Auf Snip-me.com werden seit kurzem Neuwagen verschiedener Händler versteigert - vom "vernünftigen" Citroen C1 bis zum knallorangen Audi A8 (da fiele mir persönlich die Wahl nicht schwer). Anders als auf herkömmlichen Auktionsplattformen gewinnt aber nicht jener Bieter, der das höchste Gebot abgibt, sondern der mit dem niedrigsten Einzelgebot. Mit der richtigen Auktionsstrategie und etwas Glück hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit, ein Neufahrzeug um einen ein- oder zweistelligen Eurobetrag zu erwerben. Für datenschmutz-Leser gibt's ein Special: Wer sich noch vor Weihnachten (kostenfrei!) registriert, hat zusätzlich die Chance, einen von fünf iPods zu gewinnen.
Das niedrigste Einzelgebot? Wie soll das funktionieren? Ganz einfach: jedes Gebot wird in Cent abgeben, jede Auktion hat eine bestimmte Laufzeit und einen Countdown. Wer zum Ende der Aktion das niedrigste Gebot, welches von keinem zweiten User abgegeben wurde, geboten hat, nimmt das Auto für den jeweiligen Betrag mit nach Hause.
Aktuell findet sich im Portfolio unter anderem ein Audi A3 - die Auktion läuft bis 23.12.2009, 23:00 Uhr. Nehmen wir mal an, User A bietet 1 Cent für das Auto und User B 25 Cent. Wenn sonst niemand mitbietet, bekommt User A das Auto für 1 Cent. Allerdings besteht eine Versteigerung nicht nur aus zwei Teilnehmern. User C bietet ebenfalls 1 Cent, damit handelt es sich nicht mehr um Einzelgebot (A und C haben beide den gleichen Betrag geboten), und deshalb würde nun B den Zündschlüssel für 25 Cent erhalten. Allerdings erfährt jeder Teilnehmer einer Auktion, ob er ein Einzelgebot abgegeben hat: A und C wissen also, dass sie nicht mehr im Rennen sind. A gibt ein neues Gebot über 26 Cent ab, B bietet diesmal 15 Cent. Endet die Auktion zu diesem Zeitpunkt, sind B's 15 Cent das niedrigste Einzelgebot. Alles klar? Wer sich genauer über das Auktionsprinzip informieren möchte, schaut sich am besten das Tutorial-Video an - danach sollte eigentlich alles klar sein.
Die Registrierung ist nicht nur gratis, Neulinge erhalten auch gleich die ersten 100 Snips und für Stamm-User gibt's diverse Goodies. Wer bis Weihnachten 5.000 Snips kauft, erhält 500 weitere dazu, wer 10.000 Snips (die natürlich nicht alle sofort verbraucht werden müssen) erwirbt, bekommt einen iPod Nano.
Für datenschmutz-Leser gibt's ein Special: wer bis zum 31. Dezember 2009 den Snip-me.com Newsletter abonniert, hat die Chance auf einen von fünf iPod Nanos (zur Verfügung gestellt von Snip-me)!
ACHTUNG: zum Teilnahme am Gewinnspiel bitte wie üblich einfach einen Kommentar zu diesem Beitrag hinterlassen. Mit der Teilnahme stimmen Sie zu, den Snip-me.com Newsletter zu erhalten. Das bedeutet: am Ende des Gewinnspiels bekommt Snip-me.com von mir die Adressen aller Teilnehmer und trägt diese in den Newsletter ein (der selbstverständlich bei Bedarf auch wieder abbestellt werden kann). Wer kommentieren möchte und nicht am Gewinnspiel teilnehmen bzw. den Newsletter nicht abonnieren will, möge diesem bitte im Kommentar kundtun.
Wie üblich gibt's Zusatzlose für jede Ankündigung des Gewinnspiels auf Twitter, Facebook, am eigenen Blog etc. - Details dazu siehe hier. Im Übrigen gelten die Standard-Teilnahmebedingungen für datenschmutz Gewinnspiele.
Im Peraves Monotracer sitzt man beengt und ohne Freiluft-Feeling wie in einem Auto, lebt aber dafür so gefährlich wie auf einem Motorrad. Die ganze Konstruktion ist zu breit, als dass man sich bei roten Ampeln elegant zwischen Autokolumnen nach vorne schwindeln könnte, dafür kann man sich nicht in die Kurve lehnen. Diese elegante Kombination der besten Nachteile von Auto und Motorrad in Form eines hässlichen Konstrukts namens Peraves MonoTracer, das aussieht wie ein der Längsachse nach plattgedrückter Smart, war dem Time Magzine einen Eintrag in die Liste der besten Erfindungen des Jahres 2008 wert: die wissen anscheinend nicht, dass die genialen Erfindungen immer am 31.12. kurz vor Mitternacht gemacht werden!
Würden die Amerikaner am 11.11. ebenfalls Faschingsbeginn feiern, dann hielte ich diesen Eintrag fraglos für Realsatire - die Begründung ist einfach nur großartig:
You really need the mind of a Swiss engineer to come up with a vehicle that combines the lithe maneuverability of a motorcycle with the not-getting-rained-on-ability of a conventional automobile.
Die Beschleunigung ist dank BMW-Motor für ein Gefährt, das Leute benutzen sollen, die nicht nass werden möchten, wenn es regnet, dagegen ganz ordentlich: in 4,8 Sekunden quält sich diese Missgeburt bis zum Hunderter und verbraucht vergleichsweise sparsame 3,5 Liter auf hundert Kilometern. Ach ja, falls ich das noch nicht erwähnt habe: ich zähle mich nicht zur Zielgruppe
Wenn ich das nötige Kleingeld übrig hätte und mir ein schnelles Auto kaufen wollte, dann käme das Infinity G37 Coupé definitiv in die engere Auswahl. Für die Online-Präsentation hat Infinity auf Kameramänner gänzlich verzichtet und den Wagen mittels CGI Visualizer in Szene gesetzt - das nenne ich gelungene virtuelle Realität:
Höchste Zeit für ein paar Anmerkungen zum Thema Benzinpreis, Energiepolitik und Konsumenteneinfluss die mir schon länger im Kopf rumspuken: konkreter Anlassfall ist eine von Baynado ins Leben gerufene Blogkette, welche die Plattform Volksboykott.de bekannter machen soll. Die Idee dahinter: durch gezielte, temporär beschränkte Blockade einzelner Ölmultis soll ein Preiskampf entfacht werden, der letztlich die Benzinpreise für alle senkt. Was ich von Betrügern und Autos, die "mit Wasser fahren", halte, habe ich an dieser Stelle schon öfter kund getan, die Benzinpreisidee ist vergleichsweise weit weniger absurd, wenn auch nicht neu.
