Beiträge

Twitter Analytics Guide: Wie Sie das neue Statistik-Dashboard optimal nutzen

Seit einigen Tagen ist Twitters mächtiges Statistik Tool für alle Nutzer des populären Microblogging-Services verfügbar. Werbetreibende haben schon länger Zugriff auf analytics.twitter.com. Doch erst kürzlich begann Twitter, das begehrte Analytics Feature für alle Nutzer auszurollen. Mittlerweile hat jeder Nutzer auch im deutschsprachigen Bereich Zugriff auf die statistischen Auswertungen der eigenen Twitter-Aktivitäten. Im folgenden Guide finden Sie Informationen zu aktuellen Nutzungszahlen sowie eine Anleitung zur Nutzung der neuen Twitter Statistik.

Zahlen und Fakten: Wie populär ist Twitter im D-A-CH Raum?

Im kommerziellen Bereich stößt Twitter häufig auf Sketpsis und kommt im D-A-CH Raum in der Regel dann zum Einsatz, wenn mindestens ein Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung selbst begeisterter Microblogger ist. Während Privatnutzer die unkomplizierte Plauderei meist als essentielle Bereicherung ihres Alltags erleben (ja, ich wundere mich auch), bleibt für Unternehmen stets die Frage im Raum: Lohnt sich der Aufwand für die paar Leudde? Gerade mal 121.000 österreichische Twitter-Accounts, von denen bloß die Hälfte die Plattform aktiv nutzen, entsprechen in etwa der Reichweite eines oder zweier erfolgreicher lokaler Printmediums. Respektive 1,5 Prozent der Alpenrepublikaner.

In Deutschland schwanken die Zahlen je nach Studie. Anfang 2014 sprach Statista von 10 Millionen Usern, allerdings entstand diese Zahl im Rahmen einer repräsentativen Umfrage. Konservativere Quellen gehen von zwischen 1.5 und 2 Millionen aktiven Nutzern am Tag aus, das entspricht unter 3 Prozent der Gesamtbevölkerung. In der Schweiz twittert wohl eine halbe Million, immerhin stolze 6 Prozent der Gesamtbevölkerung, dennoch deutlich im einstelligen Bereich.

Gesamtbevölkerung
Twitter-Nutzer in Österreich: 1,5 Prozent
Twitter-Nutzer in Deutschland: 3 Prozent
Twitter-Nutzer in der Schweiz: 6 Prozent

Solch magere Zahlen können mit der scheinbaren Totaldurchdringung Facebooks keinesfalls mehr mithalten. Zuckerbergs Netzwerk scheint mittlerweile Basis, Spitze und Mittelteil der Social Media Pyramide zu sein, also muss die strategische Entscheidung für Unternehmen wohl völlig klar sein. Oder? Die einzig mögliche Antwort lautet: man weiß es nicht. Lässt man das ganze Geschwafel von den tollen Opinion-Leadern, die angeblich lieber 140-Zeichen-Kurznachrichten als Foto-Status-Updates mögen, bleibt immer noch das Problem der enorm gesunkenen Facebook Reichweite.

Twitter Analytics: Unerwartet nützliche Statistiken für Unternehmen

Ich beziehe mich hier, das muss an dieser Stelle klar gesagt werden und gilt auch für den Rest dieses Beitrags, ausschließlich auf die Situation von Unternehmen. Die bekommen von Facebook schon länger detaillierte Nutzungszahlen zu ihren Pages, auf Twitter tappte man bislang im Dunkeln oder musste sich auf mehr oder weniger zuverlässige externe Werkzeuge verlassen. Die neuen Statistiken helfen allen professionellen Twitter-Nutzern effektiv bei der Beantwortung folgender essentieller Fragen:

  • Benchmarking: Wie viele Kontakte generiere ich auf Twitter im Vergleich zu meiner Facebook Seite?
  • Posting-Zeitpunkt: Zu welcher Uhrzeit werden die eigenen Tweets am aufmerksamsten gelesen?
  • Redaktionsplanung: Welche Themen kommen bei meinen Followern am besten an?

 

Twitter Statistiken

Twitter zeigt jetzt allen Nutzern detaillierte Statistiken.


Was kann Twitters Statistik-Dashboard?

Das Twitter Analytics Dashboard zeigt sowohl Zahlen zu einzelnen Tweets als auch Durchschnittswerte zu den vergangenen 28 Tagen an. Zweitere lassen sich erfreulicherweise komplett als CSV exportieren, um so offline weitere Auswertungen vornehmen zu können. Das dürfte in vielen Fällen aber gar nicht notwendig sein, denn das Dashboard stellt Informationen zur Follower-Entwicklung sowie zu den Interessen, Locations und zum Geschlecht der eigenen Leser recht übersichtlich dar.

Besonders nützlich für die Optimierung der eigenen Tweet-Strategie finde ich die Detaildaten zu Einzelmeldungen. Erstens kommt es oft anders, als man denkt: einer meiner Interkations-stärksten Tweets der letzten Wochen befasste sich mit… lecker Erdbeertörtchen. Ich hab einen Sekundenbruchteil lang sogar überlegt, ob ich meine Online Marketing Karriere zugunsten der Zuckerbäckerei aufgeben soll *g*

Zweitens liefert die Kombination aus Gesamtperformance und Mikro-Perspektive spannendere und leichter verwertbare Einblicke als alle Drittanbieter-Auswertungstools, die ich bisher benutzt habe (Hootsuite, SumAll, Buffer).

Welche Daten und Fakten rückt Twitter nun raus?

Twitter teilt das Statistik-Portal in drei Bereiche auf. Der Startbildschirm von analytics.twitter.com präsentiert Statistiken zu den eigenen Kurznachrichten. Der Menüpunkt „Follower“ präsentiert Zahlen und demographische Daten zu den eigenen Followern, “Twitter Cards” zeigt Auswertungen zu Twitters Metadatenformat.

Alles über Tweets – gesamt und pro Nachricht

Nach dem Einloggen bzw. dem Aufrufen von analytics.twitter.com gelangt man erstmal zu einer Übersichtsseite, welche die Tweet-Impressions der letzten 28 Tage übersichtlich zusammenfasst. Wenn man so ignorant und sporadisch twittert wie ich, ergibt das natürlich ganz ordentliche Ups and Downs.

Twitter Analytics

Übersicht über die Tweets der letzten Monate

Die Übersichtsliste mit den einzelnen Tweets folgt darunter, aufgeteilt in Tweets, Tweets und Antworten sowie Werbenachrichten. Hier zeigt Twitter folgende Daten an:

  • Impressionen: Wie viele Nutzer haben die jeweilige Nachricht auf Twitter gesehen?
  • Interaktionen: Wie oft haben Nutzer auf die Nachricht reagiert? Hier zählt Twitter Replies, Favs, Retweets – aber, ACHTUNG – auch Follows und Clicks innerhalb der Nachricht, etwa auf Links oder auch #Hashtags.
  • Interaktionsrate: berechnet nach der bewährten Formel (Interaktionen/Impressionen)*100 und in Prozent angegeben. Sozusagen die Twitter Conversion-Rate.*

* Anmerkung für Stochastiker: ob die Interaktionsrate hier über 100% liegen kann, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Theoretisch könnten ja 100 Nutzer eine Nachricht sehen. Wenn jeder einzelne Retweeted und 10 davon zusätzlich von faven, läge die IR nämlich bei 110%. Und wenn das passiert, endet das Internet, wie wir es kennen. Aber zum Glück gibt’s ja genug ignorante Bots *g*)

Der Klick auf eine einzelne Nachricht führt zur Detailanzeige im Pop-Up Fenster. Hier listet Twitter für jede einzelne Nachricht die folgenden Parameter auf.

Twitter Analytics

Detailansicht: Tweet-Statistik

  • Impressionen
  • Detailerweiterungen (wie oft hat Nutzer auf “mehr Details” geklickt)
  • Antworten
  • Retweets
  • Favoriten

All diese Daten lassen sich via CSV-Export in eigenen Tools weiterbearbeiten. Wie man die einzelnen Metriken bewertet und gewichtet, hängt natürlich von der jeweiligen Strategie und den Business-Zielen ab. Die Interaktionsrate bietet einen guten Anhaltspunkt, weit mehr Detail-Einsichten erhält man durch die Einteilung der Nutzer-Aktionen in “Direct Engagement” (Nutzer interagiert direkt mit dem eigenen Account) und “Indirect Engagement” (Favs, Klicks auf “mehr sehen” etc.).

28 Days later

Auf der rechten Seite der Nachrichtenliste blendet das Dashboard diverse Vergleichs-Charts ein. Hier sieht man auf einen Blick, ob Interaktionsrate, Link-Klicks, Retweets, Favoriten und Antworten im Vergleich zu den vorigen 28 Tagen gestiegen oder gefallen sind. Zu einzelnen Tweets gibt’s derzeit noch keine grafische Auswertung, einen frei einstellbaren Vergleichszeitraum hat Twitter ebenfalls nicht vorgesehen.

Was erfährt man über die eigenen Follower?

