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Artikel-Schlagworte: „Auto“

Blogvorstellungen: the last beat und Gutscheinblog

Liebe datenschmutz LeserInnen, in der zweiten Ausgabe der montäglichen Blogvorstellungen präsentiere ich diese Woche drei Kandidaten, die alle keine wirklichen Newcomer sind - aber es hat ja auch niemand gesagt, hier würden ausschließlich neoneue Blogs vorgestellt - dafür gibt's schließlich die deutschen Piraten Newcomer Blogcharts, aber dazu demnächst mehr.

thelastbeat.com

thelastbeatDer letzte Taktschlag ist weder neu noch schwach besucht. Bereits seit Februar schreibt Eike Kühl über Musik und umliegende Themengebiete. Erstens kann ich den Untertitel "sympathy for disruption" nur unterschreiben, zweitens finde ich den Schreibstil des Autors äußerst angenehm und drittens gehört tlb zu jenen raren Popkultur-Blogs, wo selbst Elektronik-Auskenner immer wieder auf grandiose Tipps wie Robag Wruhme stoßen. Und weil's hier um Musik geht, produziert DJ Eikman selbstverständlich auch einen Podcast - als akustische Untermalung (nicht nur) beim Surfen auf tbl.com.

Gutscheinblog

Beim Gutscheinblog ist der Name Programm: Abstauber und kühne Kalkulierer finden hier einen Überblick über aktuelle Sonderangebote und Rabattcodes: vom Neckermann 10-Euro-Nachlass ab 25 Euro Bestellung bis zur vergünstigten Digitalfotoausarbeitung finden SchnäppchenjägerInnen hier jede Menge Gründe fürs Geldausgeben. Außerdem läuft gerade die Blogkalender-Aktion, bei der man vorstellig werden kann, um einen Review mit Backlink aufs eigene Blog zu erhalten - solche Linklove-Aktion können der deutschen Blogosphäre als ganzes nur gut tun.

Neuer Look: Shoemoney

shoemoneyVon einem kleinen, unbekannten Blog kann man bei +10k Feedreadern eindeutig nicht mehr sprechen. Trotzdem läuft Jeremy heute außer Konkurrenz mit, weil er seiner Seite übers Wochenende einen feschen neue Anzug verpasst hat. Die Screenaufteilung gefällt mir gut, vor allem die Headerboxen mit "favorite posts" und "friends' posts". Inhaltlich betrachtet sind die Rantings und Ravings des Online-Marketing Experten sowieso immer einen Besuch wert.

Beats for the road: Auto.Radio.Wahl

shoppingcomDie Wichtigkeit des gemeinen Autoradios kann gar nicht überbetont werden. Und schreibe ich noch nicht mal über getunte, Kofferraum-fressende Monster-Bassboxen: schon die Frage, welcher Hersteller den Ehrenplatz zwischen Bei- und Fahrer erhalten sollen, will peinlichst genau erwogen werden. Ob Preis, Marke oder Ausgangsleistung: der Autoradio Produktvergleich weiß über alle klingenden Details Bescheid.
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Die Kolumne #78 (Juli 2007)

Die Kolumne erscheint regelmäßig in the gap.
Diesmal: Klimaeskalationen treten sanft die Himmelstür ein.
"Eine Aufregung war das, sag ich dir! Gewissenhafte, hübsche Teilzeit DJs, die Provinz-Intelligentsia, GästelistInnennschnorrer, Rockernachwuchs der zweiten Generation, Kopfhörer-Models, Autoerotiker und arbeitswillige Cineasten, all nur auf ein Ziel programmiert," ereiferte sich Tante Brigitte. "Sprich nicht so abwertend über die Teilnehmer am gap Ässässmänt-Sänta, schließlich hast du auch mal klein und nackt angefangen," bremste ich ein.
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Stirb Langsam 4.0: Bruce McClane, der bessere Actionheld