Allerdings stimme ich Baynado zu, dass die Erfolgsaussichten in einer Zeit, in der ein Großteil der Konsumenten via E-Mail & Co. vernetzt ist, größer sind als je zuvor. Und vorweg ein caveat: man muss erstmal wissen, wie sich der Spritpreis zusammensetzt, ein paar lesenswerte Infos dazu hat das deutsche Finanzministerium online gestellt: tatsächlich lässt sich der gängige Vorwurf, der Staat verdiene am höheren Benzinpreis aufgrund der höheren Steuereinnahmen, leicht entkräften:
Die Rechnung ist einfach: Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Was die Verbraucher mehr an Umsatzsteuer an der Tankstelle bezahlen, geben sie an anderer Stelle weniger für den Konsum aus. Im Endeffekt bleibt das Steueraufkommen aus der Umsatzsteuer für den Staat gleich. Weder im Hinblick auf die Konjunktur, noch auf Steuereinnahmen hat der Staat ein Interesse an hohen Kraftstoffpreisen.
Hauptgrund für die steigenden Preise ist die steigende Weltmarktnachfrage bei derzeit weigehend gleichbleibendem Angebot, der zweitwichtigste Punkt sind die immer höheren Gewinnspannen der Erdölkonzerne, und genau um die geht's im vorliegenden Fall. Die ÖMV etwa, Österreichs größer Mineralölkonzert, hat im ersten Halbjahr 2008 1,5 Milliarden Gewinn (nicht Umsatz - Gewinn!) gemacht, das sind 55% mehr als im Vorjahr, wie der ORF am 7. August berichtete.
Was kann man dagegen tun? Nun, man boykottiert gezielt einen Anbieter, kauft also beispielsweise kein Benzin mehr bei Shell, nur mehr bei Agip, selbst wenn's dort ein paar Cent mehr kostet. Shell hat keine Kunden mehr, gerät unter Druck und muss den Preis senken, die anderen Bewerber ziehen nach - und alle sind glücklich über das billige Benzin - nur die Aktionäre nicht. So das vereinfachte Modell, das in der Praxis allerdings meist daran scheitert, dass die nötige kritische "Boykottmasse" nicht erreicht wird.
Dieses Prinzip lässt sich grundsätzlich auf jedes Produkt anwenden, das nicht von einem Monopolisten hergestellt und vertrieben wird - und genau dieser Aufgabe hat sich die Seite Volksboykott.de verschrieben - .at und .ch bleiben einstweilen außen vor. Aktuelles Projekt ist natürlich der besagte Benzinpreis, und mag davon halten, was man will: ein wenig "fucking with the free market" hat zumindest interessanten Experimentalcharakter. Also gehet hinaus in die Welt und machet die inverse Crowdsourcing-Plattform bekannt. Ich schließe mich hiermit also sozusagen wider besseres Wissen Baynados Blogkette an: wider besseres Wissen deshalb, weil das Internet im deutschsprachigen Raum (noch) nicht jenes Leitmedium ist, dass den nötigen Impact erzeugen konnte. Da müssten schon Fernsehen und mindestens die Bildzeitung ran.
Eine andere Überlegung betrifft die gesamtwirtschaftlichen Folgen derartiger Aktionen: solange ein paar Aktionäre weniger Rendite bekommen, bleibt der Schaden überschaubar, wird eine Firma allerdings in gröbere Schwierigkeiten gebracht, so zieht dies unweigerlich wiederum den Verlust von Arbeitsplätzen nach sich... eröffnet aber andererseits einem neuen Anbieter Markteintrittschancen oder Expansionsmöglichkeiten - hier kann man also getrost von einem Nullsummenspiel ausgehen.
@Die Grünen: im Zusammenhang mit der Neuwahlberichterstattung habe ich irgendeine Grün-Politikerin sagen gehört, die momentan Erdöl-Preisentwicklung zeige, dass die Grünen, die schon in den 80ern einen Literpreis von 25 Schilling (oder waren's dreißig, das weiß ich nicht mehr genau), ihrer Zeit weit voraus waren. w00t? Was für eine verquere Logik ist denn das?
Die derzeitige energiepolitische Situation zeigt doch vor allem eines deutlich: Wasserkraft, die effizienteste aller Energiegewinnungsformen (thx Meister Pelton!), ist bei weitem nicht überall einsetzbar, und Strom lässt sich bekanntlich nur mit sehr viel Aufwand und ordentlichem Konversionsverlust speichern. (Wasserkraftwerke lösen übrigens auch dieses Problem mithilfe von Stauseen, die mit "überschüssigem" Strom wieder vollgepumpt werden, vergleichsweise sehr elegant.) Ein beträchtlicher Teil unseres Energiebedarfs wird von Verbrennungskraftwerken, die vorwiegend Öl verheizen, erzeugt. Dieser Strom wird immer teurer, also folgt ein Ausweichen auf zweitbilligste, wenn auch extrem gefährliche und unsichere Alternative: Atomkraftwerke, das Schreckgespenst der Tschernobyl-Generation.
Die eine Alternative wäre, Strom zu sparen: but that's just not gonna happen. Technische Fortschritte in punkto Verbrauch werden locker vom Mehrbedarf aufgefressen, das Stromnetz ist der Blutkreislauf unserer Informations-/Industriegesellschaft. In dieser Situation fordern die Grünen, verstärkt auf sogenannten erneuerbare, alternative Energieformen zu setzen: kurz gesagt, Solar und Windkraftwerke. Zweitere sind nur lokal einsetzbar, aber durchaus eine punktuelle Lösung, erstere stinken immer noch aufgrund wahnwitziger Herstellungskosten und schlechter Effizienzraten ab. Die Menge an Solarzellen und Windkraftwerken, die benötigt würden, um ernsthaft Öl- und Atomenergie abzulösen, ist riesig: und bevor man diese Energieformen promotet, wär's erstmal höchste Zeit für Langzeit-Feasibility Studien: wer sagt denn, dass Windkraft- und Solarenergienutzung in wirklich großem Maßstab keinen gravierenden Einfluss aufs Ökosystem hat? Genau genommen ist der Ausdruck "Energieerzeugung" kompletter Schwachsinn: wir erzeugen überhaupt keine Energie, wir transformieren bloß vorhandene Energie(n) mittels verschiedener Methoden in andere Formen, zum Beispiel die im Erdöl gespeicherte Wärmeenergie in Fortbewegung... wär wirklich zu schön, wenn wir Energie "erzeugen" könnten.
