selbige ein wenig zu promoten, kann nicht schaden. Mehr muss man nicht machen, außer natürlich gegebenenfalls vorher Auto-Follow auf <a href="http://datadirt.net/tweetlater" class="liexternal">Tweetlater</a> auf “Vet <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/followers/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Followers">Followers</a>” umstellen… denn wer schnell auf den Zug aufspringt, kann ordentlich profitieren, aber in einem Monat funktioniert dieses “Twitter Ponzi Scheme” nicht mehr… die ersten, die’s benutzt habe, nennt man dann später Twittergurus und fragt sich, warum sie so viele <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/followers/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Followers">Followers</a> bekommen haben. Und weil ich zum Thema Follower-Aufbau auf Twitter derzeit mehrere Anfraqen pro Tag bekomme, gibt’s Anfang nächster Woche ein kleines Special zum Thema Re-Follow Services und Co. Und nun zu meinen übrigen Highlights aus den vergangenen sieben Tag:</p>
<div class="toc">
<ol>
<li><a href="http://blog.datenschmutz.net/2009-05/blogistan-panoptikum-kw20-2009/#toc-nicht-nur-tweeten-auch-bloggen" class="liinternal">Nicht nur tweeten, auch bloggen</a></li>
<li><a href="http://blog.datenschmutz.net/2009-05/blogistan-panoptikum-kw20-2009/#toc-what-goes-around-comes-around" class="liinternal">What goes around comes around</a></li>
<li><a href="http://blog.datenschmutz.net/2009-05/blogistan-panoptikum-kw20-2009/#toc-wer-verdient-wie-viel-an-einer-milliarde-verkaufter-iphone-applikationen" class="liinternal">Wer verdient wie viel an einer Milliarde verkaufter iPhone-Applikationen?</a></li>
<li><a href="http://blog.datenschmutz.net/2009-05/blogistan-panoptikum-kw20-2009/#toc-twitter-um-etwa-1935-herum" class="liinternal">Twitter um etwa 1935 herum</a></li>
<li><a href="http://blog.datenschmutz.net/2009-05/blogistan-panoptikum-kw20-2009/#toc-der-personensuchmaschine-herr-werden" class="liinternal">Der Personensuchmaschine Herr werden</a></li>
<li><a href="http://blog.datenschmutz.net/2009-05/blogistan-panoptikum-kw20-2009/#toc-der-push-up-bh-mit-auto-follow" class="liinternal">Der Push-Up BH mit Auto-Follow</a></li>
<li><a href="http://blog.datenschmutz.net/2009-05/blogistan-panoptikum-kw20-2009/#toc-seo-news-der-woche" class="liinternal">SEO-News der Woche</a>
<ol>
<li><a href="http://blog.datenschmutz.net/2009-05/blogistan-panoptikum-kw20-2009/#toc-die-beschreibung-der-description" class="liinternal">Die Beschreibung der Description</a></li>
</ol>
</li>
<li><a href="http://blog.datenschmutz.net/2009-05/blogistan-panoptikum-kw20-2009/#toc-video-der-woche" class="liinternal">Video der Woche</a></li>
</ol>
</div>
<h2 id="toc-nicht-nur-tweeten-auch-bloggen">Nicht nur tweeten, auch bloggen</h2>
<p>Es gibt vermutlich noch mehr gute Gründe, warum man sich keinesfalls ganz auf Twitter stürzen sollte — <a href="http://thefuturebuzz.com/2009/05/10/reasons-you-should-blog-and-not-just-tweet/" class="liexternal">Future Buzz</a> hat 19 besonders stichhaltige zusammengetragen. Denn wer ernsthaft eine längerfristige Netz-Präsenz plant, kommt nun mal an einem eigenen Hub (und nur über den hat man die volle Kontrolle) nicht herum. Tag: Volle Zustimmung!</p>
<blockquote><p>These are all just tools to share content and ideas, no more, no less.  You need a cohesive strategy for all of them to drive conversions in one spot.  A blog is the perfect place for that if you want focused attention and to build an interested community.  What if any one network you don’t control falls out of favor or changes the rules?  At the end of the day, self-hosted blog owners control the vertical and the horizontal, whereas on Twitter or any external network you’re at the whim of someone else.</p></blockquote>
<p>Wann ist ein Desktop sozial?</p>