diehard4Yes. Brucie, pardon, John McLane hat's wieder getan: dem vierten Teil der absurdesten, großartigsten Action-Kino-Serie aller Zeiten gelingt das bisher Unmögliche: die Beibehaltung aller Anachronismen im Rahmen eines dennoch hochgradig zeitgeist-tauglichen Drehbuchs. Scherben-Action vom feinsten, die John McLane mit einer Coolness durchlebt, die Vin Diesel zum Zähneklappern brächte.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Was bei James Bond seit einigen Teilen konsequent in die Hose geht, gelingt auch beim vierten Teil der Die Hard Serie: das machoide, überzeichnete Männerbild des unfreiwilligen Helden, der eben tut, was getan werden muss, weil kein anderer da ist, endet im Normalfall in jedem möglichen Fettnäpfchen. Doch nicht hier, nicht an diesem speziellen Tag in Washington: die klug eingestreuten Zitate aus früheren Teilen, die rasante Handlung, die perfekt austarierte Mischung aus Gewohntem und Neuem machte Die Hard 4 für mich persönlich bislang zum bei weitem besten Action-Thriller des neuen Jahrtausend; da kommt einfach kein Vin Diesel ran.

Es wird der Adobe Flash Player benötigt und im Browser muss Javascript aktiviert sein..

Die schier unglaublichen Actionszenen müssen eine ganze Armee von Stuntmen und Computeranimateuren beschäftigt haben: von fantastisch choreographierten Schießereien in engen Räumen über das "Abschießen" eines Hubschraubers mit einem Auto bis zum Duell zwischen Harrier-Jet und Schwertransporter lässt Regisseur Len Wiseman keine Gelegenheit für bombastische Momente explosiver Filmgeschichte aus.

Eine Story ohne islamische Terroristen

Eine Crew von Hackern versucht, eine "Firesale" zu verursachen. Bei diesem gigantischen, koordinierten Angriff auf die IT-Infrastruktur eines Landes geht es darum, nach und nach sämtliche Versorgungsadern zu kappen: vom Verkehrschaos durch fehlgeschaltete Ampeln über das Aussetzen der Strom- und Wasserversorgung bis hin zum Ausfall sämtlicher Kommunikationsnetzwerke reicht das Spektrum des computerinduzierten Debakels. Thomas Gabriel, ehemaliger Security-Experte im Dienste des Pentagon, forderte verschärfte Sicherheitsvorkehrungen ein und wurde abgewiesen - nun will er die Angreifbarkeit des Systems beweisen und scheut dafür vor Massenopfern keineswegs zurück. Seine tödliche Gefährtin Mai Lihn darf Bruce gegen Ende des Films ordentlich verdreschen, doch die Kampfsport-erfahrene Schurkin weiß sich gebührend zu wehren.

Detective McClane, der selbstverständlich zufällig in Los Angeles weilt, soll den Hacker Justin, der anscheinend näheres über die Hintergründe weiß, zum FBI eskortieren. Und schon bricht das Chaos über die Stadt herein, dem John McClane am Ende selbstverständlich Herr werden darf - nachdem er ganz in der Tradition der Serie ausreichend geblutet und geschwitzt hat (mehr als je zuvor - wird der Mann denn niemals älter?), wobei ihm Justin nach besten Nerd-Kräften zur Seite steht. Der Superheld bekommt sozusagen erstmals einen Sidekick.

Unvermeidbarerweise wird Tochter Lucy McClane mitten in die Geschehnisse einbezogen - als Geisel. Hätten die Terroristen Die Hard 1 gesehen, dann wüssten sie, dass dies keine besonders schlaue Idee war... jedes Wort mehr wäre allerdings ein Spoiler, sehen Sie sich das am besten selbst an.

Zweifellos lauern in dem Film keinerlei intellektuelle Herausforderung, genauso wenig allerdings versteckte Politpropaganda. Nach den grottenschlechten Underworld-Filmen des gleichen Regisseurs habe ich für den 4. Teil schlimmes befürchtet und wurde sehr positiv überrascht. Oder, wie es ein Kritiker in der IMDB so treffend formulierte:

With its silly title, smart-alleck lead character (Bruce Willis as Bruce Willis doing John McClane), and loads of old fashioned stunts involving cars, SUV's, elevator shafts, big rigs, helicopters, fighter jets, and collapsing highway bridges, this flick is a great piece of shattered-glass entertainment - a throwback to the late 1980's and early 1990's when movies like the original "Die Hard" changed the face of movie action.