Ideen kann jeder haben, aber in der Umsetzung liegt die Würze. Meint zumindest Derek Sivers, der dieser Tage seine Weltformel am O'Reilly Blog veröffentlichte. Ansonsten sind die Themen in dieser Woche Tod und Streit, also nicht gerade das fröhlichste Blogistan-Panoptikum aller Zeiten, dafür aber eines der längsten: Andrea Pininfarina verstarb, Kinder versterben angeblich an Überraschungseiern, Yatil streitet mit Oliver über die passende Webmontags-Organisationsplattform und Klaus streitet mit der Air Berlin über den Playboy.
Yatil will den Webmontag nicht auf Mixxt sehen, zumindest nicht die Wiener Version - und hat einen sehr ausführlichen Beitrag geschrieben, in der erklärt, warum er für offene Netzwerke und zugängliche Webseiten votiert; da kann man nix gegen sagen. Außer vielleicht, dass eine unglaublich lange und ausschweifende Diskussion über die passende Organisationsplattform für einen Event, den in Wien grade mal 30 Hanseln heimsuchen, ziemlich typisch ist für das selbstverliebte Über-Ego der Web 2.0 Szene. Aber vielleicht werden auch nur langsam alle unentspannter, weil's mit den Investoren nicht mehr so recht klappen will... (Hey, ihr da draußen: wie wär's mit dem 10. Localized Social Network?)
Trotzdem bin ich ja ein großer Freund der erhitzten Diskussion, nur leider leidet auch Yatil unter einem scheinbar typischen Syndrom der deutschen Blogosphäre: sobald die Diskussion interessant wird und/oder dem/der Autorin die Argumete ausgehen, dreht er - so schnell kannste gar nischt gucken - die Kommentarfunktion ab. I'm not loving it.
PS: Ich würd die Webmontag-Sache über Facebook abwickeln. Eine Gruppe und ein Event pro Webmontag - und gut is. Keine Extraanmeldung, super-accessible, leicht zu bedienen. Und dass die einzelnen Webmontage in verschiedenen Städten überhaupt nicht miteinander kommunizieren, seh ich nicht gerade als das erstrebenswerte Killer-Feature an.
Die Kinderkommission des deutschen Bundestags hasst anscheinend ihre Schutzbefohlenen, deswegen will sie aufgrund des erhöhten Sicherheitsrisikos nun unter anderem das Wunderei verbieten:
Jegliche Kombination aus Nahrungsmitteln und Spielzeug solle verboten werden, heißt es nach Angaben der "Welt" in einer Empfehlung gegen "Sicherheits- und Gesundheitsrisiken für Kinder im Alltag". Dazu gehören nach Ansicht des Kommissionsmitglieds Miriam Gruß (FDP) auch Cornflakes mit Spielzeug. "Kinder unterscheiden nicht zwischen Spielzeug und Nahrungsmitteln", argumentiert sie. Konkrete Unfallzahlen mit verschluckten Plastikfiguren habe Gruß aber nicht vorgelegt, berichtet die Zeitung.
Wo sie recht hat, hat sie recht: ich konnte mit 5 noch nicht mal annähernd zwischen Lego und Manner Schnitte unterscheiden. Ständig hab ich Klötzchen gefressen und Burgen aus Waffeln gebaut...
Andrea Pininfarina, (Auto) Designerlegende, verstarb am 7. August bei einem Autounfall in seiner Heimatstadt Rom. Pininfarina designte nicht nur so gut wie alle Ferrari, Maserati (und die meisten erfolgreichen Fiat) Modelle, seine Karosserie-Firma gehört zu den bedeutendsten Industriebetrieben Italiens. Der geniale Designer war mit seinem Vespa Scooter am Weg zur Arbeit, als er mit dem 78jährigen Giuliano Salmi kollidierte, der einem ausladendem LKW auswich und dabei die Vespa übersah. Pininfarina hinterlässt drei Kinder. Wer mehr über das Leben jenes Mannes nachlesen möchte, der unsere Vorstellung von Sportwägen stärker geprägt hat als jeder Großkonzern, findet auf der zugehörigen Mahalo Page einige spannende Links.
Seit kurzem übersetzt mloovi RSS-Feeds, und dazu müssen keinerlei indische Translatoren Überstunden machen: die Seite zapft einfach Google an, indem sie ein simples from-to-interface drüberstülpt. Eric Cartman würde vermutlich sagen "this is bullcrap", denn was dabei rauskommt, entbehrt jeglichen Sinns, ist aber durchwegs unterhaltsam zu lesen, etwa mein Beitrag über meine Lieblingsgottheit:
In the year of polytheism not want such matters to be undertaken lightly taken shoulders. But if in doubt find a à la carte menu from which all the right order of courses for personal salvation rauspickt, I find all sympathetic than Dogmatismen: it does not have the body of Christ. In this respect I am also very pleased when John asked me if I was a review of my favourite deity for the polytheism blog written.
Nein, I'm not a review. Übersetzer müssen demnächst jedenfalls nicht um ihre Arbeitsplätze fürchten.
Selbige können im Handumdrehen (naja, vielleicht nicht direkt Umdrehen) zum Quell der Diskussion über die Akzeptanz nackter Brüste in verschiedenen Kulturkreisen werden. Klaus Werner fand den Playboy im Flieger gar nicht lustig und beschwerte sich über intrusive "Wichsvorlage", und dann kam Post vom Herrn PB Chefredakteur, der natürlich denkt, es handle sich um eine Spitze gegen sein Elaborat - dabei will Klaus bloß allein reisende Mütter vor nackten Brüsten schützen. Was Neelaa wohl dazu sagen würde? Die hat nämlich gerade festgestellt, dass der gute alte Kafka Franzi seine Wichsvorlagen nicht im Flieger, sondern brav im dunklen Kammerl konsumierte.