<p>Keine Panik, ich fange jetzt nicht mit Nachhaltigkeit und CO2-Fußabdrücken an — Anlass für diese Überschrift ist vielmehr eine äußerst lesenswerte Review verschiedener Social Desktop Clients auf <a href="http://guruvan.gurus.net/app-reviews/social-desktop-aggregators-clients" class="liexternal">Guruvan</a> — denn wie überdurchschnittlich gut informierte Nerds längst wissen, sind/waren Twitter-Clients bloß die Spitze des Eisbergs, und die kurze Ära der Widgets scheint vorbei, denn das <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/web-20/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Web 2.0">Web 2.0</a> erobert immer mehr Platz am Desktop: kein Wunder, denn schließlich unterstützen die neuen Client-Generationen nicht nur mehrere Networks, sondern sogar multiple User auf ebendiesen. Besonders avanciert und flexibel wahlweise als Browser– oder lokale Adobe-Air-Applikation nutzbar scheint <a href="http://peoplebrowsr.com/" class="liexternal">PeopleBrowsr</a>:</p>
<blockquote><p>The number of networks I can access is unparalleled. Not only does it have access to all that Sobees does, but Digg, LinkedIn, Myspace, identi.ca, Photobucket, and Plaxo too! And Peoplebrowsr has its own network, that allows you to share groups and view someone’s entire known social graph. You can publicly tag people.  PeopleBrowsr supports multiple user accounts (simultaneously) on several networks, and has search and geo-location features I’ve only just begun to explore. And if this is all too complicated for you get wrap your brain around at first you can use PeopleBrowsr in “Lite” mode, and just have one of the top Twitter clients. The search functionality and groups make PeopleBrowsr Lite even more powerful than Tweetdeck.</p></blockquote>
<h2 id="toc-what-goes-around-comes-around">What goes around comes around</h2>
<p>“Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus,” lautet das deutschsprachige Äquivalent dieses Spruchs, oder in der christlichen Negationsform: “Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.” Simpel eigentlich, aber erzählen Sie das mal einem General, der gerade mit seinen neuen Waffen spielen darf. Ich finde, dass Big Ant International den “Gold Pencil for <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/design/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Design">Design</a>” für ihre aktuelle Anti-Kriegs-Kampagne in der Kategorie “Public Service Poster” gewonnen haben. Auf <a href="http://theinspirationroom.com/daily/2009/what-goes-around-comes-around/" class="liexternal">The Inspiration Room</a> sind alle Sujets online: die Plakate im extremen Breitformat entfalten ihre Botschaft erst, wenn sie um eine runde Säule geschlungen werden und sich die Katze sozusagen in den Schwanz beißt — schauen Sie sich das an! </p>
<h2 id="toc-wer-verdient-wie-viel-an-einer-milliarde-verkaufter-iphone-applikationen">Wer verdient wie viel an einer Milliarde verkaufter iPhone-Applikationen?</h2>
<p>Der Applikationsmarkt für Handys gilt immer noch als Hoffnungsträger einer ganzen Branche — und vor wenigen Tagen gab Apple die Installation der einmilliardsten iPhone Applikation bekannt. Klingt beeindruckend, oder? Aber <a href="http://mashable.com/2009/05/14/apple-iphone-apps-profit/" class="liexternal">Stan Schroeder</a> hat für TechCrunch den Entmystifizierungs-Rechenstift ausgepackt und kommt zu einem vergleichsweise ernüchternden Ergebnis in punkto Gewinn für Apple</p>
<blockquote><p>Anywhere between $20 and $45 million; when you count in LSVP’s approximation that the ratio of free to paid apps, is somewhere between 1:15 and 1:40, and O’Reilly’s estimate that the mean price for paid apps is $2.65. Multiply these numbers and you get revenue of $70-$160 million; Apple’s 30%, which is how much they get from each sold application puts their chunk of the cake at $20–45 million.</p></blockquote>
<p>Der Autor kommt zu den Schluss, dass Apple eben doch immer noch primär eine <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/hardware/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Hardware">Hardware</a>–Company sei, der Applikationsmarkt aber einen wichtiger Treiber für den Absatz der Geräte darstelle. Also wieder mal das alte Spiel der der Umwegrentabilität… irgendwie will die Aufmerksamkeitsökonomie auf breiter Basis nicht so richtig in die Gänge kommen, zumindest wenn man genauer hinschaut…</p>