Trivia: Was ist neu?

  • John McLane hat jetzt eine Totalglatze.
  • John McLane hat immer noch eine ausgesprochen komplizierte Beziehung zu einer Frau. In Teil 4 ist das allerdings nicht seine Exfrau Holly, sondern seine Tochter Lucy. Auch sie will am Ende aus den Händen des Oberschurken befreit werden.
  • Der nicht nur körperlich mächtige Hacker wird von niemand geringerem als Kevin Smith, Regisseur von Perlen wie "Clerks" und "Dogma", dargestellt. Meines Wissens nach handelt es sich um den ersten Filmauftritt Smiths, in der er nicht den legendären Silent Bob verkörpert - Jay spielt übrigens nicht mit.

Besetzung / Credits

Bruce Willis: John McClane
Timothy Olyphant: Thomas Gabriel
Justin Long: Matt Farrell
Maggie Q: Mai Lihn
Cliff Curtis: Bowman
Jonathan Sadowski: Trey
Andrew Friedman: Casper
Regie: Len Wiseman
Drehbuch: Mark Bomback
Kamera: Simon Duggan
Schnitt: Nicolas de Toth
OST: Marco Beltrami

Blogistan Panoptikum Woche 23 2k7

Das Marketing-Blog kennt interessante Facts über die Gefährlichkeit von Musik-Suchtreffern ausgegraben, Kosmar hat fesche Microbuttons für beliebte Web 2.0 Services gepixelt [via FranzToo], Dr. Web empfiehlt ästhetisch interessierten Programmierern diverse Quelltext-Formattierer und der Zweiterpack reiht wahre Worte über die Früherkennung von FröschInnen im Beziehungsleben aneinander.

Feedburner-Zwangsindizierung?

Das Google Watchblog stellt Feedburner-Spekulationen an: tatsächlich tun sich eine ganze Menge Szenarien auf, nun, da Google den Dienst für 100 Mille erworben hat. Gar nicht unwahrscheinlich ist diese Variante:

Feedburner sammelt eigentlich alle nur vorstellbaren messbaren Daten über Feeds die man sich vorstellen kann - aber nur wenn der betroffende Feed über den Dienst "geburnt" wird. Googles Suchtypen wie z.B. die Websuche, Blogsuche und auch die News-Suche hingegen indizieren und erkennen beinahe jeden öffentlich zugänglichen Feed, stellen aber nicht viel mehr damit an als die Inhalte zu analysieren.
Der eine hat also die Statistiken, der andere die Daten. Packt man diese beiden Dinge nun zusammen bekommt man geballte Feed-Power. Es wäre Google zuzutrauen alle Feed-Links die in den einzelnen Suchtypen auftauchen automatisch durch Feedburner-Links zu ersetzen. Durch die Möglichkeit dadurch nahezu über jeden Feed Daten zu sammeln kann natürlich auch das Ranking eines Feeds und der dazugehörigen Webseite wieder einmal stark verbessert werden.

Passend dazu: Marc Andreesen, Gründer von Netscape und Ning-CEO kurz und knapp über Web 2.0: [via Franztoo]

Lots of people running around starting questionable companies, launching marginal products, pitching third-tier VC's, throwing launch parties, shmoozing at conferences, blogging enthusiastically, and otherwise acting bubbly does not a bubble make. That's just life in this business.

Willkommen in der Google-Hölle

Über die Google Hell (die sogenannte "Sandbox" bzw. den "Supplemental" Index) wird viel spekuliert - Sistrix hat die harten Fakten, die man kennen sollte in einer extrem informativen dreiteiligen Artikelserie zusammengefasst. Die essentiellste Information:

m festzustellen, ob und wenn ja, wie viel Seiten einer Domain derzeit im Google Supplemental-Index sind, kann derzeit (Google ändert das ab und an mal) folgende Abfrage verwendet werden: site:domain.tld *** -gjfhgh.