...und ich sage dir dein Geschlecht. Oder zeig mir dein Browserhistory, das reicht nämlich auch. [via Helge] Das ganze ist kein Joke, sondern verwendet statistische Daten:
So what I did is I modified the SocialHistory JS so that it polled the browser to find out which of the Quantcast top 10k sites were visited. I then apply the ratio of male to female users for each site and with some basic math determine a guestimate of your gender. The math is really quite simple, I just take:
1 / (1 + r_1 * r_2 * … * r_n)
where p_i is the ratio of men-to-women for the specific site. For example, if you had been to two sites that had a 2-1 ratio of men to women, the probability of you being female would be:
1 / (1 + 2 * 2) = 1/5 = 20%
Alles klar? Helge, der alte Macho, ist zu 97% männlich. Ich dagegen bin privat zu 103% männlich und in der Arbeit fast eine halbe Frau (Kommt wohl daher, dass ich online immer so freundlich zu allen bin.)
Nach harten Jahren des erfolglosen Versuchs, der eigenen Userbasis die originelle Punktierung der Domain beizubringen, hat delicious diese Woche schließlich das Handtuch geworfen: Die tastiest bookmarks on the web schauen ab sofort hübscher aus, werden von Symfony angetrieben - und sonst hat sich zum Glück nix geändert.
Eikyo bedankt sich bei Beeline Labs für nichts respektive für deren vollkommen überflüssige Community-Studi, Cpt. Sistrix zeigt Google-Trends auf und Janik führt einen aussichtslosen Kampf gegen Linkgeiz; das Anfangsstatement stellt die Sache allerdings gröbstens vereinfacht dar:
Google sieht, dass man auf gute Internetseiten verlinkt und deshalb die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass man selbst eine gute Seite hat, da man sich anscheinend auskennt.
Nene - so einfach isses nicht. G wertet die gesamt Linkstruktur aus; ansonsten würd's ja reichen, mit einer neuen Seite auf heise, zdf und den deutschen Bundestags zu verlinken - und Boing. Tja, schön wär's... auf Webdesign-In gibt's zum selben Thema einen wesentlich differenzierteren Artikel. Eine kleine Anmerkung dazu: Page Rank Sculping wurde hierzulande grundsätzlich missverstanden... das macht nur Sinn in Kombination mit einer durchdachte Anti-Duplicate-Content Strategie: und in dieser Hinsicht gibt's bei WP auch keinen Königsweg, es hängt rein davon ab, was man erreichen möchte: sollen die Kategorieseiten, die Tag-Übersichtspages oder doch die Einzelartikel die beste Platzierung abbekommen? Das kann man mit den Metatags noindex und nofollow wunderbar steuern... aber dazu werde ich demnächst einen Artikel posten.
Im Searchlab wurden einige interessante Beobachtungen zur neuen Suchmaschine Cuil getätigt, Malte Landwehrt misstraut völlig zur Recht Googles "objektiven" Kreditvergleich und hat genau wie Tom Zeithaml ausgiebig mit Google Insights for Search gespielt. Am Techweblog gibt's eine durchwegs fragwürdige Liste der Top 20 US Web 2.0 Seiten von Hitwise. Nach soviel virtueller Aufregung muss man sich ab und an auch mal in echt in Gesicht blicken: für die Schweizer SEOs organisiert Internet4You gerade einen Stammtisch. Sowas wär doch in Wiena auch mal nett...
Das Video der Woche habe ich von Pete gestohlen - wir beiden kennen das 3-Tage-wach Ding ja nur zu gut, seinerzeit von den Lagerhallen-House-Raves in Chicago anno 88:
Spieglein an der Wand, wer ist drei Tage wach? Hehe... da wird man doch gleich wehmütig
Und was tut sich nächste Woche auf datenschmutz? Immer wieder montags gibt's einen Artikel zum Zeitgeist-Thema Life Streaming, Xsara sucht neue SEO-Knochen am Mittwoch und am Freitag wird wieder gekocht. Schönen Restsonntag wünsch ich, wir lesen uns morgen.
Schmeckt ja auch besser als Benzin... Man sollte aber wirklich am Physikunterricht in der Schule mal was ändern - wie kommt's sonst, dass offenbar immer wieder (Amerikaner) auf den alten "Bau dein Auto von Benzin- auf Wasserverbrennung um" Joke reinfallen. Einige "Firmen" versuchen sogar, damit richtig was zu verdienen; und ich muss zugeben, dass ich mich heute Vormittag 10 Minuten lang köstlich amüsiert habe. Allerdings handelt sich's wohl tatsächlich nicht um Realsatire, sondern um MLM-Marketing in des Kaisers neuen (Wasser)Kleidern.
Begonnen hat das ganze mit einer neuen Spam-Followerin (die häufen sich in letzter Zeit wie Sommerfliegen um frischen Kuhmist) auf Twitter mit dem klingenden Usernamen Waterfuel101. Die junge Dame war äußerst aktiv und hat bislang 2 Tweets verschickt, die beide die URL www.the6figureteam.com enthalten. Dort findet äußerst spannende Informationen zum besagten Umbau - natürlich ein verlockendes Angebot in Zeiten galoppierender Benzinpreiserhöhung:
Converting your car to run on water is proven to lower fuel costs, increase mileage - and help the environment. But, up until recently, it was also pretty expensive - the only way to convert your car to water was to get it done professionally, which could cost as much as $2,000. Even stand-alone conversion kits can sell for as much as $500.
Sehr geil sind auch die Testimonials:
48% improvement in my fuel economy. Run Your Car On Water helped us save $1,000's.
Von dieser Seite kommt man über drei Clickbank-Links zu drei ähnlichen Seiten, die des Pudels Kern schon bedenklich nahe kommen. www.runyourcarwithwater.com/ kennt dann schließlich die Antwort auf alle Fragen:
Create your own water hybrid for under $150! Did you know that you can convert your car to a water-burning car? You can run your car on water, supplemental to gasoline, to increase your car's fuel efficiency and reduce your fuel costs significantly.
Hmmm... 150 Dollar also. Was für ein ausgeklügeltes MLM-Programm; auf die nähere Erläuterung war ich jedenfalls ausgesprochen gespannt, und nicht zu Unrecht:
Our easy conversion guide will show you how to use electricity from your car's battery to separate water into a gas called HHO (2 Hydrogen + 1 Oxygen). HHO, also called Brown's Gas or Hydroxy, burns smoothly and provides significant energy - while the end product is just H2O! HHO provides the atomic power of Hydrogen, while maintaining the stability of water.