<h2 id="toc-twitter-um-etwa-1935-herum">Twitter um etwa 1935 herum</h2>
<p>Charlie Grover hat einen Beitrag aus “Modern Mechanix” eingescannt, der im August 1935 erschien. Leider sind alle Rechte am Bild reserviert — ich find’s ja mehr als skurril, dass man sich traut, ein Copyright-Zeichen unter einen Scan aus einer Zeitschrift zu setzen, aber wie auch immer: <a href="http://farm4.static.flickr.com/3547/3526331223_e443e92225_o.jpg" rel="lightbox" class="liexternal">Twitter robot from 1935</a> muss man gesehen haben! [via <a href="http://twitter.com/dudeman718" class="liexternal">@dudeman718</a>]</p>
<h2 id="toc-der-personensuchmaschine-herr-werden">Der Personensuchmaschine Herr werden</h2>
<p>Über <a href="http://www.aim.at/personensuche-duerfen-yasni-123people-co-das-ueberhaupt/" class="liexternal">Aim.at</a> bin ich auf einen interessanten Artikel der ARGEn <a href="http://www2.argedaten.at/session/anonym445200ppxojj557878.E42_INP.html" class="liexternal">Datenschützer</a> gestoßen. Wer sich von 123people, Yassni und Co. aufs reputations-technische Glatteis geführt sieht, findet hier eine Standard-Unterlassungserklärung, die bei weiter Verbreitung das Business-Modell der Personensucher gefährden könnte. Die klingt ungefähr so:</p>
<blockquote><p>Ich habe festgestellt, dass Sie meinen Namen ….. dazu verwenden, auf ihrer Webseite zu meiner Person zutreffende und nicht zutreffende Informationen zusammen zu stellen. Diese Zusammenstellung teilweise richtiger, teilweise fehlerhafter Informationen ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Ich sehe meine Persönlichkeitsrechte und meine Kreditwürdigkeit dadurch beeinträchtigt. Sie werden daher aufgefordert, ab sofort keine derartigen Zusammenstellungen mehr durchzuführen, zu verbreiten, zu veröffentlichen und eine entsprechende Unterlassungserklärung abzugeben.</p></blockquote>
<h2 id="toc-der-push-up-bh-mit-auto-follow">Der Push-Up BH mit Auto-Follow</h2>
<p>Oder besser gesagt Autopilot. Große Dankbarkeit gegenüber <a href="http://gizmodo.com/5256080/bra-boosts-cleavage-when-women-desire-intercourse" class="liexternal">Gizmodo</a>: Wann hat man als Tech– und Marketing-Blogger denn sonst schon Gelegenheit, über Brüste und deren Idealzustand vor dem Geschlechtsverkehr zu schreiben? Ein Traum wird war, glauben die Macher: denn die Frau <strike>zum geilen, hemmungslosen Tier wird</strike> in Stimmung kommt — festzumachen an der Körpertemperatur — dann beginnt der integrierte Memory-Foam seine schmutzige Täuschungsarbeit zu verrichten und täuscht ad hoc Pamela Anderson Dimensionen vor. Nein, ich hab mir das echt nicht ausgedacht:</p>
<blockquote><p>The integrated memory foam bra reshapes under the influence of heat to enhance cleavage, making a woman more desirable when she’d like to be desirable. Or, you know, when she’s just a little sweaty.</p></blockquote>
<p>Tja, damit taugt der BH mit Eigenleben wohl höchstens für Golferinnen… besonders lustig stelle ich mir diese Unterwäsche aber in Situationen vor, in denen sich die Körperwärme nicht direkt aus Geilheit, sondern eher aus anderen Gründen erhöht: irgendwie kommt das ganze Konzept einfach nicht so richtig durchdacht vor.</p>
<h2 id="toc-seo-news-der-woche">SEO-News der Woche</h2>
<p>Sehr sympathisch finde ich die neue gelaunchte Video-Metasuche von Adrian Meyer und Marcel Wengel, und das liegt — ich will hier gar nicht unnötig verkomplizieren — am Namen: der <a href="http://www.vifrog.com/" class="liexternal">ViFrog</a> klappert alle Plattformen abn, bis zum Beta-Launch Ende Mai gibt’s eine Preview auf <a href="http://www.seo-handbuch.de/suchmaschinen-suchmaschinenoptimierung/sei-kein-frosch-neue-video-suchmaschine-vifrog" class="liexternal">SEO-Handbuch.de</a>. Two thumbs up fürs Logo!</p>
<h3 id="toc-die-beschreibung-der-description">Die Beschreibung der Description</h3>
<p>Der <a href="http://seo-evangelist.de/seo-search-engine-optimization/onso-on-site-optimization/moeglichkeiten-und-bedeutung-des-description-tags.htm" class="liexternal">SEO-Evangelist</a> leuchtet alle dunklen Winkel des Description-Tags aus:</p>