Hier wäre das also:
http://www.google.de/search?q=site:blog.datenschmutz.net+***+-ghfhg

Ich bin dabei gerade draufgekommen, dass alle meine Plugin-Subfolder indiziert wurden - also höchste Zeit, überall eine Redirect-index-Datei mit Noindex-Metatag reinzukopieren.

Fridaynite schreibt über die Gefahren des Linkkaufs - gemeint sind damit weniger physische, als vielmehr googlographische Konsequenzen: angeblich findet Suchmaschine das rege Linkbusiness nämlich gar nicht gut - vermutlich allerdings nur, um das Auslaufmodell Adsense noch eine Weile länger zu halten: denn Linktrading macht in vielen Bereichen mehr Sinn als die Ads und stellt potentiell Konkurrenz dar.

Fundstück der Woche, dem ich nur beipflichten kann: (gefunden bei Rimien):

Linkliebe ist...

  • ...reziprok
  • wenn man nofollow in seinem Blog deaktiviert
  • wenn man trotzdem verlinkt

Die Kolumne #77 (Mai 2007)

Neulich habe sie das fiktive Weibi-Magazin ganz gegen ihre sonstige Gewohnheit von hinten durchpflügt, nur um feststellen zu müssen, dass ihr Name nicht in der Liste der 200 Topf Frauen aufscheint. "Ein Affront gegen meine Koch-, Model- und Bettkünste," erbrüstete sich Tante Brigitte um mindestens eine BH-Größe, "sogar die analoge Halluzinelle des Herrn Ijon Tichy wird erwähnt - für schelmisch-reflektierte post-feministische Dienstbarkeit gegenüber ihrem Herrn."

Fixerjobs flexibilisieren eine erbrochene Arbeitswelt.

Als gelernter Sozialwissenschaftler und bedingungsloser Anhänger jeglicher quantifizierender Wissenschaft blieb mir nur, mit meinem Standard-Totschlag Argument Nr. 26 (Tags: Diskussion, Topfrauen, Hitparade) zu antworten: "Liebe Brigitte, zur Lösung des Quantifizierungsproblem können Top-Frauen-Hitparaden einen multidimensionalen Ansatz verfolgen: Durch die Verwendung von quantitativer Forschung in Verbindung mit emotionalem und nutzerzentrierten Bewertungsdesign können die Vorteilspotentiale auch anhand ökonomischer Größen aufgezeigt werden. Aktuell wird diese Design-Measurement-Strategie noch in den wenigsten Top-Frauen-Rankings in dieser Form umgesetzt. Herausforderung ist häufig der damit verbundene Veränderungsprozess und ein zu starker Fokus auf die kurzfristig entstehende Überheblichkeit der Gereihtenn, statt sich auf die mittel- und langfristigen Synergie-, Umsatz- und Marketing-Potentiale auszurichten," bemühte ich mich zu kalmieren.

"Ich wette, Sascha Walleczek schlammrang sich mit Marika Lichter um den ersten Platz," giftelte Brigi meine Ausführungen auf den Mattenboden erlogener Tatsachen zurück, was mich zum Sticheln zwang: "Du bist ja nur neidisch, weil deine Einläufe bei weitem nicht so kraftvoll den reinigen wie die der Siegerin!"

"Meine Einläufe dienen ja auch nicht der Darmentgiftung, und schon gar nicht dem Abnehmen - frag ruhig nach in meinem Bekanntenkreis. Meine Einläufe ergänzen die moderne Leistungssportlerernährung um jene 10 Prozent fehlender tierischer Proteine, die oral nicht aufgenommen werden können."

"Da könntest du ja ebensogut bei Steirisch Tauchen von der Südautobahn abfahren und ein paar Runden im Kürbiskernölbecken drehen. Ich bin sicher, du erinnerst dich noch lebhaft an die Zeit, als Ernährungsberaterin von David Hasselhoff. Die fettigen Details erspare ich uns beiden und den Leserinnen für's erste."