Preisfrage: mal angenommen, dieses 150-Dollar-Conversion Kit, laut Aussage des Vertriebs "mit im Baumarkt erhältlichen Teilen für 60$ von jedem, egal ob er eine Ahnung von Autos hat oder nicht, leicht selbst zu bauen" (man bekommt anscheinend nur die Anleitung) wäre nicht die feuchte Fantasie eines kreativen Wasserkopfs. Angenommen, man könnte in Automotoren herkömmlicher Bauart auch Wasserstoff verbrennen. Warum wäre es dann trotzdem vollkommen idiotisch, diesen Wasserstoff mittels Elektrolyse mit Gleichstrom aus der 12-Volt Autobatterie zu gewinnen? Wer diese Frage beantworten kann, gewinnt einen Backlink im datenschmutz Link Directory.
Und eine Viral Kampagne. Und das ist überhaupt keine andere Geschichte. Zugegeben, der Titel ist pure Reflexheischerei. Aber Gina hat Aufmerksamkeit verdient: die Concept Car Studio der Boarischen Motorenwerke geht nicht nur im Marketingslang "neue Wege", sondern verlässt tatsächlich die eingefahrenen Grenzen des herkömmlichen Automobilbaus. "Wozu brauchen wir eine Metallhülle, wenn sich Crash-Sicherheit, Karosserieteifigkeit etc. ohnehin Aufgaben des Gestells sind?" fragten sich die BMW-Ingeneure. Ihre Antwort: ein Auto, dessen äußeres aus einem widerstandsfähigen Kunststoff besteht - und zwar aus einer Art Folie.
Das fällt auf den ersten Blick gar nicht auf, erlaubt aber völlig neue Formgebungen und extrem leichte Bauweise. Bis Gina vom Band rollt, dürften wohl noch ein paar Jährchen ins Land ziehen, aber selbst das Video der Konzeptstudio, die im BMW-Museum ausgestellt ist, beeindruckend - präsentiert wurde das Werkl gestern anlässlich der Eröffnung des neuen BMW-Museums München. (Hm, ich muss wohl mal wieder einen Abstecher in die Weißbiermetropole machen.)
Aber noch viel interessanter als das Autolein selbst ist Dieters minutiöse Beschreibung der von knallgrau konzipierten und betreuten Viral Marketing Kampagne - 5 Tage vor der offiziellen Präsentation wurde sorgfältig ein verwaschener Trailer produziert und auf diversen thematisch passenden Blogs geseedet. (Ich nehm an, dass Christian auch für kg arbeitet, von ihm hab ich den Link bzw. die Aufforderung, sein Digg-Network zu joinen, bekommen.) Ziemlich erfolgreich, wie ein schneller Rundblick in die Blogosphäre Netz eindeutig zeigt.
Jedenfalls find ich's faszinierend, wie unglaublich schnell das Format "Da kuck mal, ich hab was Lustiges/Interessantes/Arges gefunden E-Mail" vom Privatvergnügen zum ökonomisch motivierten Viral Marketing avancierte. Wer früher bloß Opinion Leader war, kann seine Kommunikatorenschaft ab sofort ganz easy in bare Münze verwandeln: der Wert besteht dann eben nicht mehr in der Arbeitszeit, sondern im Netzwerk - also quasi eine weitere mikro-ökonomische Bestätigung für Georg Franks Aufmerksamkeitsökonomie. Ob die Durchdringung von privater und kommerzieller Kommunikation mittelfristig den Umgang mit non-non-virtuellen Kontakten verändern wird, sollen dann in 30 Jahren zukünftige Kommunikationshistoriker feststellen
PS: was es nicht für eigenartige Fetische gibt... "Gina on BMW" heißt das folgende Video, das Youtube natürlich bei den "Related Movies" anzeigt. Dabei zerstört eine junge Dame in schwarzen Strümpfen mit ihren High-Heels die Motorhaube eines BMWs... leider oder zum Glück ohne Ton. Das könnte mit der neuen Konzeptstudio nicht passieren!
Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte, demnach sagen 24 Bilder mehr als 4,2 Millionen Worte. (Die bildliche Aussagekraft steigt nämlich exponentiell, soviel zum Thema Comic Strips :mrgreen:) Was m3.newruls.com da online gestellt hat, passt jedenfalls auf keine Kuhhaut und vermutlich nicht mal auf eine Drachenhaut. Weißwurst vs. Sake, Cola vs. Grüntee, Auto vs. Fahrrad: Otto Neurath wäre vermutlich hoch erfreut: Germany vs. China. Addendum: der Bildvergleich stammt aus der Feder der chinesisches Grafik-Künstlerin Yang Liu. [via Matthias]
Warum bescheiden bleiben, wenn man gleich alles auf einmal haben kann? Die folgenden Teilnahmebedingungen habe ich bei einem Gewinnspiel gefunden, bei dem ein Mini-Cooper Clubman verlost wird. Zweifelsohne ein feines Stadt-Auto, und viel besser geeignet, um klima-besorgte Damen zum Date abzuholen als der durchschnittliche Hummer. Aber lohnt sich der Deal? Irgendwie erinnern mich die TNBs ganz stark an die TV-Serie Reaper, da heißt's auch mal: "There's always a catch when you deal with the devil."
Aber der verschleiert seine Catches wesentlich besser - ich bin überrascht, dass nicht direkt von der Datenweitergabe an namibische Prinzessinnen und russische Ölbohr-Unternehmer gesprochen wird. Andererseits hat der folgende Absatz in Zeiten der Spam-Pest durchwegs einen gewissen Realsatire-Mehrwert:
Meine Angaben dürfen von XXX, den Sponsoren und deren Partnerunternehmen verarbeitet und genutzt werden (auch von externen Datenverarbeitern wie z.B. Datenerfassern, Internetdienst-Anbietern, Lotteriegesellschaften). Die personenbezogene Nutzung wird ausschließlich auf die Organisationen und Unternehmen aus den verschiedensten Branchen beschränkt, die meinen erkennbaren Interessen und Wünschen entgegenkommen. Für diese Organisationen und Unternehmen dürfen mir Informationen, Angebote, Muster und Werbung (per Post, per E-Mail und/oder per Telefon) übermittelt werden. Die Teilnahmebedingungen habe ich gelesen und akzeptiere diese. [...]
Auf besagter Seite sind übrigens vier Gewinn-Sponsoren gelistet, und zwar durchwegs namhafte Unternehmen - eine Abänderung der Bedingungen auf Werbezusendungen von den beteiligten Partner wäre ja noch einzusehen, aber das Business der Betreiber scheint wohl der Adresshandel zu sein. Wenn ich Neckermann, Tschibo, Quelle oder Heine wär, dann tät ich meinen Marke lieber nicht mit Gewinnspielen mit solch skurrilen TNBs beschädigen - aber jeder, wie er meint.