Der zweite Hauptmenüpunkt widmet sich der eigenen Followerschar. Detaildaten (hallo Datenschutz) findet man hier keine, stattdessen ein bis zu zwei Jahre zurückreichende Darstellung der eigenen Follower-Entwicklung sowie ein paar demographische Auswertung.

Twitter Statistik

Twitter Analytics: Das Follower-Dashboard

  • Interessen: Twitter kategorisiert seine Nutzer nach selbigen und zeigt die 5 am stärksten vertretenen Themen an sowie darunter eine Gesamtliste der “Top-Interessen”. Dass mit 49% und 48% “Technologie” und “Technische Neuheiten” an erster Stelle stehen, zeigt übrigens recht deutlich, wie wenig Twitter-Themenhoheit mit dem echten Leben zu tun hat und dass die Seite nach wie vor weit mehr Männlein als Weiblein und Sonstige twittern.
  • Standort: Hier zeigt Twitter die Länderaufteilung der eigenen Follower als quadratische Grafik mit korrespondierenden Segment-Größen. (Wenn jemand den Fachausdruck für solche Grafiken kennt, bitte aufzeigen und kommentieren.)
  • Geschlecht: zur Abwechslung mal ganz klassische männlich/weiblich.
  • Ihre Follower folgen auch: Die 10 Twitter-Accounts, denen die meisten Ihrer Follower ebenfalls folgen mit Prozentwerten.

Exportfunktion hat Twitter hier keine vorgesehen und fürs detaillierte Reporting hält sich der Nutzen dieser Daten in eher engen Grenzen. Man könnte allenfalls auswerten, ob und wie sich die Interessen über den Verlauf der Zeit ändern, um diese Erkenntnisse für die eigene Redaktionsplanung zu nutzen.

Twitter Cards – lohnt sich die Verwendung?

Der dritte Abschnitt der Twitter Statistik bezieht sich auf ein relativ neues Feature. Wohl inspiriert von Facebooks Open Graph führte Twitter ein eigenes Set von Metatags ein. Deren Inhalte befüllen die sogenannten “Twitter Cards”, mit denen man kurze Textpassagen, Fotos oder auch Videos an Kurzmeldungen anhängen kann. Twitter sieht verschiedene Typen von “Karten” vor. Damit diese auch angezeigt werden, muss der jeweilige Webmaster die passenden Tags hinzufügen und die Domain zusäztlich mit dem offiziellen Validator-Tool freischalten.

Twitter Cards Analytics

Die Twitter Cards Statistik

Interessierte finden im offiziellen Guide nähere Informationen. Hier auf datenschmutz nutze ich noch seit einer Weile das grandiose Easy Social Share Buttons Plugin für WordPress, das unter anderem auch besagte Metatags einfügt. Twitter verspricht höhere Klickraten, und in der Tag zeigen die Statistiken, dass mit grafischen Inhalten “angereicherte” Tweets deutlich höhere Klickraten erzielen. Im Detail verrät das Analyse-Werkzeug hier folgende Daten:

  • Schnappschuss: grafische Darstellung der Zusatzclicks durch Twitter-Cards.
  • Änderung im Zeitverlauf: zusätzliche Impressions und Clicks durch Twitter Cards.
  • Card-Typen: Twitter bietet verschiedene Typen (Photo Card, Gallery Card, Player Card etc.) an. Diese Auswertung zeigt, welche am besten bei den eigenen Followern ankommen.
  • Links: Welche Twitter Card Links erzielten die meisten Clicks?
  • Einflussnehmer: Die fünf Accounts, die am häufigsten Links zu eigenen Inhalten tweeten.
  • Tweets: Die fünf Twitter-Card Kurznachrichten mit den meisten Clicks.
  • Quellen: Apps, Webseiten und Widgets, mit denen am häufigsten getweetet wurde.

Dass Twitter das hauseigene Card-Format pushen will, liegt auf der Hand. Die meisten Nutzer dürften sich allerdings weit mehr für die “Primärnutzungsdaten” ihrer Kurznachrichten interessieren. Nur Wer jedoch bereits Twitter-Cards einsetzt, bekommt hier Daten zu Gesicht und sieht immerhin auf einen Blick, welche Zusatzinhalte die meisten Interaktionen erzeugten.

Fazit: Regelmäßige Besuche im Twitter Analytics Dashboard zahlen sich aus!

Die einzigen, die sich nicht über die neuen Tweet-Statistiken freuen dürften, sind spezialisierte Drittanbieter Tools. Für alle Nutzer, die nicht aus Spaß an der Freude twittern, sondern den Microblogging-Dienst als Teil ihrer Online-Marketing-Strategie nutzen, liefert die hauseigene Statistik wertvolle Einblicke und eine solide Entscheidungsgrundlage für den zukünftigen Umgang mit dem blauen Zwitscher-Vögelchen.

Ich vermute stark, dass Twitter im Lauf der nächsten Monate noch einige Funktionen nachliefern wird. An erster Stelle meiner persönlichen Wunschliste stehen frei wählbare Vergleichszeiträume und detailliertere Followerdaten.
Wer regelmäßig Reportings abliefert, bekommt aber schon jetzt ein intuitiv bedienbares, exzellentes Werkzeug inklusive der sonst so oft vermissten Export-Funktion. Damit tut sich Twitter nicht zuletzt selbst einen veritablen Gefallen, denn Hard Facts machen Twitter von einem mysteriösen Hoffnungsträger zum kalkulierbaren Bestandteil der eigenen Online Marketing Strategie.
Haben Sie das neue Twitter Analytics Dashboard schon ausprobiert? Finden Sie die Statistiken nützlich und verwenden Sie sie in Ihren Reportings? Erzählen Sie mir von Ihren Erfahrungen!

 

Was sagen Sie zum neuen Twitter Statistik Dashboard?

SumAll.com: Statistikwerkzeug für Social Media, Webtraffic und Sales

An Auswertungs-Werkzeugen ist die Social Media Welt nicht gerade arm. “Aber die können alle wieder geh’n, denn ich grad SumAll.com geseh’n,” ist man nach den ersten Blicken aufs Dashboard des Superstars unter den Statistiktools geneigt zu rappen. Der Mitte vorigen Jahres gestartete Service behauptet von sich, erstmals Social Media Metriken und Webtraffic-Auswertungen mit Shopping- und Bezahldaten dergestalt zu visualisieren, dass sich daraus unmittelbar Erfolge und Misserfolge von Marketingmaßnahmen ablesen lassen.

It’s all about having access to all your data side by side so social marketers can see the clear links between fans and followers, your website traffic and sales data: The new Social Metrics tool lets SumAll users see if their social traffic converts to new users and new revenue by tracking data interactions, which they can then use to make actionable insights and more profitable decisions. ~Dane Atkinson, SumAll CEO~ [via TC]

SumAll zeigt also auf einen Blick Zusammenhänge zwischen in der Regel getrennten Datenbeständen, erlaubt damit die Beantwortungs durchwegs untrivialer Marketing-Fragestellungen á la “Wirken sich unsere Google+ Aktivitäten auf Verkäufe im Online-Shop aus?” und qualifiziert sich als benutzerfreundliche “Alles-auf-einen-Blick-Lösung”.

SumAll Auswertung

Einsatzmöglichkeiten für SumAll.com

ROI-Tracking: Die Zahlen über Facebook-Engagement, Twitter-Followers, Webseite-Besucher, Kundenzahlungen und Bestellungen im Online Shop sind in der Regel bereits alle im Unternehmen vorhanden, aber eben leider verstreut über zahlreiche Tabellen und in unterschiedlichen Formaten. Durch die beeindruckend intuitive Darstellung dieser verschiedenen Dimensionen in einem übersichtlichen Chart gibt SumAll dem lernwilligen Marketer hervorragendes Datenmaterial in Sachen Social Media ROI in die Hand.

Fanbase-Monitoring: Man muss kein Online-Verkäufer sein, um von den via SumAll gewonnen Einsichten zu profitieren: profesionelle Kommunikatoren, Blogger und ambitionierte Webmaster nützen die Statistiken, um die eigenen Aktivitäten laufend zu optimieren, geeigente Posting-Zeitpunkte zu recherchieren und die Verbreitung der eigenen Inhalte im Web und im Social Web zu tracken.

Executive Summaries: Anstatt Zahlen und Statistiken mühsam aus Analytics, dem Facebook-Page Manager und Paypal-Transaktionen zusammenzuklauben, reichen bei SumAll wenige Klicks, um die wichtigsten Trends und Entwicklungen der letzten Tage oder Wochen übersichtlich darzustellen. Zur Weiterverarbeitung in hauseigenen System lassen sich die generierten Charts und Datensätze auch bequem herunterladen.