An dieser oder einer ähnlichen Stelle musste ich bereits einmal, um dem Leser den Fortgang der Geschichte zu verdeutlichen, auf Brigittens' unzureichendes lukullisches Talent hinweisen. (Kolumne 74, " Der mit der Büffelwurst antanzt, steht auf tierische Action.") Eine ob ihres Mitlesens während meines momentanen Tippens besonders unangenehme Pflicht - wenngleich ihr Anblick in schwarzen Strapsen vor Edelmetall-Kochgeschirren stets ein reizender ist. "Du hättest eben niemals die Nackt-Küchen-Model Karriere für die Nackt-Köchin Laufbahn aufgeben sollen, nicht wahr?" schrieb ich. In diesem Moment beugt sich Brigitte über meine Schulter und fragt: "Schreibst du das jetzt oder fragst du mich?" "Ich dokumentiere," antworten der fiktive Erzählcharakter dieser Kolumne und ich beiden Brigittes, "das ist der erste Echtzeit-Dialog in einem Printmedium, und du bist die berühmteste fiktive Kolumnenpersönlichkeit Ostösterreichs - da können Dick-und-Dünn BeraterIn noch so viele Listen anführen!"

Querdenker Blog Contest: die Porno-Werkstätte

18. Mai 2007bis8. Juni 2007

StorycontestDer Querdenker hat zu einem Blogcontest aufgerufen - es geht darum, die häufigsten 10 Suchworte des eigenen Blogs in eine Kurzgeschichte zu verpacken. Die fallen bei datenschmutz naturgemäß nicht besonders sauber aus - also wird's Zeit für einen Besuch in der Werkstätte! Unter anderem bisher mit dabei: Ueberlegmal.net, Liveh8.de, die Magerfettstufe, Granad, Überlegmal, Angel, der Pantoffelpunk, Altmetall und die Glühwein Junkies - da kann sich datenschmutz natürlich nicht enthalten.

Die datenschmutz.Chroniken

[Suchbegriffe sind fettgedruckt; und weil mir die Auswahl so schwer fiel, sind's mehr als 10 geworden:cool: ]

"Porno! Porno! Porno!" schrie sich der Zagreber Verkäufer die Lungen aus dem Leib. "Widerlich," sagte meine Begleiterin deutlich vernehmbar, sodass sich einige Passanten nach uns umdrehten. Die zwei Meter Luft über dem Boden bildeten eine dichte Mikroatmosphäre, ein Amalgam aus den verschiedensten Gerüchen: Gewürze, Hammelfleisch, Honig, Kardamon... damit hätte ich in einer Autowerkstätte am allerwenigsten gerechnet. Und noch weniger mit einem Mechaniker, der seine private Filmsammlung an den Mann bringen wollte.

"Das ist ja fast schon wie im Internet," seufzte meine holographische Begleiterin, "selbst im realen Leben ist man vor Spam nirgendwo mehr sicher."

"Jetzt halt doch endlich mal die Luft an, Suzan!," erwiderte ich, "der Mann macht doch nur seine Arbeit. Im tiefsten Innneren hält er sich wohl für einen Hip Hopper, der mit seiner Musik die Frauenherzen bewegt."

"Ihr Männer denkt ja immerzu bloß an Sex, das ist mir genauso klar wie der IFPI, dass ihren Mitgliedern bald niemand mehr die kopiergeschützten CDs abkaufen wird."

"Mäßige dich, das hier sind doch keine freien Netze! Immerhin befinden wir uns in einer öffentlichen Autowerkstätte, also was ist nun mit deinem Blog?"

In diesem Moment sprach uns ein großgewachsener Mechaniker afrikanischer Herkunft an. "Guten Tag, mein Name ist Bumpzee. Bei ihrem Blog waren die Bremsschreiben locker, außerdem musste Kühlflüssigkeit für die Kommentare nachgefüllt werden. Jetzt sollte alles wieder laufen wie neu."

Lächelnd überreichte er mir einen Scheck, der all meine Bannereinnahmen aus den letzten drei Jahren zunichte macht. Vielleicht sollte ich statt eines Blogs lieber doch eine Art youporn Plattform errichten...

Also doch erstes Leben?