Helge war in der vergangenen Woche in verbale Auseinandersetzungen mit einem Angestellten des Bildungsministers verstrickt und ich wurde binnen einer Woche auf Facebook Fan von Heinz von Foerster und Louis Defunes!
Also keine Rede von einer ruhigen Kugel und oder gar Woche - stattdessen gibt's schon wieder ein paar Bushaltestellen mehr im globalen Dorf.
Lukas Leitner, Gesellschafter der Cayenne Werbeagentur und Milizoffizier, hat auf medianet einen Beitrag über jenen Profil-Artikel, der dem österreichischen Bundesheer vorwirft, bei der Ausmusterungszeremonie an der Militärakademie Nazi-Gestik zu perpetuieren. Meine Freude über alle uniformierten Bewaffneten hält sich in extrem engen Grenzen. Dem Bundesheer offizielle Liebäugelei mit Rechtsaußen vorzuwerfen, halte ich aber für genauso falsch und fahrlässig wie der Autor des Artikels:
Die wertvolle und unverzichtbare Einrichtung Bundesheer - die trotz ihrer zahlreichen humanitären Einsätze im In- und Ausland ohnehin nach wie vor mit aus Altlasten resultierenden Vorurteilen zu kämpfen hat - wider besseren Wissens ins unrecht "rechte" Licht zu rücken, ist mehr als ärgerlich. Es ist eine Fahrlässigkeit gegenüber einer der wichtigsten demokratischen Einrichtungen im Land. Wo humanitäre Krisen toben, sind unsere Soldaten Botschafter der Hoffnung und riskieren tagtäglich ihr Leben.
Klingt ein wenig glorifizierend, ist im Kern aber völlig richtig... man kann ausreichend Kritik am Bundesheer über, aber um einen Nazi-Spielplatz handelt sich's dabei ganz gewiss nicht.
In letzter Zeit ist's mir zweimal passiert, dass trigami einen meiner Reviews beanstandet hat - nicht etwa, weil der Text zu kurz gewesen wäre, sondern weil sich Links ohne nofollow eingeschlichen hatten. Einmal lags an der Autolink-Funktion von Simple Tagging (wobei es sich allerdings um interne Links handelte, aber auch die müssten laut trigami-AGBs ge-nofollow'ed werden), beim zweiten Mal an schlichtem menschlichem Versagen meinerseits. Der Fehler war in beiden Fällen flott behoben - allerdings bin ich sehr neugierig, wie sich die Paid-Review Szene in den nächsten Monaten weiterentwickelt. Eine neue US-Plattform, über die ich demnächst berichtet werden, verbietet den Einsatz von nofollow explizit, am Markt werden sich mittelfristig jene Anbieter durchsetzen, die Kunden nicht nur Buzz, sondern auch Backlinks verschaffen. Die Crux dabei ist wie immer Tante G - falls Google die diesbezügliche Policy jemals offiziell ändert, wird trigami sicherlich schnell nachziehen - ich halte die bezahlten Reviews nach wie vor für die beste und effizienteste Form der Blogwerbung - und zwar für alle Beteiligten. Dass nach trigami, wie manche Windeier lautstark prophezeiten, aufgrund der nofollow-Policy ganz schnell kein Hahn mehr krähen würde, hat sich natürlich nicht bewahrheitet; aber gegessen und ein für allemal geklärt ist der Einsatz des nofollow-Attributs noch lange nicht. Mir persönlich wär's am liebsten, wenn man als Blogger selbst entscheidet, ob der Link zum Auftraggeber SEO-technisch entwertet werden soll oder nicht.
So, das war's auch schon wieder mit dem Wochenrückblick... der fällt etwas kürzer aus sonst: die Landschaft in Lienz ist einfach zuuuu leiwand, als dass ich am Sonntagnachmittag vor dem Rechner sitzen bleiben könnte!
Werbeflächen sind gut. Fahrende Werbeflächen sind noch besser, sagen strategische Evaluatoren von KonsumentInnen-Aufmerksamkeit. Wer eine Firma / ein Blog / einen Verein etc. betreibt und weder über die nötige Konsequenz noch das Kleingeld verfügt, um seinen fahrbaren Untersatz umspritzen zu lassen, findet in den brandneuen Autotürmagneten von Vistaprint eine günstige und äußerst brauchbare Alternative.
Die via Vorlage oder auch völlig frei gestaltbaren Automagneten gibt's in zwei Größen. Praktischerweise liegt's ja in der Natur eines Magneten, dass er sich befestigen und dann wieder rückstandsfrei entfernen lässt - auch ein Zusatzfeature für die berühmten neuen Selbständigen, die vormittags im Benz zum Workshop fahren und abends ihr Supermodel mit der gleichen Karre zum Date abholen
Niki Lauda hat ja vor einiger Zeit diesen Smart-Autoverleih gegründet, bei dem man die Wägelchen für einen Euro am Tag erhalten sollte - finanziert durch Werbung außen auf der Karosserie. Keine Ahnung, ob das Konzept gut läuft - allzu oft sehe ich die Fahrzeuge in Wien nicht auf der Straße... andererseits sind die besagten Magnete so billig, dass sich niemand für ein wenig Exposure finanziell ruinieren muss: die kleine Version (ca. 30x20cm) gibt's bei der ersten Bestellung gratis, die große (45x30cm) kommt auf EUR 9,72 bei Erstbestellung bzw. regulär 20 Euros. Leider dürfte die kleine Variante immer noch zu große sein für meinen Motorradtank - aber falls ich einen vierrädrigen fahrbaren Untersatz hätte, würd ich sofort links und rechts ein datenschmutz-Logo anbringen - aber ein Gratismagnet für den heimischen Kühlschrank würde zwar keinen Werbezweck erfüllen, mach sich aber sicherlich recht nett
Mit den Visitenkarten, Shirts, Post-Its, Stickern und Co., die ich bisher bei VP bestellt habe, bin ich qualitativ und preislich übrigens ausgesprochen zufrieden. Klassische Merchandising-Händler sind pro Stück zwar billiger, dafür muss man für Bloggerverhältnisse riesige Stückzahlen bestellen - wo soll ich denn biddeschön 500 T-Shirts lagern? Für Kleinserien ist Vistaprint optimal - das sehen die mittlerweile 12 Millionen Kunden der Netz-Druckerei ebenso - hier geht's zu den Autotürmagneten.