Nach der Registrierung und Konfiguration des eigenen Accounts können zu jedem einzelnen verlinken Service “Goals” angelegt werden – im Fall von Twitter etwa “300 neue Followers im kommenden Monat”. Die Zahl der unterstützten Services ist beeindruckend. SumAll unterstützt alle großen Social Media Player von Facebook über Twitter bis Google+ und Instagram, versteht sich unter anderem auf die Auswertung von WordPress-Installationen, kann mit Mailchimp, Google Analytics und Bing Daten umgehen und kombiniert diese mit Zahlungsinformationen aus Amazon Payments, Paypal Plus, eBay:

SumAll Accounts

Den eigenen SumAll Account einrichten

Die Registrierung ist flink erledigt, Kreditkartendaten werden keine abgefragt. Das Dashboard zeigt anfangs natürlich noch keine Daten, im ersten Schritt müssen die eigenen Konten mit SumAll verbunden werden. Der Datenimport dauert ein Weilchen, bei mir waren nach knapp 90 Minuten alle Twitter-Followers, Facebook-Fans und Co. verfügbar.

Bevor man beginnt, die Daten zu analysieren, zahlt sich ein kurzer Ausflug in die hervorragend gemacht How-to Section aus: dort erklären eine jeweils 90sekündige Willkommenstour und ein Video zum Chart die Grundlagen des Systems. Wer tiefer eintauchen will, findet am SumAll Blog jede Menge Tipps und Best Practices.

Derzeit befindet sich SumAll in der Betaphase und solange selbige andauert, bleibt die Nutzung gratis. Da sich SumAll.com in erster Linie auf kleine und mittlere Unternehmen konzentriere will, dürften sich die monatlichen Gebühren auch nach Ende der Betaphase in Grenzen halten, außerdem haben die Betreiber angekündigt, dass ein “Basic-Account” auch nach Lancierung der bezahlten Version gratis verfügbar bleiben wird.

Barcamp Klagenfurt 2010: 50 Beweisfotos und ein Konzertmitschnitt

Herzlichen Dank dem Organisationsteam des Barcamp Klagenfurt 2010: wie schon in den Vorjahren zwei tolle Tage mit hervorragenden (und mittlerweile wohl durchaus obligatorischen!) Kärntner Kasnudeln und spannenden Sessions. Meine persönlichen Highlights waren Olaf Nitz’ Präsentation über Social Media und Social Search sowie Gerald Bäcks Session zum Thema “Reichweitenmessung auf Twitter”. Hier endlich mit ein wenig (upload-technisch bedingter) Verspätung meine Fotos vom #bcklu und ein äußerst musikalisches Podcast-Special – ‘njoy!


Weiterlesen

Review: Kundenkontakte im Überblick mit ACT!11

Blog Marketing Dies ist ein durch hallimash vermittelter, honorierter Eintrag

Die Rezension der bekannten Kunden-Management-Software ACT!, aktuell in der Version 11 verfügbar, erregte auf Anhieb mein Interesse: denn eines der Web 2.0 Gebote lautet bekanntlich “Du sollst Online-Services verwenden und Daten ins Web auslagern.” ACT!11 dagegen ist ein klassischer Desktop-Client, der sich auf die Fahnen schreibt, das an sich nicht gerade unkomplizierte Thema CRM (=Customer Relation Management) möglichst einfach zu präsentieren, ohne auf die gängigen Werkzeuge leistungsfähiger CRM-Lösungen zu verzichten. ACT!11 kümmert sich um die klassischen vier CRM-Bereiche Kundenmanagement, Adressverwaltung, Projekt- und Korrespondenzverwaltung. Wer selbst überprüfen möchte, ob die vom PC Magazin mit “sehr gut” bewertete Lösung von Sage für ihm Arbeit und Overhead abnimmt, kann das Programm derzeit auf www.act-testen.de in vollem Umfang zwei Wochen lang ausprobieren. Weiterlesen

Blogistan Panoptikum KW42 2008

Collaborate!Dieser Rückblick beginnt mit einer Durchsage in eigener Sache: datenschmutz entwickelt sich äußerst zufriedenstellend, und der wöchentliche Rundblick hat immer mehr Leser, von denen die meisten online selbst äußerst aktiv sind. Daher bitte ich zukünftig um Mitarbeit, denn: Ab sofort kann jeder Leser News für das Blogistan Panoptikum einreichen. Ich habe dazu ein eigenes Kontaktformular eingerichtet, das Ganze funktioniert auf Wunsch anonym oder mit Namen. Erforderlich sind lediglich eine URL zur Originalnachricht bzw. -seite sowie einige Zeilen Text. Wer möchte, hinterlässt Name, E-Mail Adresse für Rückfragen und optional eine URL – die wird dann, falls ich die betreffende News auswähle, natürlich im Wochenrückblick verlinkt. Ob es sich um eigene Projekte oder interessante Neuigkeiten von “anderswo” handelt, spielt keine Rolle. Die Auswahlkriterien sind völlig subjektiv: wenn ich die Nachricht interessant finde, präsentiere ich sie an dieser Stelle zukünftig meinen Lesern. Ab sofort finden Sie dazu am Ende des Wochenrückblicks einen Link zur Einreichung – über rege Beteiligung freue ich mich natürlich.

Twitter neu entdecken

Manchmal ist man sofort Feuer und Flamme, manchmal dauert das Warmwerden etwas länger – dafür gestaltet sich die Beziehung dann in der Regel um so intensiver. So in etwa erging es Jeremy mit Twitter – der Erfahrungsbericht erinnert mich an meine ersten Zweifel, ob das Echtzeit-Microblogging Service denn für irgendwas zu gebrauchen sei. Von den 15k Followers, die User shoemoney bis Ende des Jahres haben will, bin ich zwar noch weit entfernt: aber ich kenne kein anderes Online-Service, bei dem Spaß und Ernst so nahtlos ineinander fließen.

Der Drucker-Geheimcode

Max hat das aktuelle EFF (Electronic Frontier Foundation) Video gepostet, indem Seth Schoen und Danny O’Brien den “geheimein Laserdrucker Code” erklärten. Unglaublich, aber wahr: alle modernen Farb-Laser drucken ein fast unsichtbares gelbes Muster auf *jede* Seite, anhand dessen sich der Hersteller bzw. Druckertyp identifizieren lässt. Kein urbaner Mythos, sondern harte Realität: Max hat das Ergebnis des “Nachweisexperiments” gleich mit veröffentlicht.

YouTube Preview Image

SEO-News der Woche

Es geht bekanntlich nix über Vertipper, denn warum sollte man Fehler des Nutzers nicht gleich in Conversions umwandeln? Denkt sich zumindest AOL… aber was nützt der schönste Collateral Traffic, wenn der resultierende CPC nicht stimmt? SumaTopfmodel sucht AdSense Alternativen und hat dazu ein Vergleichsexperiment gestartet. Und wenn das Geld dann mal in Strömen reinfließt, wird’s Zeit für den Reality Check mit dem Finanzamt: SEO-Handbuch hat diesbezüglich einige Tipps aus der Abteilung “frühzeitige Steuerstrafenvermeidung” parat.

Teurer Marktvergleich: nix is’ mehr mit Sistrix’ gratis Toolbox, ab sofort wird für die Benutzung jedes einzelnen Moduls ein Hunderter pro Monat fällig, das ergibt saftige 5k pro Jahr – da lob ich mir doch die neue SEOMoz Tarife, wenngleich Sistrix’ Setup für .de Webmaster-Zwecke vermutlich besser gerüstet ist. :mrgreen:

Wie ich in den Kommentaren zu den Postings bereits angedeutet habe, kann der Zugriff auf diese Module nicht kostenlos sein: über 100 GB RAM, mehrere Terabyte performante Festplattenkapazität, sehr viel Bandbreite und eine ganze Kiste CPUs gibt es leider nicht geschenkt und auch der Betrieb des Systems frisst regelmäßig eine Menge Geld. Jedes dieser Module kostet monatlich 100 Euro netto und die Zusammenstellung der Module kann beliebig miteinander kombiniert werden. Da ich von dem Nutzen der Tools und Daten überzeugt bin, gibt es den Komplettzugriff auf alle vier Module bis Ende dieses Jahres zum Einführungspreis von 400 Euro netto.

AdSense Daten endlich in Analytics: Jojo berichtet, dass Google Analytics nun doch für alle User AdSense in Analytics integriert – speziell die Auswertung von Profit pro Referrer dürfte für viel Gesprächsstoff sorgen. Die neuen Funktionen sollen nach und nach für alle User zugänglich gemacht werden, die das offizielle Analytics Blog berichtet. Ob Google die hausinterne Volkswirtschaft ankurbeln will oder einfach nur Angst hat, dass noch mehr User vor Analytics davon laufen? Vermutlich spielen beiden Faktoren eine Rolle dafür, dass man sich doch noch dazu durchgerungen hat, Webmistressen die Optimierung zu erleichtern.

Große asymmetrische Worte: Asymetrisches Community Management stellt Eikyo vor. Klingt irgendwie hochgestochen, ist aber beängstigend simpel. File unter “Willkommen im Web 2.0″ oder auch “nona”:

Das Community Management findet dort statt wo die Zielgruppe und die User zu finden sind, ob dies XING, Twitter, MySpace oder Youtube ist.

Neues aus dem Land der Videocommunities

Vimeo wäre endlich einer kostenpflichtigen Plus-Fassung verfügbar, die das 500MB pro Woche Limit auf 2 Gigs aufbohrt, für Vorzugsbehandlung in der Transcoding-Queue sorgt und mehrere Channels pro User erlaubt. Außerdem sinn 1.000 embedded HD-Plays inkludiert, weitere können dazu gekauft werden. Der Preis ist mit 59,95$ pro Jahr scharf kalkuliert – ich hatte bereits meine Paypal-Adresse gezückt, aber:

For now, we only accept orders from US residents only – International support coming soon!