Wenn literarisch interessierte Anthropologen dem "Blick von Außen" ein Setting verschaffen wollen, so versetzen sie sich gern in die Rolle eines außer-irdischen Besuchers, der über das gar merkwürdige Leben auf der Erde berichtet. Martin Reichert tut für die Taz das gleiche und beschreibt das "Computerspiel" First Life aus der Perspektive eines 2nd Life Bewohners.

Das ergibt einen köstlichen Testbericht ganz im Stile der derzeit überall gern publizierten "Mein erster Besuch im Vergnügungspark der Linden Labs" Zeugenberichte:

Versuchte man, die ganze Welt des "First Life" zu erkunden, müsste man beispielsweise "Billigflieger" in Anspruch nehmen, eine Bezeichnung, die insofern irreführend ist, als sie doch einiges kosten. Ein Flug nach Paris etwa wird für 29 "Euro" angeboten, grob umgerechnet wären das 5.400 Linden-Dollar. Umsonst ist hier eigentlich so gut wie gar nichts zu haben, außer der für Menschen lebensnotwendigen Luft zum Atmen - das "Klima" ist hier sowieso eine ziemlich wichtige Angelegenheit. Der Springer Verlag hat im "First Life" eine eigene Zeitung, die an jeder Ecke angeboten wird, und wenn die Titelseiten recht haben, steht das "First Life" vor seinem baldigen Ende.

Überhaupt geht's in First Life relativ rauh zu, auch wenn viele behaupten, dass wie immer bei medialen Innovationen Sex die hinter allem steckende Triebfeder und First Life nur ein großes unvirtuelles Puff sei:

Es gibt hier Niederlassungen und Werbetafeln von Firmen, die einem aus dem Second Life bekannt vorkommen, etwa Sony und Toyota. Auch die Menschen sehen zum Teil aus wie Avatars. Braungebrannte und breitschultrige Männer und großbusige, braungebrannte Frauen mit langen Beinen - ist aber eher die Minderheit, und wenn man sie anspricht, ob sie vielleicht Lust auf Ficken hätten, kann das ziemlich schmerzhafte Folgen haben, also seien Sie auf der Hut. Als Mensch ist man "verletzlich", so kann das Wasser zum Beispiel aus dem Körper rinnen, und dann ist man tot, "game over". Wenn einen nicht vorher ein lärmendes Auto mit Blaulicht ins Krankenhaus fährt. Die Dinger gibt es hier überall, und sie machen einen irrwitzigen Krach. Eine der vielen Details, die das "First Life" zu einem prickelnden Erlebnis, ja: einem wahrhaftigen Abenteuer machen.

Fazit - ein total überhpytes Spektakel eben!

Und man fragt sich auch immer mehr, was das hier eigentlich soll. Die Menschen sehen größtenteils ziemlich scheiße aus und wollen weder mit einem reden noch mit einem schlafen. Man weiß nicht, wer sie wirklich sind und was sie wollen. Sie haben nichts Besseres zu tun, als Euros nachzujagen, und stehen nicht mal offen dazu, dass sie es nur auf Sex abgesehen haben.

Die Kolumne #64 (Oktober 2005)

Politischer Akribismus ist so von morgen! Fangquoten statt Walempfehlungen!
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Die Kolumne #59 (Jänner 2005)

Die Kolumne. Das Special. Der verspätete Jahresbeginn 2005. Oder: Dem Bösen in Gestalt des Bären gewähren wir selten längere Audienzen. Oder: Tausende Links auf füllige Experten, dennoch regiert das Fernsehen.
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Die Kolumne #47 (April 2002)

Zeter herum, Zensor der Ländermesse!
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Ein Hummer wird gedisst

Ein kleiner Nachtrag zu unserem Benzinfresser Nr. 1 - es hat sich jemand (scheinbar sogar ein Amerikaner) die Mühe gemacht, eine eigene Hummer-Hater-Seite einzurichten: hier posten "Menschen" Fotos von Stinkefingern und Hummers. "Fuck you and your hummer" nennt sich das ganze: http://www.fuh2.com/

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