<blockquote><p>Als vor Jahren meta-tags unter Insidern noch als Geheimwaffe bei der Suchmaschinenoptimierung galten und dem daraus resultierenden Missbrauch, wurde es plötzlich ruhig um sie, nachdem die Suchmaschinen sie nun auch nicht mehr mit ins <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/ranking/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Ranking">Ranking</a> einbeziehen.<br />
Sicherlich spielen meta-tags heutzutage keine Rolle mehr bei der Platzierung einer Website in den Suchergebnissen, dennoch sind einige von ihnen nachwievor noch ein sinnvoller Bestandteil der OnSO (OnSite Optimization), die auch dabei helfen können mehr Besucher auf eine Internetpräsenz zu bekommen.</p></blockquote>
<p>Guter Punkt — und wer immer schon mal wissen wollte, warum eigentlich noodp in seinem WP-Header steht, sollte das Posting unbedingt lesen <img src='http://blog.datenschmutz.net/wp-content/plugins/smilies-themer/datadirtblue2/frog6.gif' alt="frog6 Blogistan Panoptikum KW20 2009" class='wp-smiley' title="Blogistan Panoptikum KW20 2009" /> </p>
<p>Und sonst? Nix interessantes die Woche… war irgendwie recht ruhig im SEO-Haifischbecken, was wohl nur daran liegen könnte, dass alle üblichen Verdächtigen momentan mit Twitter beschäftigt sind und die Keywords sozusagen nackt und ungeschützt rumliegen!</p>
<h2 id="toc-video-der-woche">Video der Woche</h2>
<p>Shane Dawson hat das Gewicht der Welt auf seine Schultern genommen und getan, was noch keinem vor ihm gelungen ist: der populäre Video-Podcast hat das beste Sexvideo auf <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/youtube/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with youtube">Youtube</a> ever aufgenommen. Ich hab’s gerade von <a href="http://www.linzerschnitte.at" class="liexternal">Linzerschnitte</a> geschickt bekommen und verstehe jetzt endlich, wie die Sache mit den Donuts und den Bananen und den Bienen und den Blumen und dem vorehelichen Fickverbot wirklich funktioniert! Shane’s Aufruf zum Einsenden von Video-Antworten blieb ebenfalls alles andere als unbeantwortet: 252 Youtuber legen für ein weltweites Publikum ihre ersten Quests zur Erlangung des geheimen Wissens über die wahre Funktion von Penis und Vagina offen dar und ersparen zukünftig allen Eltern dieser Welt peinliche Aufklärungsgespräche:</p>
<p><a href="http://blog.datenschmutz.net/2009-05/blogistan-panoptikum-kw20-2009/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Und das war’s auch schon wieder mit dem aktuellen Wochenrückblick — nächste Woche gibt’s die angekündigten Twitter-Tipps, außerdem stehen zwei Interview-Videos von der Identitat09 am Redaktionsplan. Danke für Ihre Whuffies, wir lesen uns am Montag!</p>
<div style="padding:6px;border:2px dotted #ffffff;background-color:#4a748a;"><a href="http://blog.datenschmutz.net/kontakt/panoptikum/" class="liimagelink"><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2008/10/icon-input.png" alt="icon input Blogistan Panoptikum KW20 2009" title="icon-input" width="90" height="90" style="float:left;margin-top:5px;margin-right:15px;" /></a><span style="color:white;">Haben Sie Vorschläge und Themen fürs datenschmutz Wochenpanoptikum?<br />Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten?<br />
<strong>Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick — für jeden Eintrag gibt’s auf Wunsch einen Backlink!</strong> Hier geht’s zum <a href="http://blog.datenschmutz.net/kontakt/panoptikum/" style="color:orange;text-decoration:underline;" class="liinternal">Einreich-Formular</a>.</span></div>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		</item>
		<item>
		<title>Gina ist sexy (und ein Auto)</title>