Mal sehen, was mit “soon” gemeint sein könnte… in der Zwischenzeit hab ich mir auch mal Viddler angesehen: sehr nett für amerikanische Videos, aber wie die das hinkriegen, dass man in den Beschreibungsboxen keine Umlaute eingeben kann (Firefox 3, Standardeinstellungen – ich hab nicht versucht, mit der Codepage rumzuspielen), ist mir ein Rätsel.

Video der Woche: Howard Rheingold über Netflics

Howard Rheingold, eine der großen Integrationsfiguren der amerikanischen Internet-Szene, wirkt nicht nur in jedem seiner Vorträge unglaublich sympathisch, sondern hat auch ein Talent dafür, komplexe Zusammenhänge sehr verständlich zu erklären. Sein aktuelles Kurzfilm “Vernacula Video in Culture an Education” – wie verändern Netflics unsere Bewegtbildkultur? – gefällt mir ausgesprochen gut:

Das war’s auch schon wieder für diese Woche: Ich wünsche einen erbaulichen Restsonntag. Und niemals vergessen: “Wer ander’n eine Grube gräbt, hat viel Arbeit, auch wenn er eine Schaufel hat.” Wir lesen uns am Montag!

blogistan inputHaben Sie Vorschläge und Themen fürs Panoptikum? Gibt es aktuelle Infos aus der weiten Welt des Web, die datenschmutz-Leser erfahren sollten? Schicken Sie Ihre eigenen News ein für den kommenden Wochenrückblick – hier geht’s zum Einreich-Formular.

Blogistan Panoptikum KW28 2008

archieIm Social Web ist der Kunde König, soviel steht fest. Ob das auch die 10 coolsten Schweizer Blogs wissen, die kürzlich von Anthrazit gekürt wurden? [via Blogging Tom] Roman ist übrigens nicht mit dabei – er stieg vor einiger Zeit von WP auf ein Wiki um – größer Nachteil: es gibt keinen RSS-Feed! So, und damit wäre der Einstieg in den Wochenrückblick ganz ohne Erwähnung des neuen iPhones über die Bühne gegangen – fast. Die neue Twitterific-Version soll nämlich ziemlich rocken – und in den letzten Tagen machte der Wal weniger Troubles als Werbeagenturen in Neuwahlzeiten.

Immer wieder neue E-Mail Scams

Guten Tag,
leider konnten wir ihren Paket gesendet am 01. Juli nicht zustellen, da die Adresse des Empfangers nicht existiert. Drucken Sie bitte den Lieferschein im Anhang dieser Mail aus, und holen Sie ihr Paket bei uns ab. Mit freundlichen Grussen,
Ihre UPS

Nur blöd, dass die angehängte ZIP-Datei Malware enthält… immerhin gibt sich der Absender mit der E-Mailadresse whuepl@boutevillain.com klar und deutlich zu erkennen…

SEO-Wochenrundblick

Adbutler bietet eine neues Werbeformat: via Javascript werden sm-unlesbare Fake-Artikel generiert, die Abrechnung erfolgt nach Leads respektive Clicks. Darauf hat die Welt gewartet! Ferrari wird mit den Bestellungen der vielen deutschen Blogger gar nicht nachkommen… Bei Sistrix läuft indessen die Diskussion übers neue Yigg munter weiter – ich kann egghats Kommentar nur zustimmen: Social News kommen in .de nicht so richtig in die Gänge.

Über eine nachhaltigere Änderung in Google Policy berichtet der Bloggonaut: zukünftig sollen User ihre personalisierten Suchergebnisse verändern und editieren dürfen:

This feature allows you [to] influence your search experience by adding, moving, and removing search results. When you search for the same keywords again while you are logged in to your Google account, you’ll continue to see those changes.

Nicht weiter spannend, solange die Änderungen nur das eigene Konto betreffen: aber zur Datenzusammenführung ist es nur ein winziger Schritt, und längere Sicht könnte sich Google so seine händischen SERPs-Putzkolonnen sparen. Rosinski schreibt über die aktuelle SUMAXX-Auswertung: dass Mister Wong bei den deutschsprachigen Social Bookmarking Portalen ganz vorne liegt, überrascht erstens nicht und beweist zweitens einmal mehr den alten Spruch: “SEOs sind die aktivsten User.”

Die großartigsten Lacher der Woche hat mir Whiteside verschafft, vielen Dank dafür: ich hab vorher noch nie in der “Webseiten und -projekte” Kategorie von eBay gestöbert; das da so auf Käufer wartet, geht wirklich auf keine Moorhuhnhaut: köstlich, aber sehr zeitfressend, wenn man sich erstmal in den Patenschriften- und Adressdatenbankhandel eingelesen hat. Zitat aus einer Produktbeschreibung:

Ersteigern Sie ein sehr neues und zukunftsorientiertes Webprojekt im typischen Web2.0-Outfit und vielen Ajax-Elementen. […] Mit xy.de werden Sie Einnahmen generieren, in dem Sie Werbeplätze verkaufen und/oder Einnahmen z.B. Google Adsense oder eBay RelevanceAds erwirtschaften. Alles themenorientierte Werbung! Das Projekt ist noch nicht allzu lange online, hat aber bereits jetzt einen Pagerank und es steckt noch sehr viel mehr Potential hier drin. […] Das Projekt wurde bereits bei den gängigen Suchmaschinen von Hand angemeldet. Auch ein Eintrag in diverse Social Bookmarking Services wie z.B. minota.de und Mister Wong ist bereits getan. Aber je mehr desto besser.

Mit 100 Eulen ist man dabei, und das beste: “Verpackung Verstand entfallen”! Sehr sehr geil finde ich auch folgendes Businessmodell: man kauft einen Online-Shop samt 19 eBooks mit Wiederverkaufsrecht – in den eBooks geht’s darum, wie man eBooks schreibt und Online-Shops samt eBooks mit Wiederverkaufsrechten verkauft, in denen eBooks verkauft werden, die erklären… sozusagen ein perpetuum immobile.

Kaltes, klares Wasser?

Das folgende Video kommt von Unruly und ich poste es nicht aus monetären Motiven (die Kampagne richtet sich nur an Großbritannier, und mit denen kann ich hier auf ds leider wirklich nicht aufwarten, aber der Clip ist einfach saucool: zur Promotion der neuen Reality-Serie “The Ax Men” über nordwestamerikanische Holzfäller vergleicht der Spot Fax Men (also Büroarbeiter) mit den Axtmännern: sehr gut gemacht!

Ich wünsche allen LeserInnen sauberes Wasser (von dem in Wien momentan ausreichend vom Himmel fällt) und einen schönen Restsonntag. Und natürlich Special Thanx an Phreak 2.0 und Archie fürs Titelbild!

Grenzpfostens PR-Umfrage: die Ergebnisse

bloggerumfrageIm Mai habe ich auf eine Umfrage des Herrn Grenzpfosten zum Thema Blogger und PR-Heinis bzw. PR-Heinis vs. Blogger hingewiesen. Von Tanja-Anjas wusste ich damals noch gar nix… trotzdem oder gerade deswegen stehen mittlerweile die Ergebnisse fest. Befragt hat Florian 66 Weblog-AutorInnen – die Ergebnisse der Studie beanspruchen nicht, repräsentativ zu sein, lassen aber dennoch einige interessante Trends erkennen. Kurz gesagt: drei Viertel der Befragten TeilnehmerInnen möchten gerne mit Info-Material versorgt werden, und zwar regelmäßig – demgegenüber haben bloß 17% ganz und gar keinen Appetit auf “Marktkommunikation”, Pressetexte und hässliche Werbesonnenbrillen*.

Um das Gefühl der eigenen Wichtigkeit zusätzlich zu steigern, verlangt der Durchschnittsblogger von der Anja-Tanja in der PR-Agentur auch noch, dass sie den ganzen Schrott, den er so schreibt, vorher auch noch liest… und ihm dann passen kommt. Also etwa so:

Sehr geehrter Herr Pettauer,

hier ist Anja-Tanja von der Agentur WorsePR. Wir kennen uns von Xing über drei Ecken, außerdem habe ich beim gugeln nach Pagerank zufällig Ihre Webseite gefunden, der ich entnehme, dass Sie ein großer Fan von Chicago Deephouse Tribal Elektro sind – genau wie ich. Außerdem finde ich es toll, das Sie sich so für das Social Web interessieren und wollte daher fragen, ob ich Ihnen ein Testexemplar unseres Gesundheitsstuhls für Blogger schicken darf?

Hinweise, ob sie kontaktiert werden wollen oder nicht, hinterlassen Blogger in der Regel nicht… ist ja auch schwierig: “Bitte keine Viagra-Pressetexte und keine Sonnenbrillen in Nationalfarben, von der Zusendung lebender Tiere bitten wir gleichfalls abzusehen.” wär mal einen Versuch wert. Florians Schlussfolgerung kam mir auch gleich in den Sinn:

Die Schizophrenie des Alltags: Zwar will ein überwältigender Teil der Blogger PR-Contents haben und das auch noch am besten per Mail, aber gleichzeitig wollen Blogger nicht zugespamt werden. Das finde ich ja irgendwie komisch und frage mich wie das gehen soll.