Und drei ebensolcher Automobile seien zu gewinnen, verriet mit letzthin eine Sendung im Briefkasten. Nun, einem g'schenkten Vierradler schaut man nicht unter die Haube; wenn ich's mir aussuchen könnte, hätte ich übrigens lieber den Opel Zafira als den Citroen C3 oder den Fiat Panda. Erdgas-Hummer ist ja keiner dabei
Also hab ich doch mal flugs die beiliegende Teilnahmekarte ausgefüllt - dass der Slogan mit den drei S wohl nicht heißen würde "Fahren mit Erdgas ist selbstsüchtig, scheußlich und stinkt", sondern vielmehr "sauber, sicher und sparsam" (warum eigentlich "sicher?") war schnell rausgefunden, also ab mit der Karte in den Briefkasten - aber vorher noch schnell einen Blick aufs Kleingedruckte:
[...] Die TeilnehmerInnen stimmen zu dass die ausgefüllten Daten an die teilnehmenden Autohäuser Citroen Österreich Ges mbH., Wolfgang Denzel AG und General Motors Austria GmbH übermittelt und von diesen verarbeitet werden. Die TeilnehmerInnen sind widerruflich mit einer telefonischen, per E-Mail oder per Post erfolgenden Betreuung zu Marketing- und Werbezwecken sowie mit der Verwendung ihrer hier angegebenen Daten zum Zweck der Vermarktung von Energiedienstleistungen, (CNG)Fahrzeugen sowie zur Legung von Angeboten seitens Wien Energie GmbH einverstanden. Diese Zustimmung kann jederzeit widerrufen werden. [...]
Ah! Deswegen also die Karte im A5-Format... nun ja, jederzeit ist eigentlich so gesehen quasi immer, also auch zeitgleich mit der Erteilung der Erlaubnis, dachte ich mir und hab der Karte einen ganz persönlichen Paragraphen hinzugefügt:

Und jetzt freue ich mich ersten auf meinen neuen Gas-Zafira (was für ein Fahrzeugname!), den ich wohl zweifellos demnächst gewinnen werde und bin schon äußerst neugierig, ob irgendwelche Marketing-Anrufe eintrudeln oder ob Gewinnspielkarten-Datenverarbeiter ihre eigenen Paragraphen nicht ganz so ernst nehmen.
Nach zweiwöchiger Pause geht's weiter mit den Blogvorstellungen - die ganze vorgemerkte Liste geht sich in diesem Jahr nicht mehr aus, aber 2008 soll ja angeblich bald beginnen. Aber dafür gibt's heute gleich drei Vorstellungen: Trotz des Namens muss niemand vor schreckerregenden Horrorfilmchen fürchten: am Fearblog geht's um den "Alltag im Web 2.0". Und im No Man's Blog und bei der Prinzess ebenfalls.
Fear not! Timms Beiträge lesen sich durchwegs originell - so richtig Angst hat mir zumindest noch keiner davon gemacht. Ob's um die gestohlene Geldtasche während der Party-Fotomission geht oder darum, XP den Vista-Look beizubringen: die Mischung aus Alltäglichem, skurrilen Fundstücken und soliden Tipps und Tricks zu aktuellen Trends und Aktionen im deutschsprachigen Web 2.0 steht jedem Feedreader gut zu Gesicht - Thumbs up fürs Fearblog.

Dr. Asi Sharabis englischsprachiges No Man's Blog trägt nicht nur einen originellen Namen, sondern entpuppt sich bei näherem Hinsehen als sympathische Mischung aus qualifizierten Brancheninfos und unterhaltsamen Trivia. Der Autor arbeitet in der Online Werbebranche, genauer gesagt bei der britischen Agentur Poke. Er treibt sich offenbar ebenso wie der Verfasser dieses Textes sowohl aus privaten und als auch professionellen Gründen auf Facebook und Co. herum und berichtet von seinen Streifzügen durch die Web 2.0 Welt. No Man's blog ist definitiv ein Feed Abo wert - hier werden nicht wie auf zahlreichen anderen Blogs die Thesen der fünf amerikanischen Opinion-Leader endlos wiedergekäut, stattdessen stehen originelle, imho auch sprachlich sehr gelungene Texte am Programm.
Wer für seinen RSS-Feed mit dem Spruch "nicht lange stieren, einfach abonnieren" wirbt, der kann man durchaus unterstellen, nicht alles ganz todernst zu nehmen. Und damit läge man der einzig echten Adligen der deutschen Blogosphäre gar nicht so falsch: die Prinzess hat nicht nur alltagstaugliche Tipps für ambitionierte BloggerInnen, sondern initiiert auch immer wieder witzige Aktionen wie den aktuellen AdvenZkalender:
Bitte schickt mir eure weihnachtlichen Vierzeiler (oder auch 5-6-Zeiler).
ein kleines witziges Gedichtle, mit welchem ich jedes AdvenZkalendertürle schmücken kann. Da ich ja jeden Tag ein Türle öffnen will, brauch ich 25 Gedichte.
Außerdem kann man ohne Übertreibung sagen, dass die Prinzessin eine Meisterin des Stöckchen-Fangens und -Werfens ist: wer hier mitliest, bleibt über aktuelle Vernetzungs-Aktionen immer am laufenden.
Lust auf eine Vorstellungsrunde? Wer selbst ein Blog betreibt und Lust hat auf eine montägliche Blogvorstellung auf datenschmutz, sagt einfach via Kommentar Bescheid.
Die Kolumne erscheint regelmäßig in the gap.
Diesmal: Oder ein Querulant schwimmt selten aufwärts gegen den Strom.
Gorkuv besuchte mich letzthin zu meiner großen Freude, ein schmächtiger, aber nachdrücklicher Ex-KGB Doppelagent, den ich zu jener turbulenten Zeit kennen gelernt hatte, als der vierschrötige Zwerg für die Regie bei Brigittes Gangbang-Weltrekordversuchen zuständig war. Seine natürliche Autorität kam ihm dabei zupasse, seine immenses Untalent punkto Kameraführung naturgemäß weniger. Darum, nur darum erhielten die über 30stündigen Videos von der Bundespornoprüfanstaltet für Erwachsenen-gefährdende Schriften das Prädikat "bis höchstens 16".