		<link>http://blog.datenschmutz.net/2008-06/gina-ist-sexy-und-ein-auto/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Jun 2008 09:30:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[BMWs Konzeptstudio Gina sprengt die Grenzen der Autobau-Dogmas.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://blog.datenschmutz.net/wp-content/uploads/2008/06/bmwgina.jpg" alt="bmwgina Gina ist sexy (und ein Auto)" title="bmwgina" width="150" height="95" style="float:left;margin-right:9px;margin-top:3px;margin-bottom:2px;border:1px solid gray;" />Und eine Viral Kampagne. Und das ist überhaupt keine andere Geschichte. Zugegeben, der Titel ist pure Reflexheischerei. Aber Gina hat <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/aufmerksamkeit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Aufmerksamkeit">Aufmerksamkeit</a> verdient: die Concept Car Studio der Boarischen Motorenwerke geht nicht nur im Marketingslang “neue Wege”, sondern verlässt tatsächlich die eingefahrenen Grenzen des herkömmlichen Automobilbaus. “Wozu brauchen wir eine Metallhülle, wenn sich Crash-Sicherheit, Karosserieteifigkeit etc. ohnehin Aufgaben des Gestells sind?” fragten sich die BMW-Ingeneure. Ihre Antwort: ein <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/auto/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Auto">Auto</a>, dessen äußeres aus einem widerstandsfähigen Kunststoff besteht — und zwar aus einer Art Folie.</p>
<p>Das fällt auf den ersten Blick gar nicht auf, erlaubt aber völlig neue Formgebungen und extrem leichte Bauweise. Bis Gina vom Band rollt, dürften wohl noch ein paar Jährchen ins Land ziehen, aber selbst das <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/video/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with video">Video</a> der Konzeptstudio, die im BMW-Museum ausgestellt ist, beeindruckend — präsentiert wurde das Werkl gestern anlässlich der Eröffnung des neuen BMW-Museums <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/muenchen/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with München">München</a>. (Hm, ich muss wohl mal wieder einen Abstecher in die Weißbiermetropole machen.)</p>
<p><a href="http://blog.datenschmutz.net/2008-06/gina-ist-sexy-und-ein-auto/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<p>Aber noch viel interessanter als das Autolein selbst ist Dieters minutiöse Beschreibung der von knallgrau konzipierten und betreuten Viral <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/marketing/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Marketing">Marketing</a> Kampagne — 5 Tage vor der offiziellen Präsentation wurde sorgfältig ein verwaschener Trailer produziert und auf diversen thematisch passenden Blogs geseedet. (Ich nehm an, dass <a href="http://www.facebook.com/profile.php?id=612569712" class="liexternal">Christian</a> auch für kg arbeitet, von ihm hab ich den Link bzw. die Aufforderung, sein Digg-Network zu joinen, bekommen.) Ziemlich erfolgreich, <a href="http://recyle.wordpress.com/2008/06/11/bmw-gina/" class="liexternal">wie</a> <a href="http://www.ibrahimevsan.de/2008/06/10/bmw-gina/" class="liexternal">ein</a> <a href="http://innovateordie.net/bmw-gina/" class="liexternal">schneller</a> <a href="http://www.magerfettstufe.de/index.php/2008/06/11/formaenderndes-auto/" class="liexternal">Rundblick</a> <a href="http://filzo.de/2008/06/11/bmw-stellt-concept-car-aus-neopren-vor/" class="liexternal">in</a> <a href="http://jalopnik.com/395115/bmw-partially-reveals-the-gina-light-visionary-model-concept-in-web-video" class="liexternal">die</a> <a href="http://www.autoblog.com/2008/06/05/video-bmw-gina-light-visionary-concept-teased-ahead-of-june-10t/" class="liexternal">Blogosphäre</a> <a href="http://blog.sevenload.de/2008/06/06/weltpremiere-bmw-zeigt-erstmals-gina-light/" class="liexternal">Netz</a> <a href="http://suburb.macvillage.de/2008/06/11/roadster-concept-bmw-gina/" class="liexternal">eindeutig</a> <a href="http://www.formfreu.de/?p=3432" class="liexternal">zeigt</a>.</p>