Hier geht’s zur kompletten Auswertung.


*) Nichts gegen die Deutschland-Brille, die ich letztens ungefragt von einem Online-Optiker erhielt. Ich wusste vorher gar nicht, dass ich schon immer mal eine Brille mit den deutschen Nationalfarben besitzen wollte. Wer will die Welt schon durch die rosarote Brille sehen, wenn’s auch die schwarz-rot-gelbe sein darf? Das Päckchen war übrigens bereits im Briefkasten aufgerissen – hoffentlich denkt die österreichische Fußballpolizei nun nicht, hier lebt ein Deutschtümler. Aber in Zukunft bitte lieber direkt Geld schicken, am besten anonym – ich bedank mich dann auch anonym.

Buchempfehlung: Mario Fischer – Website Boosting

Die aktuellsten SEO-Infos findet man naturgemäß online – trotzdem erspart ein kompetentes Kompendium vor allen EinsteigerInnen jede Menge Googeleien und allfällige Irrwege. Marios Fischers “Webseite Boosting”, erschien bei mitp, erspart dem Käufer jegliche Schwafeleien und fasst auf 450 Seiten knackig und leicht verständlich zusammen, was Sache ist.

Ohne übermäßig polemisch werden zu wollen: gerade im e-Commerce Bereich sind Bücher, deren Inhalt mehr verrät als der Untertitel, eher rar gesät. Außerdem gelingt es wenigen AutorInnen, die komplexe Materie aus Technologie, Vertrieb und gesundem Menschenverstand so zu präsentieren, dass weder Theorie noch Praxis zu kurz kommen. Ein gelungenes SEO-Buch muss beide Seiten der Medaille präsentieren, denn so etwas wie eine Punkt-für-Punkt Checkliste gibt es nicht, zu sehr unterscheiden sich die einzelnen Werbestrategien je nach Themengebiet, Budget und langfristiger Strategie. Um die Vermarktung der eigenen Web-Aktivitäten sinnvoll planen und Online-Marketing Kosten seriös einschätzen zu können, ist ein gewisses Grundverständnis der Google’schen Funktionsweise ebenso unterlässlich wie Kenntnis der technologischen Möglichkeiten und Grenzen. Dass in einem SEO-Lehrbuch auch Praxis-Tipps nicht fehlen dürfen, versteht sich von selbst – und in beiden Bereichen weiß Mario Fischers Kompendium zu überzeugen.

Nach einer allgemeinen Einleitung, in der die Spezifika das viralen Marketing erklärt und essentielle Konzepte erläutert werden, klopft der Autor gängige Tools wie Newsletter, RSS-Feeds, Weblogs etc. auf ihre Marketing-Tauglichkeit ab. Im Suchmaschinen-Teil erklärt Fischer dann sowohl die Essentials zu bezahlter Werbung als auch die wesentlichen Erfolgsfaktoren und Traffic-Quellen. Technologisches Hintergrundwissen und die die Vorstellung zahlreicher Tools runden dieses Kapitel ab. Der dritte Teil widmet sich dem “Steuern von Besucherströmen” und enthält wertvolle komprimierte Erkenntnisse aus dem Bereich conversion-optimierte Usability. Im abschließenden Abschnitt geht’s um die Auswertung der ganzen Bemühungen mit Hilfe dienstbarer digitaler Geister wie Analytics; Punkt-für-Punkt Checklisten sorgen dafür, dass auch wirklich an jedem Schräubchen gedreht wird.

Wer selbst im Bereich SEO/Viral Marketing arbeitet, wird dem Autor hohe Sachkenntnis bestätigen. Zwar kann kein Buch die laufende Recherche ersparen, schließlich ist das Netz ein Medium in rasantem Wandel. Als Unterlage im didaktischen Bereich oder als Einstieg in ein komplexes Thema kann ich Website Boosting. Suchmaschinen-Optimierung, Usability, Webseiten-Marketingwebsite boosting allerdings uneingeschränkt empfehlen: von Treppen in den Google-Olymp bis hin zu den Stolperfallen am Weg zum Online-Reichtum bietet Mario Fischers Buch einen tollen Einstieg – die dreißig Euros sind gut investierte Kohle.

Update:

Als tagesaktuelle Info-Ergänzung zum Buch betreibt Mario Fischer auch ein Blog, in dem er sich mit für jeden Webworker spannenden Fragen wie Warum werden Webseiten nicht getestet? oder mit Themen wie dem sagenumwobenen Google Algorithmus bzw. dem Stellenwert des Pagerank befasst; das Blog hatte ich bisher übersehen, bin soeben durch den untenstehenden Kommentar des Autors drauf aufmerksam geworden; und der Feed (leider nicht im Volltext verfügbar) ist soeben in meinem Reader gelandet.

Zukunft der Blogosphäre: Die Auswertung

Nicolas Gunkel hat vor einiger Zeit qualitative Meinungsforschung betrieben. Die Ergebnisse seiner Fragen zur hinkünftigen Entwicklung des Medienformats Online-Tagebuch hat er nun in drei Blogbeiträgen zusammengefasst.

Beantwortet wurden die Fragen von einer Runde, die ich getrost als illuster bezeichnen dürfte, wäre ich nicht selbst Teil davon – das könnten weniger geneigte Leser als maßlose Selbstüberschätzung ansehen, dennoch ist es mir eine Freude, mit Martin Weigert, Stefan Niggemeier, Felix Schwenzel, Jan Tißler und Dottore Frank Huber virtuell und asynchron über dieses Thema zu konferieren. Was einmal mehr die These belegt: Geschichte wird immerst (=Steigerungsform von “immer”) a posteriori geschrieben.

Im ersten Beitrag geht’s um den Vergleich der deutschsprachigen Blogosphäre mit Internationalistan, der zweite Text fragt nach der Zusammenarbeit von Blogs und traditionellen Medien und das dritte Posting fragt nach Möglichkeiten, die Blogosphäre nach vorne zu bringen. Hierzu hat Nicolas ein paar spannende Anmerkungen hinzugefügt – Dr. Huber schreibt zur Frage Was muss die deutsche Blogosphäre tun, damit ihr größere Anerkennung und größerer Respekt zu Teil wird ? (schwierige aber wichtigste Frage):

Mehr Kompetenz aufbauen (Journalisten müssen bloggen, nicht Amateure) und mehr “rangehen” – interviewen, recherchieren, analysieren.
Massenkompatible Themen adressieren (Stars, Celebrities, Sex & Crime, etc.) – Blogs muss jeder verstehen!
Sich selbst besser vermarkten. Und nicht über Werbung und Kommerz meckern …

Den letzten beiden Sätzen stimme ich vorbehaltlos zu – wobei natürlich “besser” mit Sicherheit völlig heterogene Vorstellungen auslöst, dem ersten Teil allerdings keineswegs. Ich denke zwar, dass “professionelle”, “journalistisch” geschriebene Blogs zwar auch eine Marktnische besetzen werden, die gar nicht so klein sein muss, aber dass Bloggen weit weniger formalisiert funktioniert als Zeitungsschreiben. Und ich glaube – oder vielleicht ist das auch bloß mehr eine Hoffnung – dass auf mittelfristige Sicht das Vertrauen in eine ohnehin immer fragwürdige “Objektivität” dem “aktiven Konsumieren” einer Multitude von eloquent formulierten Plädoyers ohne Einzel-Wahrheitsanspruch weicht. Amen.

.at-spezifisch im Netz werben

Das Internet kennt keine Ländergrenzen, allenfalls Sprachbarrieren. Bernd und Martin, die Macher von mediaplanung.at (mit letzterem habe ich am vorjährigen Wiener Barcamp einen Vortrag über above- und below-the-line Online-Werbung gehalten), veröffentlichen jährlich einen Printguide über die österreichische Marketing-Landschaft – sozusagen ein Branchenbuch für Werbeplaner. Für die aktuelle Ausgabe, die dieser Tage erscheint, habe ich den folgenden Text geschrieben – er geht der Frage nach, welche Möglichkeiten das Social Web bietet, länderspezifische Werbung zu schalten: denn Adwords ist gewiss nicht der Weisheit allerletzter Schluss!

onlinewerbungDas World Wide Web bietet vielfältige neue Werbemöglichkeiten: ob above- oder below-the line, ob klassische Bannerkampagne oder virale Videos für youtube und andere Videoplattformen, ob Advertorial oder Präsenz in Social Networks – immer neue Werbeformen und Abrechnungsmodelle buhlen um die Gunst von Webmastern und Schaltagenturen. Zugleich reißt das Internet Ländergrenzen ein und intensiviert den Preiskampf in der Werbung. Sprachbarrieren führen auf natürliche Weise zur Bildung von Inseln und Vermarktungsgemeinschaften – aber innerhalb der Blogosphäre etwa verschwimmen die Grenzen zwischen Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz bis zur Unkenntlichkeit. Wer Produkte oder Services spezifisch nur hierzulande bewerben will, dem stehen weit weniger Möglichkeiten zur Verfügung, als man auf den ersten Blick meinen könnte: denn was nützt etwa einem österreichischen Mobilfunkbetreiber die schönste Blog-Kampagne, wenn die ausgewählten Online-Tagebücher zwar beispielsweise von Österreichern geschrieben werden, aber zu 90% deutsche Besucher haben?