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Mit der Million Dollar Homepage rückte sich der 21jährigen Alex Tew aus Wiltshire 1995 ins Rampenlicht der Internet-Community - nun kommt die Million Dollar Homepage in des Kaisers neuen Kleidern gleich mehrfach zurück. Allen derartigen Seiten, so unterschiedlich die umgebenden Stories sein mögen, liegt das gleiche Businessmodell zugrunde: manchmal wird das an sich störrische Maultier Aufmerksamkeit eben zum Goldesel. [erschienen auf oe1.orf.at]
Auf der Startseite seines Projekts sah Alex Platz vor für ein quadratisches Bild mit einer Million Pixeln bzw. tausend Pixeln Kantenlänge vor - diese Größe lässt sich fast zur Gänze auf handelsüblichen Monitoren ohne Scrollen darstellen. Für die "Miete" eines einzelnen Pixels verlangte der Betreiber einen Dollar, die Mindestabnahmemenge betrug 100 Stück. Als Gegenleistung durfte jeder Käufer auf der gemieteten Fläche sein Logo inklusive Link zur eigenen Webseite unterbringen, wobei die Seite bis mindestens 2010 online bleiben soll.
Das eigene Logo ertrinkt dabei natürlich in einer Flut ähnlicher Piktogramme, der klassische Werbewert geht gegen Null. Dennoch hatte Alex keinerlei Schwierigkeiten, jede einzelne Parzelle seines virtuellen Grundstücks in kurzer Zeit zu verkaufen, denn die Idee verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch das Netz - und je mehr Blogs, Online-Zeitschriften und in weiterer Folge auch Magazine und sogar Fernsehsender über die Idee berichteten, desto mehr Besucher und Käufer statteten der Seite einen Besuch ab. Bald konnte sich der Initiator über seine erste leichtverdiente Million freuen.
Alles bloß Hype? Selber schuld, wer für 100 Pixel Geld ausgibt, wo man doch an jeder Ecke gratis-Homepages und -blogs registrieren kann? Nein, hervorragend investierte Werbeausgaben, denn die Aufmerksamkeitsökonomie im Internet hat ihre eigenen Gesetze.
Durch die vielen Backlinks erhielt die Million Dollar Homepage sehr bald einen hohen Pagerank. Mit diesem Pagerank misst Google die "Relevanz" von Webseiten, und zahlreiche Drittanbieter greifen bei der Bestimmung des Werbewertes einer Seite darauf zurück. Der Algorithmus wertet aus, wie viele Links auf eine bestimmte Seite zeigen. Je mehr solche "Backlinks" existieren, desto relevanter die betreffende Adresse, findet Google. Quantifiziert wird der Pagerank oder kurz PR mittels einer zehnteiligen Skala.
Wer über Google und andere Suchmaschinen Besucher auf seine Homepage locken möchte, der muss entweder ordentlich Geld in die Online-Werbung investieren - oder für entsprechend viele Backlinks sorgen, um weit vorne in den Suchergebnissen aufzutauchen. Aus diesem Grund haben sich manche Online-Dienstleister darauf spezialisiert, den ökonomisch motivierten Kontakt zwischen Linkvermietern und Käufern herzustellen: denn je höher der Pagerank einer Seite, desto mehr "wert" ist auch ein auf ihr platzierter Hyperlink, der auf eine beliebige Zielseite zeigt. Suchmaschinenexperten bezeichnen diesen Effekt als "Pagerank-Vererbung". Die Preise für eine derartige Linkmiete regelt das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage - für einen Backlink von einer Pagerank 5 Seite bezahlt man derzeit rund EUR 20,- / Monat, das entspricht auf fünf Jahre gerechnet also EUR 1.200,- Die Million Dollar Homepage dagegen besitzt einen Pagerank von 7 aus, das ergibt bei einer Laufzeit von fünf Jahren gerade mal EUR 1,66 pro Monat!
Der einzige Haken an der Sache: ein solcher Stunt gelingt in der Regel nur einmal. Wer die zweite Million Dollar Homepage baut, wird allenfalls ein mattes Lächeln ernten, aber kein ernsthaftes Interesse, somit keine Backlinks und auch keine Käufer. Doch bekanntlich leben wir im Zeitalter des Remixing, also war es nur eine Frage der Zeit, bis die Million-Dollar-Idee in verändertem Gewand zurückkam - zwei Jahre später, dafür aber auch gleich doppelt.
Da wäre zum einen das Million Dollar Wiki: anders als das bekannte lexikalische Vorbild hat man sich hier ganz und gar nicht zum Ziel gesetzt, das Wissen dieser Welt einzusammeln, sondern bloß - eine Million Dollar. Jeder Interessierte kann sich um 100$ eine eigene Wiki-Seite Mieten, die er nach eigenem Belieben gestalten kann. Graham Langdon, der ebenfalls 21 Jahre alte Betreiber, garantiert eine Lebensdauer von 10 Jahren und beschränkt die Zahl der verkauften Wiki-Pages auf 100 Stück. In den vergangen zwei Monaten verkaufte Graham rund 900 Seiten, ob er die angestrebten 10.000 Stück jemals erreicht, ist bei dem bisher eher flauen Interesse allerdings stark zu bezweifeln.
Wesentlich origineller geht der Amerikaner Prija Phaphouampheng aka "Sneaky Bastard" an die Sache heran: er will einen Film über die Blogger-Szene drehen, 10 Weblog-Schreiber sollen ihren Alltag dokumentieren. Um die notwendige Aufmerksamkeit und ein wenig Startkapital für sein ehrgeiziges Projekt aufzutreiben, dachte sich Prija eine ganz besondere Promotion-Kampagne aus: er verschenkt zwei Autos. Einen der beiden Scion tCs erhält seine kleine Schwester (US-Medien lieben rührseelige "großer Bruder kauft kleiner Schwester ein Auto Stories"), das andere wird verlost. Sponsoren sollen die beiden Fahrzeuge finanzieren: wer 100 Dollar bezahlt, bekommt zwei Reviews auf Prijas Blog, einen Backlink auf der zugehörigen Webseite, außerdem werden die Internetadressen aller Sponsoren auf die beiden Scions appliziert. Sollten die benötigten 50.000 Dollar bis Anfang nächsten Jahres nicht zusammenkommen, so erhält jeder Sponsor sein Geld zurück.
Hier steht zwar nicht die magische Million am Spiel, dafür versucht der junge Amerikaner, auf diffizilere Weise die Gesetze massenmedialer Aufmerksamkeitsverteilung vor seinen Karren zu spannen. In der ersten Woche konnte Prija rund 20 Spots verkaufen - man darf gespannt sein, ob sein Film über Blogger nächstes Jahr bereits Drehbeginn feiert und zu einer ähnlichen Erfolgs-Anekdote wie die Million Dollar Homepage wird.