<p>Jedenfalls find ich’s faszinierend, wie unglaublich schnell das Format “Da kuck mal, ich hab was Lustiges/Interessantes/Arges gefunden E-Mail” vom Privatvergnügen zum ökonomisch motivierten Viral Marketing avancierte. Wer früher bloß Opinion Leader war, kann seine Kommunikatorenschaft ab sofort ganz easy in bare Münze verwandeln: der Wert besteht dann eben nicht mehr in der Arbeitszeit, sondern im <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/netzwerk/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Netzwerk">Netzwerk</a> — also quasi eine weitere mikro-ökonomische Bestätigung für Georg Franks <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/aufmerksamkeitsoekonomie/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Aufmerksamkeitsökonomie">Aufmerksamkeitsökonomie</a>. Ob die Durchdringung von privater und kommerzieller <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/kommunikation/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kommunikation">Kommunikation</a> mittelfristig den Umgang mit non-non-virtuellen Kontakten verändern wird, sollen dann in 30 Jahren zukünftige Kommunikationshistoriker feststellen <img src='http://blog.datenschmutz.net/wp-content/plugins/smilies-themer/datadirtblue2/elk.gif' alt="elk Gina ist sexy (und ein Auto)" class='wp-smiley' title="Gina ist sexy (und ein Auto)" /> </p>
<p>PS: was es nicht für eigenartige Fetische gibt… “Gina on BMW” heißt das folgende Video, das <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/youtube/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with youtube">Youtube</a> natürlich bei den “Related Movies” anzeigt. Dabei zerstört eine junge Dame in schwarzen Strümpfen mit ihren High-Heels die Motorhaube eines BMWs… leider oder zum Glück ohne Ton. Das könnte mit der neuen Konzeptstudio nicht passieren!</p>
<p><a href="http://blog.datenschmutz.net/2008-06/gina-ist-sexy-und-ein-auto/"><em>Click here to view the embedded video.</em></a></p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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		<title>Naymz: wieviel ist mein Netzwerk wert?</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Feb 2008 14:02:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ritchie Blogfried Pettauer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Naymz valorisiert als erste Social Media Plattform direkt das eigene Kontaktnetzwerk und bietet besonders aktiven Usern die kostenpflichtigen Premium-Features gratis an.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fast täglich sprießen neue Social Networks aus dem Boden, und zahlreiche Experten prognostizieren für die nähere Zukunft eine deutliche Marktkonsolidierung. Dennoch tauchen immer wieder Netzwerk-Ideen auf, die weit über untereinander verlinkte Visitenkarten mit Suchfunktion hinausgehen. Die Betreiber des amerikanischen Business-Netzwerks <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/naymz/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Naymz">Naymz</a> etwa scheinen die aufmerksamkeitsökonomischen Theorien Georg Francks zu ihrem Credo gemacht zu haben.  [<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/oe1/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Ö1">Ö1</a> Netzkulturkolumne, veröffentlicht auf <a href="http://oe1.orf.at/highlights/115351.html" rel="nofollow" class="liexternal">oe1.orf.at</a>]</p>
<p>Als der Wiener TU-Professor im Jahr 2005 seinen Nachfolge-Band zu der von ihm als “Aufmerksamkeitsökonomie” bezeichneten virtuellen Daten-Wirtschaft veröffentlichte, erklärte er, dass erst noch Modelle gefunden werden müssten für die direkte Umrechnung von <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/aufmerksamkeit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Aufmerksamkeit">Aufmerksamkeit</a> in “harte” Währung , also Barvermögen. Dass in einer komplexen und hoch differenzierten <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/mediengesellschaft/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Mediengesellschaft">Mediengesellschaft</a> Ruhm und <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/aufmerksamkeit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Aufmerksamkeit">Aufmerksamkeit</a> per se einen gewaltigen Wert darstellen, wissen interessierte Betrachter nicht erst seit Supermodel– und Pop-Castingshows. Abseits des Starsystems etablierten sich im <a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/internet/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Internet">Internet</a> zwar eine ganze Reihe von Free-Services — die tatsächliche Umrechnung von Mikro–<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/aufmerksamkeit/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Aufmerksamkeit">Aufmerksamkeit</a> in ökonomische Werte ist allerdings nach wie vor ein weitgehend unbeackertes Feld.</p>