Geotargetting heißt das Zauberwort, mit dem die großen Syndikatoren und Affiliate-Netzwerke das Problem lösen: Einerseits sind Webseiten längst nicht mehr statisch, sondern werden dynamisch beim Aufrufen generiert. Daher besteht von technischer Seite überhaupt keine Notwendigkeit, jedem User die gleiche Werbung zu zeigen. (1) Andererseits lässt sich anhand der jeweiligen IP-Adresse des Nutzers eine ausreichend genaue Lokalisierung vornehmen, um zu wissen, in welchem Land sich der jeweilige Surfer gerade aufhält. (2) Kommerzielle Adserver können ebenso wie das frei erhältliche Open-Source Pendant Openads diese Informationen auswerten und dem österreichischen User daher potentiell auf jeder Seite landesspezifische Werbung anzeigen – in der Praxis allerdings zeigt sich schnell, dass Österreich als sehr kleines Land definitiv nicht auf der Prioritätenliste der internationalen Webvermarkter steht. Welche Alternativen stehen zur Verfügung?

Google AdWords

Der Suchmaschinenriese glaubte von Beginn an das freie Spiel von Angebot und Nachfrage und schuf mit dem AdWords/AdSense System das bis heute populärste System für die Schaltung von Textanzeigen. Attraktiv wird das System durch seine Allgegenwart: auf tausenden Seiten finden sich die unscheinbaren kleinen Ads, gesponserte Suchergebnisse und Google Content Network runden das Portfolio auf Publishing-Seite ab. Je begehrter ein Keyword, desto höher der Preis; Geotargetting ist selbstverständlich integriert. Die clickbasierte Abrechnung in Kombination mit der genauen Kostenkontrolle und der Effizienz-Auswertung durch Google-Analytics bescherte dem System großen Markterfolg, allerdings sind die grafischen Möglichkeiten stark eingeschränkt und zunehmende, beim User gelernte Adword-Blindheit lässt die Clickraten von Jahr zu Jahr sinken.

Facebook: Social Network Werbung

Nach Weblogs erleben aktuell Social Network einen riesigen Boom: während in Deutschland anfänglich vor allem StudiVZ und Xing regen Zustrom fanden, ist inzwischen auch in Europa Facebook am besten Weg zur Nummer 1. Der Grund für die geradezu absurd hohe Bewertung des Netzwerks liegt in erster Linie in den hervorragenden Werbemöglichkeiten: anders als informationslastige Seiten leben solche Social Networks von den Interaktionen der Nutzer und weisen eine sehr hohe Verweildauer auf. Microsoft bezahlte Anfang des Jahres für 1,6% Anteile 240 Millionen Dollar, das entspricht einem Gesamtwert von 15 Milliarden Dollar – oder, bei den damals 50 Millionen User einem Wert von 300$ pro Kopf. Angesichts der Tatsache, dass Analysten im angloamerikanischen Raum einen Zeitungsabonnenten mit einem Werbewert von 500$ beziffern, allerdings eine vielleicht doch nicht so übertriebene Summe, wie allerorts kolportiert wurde?

Freilich lassen sich Printmedien wesentlich leichter monetarisieren als ihre virtuellen Pendants; Printmedien nehmen im Mediamix rund 5-10% des Zeitbudgets in Anspruch, schlucken aber zugleich zwischen 15 und 20% des gesamten Werbebudgets. Dafür wissen die Facebook-Betreiber allerdings eine ganze Menge über die User: die überwiegende Mehrheit gibt im Profil nicht nur Land und Geschlecht bekannt, sondern auch Alter, politische Einstellung, Interessen usw… aus diesen Daten lassen sich äußerst genaue Werbeprofile erstellen, von denen nicht nur große Werbenetzwerke profitieren: jeder Facebook-User kann analog zu Google AdWords eigene Kampagnen auf PPV- oder PPC-Basis schalten, der Preis eines Clicks bzw. von 1.000 Einblendungen passt sich dabei dynamisch der Nachfrage an. Da das Facebook-Ad-System vergleichsweise neu ist, stellt es die derzeit günstigste Möglichkeit dar, jenen Teil der österreichischen Bevölkerung, der bereits registriert ist – das sind im Februar 2008 allerdings erst 80.000 User, allerdings dürfte sich diese Zahl in den nächsten Monaten gravierend erhöhen.

Österreichspezifische Webseiten

Auf das beschriebene Geotargetting so gut wie gänzlich verzichten können Unternehmen, die sich für eine ohnehin primär von Österreichern frequentierte Webseite entscheiden. Hermann Futter von Compnet.at sieht die Vorteile eines solchen Umfeldes in erster Linie im entsprechenden “kaufwilligen” Mindset der Surfer: “Als direkter Nachkomme der klassischen Adressbücher bietet compnet.at Werbung im bedarfsdeckenden Umfeld. Das heißt auf compnet.at wird der Werberezipient dort abgeholt, wo er bereits den Wunsch hat einen aktuellen Bedarf zu decken, also genau im Moment der Entscheidungsfindung. Zusätzlich ist compnet eine reine business-to-business Plattform und für Endkonsumenten nur von geringer Bedeutung.” Mit Google AdWords sei diese Form der Werbung so gut wie gar nicht vergleichbar, so Futter: “Das ist, als ob man eine Fernsehwerbung mit der Anzeige in einer lokalen Wochenzeitung vergleicht.”

Mag. (FH) Violeta Hollinek-Sampson von wlw.at ortet neben dem passenden B2B-Umfeld einen weiteren entscheidenden Faktor: Spezialisierung als Weg aus der Informationsüberflutung: “Weil nicht relevante Fundstellen erst gar nicht auftreten, sparen die Nutzer wertvolle Zeit und finden aktuelle, präzise und unverfälschte Informationen. Ein Beispiel: Google liefert zum Suchbegriff “Büromöbel” über 480.000 Treffer aus Österreich. In dieser Informationsflut die wenigen relevanten Treffer für Hersteller zu finden, ist ein mühsamer Filterprozess. Bei “Wer liefert was?” gewinnt der geschäftlich Suchende dagegen aus über 65.000 eingetragenen Firmen und rund 42.000 Produkt- und Dienstleistungsrubriken ausschließlich relevante Ergebnisse.”

Fazit

Abschließend lässt sich festhalten, dass spezialisierte Suchmaschinen und Branchenverzeichnisse für B2B Werbung sich als attraktives Element im Marketing-Mix präsentieren; allerdings zeigen die neuesten Social-Marketing-Werbemodelle einen deutlichen Trend: wenn nicht bloß, wie im Fall von Google AdWords, nach Keywords gefiltert wird, sondern zusätzliche demographische Faktoren ins Spiel kommen, wird erfolgsbasierte Werbung für beide Seiten sehr lukrativ – zugleich bieten besagte Netzwerke Firmen die Möglichkeit, sich weitgehend gratis zu präsentieren, sodass den klassischen Branchenverzeichnissen in den nächsten Jahren durchaus auch im B2B-Bereich starke Konkurrenz erwachsen dürfte.


Anmerkungen:

  1. Mit einer Ausnahme: High Performance Seiten werden für gewöhnlich gecacht, dennoch lässt sich Werbung in vordefinierte Bereich dynamisch einblenden.
  1. Solche IP-to-Country Tabellen sind als kommerzielles Produkt bzw. mit niedrigerer Genauigkeit und Aktualität auch gratis erhältlich, siehe z.B. ip2location.com. Die Genauigkeit der Zuordnung liegt zwischen 95 und 98% – einerseits sind nie alle Adressen verzeichnet, andererseits verfälschen Proxy-Server und Anonymisierungslösungen das Ergebnis.

Fotonachweis:
Bild 1: Uta Herbert, pixelio.de

Das ultimative Medien-Erklärungsmodell

Sowas kommt raus, wenn sich Doktoranden zu lange mit soziologischen Erklärungsmodellen beschäftigen. So denn – nachdem sich die Kommunikationswissenschaft schon jahrelange mit jenem Modell abplagt, das alles und jedes erklären soll, freut sich die datenschmutz Remix-Abteilung, Ihnen exklusiv das ultimative Modell der “reziproken Massen- und Indiviualkommunikation” präsentieren zu dürfen, das schließlich doch noch alles erklärt:

universalmodell

Weiterlesen

Blogistan Panoptikum Woche 40 2k7

Das Bloganbieter Blog kennt beide Wege zum Ruhm, Drupalisten freuen sich über ein Gratis-Buch [via Bueltge, Blogschrott] und Ubuntu erschien in der aktuellen Version 7.10 aka Gutsy Gibbon. [via Frank Helmschrott.] Ich hab’s noch nicht ausprobiert, hab aber von allen Ubuntu-Fans in meinen Bekanntenkreis bislang nur das allerbeste über die wohl einsteigerfreundlichste Linux-Distri aller Zeiten gehört.