<p>Die Plattform <a href="http://www.naymz.com" class="liexternal">Naymz.com</a> mag noch nicht vollständig ausgereift sein, spannend wird die Seite aber durch ihr Businessmodell, das in eine gänzlich andere Richtung als <a href="http://www.facebook.com/pages/datenschmutzblog---medienkulturtechnik/5802674241" class="liexternal">Facebook</a> und Co. zielt. Denn während letztgenanntes Netzwerk und seine Epigonen versuchen, über umfassende und ansprechende Features eine riesige User–<a href="http://blog.datenschmutz.net/tag/community/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Community">Community</a> aufzubauen, die nach freiwilliger Angabe möglichst vieler persönlicher Daten in weiterer Folge zielgenau mit Werbung torpediert werden kann, lockt Naymz potentielle Kunden mit direkter Valorisierung ihrer wertvollen privaten Daten und ihrer Netzwerkkontakte. Wie <a href="https://www.xing.com/profile/Ritchie_Pettauer" class="liexternal">Xing</a> richtet sich die Seite dabei nicht in erster Linie an Privatpersonen, sondern an “Professionals” und Freiberufler auf Auftragssuche.</p>
<p>Zwar existieren für Facebook diverse Rating-Applikationen, die den “populärsten” Freund des eigenen Netzwerks küren sollen oder ähnliche Bewertungs-Systeme implementieren. Und natürlich sind User mit überdurchschnittlich vielen Kontakten bei fast allen Spielen und Applikationen im “Vorteil”, da die meisten Zusatzprogramme Bonusfeatures erst nach dem Versand möglichst vieler Einladungen freischalten. Doch was bei Facebook auf der spielerischen Ebene verbleibt, wird von Naymz in handfeste Währung verwandelt. Das gesamte Netzwerk beruht auf der altbekannten Empfehlungsmechanik: je mehr registrierte User eine bestimmte Person “empfehlen”, desto höher deren Punktestand. Zusätzliches virtuelles “Kapital” lässt sich durch Einladungen und die möglichst vollständige Komplettierung des eigenen Kapitals erwerben. Aus den insgesamt erzielten Punkten errechnet Naymz den sogenannten “RepScore” (Abk. für Reputationswertung), aus dem sich wiederum der RepLevel errechnet, eine Bewertung zwischen eins und zehn. Wer nun — sei es aufgrund vieler Einladungen oder Empfehlungen — Level 10 erreicht, kann Premium-Features der Plattform nutzen, die ansonsten nur zahlenden Pro-Usern vorbehalten bleiben: dazu gehört etwa ein genaues Tracking der Besucher auf der eigenen Profilseite sowie von Naymz geschaltene und bezahlte Google-Anzeige, die bei einer Suche nach dem eigenen Namen oberhalb der Suchergebnisse erscheint — eine einfache Möglichkeit, in Zeiten der Jobsuche für aktuelle Daten und steuerbare Webpräsenz zu sorgen. Ganz gemäß den beiden Credos der Seite: “Establish your good name. Promote your good name.”</p>
<p>Wie sich die in Chicago ansässige Firma in den nächsten Monaten entwickelt und ob das Konzept auf breiter Basis aufgeht, wird zu einem hohen Grad von den angebotenen Zusatzfeatures abhängen. Derzeit sind vergleichsweise wenige europäische User registriert, diese Demographie kann sich aber erfahrungsgemäß  rasch ändern. In punkto geschäftliche Online-Präsenz und Valorisierung von Kontakten bringt Naymz die Konkurrenz durch innovative Ansätze auf jeden Fall gehörig ins Schwitzen.</p>
<hr /><small>Copyright © 2010 Ritchie Pettauer / datenschmutz<br /> Dieser Volltext RSS-Feed wird ausschließlich für die private, nicht-kommerzielle Verwendung im Feedreader bereit gestellt. Über Zitate mit Backlink freue ich mich, eine Wiederveröffentlichung des ungekürzten Volltexts auf Dritt-Webseiten ist allerdings untersagt. Wenn Sie datenschmutz Updates auf Ihrer Homepage einbinden möchten, dann verwenden Sie bitte den <a href="http://feeds.feedburner.com/datenschmutzdigest" class="liexternal">Exzerpt-Feed</a>.<br />
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