Blogfever knackt die Million

Blogfever hat in der vergangenen Woche die Million Einblendungen geknackt, wie am Blog nachzulesen ist:

Heute Nacht haben wir die magische 1.000.000 Widget-View Grenze durchbrochen. Aktuelle wurde das Widget 1.010.063 mal in den Blogs des Syndikats angezeigt.

Derzeit ganz oben auf der Prio-Liste der Entwickler: die Vergrößerung des Syndikats und die Optimierung der Clickrate. Beides dürfte locker gelingen, wenn sich die Entwickler weiter so ins Zeug legen wie bisher. Wini ist zwar durchaus skeptisch, aber ich denk mir: 100 Besucher mehr im Monat sind weit besser als die verseuchte Taube am Dach.

Alles übers Textverstecken

SEOmoz hat einen umfangreichen Guide zum Thema Hidden Text zusammengestellt: von JavaScript über display:none bis zu den bekannten CSS-Schmähs werden alle Techniken erklärt – und auch, warum man von den meisten besser die Finger lassen sollte. Im Übrigen würd mich mal brennend interessieren, ob jemand, der hier mitliest, eine SEOmoz Pro Membership für $49/Monat besitzt? Ich bin schon länger am überlegen, ob sich das auszahlt bzw. ob die angebotenen Tools ihren Preis wert sind – über jeglichen Erfahrungsbericht bin ich dankbar.

Does Yahoo still matter?

Spielt Yahoo im Onlinemarketing überhaupt noch eine Rolle? Oder lebt die Nummer 2 nur mehr vom Ruf, die Nummer zwei zu sein? Und benutzt eigentlich irgend jemand da draußen die Yahoo-Suche? Jeremy Shoemaker hat dazu ein paar interessante Überlegungen angestellt. Auf jeden Fall kann ich seine Beobachtung, dass Yahoo so gut wie keinen messbaren Traffic rüberschickt, nur bekräftigen.

YouTube Preview Image

Statistische Auswertungen

Zu 84% bin ich bloggifiziert, verrät mir Justsayhi. Wer immer schon mal wissen wollte, wie viele Bakterien auf seinem Keyboard leben oder wie’s so ums naturwissenschaftliche Grundlagenwissen bestellt ist, wird hier fündig. [via Punctilio]

84%How Addicted to Blogging Are You?

In diesem Sinn: schönen Restsonntag und einen erfreulichen Wochenbeginn wünsch ich der p.t. Blogcommunity und hoffe auf rege Beteiligung an meinem ersten Blog-Karnevalstreiben!

Erste Auswertung: Umfrage zum Blogeinkommen

Letztens wollte ich wissen, wie’s denn mit den Blog-Monetarisierungerfahrung der p.t. Leserschaft so aussieht; die Umfrage ist zweifellos nicht repräsentativ, aber mit einiger Sicherheit lässt sich sagen: es gibt noch vereinzelte Blogger ohne Privatyachten und genügend solche, die kein Geld verdienen wollen – Grischa bringt das besonders schön auf den Punkt:

Ich denke auch nicht, dass sich das so bald ändern wird. Meine Hosting Kosten habe ich auch ohne Blog und mein Geld verdiene ich mit etwas anderem.

Den Navigator und Philomenon peitscht der innere Schreibdrang, Michaela hat keine Lust auf quasikapitalistische Strukturen und Tadeusz Szewczyk entmystifiziert:

Ich habe jetzt seit 8 Wochen ein recht gut gehenden Blog auf englisch von den Besucher-Zahlen und seit 2 Wochen sehr gezielte Affiliate Ads drauf. Das Ergebnis ist ernüchternd. Das bringt nichts. Die John Chows dieser Welt verdienen ihr Geld indem sie erzählen wie toll man verdienen kann und damit sich selber bereichernd indem sie die Provision für neue Blogger-Affiliates kassieren.

Der Rest pendelt irgendwo zwischen Deckung der Hostingkosten und dem ersten Penthouse – vielen Dank fürs Mitmachen auch an Diät-Blog, Peter, Waldviertel Blog und Gadget Blog.

Soviel zu ersten Auswertung – wem Meinungen unter der Zunge brennen, der kann selbige natürlich weiterhin loswerden, der Kommentarthread ist nach wie vor geöffnet: datenschmutz Umfrage: qualitative Blog-Einkommensforschung.

Blogfever: ich steh tief in der Kreide

blogfeverBlogfever rockt, keine Frage. Dass das Widget einiges mehr drauf hat als BLOGspeed, war mir gleich nach der ersten Review klar. Ein kurzer Blick in meine Stats hat mich dann aber doch überrascht: ich wusste gar nicht, dass datenschmutz so kreditwürdig ist :-)

In den allgemeinen Statistiken werden die Einblendungen und die Clicks angezeigt. Und dort las ich heute:

Sie haben insgesamt 436 Punkte verdient. Ihr Guthaben beträgt -1705 Punkte. Alle Ihre Schlagzeilen wurden insgesamt 2141 mal in anderen Blogs angezeigt und 20 mal angeklickt.

Die Clicks scheinen derweilen noch “gratis” zu sein – denn die Summe aus 1.705 und 436 ergibt genau meine 2.141 Einblendungen. Da sag ich doch Dankeschön, vermute aber mal stark, dass derzeit einfach noch zu wenige Blogs registriert sind: und weil man anders als die Konkurrenz auf die Einblendung seltsamer Hardlinks verzichtet, bekommen derzeit alle Early Adopters einfach mehr zurück, als sie in den Pot einzahlen… wobei sich diese Situation wohl bald normalisieren dürfte, denn ich habe den Eindruck, dass Blogfever rasch wächst. Je rascher man sich registriert, desto besser die Platzierung im Netzwerk – wenn die Betreiber ihren Job weiterhin so gut erledigen, dann wird’s BlogRush hierzulande schwer haben.

Update: Richtig spekuliert. Im neu gelaunchen begleitenden Blog erklären die Blogfevermacher den Grund für das negative Guthaben:

Einige Nutzer sollten schon festgestellt haben, dass sie negative Guthaben haben. Normaler Weise sollten Schlagzeilen von Blogs, die kein Guthaben mehr haben, nicht angezeigt werden. Da das Syndikat aber noch in der Wachstumsphase ist, würden die Zeilen ziemlich schnell leer sein, bzw. wir müssten Füllblogs (Werbung etc.) einfügen, damit immer was dasteht. Da aber zur Zeit (und auch in nächter zeit) keine Füllblogs im System erfasst sind, sondern nur die Einträge der Nutzer, die sich auch bei Blogfever registrieren, haben eben einige Nutzer negative Guthaben, da sie öfter angezeigt werden “müssen”.

Und auch zum Thema “Belohnung der Klickrate” haben sich die Macher bereits etwas überlegt – präventive Feedback-Reaktion, sozusagen – Respekt!

Die Klickratio bewegt sich derzeit im Bereich zwischen 0% und 3% . Um die Klickratio zu verbessern haben wir uns, wie gestern angekündig dazu entschlossen, Klicks bedeutend besser zu belohnen, sodass die Nutzer motiviert werden, das Widget gut sichtbar und relativ weit oben einzubinden.

Denn was die ganze Sache eben besonders attraktiv macht, ist die bereits jetzt hohe Klickrate – im Vergleich zu Blogspeed, das mir viel weniger Einblendungen genau 0 Besucher brachte, ist selbige mathematisch betrachtet sogar unendlich hoch. Mehr als 20 Besucher über ein brandneues Widget in den ersten vierzig Stunden bei gerade mal knapp hundert TeilnehmerInnen: da hat jemand ganz einfach saubere Arbeit gemacht, Gratulation. Adsense-Marketing ohne Budget und auf Tauschbasis, sozusagen: wer ein Blog schreibt und hier nicht mitmacht, verpasst definitiv etwas. Und dass Chefentwickler Matthias am erwähnten Blog begleitende Einblicke gibt und erklärt, warum er welche Thematik wie löst, macht mir das ganze Projekt noch sympathischer – und zeigt imho, dass die Betreiber Web 2.0 Entwicklung bei stylishen Templates enden lassen, sondern die vielzitierte “Crowd” aktiv in den Entwicklungsprozess einbeziehen. Respekt!

Bei Blogfever registrieren

Erinnerung: Blogger’s Choice Awards, Umfrage

Zur Erinnerung: die Blogger’s Choice Awards sind in vollem Gange, und die Aktion “datenschmutz-Backlink für Ihre Stimme” läuft weiterhin; selbstverständlich gibt’s neben dem digitalen Dankeschön auf datenschmutz auch eine Gegenstimme – denn deutsch-Blogistan ist bei den Awards bisher ohnehin eher spärlich vertreten…

Die Umfrage zum Thema moneyblogging – wieviel Geld verdient ihr mit eurem Blog? läuft ebenfalls noch bis nächste Woche; die Auswertung der kleinen qualitativen Umfrage folgt Mitte Oktober, auch hier wartet ein Beitrag für alle, die ihre Meinung kundtun.

Umfrage zu “moneyblogging” + Backlink für Kommentar

Mit Blogs Geld verdienenWaren Blogs vor fünf Jahren noch großteils persönliche Tagebücher, so beschäftigen sich auch in Europa immer mehr Hobby-Webmaster mit dem Thema Geld verdienen mit Blogs – eine überschaubare und durchwegs motivierte Szene. Damit gemeint sind nicht SEOs, die für Drittkunden arbeiten, sondern Blogger, die ihre eigene Seite monetarisieren wollen. Dazu eine kleine Umfrage zum Status Quo – und die ein kostenloser Backlink für einen Kommentar.

Auf die Idee gebracht zu dieser Blitzumfrage hat mich der Artikel Make money blogs that don’t make money: unter diesem schönen Titel vergleicht der Sneaky Bastard auf Cash for Comments das altbekannte Ponzi-Scheme mit der Blog-for-Money Szene. Ausgesprochen amüsanter Artikel, außerdem gibt’s fürs Kommentieren dort ebenfalls einen Backlink.

Ähnlichkeiten zwischen Pyramidenspielen und Moneyblogging

GB hat einen Vergleich zwischen Ponzi-Schemes (einer speziellen Form des Investitions-Pyramidenspiels, bei der die frühen Investoren nicht von einer realen Geschäftstätigkeit, sondern von den Einzahlungen späterer TeilnehmerInnen profitieren) bzw. Pyramidenspielen und dem Thema “Moneyblogging”, also Verdienen mit Affiliate-Marketing und Co. angestellt, denn ich recht amüsant finde und übersetzt habe:

  • Beide Systeme leben von der alten Goldrausch-Idee, dass man in der Zukunft viel Geld verdienen kann – in der Tat wird aber nur eine sehr kleine Gruppe von Teilnehmern reich.
  • Man versucht, andere zum Mitmachen zu bewegen (Stichwort: Affiliate Marketing)
  • Wenn der Plan nicht aufgeht, dann hört man irgendwann auf, sobald man eine Zeitspanne X lang mehr Geld und/oder Zeit investiert hat, als man wieder zurückbekommt.
  • Zeitaufwand und Suchtfaktor sind hoch :-)

Unterschiede

  • Die Teilnahme an Blog-Affiliate Programmen ist normalerweise gratis, während Pyramidenspiele normalerweise Geldinvestitionen involvieren. (Obwohl natürlich Zeit auch Geld ist.)
  • Blogging passiert über das Netz, während Pyramidenspiele meistens physischen Kontakt voraussetzen.
  • Blogger generell ambitioniert, kreativ und stolz darauf, Blogger zu sein. Das macht sehr viele Blogs zu ausgesprochen spannenden und unterhaltsamen Medien.
  • Moneyblogger teilen ihre Informationen auf ihren Blogs mit potentiellen neuen Mitgliedern des Clubs.

Also wie gesagt – wer hier im Kommentar seinen Bloglink hinterlässt und angibt, zu welcher Einkommensgruppe von Blogger er/sie gehört, der bekommt im Folgeposting mit der Ergebnisauswertung (online im Lauf der nächsten Woche) einen Backlink. Also bekennen Sie die Farbe des Geldes:

a) Ans Geldverdienen mit meinem Blog hab ich noch gar nicht gedacht.
b) Die Werbeeinnahmen decken bei weitem nicht die Hostingkosten des Servers.
c) Noch kein Fulltime-Job, könnte aber einer werden demnächst.
d) Mein Blog zahlt die drei Penthäuser in Manhatten, die Yachten und die Royce-Flotte!

Bin ja schon mal gespannt auf die Blog-Einkommensverhältnisse meiner p.t. Leserschaft…


Fotocredit: Bild von Knipspermann. Some rights reserved. | Quelle: piqs.de

 

Die Kolumne #80 (September 2007)

Die Kolumne erscheint regelmäßig in the gap.
Diesmal: Päpste kommen mit Pomp, ein Meer von Monatsmagazin zieht über’s Land und frißt Heuschreckenschwärme.
Eine nicht näher genannt werden sollende Frauenzeitschrift rief unlängst anläßlich Darth Vaders Inlands-Visite seine ihre Schäfchen auf, respektlose T-Shirt und Stickersprüche für den Besucher seiner heiligen Exzellenz einzusenden. Daß im folgenden Monat die mit unüblich-üblen Pomp und üblichen-übrigen Kosmetika-Proben angeheizte Version sanglos nicht in die verlängerte Auswertung ging, läge ganz allein am Mangel an harmlosen Sprüchen. “Wir wollen uns nicht mit der Rechtsabteilung des Vatikans anlegen”, erklärte mir Brigitte vertraulich, nachdem ich das übliche Non-Disclosure Agreement widerwillig unterzeichnet hatte.
Weiterlesen

Blogistan Panoptikum Woche 35 2k7

Neu bei den Internetnotizen und sehr dekorativ: die Blogosphäre in Icons. Das nenn ich Zentralperspektive – bzw. das ultimative Wohnzimmerpostermotiv für angehende Alphablogger. Im übrigen fällt der Wochenrückblick diesmal ausgesprochen kurz aus – nicht mangels Ereignissen… aber ich war fast die ganze Woche nur unterwegs und hinke meinen abonnierten RSS Feeds gnadenlos hinterher. Aber für eine Meldung muss dennoch Zeit bleiben: il grande patrone kommt im neuen Look daher!

Blogauswertung am Desktop

Google Analytics ist gratis, kann aber keine Echtzeit. Clicky kostet ein paar Cent, punktet mit übersichtlicher Oberfläche und Echtzeit-Auswertung. Beide Services funktionieren serverbasiert – einen ganz anderen Weg geht Snoop: die Software wird lokal installiert:

Running in the System Tray (Windows) / System Status Bar (Mac) you no longer need to endlessly flip between your work and stats. When something happens, Snoop will let you know.

Frei definiertbare Javascript Event-Handler triggern in Echtzeit einstellbare Benachrichtigungen – theoretisch könnte man jedesmal, wenn ein neuer Besucher auf’s eigene Blog kommt, eine virtuelle Kuckucksuhr erklingen lassen oder die Kommentar-Funktion quasi als Chat nutzen. Die Software ist für PC und Mac verfügbar, ich werd demnächst mal einen genaueren Blick drauf werfen.

Virales Marketing am Todesstern

Ein Vierteljahrhundert nach dem zensierten Original können Star Wars Fans im Netz endlich nachverfolgen, worum es bei dem legendären Gespräch zwischen Darth Vader und seinen Generälen wirklich ging [via 4null4.de]

Und das war’s auch schon in aller Kürze – nächste Woche folgt dann wieder ein längerer Rückblick, und morgen früh gibt’s zwei neue Blogvorstellungen. In diesem Sinne wünsch’ ich einen erquicklichen Restsonntag – ich werd den Rest der Woche mit Earl verbringen.

Clicky protokolliert datenschmutz

Clicky Web AnalyticsAls Clicky ganz neu das Licht der Webwelt erblickte, hab ich mir einen Testaccount angelegt und war wie wohl ziemlich jeder Blogger schwerstens angetan von den Live-Statistiken und den integrierten RSS Feeds. Letztens erzählte mir Karin ganz begeistert von den Features und bei FranzToo bin ich ebenfalls wieder drauf gestoßen. Google Analytics sind ja nicht schlecht für einen geschenkten Gaul, allerdings werden die Daten mit deutlicher Zeitverzögerung geliefert, was für eine nachträgliche Auswertung zwar egal ist, manchmal aber trotzdem gehörig nervt. Clicky punktet aber nicht nur mit der Echtzeit-Auswertung, auch das simple, aber hochgradig funktionale Web 2.0 Interface weiß zu gefallen.

Die bereits erwähnten RSS Feeds erlauben schnellen Überblick im Reader. Witziges Gadget: die “Spy” Funktion, die mittels Ajax-Liste live jeden Besucher anzeigt – Big Blog Brother is watching you! Die Preise sind sehr moderat: während in der Free-Version einige (je nach Einsatzgebiet verschmerzbare) Features fehlen, wollen die Betreiber 2.99$/Monat bzw. 19.99$/Jahr für Sites mit bis zu 1000 Pageviews am Tag, bei über 10k Pageviews werden 49$ pro Jahr fällig. Ich hab zwar bedauerlicherweise noch knapp keine zehntausend Besucher am Tag, hab mich aber dennoch für die Pro-Version entschieden, mit der man bis zu 10 Seiten tracken kann und die über umfangreiche Daten-Export Funktionen verfügt. Schließlich kann’s ja keineswegs schaden, beim essentiellen Datamining nicht exklusiv auf big G zu setzen!

Wer Clicky ausprobieren möchte, der kann übrigens drei Wochen lang die Pro-Features testen. Für WordPress ist ein komfortables Plugin verfügbar, das bei KommentatorInnen die verwendeten Namen mit abspeichert – generell ist Clicky sehr stark auf die Bedürfnisse von Mikropublishern, spricht Bloggern, optimiert worden und sein Geld zweifellos wert.